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Morgenunterricht 12.02.2002
Buch „Kitvej Rabash" (Schriften des Rabash), Band 2, Artikel „Was bedeutet es, dass die Leiter schräg steht, in der Arbeit"
Rav: Wir haben den Artikel gelesen, „Was bedeutet es, dass die Leiter schräg steht, in der Arbeit", aus „Schlawej haSulam" (Stufen der Leiter), Band 1, Seite 265.
„Schräg" sagt uns etwas über die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Gericht, über die Verbindung zwischen den Eigenschaften des Schöpfers und den Eigenschaften des Geschöpfs – dass gerade gemäß der richtigen Verbindung zwischen ihnen der Mensch sich vervollkommnet, die ganze Zeit aufsteigt und zu seiner Angleichung an den Schöpfer kommt. Und das ist unser Ziel. Das heißt, der Mensch muss verstehen, dass es bei all seinen Handlungen mit der Gruppe – man fragt ihn ja jedes Mal: Nun, was sollen wir noch tun, als hätten wir schon alles getan. Klar ist, dass wir noch gar nichts getan haben. Ein wenig, erst am Anfang des Weges, aber man fühlt den Mangel nicht, was noch zu tun ist, welches Mittel man noch einsetzen soll.
Alle Neuerungen können nicht zwischen uns kommen, sondern nur aus unserer Verbindung mit dem Schöpfer. Das heißt, wenn eine Gruppe oder ein Mensch fühlen muss, fühlen will, was die nächste Stufe ist, was er weiter tun muss, dann muss er in seiner Verbindung mit der Göttlichkeit wühlen, sie prüfen. Von hier muss eine Art Erfindung oder ein Antrieb zur Neuerung kommen, daraus. Der Schöpfer muss an der Spitze stehen.
Richtig ist das Geschriebene, das sagt: Wenn der Rav einem Engel gleicht, lerne von ihm die Tora. Was heißt das? „Engel" – der den Befehl ausführt, der den Schüler zur Absicht um zu geben bringt. Die Verbindung mit dem Schöpfer ist das, was sich uns im sechsten Sinn offenbart. Das Maß der Offenbarung des Schöpfers im sechsten Sinn kann teilweise sein, je nach Entwicklung des Sinnes, oder im Maß dessen, was wir die Welt Assija, Jezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon nennen. Was heißt das? Was sind die Welten? Die Welten sind noch unsere unvollständigen Eindrücke vom Schöpfer, weil unser Sinn noch nicht zu hundert Prozent im Geben geöffnet ist.
3:20
Wie kommt der Mensch überhaupt dazu, und was ist die Notwendigkeit für den Menschen, zu einer solchen Verbindung mit dem Schöpfer zu kommen? Die Notwendigkeit dafür besteht, weil wir selbst von unserer Natur her weder empfangen noch geben können. Der Wille zu empfangen, so wie er erschaffen wurde, kann nicht empfangen, denn „empfangen" heißt, dass er empfängt und genießt. Wir können wünschen zu empfangen – das wird bei uns als Leiden empfunden –, und wenn wir zum Empfangen kommen, löscht der Genuss sofort den Willen aus, und was beim Eintritt des Genusses in den Willen empfunden wird, bevor der Wille erlischt, das nennen wir bei uns das Vergnügen. Eine Art einziger Moment des Genusses, wie ein Orgasmus, wie ein Ausbruch von Genuss für eine einzige Sekunde, und nicht länger. Warum? Weil das Licht das Gefäß auslöscht.
Wie können wir die Sache des Gebens verstehen? Wenn der Genuss innerhalb des Willens zu empfangen empfangen wird, um zu geben – das ist eigentlich das Geben –, dann arbeiten wir nicht mit unserem Willen zu empfangen, sondern wir arbeiten mit dem Willen zu empfangen des Schöpfers, der unendlich ist. Der Wille zu empfangen des Schöpfers? Ja. Der Schöpfer will daran Genuss haben, dass wir an Ihm Genuss haben. Er hat einen unendlichen Willen zu empfangen. Worin drückt sich dieser unendliche Wille zu empfangen aus? Darin, dass Er uns in unendlichem Maße geben will.
Also ist der Schöpfer die Quelle des unendlichen Willens und die Quelle der unendlichen Fülle.
Wenn wir beide nehmen und sie benutzen, dann machen wir uns selbst genau wie den Schöpfer. Deshalb kann es keine Neuerungen geben und keine Schritte des Menschen in irgendeine andere Richtung geben, sondern nur dem Schöpfer entgegen, hin zum Erwerb des Reservoirs – des Willens zu empfangen – und des Reservoirs der Fülle, des Genusses. Und wer ist der Mensch? Der Mensch? Der Mensch ist immer nur ein schwarzer Punkt, der „Etwas aus dem Nichts" genannt wird.
6:29
Außer diesem Punkt empfängt er alle übrigen Dinge – Wünsche, Fülle – vom Schöpfer. Deshalb kann es nichts geben außer einer feinen Kerze – dem Maß unserer Existenz –, die in unserem Empfinden vom Schöpfer abgetrennt ist, in der wir keine Quelle fühlen: weder in unserem Willen noch in der Fülle. In unserem Genuss, dem, was in unserem tierischen Willen ist, fühlen wir den Schöpfer nicht.
Aber außer diesem Punkt – diesem Punkt des Lebens, der „feine Kerze" genannt wird, das nennt man das Leben in dieser Welt, das in diesem kleinen Willen empfunden wird –, außer dem, was in der Seele empfunden wird, das heißt in einem anderen Punkt, der „Punkt im Herzen" genannt wird, dort kommen sowohl der Wille als auch die Fülle vom Schöpfer. Und deshalb ist jedes Mal die Ausrichtung auf Ihn, die Sehnsucht nach Ihm, Ihn an die Spitze jedes Gedankens und jeder Handlung zu stellen – das ist einfach das einzig Richtige, das es in unseren Handlungen geben kann.
