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Morgenlektion 05.11.2002
Buch
„Kitwej
Rabash",
Band
1,
Artikel
31
„Was
ist
das
Schließen
eines
Bundes
in
der
Arbeit"
Rav:
Wir
haben
den
Artikel
„Was
ist
das
Schließen
eines
Bundes
in
der
Arbeit"
gehört,
Band
3,
„Shlawej
haSulam"¹,
Buch
Dwarim,
Parasha
„Nizawim",
Seite
227.
Was
ist
das
Schließen
eines
Bundes?
Wann
muss
man
einen
Bund
schließen?
Ein
Bund
bedeutet:
Von
jetzt
an
haben
wir
eine
Verbindung.
Das
ist
eine
gute
Verbindung,
unter
bestimmten
Bedingungen.
Ohne
Bedingungen
wäre
ein
Bund
unnötig,
wozu
bräuchte
man
dann
eine
Vereinbarung,
ja?
Das
heißt:
Vom
Anfang
der
Stufen,
wenn
wir
schon
auf
der
spirituellen
Leiter
gehen,
bis
zum
Ende
der
Stufen,
wenn
wir
zu
Gmar
Tikun
kommen,
wo
es
keine
Begrenzungen
gibt,
besteht
die
ganze
Zeit,
auf
jeder
einzelnen
Stufe,
eine
Vereinbarung
zwischen
uns
und
dem
Schöpfer.
Sie
hat
nur
jedes
Mal
eine
andere
Form,
ein
anderes
Maß
und
andere
Bedingungen.
Seitens des Schöpfers, der gut ist und Gutes tut, gibt es keine Begrenzungen. Er ist mit allem einverstanden, was der Mensch will, nur in Verbindung mit Ihm. Die Bedingungen, unter denen man die Vereinbarung schließt, stellt der Mensch dem Schöpfer. Er sagt: Ich will, dass es so und so eine Verbindung zwischen uns gibt. Nicht mehr, denn er versteht schon, dass er das halten kann, und es wird auch nicht weniger als das, was er festlegt. Das heißt: Die Bedingungen der Vereinbarung hängen vom Menschen ab, der Wille zur Vereinbarung hängt vom Menschen ab, alles hängt vom Menschen ab. Der Schöpfer seinerseits ist zu allem bereit.
Wozu braucht man eine Vereinbarung? Wozu muss ich etwas unterschreiben? Wenn ich stark bin, sage ich: Ich bestimme. Jetzt denke ich, es soll gut sein, und danach will ich, dass es schlecht ist. Was kümmert's mich, ich will das so, und fertig. Wozu brauche ich dich? Wozu soll ich mit dir eine Vereinbarung unterschreiben, wenn der andere zum Beispiel schwach ist? Ich will keine Vereinbarung. Ich mache immer, was ich denke, wonach mir ist, und fertig. Ja.
02:42
Eine Vereinbarung schließt man vielmehr dann, wenn ich vom anderen abhängig bin. Es gibt Dinge, in denen er von mir abhängt, und Dinge, in denen ich von ihm abhänge, und dann schließen wir eine Vereinbarung. Jeder verzichtet für den anderen, und jeder gibt dem anderen. Eine Vereinbarung schließt man also aus Schwäche. Wann besteht das zwischen uns und dem Schöpfer? Seitens des Schöpfers zeigt Er uns, dass Er sehr schwach ist. Warum? Er zeigt uns, dass Er unsere Liebe braucht, unsere Haltung, unsere Aufmerksamkeit, hundertprozentig. „Shchinta beGaluta"² (die Shechina im Exil).
Sie weint, weil wir sie nicht beachten und von ihr getrennt sind. Sie ist wie eine Mutter, die zu jeder Verbindung mit dem Kind bereit ist, ob es ein böses oder ein gutes Kind ist, das ist egal. Sie braucht es von Natur aus, und diese Natur legt der Schöpfer fest. Er hat schon im Voraus festgelegt: gut und Gutes tuend zu den Bösen und zu den Guten, Er liebt sie, und fertig. Seinerseits ist Er also schwach, Er braucht die Vereinbarung. Jetzt ist die Frage, wie sehr ich die Vereinbarung brauche, ja?
Meine Vereinbarung kann es geben. Andererseits stellt der Schöpfer aber eine Bedingung: Eine Vereinbarung kann es nur geben, wenn wir miteinander verbunden sind. Ich kann also nicht kommen und sagen: Hilf mir bei allem, was ich will, ohne Verbindung mit Dir. Seine Hilfe muss davon abhängen, dass ich von Ihm abhängig und mit Ihm verbunden bin, ja? Gegenseitig. Aber so ist es.
Ich kann also nicht kommen und bitten: Hilf mir zu stehlen, hilf mir zu morden, wenn das gegen Seinen Willen ist, ja? Wenn es gegen Seine Natur ist, gegen das, was Er als Verbindung zwischen uns gesetzt hat. Ich kann Ihn nur um die Dinge bitten, die bei mir und bei Ihm gleich sind. Es ergibt sich: Der Mensch kann immer bitten, und eine Vereinbarung kann bestehen. Das gilt aber nur, wenn die bestimmte spirituelle Stufe gewahrt bleibt, auf der wir schon im Um-zu-geben sind.
05:11
Ich bin zu einer gewissen Verbindung im Um-zu-geben gekommen, ich zu Ihm und Er zu mir. In etwas lieben wir einander, in etwas fürchten wir einander, in etwas sind wir voneinander entfernt. Es gibt bestimmte Grenzen und Begrenzungen, aber darin will ich auf dieser Stufe bewahrt bleiben. Ich verstehe, dass es weniger als das geben kann, Schlechteres. Also schreibe ich für die Zeiten, in denen die Beziehung aus allen möglichen Gründen verderben kann, eine Vereinbarung.
