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Morgenunterricht 12.08.2007
TALMUD ESSER SEFIROT, BAND 1, TEIL 1,
OR PNIMI, PUNKT 2
Teil 1 – vom Anfang bis Minute 00:14:57 Dauer: 00:14:57
Teil 2 – von Minute 0:14:58 bis Minute 00:37:05 (Ende) Dauer: 00:22:07
Teil 1 Vorleser: Wir sind wieder im Buch Talmud Esser Sefirot, Band 1, Teil 1, Seite 3, Punkt 2.
Der Grund der Schöpfung war, Seine Namen und Seine Bezeichnungen zu offenbaren.
„2. Und (30) es erhob sich Sein einfacher Wille, die Welten zu erschaffen und die Geschöpfe auszuströmen, um die Vollkommenheit Seiner Taten, Seiner Namen und Bezeichnungen ans Licht zu bringen, was der Grund dafür war, dass die Welten erschaffen wurden."
Die kleine 30 bezieht sich auf „es erhob sich Sein einfacher Wille".
30) „Es erhob sich Sein einfacher Wille“ Wir dürfen uns nicht wundern, wie in Ejn Sof ein Wille existieren kann, der höher als alles andere ist, von dem wir sagen können: „Es erhob sich Sein einfacher Wille.“ Du sollst verstehen, dass es in jedem Geschöpf notwendigerweise den Wunsch gibt, die Fülle vom Schöpfer zu empfangen. In Ejn Sof jedenfalls existiert ein „Einfacher Wille im Geheimnis von „Er und Sein Name sind Eins“, wie es in der „Lehre von Rabbi Elieser“ steht, im Kapitel 1, ebenso wie auch in den Worten von Rav. Das Licht in Ejn Sof heißt „Er“ und der "Wille zu empfangen" heißt „Sein Name“, und beide bilden im Geheimen eine Einheit und sind nicht voneinander getrennt.
Wir dürfen aber nicht die hier erwähnte Einheit und Trennung mit physischen Begriffen verwechseln, die durch Bewegung, Nähe und Entfernung beeinflusst werden. Die spirituelle Substanz benötigt keinerlei Raum.
Trennung entsteht in der Spiritualität nur durch die Unterschiedlichkeit der Form (Shinui Zura). So hört eine spirituelle Sache auf, eine Einheit zu sein und spaltet sich, wenn sie eine zusätzliche Form bekommt, die nicht der bisherigen gleicht. Die neu entstandenen Einheiten sind entsprechend der Unterschiedlichkeit ihrer Form voneinander entfernt.
Gleich wie körperliche Einheiten durch Nähe und Distanz entweder verbunden oder getrennt sind, genauso verhalten sich spirituelle Einheiten entsprechend dem Unterschied oder der Gleichheit ihrer Form. Die Veränderung der Form trennt sie voneinander und die Gleichheit der Form (Hishtawut haZura) bringt sie zusammen. Erinnere dich an das, denn es ist der Schlüssel zu dieser Weisheit!
Nun wirst du die Bedeutung der bereits erwähnten Worte verstehen „Er und Sein Name sind Eins“ und die einfache Einheit, in der wir uns in Ejn Sof befinden.
Diese Einheit ist das Wunder seiner Allmacht.
Wir wurden Zeuge des Unterschiedes zwischen Schöpfer und Geschöpf, das aus der Form des Willens zu empfangen entstanden ist, die zwar im Geschöpf nicht aber im Schöpfer existiert.
Wegen der Veränderung der Form trennte sich das Geschöpf vom Schöpfer und erhielt einen eigenen Namen: Geschöpf – und nicht Schöpfer.
Diese Erklärung könnte uns in die Irre führen, wenn wir denken, dass Or Ejn Sof, genannt „Er“ nicht vollständig mit Ejn Sof, genannt „Sein Name“, verbunden ist. Das heißt der Wunsch, das Licht und die Fülle zu empfangen, wird auch „Er“ genannt. Das Höhere Licht, welches aus Seinem Wesen (Azmuto) austritt und „Er“ genannt wird, besitzt nur eine einzige Eigenschaft, die Eigenschaft des Gebens, und keine Form des Willens zu empfangen.
