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04 - 05 November 2026

Lesson 35. Nov. 2026

Rabash. Artikel 27 (1985) (02.07.2002)

Lesson 3|5. Nov. 2026
To all the lessons of the collection: Rabash. Artikel 27 (1985). 27 (1985)

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Morgenlektion, 02.07.2002

„Die Schriften des Rabash“, Band 1, S. 140, „Die Umkehr“

Rav: Wir haben den Artikel „Die Umkehr“ aus dem Wochenabschnitt Naso abgeschlossen, „Shlavei HaSulam“, Band 3, Seite 25. „Die Umkehr“ – welche Umkehr soll es sein, zu wem, wozu? Zuerst muss man klären, was ein Geschöpf ist. Das Geschöpf ist nicht das Verlangen zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen, das der Schöpfer erschaffen hat, steht unter Seiner Herrschaft. Es ist untrennbar von Ihm und heißt deshalb nicht Geschöpf. Dass es einen Gast gibt, der am Tisch sitzt, die Speisen sieht und sie will – das ist gegeben. Der Gast, diese Begebenheit, die Situation am Tisch, die Speisen – all das hat der Schöpfer erschaffen, und das heißt nicht Geschöpf.

Geschöpf kann nur das heißen, worin jemand außerhalb des Schöpfers ist, außerhalb Seines Willens, Seiner Herrschaft. Das heißt: Die Freiheit der Herrschaft außerhalb des Schöpfers kann Geschöpf heißen. Wenn das so ist: Der Schöpfer hat das Verlangen zu empfangen erschaffen, und das Verlangen zu empfangen kann niemals frei sein und heißt nicht Geschöpf. Aber wie im Beispiel: Der Gast sitzt am Tisch und enthüllt, dass es einen Hausherrn gibt, und die Enthüllung des Hausherrn weckt in ihm allerlei Verhältnisse und Reaktionen. Was aus der Enthüllung des Hausherrn geboren wird, ist etwas Neues, das man die Wurzel der Geschöpfe nennen kann. 2:50

Wenn der Gast jetzt anfängt zu fühlen, dass er gegenüber dem Hausherrn, gegenüber dem Erscheinen des Hausherrn, etwas Besonderes hat, das direkt von ihm selbst kommt – dass er entweder dem Hausherrn Genuss bereiten will, um zu geben, oder vom Hausherrn empfangen will, um zu empfangen –, dann geht es um das Verhältnis zum Hausherrn: nicht um das, was er von ihm empfängt, sondern darum, wie er sich zu ihm verhält. Dieses Gefühl, dieses Verhältnis kann man „Geschöpf“ nennen. Das heißt: Das Geschöpf ist die Absicht – um zu empfangen oder um zu geben, egal.

Das ist aber schon etwas, das nicht direkt vom Schöpfer kommt. Darüber herrscht der Schöpfer sozusagen nicht. Vielmehr herrscht das Geschöpf, indem es seine Absicht im Maß der Enthüllung oder Verhüllung des Hausherrn bestimmen kann. Ist der Hausherr verhüllt, will man Ihn in der Form „um zu empfangen“ genießen. Ist der Hausherr enthüllt, also sind Seine Eigenschaften enthüllt, dann kommt entsprechend der Enthüllung der Eigenschaften das Erwachen, Ihm zu geben. Wenn das so ist, dann sind nicht die Absichten selbst etwas Selbständiges. Sondern wenn es in der Hand des Geschöpfs liegt, die Enthüllung oder die Verhüllung des Hausherrn festzulegen, dann zeigt das, dass es selbständig ist.