Jetzt brauche ich eigentlich quasi keine Vereinbarung. Wir sind zu einem gegenseitigen Verständnis gekommen, zum Erkennen der Verständnisse³, es gibt eine Verbindung zwischen uns, und jetzt verstehen wir, dass es sich für uns lohnt, diese Verbindung zu bewahren. Aber ich verstehe, dass eine Zeit kommen kann, in der ich die Vereinbarung brechen will, wegen allerlei Verwirrungen und aus Gründen, die nicht gerechtfertigt sind, wirklich nicht gerechtfertigt. Wenn die Gründe gerechtfertigt sind, dann ist es halt so: Dann ist die Vereinbarung natürlich aufgehoben, und fertig. Das kann ja auf einer anderen Stufe sein, in einem anderen Zustand, wer weiß was.
Ich weiß aber vielleicht, ich kenne es, ich bin zu der Erkenntnis gekommen: Wenn ich diese Vereinbarung breche und es dadurch in der Verbindung zwischen uns schlechter wird, ist das das Schlimmste, was es geben kann. Das gilt bei allen möglichen Bedingungen, die kommen werden, egal welchen, auch bei Bedingungen, die schlimmer sind als der Tod. Dann will ich die Vereinbarung trotzdem nicht brechen, und dann schließe ich einen Bund. Dann sage ich: Ich bitte Dich, lass uns gemeinsam bewahren, dass unsere Beziehung für uns beide so bleibt wie jetzt, egal was sein wird und welche Störungen auch von außen kommen. Das soll der sogenannte konstante Zustand werden, ja, sodass es weniger als das nicht geben kann.
07:26
Ich wiederhole also: Das kann nur unter einer Bedingung sein. Ich muss erkennen, dass ein Zustand, der geringer ist als der jetzige, schlimmer ist als jeder andere mögliche Zustand. Außerdem gibt es niemals einen gerechtfertigten Grund, der mir wirklich sagen könnte, dass es sich lohnt, die Vereinbarung zu brechen. Das heißt: Ich bin auf irgendeiner spirituellen Stufe, ich prüfe sie bis zu ihrem Ende und sage: Eine Stufe unterhalb davon ist das Schlimmste überhaupt.
Dann will ich auf der Stufe, auf der ich bin, außer der Vereinbarung auch einen Bund schließen. Eine Vereinbarung schreibe ich für jetzt. Ein Bund bedeutet: für immer. Wir versprechen einander, dass wir einander auf dem Niveau wie jetzt festhalten. Dann gehen wir tatsächlich daran, uns zu prüfen, und wir prüfen uns in allen möglichen Zuständen, die kommen können. Das geschieht natürlich entsprechend unserer Stufe und nicht entsprechend etwas Höherem. Wir sehen, dass diese Vereinbarung vernünftig ist, sie ist … wie sagt man? Ausführbar. Auch nicht ausführbar.
08:57
Schüler: Umsetzbar.
Rav: Umsetzbar, und dass sie hält, wie sagt man?
Schüler: Beständig.
Rav: Beständig. Genau. Beständig, das ist es. Wir haben das geprüft und gemacht, alles ist in Ordnung, und es bleibt bis in die ganze Tiefe der Stufe bewahrt. Dann können wir in unserer Beziehung ein wenig vorangehen. Die nächste Stufe kommt, und auch in ihr gibt es allerlei neue Bedingungen, die man erwirbt. Zuerst fühlt man, dass man einander hasst: Das ist die Rechte und die Linke Linie im Geschöpf. Danach fängt man an, sich miteinander zu verbinden. Da bekommt die Linke Linie schon Eigenschaften des Geschöpfs⁴ und wird zur Mittleren. In der Mittleren Linie kommt man dann zum Verständnis, zum Siwug de Hakaa, zur Erkenntnis, zur Verbindung zwischen uns, und das nennt man: eine Vereinbarung unterschreiben. Nachdem man die Vereinbarung unterschrieben hat, will man, dass diese Stufe für immer und ewig bleibt, zumindest sie. Das ist der konstante Zustand, unter dem es nicht weniger geben kann, ein Zustand ohne Unterbrechung. Dann unterschreibt man in ihr außer der Vereinbarung auch einen Bund, und so weiter.
Diese Zustände entstehen also jedes Mal auf jeder einzelnen Stufe, und sie sind ganz bestimmt … Was er „Was ist das Schließen des Bundes in der Arbeit" nennt, ist ganz bestimmt die Handlung, an der wir sozusagen bei jeder Festlegung unserer Beziehung zum Schöpfer hängenbleiben (stoßen?) müssen. Das hat uns Viktor aus Ganei Aviv gefragt: Was bedeutet es, einen Bund mit dem Schöpfer zu schließen? Das ist die Antwort.
Ja. Es gibt eine Frage:
Frage: Wie verbindet man diesen Artikel mit jemandem, der sich vor dem Machsom mit Kabbala beschäftigt?
Rav: Das ist auch jemand aus Lod. Auch vor dem Machsom: Wir sagen, dass wir vor dem Machsom wie nach dem Machsom im Grunde dieselben Zustände haben.
Wir fühlen das nur noch nicht. Ein Teil von uns fühlt es noch nicht, ein Teil fühlt schon, dass in ihm allerlei Veränderungen vor sich gehen. Wenn wir Artikel lesen, können wir in uns irgendwie dieselben Unterscheidungen finden, nur noch nicht in klarer Form, nicht so, wie es nach dem Machsom wirklich existiert. Das wissen wir nicht, also wissen wir es nicht klar, eben nicht klar, ja? Es gibt nichts, womit man es vergleichen könnte.