Noch einmal: Das ergibt sich daraus, dass außer dem „Etwas aus dem Nichts", dem Punkt, dem Punkt des Bruchs, dem kleinen schwarzen Punkt, nichts weiter erschaffen wurde. Alle übrigen Dinge sind die Folge davon, dass wir vom Schöpfer Seinen Willen und Seine Fülle empfangen. Deshalb muss es von unserer Seite nur eine Bewegung zu Ihm geben, und darin müssen jeder Einzelne, die Gruppe und die ganze Welt gehen und sich vervollkommnen.
Ja.
8:51
Schüler: Wo bringe ich hier mich selbst ein, das „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich"?
Rav: Das „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich" bringst du in deine Handlung hinein, aber wem gegenüber ist dieses „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich" gerichtet? Worauf ist es ausgerichtet, auf die Verbindung mit wem? Das heißt, unterm Strich: hierher alle deine Handlungen, alle Taten, Gedanken, Wünsche, Ausführungen, egal was – aber womit müssen sie in Verbindung stehen? Das ist, was er im Brief auf Seite 64 schreibt.
Wenn du genau auf Ihn ausgerichtet bist, wenn du in jeder Handlung, die dich zu Ihm bringen kann, auf Ihn ausgerichtet bist, dann heißt es, dass diese drei Punkte – Israel, der Heilige, gepriesen sei Er, und … die Tora – miteinander verbunden sind. Das ist es. Dann ist das, was du tust, zur Korrektur, dann nennt man diese Handlung eine Mizwa, eine gute Tat. Alles Übrige außer dem ist eine Übertretung und eine schlechte Tat. Es gibt nichts dazwischen: entweder dem Schöpfer entgegen oder zu den übrigen Seiten.
Deshalb sagt er „eine sehr feine Linie", die auf Ihn ausgerichtet ist, und alles Übrige – 360 Grad außer dieser Linie, außer dieser einen Richtung – das ist Götzendienst, eine falsche Richtung. Und wir sind im zentralen, mittleren Punkt, von dem aus wir nur über diese Linie zur Unendlichkeit aufsteigen.
10:36
Schüler: …
Rav: Du fragst jetzt schon etwas anderes. Du fragst: Wenn wir Ihm geben wollen, und Er will, dass wir Ihm geben – wenn ich mich nur auf diese Weise mit Ihm verbinde, von Ihm sowohl den Willen zu empfangen als auch den Willen zu geben nehme, auch die ganze Sache dieser Methode, empfangen um zu geben und so weiter –, warum offenbart Er mir dann nicht all diese Dinge, sondern ist verborgen? Komm schon, öffne dich, schau dich an, wer du bist, was du bist, wie man diese Dinge macht – lerne, und dann fordere all die Dinge. Ja? Fragst du das? Ja.
Er will, dass etwas von uns abhängt. Wenn Er sich öffnen würde, wärst du ein Engel. Das heißt, du würdest genau gemäß dem Maß Seiner Offenheit erfüllen, was diese Öffnung, was diese Offenbarung dir aufzwingt. Dann hättest du nichts zu tun, du würdest einfach die Befehle der göttlichen Natur erfüllen, die sich vor dir offenbart, und darin hättest du keine eigene Handlung.
So wie der Wille zu empfangen jetzt auf dich wirkt, ohne dich nach deiner Meinung zu fragen, was du tun sollst, sondern von innen alles bestimmt, was du tun wirst, so würde der Wille zu geben, wenn er sich dir offenbaren würde, dich verpflichten, alle Handlungen zu tun. Deshalb hat man uns die Zeit der Verhüllung gegeben, die sehr lang ist, weil diese Zeit der Verhüllung das Fundament für den ganzen übrigen Weg, für die ganze übrige Leiter legen muss – ein Fundament der freien Wahl, denn nur in der Verhüllung kann es freie Wahl geben.
13:12
Aber nachdem du aus dieser Verhüllung heraus in deiner freien Wahl entscheidest – sozusagen, aber wie auch immer, es ist freie Wahl –, entscheidest, dass du wirklich zum Geben kommen willst, dann kommst du und führst alle Handlungen des Gebens aus, die es in der Stufenleiter gibt, aus der Wahl heraus, die du in der Zeit der Dunkelheit getroffen hast. Also muss dir die Zeit der Dunkelheit für alle 125 Stufen, sagen wir – wenn wir die ganze Leiter mit 125 Stufen zählen, sagen wir –, für jede Stufe von den 125 Stufen musst du in der Zeit der Dunkelheit sozusagen entscheiden: Ich tue die Handlung aus meiner freien Entscheidung.
Und dann, wenn du zu jeder einzelnen Stufe kommst, offenbart sich dir diese frühere Entscheidung, frei zu handeln, zu agieren, und du handelst daraus in der Spiritualität nun ebenfalls auf freie Weise. Sonst bist du ein Sklave; es hat keinen Sinn, dich zu erschaffen, damit du die Handlung des Schöpfers ausführst. Für den Schöpfer braucht man das überhaupt nicht, und für dich ebenfalls: Du wärst dann auf der Stufe des Unbelebten, Pflanzlichen, Tierischen, das nur die Befehle der Natur ausführt.
Deshalb gibt es die Zeit der Vorbereitung, die Zeit der Dunkelheit, in der du selbst entscheidest, dass du Ihm ähnlich werden willst. Dass, so wie Er mir gibt, ich Ihm geben will – wodurch ich dazu komme, wie Er zu sein, was das einzig Vollkommene ist –, und dann habe ich auf diese Weise immer Gefäße, Wünsche. Warum habe ich Wünsche? Warum bringt mir der Schöpfer Wünsche? Er hat ja keinen Mangel, aber weil Er einen unendlichen Genuss und einen unendlichen Willen zu geben hat, empfange ich daraus meinen eigenen unendlichen Willen zu empfangen und einen unendlichen Willen, Ihm zurückzugeben. Ich benutze alles an Ihm; ich bin eigentlich nur ein Punkt, der weiß, Ihn zu nutzen. Das ist es.