Ejn Sof, genannt „Sein Name“, welches einen Willen zu empfangen hat, unterscheidet sich jedenfalls vom Höheren Licht, das keinen Willen zu empfangen hat. Dies wurde bereits erklärt und wir wissen auch, dass die Unterschiedlichkeit der Form trennt.
Die „Lehre von Rabbi Elieser“ und Rav erklären uns aber, dass dem nicht so sei.
Stattdessen bedeutet es, dass Er und Sein Name eine Einfache Einheit sind und kein Unterschied zwischen ihnen besteht.
Obwohl ein Unterschied in der Form zwischen „Er“ und „Sein Name“ bestehen muss, ist er hier dennoch völlig unbedeutend. Wir verstehen das nicht, doch es ist unzweifelhaft so. Es heißt darüber, dass in Ejn Sof keine Wahrnehmung und kein Gedanke existieren – es befindet sich jenseits unserer Vorstellungskraft (dies wird im nächsten Kapitel erklärt). 05:44
Nu, obwohl es über unserem Verstand ist, werden wir eine kleine Erklärung geben müssen. Sicher nicht so, wie Baal HaSulam es in der Tiefe meint, aber für Anfänger, damit es verständlich ist. Das Licht erschafft den Willen zu empfangen Jesh mi Ajn, und der Wille zu empfangen befindet sich unter der Herrschaft des Lichts. Dass er sich unter der Herrschaft des Lichts befindet, heißt, dass er am Licht haftet. Zwar sind beide sicher von einem Ende zum anderen verschieden, aber Dwekut richtet sich nicht nach der Natur von Licht und Kli, von Licht und Verlangen – denn Licht und Verlangen verändern sich nie, das eine empfängt und das andere gibt. Sondern Dwekut ist dann, wenn im Willen zu empfangen selbst kein eigener Wille erwacht und er dem Licht gegenüber ganz und gar annulliert ist. Denn so kommt er aus dem „Nichts" heraus und kommt zu etwas, das sogar etwas will. Und dann will er das, was das Licht will, dass er es will. Er wird gefüllt und freut sich und genießt es, dass das Licht ihn füllt und ihn erfreut und will, dass er gefüllt wird und sich freut. 07:08
Das heißt, der Wille zu empfangen hat kein Ich, keine Selbstständigkeit, kein Gefühl, dass das ich bin. Und deshalb heißt dieser Zustand „Ejn Sof" – er befindet sich unter der absoluten Herrschaft des Lichts. Anders ist es danach: Durch besondere Handlungen des Lichts kommt der Wille zu empfangen in einen Zustand, in dem in ihm ein eigenes Verlangen erwacht, ein Zusatz an Verlangen, den man Sehnsucht, Härte, Erwachen nennt. Und dieser Zusatz an Verlangen geht schon auf Rechnung des Geschöpfs. Und demgemäß zeigen wir auf diesen Zusatz und sagen: Das ist das Geschöpf. Und über diesen Zusatz sprechen wir von Scham und von Korrekturen, die er braucht, und nicht darüber, wie das Licht das Kli erschaffen hat. Dazu heißt es: „Geh zum Handwerker, der mich gemacht hat" – was kann ich dafür, dass Du mich so oder so erschaffen hast? Darüber redet man überhaupt nicht.
