Tägliche LektionSep 4, 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 34 (1991) (17.07.2002)

Rabash. Artikel 34 (1991) (17.07.2002)

Sep 4, 2026

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Morgenmitschrift 17.07.2002

Buch „Kitwej Rabash", Band 2, S. 1351, „Was bedeutet „Jemand, der die Früchte in dieser Welt isst, während das Kapital für die kommende Welt erhalten bleibt“ in der Arbeit?"

Rav: Wir haben einen Artikel aus Band 3 von „Shlavei haSulam" gehört: „Was bedeutet „Jemand, der die Früchte in dieser Welt isst, während das Kapital für die kommende Welt erhalten bleibt“ in der Arbeit?" — das ist Seite 113.

Rabash sagt: Unsere Arbeit teilt sich in zwei Teile. Auch Baal HaSulam sagt das, wenn er uns „Pekudin Orajta" erklärt: Die Tora teilt sich in zwei Teile. Die erste Stufe der Tora ist die Tora der Korrektur, und danach kommt die Tora der Füllung.

Die Tora der Korrektur ist die Tora, die man Ratschläge nennt: wie man den Willen zu empfangen korrigiert und ihn benutzt, um zu geben. Die Tora der Füllung dagegen sind schon die Namen des Heiligen, gepriesen sei Er. Das heißt: Das Licht in ihr, das vorher schon zum Guten zurückgeführt hat, kommt jetzt, um das Kli zu füllen und ihm die heiligen Namen zu bringen — also die Erkenntnis des Schöpfers gemäß der Angleichung der Form an Ihn. Beide Teile heißen eigentlich Tora, nur ist der eine zur Korrektur da und der andere zur Erlangung. Danach gibt es auch ein Verhältnis zur Tora, das „Früchte" heißt, und ein Verhältnis zu ihr, das „bleibendes Kapital" heißt.

Der Mensch, der sich korrigiert, korrigiert den Teil, den er korrigieren kann; der Teil, den er nicht kann, bleibt für die allgemeine Korrektur, die danach kommt — im Siwug „Rav Pealim uMekabzeel", beim Kommen des Maschiach. Dementsprechend genießt er das, was er jetzt macht und jetzt korrigiert, und auch das Licht, das ihm vom Punkt der Endkorrektur her leuchtet; das nennt man „bleibendes Kapital für die kommende Welt". Denn in Wahrheit gelingt es ihm nicht, sich selbst zu korrigieren, sondern nur seine Einbeziehung in die neun ersten Sefirot — das ist es, was die Seele während ihres ganzen Prozesses auf der Leiter der Stufen macht. Deshalb enthüllt sich das eigentliche Licht der Korrektur erst in der Endkorrektur; das heißt „bleibendes Kapital für die kommende Welt".

Und solange man nicht in die Absicht „um zu geben" eintritt, gilt nicht, dass man in den Mizwot und in der Tora ist. Alle Handlungen des Menschen sind ohne Massachim, in der Absicht um zu empfangen, und alles, was er aus seinem Lernen versteht und erwirbt, ist noch nicht die Tora, sondern die Vorbereitung. Wenn er dagegen den Machsom überschreitet, tritt er in das Licht des Glaubens ein, also in die Absicht um zu geben. Dann enthüllt sich ihm nach der Größe des Glaubens auch die Erlangung — das Licht der Erlangung, das Licht der Angleichung der Form. Und dann korrigiert er sich, soweit es ihm möglich ist, in der Einbeziehung in die neun ersten Sefirot. In der Endkorrektur aber wird sein Jessod¹ ganz korrigiert. 4:13

Und was hier im Artikel gut erklärt wird, ist, wie die Tora von einem einzigen Menschen spricht. All diese Stämme und die Verbindungen zwischen ihnen — das alles ist in einem einzigen Menschen, in seinen Eigenschaften. Wir haben keinerlei Grundlage und keine Erlaubnis, diese Dinge in dieser Welt so auszulegen, wie wir es hier gewohnt sind: in verschiedenen Körpern, in Zeit, Bewegung, Ort. Denn dann ist die Tora keine heilige Tora mehr, sondern tritt einfach aus ihrer Kedusha heraus, und in den groben Kleidern kann man nicht sehen, was die wirkliche Absicht all dieser Handlungen ist, von denen sie erzählt.