15:42
Und dann, wenn ich von Ihm den Willen zu empfangen nehme, von Ihm die Absicht „um zu geben" nehme, von Ihm die Fülle nehme und genieße, damit Er genießt – das heißt, um zu geben –, dann geht alles durch mich hindurch, sowohl der Wille als auch die Absicht als auch die Fülle, ja, dann werden ich und Er eigentlich dasselbe. Mein Punkt ist in Ihm eingeschlossen als der aktive Punkt, und seine Aktivität hat genau die Größe des Schöpfers. Das ist alles.
Deshalb gibt es im Willen zu empfangen, der für sich selbst empfängt, immer den Tod: Sobald er sich füllt, verschwindet sofort der Wille zu empfangen, und dann, ohne Willen und ohne Fülle, die er enthüllen könnte, nennt man das bei uns Tod. Und der Wille zu geben, der die ganze Zeit immer stärker und stärker wird und kein Ende hat, ist ein Wille, der Leben bringt; und sein Empfinden der Fülle und des Willens zusammen bringen diesem Sinn ein unendliches Empfinden. Das heißt, dass ein Mensch, der am Willen „um zu geben" anhaftet, anfängt, seine Existenz auf eine unendliche, ewige Weise zu fühlen, sodass er nicht stirbt und ihm wirklich kein Fall von Tod widerfährt. Anders als bei unseren Körpern – die erneuern sich jedes Mal aufs Neue.
Ja.
17:16
Schüler: Wenn ein Mensch in die Arbeit „um zu geben" eintritt, dann lernt er sich sozusagen selbst kennen, er sieht, dass er eigentlich, je mehr er investiert, sozusagen keine Kräfte hat, keine Kräfte zum Geben.
Rav: Wir sehen in der Zeit der Vorbereitung: Je mehr wir versuchen, zur Form des Gebens zu kommen, desto mehr sehen wir, dass wir es nicht können, und wir werden schwächer, enttäuscht; und wieder offenbart sich uns der Wille zu empfangen und wieder der Wille zu geben, und wieder entscheiden wir, dass es sich vielleicht lohnt, ein Empfangen um zu geben zu machen, ein Geben um zu geben, irgendwie egal, und wieder sehen wir, dass wir es nicht können, und so weiter.
Diese Enttäuschungen und die Erneuerung des Willens und wieder Enttäuschung, Erneuerung des Willens und wieder Enttäuschung, und jedes Mal mehr und mehr und mehr – sie müssen uns zu der endgültigen Entscheidung bringen, dass ich keine Wahl habe, sondern die Offenbarung des Schöpfers brauche, der sich mir als der Große, als der Herrscher, als der Unendliche an Wünschen, an Kräften, an Fülle offenbart – sodass dieses Empfinden, dass Er sich offenbart, mir hilft, diese Methode „um zu geben" auszuführen.
Wenn ich während der ganzen Zeit der Vorbereitung entscheide, langsam, langsam zur Form des Gebens zu kommen – was das Allerbeste ist –, dann, wenn ich wirklich entscheide, offenbart sich der Schöpfer. Er offenbart sich als Kraft, die mir hilft, die Methode des Gebens auszuführen. Aber wenn ich noch nicht zu dieser Entscheidung gekommen bin, dann, wenn Er sich offenbaren würde – das heißt, ich will, dass Er sich nur als Quelle der Genüsse offenbart. Die Quelle der Genüsse bringt mir den Tod. Auf diese Weise offenbart Er sich nicht.
19:21
Schüler: …
Rav: Wir müssen Befriedigung in der Arbeit nur in dem Maße suchen, in dem sie uns Lebendigkeit und Kraft gibt, weiter in die richtige Richtung voranzukommen, in Richtung des Gebens. Das heißt, ich muss jedes Mal sehen, welchen Nutzen ich vom Geben habe, auch wenn es ein Nutzen „um zu geben" ist, auch wenn es ein Nutzen ist, der sich in den Gefäßen des Empfangens offenbart.
Schüler: Er hat gesagt, man muss auf zwei Beinen gehen. Wenn man die letzte Stufe, wie Sie sagen, noch nicht erreicht hat, wie bringt man dann das linke Bein ein?
Rav: Welches linke Bein, wovon redest du?
Schüler: Im Artikel spricht er davon, dass man auf zwei Beinen gehen muss – mit dem Kopf gen Himmel und auf den Boden gestellt.
Rav: Ja.
Schüler: Dass man jedes Mal zuerst mit dem Kopf gen Himmel anfangen muss und danach auf den Boden gestellt. Also hier habe ich verstanden, dass …
Rav: Er sagt, dass der Mensch auf dem Willen zu empfangen stehen muss, und seine Absicht müsste im Schöpfer sein, um zu geben, und wenn er beide verbindet, dann [ergibt sich] die Diagonale, ihre Verbindung wird in Jerusalem sein. (Bitte nicht bewegen, ich bitte darum.) Das ist es, also wird ihre Verbindung genau in Jerusalem sein, im Punkt der Verbindung zwischen Schöpfer und Geschöpf. Jerusalem ist Tiferet, das ist die mittlere Linie. Also was fragst du?
Schüler: Nach dem, worüber wir gerade gesprochen haben: Ohne dass mir die rechte Linie klar bekannt ist, kann ich die linke Linie nicht einmal ein wenig aktivieren – oder ist das ein Irrtum?
Rav: Der Mensch kann die linke Linie in dem Maße aktivieren, in dem er sicher ist, dass diese Linke sich der Rechten anschließt. Willst du das hören?
22:12
Schüler: Wie kann man sicher sein?
