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Part 1 Sukkot 2003. Lesson 12 (16.10.2003)

Sukkot 2003. Lesson 12 (16.10.2003)

5 окт 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Morgenabschrift 16.10.2003

Sukkot 2003, Lektion 12

Rav: Ich erzähle euch kurz alles, was ich in all diesen Tagen auf Russisch erzählt habe. Eigentlich sind das Dinge, die ihr schon kennt und über die ihr gelesen habt. Es ist nichts Neues daran. Sobald es Fragen gibt, hebt jeder die Hand, ohne zu rufen, und ich gebe wirklich jedem die Gelegenheit zu fragen. Wenn etwas Neues dabei ist und es uns hilft, Dinge zu klären, umso besser, das ist gut.

Die Sache ist folgende. Wer hier war und wer nicht hier war, hat vielleicht gesehen, dass die Sukka voll war. Es waren sehr viele Menschen da, und alle kamen aus dem Ausland, nicht aus Israel. Aus Israel, gerade Israelis, kommen vielleicht dreißig, höchstens fünfzig Leute. Warum ist das so? Das steht in der Tora: Das ist die größte Awiut, das gröbste Volk, das egoistischste Volk. Gerade deshalb hat man uns durch dieses Volk die Tora gegeben, die Methode der Kabbala, die Methode der Korrektur der Seele. Wir haben keine Wahl, wir müssen mit diesem Volk arbeiten. So ist es.

Warum geschieht das so? Wir lernen aus der Weisheit der Kabbala, dass der Schöpfer ein einziges Gefäß erschaffen hat (Zeichnung): das Verlangen zu empfangen. Und dann gibt es den Schöpfer, also das Licht, das dieses Gefäß erschafft. Außer dem gibt es nichts. Dieses Gefäß ist ein einziges Verlangen zu empfangen, und das Licht erfüllt es. Dieser Zustand ist gegeben und existiert auf der höchsten Stufe. Er heißt „Welt Ejn Sof".

Was geschieht weiter? Was tut man, damit dieses Verlangen die Stufe des Schöpfers erreicht? Der Schöpfer wollte, dass das Geschöpf Seine Stufe erreicht. Das heißt „den Geschöpfen Gutes tun", „Seinen Geschöpfen". Das ist der Schöpfungsgedanke: „Seinen Geschöpfen Gutes tun". Hier (in der Zeichnung) ist der Schöpfungsgedanke. Der Gedanke, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, bedeutet, das Geschöpf auf die Stufe des Schöpfers zu bringen. Es geht nicht darum, ein braves Kind aus ihm zu machen und es mit Genüssen zu füllen. Es geht darum, es so groß werden zu lassen, dass es wirklich ein Königssohn wird, dem Schöpfer gleich.

2:32

Wie macht man das? Sowohl das Verlangen als auch die Füllung, die der Schöpfer hier erschaffen hat, muss das Geschöpf selbst erreichen. Erreichen heißt, es selbst aufbauen, es sozusagen selbst erschaffen. Dann erlangt das Geschöpf all das selbst: im Gedanken, im Willen¹, in der Kraft, in der Erfahrung, in allen Gegebenheiten, die der Schöpfer hat.

Um dahin zu kommen, muss das Geschöpf das wollen. Und um das zu wollen, muss es wissen, welcher Unterschied zwischen ihm und dem Schöpfer besteht. Dieses Gefühl, diese Kluft zwischen Geschöpf und Schöpfer, nennen wir das Gefühl der Scham. Wenn sich der Schöpfer offenbart, fühlt man also Scham. Der Unterschied zwischen Geschöpf und Schöpfer und dieses Gefühl der Scham sind der Antrieb, den das Geschöpf fühlt. Mit Hilfe dieses Antriebs korrigiert es sich. Zusammengefasst: Solange wir den Schöpfer nicht fühlen, haben wir keine Scham und überhaupt kein Bedürfnis, Ihm ähnlich zu sein oder uns irgendwie anzustrengen, wie Er zu sein. Wir müssen also zur Offenbarung des Schöpfers kommen. Das ist das Erste.

Das Zweite: Der Schöpfer offenbart sich aber nicht. Warum nicht? Würde Er sich jetzt offenbaren, dann würden wir Ihn für uns selbst wollen. Wir würden Ihn zu unserem Genuss benutzen, so wie wir jeden Genuss, jeden Menschen und die ganze Welt um uns herum nur zu unserem Genuss benutzen wollen. Würde sich der Schöpfer offenbaren, würden wir uns genauso zu Ihm verhalten und überlegen, wie man Ihn ausnutzt. Deshalb offenbart Er sich nicht. Was tut man also? Wir kommen mit Mitteln voran, die aus der Verborgenheit heraus wirken, nämlich durch das Umgebende Licht. 4:24

Wie macht man das? Der Schöpfer will das Geschöpf aus dem Zustand herausführen, in dem Er es als Welt Ejn Sof erschaffen hat. Hier (in der Zeichnung) ist das Geschöpf noch mit seinen Gefäßen, die es nicht fühlt. Es ist auch mit der Füllung zusammen, doch es fühlt nicht, dass es mit ihr zusammen ist. Denn all das kommt von oben, vom Schöpfer. Der Schöpfer hat das Gefäß erschaffen und das Verlangen erschaffen. Wenn das Verlangen nicht aus dem Geschöpf selbst kommt, fühlt man weder Verlangen noch Genuss. Das nennt man „unbelebt": Es fehlt das Gefühl.

Auch jetzt gibt es in mir alle möglichen Vorgänge, die ich nicht verstehe, nicht fühle und von denen ich nichts weiß, obwohl ich schon ein Mensch bin, der fühlt, versteht, hört und reagiert. Denn nicht ich habe sie aufgebaut, nicht ich habe sie als Mangel gefühlt und nicht ich habe sie gefüllt. Deshalb mögen sie existieren, aber für mich, für mein Gefühl, existieren sie nicht.

Wie erreicht man, dass dieses erschaffene Geschöpf wirklich zur Eigenschaft des Schöpfers kommt? Die Eigenschaft des Schöpfers ist Geben. Wie kommt das Geschöpf zum Geben? Wem kann es geben? Dem Schöpfer. Aber wie kann es dem Schöpfer geben, wenn es nur Verlangen zu empfangen ist? Um dem Geschöpf diese Fähigkeit zu geben, zerbricht der Schöpfer dieses Gefäß. Er bringt zusätzlich die Eigenschaft Bina in dieses Gefäß hinein, zerbricht sie und bringt das Gefäß in den Zustand des „Zerbrechens". Das ist das Zerbrechen der Gefäße oder das Zerbrechen von Adam haRishon. 6:21

Dann geschieht Folgendes: In dem Gefäß, das der Schöpfer erschaffen hat, sind das Verlangen zu empfangen, das „Malchut" heißt, und zusätzlich die Eigenschaft des Schöpfers, die „Bina" heißt, zusammen. Aber sie sind zerbrochen. Wie zeigt sich das? Das Gefäß sieht jetzt anders aus. Es gibt sehr viele Punkte, Verlangen zu empfangen, zwischen denen keine Verbindung besteht. Vorher war es ein einziges Gefäß, und alle Verlangen haben das Licht gemeinsam in sich empfangen. Jetzt sind sie voneinander getrennt. Jedes sitzt in seiner Zelle und fühlt die anderen nicht. Was heißt das? Es fühlt den Mangel des anderen nicht, oder es fühlt den Mangel des anderen nur, um ihn für sich auszunutzen. Es fühlt den Mangel des anderen nicht so, dass es im anderen lebt, wie es hier (siehe Zeichnung) im ersten Zustand war.

Wozu ist das gemacht? Das ist der Zustand nach dem Zerbrechen: Adam haRishon nach dem Zerbrechen, dessen Seele sich in sechzig Myriaden Seelen geteilt hat. Eine Myriade sind zehntausend, es sind also sechshunderttausend Teile, und jeder davon teilt sich wieder in viele weitere Teile. Wozu? Jedes dieser Verlangen ist eigentlich ein Teil von Malchut. Wenn es die Eigenschaft Bina erhält und sie aus der Eigenschaft Bina heraus benutzt, und die Eigenschaft Bina ist Geben, dann kann es sich zu allen übrigen Teilen so verhalten wie der Schöpfer. 8:15

Es hat also die Möglichkeit, dem Schöpfer ähnlich zu werden, nämlich in seiner Beziehung zu allen übrigen Teilen dieses Gefäßes. Wenn es das tut, kommt es durch die Gleichheit der Form wirklich in den Zustand des Schöpfers. Für die Frage, wie man das macht, gibt es eine Methode, die Weisheit der Kabbala heißt. Aber im Grunde ist das die ganze Sache, der ganze Kreislauf der Schöpfung. Er führt vom Anfang zum Zerbrechen, zu ihrem Abstieg in diese Welt und zu ihrem Wiederaufstieg auf die Stufe des Schöpfers, zur Welt Ejn Sof.

Fragen. Alles klar.

Ja.

9:02

Schüler: Wie wird der Prozess aussehen, in dem die zerbrochene Malchut lernt, die Hinzufügung von Bina zu empfangen?

Rav: Noch Fragen?

Ja.

Schüler: Das heißt, die Beziehung zwischen den Teilen des … ist so, wie sie zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf sein soll. Das heißt, dass …

Rav: Das Geschöpf muss dahin kommen, dass es sich zu allen Geschöpfen so verhält, wie der Schöpfer sich zu allen Geschöpfen verhält. Wir müssen Ihm ähnlich werden. Wir müssen von Ihm lernen, wie Er sich zur Schöpfung verhält, und uns genauso zur Schöpfung verhalten. Hier kommen wir zu der Bedingung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, das ist eine große Regel in der Tora". Ja? Das heißt, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist eigentlich derselbe Zustand, dieselbe Beziehung des Schöpfers zu den Geschöpfen: die Liebe zu den Geschöpfen.

Was bedeutet „wie dich selbst"? Für uns ist das der Maßstab. Wie der Schöpfer die Geschöpfe liebt, drückt sich bei uns im Wort „wie dich selbst" aus. „Liebe": Gut, auch Er liebt sie. Aber wie? Wie sehr? Unter welchen Bedingungen, mit welcher Stärke, in welcher Beziehung? „Wie dich selbst." Das heißt, ich muss lernen, wie ich mich selbst liebe. Ohne zu wissen, wie ich mich selbst liebe, werde ich nicht wissen, wie man den anderen liebt. 10:32

Damit ich weiß, wie ich mich selbst liebe, öffnet man mir nach und nach mein Verlangen zu empfangen, immer mehr. So erkenne ich immer mehr, wie bereit ich bin, es zu füllen, und dass mir niemand draußen wichtig ist. Soll die ganze Welt verbrennen, Hauptsache, ich bekomme irgendeinen winzigen Genuss. So erreiche ich nach und nach, wie sehr ich mich selbst liebe. Und je nachdem, wie viel ich von meinem Verlangen zu empfangen erreiche, wie sehr ich mich selbst liebe, muss ich es so korrigieren, dass ich den anderen genau in derselben Weise liebe.

Dieser Prozess heißt „Aufstieg auf den spirituellen Stufen", auf den Stufen der höheren Welten. Jedes Mal öffnet man mir Verlangen zu empfangen, ich sehe, wie sehr ich mich selbst liebe, und korrigiere es so, dass ich den anderen genauso liebe. In Ordnung?

Ja.

11:30

Schüler: Aber man sagt, der Schöpfer ist eine riesige Kraft des Gebens. Wie kann ein Geschöpf einem anderen Geschöpf in derselben Weise geben wie der Schöpfer?

