Tägliche Lektion4. Nov. 2002

Rabash. Art. 19 (1984). You Stand Today, All of You

Rabash. Art. 19 (1984). You Stand Today, All of You

4. Nov. 2002

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgenlektion 04.11.2002

Buch „Kitvei Rabash", Band 1, Artikel „Ihr steht heute allesamt"

Rav: Wir haben den Artikel „Ihr steht heute allesamt" gehört. Er steht im Buch Dewarim, Wochenabschnitt Nitzawim, in „Stufen der Leiter", Band 3, Seite 221. Das Ende des Artikels ist sehr schön, deshalb lese ich es noch einmal.

Rabash schreibt: „Daraus folgt: Das erste Gefäß, das ‚Verlangen zu empfangen' heißt, kommt vom Maazil¹. Der Untere hat keinerlei Anteil an der Arbeit des Verlangens zu empfangen, sondern alles kommt vom Maazil." Das heißt, Gefäß und Absicht kommen beide von dort: das Verlangen zu empfangen und auch die Absicht, zu empfangen. Alles kommt vom Maazil. „Genauso kommt auch das zweite Gefäß, das ‚Verlangen zu geben' heißt, allein vom Maazil. Der Untere kann nichts hinzufügen, genau wie beim ersten Gefäß, das ‚Verlangen zu empfangen' heißt." Das heißt, auch das Verlangen zu empfangen, um zu geben, kommt ganz vom Schöpfer. „Der Unterschied liegt vielmehr darin", also der Unterschied zwischen diesen beiden Gefäßen. Was fügen wir hier also eigentlich hinzu? „Dem Gefäß des Gebens muss zuerst eine Forderung von Seiten des Unteren vorausgehen", eine Forderung nach diesem Gefäß. „Der Untere bittet den Schöpfer, ihm das neue Gefäß zu geben. Beim ersten Gefäß ist das anders", also beim Verlangen zu empfangen, um zu empfangen: „Es kam zu ihm ohne jedes Erwachen von Seiten des Unteren."

Das heißt: Von uns verlangt man das Erwachen, die Erkenntnis des Bösen, die Wahl und die Bitte, aber natürlich nicht das Gefäß selbst. Das müssen wir wissen. Wir untersuchen die Eigenschaften Verlangen zu empfangen und Verlangen zu geben. Die Eigenschaften selbst sind Kedusha, die eine wie die andere. „Das eine gegenüber dem anderen hat der Schöpfer erschaffen."¹⁴

Der Schöpfer hat das eine gegenüber dem anderen erschaffen, das eine und auch sein Gegenüber, und in Seinen Augen sind beide Kedusha. Der Mensch muss aber wählen. Der Mensch wählt, und in Bezug auf den Menschen kann es nicht Kedusha oder Kedusha sein, Klipa oder Kedusha. Denn von Seiten des Menschen gibt es nur eine Möglichkeit: Das soll mir gehören, oder das soll Ihm gehören. Außerhalb des Menschen gibt es weder Klipa noch Kedusha. Ist das klar? In keiner Sache in der Welt gibt es Böses oder Gutes. Es gibt das nur in Bezug darauf, wie ich sie benutze: für mich selbst oder für den Schöpfer. 02:47

Fragen? Ja.

Schüler: Wie kann man den Mangel des Gebens erreichen?

Rav: Wie man den Mangel des Gebens erreichen kann? Das ist eine Frage. Wenn du so eine Frage hast, musst du jetzt rückwärts gehen. Das Ziel ist, dass ich ein Verlangen zu geben habe. Sonst braucht man von mir nichts. Wenn ich ein Verlangen habe, dem Schöpfer zu geben, so wie ich ein Verlangen habe, mir selbst zu geben, dann sind wir in Dwekut, in der Endkorrektur, ja? Welcher Zustand muss vorher in mir sein? Nu.

Schüler: Vielleicht, dass der Mensch es mit all seiner Kraft versucht und sieht, dass er es nicht kann …

Rav: Das heißt … nein. Bevor ich das haben will, muss wohl zuerst die Einsicht da sein, dass ich es nicht habe. Es fehlt, ja? Das ist es. Dass ich es nicht habe, kann hier zweierlei bedeuten. Vielleicht habe ich es nicht, und es ist mir egal, dass es fehlt, sagen wir. Oder ich bin sehr froh, dass ich es nicht habe, so wie man, sagen wir, ich weiß nicht, ein Fieber nicht haben will, ja? Wozu brauche ich das? Oder es ist nicht schlimm, dann soll es eben da sein. Oder vielleicht doch, soll es da sein, dann soll es eben sein, wie man so sagt. Oder ich sterbe und kann ohne das nicht. Es gibt also Stufen, wie sehr ich es brauche. Das ist es.

Vor diesen Stufen muss zumindest irgendeine Erkenntnis da sein, dass es sich lohnt. Woher bekomme ich diese Erkenntnis? Ich weiß es nicht. Davor habe ich noch einen Zustand, in dem ich überhaupt nicht darin bin und es nicht verstehe. Da bin ich ganz im Gegenteil.

Ich muss also irgendwie kosten und wissen, dass sich diese Sache lohnt. Hörensagen hilft mir nicht, und ein Blick aus der Ferne auch nicht, ich weiß nicht, was das sein soll. Ich brauche das gegenüber meinem jetzigen Verlangen zu empfangen, ja? Was habe ich jetzt? Ein Verlangen zu empfangen für eine bestimmte Auswahl an Genüssen, sagen wir, die „diese Welt" heißt. Das ist eine Art Kontingent, ja? Man gibt mir alle möglichen Genüsse, ja: Essen, Ruhe, Schlaf, Paarung, Kinder. Das sind tierische Genüsse. Dann kommen Genüsse von Ehre, Wissen und Geld, nu, das ist es. Diese ganze Auswahl an Genüssen heißt „diese Welt", und die gibt man mir, ja?