Wer der Enthüllung der Göttlichkeit² gegenübertreten kann, sie verhüllen oder in dem Maß enthüllen kann, in dem er will – also das Maß der Enthüllung des Schöpfers bestimmt, denn was aus der Enthüllung des Schöpfers folgt, ist schon klar –, wenn der Mensch das aus eigenen Kräften machen will, dann heißt dieses Maß das Maß der Selbständigkeit. In diesem Maß heißt er Geschöpf, heißt er selbständig gegenüber dem Schöpfer. Deshalb ist die Wurzel der Geschöpfe Zimzum und Verhüllung. Und danach heißt das Geschöpf Massach: Es kann den Schöpfer vollständig verhüllen und Ihn enthüllen, wie es will, wann es will, je nachdem, wie es entscheidet. 6:24

Und erst danach gibt es im Geschöpf, entsprechend der Enthüllung des Schöpfers, natürlich schon natürliche Erscheinungen: dass es entsprechend erwacht, zu geben, um zu geben. Gefäße des Gebens oder Gefäße des Empfangens sind schon eine Funktion, ein Ergebnis, das sich in der Praxis aus dem Maß der Enthüllung des Schöpfers ergibt. Davon hängt die Umkehr ab. Der Schlüssel zur Umkehr – also zur Rückkehr zur Quelle, zur Übereinstimmung, „das Hej kehrt zum Waw zurück“ – liegt beim Menschen. Und das Maß der Umkehr, die er vollbringen kann, ist das Maß der Selbständigkeit, das Maß des Geschöpfs in ihm.

All diese Einzelheiten dem Menschen zu enthüllen, ist einfach notwendig. Er muss erkennen: Nicht mein Verlangen zu empfangen ist das Geschöpf, sondern die Absicht. Sie kann ein Ergebnis des Maßes der Enthüllung des Schöpfers sein, auf das ich einwirken kann, wenn ich einen Massach habe: wenn ich einen Zimzum auf mich mache, mit dem Höheren Licht als Genuss umgehen kann und es nur als Kraft der Korrektur verlangen kann. All diese Kräfte, diese Rechnungen heißen, wenn der Mensch sie machen kann, das Maß des Geschöpfs in ihm – und nicht die Natur, die in der Hand des Schöpfers liegt.

08:17

Man muss genau wissen, auf welchen Teil in uns, auf welchen Begriff in uns die Pflicht der Korrektur und der Umkehr fällt. Nicht auf das Verlangen, sondern auf die Absichten, die ein Ergebnis der Wahl bei der Enthüllung des Schöpfers sind. Ein Mensch, der schreit, dass er in der Finsternis ist, dass der Schöpfer nicht enthüllt ist, schreit aus seinem Verlangen zu empfangen; so schreit jedes Geschöpf, so jedes Tier. Das wahre Geschöpf ist derjenige, der sich um die Art der Enthüllung des Schöpfers kümmert, damit sie in ihm das Bauen von Massachim bewirkt und damit die Enthüllung des Schöpfers seine Selbständigkeit nicht verletzte. „Verletzte“ – kann man das sagen?³

Schüler: Verletzt.

Rav: Damit sie das Maß seiner Selbständigkeit nicht verletzt.

Nu.

9:44

Schüler: Mir ist immer noch nicht klar, wie es eine Handlung oder auch nur eine Absicht geben kann, die nicht vom Schöpfer kommt, sondern eigentlich von etwas anderem.

Rav: Wir lernen, dass der Schöpfer das Verlangen zu empfangen erschaffen hat. Das Verlangen zu geben ist ein Ergebnis der Enthüllung des Schöpfers im Geschöpf. Das Licht kommt, füllt das Kli, und als Ergebnis enthüllt das Kli die Natur des Lichts: seine Absichten, seinen Willen⁴, was sein Beweggrund ist. Ja? Wenn das so ist, dann ist uns klar: Bevor sich uns der Schöpfer, das Licht, enthüllt – also in uns wirkt und Sein Erscheinen gibt, dass Er ist, wer Er ist –, kann in uns nichts von einer richtigen Absicht sein.