Rav: Ich kann erst sicher sein, nachdem ich mich völlig an die rechte Linie geheftet habe und in der rechten Linie die ganze Arbeit getan habe, die ich kann. Das heißt, dass ich völlig, völlig die Sache des Gebens angenommen habe; der Wille zu empfangen, der sich danach offenbart, offenbart sich dann schon so bei mir, dass ich ihn beherrschen kann. Aber erst, nachdem ich die Arbeit der Rechten beendet habe. Deshalb sagt er: Dreiundzwanzigeinhalb Stunden sollst du in Freude sein, und eine halbe Stunde machst du vielleicht Kritik. Das ist es.
Ja.
Schüler: Wenn Störungen kommen und nach einem Abstieg beim Menschen – muss der Mensch ganz einfach all diese Dinge ignorieren und anfangen, … den Schöpfer zu bitten, oder was, oder muss er durch diese Störungen etwas enthüllen?
Rav: Wenn Störungen kommen, muss der Mensch sofort auf sie einen Zimzum machen, als wären es keine Störungen, seine Verbindung mit der Rechten erneuern, sodass er Verbindung mit der Rechten bekommt, mit dem Geben, sodass er sich selbst, so weit er kann, die Größe des Schöpfers enthüllt. Danach erlaube dir, anzufangen, mit den Störungen zu arbeiten, auf eine sehr, sehr kritische Weise, mit Einschränkung. Jedes Mal mit den Bremsen – wie weit man Störungen aus seinem Leben enthüllt –, nur in dem Maße, in dem sie das Maß seiner Anhaftung an den Schöpfer nicht beeinträchtigen.
Wenn du siehst, dass irgendwelche Gedanken, irgendwelche Dinge dich stören, ja, dann geh nicht in sie hinein, in diese Gedanken, wecke sie nicht, sondern wecke sie ganz langsam die ganze Zeit in sehr kleinem Maße. Noch ein Tröpfchen, noch ein Tröpfchen, noch ein Tröpfchen, das ist es. Und du wirst dann sehen, wie sie sehr, sehr gezielt zu dir kommen, um dir jedes Mal die Möglichkeit zu geben, dein Verhältnis zur Wirklichkeit von der Seite der Anhaftung an den Schöpfer her zu erneuern.
Sagen wir, es passiert irgendetwas, behüte und bewahre, ein Unglück, dann musst du sofort die richtige Wirklichkeit erneuern – nämlich Schöpfer und Geschöpfe, und wie Er das ordnet und wie Er das macht – und nicht an dieses Unglück und an gar nichts denken. Und danach, langsam, langsam, dazu übergehen, das, was du siehst, dieses Bild zu verbinden – sodass es dir die Verbindung und das Verhältnis zum Schöpfer nicht abtrennt, sondern im Gegenteil, es dir stärkt. Das ist eine schwierige Sache, aber eigentlich gibt es hier nicht so viele Worte, das …
25:38
Schüler: Wie haftet einem dadurch, dass sich der Mensch an Ihn wendet, ein Wille an? Wir haben gesagt, Er ist die Quelle der Fülle, Er ist die Quelle des Willens, des Mangels, … unendlich – wie haftet dem Menschen gerade dadurch, dass er sich an Ihn wendet, ein Mangel oder ein Wille an? Oder ich habe nicht verstanden, was Sie gesagt haben.
Rav: Ich habe die Frage nicht verstanden.
Schüler: Sie haben gesagt, dass die Erneuerung des Willens nur aus der Verbindung mit dem Schöpfer kommen kann.
Rav: Gut, ich – wovon ich gesprochen habe – ich habe schon von einem Menschen gesprochen, der zwei Linien unter Kontrolle hat, und der dabei festlegt, denn die rechte Linie und die linke Linie kommen beide vom Schöpfer. Auch der Wille zu empfangen … „Ich erschuf den bösen Trieb, Ich erschuf die Tora als Würze" – diese zwei Linien kommen beide vom Schöpfer: der Wille zu empfangen ist die linke Linie, der Wille zu geben, die Kraft des Gebens, ist die rechte Linie, ja, das sind die zwei Engel, die in der Hand des Menschen liegen. Wenn er sie machen, sie als mittlere Linie verbinden will – denn sein Verhältnis zurück zum Schöpfer ist die mittlere Linie –, zwei Linien empfängt er von oben, diese zwei Kräfte; wie er sein Verhältnis zurück zum Schöpfer aufbaut, das ist in der Verbindung zwischen diesen zwei Linien.
Was fragt ihr dazu? Ich erfinde nichts Neues, vielleicht baue ich den Satz auf eine neue Weise, denn früher … Heute erlaube ich mir, es kürzer zu sagen.
Schüler: Ich … ich verstehe einfach nicht, was Verbindung mit dem Schöpfer ist. Man sagt, Er muss sowohl am Anfang der Handlung als auch am Ende der Handlung sein – was ist das …?
Rav: Am Anfang der Handlung muss es eine Verbindung mit dem Schöpfer geben – dass ich diese ganze Handlung so plane, dass sie mich zur Verbindung mit Ihm bringt –, und am Ende der Handlung, dass ich wirklich zur Verbindung gekommen bin. Ich verstehe nicht, was heißt das: dass Anfang und Ende der Handlungen mit dem Schöpfer verbunden sein müssen? Ja, verbunden.
Schüler: Also mache trotzdem ich das, die Handlung?
Rav: Wer macht es denn sonst, wenn nicht du? Du steckst in einer Philosophie, dass Er alles macht und du sozusagen einfach Einbildung bist, existierst, existierst nicht? Was redest du überhaupt. Lernst du, um etwas zu tun, oder um dir selbst zu sagen, dass du nicht existierst und es nichts zu tun gibt, häh?
Schüler: Ich lerne, um zu etwas zu kommen, das ist es.
