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Abschrift Morgenunterricht 22.12.2002
Buch
„Kitwej
Rabash“,
Band
1,
„Was
ist
das
Verborgene
und
das
Offenbarte
in
der
Arbeit
für
den
Schöpfer“
Rav: Wir haben einen Artikel gehört … „Was ist das Verborgene und das Offenbarte in der Arbeit für den Schöpfer“. Er ist aus Band 4, „Stufen der Leiter“, wo Rabash uns beschreibt, wie man vom Verborgenen zum Offenbarten herauskommt. In diesem Artikel stehen sehr bescheidene Dinge. Schon damit, wie er anfängt: Bei den Absichten gibt es die Absicht, dass man die Mizwot des Schöpfers ausführt, und die Absicht bezüglich des Grundes, der dazu verpflichtet, die Mizwa einzuhalten. Danach: Erfüllung aus der Mizwa … Erfüllung aus Furcht und Erfüllung aus Liebe. Erfüllung unter Zwang.
Wie auch immer: Wenn wir anfangen, zur Dwekut voranzukommen, geschieht die Dwekut durch eine Mizwa. Das heißt: In das Gefäß mit der Absicht, um zu geben, tritt das Licht ein und füllt es gemäß der Gleichheit der Form zwischen Gefäß und Licht. Und im Gefäß, in der Seele, entsteht ein Zustand, der „Dwekut“ heißt. Dort wohnt der Innewohnende in der Seele und füllt sie, und dort ist die Dwekut, die durch die Mizwa erlangt wird.
Die Mizwa ist also Siwug de Hakaa und Vereinigung durch Or Choser, das zum Gewand für das Or Yashar wird; so kommt zu uns das Or Pnimi, in dem die Handlung der Dwekut liegt. Wie geschieht das? Man fängt mit der Arbeit an der obersten Schicht im Verlangen zu empfangen an, wo man mit der kleinen Awiut durch Furcht arbeitet, und danach geht man von Furcht zu Liebe über. 03:04
Furcht und Liebe sind zwei Stufen in der Offenbarung, schon jenseits des Machsom, in der Offenbarung der Beziehung zum Schöpfer: Belohnung und Strafe und die ewige Liebe, oberhalb des Machsom. Vor dem Machsom haben wir die Verhüllung innerhalb der Verhüllung und die einfache Verhüllung¹³, die vorsätzlichen Sünden und die Versehen¹⁴. Zuerst fängt man mit den vorsätzlichen Sünden an, weil man sich in der Verhüllung innerhalb der Verhüllung befindet. Danach geht man zu den Versehen über, weil man sich in der einfachen Verhüllung befindet.
Man geht über den Machsom und tritt ein in die Teilnahme an der Vorsehung von Belohnung und Strafe; das heißt schon „Furcht“. Keine Furcht wie die, die Rabbi Shimon uns in „Pekudin deOraita“ in der „Einleitung zum Buch Sohar“ erklärt – Furcht vor dieser Welt, vor allerlei Dingen in dieser Welt –, sondern dort fängt schon eine Furcht aus dem „um zu geben“ heraus an. Auch die Belohnung drückt sich schon im „um zu geben“ aus, in der Fähigkeit zu geben.
Das nennt man „Belohnung und Strafe“, den Erwerb der Furcht: das Yud von HaWaYaH. Danach das erste Hej von HaWaYaH, in dem man die Stufe der Liebe erlangt; das ist der nächste Schritt, in dem man schon empfängt, um zu geben. Dass man empfängt, um zu geben – was sich wirklich in den Gefäßen abspielt –, das nennt man schon „Bchina Waw“. Denn empfangen, um zu geben, ist noch die Bchina Waw der Handlung. Und danach das untere Hej: Das ist schon die Mizwa, mit der man wirklich zum Endzustand kommt, zum Ergebnis dieser Handlungen, und ihr Ergebnis ist die Dwekut. 05:29
So erwirbt der Mensch das HaWaYaH, den vollständigen Namen. Mit den Namen haben wir etwas Verwirrung. Sie kommt daher, dass wir einerseits lernen: Was sind Namen? Die Namen Yud-Hej-Waw-Hej sind Namen der Gefäße. Die Wurzel, Kuzo shel Yud, hat kein Zeichen außer einem Punkt. Und dann sind Yud, Hej, Waw, Hej die Bchinot Alef, Bet, Gimel, Dalet.
Oder, wie es in den Sefirot ist: Keter ist Kuzo shel Yud, und Yud, Hej, Waw, Hej sind Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Aber wenn wir es von der Seite der Erlangung lernen, lernen wir: Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot sind Yud-Hej-Waw-Hej. Und das vor den Taamim – wo wir die Berechnung und alles haben – ist Kuzo shel Yud. Das ist von der Seite der Erlangung der Unteren.
Wenn wir nun zu dem gehen, was vor der Erlangung der Unteren liegt – wie der Mensch zu dieser Erlangung geht, sich ihr nähert und erlangt –, dann haben wir Yud-Hej-Waw-Hej in einer anderen Form. Das heißt: Es gibt Yud-Hej-Waw-Hej im Or Yashar, von oben nach unten, und es gibt Yud-Hej-Waw-Hej sozusagen aus Or Choser, von der Seite des Unteren, von unten nach oben. Wenn wir zur Erlangung kommen, kommen wir nicht zu Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot, sondern von den Otiot kommen wir danach zur Vollkommenheit, zur Dwekut.