Deshalb redet man über keine Eigenschaften und Verlangen, mit denen wir geboren werden oder die wir aus der Erziehung oder von Geburt an oder aus der Umgebung bekommen. Das gilt so lange, bis im Menschen der Punkt im Herzen erwacht und er selbst anfängt, zu den Eigenschaften und Verlangen, die er hat, etwas hinzuzufügen: In seinem Gefühl, in seinem Verlangen will er etwas über das grundlegende Verlangen hinaus erreichen. Das heißt, er kommt in die Gemeinschaft, er nimmt Bücher, er will, dass das Licht zu ihm kommt und ihm alle möglichen Zusätze bringt, er will sich aus seinem Zustand erheben. Er weiß nicht, woher und wie. Man gibt ihm nur einen Punkt, alles Übrige nach seiner Anstrengung und nach dem Licht, das auf ihn wirkt. Alles Übrige geht auf Rechnung des Menschen, auch das neue Verlangen, das zum vorherigen Verlangen hinzukommt – das tierische, das materielle kommt nicht in Betracht. Ein Verlangen nach Spiritualität, nach dem Licht, nach dem Schöpfer, nach dem Geben, das er sich aus allen möglichen Mitteln, die es gibt, aneignet. 10:09
Und dadurch kommt er schon in den Zustand, wo es Scham gibt, und Anstrengung, und Ergebnis – Vollkommenheit, Füllung und so weiter. Das heißt, nur in diesen Verlangen, die er selbst in sich erweckt, indem er sich nach dem Schöpfer sehnt – aus allen Gegebenheiten: das Ego, der Wille zu empfangen, das Licht, das kommt, egal was, aber ein Erwachen von ihm selbst –, dann erwirbt er hier etwas Neues. Das heißt, er kehrt vom Zustand 1 (siehe Zeichnung) über Zustand 2 zum Zustand 3 zurück, auch Ejn Sof: Ejn Sof 1, und Ejn Sof – nu, 2 ist nicht geworden – trotzdem 3, Ejn Sof 3. (?)
Hier gibt es also: „Er" – das ist NaRaNCHaY, und „Sein Name" – das ist seine Sehnsucht, der Zusatz an Verlangen, der Zusatz an Verlangen vom Geschöpf. Das heißt, dass er die heiligen Namen offenbart. Hier gibt es keinen Namen, so steht geschrieben: Und Er hat keinen Namen und Er hat keine Grenze. Man kann Ihn mit keinem Namen nennen, einfaches Höheres Licht. Hier hat Er NaRaNCHaY – NaRaNCHaY, das sind Namen, sagen wir: Namen des Lichts, Namen des Schöpfers. Und das ist alles in seinem Kli. Er fühlt diese Namen, er fühlt diese Beziehung, dadurch, dass er diese Verlangen aufgebaut hat.
Dann werden der Schöpfer und er hier wie eins. Denn das ist er, das Geschöpf selbst, das sind seine Verlangen, das sind seine Korrekturen. Es ist nicht so, dass er etwas von außen genommen hat – er hat sich diese Namen selbst erfunden. Erlangung in der Spiritualität ist also, dass ich mich selbst aufbaue und die Erscheinungen an mir selbst, an meinem Fleisch, erlange. Diese nenne ich mit allen möglichen Namen, und das nenne ich den Namen des Schöpfers, weil ich mich wirklich in derselben Eigenschaft des Gebens befinde. Hier gibt es Dinge, zwischen denen man nicht auf diese Weise trennen kann, zwischen Geschöpf und Schöpfer. Hier gibt es das nicht, man kann nicht sagen, dass das eine im anderen ist, oder dass sie einander füllen, oder dass sie sich zusammensetzen oder sich miteinander verbinden – sondern es ist eins. Denn das Geschöpf, das erlangt – das Verlangen und die Empfindung des Verlangens nennt man Licht –, erlangt das Licht, das im Verlangen ist. Das ist er und das ist der Schöpfer, und das ist das Kli und das ist das Licht, und das ist eins. Hier gibt es zwischen ihnen zu unterscheiden, sogar zu sagen, dass das Licht das Kli füllt, ja, das …
Ja.
14:17 Schüler: Kann das Geschöpf, nachdem es zur Gleichheit der Form mit dem Schöpfer kommt, auch selbst etwas Zusätzliches erschaffen wollen oder erschaffen können?
Rav: Dass das Geschöpf sich jetzt die neuen Verlangen aneignet, das heißt, dass es die Welten erschafft und das … erschafft, an der Schöpfung teilnimmt. Das heißt, dass das Geschöpf zum Partner des Schöpfers im Akt der Schöpfung wird, im Maase BeReshit.
Bis Minute 00:14:57
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