Rav: Nun, also lehrt man dich eine Methode; von unserem Vater Abraham an und weiter, all die heiligen Bücher, die man geschrieben hat – man hat sie geschrieben, wie man sich mit dem Schöpfer verbindet, mehr gibt es außer dem nicht.
Schüler: Aber wie haftet mir dadurch, dass ich mich an Ihn wende, etwas an?
Rav: Lass das „um zu geben", alle möglichen Welten, alle möglichen Dinge – es gibt nur eine Sache: sich mit Ihm zu verbinden, das ist es. Denn ich sehe, dass ihr verwirrt seid, ihr wisst nicht, was zu tun ist. „Sag uns, was zu tun ist" – das höre ich von allen möglichen Gruppen. Was habe ich … was tun? Ihr müsst suchen, was zu tun ist, aber nur in dieser Richtung, das ist es.
29:21
Schüler: Ich frage noch einmal, ganz einfach: Wie haftet mir dadurch, dass ich mich an Ihn wende, ein Wille an? Ich wende mich an Ihn – ich weiß nicht genau, was „an Ihn" ist –, wie haftet mir dadurch ein Wille an, warum? Es gibt keine Angleichung der Form, es gibt gar nichts.
Rav: Lass die Angleichung der Form, du weißt nicht, was die Angleichung der Form ist, du weißt gar nichts. Du wendest dich an Ihn – wozu, von welchem Zustand redest du?
Schüler: Dass ein Mensch vor dem Machsom ist und so weiter, dass ein Mensch sich an den Schöpfer wendet und Ihn bittet …
Rav: Was? Dass es mir schlecht geht. Weswegen wende ich mich sonst? Es geht mir schlecht. Oder wende ich mich etwa wegen etwas anderem – dass es mir gut geht?
Schüler: Nein, dass es mir schlecht geht.
Rav: Dass es mir schlecht geht, ja? Das ist es. Nun, also wende ich mich, also muss ich klären, dass ich mich nur an Ihn wenden muss – nicht an meinen Verstand und nicht an meine Kraft, und nicht einmal an die Freunde, und nicht an den Staat, an nichts, nur an Ihn, ja, ich wende mich an Ihn. Was will ich von Ihm?
Schüler: Das kann sich jetzt ändern, ich will von Ihm vielleicht einen Mangel, ich will von Ihm vielleicht eine Richtung.
Rav: Was für ein Mangel, fehlt mir ein Mangel? Behüte und bewahre, dass kein Mangel komme. Ich will von Ihm zuallererst, das Erste, ja, dass es mir gut geht. Dass es mir gut geht, kann bei mir aus zwei Quellen kommen, aus dem Verstand (Mocha) und dem Herzen (Liba). Das heißt, dass es mir gut geht, einfach auf gute Weise, dass es mir gut geht, und einfach auf gute Weise …
Hört auf, mit den Stühlen herumzurutschen. Das deutet auf mangelnde Konzentration hin; ein Mensch, der ganz konzentriert ist, kann sich nicht bewegen. Jemand fragt – es ist ihnen egal, wirklich schade um die Zeit. Nicht nur ihr. Sich nicht an der Frage des Freundes zu beteiligen, das heißt, die Verbindung zu verlieren, die Kraft zu verlieren, die Fähigkeit zu verlieren, Gefäße zu erwerben. Jeder sitzt allein im Unterricht, deshalb seht ihr so aus.
Wenn ich mich wende, bitte ich Ihn um zwei Füllungen, eine Füllung im Gefühl und eine Füllung im Verstand. Im Verstand muss ich mich selbst und Ihn rechtfertigen, und den Zustand, in dem ich mich zwischen uns befinde, in dem ich mich befinde. Es ist irgendetwas Unangenehmes passiert, ich fühle mich schlecht, ich wende mich, ich muss mich gut fühlen. Wie werde ich mich in diesem Schlechten gut fühlen? Wenn ich eine Rechtfertigung bekomme. Also muss ich mich mit Ihm verbinden, mit dem Schöpfungsgedanken, ich muss alle mögliche Verbindung mit Ihm auf mich ziehen. Nachdem ich das getan habe, fange ich an, das ganze Geschehen, das über mich kommt, zu wecken und es bis in die maximale Tiefe zu betrachten, so weit ich kann: warum Er mir das antut, dass … warum Er mir das antut? Nur zu einem einzigen Zweck: dass ich innerhalb dieses grauenhaften Geschehens den Punkt der Verbindung mit Ihm entdecke.
Schüler: Ist das Mocha?
Rav: Das ist, was er schreibt; am Anfang gibt es dort einen Brief, dass sich innerhalb dieser schrecklichen Leiden, die man durchmacht, dort der Tropfen der Vereinigung offenbart, das ist es.
Schüler: Sie haben gesagt, wenn ich mich an Ihn wende, muss ich mich selbst rechtfertigen und muss Ihn rechtfertigen. Richtig?
Rav: Ja.
Schüler: Ich … wieso sollte ich Ihn überhaupt rechtfertigen, woher soll ich rechtfertigen?
Rav: Du kannst Ihn nicht rechtfertigen, du musst suchen, wie man das macht. Dein Suchen kann mit Hilfe der Gruppe geschehen, mit Hilfe der Bücher und Autoren, und bis du zu dem Zustand kommst, dass du Ihn, wenn du Ihn nicht rechtfertigen kannst, darum bittest.
Schüler: Also auch noch aus diesem Suchen …
Rav: Aus diesem Suchen muss dir ein Mangel kommen, dass du … entweder musst du Ihn rechtfertigen, damit es dir gut geht, oder langsam offenbart sich dir ein Mangel, Ihn zu rechtfertigen, weil du nicht schlecht über Ihn denken willst.
Schüler: Also wie wird sich das ändern? Das heißt, ich wende mich an Ihn …
Rav: Das ändert sich durch das Licht. Du fragst, wie das in dir geschieht? Dadurch, dass du suchst und willst und nicht kannst und nicht ankommst, wirkt das Licht, das zu dir kommt, das umgebende Licht, und verändert dir die Dinge.