Der Mensch sammelt die Buchstaben aus dieser Welt und überträgt sie danach in die Spiritualität. In der Spiritualität fängt er an zu arbeiten, und alle seine Buchstaben sammeln sich, um die Reshimot der Buchstaben zu verwirklichen. Danach geht er durch diese Reshimot – durch die Reshimot der Gefäße – über zu den Reshimot der Lichter: von den Otiot zu den Tagin und danach zu den Nekudot. 07:53
Aus den Mängeln – dass ihm diese Lichter fehlen, wegen des Verschwindens vorher und des Zerbrechens vorher und so weiter – erlangt er die Ursachen, die Mängel, das, was ihm fehlt, um zur Kedusha zu kommen. Bis er schließlich zu den Taamim kommt, dass er der Taamej Tora würdig wird. Das heißt, unser Weg ist ein anderer. Wir sprechen nicht über die Struktur des Gefäßes, Yud-Hej-Waw-Hej, die Sefirot, sondern über die Erlangung.
Von oben nach unten kommt es in Taamim, Nekudot, Tagin und Otiot, und von unten nach oben sozusagen in einer anderen Form. Darin gibt es viele Unterscheidungen. Auch der Rebbe sagt hier, dass wir Mizwa, Tora, Liebe und Furcht haben. Wie kann es also sein, dass die Mizwa Malchut ist … Liebe ist Seir Anpin, Tora, Liebe ist Bina, und Furcht ist sozusagen Chochma¹⁵? Wie kann das sein? Man fängt doch an … 09:12
Malchut heißt doch „Furcht vor dem Schöpfer“. Er erklärt das auch im Sohar: „Die Furcht vor dem Schöpfer ist der Anfang der Weisheit“. Die Furcht vor dem Schöpfer ist Malchut – Malchut, die sich selbst korrigiert, ist die erste, der Anfang der Erlangung der Chochma. Bis Malchut erlangt … sich mit dem Or Chochma füllt, wie die Sefira Chochma. Und GaR fängt sozusagen bei der Mizwa an, die das Letzte ist. Er erklärt also, dass wir einmal von oben nach unten sprechen und einmal von unten nach oben – wie es sich offenbart und wie wir es erlangen. Das sind zwei Wege, die einander sozusagen entgegenkommen.
Gibt es Fragen? Ja.
10:03
Schüler: Wenn der Mensch zur Offenbarung herauskommt und die Vorsehung von Belohnung und Strafe sieht, fängt er an, in Furcht zu arbeiten. Warum fängt er an, in Furcht zu arbeiten? Was bedeutet Arbeit in Furcht? Worauf …?
Rav: Arbeit in Furcht bedeutet: Das Tier kann sich bewegen. Das rohe Verlangen zu empfangen kann arbeiten, sich bewegen, also irgendeine Handlung, eine Veränderung in sich machen – nur aus der Berechnung, ob es leer oder voll ist. Ohne Absichten auf etwas Fremdes, sondern mit der einzigen Absicht, dass ich voller werde.
Diese Angst, leer zu werden, die Erfüllung zu verlieren, nennt man die tierische Furcht. Der Mensch hat allerlei Arten von Furcht, auch je nach seiner Entwicklung: Er hat nur um sich selbst Angst, oder um seine Nächsten, seine Familie, oder schon um seine Freunde, auch um seine Stadt, sein Land, die ganze Welt. Baal HaSulam schreibt darüber. Es hängt von der Entwicklung des Menschen ab.
Aber letztlich gibt es in dieser Entwicklung nur die Erkenntnis, dass meine Erfüllung von ihnen abhängt. Nur das Maß dieser Erkenntnis gibt dem Menschen sozusagen die Größe der Furcht. Warum habe ich Angst um die Welt? Ich habe Angst, weil ich von ihr abhänge – auch wenn es mir scheint, dass ich wirklich an die Welt denke. Das ist unsere ganze tierische Furcht, sagen wir: die menschliche.
Danach spricht er schon von Furcht gegenüber dem Schöpfer. Sie hängt schon vom Glauben ab, dass der Schöpfer der Lenker ist. So wie ich mich gefürchtet habe, dass mir etwas fehlt, was ich von der Umgebung empfange, so fange ich in dieser Welt schon an, mich vom Schöpfer abhängig zu machen: dass mir etwas fehlen könnte, was ich von Ihm empfange. Ich fange schon an, von Ihm abhängig zu sein. 12:42
Lohnt es sich also für mich, Tora und Mizwot zu erfüllen? Ich tue Ihm Gutes, Er tut mir Gutes. Das ist Sein Wille, ich werde es tun. Warum? Er bezahlt den, der Seinen Willen tut. Das nennt man schon: Er erwartet eine Bezahlung, eine Belohnung. Entweder in dieser Welt, dass es mir gut geht, oder auch schon für die kommende Welt, für die Zukunft. Oder er vernachlässigt sogar diese Welt ganz und will nur die kommende Welt.