Rav: Wir lernen das Verlangen zu empfangen nach und nach kennen. Der Schöpfer benutzt Seinen Willen zu geben auf eine bestimmte Weise. Wenn wir unser Verlangen zu empfangen so korrigieren, dass es sich genauso zu den anderen verhält, dann kommen wir genau zur Gleichheit der Form.

Du fragst, wie das Verlangen zu empfangen so sein kann wie die Kraft des Gebens? Das ist ganz einfach. Unser Verlangen zu empfangen ist genauso groß wie der Wille des Schöpfers zu geben. Denn mit Seinem Willen zu geben, mit Seinem Licht, hat der Schöpfer dieses Gefäß erschaffen. Licht und Gefäß sind also gleich.

Wenn ich das Gefäß so wie das Licht zum Geben benutze, werde ich genau dem Licht ähnlich, genau dem Geben des Schöpfers ähnlich. Ich habe alle Gegebenheiten dafür und muss mir von außen nichts dazu ausdenken².

Schüler: Aber das Gefäß ist zerbrochen, es besteht aus kleinen Teilchen. Hat jedes kleine Teil so eine Kraft?

Rav: Nein. Mein kleines Gefäß hat von vornherein keinerlei Kräfte. Ich fange in einem Zustand an, in dem ich überhaupt nicht verstehe, worum es geht, ja? Das ist, sagen wir, unser jetziger Zustand. Aber nach und nach fügt man mir Verlangen zu empfangen hinzu, und ich fange an, es zu benutzen. Wenn ich es richtig benutze, fügt man mir weiteres Verlangen zu empfangen hinzu. Man gibt mir auch die Möglichkeit zu wissen, wie ich es korrigieren und so benutzen kann, wie der Schöpfer gibt.

Zur Größe des Verlangens zu empfangen sage ich noch einmal: In uns, in jedem Einzelnen, ist ein unendliches Verlangen zu empfangen. Von deinem Verlangen zu empfangen fühlst du jetzt nur den allerkleinsten Teil, sagen wir bei dir (Zeichnung), ja? Alles Übrige ist dir verborgen, weil du nicht in der Lage bist, es zu korrigieren. Dafür hast du überhaupt keine Gefäße. Das kleine Verlangen zu empfangen, in dem du jetzt lebst, heißt „diese Welt": das, was du darin fühlst, ja? Das Bild, das du darin fühlst, heißt „diese Welt". Das gibt man dir jetzt zu fühlen, obwohl das Verlangen zu empfangen nicht korrigiert ist. Warum? Um dir ein gewisses Maß an Existenz zu geben, denn du musst mit etwas anfangen.

Damit fängst du also an. Es zählt nicht, dass du empfängst, es zählt nicht, dass du gibst, es zählt überhaupt nicht. Deshalb gilt unser Zustand überhaupt nicht als Leben. In der Spiritualität heißt das nicht Leben. Das heißt unterhalb der Ebene des Lebens, unterhalb der Ebene der Lebendigkeit: Wir sind tot. Für die Spiritualität sind wir tot, wir haben keinen Massach. 14:17

Das ganze übrige Verlangen zu empfangen wird sich dir öffnen, je nachdem, wie bereit du sein wirst, es zu korrigieren, um zu geben. Sagen wir, ich habe gelernt und mich in der Gruppe auf alle möglichen Arten angestrengt. Ich will wirklich und bin bereit, sozusagen will ich und bin bereit, natürlich. Ich habe also eine gewisse Vorbereitung gemacht. Von oben gibt es Umgebendes Licht, das ich durch meine Anstrengungen wirklich herbeigerufen und auf mich gezogen habe. Was die Kabbalisten für uns herausgefunden haben und was sie uns zu tun empfehlen, das habe ich getan. Dann öffnet man mir eine Schicht des Verlangens zu empfangen, die, sagen wir, „Awiut Shoresh" heißt, ja?

Dann fange ich an, mit ihr zu arbeiten. Natürlich fühle ich einen sehr großen Abstieg. Ich fange an, spirituelle Genüsse zu fühlen, und sehe, wie sehr ich sie haben und sie empfangen wollte, um zu empfangen. Ich fange an, mit ihnen zu arbeiten. Durch das Umgebende Licht erwerbe ich ihnen gegenüber die Kraft, sie zu korrigieren und mit dieser ganzen Awiut zu arbeiten, um zu geben, also mit der Absicht, um zu geben. Dann wird das Verlangen zu empfangen nach und nach korrigiert. Wird es korrigiert, dann heißt das, dass ich zum Ibur komme, ja?

Bin ich mit dem Ibur, mit Awiut Shoresh fertig, fügt man mir weiteres Verlangen zu empfangen hinzu: Awiut 1, 2, 3 und danach 4. Das ist das Ganze.

Dementsprechend sagt man, dass ich mich in der Welt Assija, Brija befinde, bis ich zu Adam Kadmon oder zu Ejn Sof komme. Jede Stufe des Verlangens zu empfangen, die ich verwirkliche, heißt … Ich fühle darin die Anwesenheit des Schöpfers. Ich habe hier die Absicht gemacht, um zu geben, also tritt das Höhere Licht in dieses Verlangen zu empfangen ein. Ich fühle, wie das Licht in dieses Verlangen zu empfangen eintritt. Das heißt für mich „Welt Assija", ich befinde mich in der Welt Assija. In meinem korrigierten Verlangen zu empfangen wird die Welt Assija sein.

Genauso fügt man danach Awiut 1 hinzu. Das heißt schon „Katnut" oder „Yenika": Die Korrektur heißt Yenika, und der Zustand heißt Katnut. Das wird die Welt Yezira sein. Ich werde etwas im Verlangen zu empfangen fühlen, das mit der Absicht, um zu geben, in Awiut 1 korrigiert ist. Das wird „Welt Assija"³ heißen, und so weiter.

Natürlich sind also alle Verlangen, alle Welten und jede Erscheinung des Schöpfers im Geschöpf, in diesem Gefäß des Verlangens zu empfangen, das jeder von uns korrigiert. Jetzt ist die Frage: Wie korrigiere ich, wie erwerbe ich den Massach? Sobald ich bereit bin, den Massach zu erwerben, wird sich mir Verlangen zu empfangen öffnen. Ich werde es korrigieren und so auf den Stufen der höheren Welten aufsteigen können. 17:30

Einen Massach kann ich nur durch meine Anstrengung gegenüber den übrigen Geschöpfen erwerben, ja? Gegenüber dem Schöpfer habe ich das nicht. Ich bin nie in einem Zustand, in dem ich gegenüber dem Schöpfer einen Massach erwerben kann. Das ist egal, auch wenn ich mich schon in den spirituellen Welten befinde, sogar in der Welt Yezira und Brija. Sogar wenn ich nach Azilut aufsteige und schon wirklich mit dem Verlangen zu empfangen arbeite, um zu geben, richtet sich meine Handlung trotzdem auf die Allgemeinheit, wie man sagt.

Baal HaSulam⁴ schreibt darüber in der „Einleitung zum Talmud der Zehn Sefirot": „Er ist in das Leid der Allgemeinheit einbezogen und wird dann des Trostes der Allgemeinheit würdig." Bis zum Ende der Korrektur arbeite ich nie dem Schöpfer selbst gegenüber. Vergesst den Gedanken, dass ihr dem Schöpfer gegenüber arbeiten müsst. Es gibt immer Seelen. In unserem jetzigen Zustand sind die Seelen die Gemeinschaft⁵, meine kleine Gruppe. Scheinbar wähle ich sie selbst aus, aber eigentlich bringt mich der Schöpfer in die Gruppe.

Ich bemühe mich, mit ihnen zu arbeiten und sozusagen ihr Bestes zu wollen. Je nachdem, wie sehr ich mich darum bemühe, bereite ich mich wirklich auf die richtige Arbeit vor, schon mit den spirituellen Kräften.

Angenommen, ich habe das an mir getan, mich vorbereitet und mich genug mit der Liebe zu den Freunden beschäftigt. Ich habe die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, das ist eine große Regel in der Tora" genommen und sie so verwirklicht, wie es mir die Kabbalisten empfohlen haben und empfehlen. Dann werde ich würdig, dass sich mir statt der Gesichter⁶ (Gesichter, das heißt Körper) etwas anderes enthüllt: Ich fange an zu fühlen, wie sich die Seelen enthüllen.

Wer den Machsom überschreitet, fängt an, den inneren Teil in jedem Menschen zu fühlen, das, was man seine „Seele" nennt, sein Verlangen. Dann verhält er sich zu allen nicht mehr wie zu einem Gesicht, einem zweiten und einem dritten, zu einem Körper oder zu vielen Körpern. Er sieht schon die Verlangen, die in den Körpern sind. Er verhält sich schon zu den Seelen. Aber trotzdem ist es dieselbe Arbeit: von dir aus nach außen zu arbeiten und sich zu ihnen so zu verhalten, wie der Schöpfer sich zu den Geschöpfen verhält. Je mehr ich in diese Arbeit investiere, um Ihm ähnlich zu werden, desto mehr kommt Umgebendes Licht zu mir (Zeichnung) und gibt mir diese Möglichkeit.

Ich arbeite nie dem Schöpfer gegenüber. Meine Arbeit besteht immer darin, dieses ganze zerbrochene Gefäß wieder zusammenzukleben. Je mehr ich es zusammenklebe, desto mehr werde ich des Trostes der Allgemeinheit würdig. Zusammenkleben heißt, dass ich aus mir herausgehe und in die anderen eintrete (Zeichnung). Das heißt „das Leid der Allgemeinheit erwerben". So weit wird das Licht in diese Gefäße eintreten. Und das wird mein Gefäß sein.

Das heißt, eigentlich werde ich dieses ganze Gefäß sein. Ich habe es zusammengeklebt. Auch du musst es zusammenkleben, auch er muss es zusammenkleben. Jeder der Sechzigtausend klebt sich das Gefäß zusammen, jeder aus einem der sechzigtausend Punkte heraus, aus seinem persönlichen. Danach haben wir sechzigtausend solche korrigierten Gefäße.

Dann geschieht eine einzige Handlung: All diese persönlichen Gefäße, sechshunderttausend solche persönlichen Gefäße, kleben alle zusammen. Das ist der Zustand des allgemeinen Endes der Korrektur. Und noch einmal: Was ist hier das Besondere? Das Besondere ist, dass ich mich nie direkt auf den Schöpfer beziehe. Den Schöpfer treffe ich hier (Zeichnung), in meiner Beziehung zu den Geschöpfen. Sie muss Seiner Beziehung zu Seinen Geschöpfen ähnlich werden.

Ich habe keine andere Möglichkeit zu wissen, wer der Schöpfer ist. Ich habe keine andere Möglichkeit, Ihn zu fühlen. „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun", das ist das Maximum, was wir verstehen und fühlen. Ich habe keinen anderen Treffpunkt mit Ihm als das, was im Verlangen der Geschöpfe ist: das, was Er erschaffen hat und womit Er sie füllt.

Ja.

22:23

Schüler: Was ist die Offenbarung des Schöpfers?

Rav: Die Offenbarung des Schöpfers ist genau die Offenbarung der Beziehung des Höheren Lichts in den korrigierten Gefäßen, die ich korrigiert habe, um zu geben. Es gibt kein Treffen mit dem Schöpfer außer im Parzuf, vom Pe bis zum Tabur, soweit dieser Ort korrigiert ist. (Hier sind Plätze frei. Wer gerade kommt, kann nach vorne gehen.)