Glaubt trotzdem, dass auch vor dem Machsom alle diese Unterscheidungen in uns sind, nur in einer Form, die „gewöhnliche Verhüllung" heißt. Sie sind also nicht in klarer und greifbarer Form da, mit der ich arbeiten kann, aber sie existieren trotzdem. Alle Unterscheidungen existieren, auch vor dem Machsom.
Wir können sie uns innerlich irgendwie vorstellen und sie fühlen. Natürlich⁵ ist das nicht das Eigentliche. Es ist so, wie kleine Kinder mit Spielzeug spielen, mit Puppen, mit Autos, Krieg spielen und alles Mögliche machen. Das passiert auch bei uns im gewöhnlichen Leben als Große. 12:42
Genauso ist es hier: Über dem Machsom ist schon das wirkliche Leben, bei uns ist das Kindergarten. Aber man muss sich dazu … Es gibt den Spruch: Spielen ist eine ernste Sache. Es ist wirklich eine ernste Sache, denn es baut den Menschen auf.
Zu dem, was er fragt, wie man das mit uns verbindet, die wir vor dem Machsom sind: ganz einfach. Wir müssen diese Dinge auch in uns finden, und sie existieren. Wir müssen diese Unterscheidungen unbedingt in uns suchen: dass ich jetzt unter bestimmten Bedingungen mit dem Schöpfer stehe.
Mein Zustand jetzt ist, sagen wir, ein guter Zustand. Das gilt nur in etwas, denn es kann zum Beispiel nicht hundertprozentig sein, dass es in diesem und in jenem gut ist, in allen Arten meiner Verbindung mit dem Schöpfer. Dann wäre Er in meinen Augen groß, ich würde Ihn fürchten, Ihm danken, wäre bereit, Ihm zu geben, und würde brauchen, dass Er mir gibt, und so weiter.
Es geht nicht um alles Mögliche, sondern nur um eine bestimmte Sache, um irgendeinen einzigen Kanal von vielen Kanälen. Es gibt 620 Kanäle, mit denen ich durch jedes Organ meiner Seele mit Ihm verbunden bin. Nur einen Kanal fühle ich jetzt, aber in ihm fühle ich mich gut mit Ihm, es ist eine gute Verbindung.
In Bezug auf diese Verbindung kann ich sagen, dass ich jetzt mit Ihm einen Bund schließen will: Diese Sache soll für immer und ewig bleiben, nicht weniger als das. Ich bitte Ihn, mir zu helfen, das zu bewahren, also dass Er es mir bewahrt. Auch wenn ich in den schlimmsten Zuständen sein werde, soll Er mich an diese jetzige Verbindung erinnern und sie mir die ganze Zeit erneuern. Das mache ich jetzt für die Zukunft.
Jetzt die Frage: Wie kann ich das für die Zukunft bewahren? Kann ich mich denn für die Zukunft absichern? Nein, natürlich nicht. Aber dieses mein Verlangen, mich für die Zukunft abzusichern, gibt mir schon das nächste Gefäß. Dieses Gefäß bringe ich quasi als MaN in den Schöpfer ein, in eine höhere Stufe. Sie bewahrt mir dieses Gefäß und bereitet mir die Füllung dafür vor, und von dort aus wird es schon bewahrt.
Was sind nun trotzdem die Bedingungen, unter denen der Bund zwischen uns sein muss? Unter welchen Bedingungen unterschreibe ich den Bund so, dass ich ihm wirklich zustimme? Soll ich denn einfach so mündlich bla bla bla sagen? „Bewahre mir, dass es gut bleibt und nicht schlechter wird"? Worin besteht denn meine Unterschrift, ja? Was muss ich jetzt tun, um den Schöpfer zu verpflichten, für mich die Beziehung zwischen uns zu bewahren? Seinerseits bewahrt Er, dass Er sich mir gegenüber immer gut verhält. Wie bewahrt man bei mir, dass ich mich Ihm gegenüber immer gut verhalte, so wie jetzt in irgendeinem der Kanäle unserer Verbindung? Wie kann ich das machen?
Also sagen wir wieder: Dieses Machen geht nur auf eine Art, nämlich im Erheben von MaN, im Mangel für die Zukunft. Ich habe große Angst, hört zu, ich habe große Angst, dass ich in Zukunft verderben kann. Woher kann diese Angst kommen? Wie gewöhnlich gehen wir zurück und fragen, welches Gefäß aus dieser Angst entstehen muss.
Ich bin also viele Male gefallen und habe gesehen, wie sehr ich leide und wie schlecht es mir damit geht, dass ich mich von Ihm getrennt habe. Jetzt haben diese Angst und diese Leiden mir schon die Vorbereitung für das MaN aufgebaut, damit es zu einer solchen Bitte aufsteigt: Nur mach nicht⁶, dass ich mich von Dir trenne, ja – „Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und Deinen heiligen Geist nimm nicht von mir"⁷. Das ist es. Wenn ich diese Vorbereitung aus den früheren Leiden wirklich habe, dann ist mein MaN das richtige MaN. Es kann sein, dass ich einfach wegen Blabla leide, und es kann sein, dass ich wie ein kleines Kind weine. Es muss aber echt sein, es muss unbedingt eine erwachsene Bitte sein, mit der ich den Bund unterschreibe. Eine Unterschrift hat noch viele weitere Bedingungen, darüber sprechen wir noch. Und das ist nicht einfach. 17:25
Ihr wisst, wie man bei uns, sogar in dieser Welt, zu einer Vereinbarung kommt. Zuerst verpasst man einander Schläge und geht in alle Zustände hinein, um den anderen zu zerstören, ihn auszulöschen, ja. Danach fängt man notgedrungen an, sich über irgendeine dritte Partei anzunähern, bis man zu etwas kommt. Zuerst macht man das im Geheimen, damit keine Störungen von der Seite dazwischenkommen, ja, die eine Vereinbarung zwischen uns verhindern könnten. Man macht das also im Geheimen, und das heißt bei uns „in der Verhüllung". Der Mensch weiß nicht einmal, dass er schon zu dieser Vereinbarung bereit ist, und geht so noch im Dunkeln. Schließlich reift in ihm wirklich die Entscheidung heran: Ich muss unterschreiben, es gibt keine Wahl. Dann kommt er und bittet die andere Seite. Kurz gesagt: Das ist wirklich ein langer Weg.