Das nennt man einen großen Gerechten. Er will wirklich nichts von dieser Welt, nur die kommende Welt. Nun, das ist ein sehr großes Verlangen zu empfangen. Denn dort ist Ewigkeit und Vollkommenheit, und was gibt es hier? Wie viel kann man in dieser Welt genießen? Besonders wenn man älter wird. Was bleibt vom Leben? Süßes darf ich nicht essen, Fettes auch nicht, Trinken ist auch verboten, und zu tierischen Genüssen zieht es einen nicht mehr. Was bleibt? Nur noch, für die Zukunft zu sorgen. Und das nennt man dann einen Gerechten.
Eine andere Art von Furcht – nämlich wie viel ich für den Schöpfer bewirke, was Er von mir hat, ohne jede Rückkehr zu mir – kann es erst nach dem Zimzum geben. Denn Zimzum bedeutet: Von allem, was ich dem Schöpfer bewirke, führe ich nichts zu mir selbst zurück.
Die Prüfung ist, dass ich meine Ergebnisse nicht sehe. Ich tue etwas – ich weiß nicht, ob Er empfängt oder nicht. Ich weiß nicht, ob Er mich kennt oder nicht. Ich weiß nicht, ob Er überhaupt spürt, dass Er von mir empfängt. Woher nehme ich dann Brennstoff, um zu handeln? Hier verlangt man, dass der Schöpfer sich offenbart, nur damit ich die Möglichkeit habe, so zu handeln. Und das nennt man Bescheidenheit. 15:00
Denn hier fragt jemand – er hat nicht geschrieben, woher und wer er ist –, was Bescheidenheit heißt, „bescheiden gehen“¹² in der Spiritualität. Das also nennt man „bescheiden gehen“: Der Mensch weiß nicht, für wen er handelt und was er genau tut, welches Geben von ihm ausgeht und ob der Empfänger spürt, dass er das Geben von ihm empfängt. Also all die Umstände, die ich zurückdeuten könnte, sozusagen zu meinen Gunsten.
Wenn wir uns darin vertiefen, spüren wir, dass das unmöglich ist – schon es zu planen, umso mehr, es wirklich auszuführen. Dazu braucht man für Verstand und Herz, für Planung und Ausführung, eine Kraft von oben. Aber vorher muss man zur Notwendigkeit dieser Sache kommen. Diese Notwendigkeit befindet sich schon oberhalb des Machsom, und in einen solchen Zustand überzugehen heißt, den Machsom zu überschreiten.
Das heißt, in einen Zustand herauszukommen, der ganz und gar nicht von mir abhängt und mir nichts zurückgibt. So sehr, dass der Schöpfer mich nicht kennt und nicht weiß, dass ich etwas für Ihn tue. Und auch ich sehe das nicht: Ich sehe Ihn nicht und sehe nicht, dass ich etwas für Ihn tue.
Ja.
Schüler: Wie kann der Mensch seinen Mangel, in die Spiritualität einzutreten, vergrößern und wirklich das Tempo steigern?
Rav: Wie wir unser Verlangen … definieren?
Schüler: Vergrößern.
Rav: Vergrößern? Zuerst muss es da sein. Ich weiß nicht, was Vergrößern ist. Wenn etwas da ist, dann kannst du dir (dir?)²⁵ schon vorstellen, was größer ist. Aber wenn gar nichts da ist, wissen wir nicht, was klein und was groß ist. 17:32
Vergrößern ist schon ein anderes Problem, als etwas zu erwerben. Man sagt so: Aus lo liShma – wo wir nur an unseren Vorteil denken, aber auch ein wenig dem Schöpfer gegenüber etwas zu Seinem Vorteil wollen, soweit das Or Makif uns ein gewisses Verständnis gibt, dass es sich auch lohnt –, aus dem Sehnen nach dem Schöpfer wie nach einer großen Begierde, dass Er mich füllt, daraus gibt man von oben Rettung. Man bringt dem Menschen ein anderes Verlangen, eine andere Absicht, die Loslösung von sich selbst, damit er wirklich aus sich herausgehen und sich von diesen Gedanken, von diesen Verlangen über sich selbst lösen kann. Das ist etwas, wovon wir nicht spüren, was es ist. Das ist einfach eine andere Schöpfung: ganz und gar andere Gedanken, Berechnungen, eine andere Herangehensweise an das ganze Leben und die ganze Wirklichkeit.
Schüler: Was muss ich dann tun, um mich sozusagen von außen anzuschauen?
Rav: Um dahin zu kommen und dich von außen anzuschauen, brauchst du eine höhere Kraft, die das für dich macht. Wenn ich ganz Verlangen zu empfangen bin, wie kann ich aus dem Verlangen zu empfangen herausgehen? Das Licht führt zum Guten zurück: Es holt mich aus dem Verlangen zu empfangen heraus und stellt mich zur Seite.
Schüler: Was brauche ich für eine solche Forderung? Welche Handlungen?
Rav: Auch zu einer Forderung danach kann ich nicht kommen, wenn ich im Verlangen zu empfangen bin. Die Forderung danach fängt in meinem Verlangen zu empfangen ein wenig an, sich zu formen – durch das Lernen. Im Lernen denke ich trotzdem daran, zu so etwas zu kommen. Aber alle Verlangen sind noch im Verlangen zu empfangen. Doch dadurch, dass ich mich anstrenge, dass ich sozusagen irgendwelche Anstrengungen mache, zieht man mich hinaus, jenseits des Machsom.