Zuerst muss ich also wissen, dass es sich lohnt, diese Genüsse gegen Genüsse einzutauschen, die spirituell heißen. Spirituell heißt: um zu geben. Wenn ich entdecke, dass ich dieses Verlangen zu geben nicht habe, reicht mir das nicht. Es ist mir egal, dass ich kein Verlangen zu geben habe. Ich sehe nicht, wie viel ich ohne es verliere, denn alle meine Messungen finden im Verlangen zu empfangen statt.

Angenommen, ich weiß, dass ich hierdurch so viel verliere und dadurch so viel, oder dass ich hierdurch so viel gewinne und dadurch so viel. Dann wäge ich im Verlangen zu empfangen ab, was sich lohnt, und mache entsprechend eine Rechnung: Ich ziehe das eine vom anderen ab und sehe einen Überschuss. Sagen wir, Spiritualität ist viermal oder zehnmal so viel wert wie das Materielle. Nach diesem Überschuss fange ich an, mich viermal oder zehnmal so stark nach Spiritualität zu sehnen wie nach dem Materiellen.

Nu, wie machen wir das? Ich muss so etwas im Verlangen zu empfangen abwägen, ja? Zuerst: Wenn sich der Schöpfer als groß offenbart und es sich für mich lohnt, werde ich spüren, dass ich in Seiner Nähe sein will. Das ist der Gewinn, ja? Beim Großen sein, zum Großen gehören, Protektion haben, alles Mögliche, was ich in meinem Verlangen zu empfangen verstehe. Danach mache ich eine Rechnung und will das eine gegen das andere eintauschen, ja? Was mir jetzt verborgen ist, muss also offenbar werden. Dann mache ich einen Vergleich und kann danach arbeiten. Nu, das Problem ist: Warum ist es nicht offenbar?

7:40

Schüler: Ich weiß nicht. Vielleicht schaut der Mensch nicht auf diese Sache, erbittet sie nicht von der Gemeinschaft und sieht sie nicht als wichtig an.

Rav: Du sagst, es ist vielleicht nicht offenbar, weil man von uns verlangt, dass wir seine Offenbarung fordern. Es ist mir gar nicht so wichtig, dass es sich nicht offenbart, denn ich habe Angst.³ Mein Verlangen zu empfangen hat Angst, ein Problem zu bekommen und sich wirklich umkrempeln zu müssen. Zweitens: Wenn ich um die Offenbarung bitten muss, dann braucht die Bitte einen Mangel danach. Woher nehme ich diesen Mangel? Was fehlt mir jetzt, damit es sich offenbart?

Es muss also trotzdem ein gewisses Verständnis und eine Auffassung da sein: Das, was dort ist, ist etwas Gutes, eine Rettung aus meinem schlechten Zustand, ja? Irgendwo muss man ja anfangen. Wir fangen damit an, dass wir lernen. Dadurch erwecken wir Umgebendes Licht auf uns, und dann kommt Chen de Kedusha². Das fängt an, uns anzuziehen. Alles Übrige kann man nur von der Gemeinschaft bekommen.

Schüler: Der Mensch muss also sozusagen sehen, dass er eigentlich nur empfängt und dass man ihm nur gibt. Er muss daraus Scham spüren. Er muss sehen, dass er nur das will und es nicht erreichen kann. Das sind sehr, sehr viele Stufen, die der Mensch durchlaufen muss, bis er so einen Mangel hat.

Rav: Rabash sagt hier: All diese Stufen, die du durchlaufen musst, gehören weder zum Verlangen zu empfangen noch zum Verlangen zu geben. Sie gehören zu deiner Entscheidung, welches von beiden du willst, das ist alles. Du sagst, es gibt sehr viele Dinge, die du klären musst. Gerade diese Dinge sind das Gefäß deiner Seele. Das Gefäß ist nicht das Verlangen zu empfangen und nicht das Verlangen zu geben. Das Gefäß sind diese Unterscheidungen, die du jetzt nach und nach aufliest und sammelst.

Uns scheint, das Verlangen zu empfangen sei das Gefäß. Nein. Es kann ein sehr großes Verlangen zu empfangen geben … Er sagt es so⁴: Da ist ein sehr großes Verlangen zu empfangen, sagen wir ein Verlangen zu empfangen für Schotter, und ein Verlangen zu empfangen, das ein Verlangen zu empfangen für Diamanten ist. Das eine sind Steine, das andere auch. Schotter bringt man in großen Säcken. Du hast gesehen, man stellt sie auf die Straße, und keiner rennt hin, um sie zu stehlen oder zu schnappen. Sie stehen einfach so da, ja? Du hast solche großen weißen Säcke gesehen. Das ist es.

Diamanten bringt man noch nicht in solchen Säcken, ja? Und man lässt sie nicht einfach auf der Straße stehen. Der Unterschied zwischen beiden ist in Wahrheit, wie wertvoll sie uns sind. Es gibt ja nichts anderes, ja? Nur wie wertvoll es uns ist. Deshalb bewirken alle Unterscheidungen Folgendes: Sie machen dir aus Schotter einen Diamanten. Das Verlangen zu empfangen selbst ist roh und verändert sich nicht. Durch all diese Unterscheidungen bringst du in es das … Was macht man mit Diamanten, wie heißt das?

11:35

Schüler: Schleifen.

Rav: Hm? Schleifen. Aber nicht nur schleifen. Du machst an ihnen sehr viele solche … nu, Seiten, (… auf Russisch) nu, wie heißt das auf Hebräisch, hm?

Schüler: Facetten.

Rav: Kanten?

Schüler: Facetten.

Rav: Facetten, gut. Du verstehst. Aus einem Stein machst du viele, viele solcher Unterscheidungen, und danach prüft man auch, wie wertvoll er ist. Was machst du also mit all diesen Unterscheidungen, diesen Seiten und Facetten, ja? Du machst damit viele Unterscheidungen. Dadurch wird der Stein wertvoll und besonders, reich an Unterscheidungen und Details. So ist es auch mit dem Verlangen zu empfangen: Wenn du keine Details in es hineinbringst, ist es einfach nur Verlangen zu empfangen.