Noch Fragen? Ja.

Schüler: Wie kann man verstehen, dass man nur zu einem allgemeinen, kollektiven Ende der Korrektur kommen kann? Kann es kein persönliches Ende der Korrektur geben? Sagen wir, es gibt sechshunderttausend Seelen, und alle sechshunderttausend Seelen müssen sich zu sechshunderttausend anderen verhalten. Das heißt, die Zahl … denn ich … nicht … Sagen wir so: Ein Geschöpf kann nicht zum Ende der Korrektur kommen, wenn es in sich unkorrigierte Teile der Gefäße hat. Stimmt das?

Rav: Richtig. Unser Freund aus Amerika fragt richtig. Die Frage ist folgende: Ich korrigiere meine Beziehung zu den anderen, aber die anderen sind zu dieser Zeit noch nicht korrigiert. Dann gibt es einen Unterschied zwischen der Art, wie ich mich zu ihnen verhalte, und der Art, wie jeder von ihnen sich selbst korrigiert. Das heißt, wir beziehen uns nie auf das korrigierte Gefäß.

Natürlich brauche ich sie weder korrigiert noch unkorrigiert. Ich treffe hier (Zeichnung) nie auf die anderen als Korrigierte. Vielleicht gibt es hier Seelen, die sich schon korrigiert haben. Beziehe ich mich auf sie? Sehe ich sie korrigiert? Nein. Ich muss mich zu ihnen …

Ich verstehe sie und fühle sie als unkorrigiert, und ich verhalte mich zu ihnen als ein Unkorrigierter. Trotzdem muss ich mich zu ihnen verhalten wie der Schöpfer. Sagen wir sogar, ich bin der Allerletzte. Alle haben sich korrigiert, und jetzt bin ich an der Reihe, als Letzter in der ganzen Geschichte, der sich korrigiert.

(Zeichnung) Was dann? Alle sind korrigiert, und ich …? Was bin ich dann? Das heißt, jedem erscheint immer ein einheitliches und volles Arbeitsfeld. Ich korrigiere meine Beziehung zu ihnen. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie weit sie korrigiert sind. Man kann es auch anders sagen: Wenn ein Mensch in die Spiritualität eintritt, sieht er alle übrigen Seelen korrigiert und sich selbst als unkorrigiert.

25:21

Du kannst dann noch fragen: Gibt es nicht trotzdem einen Prozess der Generationen? Das Verlangen zu empfangen wächst, das allgemeine Verlangen zu empfangen wächst, und die Umgebenden Lichter sammeln sich an. Das bewirkt, dass von Generation zu Generation ein immer größerer Egoismus hervortritt. Unser Zustand verändert sich doch. Wir sind nicht mehr so wie vor drei- oder viertausend Jahren, als wir in Feldern und Höhlen lebten.

Jetzt leben wir anders, wir selbst sind anders. Verändern sich die Dinge also? Ja. Sie verändern sich durch die Seelen, die schon etwas erreicht haben und schon zur Spiritualität gekommen sind. Sie ziehen mehr Verlangen, mehr Umgebendes Licht heran, und dadurch enthüllt sich auch das Verlangen zu empfangen immer mehr. Aber das ist allgemein. Für jeden Einzelnen, der in die Korrektur eintritt, ist es genau dasselbe Bild. Wenn er anfängt, fängt jeder immer bei null an und muss den ganzen Weg bis zum Ende gehen.

Ja.

26:34

Schüler: Wie weit ist der Körper von den Verlangen getrennt, oder wie nah ist der Körper den Verlangen?

Rav: Wie weit ist der Körper von den Verlangen getrennt oder wie nah ist er ihnen? „Körper" heißt in der Kabbala Verlangen. Unsere allgemeinen Verlangen, die Summe, die Ansammlung all unserer Verlangen zusammen, heißt „Körper". Nicht der biologische Körper. Nimmst du mir den Körper weg, bleiben meine Verlangen, und ich arbeite mit ihnen.

Schüler: Wo ist die Nähe, wo die Entfernung?

Rav: Wo ist die Nähe oder die Entfernung zwischen dem biologischen Körper und meinen Verlangen? Es gibt keine Verbindung. Keine Verbindung. Natürlich gibt es eine gegenseitige Einwirkung⁷. Je mehr der Körper altert, desto mehr bewahrt sein Altern natürlich seine Existenz. Deshalb lässt es die Verlangen nicht nach außen ausbrechen. Sonst würden die Alten anfangen herumzurennen und … Hast du so ein Bild schon gesehen?

Das heißt, unsere Welt und überhaupt alle Welten wirken von oben nach unten nach der niedrigsten Stufe in jeder Stufe. So weit mein unbelebtes Verlangen fähig ist, mein Unbelebtes, so weit existieren und wirken alle übrigen Verlangen. Aber auf der Stufe von unten nach oben gilt: So weit das höhere Verlangen zu empfangen fähig ist, so weit werden alle kleineren Verlangen aktiviert und schließen sich ihm an.

Deshalb schließen sich einem Menschen, der auf den Stufen der Schöpfung immer höher steigt, auch das Belebte, das Pflanzliche und das Unbelebte an. Sie werden geheiligt und steigen zusammen mit ihm auf. Von oben nach unten richtet sich jede Stufe nach den niedrigen Verlangen, von unten nach oben nach den großen Verlangen. So wird jede Stufe bemessen.

Ja.

28:37

Schüler: Rav, stimmt es, dass … wenn es „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" heißt, dann so wie …

Rav: Wenn ich schwierig spreche, stellt mir einfachere Fragen. Danach richte ich mich dann beim Sprechen. Ja.

Schüler: Stimmt es, dass nach „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" Folgendes gilt: So wie ich mich zu mir selbst verhalte, so muss ich mich zum Freund verhalten, ja? Verhält sich der Schöpfer dann eigentlich so zu mir, ja?

Rav: Oh … Diese Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", die Beziehung zum Schöpfer und die Beziehung zu den Geschöpfen, das ist eine ziemlich einfache Regel. Deshalb fühlt die Menschheit irgendwie, hier und da, dass diese Regel existiert und dass es so funktioniert. Viele Religionen und viele Methoden sind darauf und daraus hervorgewachsen. Überhaupt verwenden sogar heute alle möglichen modernen Bewegungen diese Regel, denn irgendwie scheint es, dass es so sein muss.

Natürlich hat man darauf alle möglichen Religionen, Methoden und alles Mögliche aufgebaut. Aber der egoistische Mensch verarbeitet die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und entdeckt sie. Deshalb hat er natürlich alle möglichen Anwendungen daraus gemacht: „Wenn ich mich gut zum anderen verhalte, habe ich einen Gewinn, die kommende Welt" und so weiter, „und der Schöpfer wird sich besser zu mir verhalten" und so weiter. Das ist überhaupt, überhaupt nicht richtig.

Das ist gut für alle möglichen Religionen, einschließlich des Judentums, aber das passiert nie. Das passiert nie, und wir sollen hier keinen schönen Lohn in dieser Welt oder in der kommenden Welt suchen. Solche schönen Taten bekommen nie irgendeinen guten Lohn. Denn die Gesetzmäßigkeit ist eine andere: Alles wird nach dem Massach gemessen. Es ist nicht so, dass ich mein Verlangen zu empfangen einsetze und sage: Ich habe so viele gute Taten im Leben getan, bin in Krankenhäuser gelaufen, habe dort alles mögliche Essen verteilt, habe Kranken geholfen und allen Stiftungen Geld gegeben. Jetzt komme ich in die kommende Welt, na, wo ist sie? Und ich bekomme eine große Null, ja?

31:11

Das ist einfach so, weil „um zu empfangen" eben „um zu empfangen" ist, und das bekomme ich auch. Ja? Einerseits hat die Menschheit die Idee „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" erfasst, offenbar das Erhabenste in unserer menschlichen Struktur. Aber sie benutzt sie trotzdem egoistisch und erfasst sie egoistisch. Denn sie versteht die altruistische Form nicht, die sich über dieser Welt befindet, über dieser Welt (siehe Zeichnung). Das verstehen wir nicht, und wir wissen es nicht. Deshalb benutzt man die Idee auf diese Weise.

Natürlich befinden auch wir uns jetzt noch in der Verborgenheit und verstehen nicht, was „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" wirklich ist. Deshalb müssen wir diesen Begriff jedes Mal schärfen. Wir müssen verstehen, dass wir ihn nicht erreichen und nicht wirklich im Geben, in der Liebe sein können, bevor das Höhere Licht erscheint und auf uns wirkt. Das ist das sogenannte Licht AB SaG, und es gibt uns einen Massach. Auf derselben Stufe der Awiut, auf derselben Dicke des Verlangens zu empfangen, die sich uns enthüllen wird, wird sich uns ein Massach enthüllen und ein Licht. Wir werden einen Massach haben, und in derselben Dicke werden wir wirklich das Verlangen zu geben erwerben, die Liebe zum anderen. Wir werden dem Schöpfer ähnlich sein, und zwar durch keine andere Handlung. Nur das Licht baut das Gefäß, und das Licht korrigiert das Gefäß.

Ihr? Du? Ja.

32:56

Schüler: Wenn meine ganze Arbeit der Allgemeinheit gegenüber ist und mein Geben der Allgemeinheit gegenüber ist, was fühle ich dann in Bezug auf den Schöpfer? Wie kann ich vollkommen sein?

Rav: Du fragst also: Wie verbinde ich meine Arbeit gegenüber der Allgemeinheit mit meiner Arbeit gegenüber dem Schöpfer? Zunächst: Was heißt gegenüber der Allgemeinheit? Angenommen, ich nehme die ganze Allgemeinheit oder die ganze Welt. Baal HaSulam schreibt darüber zwar in den Artikeln „Matan Tora" und „Die Bürgschaft". Wenn ich so gegenüber der ganzen Welt arbeite, kommt dabei nichts heraus. Denn du verstehst: Ich müsste alle lieben und mich um einen anderen kümmern, um den Letzten am abgelegensten Ort, damit ihm nichts fehlt.

Baal HaSulam erklärt dort, dass ich nicht einmal meine eigenen, persönlichen Bedürfnisse erfüllen und mich um sie kümmern kann. Das gilt auch dann, wenn ich mich 24 Stunden um sie kümmere, was ich ja tue. Wie soll ein Mensch das also machen? Das ist einfach unmöglich. Das heißt, dieses Gebot, diese Mizwa gehört überhaupt nicht zu denen, die man erfüllen kann. Was tut man?

Zunächst einmal tun wir gar nichts. Wir rennen nicht herum und tun niemandem Gutes. So macht es die ganze Menschheit und versucht es, und es kommt nichts als Schlechtes dabei heraus. Baal HaSulam schreibt darüber auch im Artikel „Matan Tora" oder „Die Bürgschaft". Wo? Irgendwo gibt er ein Beispiel über Russland, über Kibbuzim, über all das. „Die Bürgschaft", ja?

Schüler: „Der Frieden".

Rav: Ah, der Artikel „Der Frieden". Genau. Er sagt dort: Wenn du einfach so anfängst, dem anderen Gutes zu tun, kommt dabei nichts heraus. Der ganze Gedanke von Anfang an, also deine ganze Handlung muss von vornherein mit einer gezielten Absicht sein, dem Schöpfer ähnlich zu werden. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist vielleicht eine gute Sache, du willst den anderen lieben. Aber wenn es dir einfach so einfällt, den anderen zu lieben, dann heißt das Klipa. Wenn es dir einfällt, den anderen zu lieben, weil du vorankommen, dich dem Schöpfer nähern, Ihm ähnlich werden und an Ihm anhaften willst, oh, dann heißt das schon Kedusha.