20:03
Schüler: Ich verstehe, dass Sie sozusagen sagen, es gibt keine Kontrolle. Aber wie geht es trotzdem?
Rav: Nein, nein. Ich sage dir: Das ist das Maximum, das du tun kannst. Also im Verlangen zu empfangen allerlei Anstrengungen machen, nur das zu wollen, was dir als Spiritualität erscheint. Aber nur das zu wollen – zum maximalen Verlangen zu empfangen kommen. Wie er schreibt: ähnlich dem, der voller Begierde ist, der sich wirklich nach dem sehnt, in das er sich verliebt hat, und nur das will; dieses Ziel weicht weder Tag noch Nacht von seinen Augen, er dreht sich wirklich sein ganzes Leben um diesen Pol. Er sieht nichts, was er hat oder was es außer dem geben kann – wie einer, der verrückt vor Liebe ist.
Schüler: Vielleicht sollten wir dann ein schönes Bild von … nennen.
Rav: Das ist doch das Bild. Kennst du das nicht ein wenig aus unserem Leben? Nimm irgendein Beispiel von Liebe, und das war's, und schau, was das ist. Deshalb haben wir solche Beispiele aus dieser Welt. Denn aus ihnen müssen wir alle Buchstaben, Unterscheidungen sammeln, um uns die Spiritualität vorzustellen.
In der Spiritualität ist es natürlich anders. Aber um damit aus lo liShma anzufangen, müssen wir deshalb in dieser Welt sein. Um mit der Spiritualität anzufangen, haben wir sozusagen Buchstaben – Beispiele aus dieser Welt, tierische. Trotzdem können wir uns irgendwie vorstellen, dass es das sein könnte, auch wenn es nicht wahr ist. Deshalb nennt man es lo liShma.
Schüler: Das ist so etwas, als ob ich spüre, dass ich nicht … Ich höre und höre und nicht …
Rav: Dass du hörst und hörst und es nicht berührst?
Schüler: Sie sagen …, aber trotzdem nicht dort …
Rav: Schön. Das ist genau so, wie wenn du jemanden liebst und mit ihm sein willst, aber nicht zu ihm kommst. Ja, schön. Jetzt muss man …
Schüler: …
Rav: Nun, sehr gut, dass man es greifen will. Jetzt muss man es nur vergrößern. Du hast gefragt, wie man das Verlangen vergrößert – jetzt arbeite daran, das Verlangen zu vergrößern. Die Vergrößerung des Verlangens muss zuerst von der Gemeinschaft zu dir kommen: dass man dir sagt, dass nur das wichtig ist und es außer dem nichts gibt. Und auch aus dir selbst: wenn du während des Lernens betest, dass du nur das willst, dass dir klar ist, dass du nur das willst.
22:45
Schüler: Haben Sie „definieren“ gesagt?
Rav: Verstärken.
Schüler: Nein, definieren. Ich habe nach Verstärken gefragt, und Sie sagten auch …
Rav: Größer machen, Entschuldigung. Vergrößern.
Ja.
Schüler: Wir sagen, dass man aus Größe und aus dem Positiven vorankommen muss und nicht aus dem Negativen vorankommen kann. Aber Pharao sieht keine Größe und nichts Positives. Wegen der Plagen lässt er ziehen, sonst lässt er nicht ziehen. Und ich darf nicht erwarten, auf Plagen zu hoffen, sozusagen hoffen, dass mir etwas kommt. Aber dieser Pharao lässt nicht zum Positiven ziehen.
Rav: Dein Beispiel ist unvollständig, es erfasst nicht das ganze Bild. Der Heilige, gepriesen sei Er, sagt zu Mose und Aaron – zwei Unterscheidungen im Menschen –, denen Er sich schon in der Erscheinung am Dornbusch und in allerlei anderen Dingen offenbart hat: Ich führe euch aus Ägypten heraus, aber nicht allein. Zwar werdet ihr jetzt allem würdig, ihr seid schon für das ganze Land Israel geeignet und so weiter – also ohne jedes Problem zur Dwekut mit Mir aufzusteigen. Aber es reicht nicht, dass Ich diese Eigenschaften rette. Diese Gedanken oder Absichten sind gut, aber in dir, im Menschen, gibt es noch sehr, sehr viele Dinge, die insgesamt Pharao, Ägypten heißen.
Auch die Juden, auch das Volk Israel: Wir müssen eine Art Krieg führen, Plagen über Pharao bringen, vor allen Ägyptern und vor allem vor allen Juden, damit die Juden sich von diesem Pharao befreien und vor ihm fliehen wollen. Pharao selbst ist das Lew haEwen, ja? Die Juden und ein Teil der Ägypter, der Erew rav, allerlei solche Dinge – das ist es, was sich in der Seele Mose und Aaron anschließen kann. Sozusagen korrigierte Gefäße, korrigierte Absichten, gibt es nur zwei, Mose und Aaron; alle übrigen gibt es nicht. 25:04
Alle Übrigen sind Juden unter der Herrschaft Pharaos. Nur Mose und Aaron fühlen sich schon frei und treten gegen ihn auf, ja? Mit der Forderung: „Lass mein Volk ziehen“. Es ist also nicht so, dass der Schöpfer sich dem Menschen nicht offenbart – Er offenbart sich. Nur hat der Mensch jetzt wirklich die Arbeit, sich mit all seinen Verlangen zu vereinen, mit all seinen Verlangen den Machsom überschreiten zu wollen. Das heißt, verrückt vor Liebe zu sein, die Liebe so sehr zu vergrößern, „bis sie begehrt“¹⁷, ja? – dass es außer dem nichts gibt. Das ist die Arbeit.