Du weißt, jeder weiß, dass es Brot, Fleisch, Wasser und Gemüse gibt. Was haben wir sonst noch zu essen, ja? Vier, fünf Dinge. Und wie viele Geschmäcker und Varianten hast du darin, dies und das und jenes, für dies und für das. Nu, wie viel unterscheidest du? Alle Besonderheit kommt aus den feinsten Unterscheidungen. Schau dir Wein an: Eine Flasche kostet eine Million Dollar, eine andere zwei, drei Dollar. Was ist der Unterschied? Wenn du sie jemandem gibst, der nichts davon versteht, ist es ihm völlig egal.

Das ist der Unterschied zwischen dieser Welt und der kommenden Welt: Nichts verändert sich. Durch die Unterscheidungen, die du sammelst, fängst du an, statt dieser Welt nach und nach die spirituelle Welt zu sehen. Du fängst an, Ejn Sof zu sehen. Das ist gemeint, wenn gesagt wird, dass auch heute, auch jetzt, alle mit der Arbeit für den Schöpfer beschäftigt sind. Sie befinden sich in vollständiger, wirklich vollkommener Form in der Endkorrektur. Aber was? Sie spüren es nicht, weil ihnen Unterscheidungen fehlen.

13:47

Schüler: Vielleicht gibt es aber einen Weg, eine Art Praxis, eine Art …, die uns dahin bringt und uns voranbringt?

Rav: Wie wir das machen können? Zuerst in unserer inneren Arbeit, und beschleunigen können wir das durch die Gemeinschaft. Das sind zwei Dinge: ich und die Gemeinschaft. Das ist wie ein Labor, darin kann ich es machen, und zwar schnell.

Ja.

Schüler: Ich sehe, dass ein Mensch im Abstieg keine Kraft hat, ins Geben eintreten zu wollen, und keine Kraft, darum zu bitten. Das sehe ich heute. Entwickelt sich mit der Zeit, durch diese Entwicklung und die Schliffe, von denen Sie sprechen, auch im Abstieg eine Fähigkeit, auch eine emotionale, darum zu bitten, ins Geben einzutreten? Oder ist der Abstieg einfach Tod, ohne Möglichkeit, ohne irgendetwas?

Rav: Nein. Auf Aufstiege und Abstiege lohnt es sich nicht einzugehen. Aber beide wirken so, dass sie in uns die Gefäße aufbauen. Man kann nicht sagen, dass der Abstieg die Gefäße aufbaut, und auch der Aufstieg baut das Gefäß nicht auf. Die Differenz zwischen ihnen, die Unterscheidungen zwischen ihnen, das gibt uns Unterscheidungen.

Wir haben Fragen. Jetzt müssen wir wirklich Sagi und Marik danken und allen, die hier etwas gemacht haben. Ich sehe hier, dass tatsächlich Fragen gestellt werden, aus Litauen und aus Moskau.

**Frage:**¹² Leib fragt: Was ist das neue Gefäß?

Rav: Das neue Gefäß sind genau diese Unterscheidungen, nach denen du gefragt hast. Das ist das Gefäß. Das Verlangen zu empfangen und das Verlangen zu geben sind einfach Grundlagen, beide unter der Herrschaft des Schöpfers. In ihnen ist nichts vom Geschöpf, und das Geschöpf kann ihnen nicht entkommen. Es kann darum bitten, einen Zimzum auf das Verlangen zu machen, um zuerst … wie sagt man? … um zuerst eine Absicht, eine Haltung zu erwerben.

In Wahrheit kann das Geschöpf das Verlangen überhaupt nicht wirklich beherrschen. Es kann nur durch seine Absicht bestimmen, in welche Richtung es das Verlangen benutzt. Deshalb fragen wir ja: Was für ein Schöpfer ist das? Es gibt keine Kedusha, und Er hat die Klipa erschaffen? Er hat weder Kedusha noch Klipa erschaffen. Im Verlangen zu empfangen gibt es für uns weder Kedusha noch Klipa. Nur der Mensch unterscheidet das, je nachdem, wofür er es benutzt.

16:58

Schüler: Was sind diese Schliffe? Dass der Mensch im Verlangen sehen muss …

Rav: Die Schliffe am Verlangen zu empfangen bedeuten: wie viele Unterscheidungen du findest, um es in Bezug auf den Schöpfer zu benutzen. Wie viele verschiedene Unterscheidungen sehe ich darin? Wie sehr verstehe ich, dass Er mehr genießen wird, wenn ich Ihm dies und dies und dies und dies gebe, und zwar auf diese und diese und diese und diese Weise? Und wie genießt Er dies und das, so und so und so? Das heißt, dass ich den Schotter schleife und einen Diamanten daraus mache. Dadurch baue ich das Gefäß, ein edleres und größeres Gefäß.

In der Spiritualität hängt Größe von den Unterscheidungen ab, nur von den Unterscheidungen. Sonst kann es riesige unbelebte Materie sein, wie dieses ganze Universum: Steine und sonst nichts. Und schau, was wir im Gegensatz zu all diesen Steinen haben: wie viel Pflanzliches, Tierisches und Sprechendes es im ganzen Universum gibt, und das nur auf unserem Planeten Erde.

Schüler: Man muss also auf alle möglichen Weisen sehen, warum es Ihm wertvoll ist und warum es sich für Ihn lohnt.

Rav: Ja.

Frage: Gabriel fragt: Was kommt von Seiten des Geschöpfs?

Rav: Von Seiten des Geschöpfs kommen die Unterscheidungen, wie wir gerade besprochen haben. Das sagt er hier: „Der Untere kann nichts hinzufügen, genau wie beim ersten Gefäß, das ‚Verlangen zu empfangen' heißt. Der Unterschied liegt vielmehr darin, dass dem Gefäß des Gebens zuerst eine Forderung von Seiten des Unteren vorausgehen muss." Das heißt: Wir haben kein Gefäß des Gebens. Wir müssen ein Verlangen danach entwickeln, eine Forderung, es zu haben. Diese Forderung, dieses Verlangen ist die Absicht, um zu geben, die ich fordere. Auch die Absicht macht der Schöpfer, aber von mir kommt die Forderung, diese Absicht zu haben. Was ist also eine Absicht des Gebens? Die Bitte, das Gefäß des Gebens zu benutzen.