Schüler: Ich will nur etwas hinzufügen. Die Veränderung ist im Menschen. Es ist klar, dass die Veränderung im Menschen ist, darüber haben wir schon Dutzende Male gesprochen, sie ist nicht im Schöpfer. Der Schöpfer gibt die ganze Zeit Gutes und so weiter, so schreibt man, ich nehme das einmal an.
Rav: Nun.
Schüler: Also wovon – dadurch, dass der Mensch sucht, oder dass der Mensch bittet, oder dass der Mensch alle möglichen Handlungen macht. Wovon verändert sich das im Menschen, wenn es nicht die psychologische Veränderung ist, von der wir reden – wovon verändert es sich denn im Menschen, wie? Was? Oder erwacht im Menschen plötzlich etwas? Gibt es im Menschen irgendetwas anderes, das erwachen muss und das noch nicht erwacht ist? Sodass es nur, wenn er bittet, doch erwacht? Warum? Wo ist hier das …
Rav: Weißt du, wer dieser Mensch ist, von dem du so redest?
Schüler: Nein.
Rav: Nein. Der Mensch ist das, was er fühlt. Und was er nicht fühlt, das gehört noch nicht zum Menschen. Es gibt einen Punkt, einen tierischen Willen, der fühlt, wie er existiert, durch seine fünf Sinne. Diese fünf Sinne, die etwas fühlen, fühlen auch den Schöpfer, das Licht. So wie sie in diesem kleinen Willen zu empfangen fühlen, das nennen sie „diese Welt". Und demnach fühlt der Mensch sich selbst als existierend, als fühlend – das, womit diese Sinne erregt werden. Die Sinne sind nicht seine, der Wille zu empfangen ist nicht seiner, und das Maß der Erregung ist nicht seines – nur das Empfinden, das schreibt er sich selbst zu.
Es kann sich ihm noch ein weiterer Punkt offenbaren, der die Wirklichkeit fühlen will und an seiner Stelle Dunkelheit fühlt, denn dort kann er nur den Schöpfer fühlen. Warum? Weil das ein Punkt ist, in Wahrheit, das ist ein Wille zu geben, das ist nicht der Mensch. Das ist das, was im Menschen vom Zerbrechen der Gefäße übrig geblieben ist, das ist das, was im Menschen vom Schirm übrig geblieben ist. Das ist ein Teil des Göttlichen, nicht umsonst nennt man es „ein Teil des Göttlichen von oben". Der Wille ist ein anderer. Also gibt es im Menschen jetzt zwei Willen. Einen, mit dem er arbeitet, der empfängt, und dann kann er sich nur mit den tierischen Genüssen füllen – Ehre, Geld, Wissen, das ist es. Und was fühlt er durch all diese Dinge: nur die kleine Wirklichkeit, die er „diese Welt" nennt; er nennt diese Wirklichkeit das, was er fühlt.
38:04
Wenn er den zweiten Punkt entwickelt, wird er dort nur den Schöpfer fühlen. Er kann in diesem Punkt nichts anderes fühlen. Er wird schwarz sein, das nennt man „Verhüllung". Die ganze Zeit offenbart sich die Ursache nicht, und es offenbart sich nur der Schöpfer. Das Maß der Offenbarung des Schöpfers in diesem zweiten Punkt, in diesem zweiten Sinn, sozusagen, ja? Das nennt man die Welten, die Verhüllungen vom vollständigen Maß der Offenbarung. Wie verändert sich dieser zweite Punkt, wird erregt und wächst? Durch alle möglichen Beschäftigungen, die der Mensch in „Tora und Mizwot" macht, wie man so sagt.
Schüler: Aber wie?
Rav: Wie? Wir wissen nicht, wie. Sie schreiben uns, wie. Abraham hat es entdeckt, hat es geschrieben. Rabbi Schimon hat es entdeckt, hat es geschrieben. Der ARI hat geschrieben, RAMCHAL, RAMBAM, egal – jeder hat geschrieben, wie das ist und was man dabei fühlt.
Schüler: Warum verändert sich mein Empfinden dadurch, dass ich um etwas bitte, sogar viele Male? Warum? Woher kommt hier das … was dadurch, dass …
Rav: Das Empfinden in diesem Sinn hängt nur vom umgebenden Licht ab, noch nicht vom inneren, das ihn füllen soll, sondern es leuchtet ihm aus der Ferne. Was heißt aus der Ferne? Von außerhalb. Es kann ihm noch nicht durch den Schirm hindurch hineinleuchten. Sondern er fühlt diesen Punkt, Ihn, mit äußeren Gefäßen außerhalb des Schirms, das ist es. Also verändert sich dieses Licht die ganze Zeit. Was heißt, das Licht verändert sich? Das Licht verändert sich nicht. Aber dieser Wille zu empfangen, die ganze Zeit, dieser spirituelle, der verändert sich die ganze Zeit.
Schüler: Warum?
Rav: Weil er sich entwickelt. Weil er sich entwickelt. Das Licht, das wirkt, bringt immer die Entwicklung des Willens zu empfangen hervor. Du kannst sagen: „Aber du hast gesagt, das Licht verändert sich nicht – wieso heißt es dann, dass es die Entwicklung des Willens zu empfangen hervorbringt?" Weil du innerhalb des Willens zu empfangen Reshimot hast, von jetzt an bis zur Unendlichkeit. Jede Reshimo kommt heraus, verwirklicht sich, endet; die nächste Reshimo kommt heraus, verwirklicht sich, endet, und so weiter. Das Licht drückt die ganze Zeit dasselbe in Richtung Unendlichkeit. Und weil es in Richtung Unendlichkeit drückt, offenbaren sich die ganze Zeit neue Reshimot. Und diese Reshimot kommen aus der Herabkettung von oben nach unten, deshalb brauchen wir diese Herabkettung von oben nach unten. Damit wir jetzt Reshimot haben, um selbst von unten nach oben aufzusteigen, zumindest in unserem Empfinden, wenn nicht von uns selbst aus. Von uns selbst aus, das ist immer ein Problem – die Wahlfreiheit.