Der Schöpfer offenbart sich Mose und sagt ihm: „Komm zu Pharao“, und all diese Dinge fangen an. Aber man muss dem standhalten. Und dass Pharao Plagen erleidet, das sind nicht wir, das ist nur der Pharao in uns. Außer ihm gibt es noch Unterscheidungen, denen die Plagen gerade helfen, sich von dieser Welt zu lösen und Spiritualität zu wollen. Die Plagen kommen, um dir die Niedrigkeit deines Zustands zu zeigen. Sie kommen über die Unterscheidungen, mit denen du an diese Welt gebunden bist, damit du dich von ihnen löst – es lohnt sich für dich nicht, daran gebunden zu sein.
Plagen helfen, sich von etwas zu lösen, wovon du dich nicht lösen könntest. Also: Dein Einwand stimmt nicht. Die Plagen gehen nur über einen Teil unserer Verlangen. Und mit jeder Plage klären sich für dich Dinge gegenüber dieser Plage. Das Volk Israel wird stärker, man will aus Ägypten hinaus; man vergisst, dass Pharao auch über alle verbirgt¹⁸ … Was sagt er? Ihnen keine Ziegel geben, sie sollen sie selbst machen, sie sollen bei mir die Häuser bauen, damit ich in diesen Gebäuden genieße und nicht sie.
Durch diese Plagen fangen sie an, immer besser zu sehen: Das Ägypten im Menschen fängt an, jedes Mal unter jeder einzelnen Plage zu leiden, und die Juden im Menschen auch. Nur haben sie vorher nicht gesehen, dass sie Juden sind; sie haben vorher gesehen, dass sie Knechte Pharaos sind. Sie haben sich an Pharao gebunden, um ihm zu dienen. Sie haben sich nicht gebunden, Diener des Schöpfers zu sein, diese Verlangen mit der Spiritualität zu verbinden. Jetzt gibt es durch die Plagen schon eine Trennung zwischen Pharao und Ägypten einerseits und den Juden andererseits. Wie soll das ohne Plagen gehen?
28:13
Schüler: Es gibt eine Kraft, die zieht, die verschließt, die nichts sich öffnen lässt. So sehr er auch sieht, dass da noch Tod ist, ist er nicht bereit … Worauf stützt er sich? Auf welcher Grundlage hält er fest, findet er Brennstoff, um zu sich zu ziehen, verstehen Sie? Er sieht schon, dass da Tod ist, er sieht, dass da nichts ist, und trotzdem lässt er nicht vorankommen, lässt nichts anderes sich bewegen. Diese Kraft, die zu sich zieht – wovon nährt sie sich, wie löst man sich von ihr?
Rav: Du sprichst vom Pharao selbst, dem Lew haEwen. Mit ihm kann man nichts machen – du siehst, er stirbt auch nicht. Man flieht einfach vor ihm, da ist nichts zu machen. So viele Plagen der Schöpfer Pharao auch gibt, Er gibt ihm Plagen nur, um die Juden zu befreien. Und die Ägypter bleiben dort, um in ihrem Ägypten zu leben, ja? All diese Unterscheidungen bleiben, denn sie sind noch … Nur die Juden gehen ins Land Israel und kommen zur Tora und zu den Korrekturen; die übrigen Verlangen fehlen noch.
Danach, beim Gmar Tikun. Aber nicht mehr nach Ägypten hinabsteigen! Der Mensch darf aus dem Land Israel nicht nach Ägypten hinabsteigen. Ins Ausland ist auch verboten, umso mehr nach Ägypten. Nach Ägypten hinabzusteigen ist völlig verboten, das ist Halacha. Denn in Ägypten bleiben jene Unterscheidungen von uns, die man im Gmar Tikun²¹ nicht korrigieren kann – man darf sie nicht berühren –, und sie leben.
30:08
Schüler: Wie kannst du vor ihm fliehen? Wohin fliehst du vor ihm? Du hast keinen Ort, wohin du vor ihm fliehen kannst. Er zieht, er verschließt alles ringsum.
Rav: Nein. Das Problem Pharaos ist, dass er nicht verstehen kann, dass es für ihn einen anderen Weg gibt, denn er ist aus Funken von Bina einbezogen¹⁹. Das ist das Lew haEwen, das nicht aufnehmen, nicht verstehen kann, was „um zu geben“ heißt. Er kann es einfach nicht fühlen. In ihn treten keinerlei Eigenschaften des Schöpfers ein. Das Maß des Verlangens zu empfangen, Dalet de Dalet – so ist er. Du siehst: so sehr, dass sie den Körper so machen konnten, dass er, selbst wenn er gestorben ist, nicht tot ist, sondern sozusagen lebt – diese Mumien. Schau, was sie gemacht haben.