35:23

Das heißt, einfache Liebe kann die größte Zerstörung sein. Vorher muss ein Ziel da sein, ein Grund. In welchem Sinn und auf welche Weise müssen wir den anderen dann überhaupt lieben? Muss ich ihm wirklich alles geben? Er erklärt uns dort, dass wir auf diese Weise die Mizwa „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" nie erfüllen werden, nicht einmal zu einem kleinen Prozent. Das ist also natürlich nicht gemeint.

Gemeint ist Folgendes: Ich will wirklich aus mir herausgehen und wirklich in alle übrigen Seelen eintreten, in den ganzen anderen, wie man sagt. Dann nehme ich eine Gruppe, die eines Sinnes ist. Alle gehen mit einem Kopf, sie sind mir ähnlich und ich ihnen. Sie haben dieselbe Absicht und dasselbe Ziel: den Schöpfer zu finden, an Ihm anzuhaften und sich mit Ihm zu verbinden. Dann fangen wir an, so zu arbeiten: im Verlangen und in unserer gemeinsamen Absicht, die auf Ihn gerichtet ist, nur auf Ihn.

Wir verbinden unsere Verlangen mit Ihm, und um zu Ihm zu kommen, sind wir bereit, einander gegenüber auf unsere Verlangen zu empfangen zu verzichten. Wir tun das, um Ihm ähnlich zu werden und damit Er uns die Korrektur gibt. Dann beschäftigen wir uns in der Gruppe untereinander mit dem, was man Liebe zu den Freunden nennt. Damit erzeugen wir in der Beziehung zueinander einen Zustand, wie der Schöpfer sich zu uns verhält. Wir wissen nicht, dass Er sich gut zu uns verhält. Das werden wir erst auf der nächsten Stufe entdecken. Jetzt beschäftigen wir uns damit und spielen es.

37:23

Ich kann das spielen, ich kann es sozusagen so machen, als ob ich die Freunde liebe. Ich mache es so, als ob ich aus mir herausgehen und in sie eintreten will, in ihnen leben will, mich selbst vergessen und nur in ihnen sein will. Wenn ich das tue, dann ahme ich eigentlich einen Zustand nach, eine höhere Stufe. Dann wirkt das Licht der höheren Stufe von fern auf mich, und das heißt Umgebendes Licht. Es wirkt so auf mich, dass es mir nach und nach einen Massach gibt. Dann tritt es durch den Massach in mich ein und wird zum Inneren Licht. Das Gefühl des Inneren Lichts im Inneren ist das Gefühl des Schöpfers im Geschöpf.

Das heißt, wir handeln nicht einfach so und verteilen an alle Geschöpfe alles Gute, das wir haben, ja? Auch unter den Freunden machen wir das nicht, das ist falsch. Das ist ein weit verbreiteter Fehler in der Welt. Sondern wir, wie soll ich sagen, erzeugen in der Gruppe solche Beziehungen. Solche Beziehungen, und dadurch ziehen wir das Umgebende Licht heran.

Ja.

38:42

Schüler: Hat jemand, der einen Massach erwirbt, auch irgendeine Auswirkung über diese Sinne, mit denen er die ganze Wirklichkeit sieht, oder ist das nur im Gedanken?

Rav: Noch einmal?

Schüler: Wenn jemand einen Massach erwirbt, hat der Massach dann irgendeine Auswirkung auf diese Sinne, mit denen er diese ganze Wirklichkeit erlebt, oder nur im Gedanken? Ich meine jemanden, der das „um zu geben" erwirbt.

Rav: Ah, jemand, der schon den zusätzlichen Sinn erworben hat.

Schüler: Hat das irgendeine Auswirkung⁸ über diese Sinne, mit denen er jetzt die ganze Wirklichkeit erlebt, oder ist das nur im Gedanken?

Rav: Jemand erwirbt den zusätzlichen Sinn, der „Massach" heißt. Ich habe ihn „sechster Sinn" genannt, damit es leichter ist, darüber zu sprechen. Er heißt Seele, ja, dieser zusätzliche Sinn heißt Seele. Wie fühlt er, wie arbeitet er mit diesem sechsten Sinn im Verhältnis zu seinen gewöhnlichen Sinnen? Sie arbeiten sehr, sehr einheitlich und schön zusammen, sie unterstützen einander, es gibt keinen Unterschied.

Du fängst nicht an, zwischen dieser Welt und der spirituellen Welt zu unterscheiden. Du siehst eine noch tiefere, innere Schicht dieser Welt: die Kraft, die all diese Körper bewegt und antreibt. Du schaust auf diese Welt und siehst, wie jeder sitzt, sich herumbewegt, wohin er geht und was er tut. Du siehst Gestalten, die sich herumbewegen und handeln. Sie führen aus, was das Feld, das Schöpfer heißt, sie tun lässt.

40:16

Schüler: Mit diesen Augen sieht man …?

Rav: Du siehst das … nein, nicht mit den Augen. Mit den Augen siehst du, wie sich diese Körper herumbewegen. Mit inneren Augen, mit deinem inneren Sinn siehst du, warum sie sich herumbewegen. Dann siehst du, dass alle die Befehle dieses Lichts, dieses Feldes, dieses Gedankens erfüllen. Niemand ist ein Bösewicht, alle sind Gerechte. Warum? Wir alle erfüllen einfach, und das war's, ohne zu wissen, warum.

Aber wenn du sie so siehst, ja?, dann fängst du an, ein Bösewicht zu sein. In dir fängt ein Verlangen zu empfangen an und eine Kraft, dich selbst nicht so wie sie anzutreiben. Du fängst an zu sehen, dass du nicht hundertprozentig unter den Befehlen des Schöpfers handelst. Sie sind zwar wie Puppen, und alles, was sie tun, ist wirklich ein großes Spiel von oben, man kann auch sagen: von innen.

Aber dementsprechend fühlst du, wie sehr du dich von ihnen unterscheidest. In dir gibt es doch einen inneren Bereich der freien Wahl, dich diesen Befehlen, dem Schöpfungsgedanken, anzuschließen oder nicht. Danach richtet sich, wie viel Scham du fühlst, und danach richtet sich, wie sehr du dich als Bösewicht fühlst. Dann strengst du dich an, dich auch anzuschließen.

Aber wenn du dich ihnen anschließt und dasselbe tust wie sie, sagen wir, und noch mehr als sie, dann tust du es schon aus deiner Wahl heraus, aus deinem eigenen Willen. Du bist schon in gewissem Maß frei geworden. Frei. Und in dieser Freiheit willst du, dass der Schöpfer dich füllt. Er vergleicht das mit „Hinten und vorne hast Du mich geformt": Du willst, dass dieses Pferd zusammen mit seinem Reiter geht, aber das Pferd fängt an zu verstehen, dass es nach dem Befehl des Reiters geht. Das geschieht nach dem Gefühl, nach der Offenbarung.

Ja.

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen meiner Einbeziehung in einen Freund und in einen anderen Freund, und zwar über das Ziel hinaus?

Rav: Was ist der Unterschied, ob ich mich in einen Freund einbeziehe, in einen zweiten nicht so sehr und in einen dritten mehr oder weniger? Ein Mensch, der anfängt, daran zu arbeiten, hat natürlich alle möglichen Ausreden und Gedanken. Er will nicht und versteht nicht, das ist wirklich schwer. Ich habe schon oft erklärt, dass das der Unterschied zwischen dem kurzen und dem langen Weg ist. Auf dem kurzen Weg nimmt ein Mensch die Aufgabe „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" in einer Gruppe auf. Er arbeitet daran, gegenüber den Freunden dem Schöpfer ähnlich zu werden. Das ist wirklich das einzige Arbeitsfeld, das wir haben.

Wer das aber nicht tut und sich mit allen möglichen Arten von Lernen, mit Zauberei oder allen möglichen Gematrias beschäftigt, egal welchen, der entfernt sich entweder völlig vom richtigen Weg. Oder er macht daraus zumindest einen langen Weg, vielleicht in 10–20 Jahren, sogar mehr. Denk nur daran, dass Baal HaSulam gerade die Artikel „Matan Tora", „Die Bürgschaft" und „Der Frieden" als die wichtigsten Artikel genommen hat. Daraus hat er seine Zeitung gemacht und sie uns als Aufruf an das Volk gegeben.

Ich komme also schon in die Gruppe und bin in der Gruppe, aber ich verhalte mich zu dem einen schön und zum anderen nicht. Wie verwirkliche ich das jetzt? Ich bemühe mich. Die Gruppe muss wirklich darauf achten, dass die Beziehungen völlig gleich sind. Es steht geschrieben: „gut und Gutes tuend zu den Bösen und zu den Guten", zu jedem Einzelnen auf keine andere Weise als zum anderen. So muss ich mich bemühen. Obwohl ich zum Beispiel das Gesicht von Ventura nicht so mag, verhalte ich mich zu ihm wie zu allen.

Ja.

44:57

Schüler: Die Frage ist so: Was bekomme ich von diesem Freund, das ich vom anderen Freund nicht bekommen habe? Worin unterscheidet sich meine Einbeziehung?

Rav: Worin sich meine Einbeziehung in den einen von der in den anderen unterscheidet? Ich weiß es nicht. Wirklich, ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, welche Art von Seelen in all meinen Freunden ist. Vielleicht sind die Seelen derjenigen, die mir schön und gut erscheinen, wer weiß, den Klipot nahe, wer weiß. Ich rechne mit gar nichts. Für mich ist eine Gruppe eine Gruppe. Eine Gruppe heißt Israel, Yashar-El⁹: diejenigen, die sich nach dem Schöpfer sehnen, und ich bin mit ihnen zusammen. Das ist für mich mein Boot, meine Rakete, in die ich einsteige und mit der ich zum Ziel fliege.

Schüler: Das heißt, die Gruppe ist ein Verstärker meines Sehnens?

Rav: Sie ist ein Verstärker deines Sehnens, sag es, wie du willst. Aber eigentlich gibt es in der Gruppe überhaupt keinen Unterschied zwischen den Menschen. Ihr werdet plötzlich entdecken, wer wichtiger oder weniger wichtig ist, einfach so entdeckst du es, obwohl es keinen Unterschied in der Wichtigkeit gibt. Aber, sagen wir, die, auf die du plötzlich keine Rücksicht genommen hast, das ist nicht … Man darf überhaupt nicht denken, dass eine Gruppe aus diesen oder jenen Gesichtern besteht: der mit der Glatze, der mit dem Bart, dieser mit jenem. Nein.

Die Gruppe ist eine Art Begriff, ja? Unser gemeinsames Sehnen nach dem Schöpfer ist die Gruppe. In dieses Sehnen, in diese Aufgabe, in dieses Wissen will ich mich einbeziehen. Es geht nicht darum, dass ich mich physisch neben dich werfen will, ja? Das gibt es nicht. Das ist etwas, das zwischen uns existiert, nicht in jedem von uns. Dieser Begriff existiert zwischen uns, in der Verbindung zwischen uns.

Ja.

47:05

Schüler: Wie wirken die Gedanken nach dem Machsom? Wirken sie genauso wie vor dem Machsom?

Rav: Wie die Gedanken nach dem Machsom wirken? Darüber reden wir nach dem Machsom. Das war's. Wozu jetzt darüber reden? Das bringt uns einfach nichts. Das sind vielleicht nur schöne Worte, oder nicht so verständliche, darin ist nichts …

Ja, nu, ja. Nu.

Schüler: Was bedeutet es, in mir selbst das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" auszuführen?