Damit entfernt sich der Mensch völlig von der wahren Auslegung. Dann ist die Tora für ihn keine Weisung mehr, wie er sich korrigieren soll, sondern wird nach ihren Kleidern entweder zu Legenden oder zu Geschichte oder zu irgendwelchen körperlichen Handlungen dieser Welt — aber nicht zur Ordnung der Korrektur und zur Enthüllung der heiligen Namen. Deshalb muss man alles, was in den heiligen Büchern steht, immer auf einen Körper, auf eine Seele beziehen.

Gibt es Fragen? Ja.

6:09

Schüler: Wie prüft man, ob die Arbeit für die Kedusha ist und nicht für die Klipot?

Rav: Wie kann ein Mensch vor dem Machsom wissen, ob seine Arbeit für die Kedusha ist und nicht für die Klipa? Zunächst einmal: Vor dem Machsom gibt es keine Kedusha und keine Klipa, alles ist im Willen zu empfangen. Der Mensch muss nur so viel wie möglich lernen, zwischen den Zuständen zu unterscheiden, die sozusagen der Kedusha entsprechen und die der Klipa entsprechen. Man sagt: Alles, was mit dem Ziel zusammenhängt — mit der Annäherung an den Schöpfer nach den Eigenschaften, mit der Annäherung an den Nächsten —, kommt auf der Seite der Kedusha, der rechten Seite. Und alles, was auf Kosten des Nächsten geht, in Trennung vom Schöpfer, ist von der Seite der Klipa.

Wie ist man also möglichst verbunden? Dazu gibt er uns einen Ratschlag: „Israel, der Heilige, gepriesen sei Er, und die Wege der Tora sind eins."² Das heißt: Alle Handlungen, die ich jetzt mache, oder Gedanken, egal was — ich, mein Wille, mein Gedanke oder meine Handlung, und der Schöpfer, so wie ich ihn mir vorstelle —, sie müssen in einem Punkt sein, als eins. Wenn ich mir das als eins vorstelle, dann ist meine Handlung, in Zeit, Bewegung und Ort, schon mit dem Begriff verbunden, den man Ziel der Schöpfung nennt.

Dabei ist es nicht wichtig, wie weit ich das verstehe oder nicht verstehe. Ich mache es nach meiner Stufe, und das war's. Der Mensch darf nicht traurig darüber sein, dass er nicht auf einer anderen Stufe ist. Er soll machen, was er jetzt, in diesem Augenblick, kann.

Ja.

8:42

Schüler: Ich erweitere die Frage ein bisschen. Auch wenn wir vor dem Machsom im Willen zu empfangen sind — kann man nicht nur unterscheiden, was mir scheinbar in Richtung Ziel geht und was mich vom Ziel wegnimmt, also nicht nur schwarz-weiß, sondern zwischen all diesen Dingen unterscheiden, zum Beispiel dem, was er hier schreibt und irgendwelche Eigenschaften nennt, innerhalb dieser Dinge? Also wirklich zu wissen: Diese Eigenschaft bringt mich auf diese Weise näher, diese Eigenschaft gibt mir Kraft zu kämpfen, diese Eigenschaft gibt mir Kraft dazu?

Rav: Kann ein Mensch in der Zeit der Vorbereitung die Eigenschaften bestimmen — nach ihrem Charakter oder nach ihrer Fähigkeit zu helfen oder nach der Art, wie sie ihm helfen, wie er sie benutzen kann, um dem Schöpfer wirklich ähnlich zu werden? Ich glaube nicht, dass das wirklich möglich ist, und ich glaube auch nicht, dass es sich lohnt, sich da wirklich zu vertiefen. So steht es auch nicht geschrieben. Dabei kommt eher irgendeine Philosophie und Klugscheißerei heraus, aber nicht die eigentliche Arbeit.

Warum? Weil wir nicht verstehen: Keine einzige Eigenschaft in uns ist zum Zweck des Schlechten gebaut, sondern alles zum Zweck des Guten. Es gibt in uns keine Neigung, die negativ wäre; letztlich bestimmt die Absicht, ob es ins Negative oder ins Positive geht. Wenn du also anfängst zu prüfen, was Lüge ist, was Wahrheit ist, was dies, was das — vielleicht ist die Lüge sogar nützlicher als die Wahrheit; es hängt davon ab, wie du sie benutzt. Deshalb prüfen wir Eigenschaften nie und beurteilen sie nie so, wie sie an sich selbst sind. Das ist wirklich reine Philosophie, die dich dazu bringen kann, gute und schlechte Dinge so zu benutzen, wie du willst.