Schüler: Wo ist der Punkt, durch den du vor ihm fliehst, wo ist der Punkt, durch den du herauskommen kannst?
Rav: Ich kann nur durch jenes Verlangen herauskommen, das man mir von oben bringt: Der Schöpfer enthüllt mir von oben ein kleines, schwaches Verlangen, durch das ich sozusagen mit Ihm verbunden bin. Das nennt man den Punkt im Herzen. Insgesamt nur ein Punkt. Diesen Punkt muss ich als etwas Großes nehmen, ihn vergrößern bis zur Größe der ganzen Welt, so dass nur dieser Punkt vor mir ist. Nur dieses Ziel darf es geben.
Nun.
Schüler: Woraus – aus allem, was über ihn ging (arbeitete?) –, durch welche Verlangen kann er wachsen? Sagen wir, in diesem Bild gibt es Kräfte, die jetzt nicht fähig sind …
Rav: Dieser Punkt heißt Mose. Und man sagt, dass es außer Mose noch sechshunderttausend Männer gibt. Insgesamt drei Millionen Juden, aber unter ihnen sechshundert Männer²⁰. Das sind sechshunderttausend Seelen rings um diesen Punkt, die ich mit ihm verbinden kann, und dann gehe ich aus Ägypten hinaus. Solange ich diese Punkte, diese Seelen, die in mir eingeschlossen sind, nicht mit mir verbinde, komme ich nicht aus Ägypten heraus. Ich muss hinaus. Mose kann nicht allein hinausgehen. Er wollte fliehen, als er einen Ägypter erschlagen hatte, aber man hat ihn zurückgebracht. 32:57
Schüler: Wie erkennt er diese sechshunderttausend in Ägypten? Wie erkennt er sie in Ägypten, wo er doch keinen Bezug zu Ägypten hat?
Rav: Er erkennt sie dadurch, dass er nach Ägypten zurückkehrt und diesen ganzen Feldzug anfängt, wie man hinauskommt: wie man Pharao entdeckt und wie man mit ihm spricht. Und der Schöpfer ordnet ihm diesen ganzen Prozess. Der Schöpfer sagt ihm: „Komm zu Pharao“. Mose will nicht.
Er sagt: Ich habe nichts zu sagen, nichts zu reden, nichts, womit ich überzeugen könnte. Wie soll ich sie überzeugen? Er spricht nicht davon, Pharao zu überzeugen, er spricht davon, die Juden zu überzeugen – dass er ihnen nichts zu sagen hat. Er kann sie nicht auswählen. Da sagt der Schöpfer: Sei du nur anwesend. Nun, dort muss man an diesen Wundern teilnehmen, ja? Der Stab wird zur Schlange, die Schlange zum Stab. All diese Dinge geschehen im Menschen, der auf dem Weg ist, aus dieser Welt durch den Machsom hinauszugehen.
Schüler: Wo ist das ACHaP des Höheren in Ägypten? Wo befindet sich die nächste Stufe des Auszugs schon in diesem Zustand, der Ägypten heißt? Wo ist sie dort, in welchen Dingen?
Rav: Mose selbst ist ein Teil des Landes Israel. Er selbst sozusagen … Seine Eigenschaften, Aaron und Mose, sind die Eigenschaften, die sozusagen nicht zum Volk Israel gehören, das in Ägypten ist. Das ist etwas, das sich von oben offenbart hat. So ist er im Haus Pharaos aufgewachsen, durch Bitja, die Tochter Pharaos. So ist er aufgewachsen, und das war's. 35:00
Schüler: Diese Unterscheidungen machst du in der Verhüllung? Oder kannst du sie nur im Nachhinein machen?
Rav: Der Mensch entdeckt das erst, wenn es offenbart ist. Nach und nach. Bald ist Pessach, dann werden wir mehr darüber sprechen. Es hilft uns nichts, solange wir nicht in uns zu jedem Namen und jeder Handlung, die wir in der Hagada lesen, ein „Klick“ finden. Wir müssen dem gegenüber in uns alle Unterscheidungen sehen. Das willst du eigentlich, danach fragst du.
Du willst so fragen: Wo in mir ist jedes einzelne Ding, damit ich es in die Hand nehme und so lenke, wie ich verstehe, dass ich es lenken muss? So wie ich weiß, dass ich fahre: Ich setze mich in mein Auto und fahre. Ich kenne die Regeln, ich fahre nach den Regeln, aber ich sehe, ich habe die Kraft, und ich weiß alles.
Das ist es, was du fragst: wie du dich dort in der Seele bewegst, zwischen all den Verlangen und Kräften, und wenn du es brauchst, die Kräfte, Verlangen und Eigenschaften nimmst und mit ihnen machst, was nötig ist. Das Verlangen²³ ist gut, aber der Schöpfer ist in diesem ganzen Prozess noch nicht darin. Das ist das Problem.
Und die Herangehensweise wird sich bald ändern, hoffe ich: dass du siehst, dass nicht du dich ins Auto setzt und lenkst und fährst und dort alles ordnest, sondern dass du willst, dass Er das tut. Und du willst nur im Voraus mit allem einverstanden sein, was dir völlig umgekehrt zu dem erscheint, was nötig ist. 37:20
Schüler: Aber das funktioniert sozusagen nicht so. Er funktioniert so, dass Er dich unterwirft.