Rav: Ich bemühe mich in mir selbst, das Gesetz oder den Rat der Kabbalisten „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" zu erfüllen. Was heißt das, was geschieht dabei in mir? Das heißt, dass ich mich bemühe, die Wichtigkeit des Schöpfers zu finden. Mit der Wichtigkeit des Schöpfers fange ich an. Ich habe darüber gesprochen, dass wir immer beim Schöpfer anfangen und immer beim Schöpfer enden müssen. In der Mitte steht die Gruppe als Mittel.

Die Wichtigkeit des Schöpfers muss bei mir also so groß sein, dass ich bereit bin, die Bedingung auf mich zu nehmen, die anderen zu lieben. Das ist ein Mittel, um mich mit Ihm zu verbinden und mich Ihm zu nähern. Dann bin ich bereit, so wie Baal HaSulam¹⁰ im „Artikel zum Abschluss des Sohar" schreibt, aufzuhören, an mich selbst zu denken. Ich bin bereit, aus meinem Verlangen herauszugehen, mich nicht mehr für mich selbst zu interessieren und nicht mehr zu denken, dass ich lebe und existiere. Ich nehme mich selbst daraus heraus und hafte zusammen mit all den übrigen solchen Verlangen, solchem Sehnen und solchen Gedanken am Schöpfer an.

Yehuda.

49:10

Schüler: … meines, dem Schöpfer ähnlich zu werden, ist im Gedanken und in den Beziehungen. Worin also …?

Rav: Worin das Spiel besteht und warum ich das Wort „Spiel" gesagt habe? Es ist ein Spiel, dass wir sozusagen den anderen lieben und bereit sind, auf uns zu verzichten. Als wären wir überhaupt wirklich zu allem bereit und als wäre der Schöpfer für uns wichtig, alles nur „als ob". Trotzdem können wir nur für Momente zu so einem Ausbruch des Gefühls kommen. Gewöhnlich denken wir an unser Leben: Essen, Geld, Genüsse, Ruhe, Familie. Das sind die Dinge, in denen ich existiere.

Und was ist das: Schöpfer, Sehnen, Gruppe? Etwas Virtuelles. Es ist irgendwo, aber es verschwindet ständig, ständig ist es nicht da, es ist nicht real. Ich bringe mich trotzdem mit Gewalt in einen solchen inneren Zustand über der ganzen Wirklichkeit. Das nennt man Glaube über dem Verstand: über dieser ganzen spürbaren, scheinbar existierenden Wirklichkeit, ja? Deshalb ist dieser Zustand wackelig. Er ist wie ein Spiel, er ist nicht sicher. Ich habe dafür keine Sinne, keine Beweise, gar nichts, er ist nicht greifbar.

Deshalb spielen wir sozusagen damit. Wir haben keine anderen Gegebenheiten und keine andere Grundlage, um es zu tun. Ich bekomme eine Kraft, um tatsächlich in diesen Zustand als reale Welt einzutreten, und diese Kraft heißt Umgebendes Licht. Sie wirkt irgendwie von außen auf mich und bringt mich nach und nach dorthin. Wie wirkt sie? Das weiß ich nicht. Wirkt sie überhaupt? Das weiß ich nicht. Plötzlich bekomme ich irgendwelche Schläge, und man sagt mir: Ah, das ist das Ergebnis des Umgebenden Lichts. Gut, aber bekommen Menschen ohne das nicht auch alle möglichen Abstiege oder Aufstiege?

Deshalb müssen wir gegenüber all diesen Dingen, all unseren Zuständen wach sein. Wir müssen jedem einzelnen Ding das richtige Gewicht und das richtige Maß geben. Sich in unserem Zustand, in dieser Welt, mit Spiritualität zu beschäftigen, heißt, sich mit etwas Unrealem zu beschäftigen. Es ist etwas Unklares, etwas, das vielleicht nicht existiert. Vielleicht existiert es, aber wer weiß, was es ist. Geh mal und sprich mit Menschen, für sie ist das überhaupt … Nach und nach bekommst du dafür gewisse Gefühle und eine gewisse Wichtigkeit. Aber es ist eine eingebildete Sache.

Wenn du in diese Sache eintrittst und siehst, dass nur das wirklich existiert, dann erscheint dir gerade die ganze Wirklichkeit unterhalb davon als eingebildete Welt. Aber das gilt nur, wenn du sie verwirklichst, und erst dann. Deshalb nennen wir all unsere Vorbereitungen ein Spiel. Ein Spiel. Danach werden wir sehen, dass dieses Spiel bleibt und bis zum Ende der Korrektur weitergeht. Darüber steht geschrieben: „Der Heilige, gepriesen sei Er, spielt mit dem Lewiatan, den Er erschaffen hat."

Alle Zustände vor dem höchsten Zustand oder unterhalb von ihm heißen nicht wahrhaftig oder Spiele. Der höchste Zustand ist der, in dem Geschöpf und Schöpfer miteinander verschmolzen sind. Denn der einzige Zustand, der wirklich erschaffen ist und existiert, ist nur der Zustand, in dem Schöpfer und Geschöpf aneinander anhaften und sich in einheitlicher Vollkommenheit befinden. Alles außerhalb davon ist nur aus der Sicht des Geschöpfs eine Einbildung, ein Spiel.

Ja, das war's, bitte.

53:22

Schüler: … was man tut … ist nur die Absicht wichtig? Wie ist es richtig?

Rav: Wenn ein Mensch in der Gruppe ist, ist dann nur seine Absicht wichtig oder auch seine Handlungen? Es kann nicht sein, dass in unserer Welt die Handlungen nicht wichtig sind. Wer kennt schon Absichten? Auch der Mensch selbst kennt seine Absichten nicht. Deshalb heißt die Weisheit der Kabbala die Weisheit des Verborgenen. Die Absichten sind die Hauptsache, ja? Es geht darum, wozu und warum und in welche Richtung ich denke, mich sehne und mein Verlangen ausrichte. Diese Absichten sind uns verborgen, auch dem Menschen selbst. Ein Mensch weiß nie etwas über seine wahren Absichten. Er kann erst danach wissen, nach der Handlung, an der Reaktion, ob die Handlung richtig war.

Erst danach. Deshalb müssen wir die Handlung selbst berücksichtigen. Es kann nicht sein, dass ich … Natürlich kann man auch der schlechtesten Handlung eine andere Absicht überstülpen. Aber wir befinden uns in der Gruppe unterhalb der Spiritualität und sehen nicht, was jenseits der Spiritualität¹¹ ist. Deshalb sehen wir in unserem Zustand keine Absichten, keine Verlangen, keine Gedanken. Die spirituelle Welt ist ein Zustand, in dem ich das alles als spürbare, existierende Dinge sehe. Ich sehe, dass es ein Feld eines einzigen Gedankens gibt, der Schöpfer heißt, eines einzigen Plans, eines einzigen Willens, der alles bewegt und antreibt.

Bevor ich das sehe, bin ich noch nicht darin einbezogen, weder mit meinem Willen noch gegen den Willen noch für den Willen, auf keine Weise. Bevor ich auf eine solche Ebene der Wirklichkeit herauskomme, sind mir die äußeren Handlungen der Menschen sehr wichtig, sie beeindrucken mich. Ich sehe, wie ein Mensch so viele Stunden vor dem Computer sitzt, um das Material für andere vorzubereiten. Ein zweiter läuft herum, um dort Vorträge zu halten, und ein dritter tut dort noch etwas anderes.

Das beeindruckt mich, denn ich befinde mich noch im Gefühl der Körper. Ich sehe die Gedanken nicht so, wie ich heute den Körper sehe. Irgendwann komme ich in die sogenannte kommende Welt, auf die nächste Stufe. Dort werde ich die Gedanken und Verlangen sehen, ich werde sie wirklich festhalten und fühlen. Sie werden mir natürlich wichtiger sein als die Bewegungen des Körpers, und dann werde ich die Körper natürlich nicht mehr brauchen. Aber in der Zwischenzeit ist es in der Gruppe sehr wichtig, wie wir uns bewegen, wie wir handeln und wie wir uns den Freunden gegenüber zeigen.

Es ist nicht gut, umgekehrt vorzugehen, also gute Absichten zu haben, aber scheinbar entgegengesetzte äußere Handlungen zu zeigen. Das heißt, auf die Redlichkeit des anderen zu setzen und den anderen zu Fall zu bringen. Ich kann keine Handlungen machen, als würde ich stehlen, damit der Freund denkt, dass ich das Gegenteil tue, eine schöne Handlung. Er muss mich rechtfertigen und gut über mich denken, deshalb darf man solche Dinge nicht tun. Das heißt, gegenüber der Gemeinschaft muss ich von außen als braves Kind und als guter Freund erscheinen.

Ich muss gegenüber der Gemeinschaft gerade meine guten äußeren Handlungen bekannt machen: Ich bin dorthin gegangen, habe dies getan, habe das getan. Das muss ich tun, denn das vermehrt die Liebe.

57:35

Frage: Gilt die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" auch für Frauen?

Rav: Schon wieder fängt man mit den Frauen an. Nein, mit den Frauen warten wir. Lasst uns wenigstens bis Shabbat ein bisschen ausruhen.

Ja, … ja, ja.

Schüler: …

Rav: Ja. Er hat also nach den Phasen gefragt. Zuerst sehe ich den Freund als Egoisten. Danach sehe ich mich selbst als Egoisten und ihn nicht. Danach fühle ich die Scham, sogar so sehr, dass ich ihm nicht in die Augen sehen kann. Ich schäme mich wirklich, ihn anzusehen. Ich schäme mich, mich selbst so zu sehen, dass ich ihn zu meinem Genuss benutzen und ihn auf alle möglichen Arten ausnutzen will. Danach kommt die Korrektur.

Frage: Was ist mit den tierischen Verlangen, und wie soll meine Beziehung zu ihnen sein?

Rav: Keine Beziehung zu ihnen muss sich ändern. Tierische Verlangen sind wie alle übrigen Verlangen, also Verlangen nach Essen, Sex, Familie, ja? Überhaupt muss man mit keinem der Verlangen kämpfen, man muss nicht auf sie achten. Wir müssen uns zu ihnen so verhalten, dass sie einfach existieren. Wie sehr ich sie benutzen will oder nicht, hängt von der Stufe meiner Korrektur ab.

Ich muss mich nicht in ein Kloster begeben oder in meinem Leben überhaupt Mönch werden und mit irgendwelchen Diäten anfangen. Überhaupt gibt es in Wahrheit keinen Zwang in der Spiritualität. Sie wirkt einfach durch die ganze Stufe, von oben bis unten. Wenn euer Kopf am richtigen Ort ist, dann folgen die Herzen den Gedanken, und die Taten folgen den Herzen. Das war's.

Sorgt euch auch nicht darüber, dass ihr, ich spreche jetzt, sagen wir, von Männern, manchmal in Taten verfallt, die euch nicht so schön erscheinen, oder vielleicht doch schön, und dass ihr dem Körper nachgeht. Das macht nichts, alles wird sich regeln und alles wird korrigiert werden. Das nennt man „Die Mutter wird kommen und ihren Sohn säubern". Das heißt, die Korrektur wird kommen. Dann wird es das nicht mehr geben, oder doch, aber in anderer Form. Achtet auf gar nichts. Bringt nur den Kopf an den richtigen Ort: zu den Gedanken, zusammen mit der Gruppe, zum Schöpfer. Das war's. 60:58

Und wenn manchmal etwas passiert, dann passiert es eben, es wird korrigiert werden. Wenn ihr anfangt, darüber nachzudenken und zu bedauern, dass ihr so und so seid, nicht gut und so weiter, dann steckt ihr in diesen Gedanken. Wenigstens habt ihr etwas getan, es ist etwas passiert, egal was. Dann kehrt man wieder zum Schöpfer zurück, fertig. Keinen Moment lang die Vergangenheit bedauern, sondern vorwärts. Das ist einfach eine Regel, die man in unser Verhalten eingravieren muss. Sonst werdet ihr verzweifeln und euch wirklich selbst auffressen.