Ja.

19:12

Schüler: Aber Rabash⁶ weist darauf hin, dass auch eine andere Absicht … dass auch das nicht unsere Sache ist. Er sagt in dem Satz …

Rav: Nein, er sagt uns: „Der Unterschied liegt vielmehr darin, dass dem Gefäß des Gebens zuerst eine Forderung von Seiten des Unteren vorausgehen muss." Das ist es. Nicht jenes, sondern das sagt er: „eine Forderung von Seiten des Unteren, dass er den Schöpfer bittet, ihm das neue Gefäß zu geben", also das Gefäß des Gebens. Diese Forderung muss von Seiten des Unteren kommen.

Schüler: Ich wollte etwas fragen. Er weist auf Seite 226 auf Folgendes hin: „Nur der Aspekt der Tat obliegt uns zu tun, und den verborgenen Teil zu tun obliegt dem Schöpfer."

Rav: Ja.

Schüler: Also sozusagen …

Rav: Denn der Aspekt der Tat, der uns obliegt, ist zu bitten.

Schüler:

Rav: Ja. Den verborgenen Teil macht der Schöpfer, das ist Seine Sache. Denn das ist eine Schöpfung für sich, und in die mischen wir uns nicht ein.

Ja.

Schüler: Was muss …, dass das Gefäß die ganze Zeit leer ist?

Rav: Dann gibt es keine Absichten, keine Unterscheidungen, nichts, einfach so: schlicht tot. Lebendig im Materiellen, tot in der Spiritualität. Aber du spürst, dass du in der Spiritualität tot bist. Ein Mensch draußen lebt im Materiellen und denkt, das sei auch Leben in der Spiritualität. Das merkst du, wenn du mit ihm sprichst.

Du hast noch einen Teil deines Lebens, in dem du spürst, dass du tot bist. Bei ihm existiert dieser Teil überhaupt nicht, deshalb denkt er, dass er lebt. Da hast du also einen Unterschied zwischen dir und jemandem draußen. Jetzt ist die Unterscheidung klar: In der Spiritualität bist du tot, und du willst dich beleben. Das ist sehr gut.

Jetzt spürst du auch, dass du keine Kraft und kein Verlangen hast, dich zu beleben. Auch diese Unterscheidung musst du durchlaufen: Wenn der Schöpfer dich verlässt und dir kein Erwachen von oben gibt, kannst du von dir aus nicht daran denken. Du kannst nur feststellen, dass du tot bist. Aber selbst zu diesem Toten hast du keine Beziehung wie zu einem Toten, so und so, es gibt … nu, soll es eben so sein.

Schüler: Soll man das so lassen … und zu dem übergehen?

Rav: Das ist wirklich das, was du spürst, und es ist dir egal, darin zu bleiben. Genau das, genau das ist der Zustand des Toten. Würdest du dich anders dazu verhalten, negativ, mit Ärger oder so etwas, dann wärst du lebendig. Negativ, aber lebendig. So aber ist das genau die Erkenntnis, dass du tot bist. Sehr gut, sehr gut, das ist eine gute Unterscheidung.

Wie kommt man da heraus? Deshalb hat man uns zwei Welten gegeben. Was heißt zwei Welten? Im Verlangen zu geben bin ich tot, es ist mir egal, nur Schöpfer, und mir ist alles egal.⁵ Aber ich bin im tierischen Körper, und darin kann ich durchaus bestimmte Handlungen machen. Dann gehe ich jetzt in die Küche, spüle Geschirr und mache noch etwas anderes. Dadurch fange ich Verlangen und Gedanken von den anderen auf, die das auch machen und für die ich arbeite. Von ihnen fange ich diese Gedanken auf. Deshalb ist es wichtig, wo du Geschirr spülst: in einem Restaurant in deiner Nähe oder bei uns in der Küche, ja? Bei uns fängst du von unseren Freunden Verlangen auf, und dann fängst du schon an zu leben.

Es gibt auch Zustände, in denen du nicht einmal die körperlichen Handlungen machen kannst. Dann muss sich die Gemeinschaft um dich kümmern. Man muss zu dir kommen, dich wachrütteln und dich zu etwas verpflichten, das ist es. Was heißt verpflichten? Sie werden dich nicht einmal aufwecken können. Denn auch dabei gibt es einen Zustand wie „Bringt mich um, ich rühre mich nicht", das ist es. Auch so einen Zustand gibt es, ja? Dann müssen sie bei dir sitzen, als wärst du tot: Schiwa halten, „Lechaim" trinken zum Aufstieg deiner Seele. Ja, ja, genau darum geht es. Sie müssen alles machen, was Lebende für einen Toten machen, und dadurch werden sie dich beleben.

Stimmt's, Nissi? Hier ist etwas, ja.

23:59

Schüler: Wo … Gruppe im Zustand, dass sie tot ist? Es macht den Eindruck … waren nicht zusammen. Es ist auch logisch: Wenn ein Mensch tot ist, weiß er nicht, dass er tot ist. Da gibt es eine Falle.

Rav: Dann muss man in der Gruppe hinschauen, hm?

Schüler: Auch die Gruppe selbst kann tot sein.

Rav: Ja, auch die Gruppe kann tot sein, und das liegt in der Hand des Schöpfers. Wenn es die ganze Gruppe ist, liegt es in der Hand des Schöpfers. Dann gibt es niemanden, der ihr hilft, nur Ihn.

Schüler: Aber wenn es ein einzelner Mensch ist?

Rav: Bei einem einzelnen Menschen müssen sich zuerst die Freunde kümmern. Man darf sich nicht auf den Himmel verlassen. Wenn es die ganze Gruppe ist, dann ist das schon ein sehr schlechter Zustand. Da muss man sehr aufpassen, sehr aufpassen. Oder dann kommen schon andere Gruppen ins Spiel: Jede Gruppe steht zu einer anderen Gruppe wie ein Mensch zu einem Menschen. Aber man muss aufpassen: Wenn es in einer Gruppe so steht und niemand von außen hilft, dann ist das sehr schlecht. Gemeint ist nicht ein Einzelner, sondern andere Gruppen von außen, die helfen und das wirklich erwecken können.