Wir müssen jedes einzelne Ding ganz konkret so nehmen, wie es ist: Wozu willst du es benutzen? Und danach bestimmen, ob es gut oder schlecht ist. Er gibt dort ein Beispiel: Es steht geschrieben, dass ich lügen muss, wenn ich durch eine Lüge ein Menschenleben retten kann. Ich muss lügen. Und von der Philosophie her — was könnte schlimmer sein als eine Lüge? Der Heilige, gepriesen sei Er, ist Wahrheit. Du kannst dir alle Verse holen und anführen und mir wirklich beweisen, dass es nichts Schlimmeres gibt als die Lüge, denn es steht geschrieben, dass das Siegel des Heiligen, gepriesen sei Er, Wahrheit ist. Und was ist die Lüge überhaupt — das Gegenteil davon? Ja, das Gegenteil davon. Und es ist mir egal, dass es das Gegenteil ist: Wenn man dadurch ein Menschenleben retten kann, dann verpflichtet mich dieselbe Tora, so zu handeln. Es gibt viele solche Beispiele im Leben. Wir sehen, dass man die schlimmsten Dinge nach solchen schönen Berechnungen macht, mit Beweisen, dass es nicht anders geht oder dass es überhaupt zum Wohl der Menschheit sei. 12:26

Das heißt: Ohne Zusammenhang mit dem Endziel kann man überhaupt nicht darüber urteilen, ob irgendein Ergebnis, eine Erscheinung, eine Eigenschaft, eine Neigung gut oder schlecht ist. Das ist alles. Weißt du, das gilt sogar für die einfachen Dinge. Ich erinnere mich: in China und auch in Russland hat man Tiere ausgerottet — in Russland wirklich die Wölfe, in China alle möglichen Fliegen und alle möglichen Vögel, alles Mögliche. Danach kommt es zu solchen Katastrophen, und dann versteht man, was man gemacht hat, was für eine Dysbalance in der Natur.

Schüler: Ein Ungleichgewicht.

Rav: Ein Ungleichgewicht, ja. Verstehst du. Wir können nichts messen, außer im Zusammenhang mit dem Endziel. Deshalb gilt zuerst einmal: Man rottet nichts aus, es gibt kein schlechtes Ding. Es erscheint dir nur jetzt schlecht, nach deinem Zustand und danach, wie du es bestimmst. Nun, komm zum Guten, sieh diese Sache am Ende, und dann entscheide. Er schreibt auch darüber: Weil die ganze Führung über uns eine zielgerichtete Führung ist, kannst du über nichts sagen, dass es eine schlechte Sache sei — denn jedes Ding hat seinen Platz, durch den man die ganze Schöpfung zum Ziel bringt.

Was wir insgesamt machen müssen, ist also: Wir ändern allein unser Verhältnis. Lass die Welt in Ruhe, ändere nichts an ihr; ändere dich selbst, und du wirst die ganze Welt sehen — wie gut und nützlich sie für dich sein wird. Das ist alles.

14:19

Schüler: Es gibt hier eine Sache, wegen der ich diese Frage gestellt habe.

Rav: Nun.

Schüler: Wenn ich einfach auf diese Welt schaue, dann sehen wir, dass es in dieser Welt alles Mögliche gibt, alle möglichen Farben, Schattierungen der Dinge. Wenn wir jetzt die Dinge nach dem Machsom sehen ... in Aufstiegen, Abstiegen. Wenn man von der Stufe der Vorbereitung spricht, sieht das aus wie etwas Schwarz-Weißes: Ich soll die ganze Zeit von Schwarz zu Weiß gehen, von Schwarz zu Weiß. Wo ist da das Leben, wo sind da all die Farben? Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt, etwas rüberzubringen.

Rav: In Wahrheit sind spirituelle Zustände ziemlich eindeutig, ziemlich scharf. Und die Schattierungen, von denen wir sprechen, sind nicht Schattierungen in dem Sinn, dass es Schwarz gibt und Weiß und dazwischen alle möglichen Formen von Grau. Sondern es gibt neun Sefirot, neun Eigenschaften, und in jeder von ihnen gibt es einen extremen Gebrauch, entweder zu dem einen oder zu dem anderen. Dann gibt es auch eine Verbindung zwischen ihnen, und auch bei ihnen ist der Gebrauch entweder zu dem einen oder zu dem anderen. Aber in Wahrheit ist es entweder Kedusha oder Klipa, und in der Mitte — so etwas gibt es nicht, etwas in der Mitte.