Das nennt man „Der Tor sitzt mit verschränkten Händen und isst sein eigenes Fleisch": Wie bin ich, wer bin ich, was bin ich. Lass dich in Ruhe. Verbinde dich mit der Gruppe zum Schöpfer hin, vergiss dich selbst. Du musst aus dir herausgehen und darfst nicht denken: Wo bin ich, wie bin ich. Wer bist du? Du weißt noch nicht, wer du bist. Das wirst du noch entdecken und wirklich sehen, und dann wirst du erschrecken. Darüber muss man nicht nachdenken, das ist einfach nicht gut, es hält den Fortschritt auf. Überhaupt denkt man nie über einen vergangenen Moment nach, nur vorwärts. Man darf sich nicht umdrehen und zurückschauen, das ist verboten.

Nur wenn es nötig ist, macht man das. Eine Gruppe oder ein Mensch legt eine bestimmte Zeit fest, in der er jetzt klären will, was mit ihm passiert ist und wie er sich verhalten hat. Dann legt er dafür eine besondere Zeit fest. Das ist wie das Beispiel, das der Rabash¹² gegeben hat. Er hatte eine Großmutter, eine starke Großmutter. Er hat etwas angestellt, und sie hat ihm nichts gesagt außer: „Baruch, pass auf." Nach zwei Tagen sagte sie: „Baruch, komm her. Erinnerst du dich, dass du etwas Schlechtes getan hast? Jetzt gebe ich dir Schläge." Na, versuch das mal so zu machen.

Das heißt, man prüft mit kühlem Kopf und macht eine Abrechnung, wenn man das schon machen muss. Aber nicht mit den Nerven und nicht mit den Gefühlen. Man macht es mit dem Verstand, wenn ihr überhaupt nicht mehr in demselben Gefühl seid.

Ja.

63:15

Schüler: Wie kann man jedes Mal neu von den Taten beeindruckt sein? Ich sehe jeden Tag meine Freunde arbeiten. Gibt es eine Methode, wie man jeden Tag davon beeindruckt sein kann?

Rav: Wie kann ich jedes Mal davon beeindruckt sein, wie meine Freunde arbeiten und wie viel sie investieren? Ich sehe sie jeden Tag an, habe mich schon daran gewöhnt, es hängt mir zum Hals heraus. Oder überhaupt: Woher nehme ich jedes Mal Begeisterung? Diese Frage, woher ich jedes Mal Begeisterung nehme, gibt es nicht. Denn hier steht 2. August. 2. August, … ah, Entschuldigung, dann gib es ihm.

Die Frage, wie ich mich jeden Tag immer wieder von der Gemeinschaft beeindrucken lassen kann, gibt es nicht. Denn wie lasse ich mich jeden Tag und jeden Moment von der Werbung beeindrucken, die die Gemeinschaft¹³ draußen für mich macht? Jedes Mal schüttet man tonnenweise Werbung über mich, ja? Tonnenweise Werbung. Ich kann nicht dagegen ankommen, ich werde davon erfasst und denke darüber nach. Jedes Mal schaue ich hin, denn innen bin ich aus dem Verlangen gebaut, Vergnügen und Genuss zu empfangen. Richtig? Wenn das so ist, suche ich natürlich jedes Mal und die ganze Zeit, wie eine Art Radar, ein Kollektor¹⁴, ja? Ich suche, wo ich den besten, nächsten Genuss mit der geringsten Mühe und dem größten Vergnügen bekomme. So prüfe ich die ganze Zeit. 65:14

Wenn die Gemeinschaft so gebaut ist, dass sie brennt, dann lasse ich mich davon beeindrucken, ob ich will oder nicht. Ich lasse mich davon beeindrucken, dass es da eine Idee gibt, die vielleicht die höchste Quelle des Genusses bietet. Ich lasse mich davon beeindrucken, so ist es, so ist meine Natur.

65:38

Schüler: Und wenn das nicht passiert …?

Rav: Wenn das nicht passiert, ist das ein Zeichen, dass du in der falschen Gemeinschaft bist. Die ganze Gemeinschaft hat dann einen Abstieg bekommen. Sie kann ihre Freunde nicht antreiben und nicht erwecken, sie kann ihnen keine Erhebung und keine Begeisterung geben. Klar?

Ja.

Schüler: Oder ist es mein Problem, dass ich nicht beeindruckt sein kann? Ist das auch ein Problem?

Rav: Nein, wir sagen nicht, dass der Mensch sich nicht von der Gemeinschaft beeindrucken lassen kann. Wenn er es nicht kann, fragen wir, wie er es können kann. Die Gemeinschaft muss das machen. Die Gemeinschaft ist eigentlich ein Lager, ein Speicher meiner Kräfte. Wenn ich fähig bin, wenn ich kann, investiere ich in die Gemeinschaft. Wenn ich nicht kann, muss die Gemeinschaft es mir zurückgeben.

Ja, Lior.

Schüler: Was hat sich diese Woche verändert, dass dieses Spiel gut war? Es war auch leicht, dieses Spiel abzunehmen. Was hat sich diese Woche verändert? Wie kommt es, dass das Spiel, über das Sie so viel sprechen, diese Woche so gelungen ist? Es war auch leicht zu glauben, dass es wirklich so ist.

Rav: Wie dieses Spiel diese Woche gelingen wird?

Schüler: Nein, gelungen ist.

Rav: Gelungen ist.

Schüler: Es war leicht, das abzunehmen. Es sah nicht wie ein Spiel aus, es sah einfach echt aus.

Rav: Es war leicht, das aufzunehmen und daran zu glauben, dass es wirklich so ist, weil viele Menschen da waren. Das ist ein Beispiel dafür, wie sehr uns das Publikum beeindruckt. Das Publikum kann uns alle möglichen abstrakten Ideen bringen, vielleicht völlig unrealistische, und wir nehmen sie als etwas ganz und gar Reales an. So ist es, das ist die Tatsache.

Du warst hier mit Menschen zusammen, die aus wie vielen Ländern gekommen sind?

Schüler: 25.

Rav: Aus 25 Ländern waren hier Menschen, aus 25 … Das ist ein Wunder, ja? Aus 25 Ländern, und alle mit einem Kopf. Sie wollten dasselbe und wollen dasselbe. Sie sind bereit, sich zu verbinden, und bereit, sehr viel Geld und Kraft aufzuwenden, und zwar nicht eine Woche im Jahr, sondern Tag für Tag. Wenn sie kommen, dann ist das spürbar, es gibt Kraft für Zusammenhalt und Vereinigung. Sie sind bereit, sich mit allen zu verbinden, trotz Hautfarbe, Geschlecht, Rasse, Charakter, Mentalität und allem anderen.

Sie wollen alles wegwerfen, was zu dieser Welt gehört, und sich in den Seelen verbinden. In der Seele gibt es all diese Unterschiede nicht. Es gibt sie nicht, alle Seelen sind gleich. Mehr Verlangen zu empfangen, weniger Verlangen zu empfangen, das ist alles. Und welche Form dort … Es gibt verschiedene Arten in der Seele, so wie es einen Unterschied zwischen Herz und Nieren, Lunge und Verdauungssystem gibt. Es gibt natürlich einen Unterschied, aber es ist derselbe eine Körper, und in seinen Handlungen ist alles eins. 68:48

Deshalb war das als etwas Greifbares spürbar. Es hat Werbung gemacht und jedem, der hereinkam, die Kraft der Werbung gegeben: dass es so ist, dass es existiert und dass es sich verwirklichen muss. Deshalb waren wir sehr erfolgreich. Es gab hier Leute, die gerufen haben: „Wo ist der Machsom? Wo ist der Machsom?" In meinen Augen war das ein Erfolg über alle Erwartung, wirklich. Ich habe nicht erwartet, dass wir in denselben Tagen sowohl aufsteigen als auch absteigen. Ich dachte, vielleicht schaffen wir es, aufzusteigen und all die Tage in einer gewissen, relativ falschen Euphorie zu sein. Danach würden sie unter Tränen abfahren, und das wäre es gewesen.

Nein, wir haben es auch geschafft abzusteigen, über den Abstieg zu sprechen und zu verstehen, wie wir aus diesem Abstieg heraus existieren und herauskommen müssen. Das heißt, wir haben angefangen, diesen wahren Zustand zu fühlen. Wir haben angefangen zu fühlen, was wir korrigieren müssen und welche Verbindung wir, sagen wir, herstellen müssen, das war's. Wir sind durch diesen ganzen Abschnitt gegangen, Aufstieg und Abstieg zusammen, und haben sogar angefangen, aus dem Abstieg herauszukommen. Wir haben gesehen, wie man an derselben Idee festhalten kann, auch wenn wir nicht mehr hier sind. Mit diesem Gefühl sind sie abgefahren.

Als sie zu Pessach abgefahren sind, haben mich alle umarmt, ich war ganz nass von all den Tränen. Ich sage euch das ernsthaft. Heute hat niemand geküsst und niemand geweint, und das ist das Beste. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Sie sind gefahren, als wären sie nicht gefahren. Ich sage das ernsthaft. Sie sind so gegangen, dass wir einfach weiterarbeiten müssen, weiter, zum ständigen Aufstieg. In meinen Augen ist das ein sehr, sehr großer Erfolg. Niemand hat geweint, niemand hat gefühlt, dass ihm wirklich etwas weggerissen wird, und … das ist wirklich so.

Das heißt, wir haben schon angefangen, aus dem Abstieg zu unserem Aufstieg herauszukommen, den wir aufgebaut haben. Wir haben den Aufstieg aufgebaut. Den Abstieg haben wir von unten bekommen, also von oben zu uns, und zwar schon als gemeinsames Gefäß, das es vorher nicht gab. Wir haben einen Abstieg als gemeinsames Gefäß bekommen und haben alle angefangen, daraus herauszukommen. Das ist schon ein Gefäß. Das ist nicht ein Einzelner und nicht eine kleine Gruppe. Ich habe nicht erwartet, dass uns das passiert. Ich sage das ernsthaft. 71:28

Wenn es uns gelingt, so etwas Ähnliches irgendwann mit dem israelischen Publikum zu machen, das wäre wirklich ein Traum. Wir werden uns mit aller Kraft darum bemühen, aber das hier ist wirklich eine sehr große Errungenschaft. Vielleicht gelingt es uns jetzt, mit allen Gruppen der Welt eine Verbindung herzustellen, sodass uns derselbe Abstieg hilft und wir ihn als Aufstieg festhalten. Wirklich so: noch ein bisschen, noch ein Tropfen und noch ein Tropfen. Jeder hält den anderen in der Verbindung zwischen uns, und wir kommen die ganze Zeit in der Einbeziehung ineinander voran. Wenn uns das gelingt, werden wir ohne Zweifel schon zu einem einzigen Gefäß, das war's. Und das ist einfach eine Eintrittskarte.