Man muss also das ganze frühere Leid nehmen, es sammeln und es nicht verlieren. Wir wissen, dass frühere Stufen immer verschwinden und uns verlorengehen, wenn wir noch nicht zu ihren endgültigen Unterscheidungen gekommen sind. Nur die endgültige Unterscheidung, die sich in Malchut jedes einzelnen Zustands einschreibt, besteht, bleibt und wird bewahrt. Alle übrigen Unterscheidungen werden gelöscht, weil sie noch nicht endgültig und noch nicht vollendet sind.
Deshalb müssen wir der Arbeit immer mehr hinzufügen, bis wir alle Unterscheidungen abgeschlossen haben. Dann haben wir die endgültige Unterscheidung: Ich kann nichts anderes machen, die Vereinbarung ist einfach das Beste, ja. In unserer Welt kommen wir notgedrungen zu einer Vereinbarung. Mit dem Schöpfer müssen wir zu einem anderen Zustand kommen: Ich unterschreibe die Vereinbarung nicht notgedrungen, sondern weil es keinen besseren Zustand für mich gibt, was auch kommen mag. Gib mir, was Du willst; anstelle dieser Vereinbarung bin ich nicht bereit, irgendeinen anderen Zustand zu empfangen. Dann kommt man zur Vereinbarung. Das ist es. Also, wie er fragt: Diese Zustände gibt es auch bei uns, sie bestehen auch bei uns. 19:58
Frage: Wie verbindet man das Schließen des Bundes mit der Gruppe?
Rav: Das fragt […] aus Moskau: wie man das Schließen des Bundes mit der Gruppe verbindet. In der Gruppe haben wir dafür überhaupt sehr gute Bedingungen, ja. In der Gruppe können wir nämlich zuerst aufeinander achten und einander den Bund bewahren. Wir bestehen in der Gruppe, um zur Verbindung mit dem Schöpfer zu kommen. Ist das gut? Trennt mich das nicht vom Schöpfer, wenn ich mich mit der Gruppe, mit den Freunden und mit einem Bund zwischen uns beschäftige? Wenn der Bund in Verbindung mit unserem Bund mit dem Schöpfer steht, dann wird er in der Gruppe bestehen und auch mit dem Schöpfer, und das eine wird das andere stützen. Wenn unser Bund in der Gruppe aber nicht in Verbindung mit dem Schöpfer steht, dann geht es wie in Russland, von dem er erzählt. Dort ist ein großes Unrecht geschehen: Man wollte untereinander einen Bund schließen, um gut zueinander zu sein, in Liebe und allem, aber ohne jede Verbindung zum Schöpfer, und so hat man sich selbst zerstört. Ein solcher Bund kann deswegen nicht bestehen.
Deshalb müssen wir auch das berücksichtigen. Man kann es aber so machen, dass man einander Gutes tut und einen Bund zwischen uns will, damit er uns gegenüber dem Schöpfer stärkt, denn Er ist das Ziel des Bundes zwischen uns. Dann kann der Bund bestehen, und dann ist er eine gewaltige Kraft zum Vorankommen, wie es sie überhaupt nicht gibt. Eine schöne Frage.
Frage: Wir lernen, dass der Mensch in der Gegenwart lebt und dass Angst vor der Zukunft weniger als Glaube an den Schöpfer ist⁸.
Rav: Was ist Glaube an den Schöpfer? 22:08
Ich bitte Ihn im Bund, mich in all den schlimmsten Momenten zu bewahren, die kommen werden. Vorher habe ich geprüft, dass dieser Zustand der beste von allen Zuständen ist, die ich bisher hatte, sonst wäre es nicht die richtige Bitte. Ich will zumindest auf seiner Höhe bleiben, ja, und das bedeutet, dass ich für die Zukunft unterschreibe. Einen Bund unterschreibt man nicht für heute, man unterschreibt ihn für die Zukunft, für die schlechteren Zeiten, die kommen werden, ja. Glaube an den Schöpfer liegt gerade darin, dass Er den Bund bewahren wird: Ich glaube Ihm, dass Er fähig ist, den Bund zu bewahren. In diesem Bund liegt also auch eine Erkenntnis Seiner Fähigkeit, Seines guten Willens, Seines Glaubens an mich und Seiner Treue zu mir.
Das alles zusammen nennt man Glauben. Glaube bedeutet Empfindung des Schöpfers. Soweit ich Ihn als groß, als treu, als liebend, als gut und Gutes tuend fühle, in diesem Maß gehe ich daran, mit Ihm einen Bund für die Zukunft zu schließen. Damit übergebe ich mich Ihm, nicht nur für jetzt, sondern auch für die Zukunft. Ich sage ja: „Du wirst uns bewahren, ich übergebe mich in Deine Hände." Und das nennt man wirklich „vollständigen Glauben". Er ist ein Ergebnis des Glaubens, der „gewöhnlicher Glaube" heißt, bei dem ich Ihn als groß, als ewig und als gut und Gutes tuend zu mir fühle.
Ja. Bitte, Fragen. Ja.