Wenn wir von der mittleren Linie sprechen, ist damit nicht die Mitte zwischen Kedusha und Klipa gemeint, sondern das Maß, in dem du die Kedusha erfüllen kannst. Verstehst du. Und was du sagst, dass es sozusagen schwarz-weiß ist — richtig: entweder schwarz oder weiß. Ja. Und nur zwischen Schwarz und Weiß kannst du überhaupt etwas unterscheiden. Im Schwarzen siehst du nichts, und im Weißen siehst du nichts. Du siehst nur genau an der Grenze zwischen beiden.

So ist es. Denk nicht, dass die neun ersten Sefirot irgendwelche Dinge zwischen dem einen und dem anderen sind. Nein. Die neun ersten Sefirot sind klare Eigenschaften, richtig abgeschlossen, sehr genau definiert, und auch ihr Gebrauch ist entweder so oder so, dazwischen gibt es nichts. Man kann nicht ein bisschen in der Kedusha und ein bisschen in der Klipa sein — entweder das eine oder das andere, es hängt nur davon ab, mit welcher Intensität. Aber entweder das eine oder das andere. Verstehst du.

Das erinnert mich an die Kaschrut: ein bisschen mehr koscher, ein bisschen weniger koscher. Das sind alles Spiele, das dient nur dazu, die Sachen zu verkaufen. Ich erinnere mich an Jechezkel, den Sohn des Rebben; er war dafür zuständig, Fleisch aus dem Ausland zu bringen. Ich habe ihn gefragt, und er hat erzählt: Hör mal, all seine Geschäfte und so. Er war wirklich für den ganzen Import von koscherem Fleisch aus Argentinien und aus Holland zuständig. Und er sagt: Es gibt bei all dem Fleisch überhaupt keinen Unterschied, bei uns gibt es einen einzigen Standard. Also kommt ins Land Israel ein einziges Koscher herein. Du gehst hier in den Laden: koscher Belz und Schmelz und Gur und Jerusalem, Badaz und dies und das und jenes. Warum? Ah, das ist einfach nur noch eine Sache des Handels, und das war's, mehr nicht.

So etwas gibt es also nicht, es kann nicht etwas so oder so sein. Das macht sich der Mensch schon selbst zurecht. Aber in der Spiritualität kann es das wirklich nicht geben. Wie willst du bei einem Kli sagen: ein bisschen heiliger, ein bisschen weniger heilig? Nach der Größe des Massach ist man in der Kedusha — nein heißt nein, ja heißt ja. Du kannst sie miteinander vergleichen: dass der eine mit mehr Intensität da ist und der zweite mit weniger Intensität, ja? Aber es kann nicht sein, dass er ein bisschen in der Kedusha und ein bisschen in der Klipa ist, vermischt.

Wenn du die ganze Leiter der Stufen nimmst, kannst du sagen: Der Unterschied zwischen Klipa und Kedusha ist auf den hohen Stufen größer und hier geringer. Aber trotzdem ist es entweder Kedusha oder Klipa. Ich glaube, das ist dein Problem. Auf jeder einzelnen Stufe, auf der ein Mensch sich befindet, sind es für ihn extreme Dinge.

Ja.

19:08

Schüler: Klipat Noga ...

Rav: Klipat Noga ist keine Klipa, Klipat Noga ist nicht die Wirklichkeit. Was heißt halb-halb? Es ist weder das eine noch das andere, deshalb ist es halb-halb. So etwas ist Klipat Noga. Klipat Noga ist jeder Wille, bei dem du noch nicht bestimmt hast, wozu er gehört, ja? Vorläufig heißt er Klipat Noga, weil du ihn entweder der Kedusha oder der Klipa zuordnen kannst — aber nicht, dass er halb-halb enthielte. So etwas gibt es nicht, dass du irgendwo eine halbe Kedusha und eine halbe Klipa hast und sie treffen sich zusammen.

Ja.

Schüler: Wie kann Malchut zu Bina aufsteigen, wenn ein Teil bleibt …?

Rav: Malchut steigt nicht zu Bina auf. Malchut schränkt Bina ein³, und dadurch heißt es, dass sie aufsteigt. Sie steigt auf, weil sie sich an Bina anhaften will. Und womit kann sie sich an Bina anhaften? Sie verlässt ihren ganzen Willen zu empfangen, ja? Sie schränkt alles ein, und allein in diesem Gedanken, dass sie sich an Bina anhaften will — in ihrem Keter, sagen wir mal —, ist sie an Bina angehaftet. Deshalb hast du SoN, VaK und einen Punkt, und Malchut selbst kann nicht mehr.