Ich habe nicht erwartet, dass wir das durchmachen. An den Machsom habe ich ehrlich gesagt, unter uns, nicht gedacht. Wie kann man innerhalb einer Woche den Machsom überschreiten, ohne lange Arbeit am allgemeinen Abstieg? Wir haben doch kein Gefäß. Jetzt haben wir zum ersten Mal die Gruppen zu einer einzigen Anstrengung, zu einer einzigen Aufgabe vereint. Wenn wir jetzt daran arbeiten, wird das schon Arbeit am gemeinsamen Gefäß sein. Womit hättest du den Machsom überschreiten können, mit welchem Gefäß? Es kamen einfach Einzelne, die einander ein bisschen kannten, wie es zu Pessach war. Es war schön, Begeisterung hier und da.

Jetzt gab es eine klare Aufgabe und einen Abstieg dagegen. Unsere ganze Arbeit nach Sukkot wird jetzt nur darin bestehen, die Verbindung zu stärken und einander zu unterstützen. Wir versuchen, einander zu fühlen und zu fühlen, wie wir uns zusammen nach demselben Ziel sehnen. Wir sollen wirklich das Gefühl haben, uns zu sehnen, und fühlen, wie alle Gruppen auf dasselbe Ziel hin wirken. Wir sollen sozusagen mit dem inneren Sinn, mit dem inneren Auge sehen und fühlen, diese eine Richtung von allen Orten der Welt her spüren.

Wenn uns das gelingt, ist das schon wirklich ein Schritt zum Machsom. Das heißt dann schon „ein Volk", eine Gruppe. Er erklärt uns dort in „Matan Tora", dass Abraham des Empfangens der Tora nicht würdig wurde. Wer ist er schon, was ist er schon? Es muss schon ein Volk geben, in dem jeder den anderen bei derselben Aufgabe unterstützen kann, am Schöpfer anzuhaften. Jeder weiß, dass er sein Ego wegwerfen kann, Hauptsache, man unterstützt ihn, und er kann in diese allgemeine Idee eintreten. Wenn es so etwas gibt, ist das schon ein Zustand, in dem sich das Höhere Licht offenbaren kann. Das heißt, die Tora kann in eine solche Gruppe herabsteigen. Das, was passiert, ist sehr, sehr beeindruckend. 74:36

Dass man uns so etwas vom Himmel her ermöglicht hat, sagt mir einfach solche Dinge, dass ich … davon habe ich nicht geträumt. Ich bin ein ziemlich realistischer Mensch, der etwa seit dem Jahr 86 in diesem Geschäft ist, ja, in diesen Suchen. 79 kam ich zum Rabash¹². Das ist eine ziemlich lange Zeit, sagen wir 25 Jahre in diesem Beruf und in diesem Geschäft. Ich träume nicht von irgendwelchen Sprüngen.

Ich bin schon ziemlich … So nervös, unruhig und ungeduldig ich auch bin, ich weiß, wie diese Dinge vorankommen. Und hier war der Fortschritt einfach … na, ich habe nichts zu sagen. Ein unglaubliches Tempo.

Ja. Nu, nu.

75:52

Schüler: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" im Kriegszustand, wie passt das zusammen?

Rav: Welcher Krieg? Ich habe nicht verstanden.

Schüler: Jetzt ist Krieg, und Sie sagen „Liebe …"

Rav: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" im Kriegszustand, das verstehe ich nicht. Krieg heißt, ich kämpfe mit mir selbst? Ich kämpfe mit den Freunden?

Schüler: Mit dem Irak.

Rav: Was, mit Hussein? Mit wem, mit Arafat?

Schüler: Nein, egal mit wem.

Rav: Ich verstehe nicht, was der Zusammenhang ist. Alle, die außerhalb der Gruppe sind, sind Unbelebtes, das den Schöpfungsgedanken erfüllt, und ich habe keinen Grund, mit ihnen zu kämpfen. Ich sage nicht: Lasst uns die Armee wegwerfen und nur Kabbala lernen gehen, nein. Aber ich sage, dass all diese Araber den Schöpfungsgedanken erfüllen. Was verstehen sie schon? Das sind Puppen. Sie tun das aufs Treueste nach dem Befehl des Schöpfers, um uns zur richtigen Entwicklung anzutreiben.

Ich liebe sie deshalb nicht mehr oder weniger. Ich verhalte mich zu ihnen wie zu Befehlsausführenden. Ich freue mich nicht, der Schöpfer bewahre, wenn dort etwas explodiert und Menschen getötet werden. Es tut mir leid, dass man nicht den richtigen Weg geht. Alles muss abgewogen werden, ja?, abgewogen im Verhältnis zum Ziel, das war's. Alles wird am Ziel gemessen.

Du, ich und alle, die ein wenig Verbindung zum Schöpfungsgedanken, zur Korrektur bekommen haben: Von uns hängt jetzt der Fortschritt ab. Und sie selbst, die Araber, die Israelis, die Russen, die Amerikaner, alle, wer sind sie und was sind sie? Es steht geschrieben: „Das Herz der Fürsten und der Menschen ist in der Hand des Schöpfers." Was denn sonst? Tun diese Menschen überhaupt etwas? Tun diese sieben Milliarden etwas? Nur von den Chinesen denken wir, dass sie alle wie Roboter sind, von uns nicht. Was, wir nicht? Wir sind genau dasselbe.

Das ist das Gefühl, das ist das erste Wissen (Maß?), das ein Mensch sieht, wenn sich ihm der Massach, der Machsom ein wenig öffnet. Er sieht, dass die ganze Welt einfach … So wie das Feld wirkt, so bewegt sich der Mensch in jedem Moment: im Gedanken, im Verlangen, im Charakter und in allen möglichen Antrieben, die in ihm auftauchen.

Ja.

78:41

Schüler: Wenn ich mich bemühe, den Freund künstlich zu sehen, und gleichzeitig Scham zu fühlen, löscht die Scham dann die Liebe aus? Jetzt …

Rav: Ich bemühe mich, den Freund künstlich zu lieben, und habe die künstliche Scham gefunden, und die künstliche Scham hat die künstliche Liebe ausgelöscht. Was bleibt mir dann, das nicht künstlich ist? Man darf nicht zu schlau sein. Tu es, führ es aus. Aus all diesen Ausführungen, aus all diesen Spielen heraus wirst du anfangen, ein braves und kluges Kind zu werden. Siehst du, wie Kinder an ihrer Entwicklung arbeiten? Die Natur treibt sie an zu spielen. In jedem Zustand ist für sie alles gut: Das ist schön, das ist interessant, das will ich probieren, das … Ein Kind will alles. Dabei denkt es nicht nach. Es führt einfach die Befehle der Natur aus und entwickelt sich dadurch.

Nimm diese Befehle, das, was man dir sagt, und entwickle dich. Man darf nicht denken, was passieren wird, wenn dies, das, jenes … Woher weißt du, was passieren wird? Was passieren wird, wirst du fühlen. Führe aus, was dir Menschen sagen, die den Machsom schon überschritten haben und dir von dort Ratschläge geben. Würden sie dir keine Ratschläge geben, wärst du wirklich in … einfach hilflos. Aber du hast Ratschläge, nach denen du gehen kannst. Sie haben uns gesagt: Gruppe, Lernen und Verbreitung. Das sind die drei Dinge, die den Menschen voranbringen können.

Fang an, das auszuführen, so gut es geht, von Herzen. Du wirst sehen, wie sehr dich das sofort verändert und dir ein tieferes, inneres Verständnis der Welt gibt: dessen, was passiert, in der Familie, zu Hause, bei der Arbeit, wie die Welt sich verändert und wie du in ihr bist. Du wirst anfangen, auf greifbare Weise wirklich Fortschritt zu fühlen. Das passiert nicht erst nach 1000 Jahren.

Gehen wir vielleicht essen? Nein?

81:10

Schüler: Erst 7:30.

Schüler: Das ist eine gute Idee.

Rav: Erst 7:30. Siehst du, schon sagt man mir „gute Idee".

Ja, Oren. Nu?

Schüler: Was bedeutet es, zu entdecken, wie sich das Höhere Licht zu den anderen Gefäßen verhält?

Rav: In welchem Zusammenhang? Was heißt es, zu entdecken, wie sich das Höhere Licht zu den anderen Gefäßen verhält? In welchem Zusammenhang habe ich das gesagt?

Schüler: Sie haben gesagt, das heißt Offenbarung des Schöpfers.

Rav: Nu, ja. „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun." Ich fange an zu sehen, wie Er sich zu Seinen Geschöpfen verhält. Sogar auf der allerkleinsten Stufe sehe ich, dass Er sich zu ihnen auf die beste, optimalste Weise verhält, in jedem Moment ihres Lebens.

Schüler: Wer ist „Er"?

Rav: „Er" ist derselbe Gedanke, der alle Geschöpfe antreibt. So ist das … Ich spreche mit dir über die allerkleinste Stufe der Offenbarung. Es gibt einen Gedanken, der jetzt hier ist und wirkt, so ein Feld. Jeder sitzt auf eine bestimmte Weise, denkt auf eine bestimmte Weise und will etwas. Alles, was uns in unserer ganzen Gestalt füllt und antreibt, ist dieser eine Gedanke. Und wir alle führen ihn zu 100 % aus.

Denn das Verlangen in mir kommt aus demselben allgemeinen Gedanken. Alle Gedanken in mir kommen aus demselben allgemeinen Gedanken. Mein Funktionieren kommt aus demselben allgemeinen Gedanken. Instinkte, Bewegungen, alles, was mir im nächsten Moment passieren wird, wird genau dementsprechend passieren, wie sich dieses Feld mir gegenüber verändert. Es geschieht so, wie ich auf natürliche Weise, unbewusst, seine Befehle deute und entschlüssele, die Befehle dieses Feldes. Das ist die erste Offenbarung, die ein Mensch fühlt, sogar schon bei der Annäherung an den Machsom, noch ohne ihn zu überschreiten.

Ja, nu?

83:46

Schüler: Ich muss also den Gedanken fühlen, dieses Feld fühlen? Wie kommt man dahin, was also?

Rav: Wie kommt man dahin? Durch die Anstrengung, das zu entdecken. Das geschieht dadurch, dass du aus dir herausgehen willst, um dich in das ganze Sehnen und das ganze Verlangen der Gemeinschaft einzubeziehen. Ich will nicht in mir selbst sein, sondern draußen. Denn alle Menschen, die von diesem Feld, diesem Gedanken völlig automatisch angetrieben werden, sind so, weil sie sich in sich selbst befinden.

Und wer sich bemüht, wer irgendwie nach außen gehen kann … Was heißt irgendwie? In irgendeinem Maß. Kann ich zu 20 % aus mir herausgehen? Oh, das heißt Welt Assija. Kann ich zu 40 % aus mir herausgehen? Welt Yezira. So fühle ich dieses Feld, den Schöpfer, diesen Gedanken.

Schüler: Was heißt herausgehen?

Rav: Herausgehen heißt, trotz meines Verlangens zu empfangen außerhalb von ihm zu sein. Das Verlangen zu empfangen enthüllt sich die ganze Zeit in mir, und ich will außerhalb von ihm sein. Wozu brauchen wir jetzt … Das ist gut für Übungen, bitte. Fangt an, darüber nachzudenken, fangt an, es euch vorzustellen, das ist gut. Das ist ein Spiel, oder auch kein Spiel. Sagen wir: Gymnastik, ja, eine gute Übung. Eine gute Übung. Aber es gibt darin viele Stolpersteine. Deshalb mag ich solche Dinge nicht so sehr.

Ja, David. Nu?