Und wenn das so ist, was sind dann alle unsere Handlungen, wenn nicht Absicht? Man sagt: Nein, der Schöpfer hat dir auch die Möglichkeit gegeben, eine Absicht zu machen, selbst wenn sie kein klares Ergebnis Seiner Enthüllung ist. Er sagt, dass du durch die Gruppe nach und nach anfangen kannst, auch dein Selbst festzulegen. Was heißt Selbst? Mehr als das, was Er dir gegeben hat, kannst du durch Anstrengung in der Umgebung, in den Freunden erwerben. Du investierst in sie und erwirbst in ihnen eine Zugabe an Verlangen, das, was Er dir nicht gegeben hat.

Das ist schon eine Handlung. Man muss genau prüfen, wie selbständig sie ist – nein und ja –, aber trotzdem gibt es darin eine gewisse Selbständigkeit. Wie ein Kind, das spielt, stimmt’s? Das ist die Zeit der Vorbereitung. Aber darin ist gewiss wirklich unsere Anstrengung. Später, wenn man dem Menschen die Möglichkeit gibt, den Schöpfer zu enthüllen, gibt man ihm schon Massachim. Der erste Massach ist der Machsom. Was heißt das? Dass man dem Menschen durch die Enthüllung des Schöpfers … ihnen enthüllte sich „der König der Könige der Könige“, „Ich und kein anderer, Ich und kein Bote“⁵.

Was heißt das? Der Schöpfer enthüllt Sich in einem gewissen Maß, und als Ergebnis entsteht im Menschen ein Massach. Und dieser Massach richtet sich vor allem gegen den Schöpfer: Der Mensch will die Enthüllung des Schöpfers nicht, um die Kelim zu füllen, sondern er will den Schöpfer vor allem enthüllen, um die Kelim zu korrigieren. Der Mensch kann also mit seinem Verlangen umgehen und festlegen: Dass ich jetzt mit dem Schöpfer in diesem Verhältnis sein kann, das wird meine Kelim korrigieren. Diese Kraft, diese Fähigkeit, das zu sagen, heißt Selbständigkeit, heißt Geschöpf.

13:11

Schüler: Warum – weil man es so sagt? Oder wieder … mit dem Verstand erfasst man das nicht. …

Rav: Jetzt erfasst dein Verstand viele Dinge nicht, aber so ist es. Was heißt, dass man es nicht erfasst – dass diese Sache selbständig sein kann?

Schüler: Woher kommt dieser Gedanke …

Rav: Moment, Moment, Moment, nein, nein, nein, das ist überhaupt … du hast nicht recht. Dass der Schöpfer die Wurzel von allem ist, ist klar, darüber sprechen wir nicht. Aber den Samen schreiben wir, solange er sich nicht zu entwickeln anfängt, den Eltern zu, und wenn er sich entwickelt, dem Embryo, dem Säugling, dem Kind oder dem erwachsenen Menschen. So gehörte in der Wurzel natürlich alles dem Schöpfer. Aber hier gibt es eine Entwicklung, sodass man von einem bestimmten Schritt des Geschöpfs an sagen kann, dass es schon ein selbständiges Geschöpf ist: Der Schöpfer verhüllt Sich, herrscht nicht über es und gibt diesem Geschöpf die Herrschaft.

Wir sprechen von Selbständigkeit in Bezug auf das Geschöpf, nicht in Bezug auf den Schöpfer. Man sagt nicht, dass hier das Geschöpf zu hundert Prozent über den Schöpfer herrscht. Darüber spricht man nicht; man spricht davon, wie selbständig es in seiner Herrschaft über sich selbst ist. Das ist ein sehr feiner Punkt. Kann der Schöpfer trotzdem über es herrschen oder nicht? Ja, Er kann, Er tut es nur nicht. Warum? Er will dem Menschen geben, so zu sein wie Er. Aber wenn es einen Kampf gäbe – würde das Geschöpf siegen oder der Schöpfer? Natürlich würde der Schöpfer siegen.

