Tägliche Lektion16. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 28 (1986) (03.07.2002)

Rabash. Artikel 28 (1986) (03.07.2002)

16. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
—

Rohe Abschrift ohne abschließendes Korrekturlesen. Fehler sind möglich.

Abschrift Morgenlektion 03.07.2002

Buch „Die Schriften des Rabash“, Band 1, S. 325, „Eine Versammlung besteht aus nicht weniger als zehn“

Rav: Wir haben aus Shlawei HaSulam, Band 3, den Artikel „Eine Versammlung besteht aus nicht weniger als zehn“ gelesen, aus dem Wochenabschnitt Nasso. Was bedeutet das? Wir lernen, dass die ganze Wirklichkeit aus Schöpfer und Geschöpf besteht. Und das Geschöpf muss die Vollkommenheit und Ewigkeit der Stellung des Schöpfers selbst⁵ offenbaren, sonst wird es kein Gefäß haben, um diesen Zustand zu genießen. Die Gefäße offenbaren, das ist es, was wir brauchen.

Der Zustand existiert, wir befinden uns in ihm. Es ist nur so, wie Baal HaSulam sagt: wie bei einem Menschen in einem Keller. In diesem dunklen Keller sind alle Schätze, alle Genüsse, alles, was er braucht, und sogar mehr, als er erwartet. Es fehlt nur Licht.

Das heißt, es fehlt ein Gefäß, um den Zustand zu sehen, in dem er sich befindet. Und dieses Gefäß kann man nur offenbaren, wenn es einen Mangel danach gibt, gerade nach diesem Zustand. Ist es ein Gefäß für andere Dinge, dann kann er sich auch nicht in der Stellung offenbaren und füllen, an die der Schöpfer denkt, denn sie ist gut und Gutes tuend.

Deshalb wird ein Mensch in der Kabbala, der kommt, um sich in der Form dem Schöpfer anzugleichen, „einer, der nicht im Rat der Frevler wandelt“⁶ genannt. Was heißt das? Ständig kommen Frevler zu ihm, seine unkorrigierten Verlangen erwachen in ihm. Und jedes Mal klärt er sie und folgt nicht ihrem Rat. Sein Ego brennt ständig in ihm, und gerade entsprechend dem Eser keNegdo bringt er seine Stellung gegenüber dem Schöpfer ständig auf den neuesten Stand und wächst so.

Erst wenn er alle seine Verlangen zu einem großen Verlangen sammelt, in eine Richtung, dann heißt es, dass er wirklich zu einem echten Gebet aus der Tiefe des Herzens kommt. Das heißt: Er ist zur Innerlichkeit all seiner Verlangen gekommen, und sie alle sind darauf ausgerichtet, Gefäße des Gebens zu erwerben, um zum Geben zu kommen – dann hat er ein ganzes Verlangen. Dieses Verlangen heißt Beit haKnesset⁷, Gebetshaus. Beit, Haus: ein Gefäß des Empfangens. Knesset, weil er dort schon alle seine Verlangen als eins versammelt, für ein Ziel. 03:14

Natürlich sind es verschiedene Verlangen: tierische, spirituelle, seelische, menschliche, egal. Alle, wirklich alle sind bei ihm auf ein Ziel gerichtet. Diesen Zustand nennt man: Er befindet sich in der Gebetshaus. Dann sieht der Schöpfer natürlich, dass ein Mensch in der Gebetshaus ist, dass jemand zum Gebet bereit ist und von Ihm Korrekturen fordert. Und dann bekommt er Korrektur für alle seine Verlangen. Soweit sie jetzt in Angleichung der Form mit dem Schöpfer kommen, kommt der Mensch zur Stellung des Schöpfers.

Woher nimmt der Mensch die Kräfte, um bei all seinen Frevlern zu der Entscheidung zu kommen, dass er durch sie, mit ihrer Hilfe und über ihnen zur Dwekut kommen will, dem Schöpfer ähnlich werden will? Wodurch kann er all seine Verlangen sammeln, versammeln, unter einer Absicht: um zu geben? Das lernen wir: Er bekommt das vom Höheren Licht, vom Or Makif⁸, das diese Verlangen umgibt.