Schüler: Eine Frage. Woran erkennt man, dass der Schöpfer unsere Verpflichtung angenommen hat, und woran erkennt man, dass der Schöpfer sich uns gegenüber verpflichtet hat? Ich frage, weil man in dieser Welt, wenn zwei Menschen das machen, einen Anwalt holt und sieht, wer unterschreibt und alles. Bezüglich … Wenn man den Bund schließt, verpflichtet sich der Schöpfer dann uns gegenüber, und hat Er auch unsere Verpflichtung angenommen?
Rav: Bevor wir in der spirituellen Welt sind, können wir den Zustand nicht feststellen, in dem der Schöpfer gut ist und Gutes tut, uns will und auf uns wartet und … Kurz: Bevor wir zu dem Zustand kommen, in dem wir Ihn als Partner fühlen, haben wir nichts, womit wir einen Bund unterschreiben könnten, das ist klar. „Erkenne den Schöpfer, deinen Schöpfer⁹, und diene Ihm" ist also die erste Bedingung, weniger als das kann es nicht sein.
Wieder sage ich: Was ist der Unterschied zwischen all diesen Beziehungen und einem Bund? Einen Bund mache ich für die Zukunft, nicht für jetzt. Die ganze Stufe des Jetzt ist mir bis in ihre ganze Tiefe klar, in meinem Gefäß und in Seinem Willen¹⁰ im jetzigen Zustand: die Gefäße, die Lichter und alle Umstände dazu. All das habe ich geprüft, gesehen, erlangt und verstanden, und das liegt jetzt bei mir als Grundlage, um etwas für die Zukunft festzulegen. Ohne das kann ich nicht, ohne das gibt es keine Bedingungen für einen Bund, ohne das bin ich nicht ernsthaft, wenn ich zu Ihm komme und sage: „Weißt Du, bewahre mich." Wie kann ich das sagen? Ich muss mir zuerst bei allem, was ich jetzt habe, sicher sein, dass es so ist, verstehst du? Bei uns in dieser Welt kann es das nicht geben, und da siehst du, was unsere Vereinbarungen wert sind.
Ja.
Schüler: Was ist dieser Zustand, von dem Sie sprechen, der beste Zustand auf dieser Stufe, unter den man auf keinen Fall will?
Rav: Der beste Zustand auf der Stufe, auf der ich bin, muss so sein: Ich will, dass es nicht weniger gibt als den Zustand, zu dem ich jetzt mit dem Schöpfer gekommen bin, also den konstanten Zustand. Was heißt „weniger als er"? Weniger als er heißt: Ich verlange Katnut, dass wenigstens sie da ist. Gadlut wird schon kommen, aber ich sorge immer für Katnut, um zumindest auf dieser Stufe zu bleiben. Der konstante Zustand. Das ist zum Beispiel auch wie bei Azilut, ja. Man lernt von dort die Eigenschaften des konstanten Zustands: Es steigt auf und ab, aber dabei steigt es nur bis zu seinem konstanten Zustand ab und nicht tiefer.
27:00
Schüler: Aber man hat irgendwie das Gefühl, dass man sogar auf jeder spirituellen Stufe die ganze Zeit immer weitere Bünde schließt, dass das nicht wie …
Rav: Auf jeder Stufe gibt es einen Bund, und es gibt noch viele Bünde in allerlei anderen Kanälen, wie ich gesagt habe. Ich will … Ich habe Dich jetzt als groß gefühlt, ich habe das geprüft, gesehen und aufgesogen. Ich will, dass das bleibt, dass diese Unterscheidung für immer und ewig bei mir bleibt, zumindest so. Nimm das nicht von mir, nimm mir jetzt nicht die Erkenntnis des … nein, des Großen, des Furchtbaren, ja, genau, und so weiter. Chessed, Gwura, Tiferet: Es ist egal, wie wir das nennen oder ob wir es mit anderen Worten unserer Gefühle nennen.
Aber ich will, dass das bleibt. Ich lege also jede einzelne Unterscheidung fest, die ich im Schöpfer erlange, und unterschreibe sie, nachdem ich sie geprüft habe. Wieder: Das ist eine Arbeit innerhalb dieser Unterscheidung. Nachdem ich sie aber unterschieden und alle Gründe, alle Fähigkeit und alle Verbindungen zwischen mir und Ihm in dieser Unterscheidung geprüft habe, bitte ich Ihn, darin zumindest so zu bleiben, das ist es. Das ist ein Ergebnis. Was heißt, einen Bund zu unterschreiben? Weiß ich denn, wann ich unterschreiben soll und wann nicht? Erinnere ich mich etwa, dass wir bald einen Bund unterschreiben müssen? Bringt man mich mit zwei Händen dahin? Vielmehr prüfe ich alle Dinge, und naturgemäß rollt sich alles so ab, dass ich zu einem Zustand komme, der Schließen des Bundes heißt.
Ich erinnere mich nicht nach den Büchern daran, und ich erinnere mich auch nicht mit meinem Verstand, dass ich einmal in der Morgenlektion gehört habe, dass man das so machen muss. In der Spiritualität verläuft vielmehr alles als Vorangehendes und Folgendes, als Ursache und Wirkung, und dann komme ich unter den Zuständen zu einem Zustand, der Schließen des Bundes heißt. Ich habe alles geprüft, ich habe gesehen, dass es nicht besser sein kann als das, und ich habe Angst, dass es schlechter werden kann. Dann komme ich zu einem Zustand, in dem ich Ihn bitte, mir das für die Zukunft zu bewahren, und das wird das Schließen des Bundes sein.