Rav: Es wird funktionieren, es wird funktionieren. Wieso unterwirft Er dich? Er zeigt dir … nicht dich – dein Verlangen zu empfangen unterwirft Er. Das heißt, dass Er vor deinen Augen mit Pharao kämpft. Er zeigt dir alle schlechten und guten Dinge, das Für und Wider in diesem ganzen Krieg, damit du beide Seiten erwirbst. Das war's. Er sagt zu Mose: Komm, du wirst sehen, was Ich mit ihm mache. Aber sieh, was für ein Held Pharao ist – was für Kunststücke, was für Dinge er machen kann.
Ja.
Schüler: Was ist dann hier die Vorsicht? Wenn Er mir jetzt etwas bringen muss, damit ich darin gare, sehe, wie schlecht das ist, und alles dazu sammle – dann unterwirft Er mich sowieso, denn Er nimmt nicht die Gefäße an, die ich zu wollen glaube. Denn was ich will, kommt aus dem Verlangen zu empfangen. Also bereitet Er mir sowieso ganz andere Dinge und unterwirft mich am Ende, und es hilft mir zu nichts. Also …
Rav: Warum? Was heißt, es hilft dir zu nichts? Er macht, Er baut in dir letztlich solche Verlangen, dass du willst, was nötig ist. Nichts kann im Menschen gegen seinen Willen bestehen, sonst entspricht es nicht deinen Gefäßen. In der Spiritualität gibt es keinen Zwang. Sondern zuerst muss man die Verlangen ändern, und danach gibt es entsprechend den neuen Verlangen die Ausführung.
Schüler: Ich frage nach der Ordnung des Prozesses: Warum muss man das Verlangen jedes Mal bis zum Ende wachsen lassen und dann … es, und man kann im Prozess keine Änderung machen, solange es noch wächst? Die Zeit beschleunigen.
Rav: Ja. Nein, nein, nein: Die Zeit zu beschleunigen heißt, dem Verlangen zu helfen, so viel wie möglich zu wachsen, sich zu klären, zu wachsen, es zu verwirklichen, es so schnell wie möglich zu nutzen, auszuschöpfen.
39:55
Schüler: Wie beschleunigst du dann dieses Verlangen, wie lässt du es so viel wie möglich wachsen?
Rav: Wir lernen, dass das vor allem durch das Licht während des Lernens geschieht. Bete. Wenn es dir jetzt so schwerfällt: Wir werden etwas lernen, von dort kommt das Licht – bete, dass dieses Licht nur dafür kommt. Wenn ich weiß, dass ich sehr krank bin, nur an einer einzigen Krankheit, und mir alles andere im Leben egal ist, dann denke ich nur daran, und dann hilft es wirklich.
Frage: Oh, auch hier wird gefragt: Wie kann ich in Kontrolle sein, also meine Zustände überwachen – dass ich auf einen Schlag warte, dann den Schlag spüre, einen Schlag für die Spiritualität oder einen Schlag für die Materialität? Wo habe ich freie Wahl, das zu spüren oder darin zu sein, in der Unterscheidung?
Rav: Noch so ein Schlauer wie du, aus Odessa – aber das ist nicht wichtig.
Frage: Ist der Zimzum ein Zustand, in dem der Mensch seine Verlangen nicht benutzen will, oder in dem er in seinen Verlangen keine Genüsse empfangen will?
Rav: Das ist dasselbe. Die Verlangen bleiben, ich will sehr. Wie dieser Baruch²² schreibt – er liest einfach die Unterscheidungen nicht. Wir haben ein Wörterbuch: Was ist Zimzum? Sich sehnen, sich selbst zurückhalten – wie heißt es dort? Nicht zurückhalten …
Schüler: Der sein Verlangen zurückhält.
Rav: Der sein Verlangen zurückhält, obwohl er sich sehr sehnt, so etwas. Das heißt, das Verlangen kann man nicht ändern, nur seine Nutzung. Und das ist das Problem, das wir hier nicht verstehen: Ich will und halte es zurück. Denn wenn ich in unserer Welt etwas zurückhalte, ist das ein Zeichen, dass ich es nicht will, ein Zeichen, dass ich an seiner Stelle etwas anderes will. In der Spiritualität nicht: Ich bleibe in diesem Verlangen und will es. Das Problem ist die Absicht. Ginge es nur um die Verlangen – noch ein Verlangen, noch ein Verlangen, noch allerlei Berechnungen –, würden wir es verstehen.
Aber hier geht es um die Absicht, und das ist etwas völlig anderes, völlig Neues. In dieser Absicht fange ich an, die spirituelle Welt zu sehen. Was ich in meinen Verlangen fühle, heißt diese Welt; was ich in der Absicht fühle, heißt jene Welt, die Spiritualität. Und das ist wirklich ein Zusatz, den man sich im Voraus nicht vorstellen kann.
Gut.
43:13
Frage: Wenn wir in der spirituellen Arbeit für den Schöpfer arbeiten, wissen wir vielleicht nicht, dass wir etwas tun. Aber wie kann der Schöpfer nicht wissen, dass wir es für Ihn tun?
Schüler: Die Frage ist nicht verständlich.