Aber woher nimmt er die Wichtigkeit dafür? Die Wichtigkeit bekommt er von der Gemeinschaft. Das heißt: In dem Maß, wie er Frevler empfängt und sie in seinem Körper fühlt, muss er sich dagegen durch die Gemeinschaft stärken und von ihnen die Wichtigkeit des Ziels empfangen. Dann ist ihm garantiert, dass er im Or Makif den Genuss haben wird, all diese Frevler mit der Absicht, zu geben, zur Seite des Verdienstes zu wenden⁹. Das ist eigentlich das zentrale Thema des Artikels. 05:35

Warum geschrieben steht „keine Versammlung mit weniger als zehn“, verstehen wir: bis er in den Zustand kommt, in dem alle Eigenschaften, die er vom Schöpfer bekommen hat, ebenfalls ausgerichtet sind. Er hat sie geprüft, ist in ihre Tiefe hinabgestiegen und hat sie ebenfalls alle so ausgerichtet, dass er in ihnen die Korrektur will, um zu geben – wie die ursprünglichen zehn Sefirot.

Ja.

Schüler: Wie kommt es, dass das Verlangen manchmal mit dem Namen eines Ortes bezeichnet wird, wie Gebetshaus, und manchmal mit dem Namen eines Menschen, wie das, was diese Sache füllt? Was ist der Unterschied zwischen beidem?

Rav: Man kann darüber wie über Innerlichkeit und Äußerlichkeit sprechen. Einmal spricht man über die ganze Welt, als wäre sie ein Mensch, und einmal spricht man über Dinge, als wären sie mehr innerlich oder mehr äußerlich. Aber eigentlich weiß ich es nicht. Mich stört das innerlich nicht. Ich sage dir nur: Einmal spricht man davon, dass es eine Gebetshaus ist, und einmal davon, dass es ein Mensch in der Gebetshaus ist.

Einmal ist klar, dass das sagen wir Unterscheidungen des Punktes im Herzen gegenüber allen übrigen Verlangen sind. Er arbeitet, der Punkt im Herzen, so dass sich um ihn alle übrigen Verlangen versammeln, auch tierische, auch menschliche, danach auch Verlangen der Klipot. Und alle werden wie ein Bund für dasselbe Ziel sein wie der Punkt im Herzen, der Punkt des Moshe, der wirklich alle übrigen Verlangen anführt und sie auf dasselbe Ziel bündelt. 07:24

Und manchmal ist klar, dass er so spricht, und manchmal spricht man auf diese Weise … Er will dir die Verse zeigen und nach den Versen die Idee aufbauen. Er könnte auch keine Verse heranziehen, dann würde er nicht sagen, dass das Gebetshaus heißt und das Mensch heißt. Würde er in anderen Begriffen sprechen, dann hättest du nicht das Gefühl, dass das sozusagen ein Mensch, das ein Haus und das eine Welt ist. Man kann es in jeder Sprache, in jeder Größe, mit jedem Begriff sagen. Das ist nicht wichtig. Du siehst ja, in allen Artikeln erklärt man es so oder so oder so.

Natürlich gibt es einen Unterschied, aber diese Unterschiede sind schon … Wenn wir sie in Bezug auf den Menschen vergleichen, in dem es all diese Unterscheidungen gibt, dann sprechen wir schon über … Shoresh, Neshama, Guf, Lewush, Heichal. Oder Neshama, Guf, Lewush, Haus, Hof, Wüste und so weiter. Aber hier spricht er nicht darüber.

Ja, Yehuda.

8:36

Schüler: Was ist das Or Makif? Kann man es nur während des Lernens herbeirufen oder auch zu anderen Zeiten?

Rav: Or Makif ist dasselbe Licht, das sich in den Körper, in das Gefäß einkleiden wird, wenn das Gefäß mit einem Massach korrigiert ist. Der Massach ist die Absicht, um zu geben. Jetzt habe ich keine Absicht, um zu geben, also steht das Licht außerhalb von mir und leuchtet mir von dem Ort, an dem ich sein soll, wenn ich diese Absicht habe.