85:57

Schüler: Am Anfang haben Sie gesagt, dass ein Mensch, der den Machsom überschreitet, außer den Körpern schon Seelen sieht, also Verlangen. Um welche Verlangen geht es? Können Sie das genauer sagen? Ist es nur das Verlangen nach Spiritualität, oder lohnt es sich nicht, darüber zu sprechen?

Rav: Ich habe es gerade Oren auf seine Frage hin erklärt. Was willst du, dass ich noch dazu sage? Man sieht den allgemeinen Willen, der eine allgemeine Kraft heißt, die „Schöpfer" heißt. Nenn es Schöpfer, egal, aber du siehst eine Kraft oder einen Gedanken. Nach diesem Gedanken oder dieser Kraft handeln alle, ohne sich selbst zu fragen, ohne zu wissen, ohne überhaupt zu wissen, warum und was. Nur du siehst, wie sie so von außen handeln und wie sie alle einfach entschieden angetrieben werden, das war's.

In dem Maß, wie du über dem Verlangen sein kannst, außerhalb deines Verlangens, fängst du an, das zu sehen, und du siehst es an anderen. Jetzt fügt man dir Verlangen zu empfangen hinzu. Sobald du das siehst, sagst du: „Wie schön, wie gut, jetzt sehe ich alle so." Du denkst schon, dass du dich schon … Du erhebst dich damit, wie man sagt, und bumm, du fängst an, in das neue Verlangen zu empfangen einzusinken. Alles verschwindet, und dann ist wieder Arbeit dran.

Das geht so lange, bis sich genug Kraft angesammelt hat. Das nennt man „sein Maß füllen". Dann geht man wirklich in eine andere Dimension der Existenz über. Dann sind Leben und Tod, dieses Tierische des Körpers, nicht wichtig, auch Entfernungen sind nicht wichtig, und die Existenz ist schon eine andere.

Nu, genug? Vielleicht lasst ihr mich essen, was? Ja. 88:19

Wir haben es geschafft, ein gemeinsames Gefäß aufzubauen. Was ist jetzt die Arbeit dieses Gefäßes? Was ist die nächste Stufe, nach der wir uns sehnen müssen, wenn ein Kabbalist überhaupt wissen kann, was die nächste Stufe ist?¹⁵ Unsere nächste Stufe … was ist die nächste Stufe? Die nächste Stufe heißt, eine stärkere Einbeziehung zu haben als vorher. Eine stärkere Einbeziehung als vorher muss so aussehen: Es wird Entfernungen geben, Verschiedenheiten und alle möglichen Störungen. Jeder von uns wird sie in sich bekommen, jede Gruppe in sich, jede Gruppe gegenüber der anderen Gruppe. Trotz allem müssen wir die Verbindung zwischen uns stärken. Das ist die nächste Stufe.

Wenn es uns gelingt, eine solche Verbindung zwischen uns aufzubauen, dass nichts sie verändert und nichts uns stört, bekommen wir den Massach. Gibt es bestimmte Übungen, um das „Ich" aus mir herauszuholen, oder sucht jeder selbst einen Weg? Das ist wirklich die persönliche, innere Arbeit des Menschen gegenüber der Gruppe, gegenüber der Welt. Es gibt dafür Übungen, die man … Sagen wir, am Morgen legen wir uns auf eine Parole fest und arbeiten den ganzen Tag nach dieser Parole. Das hilft, denn es vereint uns. Es lässt uns die Kräfte stärker verbinden und die Absichten schärfer ausrichten. Das lohnt sich.

Aber auch dabei ist die Arbeit trotzdem die persönliche Arbeit jedes Einzelnen. Die Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer ist trotzdem seine persönliche Verbindung. Jeder kommt zu seiner persönlichen Dwekut mit dem Schöpfer.

Frage: Lohnt es sich, an meinem Arbeitsplatz Kabbala zu verbreiten?

Rav: Nein. Klipp und klar. Das soll allen klar sein. Am Arbeitsplatz spricht man nicht über Kabbala.

Frage: Gibt es eine Störung zwischen den Freunden in der Gruppe, wenn einer von ihnen Vorgesetzter ist und der andere unter ihm steht?

Rav: Das kann sein, es hängt von ihrer Korrektur ab. Es kann sein, dass bei der Arbeit einer Vorgesetzter ist und der andere unter ihm steht, und in der Gruppe ist es umgekehrt: Der andere ist größer als sein Vorgesetzter. Das hängt natürlich davon ab, wie sehr sie das eine vom anderen trennen können. Aber natürlich sind solche Dinge nicht gesund. Am leichtesten und am besten ist es für uns, wenn es in der Gruppe keinerlei andere Verbindungen gibt außer der Liebe zu den Freunden. Keinerlei andere Verbindungen. Keine Verwandten, keine, die zusammen arbeiten, keine, die irgendetwas zusammen machen. Gruppe heißt, dass wir uns nur nach einer einzigen Idee verbinden. Es gibt nichts weiter, was uns verbindet oder irgendwie aneinander bindet, das war's. Das ist am besten.

Ja?

92:20

Schüler: Rav, wie werden wir uns jetzt mit den Freunden zusammenschließen oder uns in sie einbeziehen, die sozusagen …?

Rav: Heute ist noch ein Teil unserer Auslandsgruppen hier. Außerdem gibt es hier unsere interne Gruppe „Bnei Baruch", und jetzt kommen unsere Freunde aus den externen israelischen Gruppen und vielleicht überhaupt irgendwie einzelne Freunde, ja? Wie werden wir uns einbeziehen? Wir haben hier schon eine Kraft, an der wir gearbeitet haben, einen allgemeinen Gedanken und ein allgemeines Verlangen. Das ist das, was wir während Sukkot investiert haben und was wir in die Vorbereitung darauf investiert haben. Wir müssen uns also, so weit es geht, mit ihnen verbinden … Wir müssen ihnen helfen, sich mit uns zu verbinden. Wir müssen über diese Wichtigkeit sprechen.

Wollen sie wirklich in diesem Leben etwas erreichen? Wollen sie nicht wie in den vorherigen Gilgulim¹⁶ so begraben werden, dass keine Spur bleibt, und wieder von vorn anfangen? Dann müssen sie sich uns anschließen, und wir müssen ihnen dabei helfen. Es geht um den Anschluss an eine einzige Kraft, an eine einzige Absicht, mehr gibt es außer dem nicht. Gib ihnen ein bisschen zu trinken, bring sie in den Tanzkreis, zum Singen. Man fängt mit dem Äußeren an, bis eine innere Verbindung entsteht. In Ordnung?

Gerade bei den Gruppen aus Russland brauchten wir nicht so viel … Weißt du, wie viel sie getrunken haben? Nichts. Ha? Beim letzten Mal haben sie literweise getrunken. Heute haben wir nicht einmal ein Fünftel von dem getrunken, was wir vorbereitet hatten, jetzt werden die Israelis es leer machen. Die Russen, gerade die Russen brauchten das nicht. Es hat gebrannt, das Herz hat sich mit Gefühl gefüllt, sie brauchten das nicht. Sie haben kaum „Lechaim" gesagt, ich habe es gesehen. Das ist wirklich ein Wunder, ich kenne diese Menschen.

Siehst du? Und jetzt sieh dir die Israelis an. Aber man muss einfach aus dem „Ich" herausgehen, jeder Einzelne. Man muss. Also wie zu Purim, weißt du: Man betrinkt sich, und das ist ein Zeichen des Endes der Korrektur. Ja, es gibt kein „Ich", und fertig. Das machen wir die ganze Nacht so, wie Purim, und das war's. Hoschana Rabba ist … so wird es bei uns sein. Glaubt mir, das ist besser. Statt dazusitzen und diesen Sohar zu lesen, mach lieber eine Verbindung der Herzen. Das ist näher an Rabbi Shimon.

Ja. Nu, gehen wir raus? Also ich, ich … Vielen Dank, danke. Danke.

Also noch einmal: Wir stehen heute vor einer sehr schweren Aufgabe, mit dem schwierigsten Publikum, das es in der Wirklichkeit überhaupt geben kann. Israelis, das ist etwas, schlimmer geht es nicht. Richtig, nein, das ist bekannt, das ist bekannt. Deshalb haben sie die Tora empfangen und mussten sie an alle Völker weitergeben, was sich letztlich erst jetzt enthüllt. Das ist das härteste Material, sehr, sehr viele Klipot auf jedem Einzelnen. Du kannst ihn nicht öffnen. Du öffnest dort wieder eine Klipa, und wieder und wieder, wie eine Matrjoschka, wie eine Babuschka, und du kommst nie nach innen. 96:15

Das verstehen wir, und wir haben keine Wahl. Das ist trotzdem das zentrale, innerste Verlangen zu empfangen, das es in unserer Welt gibt, das schlimmste. Wir müssen uns mit all unserer Kraft bemühen, erfolgreich dagegen zu arbeiten. Jeder von den israelischen Leuten soll verstehen, wer er wirklich ist, ja? Und er muss sich selbst zerstören. Das war's, fertig. Auf sich selbst treten und sich erheben.

Damit werden wir uns jetzt beschäftigen, von jetzt bis zum Ausgang des Shabbat. In Ordnung? So: sich betrinken, aus dem „Ich" herausgehen. Hauptsache, man tut etwas, egal was, mit nur einer Absicht und nur einem Gedanken. Kein fremder Gedanke und keine fremde Absicht darf hereinkommen. Wir sind nur dabei, bei der gemeinsamen Verbindung. Wir müssen jetzt die Spiritualität entdecken, und ihr werdet sehen, wie sehr ihr das fühlen werdet. Ich verspreche: Jeder kann heute etwas von jenseits des Machsom fühlen, sogar nur für einen kurzen Moment und nur ein wenig.

Natürlich verspreche ich nicht, dass wir springen und dort spirituelle Stufen durchlaufen. Aber ein wenig von dem, was dort passiert, könnt ihr fühlen. Das reicht. Hier gibt es die Menge, die Vorbereitung und wirklich alle Bedingungen dafür. Alles hängt von euch ab. Also lasst uns uns bemühen. Ja.

Schüler: Was ist das Besondere am Alkohol?

Rav: Die Sache mit dem Alkohol ist, dass er dich vom Verstand abtrennt. Du hörst ein wenig auf, an dich selbst zu denken, das ist alles.

Ha? Ich höre nicht.

Schüler: … andere Drogen.

Rav: Drogen trennen dich vom Leben ab, deshalb sind alle gegen Drogen. Alkohol hilft, wenn er für einen besonderen Zweck ist. Deshalb ist er in allen Kulturen üblich, gerade auch in der Kabbala. Bei Drogen dagegen trennst du dich vom Ziel und vom Gedanken ab. Hier gehst du hin, um eine bestimmte Handlung zu machen, und erwartest von ihr ein Ergebnis. Du betrinkst dich nicht, um dich völlig zu verlieren, sodass du nicht mehr existierst. Du sehnst dich jetzt danach, dein „Ich" zu verlieren.

Ha?

98:48

Schüler: In Maßen.

Rav: In Maßen? Ich weiß nicht, vielleicht ist dein Maß zwei Liter, ich weiß nicht, wie viel … Das „Ich" sollst du verlieren, nicht deine menschliche Gestalt. Wir brauchen dich, aber ohne all das … Diesen ganzen Dreck schüttest du weg, in Ordnung? Gut. Gehen wir aus der Sukka? Nein. Noch nicht.

Wie üblich ist die Küche noch nicht fertig. Ja, nimm das, vielen Dank. Also wirklich, wir bemühen uns, in Ordnung? Schade um die Gelegenheit. Wenn man von oben eine Gelegenheit gibt, darf man sie nicht verpassen, sonst wird …

(Ende der Lektion)