Sagen wir, in der Gruppe in Moskau ist jetzt etwas nicht gut. Dann schreiben sie, und ich denke schon darüber nach. Ich kann es hierher weitergeben, wir sprechen darüber, fühlen mit ihnen, verbinden uns auf irgendeine Weise mit ihnen und so weiter. Das ist schon ein Zuwachs für uns und ein Zuwachs für sie. Wir bekommen von ihnen Mängel und Verzweiflung und geben ihnen unsere Kräfte und unser Erwachen. Weißt du, was für ein enormer Gewinn das für uns beide ist? Sonst müssten wir diesen ganzen Prozess durchlaufen, und sie müssten ihn auch durchlaufen. So verkürzen wir sofort den Weg für uns und für sie.

Ja.

Weißt du, das gibt es auch im Körper. Sagen wir, ein Teil des Körpers ist krank. Wäre er allein und würde nicht der ganze Körper bereitstehen, ihn zu heilen, dann würde der Mensch sterben. Ein Teil des Körpers ist geschädigt, es ist Eiter darin und solche Dinge. Allein könnte dieser Teil nicht gesund werden. Es gibt aber ein System, das all diese Giftstoffe im ganzen Körper verteilt, und das ist nicht umsonst. Wir halten das für nicht in Ordnung, und auch die Medizin versteht es nicht so recht. Das dient einfach dazu, danach die … Konzentration (Concentration) … wie sagt man?

27:06

Schüler: Die Dosierung.

Rav: Damit man sie in niedrigerer Dosierung behandeln kann, verstehst du? So kann man es jetzt behandeln. Frisches, gereinigtes Blut strömt dorthin und so weiter. Alle gesunden Teile des Körpers kümmern sich also um den kranken Teil. Bliebe dieser Teil allein, wie er ist, würde der Mensch natürlich sterben. Nur bei Krebs wollen wir den Teil isolieren, weil es für ihn keine Heilung gibt. Das sind Zellen, die anfangen, sich selbst aufzufressen, ja. Sie vermehren sich regelrecht, um alle zu empfangen. Sie geben dem Körper nichts, sondern breiten sich nur zum Schlechten in ihm aus, ja, nur um ihn aufzufressen. Sie geben nicht und empfangen nicht vom Körper wie gewöhnliche Zellen, ja. Deshalb wollen wir sie isolieren.

Die beste Behandlung wäre, sie im Körper in eine Art Kapsel einzuschließen, ja, in eine Art Hülle, damit sie nicht stören. Denn man kann sie nicht behandeln und nicht korrigieren. Und warum sind alle übrigen Krankheiten vergleichsweise nicht so schlimm wie Krebs, ja? Weil wir die Materie von dieser Infektion heilen können. So ist es in Gruppen, so ist es in der Gruppe, im Inneren, mit den Menschen: Einer ist krank, einer ist gesund. Nur so geht das. Selbst jetzt, wo wir noch nicht so stark miteinander verbunden sind, funktioniert das. Aber man kann natürlich ein, zwei Jahre krank leben, oder man kann innerhalb von ein, zwei Tagen ein gutes Medikament bekommen.

Ja.

Schüler: Auf Seite 222, am Ende des ersten Absatzes, steht: „Deshalb verhält man sich auch von oben ebenso, Maß für Maß." Was … Maß für Maß … „Maß für Maß. Deshalb wird nach unten alles Gute gegeben."

Rav: Noch einmal.

29:32

Schüler: „Deshalb verhält man sich auch von oben ebenso, Maß für Maß. Deshalb wird nach unten alles Gute gegeben." Was heißt Maß für Maß?

Rav: Maß für Maß heißt: Von oben antwortet man dir gemäß deiner Bitte. Gemäß der Erkenntnis des Bösen gibt man dir zusätzlich die Fähigkeit, dich mit dem Verlangen zu geben zu beschäftigen. Und Maß für Maß heißt auch: Man enthüllt dir das Böse so weit, wie du damit umgehen kannst. Das macht man immer im Gleichgewicht. Von oben macht man alles im Gleichgewicht. Man gibt dem Menschen niemals etwas, womit er nicht arbeiten kann.

Oh, ich sehe, schön, alle kommen heraus … alle spüren … alle können fragen. Auch aus Moskau sind viele Leute nicht hier bei uns. Jeder ist wohl bei sich zu Hause, hört zu und kann fragen. Schön. Nu, schon sechs, sieben Leute können … haben herausgefunden, wie … hm?

Schüler:

Rav: Gut, nein. Auch hier gibt es noch keine Fragen, aber sie wissen schon, wie es geht.

Ja.

Schüler: Ich möchte fortsetzen, was … gefragt hat. Wie kann man diesen Punkt stärken, um zu unterscheiden? Einen Zustand des Totseins kann man manchmal wirklich nicht sehen, sagen wir. Man ist in einem Zustand, in dem man einfach nichts sehen kann. Wie kann man immer, vielleicht …

Rav: Weißt du, wann man sehen kann? Wenn Licht da ist, stimmt's? Wenn es dunkel ist, kannst du nichts sehen. Also sorg dafür, dass du Licht hast, dann kannst du sehen. Was ist das Problem?

Schüler: Und dann bezieht sich die Unterscheidung auf den vorherigen Zustand, nicht auf …

Rav: Die Unterscheidung gilt genau für diesen Moment. Es gibt nie ein Vorher, überhaupt kein Vorher. Wenn du spürst, dass etwas vergangen ist, ist das ein Zeichen, dass du es in der Gegenwart spürst. Es ist nicht vergangen, es ist Gegenwart. Warum hast du das Gefühl, dass es vergangen ist? Weil du zwei Unterscheidungen gegeneinander prüfst. Aber die Vergangenheit ist bei uns so ein Begriff der Zeit, sie ist …

32:01

Schüler: Dann entstehen die Unterscheidungen also eigentlich an der Nahtstelle zwischen dem jetzigen Zustand und dem neuen Zustand, der eintritt.