Was mache ich, damit es mir leuchtet? Für jeden Einzelnen in der Welt gibt es dieses Or Makif, für ihn ist ein Platz dort beim Schöpfer bereitet, sogar auf der höchsten Stufe. Wie ziehe ich dieses Leuchten von oben zu mir heran, sogar von oberhalb der Parssa, wo es sich befindet? Nur dadurch, dass ich in mir etwas mache, das diesem Zustand oberhalb der Parssa ähnlich ist. Oberhalb der Parssa bin ich verbunden mit diesem Licht, mit der Quelle, die ich lerne, mit den übrigen Seelen, mit dem Schöpfer, alle, alle zusammen: „Israel, die Tora und der Heilige, gepriesen sei Er, sind eins.“ Das ist der Zustand oberhalb der Parssa. Was kann ich hier unterhalb der Parssa in irgendetwas machen, damit es diesem Zustand oberhalb der Parssa ähnlich ist? Nach meiner Anstrengung, so ähnlich zu sein, wie es möglich ist, ziehe ich dieses Leuchten zu mir heran: nach der Mühe, nach dem Verlangen.

Deshalb schreibt er in der „Einleitung zum Talmud der Zehn Sefirot“: Wer lernt und sich sehnt, zu wissen, was er lernt, zieht damit das Or Makif heran, auch wenn er nicht versteht. Warum? Weil dieses Wissen die innere Füllung des Or Makif heißt. Das ist der Zustand, in dem er dort mit ihm zusammen ist, Israel und die Tora. Wenn ich durch das Lernen zur Dwekut mit dem Schöpfer kommen will, gehört auch das zu dieser ewigen, hohen Stellung – egal, dass ich mir Dwekut noch in meinen Begriffen vorstelle, dort, wo ich bin. Und danach rufe ich auch das Or Makif auf mich herab. 11:27

Wenn sich dort alle Seelen zusammen wie ein Körper befinden, wie ein Mensch mit einem Herzen, dann muss ich das hier unten mit einigen meiner Freunde machen, damit es auch eine Entsprechung gibt. Und so weiter. Das heißt, unten einen Zustand machen, der dem, was wir oben haben, maximal entspricht. Diese Anstrengung macht man, und irgendwie baut man ihn auf. Aber woher nehme ich die Wichtigkeit, das zu tun? Die Gemeinschaft heißt nicht, dass ich jetzt so mit allen sitzen muss: „Nu, Leute, lasst uns zusammen über diesen Zustand nachdenken.“

Die Gemeinschaft muss mir die Wichtigkeit geben, in diesem Zustand zu sein. Das heißt, vorher muss ich von ihnen hören, dass das die wichtigste Sache ist, das wichtigste Ziel, dass es außer dem nichts im Leben gibt und dass die ganze Welt und das ganze Leben nur dafür zu mir gekommen sind. Das muss ich von ihnen hören, statt über Mode, Fußball und tausendundeine andere Sache. Denn meine eigene Wichtigkeit wird nie ausreichen, um hinzukommen. Es gibt besondere Menschen, die das können, ich sage nicht, dass nicht, es gab solche Fälle, aber wir gehören nicht zu ihnen. Wir sind Menschen, die diese Anstrengung durch eine Gemeinschaft machen müssen und wirklich so hinkommen müssen, wie von jetzt an die ganze Menschheit in dieselbe Aufgabe eintritt. Das war's.

13:18

Schüler: Nur während des Lernens gibt es das …

Rav: Das Lernen ist schon ein Zustand, in dem sich hier alle Freunde zusammen versammeln müssen, mit allen Gedanken, mit allen Verlangen, mit all ihren Gebeten, wirklich zusammen als eine Gruppe, damit es kurz gesagt ein Verlangen zum Schöpfer hin gibt, ein Verlangen. Statt dass hier jetzt siebzig – wie viele? achtzig, ich weiß nicht, ungefähr so viele Menschen sitzen, soll das ein Verlangen sein, aus diesem ganzen Gebäude.

Schüler: *Er hat gesagt, dass es ein Verlangen erst später gibt, wenn Frevler, Frevler, Frevler … Soll es dann das Verlangen geben?*¹⁰

Rav: Nein, ich spreche von der Zeit des Lernens. Da muss es schon eine Entscheidung und ein klares Wissen für uns alle geben, dass wir ein Verlangen zum Schöpfer hin sind, dass wir um Korrektur für alle unsere Verlangen bitten. Und diese Korrektur steht uns auch zu, man muss sicher sein, dass sie uns zusteht. Denn erstens erwartet Er das, Er wartet darauf, und wir erwarten es, weil wir alle Vorbereitungen gemacht haben.