Ich weiß nicht, wie ich das veranschaulichen soll, aber der Begriff „selbständig“ liegt im Gefühl des Geschöpfs – doch es ist ein wahres Gefühl, dass es selbständig ist. Es trennt sich durch den Massach vom Schöpfer, also trennt es zwischen seinen Verlangen und den Genüssen, die im Schöpfer sind, sodass es darin schon getrennt ist. So verletzt es sozusagen das Gesetz, das der Schöpfer festgelegt hat. Der Schöpfer hat festgelegt: Es gibt das Verlangen zu empfangen, und Er füllt es. Und das Geschöpf sagt: Stopp, hier stelle ich geradezu eine eiserne Trennwand auf. Es soll nicht sein, dass die Genüsse bei Dir sind und Du über mein Verlangen herrschst. Nein, ich lege fest, wie genau sich mein Verlangen verhält. Und das ist das Maß der Selbständigkeit. 15:55

Stimmt, die Kraft dafür bekommt es aus der Enthüllung des Schöpfers, aus der Enthüllung der Wichtigkeit des Schöpfers. Es braucht dafür vom Schöpfer noch eine zusätzliche Gabe, um mit den Genüssen umzugehen: von Ihm die Wichtigkeit des Gebenden zu bekommen. Aber es legt schon fest: Zwei Kräfte habe ich außerhalb von mir, den Genuss und die Wichtigkeit dessen, der den Genuss gibt – und was will ich? Ich will zuerst die Wichtigkeit dessen, der den Genuss gibt, damit ich festlege, wie ich empfange. Vielleicht will ich nicht empfangen, und wenn doch, dann wofür und warum. Und danach habe ich eine Verbindung mit dem Genuss.

Dieses Maß heißt Selbständigkeit. Und das heißt Geschöpf. Alles Übrige geht auf Rechnung des Schöpfers. Das Spirituelle ist nicht wie das Materielle, wo es getrennte Körper gibt und wir sagen: Das ist Moshe, das ist Yaakow, das ist Yizchak. Im Spirituellen fühlt man sofort: Das ist eine Kraft unter der Herrschaft des Schöpfers, und diese Kräfte, Verlangen, Gedanken, Absichten stehen unter der Herrschaft des Geschöpfs. Man sieht das sozusagen wie zwei verschiedene Farben.

17:26

Schüler: Ich habe verstanden, dass das Geschöpf in irgendeiner Phase zu dem Verständnis kommt, dass es eine Phase der Verhüllung des Schöpfers geben muss, Er muss vor mir verhüllt sein …

Rav: Nicht dass das Geschöpf mit der Verhüllung einverstanden ist – es will die Verhüllung, es legt die Verhüllung fest. In dem Maß, in dem es die Verhüllung festlegt, enthüllt Sich der Schöpfer, und das Geschöpf bedeckt Ihn und gebraucht Ihn nur, wann und wofür es will.

Schüler: Wie kommt es zu dieser Phase? Wie kommt es …

Rav: Diese Phase ist der Machsom. Vom Machsom an bestimmt jede spirituelle Stufe das Maß der Enthüllung des Schöpfers und demgegenüber das Maß der Verhüllung des Schöpfers seitens des Geschöpfs. Immer bewahren wir eine hundertprozentige Isolation zwischen ihnen. Der Zimzum Alef wird nicht aufgehoben. Das heißt: Auf der ganzen Leiter wird er nicht aufgehoben, es gibt eine Trennwand zwischen Schöpfer und Geschöpf, wie sie im Zimzum Alef festgelegt ist. Nur auf der höchsten Stufe hält das Geschöpf den Zimzum sozusagen zu hundert Prozent, ja? Aber das hat der Schöpfer gemacht. Und unten ist es zu hundert Prozent der Schöpfer.

Und dazwischen ist es wie zwei Dreiecke, ein oberes und ein unteres. Dazwischen, auf jeder Stufe – sagen wir, Stufe Nummer 20 von 100 Stufen. Das heißt Nummer 20: Das Geschöpf hält den Zimzum zu 20 %, und der Schöpfer enthüllt Sich zu 20 % und verhüllt Sich zu 80 %. So geht es, bis das Geschöpf den ganzen Zimzum auf sich nimmt und sagt: Ich bewahre ihn zu 100 %, ich brauche Deine Genüsse nicht, ich brauche nur Deine Enthüllung, um Dir ähnlich zu werden und so weiter. Verstehst du. Aber auf jeder Stufe wird der Zimzum zu hundert Prozent bewahrt. Nur das Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf ändert sich, und das bestimmt die Höhe der Stufe.