29:13
Schüler: Ja, meine Frage ist, ob es nicht sein kann, dass ein Mensch, wie Sie vorhin gesagt haben, einen Bund unterschreibt: „Nimm mir nicht, dass ich Dich als furchtbar entdeckt habe", und nach einer, zwei Wochen entdeckt er eine größere Tiefe …
Rav: Wenn dir der Schöpfer nach einer, zwei Wochen eine größere Tiefe enthüllt, dann bist du in einem anderen Zustand. Ich würde sagen, nach einer Sekunde, nein, nicht einmal nach zwei Sekunden. In der Spiritualität gibt es keinen Unterschied zwischen einer Sekunde und hundert Jahren. Wenn das der nächste Zustand ist, ja, dann ist es der nächste Zustand, und in ihm geschehen dieselben Dinge von null bis hundert Prozent, die auf der vorherigen Stufe geschehen sind. Hoffentlich geschieht das gleich und nicht in hundert Jahren, denn der materielle Unterschied von Jahren ist in der Spiritualität null. Verstehst du? Wozu also einfach so diese hundert Jahre hier leben, um zum nächsten spirituellen Zustand zu kommen? Komm zu ihm im unmittelbar folgenden Moment nach dem vorherigen Zustand.
Noch Fragen? Ich bekomme hier keine Fragen mehr, sie wollen nicht fragen. Ja.
30:30
Schüler: Wenn wir die Vereinbarung und den Bund bei uns in der Sprache der Sefirot fassen: Kann die Vereinbarung ein Massach sein und der Bund eine Trennwand, die eine Stufe von der anderen trennt?
Rav: Du fragst also: Erzähl uns bitte vom Bund in den Sefirot. Siwugim, Lichter treten ein, treten aus, was passiert hier, ja? Ich würde sagen, dass der Bund die letzte Bedingung auf jeder Stufe ist. Erst nach dieser Bedingung trittst du in Verbindung mit dem Schöpfer, zum Siwug de Hakaa.
Es kann nicht sein … Der Rabbe¹¹ hat dazu ein sehr anschauliches Beispiel gebracht, auch wenn es vielleicht nicht schön ist, das zu sagen. Du sagst in unserer Welt zum Beispiel zu deiner Frau: „Ich liebe dich bis ans Lebensende, nur manchmal werde ich für fünf Minuten eine Pause von dir haben", so etwas in der Art. Das heißt nicht Bund, oder? Das löscht die ganze Verbindung aus, oder? Fünf Minuten auf hundert Jahre: Wenn du jetzt im Voraus sagst, dass es so etwas von deiner Seite geben kann, dann gibt es weder hundert Jahre noch für immer und ewig. Das ist nichts wert und gehört nicht dazu, oder? Das ist es.
Siwug de Hakaa, die Verbindung mit dem Schöpfer, muss also von deiner Seite spirituell sein. Das gilt schon vorher … sogar in dieser Welt, aber erst recht mit dem Schöpfer. Spirituell bedeutet ewig: Es besteht für immer und ewig, und von deiner Seite kann es niemals weniger als das sein. Einen Bund zu schließen ist also eine Bedingung, ohne die es keinen Siwug de Hakaa gibt. Ohne sie trittst du nicht in Verbindung mit dem Schöpfer, nicht zum Siwug, nicht zum Ichud, verstehst du? Erst danach macht man einen Siwug de Hakaa.
32:38
Schüler: Ist das eine Bedingung der Absicht?
Rav: Was?
Schüler: Ist das eine Bedingung der inneren Absicht?
Rav: Das ist deine innere Bedingung. Wenn du dazu bereit bist, dann gehst du an den Siwug de Hakaa heran, und er kommt zustande. Vorher kommt er nicht zustande, ganz einfach. Denn beim Schöpfer und überhaupt in der Spiritualität ist jede Stufe eine Stufe, die bis in die Unendlichkeit¹² besteht, in ihrem kleinen Maß. Danach versammeln sich alle diese Stufen bei Gmar Tikun, und wir haben die allgemeine Unendlichkeit. Aber jede einzelne Stufe ist unendlich, sie ist also ein Teil der Unendlichkeit in einem bestimmten, ganz bestimmten Maß, das ist es.
Deshalb schließt man auf jeder Stufe einen Bund, und ohne Bund gibt es keine Verbindung. Es gibt also keinen Siwug de Hakaa und kein Erlangen der Stufe selbst. Das ist die letzte Korrektur auf der Stufe vor dem Siwug de Hakaa, die letzte Korrektur am Gefäß.
Ja.
Schüler: Ist das, was man „bis der Kenner der Geheimnisse bezeugt" nennt, dasselbe?
Rav: „Bis der Kenner der Geheimnisse über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt"¹³. Richtig, richtig, ja. Genau das nennt man Schließen des Bundes.
Nu, nu.
34:17
Schüler: Wann besteht ein Bund absolut, wann ist er … Zum Beispiel bei einem Rav und einer Gruppe, wenn Sie gewissermaßen sagen: So und so, ich werde mit euch sein …?
Rav: Seht euch an, wie es in unserer Welt einen Bund zwischen Erwachsenen gibt. Womit fängt ein Bund an? Damit, dass ein Säugling … Du musst wie ein Säugling sein, der sich in die Hände des Höheren übergibt, also in die Hände von Vater und Mutter. Sie können dann mit dir machen, was sie wollen, mit deinem vollen Bewusstsein, mit deinem vollen Erlangen, wirklich in Mesirut Nefesh¹⁴ an sie.
Deine Übergabe und Mesirut Nefesh sind dasselbe, denn was übergibst du ihnen? Die Seele, ja? Das ist es. Du übergibst deine Seele, dein Gefäß an sie, damit sie jede Korrektur machen, die für das Vorankommen nötig ist, egal welche. Wenn du dazu bereit ist, dann fangen sie unter dieser Bedingung an, an dir einen Bund zu machen, die Brit Mila¹⁵. Das ist der Anfang. Danach gibt es eine Entwicklung, bis du dahin kommst, selbst einen Bund mit dem Schöpfer zu machen. Danach bist du auch groß und machst einen Bund für eine kleinere Stufe. … Wozu verwirren. Ja.