Nun.
40:58
Schüler: Also warum beschleunige ich dadurch, dass ich viele Handlungen, Bitten und so weiter mache, das Tempo des Herauskommens der Reshimot, die ohnehin herauskommen müssen? Warum? Wo ist hier in meinem Empfinden? Sie sagen, es ist nicht von uns selbst aus, es ist in unserem Empfinden.
Rav: Nun.
Schüler: Wo ist noch einmal hier … warum sollte das Tempo des Herauskommens der Reshimot …
Rav: Das Tempo des Herauskommens der Reshimot hängt entweder von „in seiner Zeit" ab – das kommt heraus gemäß der Maschine, die … das heißt, gemäß einem relativen Verhältnis zwischen den Reshimot und dem Licht. Und höhere Reshimot entwickeln sich schneller, niedrigere Reshimot entwickeln sich langsamer, egal, aber das … und ebenso bei jedem Einzelnen. Und ebenso haben die Reshimot bei jedem Einzelnen eine andere Zusammensetzung, denn jeder gleicht seinem Nächsten nicht in den Eigenschaften, in der Verbindung der Eigenschaften in der Seele des Adam haRishon. Also hat jeder ein anderes Entwicklungstempo. Wir sehen das in dieser Welt. Es gibt solche, die sich nach dem Wissen sehnen, es gibt solche, die noch im Tierischen sind. Aber in dem Durcheinander ist auch so jeder verschieden.
Also sind das ebenso spirituelle Reshimot; zwar sagen wir, „die ganze Zeit offenbart sich eine Reshimo", aber diese eine Reshimo ist aus allen übrigen Reshimot zusammengesetzt, die uns insgesamt den Zustand mitteilen. Woraus, aus allen übrigen? Aus allen anderen 600.000 Reshimot ist jede Reshimo zusammengesetzt. Also wirkt das Höhere Licht auf eine Reshimo und entwickelt sie aus der Ferne, was „umgebendes Licht" genannt wird. Während des Lernens geschieht das besonders durch die Wünsche, durch die Gemeinschaft noch mehr und so, und so entwickelt es sich.
Also kannst du dich bis zu einer bestimmten Grenze auf natürliche Weise entwickeln, und von einer bestimmten Grenze an gibt man dir den Punkt im Herzen, bringt dich an einen Ort, gibt dir eine Methode, und dann kommst du langsam in den Zustand, dass du langsam klärst, ob du willst oder nicht willst, ob du dabei etwas zu bestimmen hast oder nicht. Das nennt man dann schon „den Weg der Tora". Das heißt, die Entwicklung der Reshimot auf schnellere Weise zu bewirken, das ist es. Das ist es, kein Problem. Auf diese Weise entwickelt sich alles.
43:51
Ja.
Schüler: Was ich jetzt gefühlt habe … die Größe des Schöpfers, ein Mensch fühlt, dass sie ihn umgewandelt hat. Aber woher hat er jetzt die Kraft, ich weiß nicht, die Kraft, zu fühlen, dass er wie der Schöpfer ist, wie Er, dass ein Mensch wie Er ist. Aber aus der Größe wirklich …
Rav: Wie soll der Mensch dadurch, dass … Ein Mensch, der die Größe des Schöpfers fühlt, sagst du, wird sich selbst als das Gegenteil von Ihm fühlen, dass er ganz und gar keine Kräfte hat und keine Fähigkeiten, keinen Verstand und gar nichts, um mit sich selbst zu arbeiten, ja, um dem Schöpfer ähnlich zu werden, wie Er zu sein, ja. Das stimmt nicht. Denn der Schöpfer offenbart sich nie auf eine Weise, die dem Menschen die Möglichkeit zur Entwicklung nimmt. Er offenbart sich dem Menschen nur in dem Maße, in dem der Mensch daraus Kräfte zur Entwicklung schöpfen kann, und nicht, um den Menschen zu unterdrücken. Die wahre Gestalt des Schöpfers offenbart sich nach der ganzen Endkorrektur der Gefäße. Und davor offenbart sich auf jeder einzelnen Stufe die rechte Linie, genau um dem Menschen Handlungsfreiheit zu ermöglichen, das ist es.
45:21
Das heißt: „Dort, wo du Seine Größe siehst, dort siehst du Seine Demut" – die Demut. Diese zwei Dinge offenbaren sich dir zusammen in seinem Empfinden, und beide strahlen ebenfalls zwei Kräfte zu dir aus, sozusagen, entgegengesetzte: sowohl Furcht als auch Liebe.
Ja.
45:55
Schüler: Ich wollte zur Frage von Igor etwas fragen. Aber was ist damit, dass ich Seine Größe sehe – wie gibt mir das die Kraft, wie Er zu sein?
Rav: Wenn ich den Großen sehe, wie kann das … wie gibt mir das die Kraft, wie Er zu sein? Also sage ich es noch einmal. Beim Erscheinen des Großen gegenüber dem Kleinen kann der Kleine fühlen, dass er sich einfach unterwerfen will, gegenüber dem Großen. Es kann sein, dass sich ihm der Große so offenbart, wie gut es ist, groß zu sein. Und es offenbaren sich ihm Kräfte, wirklich groß sein zu wollen und diesen Willen zu verwirklichen. Das hängt davon ab … langsam, wie der Mensch die Größe des Schöpfers aufnimmt. Und die Reshimot sind so geordnet, dass jede Reshimo, mit jedem Teil in ihr, die ganze Entwicklung des Verhältnisses gegenüber dem Erscheinen des Schöpfers beim Menschen [enthält]. Ich am Anfang … „Was für eine Größe. Oh …" Danach: „Was gibt ihm das? Welche Fähigkeit zu sein? Welche Fähigkeit? Welche …"
Und langsam fange ich so an, neidisch zu werden, fange an zu wollen, fange an, diese Dinge zu erwerben; außer dem Eindruck fangen sie an, bei mir zu sein, schon als meine eigenen; ich fange an, aus meinem eigenen Willen zu empfangen heraus zu denken, ich fange an zu überlegen, wie ich sie benutzen kann, und dann nennt man das die Entwicklung des Willens in den vier Stufen des Willens.