Ja.

19:45

Schüler: Sie sagten, der Schöpfer legt fest, dass das Geschöpf wie der Schöpfer sein soll. Aber wer legt die Wege in Bezug auf das Geschöpf fest, was sein wird?

Rav: Die Wege, wie man vorankommt, legt auch das Geschöpf fest. Denn sobald das Geschöpf sich vom Schöpfer isolieren kann und festlegt, dass es vor allem will, dass die Enthüllung des Schöpfers ihm zum Bauen eines Massach dient, legt es danach schon den ganzen Prozess fest. Das macht das Geschöpf. Was macht es? Es enthüllt, dass nur die Enthüllung des Schöpfers es korrigieren und selbständig machen kann, und darum bittet es. Aber es legt fest. Nichts geschieht anders als durch die Anstrengung des Geschöpfs.

Schüler: Vielleicht gibt es mehrere Wege …

Rav: Deshalb nein, es gibt nicht mehrere Wege. Der Weg der Tora und der Weg der Leiden dienen nur dazu, diesen Punkt zu enthüllen: dass ich die Enthüllung der Göttlichkeit verlangen muss, damit sie mich korrigiert. Bis zu dieser Entscheidung habe ich also sozusagen zwei Wege, den Weg der Tora oder den Weg der Leiden. Aber wenn ich zu dieser Entscheidung komme, habe ich keine zwei Wege mehr. Die Korrektur geschieht nur durch die Enthüllung des Hausherrn: damit ich mich schäme, damit ich so sein will wie Er und so weiter, Ihm geben will. Korrektur heißt, zu diesem Punkt zu kommen und von ihm aus weiterzugehen.

Aber um zu diesem Punkt zu kommen, habe ich den Weg der Tora und den Weg der Leiden. Ich kann mehr leiden oder weniger leiden, je nachdem, wie ich das enthülle: durch die Umgebung oder dadurch, dass ich selbst leide. Aber darüber hinaus hat der Mensch keinerlei Möglichkeit, die Qualität der Stufen festzulegen, den Aufbau seiner Seele, wie er vorankommen muss – das legt der Mensch nicht fest. All das ist wieder Natur: die Natur meines inneren Aufbaus, die Natur des Schöpfers, wie Er Sich enthüllt, in welcher Form.

Darin habe ich nichts festzulegen. Unsere Festlegung, unsere Freiheit besteht nur darin, zu der Entscheidung zu kommen: Ich will, ich bin sozusagen aus eigenen Kräften dahin gekommen, und jetzt lege ich fest, dass ich einen Zimzum zwischen den Genüssen und meinem Verlangen zu empfangen will, und Seine Enthüllung als Hausherr, als Großer, Seine Wichtigkeit, denn das wird mir zum Bauen von Massachim dienen.

22:44

Schüler: Aber so eine Entscheidung bewirkt …

Rav: Auch diese Entscheidung ist ein Ergebnis davon, dass Er Sich als Or Makif enthüllt. Wo bin hier also ich? „Ich“ ist das, wodurch ich mit meinen Handlungen in allen möglichen Möglichkeiten – vor allem ist das die Umgebung, die Verbreitung, alles Mögliche – das Or Makif erwecke.

Die Kräfte der Natur, die Kräfte des Schöpfers und meine natürlichen Kräfte in Aktion zu bringen – das ist meine Arbeit. Wenn ich sie eingebracht habe, habe ich festgelegt, zu wie viel Prozent sie sich vermischen und etwas bewirken. Nachdem ich das festgelegt habe, gebrauche ich die Kräfte, die in der Natur sind. Sie selbst kann ich nicht ändern, aber festlegen, dass es geschieht, wollen, dass es geschieht – das ja. Denn wenn ich es nicht will, wird diese Handlung bei mir nicht gefühlt, und dann heißt das nicht, dass ich Umkehr vollbringe, dass ich mich korrigiere.