Rav: So denken wir, ja: Das ist der neue Zustand und das der vorherige, sagen wir. Es geht aber nicht um Zeiten, sondern um Reshimot, wie du …

Schüler: Was sind Unterscheidungen? Ist das auch etwas wie ein Teil Empfindung, den man bekommt, oder eine Fähigkeit zu unterscheiden? Oder kann man das auf irgendeine Weise stärken?

Rav: Weitere Fragen.

Ja.

Schüler: Wie unterscheidet man, ohne sich selbst zu betrügen, zwischen zwei Zuständen? Einerseits gibt es so ein Gefühl … im Zustand zu sein und den Zustand zu klären. Andererseits das „Ist mir egal", von dem Sie sprechen.

Rav: Leute, ihr fragt mich Dinge, auf die ich nicht antworten will. Das sind Dinge, die zum Gefühl gehören, und da will ich nicht hinein. Wie mache ich das so, wie mache ich das so … da will ich nicht …

Ja.

Schüler: Wenn die Kraft der Gedanken so wichtig ist, wie ordnet man die Gedanken? Was … ist das eigentlich Arbeit in der Gruppe? Oder ist das meine Arbeit, wie ich war?

Rav: Es fällt mir schwer zu sprechen.¹¹

Schüler: Was soll man unterscheiden? Die ganze Zeit spricht man vom Unterscheiden, aber was soll ich unterscheiden? Was bin ich gekommen zu unterscheiden? Ein Baby steckt etwas in den Mund und kostet: Das ist gut für mich, das ist schlecht für mich. Danach unterscheidet es. Was gibt es hier zu unterscheiden? Mit welchen Gefäßen? Wie misst man einen Zustand, was prüft man jetzt? Wie stehe ich im Verhältnis wozu? Was war ich? Wohin will ich kommen? Ich weiß nichts von alldem. Was unterscheide ich?

Rav: Du hast mit all deinen Einwänden recht. Na und?

Schüler: Ich frage, was man unterscheiden soll, was …?

Rav: Was unterscheiden? Du rüttelst dich die ganze Zeit auf, du lebst die ganze Zeit, man lässt dich mal hier, mal dort irgendwie hochspringen. Das heißt, dass du in Unterscheidungen bist.

34:42

Schüler: Ich weiß, dass man mich hochspringen lässt, das weiß ich, weil …

Rav: Man rüttelt dich auf.

Schüler: Außer dass ich abgeschliffen werde¹³, erwerbe ich keine Unterscheidung, keine Erfahrung, keine Weisheit.

Rav: Du spürst in deinen Unterscheidungen noch keinen Nutzen und kannst aus ihnen noch keine Schlussfolgerungen ziehen. Weißt du, wie oft wir manchmal von etwas einen Schlag bekommen müssen, um uns zu erinnern, dass es sich nicht lohnt, das zu tun, weil ich sonst einen Schlag bekomme?

Das Verlangen zu empfangen löscht die Erfahrung. Es will wieder, will wieder, will wieder. Nichts hilft. Bis es sich wirklich bis zu einer gewissen Grenze ansammelt. Wir wissen nicht, wodurch das geschieht, aber irgendwie geht es vorbei, und man kommt in einen neuen Zustand. Das gilt unter der Bedingung, dass das Verlangen zu empfangen nicht wächst. Wenn der Schlag ihm zuerst einen größeren Genuss bringt und danach ein größerer Schlag kommt, dann ist der Mensch völlig verwirrt. Er weiß nicht, wie er vergleichen soll.

Die Unterscheidungen, die wir sammeln, scheinen uns endlos zu sein, wir können nicht fertig werden. Ich schaue auf mich und mein Verlangen zu empfangen: So sehr ich mich in meinem Leben schon geirrt habe, dieselben Irrtümer mache ich jetzt. Mit vierzig genauso wie mit zwanzig. Wann ist also das Ende all dieser Dinge, ja? Du bist noch jung und weißt nicht, was vierzig ist. Aber auch du siehst, dass alles, was du durchmachst, nicht hilft. Du bist ein brillanter Kerl, und trotzdem hilft all dein Verstand nicht. Dein Verstand wird nicht helfen, gar nichts.

Du kannst über den anderen sagen, er sei ein Dummkopf. Glaub mir: Seine Dummheit und dein brillanter Verstand helfen weder dir noch ihm, gar nichts. Ihr beide seid gleich, das ist es. Die Unterscheidungen hängen also nicht von unserem Verstand ab und nicht von unseren natürlichen Fähigkeiten. Es ist egal, welchen IQ du hast. Vielleicht hast du zehnmal den … nicht psychologischen, wie heißt das? … den Psychometrie-Test gemacht und alles Mögliche, ja? Meine Tochter lernt gerade dafür, das ist interessant. Ich schaue mir diese Fragen an und kann sie nicht beantworten, verstehst du. Dafür braucht man wirklich Ruach haKodesh⁹.

Was heißt also Unterscheidungen, wenn nicht Verstand? Unser Gefühl irrt sich die ganze Zeit, ja? Das ist eigentlich deine Frage.

37:38

Schüler: Ja. Am Anfang, als ich hierherkam, sagte man mir: Hör zu, du bekommst Erfahrung, du machst einiges durch und siehst, dass es so ist. Dann weißt du schon, dass es so ist, und du kennst das Spiel. Aber man kennt das Spiel nicht. Das Spiel ist sozusagen jedes Mal neu. So sehr es eine gewisse Gesetzmäßigkeit hat … es ist doch neu, und das hilft einem nicht.

Rav: Nu, was macht man also? Schau, wir haben hier einen Alexander aus Moskau. Er sagt Folgendes: Zuerst muss man den Schöpfer spüren, dann verstehen wir alles und haben ein Gefäß des Gebens.

Schüler: Und wie kommt man dazu, den Schöpfer zu spüren?

Rav: Genau, wie? Wie kommt man zur Empfindung des Schöpfers? Das ist die Frage. Um den Schöpfer zu spüren, muss man Ihn spüren wollen. Es muss ein Verlangen da sein.