47:33
Schüler: Mir ist klar, dass das den Willen entwickelt, aber wie gibt mir das Kräfte?
Rav: Das gibt dir danach die Kräfte, wie Er zu sein, weil du diesen Status willst. Er offenbart sich dir als der Vollkommenste und Größte.
Wir müssen anfangen … der Letzte. Nun …
Schüler: … spricht davon, dass bei jeder Handlung, bei jedem Gedanken zuerst der Schöpfer sein muss, dass man Ihn an die Spitze stellt. Wenn ich in der Gruppe arbeite und Verbreitung mache und fühle, dass mein Körper mir volle Kräfte gibt, um solche Handlungen zu machen, [und] keine Notwendigkeit fühle, den Schöpfer an die Spitze zu stellen – wie kann ich das aufspüren, diese Notwendigkeit? Ich denke schon …
Rav: Jede Handlung, an deren Anfang keine Verbindung mit der Göttlichkeit steht, ist eine untaugliche Handlung. Also lohnt es sich, innezuhalten und zu überlegen, was man macht.
Schüler: Ich halte mich an. Wie spüre ich das auf?
Rav: Das ist es. Außer Handlungen – außer Handlungen, die für die Existenz notwendig sind, die wir sicher nicht anhalten können. Ich muss jemandem irgendwie helfen, sonst lebt oder stirbt er. Ich muss noch … egal was. Außer den Handlungen des Überlebens, wo ich keine Zeit habe und vorerst keine Pflicht habe, über meine Verbindung mit dem Schöpfer zu reden. „Nein. Solange ich nicht essen kann, um zu geben, esse ich nicht." Iss, danach denk über das „um zu geben" nach. Sonst gibt es niemanden mehr, der über das „um zu geben" nachdenken kann. Verstehst du? Das ist es. Aber bei allen übrigen Dingen, die wir tun und ausführen, ist es ratsam, in gewissem Maße anzufangen, sich zu bemühen, sie mit dem „um zu geben" zu verbinden.
Mit dem Schöpfer. Egal, „um zu geben". Mit dem Schöpfer. Und das ist, was ich – und das ist, was ich von den Gruppen, die mich fragen, nicht höre: „Was sollen wir tun, Lieber? Welche Dinge sollen wir noch tun? Vielleicht noch eine Idee? Wir fühlen, dass wir den Mangel verlieren, die Spannung verlieren." Das hängt davon ab, wie ihr eine Notwendigkeit in der Sache entdeckt. Wozu seid ihr überhaupt …?
50:01
Früher habt ihr euch verbunden; man will euch auf eine höhere Stufe heben, deshalb zeigt man euch im jetzigen Zustand, dass er schon nutzlos geworden ist. Ihr habt diese Reshimot schon verbraucht, ihr seid sie durchgegangen, ihr habt sie gesehen, ihr habt sie gefühlt, fertig. Man muss weitergehen. Weiter – ihr müsst die Größe der Göttlichkeit suchen. Nur Er kann euch weiterziehen, und Er, nur Er kann euch alle möglichen Ideen bringen. Sucht Ihn.
50:42
Schüler: Also wenn ich in der Küche arbeite, sagen wir, Essen für den Schabbat zubereite, für die ganze Gruppe …
Rav: Es ist egal, wo du arbeitest.
Schüler: Aber ich habe vergessen … muss ich das erreichen, diese Handlung?
Rav: Siehst du, ich habe es gerade erklärt. Er fragt mich nach den notwendigen [Handlungen].
Schüler: Nein. Ich frage nicht nach den notwendigen. Ich …
Rav: Ich habe nichts mehr zu sagen. Das ist es.
Schüler: Wenn es nicht notwendig ist.
Rav: Siehst du? Siehst du, was er fragt? Wenn er in der Küche arbeitet – das Essen nicht mehr austeilen, weil er jetzt nicht an den Schöpfer denken kann.
51:10
Schüler: … über das Notwendige. Verbreitung, Unterricht, den ich gebe.
Rav: Das sind notwendige Dinge: Wenn du das nicht machst, dann bleibt die Sache stehen. Ich rede über Dinge, die nicht notwendig sind. Was heißt nicht notwendig? Deine willentlichen, deine inneren. Du kannst das Leben nicht bewältigen. Du musst dich im Leben verhalten, ob es einen Schöpfer gibt oder keinen Schöpfer gibt – „Wenn ich nicht für mich bin, wer dann für mich"? Aber dort, wo es zum spirituellen Fortschritt gehört, zum spirituellen Fortschritt, dort musst du Ihn zuerst setzen und danach ausführen. Wenn du mit den Leuten sitzt und mit ihnen redest – über alles, worüber du mit ihnen reden wirst –, wenn es nicht in Verbindung mit der Offenbarung der Göttlichkeit und der Verbindung mit Ihm steht, dann das ganze … dann nicht … dann wird jeder Satz, den du sagst, einfach eine Lüge sein, ohne Nutzen. Egal, worüber du redest, was in der Gruppe geschieht. Das muss das ganze übrige Verhalten bestimmen, alles, was es gibt.
Gut. Tut mir leid. Ich bin schuld. Ich begreife nicht, dass man das nicht begreifen kann. Nein.
Schüler: …
Rav: Nein. Denkt auch darüber nach und fragt dann.
52:51
(Ende des Unterrichts)