Also hängt alles von der Vorbereitung ab. Wenn man sich einfach so hinsetzt und das Buch aufmacht, dann kann der Nutzen davon auch erst nach einigen weiteren Gilgulim kommen. Und so sagt er: von drei bis fünf Jahren.

Ja.

Schüler: Was heißt, dass es eine klare Entscheidung geben muss? Entscheidung und Verlangen ist nicht dasselbe.

Rav: Entscheidung heißt Entscheidung im Herzen. Man schreibt sie nicht einfach so aufs Papier und klebt sie an die Wand.

15:21

Schüler: Dass jeder anders ist und …

Rav: Geschrieben auf die Tafel deines Herzens¹², das war's.

Schüler: Dass jeder anders ist und seinen eigenen Charakter hat und …

Rav: Was hat das mit dem Charakter zu tun, verstehe ich nicht.

Schüler: Wie soll es dann ein Verlangen sein, worin ist es eins?

Rav: Ich verstehe nicht. Wir sind jetzt achtzig Leute und wollen irgendein Haus bauen. Was ist da wichtig, welchen Charakter alle haben, welche Probleme alle haben, welche Dinge? Wir alle, alle sind auf ein Ziel konzentriert.

Schüler: Und jeder kommt mit seinem Eigenen im Kopf.

Rav: Hm?

Schüler: Einer denkt an einen Palast, der andere an ein kleines Haus, jeder stellt sich etwas vor.

Rav: Egal, in welcher Vorstellung jeder ist und was jeder sich ausmalt. Wir können natürlich nicht einmal die Unterscheidungen, Absichten und Klärungen jedes Einzelnen miteinander vergleichen, das ist überhaupt nicht unsere Aufgabe. Das ist die private Sache jedes Einzelnen. Aber am Ende … Wir brauchen, dass jeder mit dem, wozu er fähig ist, mit dem, was er versteht, darin ist, das war's. Natürlich verlangt man von einem Menschen nicht mehr, als ihm von Anfang an, von Geburt an, von oben gegeben wurde. Der eine kann vorläufig nicht mehr als einen Augenblick am Tag daran denken, der andere ist nach einem Monat Lernen schon ganz darin, der Dritte so. Einer denkt durch den Intellekt, der andere mehr durch das Herz. Der eine mit Gedanken von Zwang, der andere umgekehrt mit einer Art Begeisterung. Und auch private Zustände bei jedem Einzelnen.

Darüber sprechen wir nicht. Wir sprechen über die allgemeine Anstrengung, die es gibt, ohne überhaupt in Einzelheiten zu gehen, egal in welchem Zustand jeder Einzelne ist. Es kann sein, dass der größte Beitrag, den sagen wir Erez leisten kann, darin besteht, dass er heute zehn Minuten mit irgendeiner Aufmerksamkeit mir zuhört und die ganze übrige Zeit wie tot ist. Und das wird von seiner Seite eine sehr große Anstrengung sein. Und Gilad lernt heute wie gewöhnlich und liest die ganze Zeit, dann hat er eine gewöhnliche Anstrengung gemacht. Man berücksichtigt die Anstrengung, also wird Erez mehr beitragen als Gilad. Diese Dinge können wir nicht prüfen, das ist überhaupt nicht unsere Aufgabe. Und erst recht dürfen wir nicht miteinander über private Zustände sprechen.

Ja.

18:15

Schüler: Ich sage nicht prüfen. Aber wenn wir uns nach der Einheit des Verlangens sehnen müssen, dann …

Rav: Wir müssen uns nach der Einheit des Verlangens sehnen. Wir müssen nicht darüber sprechen, wie ich mich zum Schöpfer verhalte, sondern über den Schöpfer – über Ihn, nicht über meine Beziehung zu Ihm, das war's. Das heißt, über die Wichtigkeit des Ziels sprechen und nicht darüber, wie ich jetzt in Bezug darauf stehe und was ich davon habe.