35:47
Schüler: … zwischen Rav und Gruppe: Heute sagen Sie, seid so, dann bin ich als Rav mit euch; seid ihr nicht so, brauche ich dich nicht, und ich gehe. Wo gibt es hier also eine Grundlage für einen Bund?
Rav: In der Verbindung zwischen uns, denn Rav und Gruppe sind zwei Stufen: Der Rav ist eine höhere Stufe, und die Gruppe ist unter ihm. Der Bund kann auch unter Bedingungen bestehen, von denen man versteht, dass sie gegenseitig sind. Es kann sein, dass wir natürlich noch nicht in Korrekturen miteinander sind. Aber in dem, worin wir sind, wollen wir diesen Zustand so bewahren, dass es nicht weniger als ihn gibt. Das ist es.
36:37
Schüler: … Bund zwischen uns … etwas Absolutes?
Rav: Einen absoluten Bund kann es zwischen uns nicht geben. Wir sind in unkorrigierten Eigenschaften, weder du noch ich. Auch wenn ich, sagen wir, Rav bin und du Schüler, oder ich Rav und ihr Gruppe: Auch ich verändere mich die ganze Zeit, sagen wir, und auch ich will … Warum sage ich „sagen wir"? Weil ich will, dass ihr euch letztlich mit dem Bund an den Schöpfer wendet und nicht an mich, das ist es.
So ergibt es sich, dass ich mich die ganze Zeit verändere und ihr euch die ganze Zeit verändert. Also müssen wir uns danach richten, dass wir mit dem Schöpfer verbunden sein wollen, ihr wie ich. Er ist der Maßstab, der Standard, ja. In dem, worin ich Ihm ähnlich bin, und in dem, worin ihr Ihm ähnlich seid, darin wollen wir eine Verbindung zwischen uns haben. Das ist wie zwischen den Völkern in Russland, ja, die das nicht in Bezug auf den Schöpfer gemacht haben.
Sie hätten wählen müssen, dass alle Zustände bei uns nur dann bestehen, wenn der Schöpfer zwischen uns ist und es uns zur Verbindung mit Ihm bringt. Wenn Er aus der Verbindung zwischen uns verschwindet, aus dem Bund zwischen uns, dann besteht der Bund nicht. Das ist die einzige Bedingung, unter der ein Bund nicht bestehen wird. Es gibt keine weiteren Bedingungen, das ist es. Genauso ist es zwischen uns: Die Verbindung zwischen uns kann nur unter der Bedingung bestehen, dass wir das Ziel haben, allein zur Verbindung mit Ihm zu kommen. Wenn Er aus der Verbindung zwischen uns verschwindet, sind wir entfernt, und zwischen uns gibt es nichts.
Wir wollen, dass es so ist: Es soll keine Verbindung zwischen uns aus irgendeinem anderen Grund bleiben, der nicht mit dem Ziel und nicht mit Ihm verbunden ist. Die Anwesenheit des Schöpfers im Bund zwischen uns ist also die erste und die letzte Bedingung, nicht mehr und nicht weniger, anders braucht man es nicht, das ist es. Wenn es in der Verbindung zwischen Schüler und Rav andere Bedingungen gibt, dann ist das keine reine Verbindung. Darauf müssen wir achten, seitens des Rav und seitens der Schüler. Sonst ist es schade um die Mühe, um die Anstrengungen, um alles, wenn es nicht darauf beruht.
Ja.
Schüler: Er stellt hier die Frage, warum man einen Bund mit dem Schöpfer schließen muss: Kann der Schöpfer weniger lieben oder sich verändern oder so etwas? Und ich habe nicht verstanden, was er darauf antwortet.
Rav: Egal, geh das zu Hause durch, dann wirst du es verstehen.
Noch etwas? Ja.
Schüler: Kommt nach der Dwekut die Trennung?
Rav: Nach der Dwekut auf der jetzigen Stufe kommt ein neuer Zustand. Dieser neue Zustand kommt über den vorherigen, und die Verhältnisse und die Grundbedingungen kehren sich um. Das heißt nicht, dass wir sie vorher nicht berücksichtigt hätten, weil wir sie nicht kannten. Doch, wir kannten sie. Es ist vielmehr ein ganz und gar neuer Zustand. Worin? Der neue Zustand ist: Ich bin nicht ich, und du bist nicht du, sondern wir beide sind etwas ganz anderes. Auf der nächsten Stufe bin ich etwas Neues, und du bist auch etwas anderes. Der Schöpfer ist ein anderer Schöpfer, das Geschöpf ist ein anderes Geschöpf, die Bedingungen sind natürlich andere, und alles ist neu. 40:41
Was bleibt mir vom vorherigen Zustand? Nur der Grund für den nächsten Zustand. Nur der Grund dafür, dass der nächste Zustand geschieht. Im nächsten Zustand ist alles neu, von null bis hundert Prozent, eine ganz neue Stufe. Ich breche also nicht den vorherigen Bund, sondern man fängt einfach bei null an: Das Vorherige geht als Bedingung dafür ein, dass mir jetzt der nächste Zustand geschieht. Der nächste Zustand kann aber sehr schlecht sein, und in seinem Negativen natürlich schlimmer als die vorherigen Zustände, ja? Das zählt aber nicht als Brechen der vorherigen Vereinbarung, nein. Ich einfach … wie soll ich sagen? Ich kann das noch nicht erklären.