Ja.

Schüler: Auf Seite 115, letzter Absatz: „Nur jene Menschen, die sagen, dass sie von der Arbeit weglaufen wollen, aber keinen Ort haben, wohin sie gehen könnten, weil sie von nichts Befriedigung bekommen können — diese Menschen rühren sich nicht von der Arbeit weg."

Rav: Seite 115, letzter Absatz: „Nur jene Menschen, die sagen, dass sie von der Arbeit weglaufen wollen, aber keinen Ort haben, wohin sie gehen könnten, weil sie von nichts Befriedigung bekommen können — diese Menschen rühren sich nicht von der Arbeit weg. Und obwohl sie Aufstiege und Abstiege haben, verzweifeln sie nicht. Und das ist, wie geschrieben steht: ‚Und die Kinder Israels seufzten wegen der Arbeit.'"

Was fragst du also?

21:21

Schüler: Das sind schon … Menschen, die zu der Stufe gekommen sind, wo sie alles geklärt haben, und in einen Zustand gekommen sind, in dem sie auch das nicht wollen, aber ohne das können sie nicht — ist das der Zustand?

Rav: Ja. Ein Kli, das spirituell heißt, besteht aus vielen Bedingungen, die der Mensch in allen möglichen Etappen seiner Entwicklung zusammenfügen muss. Und wenn all diese Bedingungen wirklich ihre endgültige Form erreichen, entsteht insgesamt ein Zustand, den man MaN nennt, eine Bitte — die Bedingung, dass er in die Spiritualität eintritt. Und diese Bedingung besteht aus sehr, sehr vielen Einzelheiten: Ich habe nichts, wohin ich zurückkehren könnte, und nichts, wohin ich gehen könnte. Ich kann hier unten weder mit den Dingen, die vergangen sind, irgendetwas machen, noch mit den Dingen, die kommen. Und ich muss mein Verhältnis klar bestimmen — zu allem, was in dieser Welt ist, und zu allem, was mir in der kommenden Welt erscheint, und ein Verhältnis zum Schöpfer und ein Verhältnis zu mir selbst.

Das heißt: Insgesamt muss der Mensch einen Zustand zusammenfügen, der heißt: „Und die Kinder Israels seufzten wegen der Arbeit." „Und sie seufzten" heißt also wirklich: Er kann von der Arbeit nicht weglaufen und kann auch nichts machen, und er hat keine Befriedigung davon, aber auch von irgendetwas anderem nicht. Was sagt er? „Dass sie Aufstiege und Abstiege haben." Aber was kann er machen: „Aber sie verzweifeln nicht." Er ist verzweifelt — aber woran ist er verzweifelt? Daran, dass er insgesamt nicht sieht, dass ihm aus diesen Aufstiegen und Abstiegen etwas wird. Aber er hat keine Wahl, er muss trotzdem damit weitermachen.

Das heißt, das ist Optimismus und Verzweiflung zusammen. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll — alle Dinge müssen von beiden Extremen her in demselben Menschen sein. Insgesamt bringt man ihn in einen Zustand, den er selbst nicht lösen kann: Das ganze Aufeinandertreffen der beiden Extreme kann er nicht selbst lösen, es gibt keine Lösung, und daraus schreit er dann zum Schöpfer.

Das heißt, es ist wie mit vielen Dimensionen, wobei du in jeder Dimension zwei Extreme derselben Empfindung oder derselben Wahrnehmung oder desselben Gedankens hast, und diese beiden Extreme widersprechen einander; und du hast sie alle verwirklicht und konntest nichts machen. Sagen wir, es ist so, als wärst du in einem Kreis und stündest in der Mitte, und von allen Seiten des Kreises kommen entgegengesetzte Kräfte auf dich zu und stechen dich von beiden Seiten, aus allen Richtungen, jede mit … so treffen sie sich in dir, und du kannst nichts machen, und dann schreist du nach oben zum Schöpfer. Dann zeigt sich, dass du zu Ihm schreien kannst — und vorher nicht.

Nun.

Schüler: Ein optimistischer Zustand.

Rav: Wie?

Schüler: Ein optimistischer Zustand.

Rav: Ein guter Zustand. Ein guter Zustand.

(Ende des Unterrichts)