Ich muss zum Mangel (Chissaron) kommen. Wenn ich einen Mangel nach einer bestimmten Handlung habe, nach einer bestimmten Korrektur, und sie geschieht, dann korrigiere ich damit meinen Mangel. Sonst geht die Handlung sozusagen neben mir vorbei, ich fühle sie nicht. Manchmal sitzt du, hörst vielleicht ein, zwei Jahre etwas, und es geht neben deinem Ohr vorbei, so, einen Zentimeter vom Ohr entfernt, geht vorbei, und das war’s. Geht vorbei, geht vorbei, geht vorbei.

Und plötzlich – bum, ah, du hörst. Du wachst plötzlich so auf, hast etwas gehört, irgendein Wort. Und warum hast du es vorher nicht gehört? Vorher konntest du nicht hören, weil du das innere Kli nicht vorbereitet hattest. Jetzt ist in dir ein inneres Kli entstanden. Dieselbe Sache, über die wir schon seit einigen Jahren sprechen und die neben dem Ohr vorbeiging, wird jetzt aufgenommen, geht ins Ohr. Es ist ein Loch entstanden, gerade um diese Sache zu hören, und sie geht hinein. Ohne dass du dieses Loch machst, wird es also nichts geben.

Wo macht man ein Loch ins Ohr? Beim Knecht, ja? Der bleiben will.

Ja.

25:48

Schüler: Wir sagen, in der Natur annulliert sich der Schwache immer vor dem Starken. Das heißt: Je stärker einer ist, desto mehr annulliert man sich vor ihm. Jetzt sagen Sie: Je größer ich Ihn im Verhältnis zu mir sehe, desto mehr Kraft werde ich haben, gegen Ihn aufzutreten. …⁶

Rav: Nein, der Schöpfer kann sich nicht enthüllen … Wenn ich also die Kraft bekomme, Umkehr zu vollbringen, die Kraft des Massach, entsprechend der Größe des Schöpfers, der sich ganz enthüllen würde, so, ah, zu 100 %, dann vollbringe ich sofort Umkehr zu 100 %. Wozu brauche ich dann diese Stufen, nach und nach? Wenn Er sich zu 100 % enthüllt, habe ich keine Möglichkeit, selbständig zu sein. Diese Stufen bestimmen, wie weit ich mein Selbst Ihm gegenüber bewahren kann, damit Er nicht über mich herrscht. Verstehst du.

Was macht der Massach, der Massach, der zurückstößt, was sagt er? Herrsche nicht über mich. Du hast in mir Verlangen zu empfangen erschaffen, stimmt, sie sind Deinem Genuss verfallen. Ich will nicht, dass sie in Verbindung mit dem Genuss treten, in Kontakt, sonst ist alles vorbei, dann kann ich nicht mehr über sie herrschen. So bleibt der Zimzum. Das heißt: Das Licht kommt, und der Massach stößt es zurück.

Schüler: Nein, ich spreche jetzt, sagen wir, von der Phase der Vorbereitung, ja? Ich sage jetzt: Ich bin an einem bestimmten Punkt, ich habe die Größe des Schöpfers in einer bestimmten Menge, ja? Und jetzt kann ich offenbar nicht heraustreten. Sie sagen: Je weiter ich vorankomme und je mehr Größe des Schöpfers ich habe und je mehr ich mich als Marionette am Faden fühle, desto mehr Willenskraft werde ich gegen Ihn haben? Umgekehrt müsste es sein.

Rav: Je weiter du vorankommst, desto mehr Enthüllung des Schöpfers wirst du verlangen müssen, damit du mehr Kraft hast, zu empfangen, um Ihm zu geben. Enthüllt Er sich mehr, dann hast du einen größeren Massach. Ich verstehe nicht, worin die Frage besteht.

Gut, nu.

(Ende der Lektion)