Schüler: Und Mangel, das ist Wichtigkeit, das muss …

Rav: Dazu sage ich dir: Das hängt alles nur von der Wichtigkeit des Menschen ab, der zu dir spricht. Ich habe Beispiele von meiner Tochter gegeben. Mir ist wichtig, was sie mir sagt, weil sie meine Tochter ist. Wer ist sie? Was ist sie? Was versteht sie? Aber was ein Kind sagt, ist den Eltern wichtig, was soll man machen, so sind wir gebaut. Also mach es so, dass dir das Wort eines Freundes wichtig ist. Investiere in ihn, wie du in dein Kind investierst, und du wirst sehen, dass es dir wichtig wird. „Erwirb dir einen Freund.“

Ja.

20:38

Schüler: Wenn es Genuss und Mühe gibt, wie soll man sich zu diesem Genuss verhalten?

Rav: Wenn ihr euch zum Ziel setzen würdet, in der Lektion eine Gruppe zu sein, mit einer Absicht, in einer Anstrengung, nach der optimalsten und maximalsten Vorbereitung, dann würdet ihr eure Gemeinschaft ganz anders organisieren. Wie, kann ich euch nicht sagen, aber ich würde hier etwas ganz anderes sehen, glaub mir. Auch andere Gruppen, eine andere Ordnung in den Gruppen und alles. Aber weil ihr nicht über dieses Ziel nachdenkt – wie wir und womit wir in der Lektion sitzen werden –, so seht ihr auch in den Gruppen aus.

Ja.

20:38

Schüler: Wenn ich Genuss in der Mühe habe, ich fühle Genuss.

Rav: Was ist Genuss? Ah, Genuss – wenn ich mich mühe und davon Genuss habe.

Schüler: Ja, wie soll man sich zu diesem Genuss verhalten?

Rav: Wie man sich zu einem Genuss verhalten soll, der als Folge der Mühe kommt. Wenn das so ist, dann geht es anscheinend schon um einen Zustand, in dem er im Gmar Tikun ist. Das stimmt nicht ganz, ja? So wie wir … Das heißt, dir scheint anscheinend, dass du Mühe machst. Das war's. Mühe¹³ ist ein Zustand, in dem der Mensch versteht, dass er diese Sache niemals tun kann. Das nennt man: Er ist in den Zustand gekommen, der Mühe heißt.

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass unsere Definitionen in der Kabbala nicht ganz die Definitionen sind, die es im Volk gibt. Denn ja: „Der Weg der Tora ist dem Weg der Hausherren entgegengesetzt“, was soll man machen. Und wir haben ja von dort alle möglichen Begriffe genommen und müssen sie nach und nach loswerden, und das ist manchmal sehr schwer. Wie man so sagt: Glaube – was ist Glaube? Frag den einfachen Mann, was Glaube ist. Glaube, dass ich glaube. Was heißt glauben? Dass ich so glaube, dass es einen Schöpfer gibt und dass Er mir für gute Taten so gibt und für schlechte Taten so, auch Lohn und Strafe und so weiter. Aber das ist Glaube.

Wir sagen: Glaube ist das Empfinden des Schöpfers, ein Empfinden im Sinne des Or Chassadim, das mir die Möglichkeit gibt, Chafez Chessed zu sein, über meinem Egoismus. Das ist eine gewaltige Kraft, die ich aus der Offenbarung der Göttlichkeit¹⁴ bekomme, sonst hätte ich sie nicht. Nur aus der Offenbarung der Göttlichkeit kann ich diese Kraft bekommen, über meinen Verlangen zu stehen, auf sie zu treten und mit ihnen zu machen, was ich will. Das nennt man Glaube über dem Verstand. Was ist Verstand? Das, was sich mir jetzt vor den Augen offenbart; darüber. Du siehst also, Glaube ist nicht ganz das, was auf der Straße üblich ist.

Dasselbe mit der Mühe. Mühe auf der Straße heißt: Ich schwitze, ich bete viel, ich lerne viel, ich erfülle irgendwelche Mizwot, ich suche mit meinen Kräften alle Zustände, in denen ich vorankommen kann. Auch einem Menschen, der sozusagen zur Spiritualität vorankommt, sagen wir einem Anfänger, einem Schüler, der hierher kommt, scheint es, dass Mühe das ist, was er wirklich tut. Das war's. In Wahrheit stimmt das nicht. Mühe ist ein Zustand der Unterscheidung, in dem du fühlst, dass du mit deinen Kräften nicht zum Ziel kommen kannst – zu etwas, von dem du denkst, dass du dorthin willst, dorthin kommen musst. Das heißt, Mühe ist die Feststellung eines Zustands, genauso wie Glaube die Feststellung eines Zustands ist. Ein Zustand, der aus den eigenen Kräften heraus wirklich hoffnungslos ist, wie er dort in den Briefen schreibt.