Baruch aus Odessa fragt … ja, das ist ein Nudnik, ja. Man gibt dem Menschen nur das, was er durchstehen kann, also nur das, was er schlucken und aufnehmen kann. Was bedeutet das? Was heißt, dass er damit umgehen kann? Das ist übrigens eine tiefe Frage. Er weiß nicht, was er fragt. Ich kenne ihn gut, er weiß es noch nicht.

Wonach rechnet man also im Himmel, wenn man uns Prüfungen gibt? Manchmal gibt man uns ja Prüfungen, an denen wir scheitern, und wir geraten in solche Verwicklungen, der Schöpfer bewahre uns⁹, ja? Welche Unterscheidungen ziehen wir also daraus, und worin bestehen sie? Auch das wissen wir nicht, das kennen wir nicht. Manchmal gehe ich durch eine große Prüfung. Nu, ich bekomme dadurch eine Erniedrigung, eine Art Scham oder einen sehr schmerzhaften Schlag. Aber wie mich das für die Zukunft prägt, verstehe ich noch nicht.

Du siehst, wie man dich hierhergezogen hat. Man hat dir versprochen, das geht zack, zack: Du machst ein paar Unterscheidungen durch und klärst hier und da ein paar Dinge. Du hast auch gedacht, das geht über den Verstand, und Verstand habe ich, dem Schöpfer sei Dank⁹, also … und das war's. Nein.

40:17

Schüler: Das Problem ist grundlegender, es ist sozusagen …

Rav: Du, mein Lieber, musst dich nur um das Tempo kümmern. Ich sage dir eine Lösung: Schließ die Augen, verstopf die Ohren und verschließ alles, alles, alles außer einer Sache, der Sorge um das Tempo. Dann gewinnst du.

40:37

Schüler: Aber das ist, als ob man im Dunkeln geht und Schläge in alle 360 Grad austeilt. Geben Sie ungefähr eine bestimmte Richtung vor⁷, dann schlagen wir dorthin. Aber so geht man und dreht sich um sich selbst und verliert einfach Energie.

Rav: Nein, nein. Du fragst jetzt also: Was heißt, sich um das Tempo kümmern? Muss ich mich dann drehen wie ein Hund um seinen Schwanz, so schnell wie möglich, sssss, wie ein Ventilator? Heißt das, sich um das Tempo zu kümmern, um rohe Geschwindigkeit, und das war's? Oder was heißt es, ja? Es heißt, sich um das Tempo der Unterscheidungen zu kümmern.

Moment, Moment, Moment. Wodurch habe ich Unterscheidungen? Unterscheidungen heißt: zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben. Das heißt nicht, dass ich jetzt losrenne, brrrr, in einer Stunde schnell ein paar Seiten lerne und noch ein paar Stunden so dasitze. Unterscheidungen zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben heißt: Wo stecke ich in meinem jetzigen Zustand und in meinem Tagesablauf zwischen diesen beiden Verlangen fest, dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben? In der Gemeinschaft.

Sich um das Tempo zu kümmern heißt, das Tempo beim Erhalten der Unterscheidung zu steigern, der Unterscheidungen zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben. Dafür muss ich so viel wie möglich in der Gemeinschaft arbeiten, mit genau dieser Absicht. Dann habe ich so oft wie möglich tick, tick, tick, tick, tick: Ich unterscheide so oft wie möglich, wie sehr ich darin bin oder nicht darin bin, ob es nötig ist oder nicht nötig ist, das ist es. Vielleicht drehst du dich wirklich wie ein Hund um seinen Schwanz und sagst: Ah, ich bin hierhergekommen, und man hat mir gesagt, zack, zack, das sind ein paar Dinge, und schon fliegst du unter den Engeln.

Aber mit diesen paar Unterscheidungen hast du noch gar nicht angefangen. Ich sage dir: Die Unterscheidungen sind in der Gemeinschaft. Dort kannst du vor allem negative Unterscheidungen bekommen, und die musst du haben. Du bekommst von der Gemeinschaft die Kraft weiterzumachen. Und du bekommst von der Gemeinschaft auch das Verständnis, dass du in Bezug auf das Verlangen zu geben nicht weitermachen willst.

Das heißt, sich um das Tempo zu kümmern. Das heißt, sich zu stärken, wie Baal HaSulam¹⁰ in der Einleitung zu TES sagt: Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Los und sagt: Nimm dir das. Er sagt dir nicht, etwas anderes zu nehmen, weder das Verlangen zu empfangen selbst noch das Verlangen zu geben selbst, sondern die Unterscheidungen. Ich spreche über diese Unterscheidungen, und das Wort „Unterscheidungen" hörst du ja auch die ganze Zeit.

Ja.

43:38

Schüler: Ist die Unterscheidung zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben endgültig, oder kann man damit jahrelang weitermachen?

Rav: Die Unterscheidungen zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben machen wir jetzt im Zustand der Verborgenheit, unter dem Machsom, „sozusagen" zwischen Rechter Linie und Linker Linie. Danach setzen wir sie über dem Machsom fort, zwischen der wahren Rechten und Linken Linie. Die Unterscheidung zwischen ihnen und die richtige Entscheidung heißen Mittlere Linie. Rabash schreibt hier: Weder das Verlangen zu empfangen noch das Verlangen zu geben gehört dir, das eine ist rechts, das andere links. Unsere wahre Unterscheidung, unser Gefäß, das gebaut wird, ist genau die Mittlere Linie. Sie musst du erreichen und aus ihr dein Gefäß bauen.

Ich sage es noch einmal: Deine Aufgabe ist nicht das Rohmaterial. Deine Aufgabe sind diese Schliffe, die Facetten, die wir am Stein machen, um ihn zu einem Diamanten zu machen. Das ist es.

Oh, auch jemand aus Jerusalem, aus Jerusalem, aus der Ukraine, von allen möglichen Orten. Das ist schön. Man kann übrigens in drei Sprachen fragen: Hebräisch, Russisch und Englisch.

(Russisch) Wer zuhört, kann uns fragen über … wie heißt das?

45:25

Schüler: „Fragen an den Rav".

Rav: „Fragen an den Rav"? Wo ist das?