Rav: Was?
Schüler: Die Frage ist unverständlich, kann man sie wiederholen?
Rav: Er fragt so – ich weiß nicht, ob es ein Mann oder eine Frau ist …: Dass ich nicht weiß, für wen ich arbeite – sei's drum, das bin ich. Aber wie kann der Schöpfer nicht wissen, dass ich es für Ihn tue? Da gibt es eine Art Trick. Natürlich weiß Er es, nur – so ist es eben. Das heißt, es fehlt die Enthüllung, dass ich wirklich so handeln kann, dass Er nicht weiß, dass es von mir kommt; und ich bin damit einverstanden und will zu diesem Zustand kommen, damit mir kein Vorwand bleibt zu sagen, dass ich hier irgendeinen Gewinn habe. Das heißt, ich bitte wirklich darum, die Stufe von Bina wirklich vollkommen und rein zu haben.
Frage: Wie kann der Mensch prüfen, dass er auf dem Weg des Glaubens geht und nicht ins Lernen nur mit dem Verstand fällt?
Rav: Das wird auf Hebräisch gefragt: Wie kann der Mensch prüfen, dass er auf dem Weg des Glaubens geht und nicht im Verstand? Es hängt davon ab, was er vom Lernen fordert; danach kann er prüfen. Was fordert er vom Lernen? Ich fordere vom Lernen … Glaube heißt, sagen wir: ein Gedanke an den Schöpfer. „Um zu geben“ kennen wir nicht, aber dass ich will, dass der Schöpfer herrscht, oder ein Gedanke an den Schöpfer – auch wenn er natürlich „um zu empfangen“ ist, lo liShma; von liShma sprechen wir nicht.
Lo liShma: Ich will einfach die ganze Zeit an Ihn denken, Ihn keinen Augenblick vergessen, ja? Wenn ich mich darum kümmere und das wirklich mein Gebet während des Lernens ist, heißt das, dass ich um des Glaubens willen lerne. Das genügt. Danach kommt dieses Licht und führt mich zum Guten zurück – wer weiß, was es dort macht –, aber wenigstens das. Nun, der Rest ist …
Ja.
45:37
Schüler: Hier im Artikel spricht er, soweit ich verstanden habe, über Gemeinschaft. Also in Bezug auf den Brennstoff, den man in der Arbeit bekommt: Ist es etwas Schlechtes, Brennstoff von der Gemeinschaft in Form von Ehre zu bekommen, oder muss man von der Gemeinschaft nur die Größe des Ziels bekommen und nicht zustimmen, sozusagen Ehre von ihr zu bekommen?
Rav: Ob es gut ist, von der Gemeinschaft Ehre zu bekommen oder nicht? Wir dürfen uns nicht davor verschließen, angenehmes Geben¹⁶ zu empfangen. Erstens vergrößert es das Verlangen zu empfangen – ich spreche von Geben, das auf dem Weg ist. Zweitens kann der Mensch nicht vom Negativen leben, nur vom Positiven. Du weißt, wie Kinder wachsen: Man gibt ihnen zu essen, und das war's. Das Kind muss nicht arbeiten, muss nicht leiden, damit man ihm Essen oder etwas anderes gibt. Ein Kind kann nur dadurch wachsen, dass es gefüllt wird.
Und nicht umsonst gibt es solches auch im Judentum: Zeichen wie dass der Rebbe Brot verteilt, oder solche Zeichen der Ehre für Menschen und allerlei Dinge, besonders im Chassidismus, ja? Und man muss zu Leuten sprechen, die der Gemeinschaft²⁴ Gutes getan haben und zum Beispiel viel für die Synagoge spenden. Das sind Bräuche, und alle Bräuche sind letztlich sicher aus spirituellen Handlungen erwachsen; Kabbalisten haben sie eingeführt, daran gibt es keinen Zweifel.
Wie der Mensch sie empfängt, ist schon sein Problem, das ist seine Arbeit. Wir sprechen von der Enthüllung des Höheren Lichts: Der Schöpfer selbst, in eigener Person, muss sich im Menschen offenbaren und meine ganze Seele füllen. Er muss in mir sein, verstehst du. Er muss in mir sein: Der Schöpfer muss mich füllen, all meine Verlangen, all meine Gefäße, all meine Gedanken, all meine Absichten – in mir ganz, ganz, ganz Schöpfer.
Das heißt: Du schaust mich an – was ich tue, was ich denke, was ich beabsichtige –, alles, was sein wird, ist der Schöpfer. Wer bin ich? Ich bewege nur Hände und Füße, entsprechend dem, was etwas im Inneren bestimmt. Ich selbst habe nichts. Wenn so etwas im Menschen offenbart wird, zieht es ihn da nicht auch zur Ehre und zu allerlei echter Selbstwichtigkeit? Das ist, mein Lieber, schau, was … ja? Voll und übervoll. Du weißt. Und hier ist dann das Problem, ob es „um zu geben“ oder „um zu empfangen“ ist.
Aber das Ergebnis ist, dass der Schöpfer wirklich den Menschen füllt, die Seele – nun, den Menschen. Was ist Seele? Verlangen mit der Absicht, um zu geben, das nennt man Seele. Ganz einfach.
(Ende des Unterrichts)