24:20

Schüler: Dass er an den eigenen Kräften verzweifelt.

Rav: Ja, an den eigenen Kräften verzweifelt, schreibt er. Was ist Mühe? Eine Anstrengung über die menschliche Kraft hinaus. Wenn es über der menschlichen Kraft ist, wie kann ich da eine Anstrengung machen? Das heißt: Ich komme ans Ende meiner Kräfte und sehe, dass ich es mit keiner meiner Kräfte ausführen kann, und dann kommt mir das Gebet. Das heißt, das wirkliche Zerbrechen, aus dem danach ein Schrei zum Schöpfer kommt, ein echter Schrei – das nennt man Mühe. Das heißt, die Entdeckung, dass das, was Er fordert, über meiner Kraft ist. Die Entdeckung dieser Sache: Er hat von mir etwas gefordert, das nicht in mir ist. Er hat es nicht in mir erschaffen. Warum? Weil ich die Kluft zwischen mir und Ihm entdecken muss. Und die Kluft zwischen mir und Ihm liegt nur in einem Punkt: Ich komme bis ans Ende der Klärungen, und dort entdecke ich sie. Obwohl wir sagen, dass Schöpfer und Geschöpf wie zwei Pole sind, ja?

Schüler: Pole.

Rav: Pole, ja, wirklich die beiden Enden, so fern wie der Osten vom Westen. Aber wer fühlt den Osten vom Westen, wer fühlt das? Wenn du dich mühst, scheint dir, dass es eine Verbindung zwischen dir und Ihm gibt, zwischen deinen Eigenschaften und Seinen Eigenschaften. Wenn du fühlst, dass du in deiner Klärung dahin kommst, dass es überhaupt keine Verbindung gibt, dass es wirklich so einen unendlichen Schnitt gibt, ja? – dann nennt man das: Du bist zur Mühe gekommen. Dadurch ist dir klar, dass nur Sein Segen – Bracha, der Buchstabe Bet von BeReshit¹⁵ –, nur Sein Segen dir die Rettung bringen kann.

Ja, Shai.

26:20

Schüler: Wir sagen, dass Mühe eigentlich eine Handlung ist, irgendeine …

Rav: Mühe ist das Ergebnis vieler Handlungen des Menschen. Aber der eigentliche Begriff der Mühe ist die Entdeckung, dass es über meinen Kräften ist. Das heißt, das ist eine Definition, die sozusagen in mir geboren werden, von innen in mir hochspringen muss, ja: „Oh!“, so. Nachdem ich alle Klärungen beendet und gesehen habe, dass ich es nicht kann.

Schüler: Das heißt, die Mühe ist eigentlich das Gebet, das er in dem Moment gibt, in dem er schon entdeckt hat, dass er nichts tun kann?

Rav: Ja.

Ja.

Schüler: Bevor er in einen solchen Zustand kommt, muss er zu dem Verständnis kommen, dass es etwas über seinen Kräften gibt – Mühe.

Rav: Du fragst so: In unserer Arbeit fühlen wir die Höhere Kraft nicht, der Schöpfer ist verborgen, ja? Woher können wir dann sicher sein, dass Er existiert, herrscht, hilft, gibt, wartet und alles, was sich aus Seiner Offenbarung zeigt – also alles, was uns aus Seiner Offenbarung kommt? Wie können wir vorankommen, wenn Er nicht offenbart ist? Die Sache ist: Die Gegenwart des Schöpfers offenbart sich uns in dem Maß, wie wir frei bleiben, in der freien Wahl, meine ich. Das war's.