Schüler: Auf der Übertragungsseite.

Rav: Auf der Übertragungsseite. Dort gibt es einen Zugang zu „Fragen an den Rav". Dort könnt ihr Fragen schreiben und abschicken, auch auf Hebräisch. Ja?

Ja. Nu?

45:50

Schüler: Sie sagen … es gibt … Warum wird manchen Menschen das Recht gegeben, Unterscheidungen oder Wahlen zu machen? Man sieht Menschen mit allen möglichen Problemen, mit Alzheimer, im Tiefschlaf, im Koma oder Ähnlichem.

Rav: Es gibt Zustände, in denen der Mensch keine Herrschaft über seinen Willen hat, über seine Wahl. Wir sind jetzt zwar große, verständige Menschen. Man hat uns zur höchsten Sache gebracht, die es in dieser Welt geben kann: Wir sind mit einer höheren Kraft verbunden, mit dem Ziel, uns Ihm zu nähern. Er hat diese Gruppe sozusagen versammelt und gesagt: „Ich will euch, kommt zu Mir." Was gibt es Größeres als das?

Und trotzdem: Auch wenn wir uns, sagen wir, so weit wie nur möglich zu Ihm hin sammeln, werden wir viele, viele, viele Systeme haben, die nach dem Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen funktionieren. Ja. Trotzdem werden wir schlafen gehen und essen müssen, und in der Gemeinschaft⁸ verpflichtet man uns auch zu arbeiten und so weiter. Das gilt selbst für den höchsten Menschen, ich weiß nicht, selbst für Rabbi Shimon auf der höchsten Stufe. Auch er hat ein materielles System, das er aufrechterhalten und wie alle anderen bedienen muss. In diesem materiellen System ist er sozusagen von der Spiritualität abgeschnitten. Es funktioniert, wie es eben funktioniert: Sein Körper besteht nach denselben Gesetzen und so weiter. Nur seine Spitze gehört zur Spiritualität. Dort ist seine Spiritualität, und dort ist er besonders. Alles Übrige ist wie bei allen.

Auch in dieser Welt ist alles nach der Pyramide gebaut, und so sind alle. Viele Menschen sind völlig von der Arbeit für den Schöpfer abgeschnitten. Wie viele? Sieben Milliarden minus vielleicht hunderttausend, oder sogar weniger als hunderttausend. Das ist es. Alle Übrigen leben ein tierisches Leben.

Du sagst: Auch unter diesen tierischen Leben gibt es verschiedene Stufen, die einen leben so, die anderen so. Manche sind völlig abgeschnitten: alle möglichen Kranken, Krankheiten, Alzheimer, sagst du. Ja, vielleicht sind sie in allen möglichen Zuständen, in schrecklichen Formen geboren. Ja, stimmt. Mit psychischen Problemen, mit … ja. Was macht man?

Man macht nichts. Die höhere Vorsehung muss alle Unterscheidungen ans Licht bringen, die es in den Systemen von Ejn Sof gibt, in allen möglichen Formen und in allen möglichen Kombinationen zwischen ihnen, ja? Verbindungen zwischen ihnen. So kommt es mal so heraus und mal so. Warum? Wir sehen weder die Ursache noch die Folge, also … 49:17

Außerdem, ich sage es noch einmal: Du fragst über einen gewöhnlichen Menschen, der leidet oder sich freut, ob das in Ordnung ist oder nicht. Du fragst, warum Gerechtigkeit und Reichtum in der Welt nicht richtig verteilt sind und so weiter. Diese Fragen liegen nicht auf unserer Ebene. Denn wir müssen nur über das fragen, wo wir eine Veränderung bewirken können. Und das ist die Unterscheidung zwischen meiner Beziehung zu mir selbst und meiner Beziehung zum Schöpfer.

Verstehst du den Punkt? Wenn du am richtigen inneren Ort sein willst, musst du dich nur an diesem Punkt festhalten. Dein richtiger innerer Ort ist nur eine einzige Frage: Bin ich jetzt für mich oder für Ihn? Das ist es. Warum fragst du nach irgendwelchen Menschen, die leiden und völlig davon abgeschnitten sind, die leiden und es nicht einmal spüren? Oder nach etwas … oder sogar nach dem Verlangen zu empfangen oder dem Verlangen zu geben in allen möglichen Formen? Dass Menschen, ich weiß nicht was … Auch über dich selbst, ob du leidest oder genießt, ist das keine Frage. Du stellst die Frage nicht dort, wo man mit dieser Frage arbeiten kann, verstehst du? 50:44

Die Arbeit kann nur in der Unterscheidung sein: für mich oder für Ihn. Und hör auf, über das Übrige nachzudenken, das nützt nichts. Stell dir einen Menschen vor, der genau diese Sache schärft und mit dieser Frage in die Gemeinschaft kommt. Weißt du, was für Unterscheidungen er bekommt? Nach ein paar Monaten wirst du ihn wirklich sehen: Er wird geradewegs in die Spiritualität springen. Denn es gibt wirklich nicht viele Unterscheidungen. Das Problem ist, dass wir sie über die Zeit verschmieren, weil man sie von dieser Spitze auf die Stufe des Unbelebten herunterbringt.

Glaubst du, es hilft, wenn ich das jetzt sage? Nein. Das ist das Unglück.

Nu, sogar aus Kaluga, aus Kaluga, ja. … (Russisch)

Ja.

52:02

Schüler: Wie prüft man, dass das keine Illusion ist? Jetzt … dass sie keine Illusion sind, sondern echt?

Rav: Wie prüft man, dass die Unterscheidungen keine Illusion sind? Ein Mensch macht das und bemüht sich, es richtig zu machen. Dann bekommt er in der Unterscheidung über seine Entscheidung auch ein Verständnis über das Verständnis, wie soll ich sagen. Ja. Das eine steckt im anderen. Du fragst, woher man das Wissen bekommt, ob etwas richtig ist oder nicht. Das kommt schon aus der Empfindung des Schöpfers, die ein wenig im Inneren da ist. Es kommt schon aus der relativen Beziehung zum Schöpfer.

Gut.

(Ende der Lektion)