Über der vorherigen Vereinbarung kommst du jetzt sogar in die Klipot. Du fühlst in dir furchtbare Verlangen gegenüber dem Schöpfer: Du willst über Ihn herrschen, Ihn auslöschen, gegen Ihn rebellieren und … Das kommt aber gerade daher, dass du die vorherige Vereinbarung erworben hast, und aus der Kluft zwischen ihnen fühlst du das … Aber nein … Ihr gebt mir nicht genug Unterscheidungen, damit ich sprechen kann. Das ist nicht … Ich kann es noch nicht sagen. Noch ein halbes Jahr, ein Jahr, das hängt von euch ab.
Wenn ich keine Klärung habe, will ich nicht einfach Worte herausbringen. Du siehst: Über den Bund haben wir heute verhältnismäßig etwas geklärt, und darüber? Ich kann nicht erklären, wie die kleine Stufe in der großen Stufe in der Form des Negativen wirkt. Es gibt keine Worte.
Nu, ja.
43:14
Schüler: Was verbindet alle …?
Frage: Ist Siwug de Hakaa ein Zustand, in dem man gegen den Schöpfer steht?
Rav: Siwug de Hakaa gegen den Schöpfer? Der Schöpfer bewahre! Siwug de Hakaa kommt, wie ich gesagt habe, nachdem wir … nachdem wir den Bund bewahren. Es ist nicht gegen den Schöpfer, es ist gegen meine eigene Natur. Mit wem bin ich im Schlag? Ich bin im Schlag mit meinem Verlangen zu empfangen. Und dann trete ich in Verbindung mit Ihm, mit dem Schöpfer.
Warum schlage ich das Höhere Licht? Ich schlage das Höhere Licht, weil es in meine Grenze eindringen will, in mein Verlangen zu empfangen. Es will sozusagen ohne jede Bedingung in mich hineinkommen, sogar im Um-zu-empfangen. Dagegen bin ich, sagen wir, im Schlag. Ich bin also im Schlag gegen meine Absicht um zu empfangen, die innen ist, und dann mache ich einen Siwug durch meine Absicht um zu geben. Ich schlage nicht das Höhere Licht. Das Licht kann ich überhaupt nicht schlagen. Ich kann nur mir selbst einen Schlag geben, nur meinem Verlangen zu empfangen.
Frage: Wir sagen, dass der Bund erst am Ende der Stufe kommt, aber der Mensch weiß nicht, wo das Ende der Stufe ist.
Rav: Wie ich gesagt habe: Natürlich weiß der Mensch nicht, wo das Ende der Stufe ist, aber es ist egal, ob er es weiß oder nicht. Alle Ursachen und Wirkungen bringen ihn schließlich zu einem Zustand, der Unterschreiben des Bundes heißt, Unterschreiben der Vereinbarung.
Er muss nicht im Voraus wissen, dass er in zwei … in einigen Zuständen daran geht, den Bund zu unterschreiben, den Bund zu schließen. Das weiß er nicht. Wir gehen in der Spiritualität nicht so, dass wir alle Stufen im Voraus kennen, sondern ein Zustand bringt den nächsten hervor. 45:47
Frage: Wie können wir wissen, an welchen Orten wir uns mit dem Schöpfer vereinigen können? An welchen Orten, in welchen Eigenschaften können wir uns mit dem Schöpfer vereinigen?
Rav: Wie ich gesagt habe: Ich habe jetzt festgestellt, dass Er groß ist. Ich habe geprüft, dass meine Erkenntnis Seiner Größe eine sehr gute Erkenntnis ist, und ich will nicht, dass sie jemals geringer wird. Dann will ich darin, an diesem Ort, mit Ihm in Verbindung sein. Danach will ich an einem anderen Ort mit Ihm im Bund sein, und noch an einem anderen Ort. Mit „Ort" sind Eigenschaften gemeint. So geht es weiter, bis mein ganzes Gebiet in Sein Gebiet eingeht und wir darin in Dwekut sind.
Frage: Was haben wir dann mit dem Schöpfer gemeinsam, sodass wir mit Ihm einen Bund schließen können?
Rav: Gemeinsam mit dem Schöpfer kann uns nur das gegenseitige Geben sein, mehr nicht. Seinerseits ist es nur Geben, also muss es auch unsererseits so sein. Wo es in uns Geben zu Ihm geben wird, so ist es. Gut.
Ja.
47:26
Schüler: Kann man sagen, dass nach jedem Zustand des Bundesschlusses ein Zustand kommt, in dem man das Verlangen hat, den Bund zu brechen?
Rav: Nach dem Schließen des Bundes kann es kein Verlangen geben, den Bund zu brechen. Dieser Zustand wird schon für immer und ewig bewahrt, wenn es wirklich ein Schließen des Bundes ist. In der Spiritualität besteht alles, was einmal besteht, schon weiter, und der Schöpfer bewahrt es. Das Höhere Licht ist also schon auf dieser Stufe und erhält sie. Es kann niemals weniger als das sein: „In der Kedusha erhebt man, und man senkt nicht."¹⁷
Das kann also nicht sein. Das Brechen kann nur ein scheinbares Brechen sein: dass du auf der nächsten Stufe, zu der du aufsteigst, noch tiefer fällst. In der Linken fällst du tiefer als vorher, aber das heißt nicht Brechen. Wieder sage ich: Ich kann hier … Von hier an habe ich keine Worte, um es zu erklären. Ihr seid dafür noch nicht bereit. Ich fühle wirklich, wie hier die Worte verschwinden. Es fehlt ein Gefäß, um es aufzunehmen. Denn ich spreche trotzdem danach, wie ich den Mangel fühle.
Gut, nu, dann gehen wir zu … Ich kann nicht sprechen.
(Ende der Lektion)