Bis der Mensch den Machsom überschreitet, ist er in der Dunkelheit. Und es ist nicht so, dass er, je mehr er auf den Austritt in die Höhere Welt zugeht, also zum Empfinden des Schöpfers, jedes Mal mehr und mehr Annäherung hat, mehr und mehr Makifim, eine Entdeckung von der doppelten Verhüllung zur einfachen Verhüllung¹⁶, und dann, jeden Moment, Lohn und Strafe, die Offenbarung des Schöpfers. Nein. Darin gibt es viele Arten, die wir nicht unterscheiden können. Wir können sie nicht beschreiben und nicht in irgendeiner für uns klaren Kette ordnen.

Und das ist absichtlich so. In Wahrheit darf man das auch nicht zu sehr klären. Einem Menschen einen klaren Prozess geben und sagen: „Das ist es, was du durchmachst, schau, das ist Bchina 1, das ist Bchina 2, das entspricht dem, das entspricht dem“ – das lohnt sich nicht. Damit stiehlt man ihm die Ungewissheit, und das Gefühl der Ungewissheit ist sehr nützlich. Also kann ich das nicht einmal … Das heißt, wir lernen hier und da – du siehst, wie er im „Talmud der Zehn Sefirot“, in der „Einleitung zum Talmud der Zehn Sefirot“ den Weg gibt, wie man ihn gewöhnlich durchläuft. Aber darin gibt es wirklich Dinge, die … Nu, soweit es möglich ist, klären wir sie. Soweit es möglich ist, das heißt, soweit es sich lohnt, sie zu klären.

Gut. Hm? Ja.

31:20

Schüler: Sie haben erwähnt, dass wir zu diesem gemeinsamen Verlangen kommen müssen, zu dem einzigen Verlangen …

Rav: Gemeinsames Verlangen, einziges Verlangen – wenn ihr nicht dahin kommt, ist das ganze Lernen nichts wert.

Schüler: Man muss vorher eine Vorbereitung machen, um zu erinnern. Die Gemeinschaft muss mich die ganze Zeit an die Größe des Ziels, an die Größe des Schöpfers erinnern. Welche Worte haben wir, um darüber zu sprechen, oder welche Taten können wir machen, wie?

Rav: Schaut noch einmal, was Rabash in den Artikeln über die Gemeinschaft schreibt. Nach dem Machsom ist es eine andere Arbeit, mit den Freunden – mit den Freunden, die nicht hinübergegangen sind, und mit den Freunden, die hinübergegangen sind. Dort ist es eine andere Arbeit. Die ganze Arbeit ist hier, die ganze Mühe ist hier, in der doppelten Verhüllung und der einfachen Verhüllung. Danach sind es schon ganz andere Dinge. Auch das mit den Klipot ist etwas anderes. Was soll ich dir also sagen: In der Hauptsache, in der Anstrengung in der Gemeinschaft, sind wir faul.

Schüler: Darf ich etwas fragen?

Rav: Ich werfe hier und da ein paar Ratschläge hin, ihr hört nicht. Was soll ich machen?

Ja.

32:45

Schüler: Anscheinend sind wir wieder … nach einem neuen Zustand. Das passiert jedes Mal. Jedes Mal dasselbe, warum?

Rav: Das ist die Faulheit des Menschen. Einerseits ist sie sehr gut, damit er nicht einfach leere Dinge macht. Andererseits hält sie ihn davon ab, endlich zu kommen und etwas auszuführen. Stattdessen wartet er, bis dieser Zustand, weißt du, anschwillt und platzt, und dann macht er es. Das ist also der Unterschied. Einerseits gibt es eine Art Gefühl und Gerede darüber, dass man den Zustand verbessern muss. Andererseits wollen wir trotzdem in Ruhe bleiben.

Ja.

Schüler: Wir denken, dass man den Zustand bei anderen verbessern muss, nicht immer bei mir.

Rav: Gut, das ist schon eure Klärung. Bei anderen verbessern, in Ordnung. Dann gib dich in die Hand der anderen, damit sie dich verbessern, und sie sollen dasselbe dir gegenüber tun. Verbessere du sie, bitte, vielleicht ist das der Weg, prüft es. Hoffentlich macht ihr das so. Wenn du deinem Freund dein Leben, dein Schicksal, alles übergeben kannst, bitte: Ich führe aus, was er sagt, bitte. Mach dasselbe ihm gegenüber.

Ja.

(Ende der Lektion)