Tägliche Lektion20. Aug. 2002

Rabash. Art. 36 (1989). What Is “For It Is Your Wisdom and Understanding in the Eyes of the Nations,” in the Work?

Rabash. Art. 36 (1989). What Is “For It Is Your Wisdom and Understanding in the Eyes of the Nations,” in the Work?

20. Aug. 2002

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohtranskript ohne abschließende Korrektur. Fehler möglich.

Morgenunterricht 20.08.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 2, S. 943, „Was ist „Denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“ in der Arbeit?"

Rav: Ein Artikel aus Band 3 von „Schlawej haSulam", Wochenabschnitt „Waetchanan", Seite 27: „Was ist „Denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“ in der Arbeit?". Woher kommt diese Frage überhaupt? Denn es ist wirklich eine Frage. Israel, das sind Gefäße des Gebens, Galgalta we Ejnaim. Und in Galgalta we Ejnaim kann es weder Chochma noch Bina geben.

Auch wenn wir Bina sagen, meinen wir Chochma in Bina und nicht Bina in Bina. In den Gefäßen des Gebens gibt es keinen Gewinn außer dem Geben — außer dem, was in anderen Gefäßen ist, das, was Bina füllt. Warum sollte Israel also plötzlich Weisheit in Galgalta we Ejnaim haben? Israel soll doch ein Volk sein, das nur im Geben arbeitet und sozusagen keinen Verstand hat.

Aber das Geschöpf ist keine Gefäße des Gebens. So etwas gibt es gar nicht: Gefäße des Gebens, Wille zu geben. Wille zu geben — das ist der Schöpfer. Das Geschöpf ist der Wille zu empfangen. Wenn der Wille zu empfangen eine Korrektur hat, dann kann es eine Korrektur sein, bei der er vom Schöpfer die Eigenschaft des Gebens aufgenommen hat; dann arbeitet er mit seinem Willen zu empfangen, mit seiner Natur, so wie der Schöpfer wirkt. Aber wer sitzt drinnen und arbeitet drinnen? Der Wille zu empfangen.

Wenn wir also auch von Israel sprechen, vom Geschöpf, dann sprechen wir von Gefäßen des Gebens, die sie empfangen haben — das heißt, von der Eigenschaft des Gebens über ihrem Willen zu empfangen; und so arbeiten sie. Deshalb gibt es wirklich Raum für die Frage „Was ist eure Weisheit und euer Verstand?" — woher kommen Chochma und Bina? Sie kommen daher, dass man die Gefäße des Gebens über den Gefäßen des Empfangens einsetzt. Das heißt: Israel muss über den Völkern der Welt gehen, über den Gojim, über der Weisheit der Gojim — das heißt über dem Verstand. 3:01

Jedes Mal, wenn Gefäße des Empfangens erwachen, gehen wir darüber hinaus, über die Gefäße des Empfangens hinaus. Das heißt, wir benutzen die Gefäße des Empfangens, um zu geben; dann kommt mehr Or Chochma in das Or Choser hinein, in die Gefäße des Gebens — und daraus wird tatsächlich „eure Weisheit und euer Verstand" von Israel. Das ist das ganze Prinzip der Arbeit mit unserer Natur: Gefäße des Empfangens zu enthüllen, in dem Maß, in dem wir über sie hinausgehen können — das heißt, sie zu nehmen, um sie in den Gefäßen des Gebens einzusetzen: ACHaP de Alija.

So geht man vor, so korrigiert man die Gefäße des Empfangens: sie so benutzen, wie der Schöpfer gibt und seinen Willen benutzt. Und warum „vor den Augen aller Völker"? Nicht einfach nur „eure Weisheit und euer Verstand", sondern gerade „vor den Augen aller Völker": weil es über echten Gefäßen des Empfangens von ACHaP geschehen muss, auf die man sich stützt, an die man sich anlehnt. Dabei nehmen die arbeitenden Gefäße des Gebens die Gefäße des Empfangens in sich hinein, als ACHaP de Alija.

Das ACHaP ist also drinnen, und man arbeitet mit dem ACHaP in dem Maß, in dem man es den Gefäßen des Gebens anschließen kann, der Absicht um zu geben — dann heißt es „vor den Augen aller Völker". Das heißt: Man nimmt die Lichter von Chochma und benutzt sie, um zu geben. „Vor den Augen der Völker" — Augen sind hier ganz konkret die Gefäße des Empfangens des ACHaP. Nicht, dass ACHaP in den Gefäßen des Gebens eingeschlossen wäre, sondern ACHaP, das innerhalb der Gefäße des Gebens als ACHaP de Alija arbeitet — das heißt „vor den Augen aller Völker". Und so geht es bis zum Ende der Korrektur. 5:35

Beim Ende der Korrektur dagegen werden die Weisheit Israels und die Weisheit der Völker der Welt zu einer einzigen Weisheit. Dieser Zustand heißt „Licht für die Völker": Dann gehen wirklich alle Lichter, die die Gefäße des Gebens ihnen liefern können, in die Gefäße des Empfangens über. Das heißt, Bina schließt alle Gefäße des Empfangens an sich an. Das ist es, was wir über Lea lernen, über die Gefäße von Lea: Dann empfangen all diese Gefäße von SaT de Bina die großen Lichter und füllen die Malchut de Ejn Sof im Empfangen um zu geben.

Bis dahin ist das Prinzip: nur in der Einschließung der Gefäße des Empfangens in die Gefäße des Gebens arbeiten — und das heißt über dem Verstand. Das gilt auf der kleinsten Stufe genauso wie auf den größten Stufen bis zum Ende der Korrektur. Auf jeder einzelnen Stufe bleibt also dasselbe Prinzip erhalten. Und in jedem einzelnen Zustand müssen wir wirklich unterscheiden, sodass uns klar ist: Das sind Gefäße des Empfangens, das sind Gefäße des Gebens; mit welchen Verlangen arbeite ich als Geben, mit welchen Verlangen arbeite ich als Empfangen.

Wenn der Mensch anfängt, so zu filtern, seine Verlangen zu klären, wird es für ihn leichter: Er versteht, warum er in einen Fall gerät, warum er sich ein wenig im Aufstieg halten kann, wie er seine Gefäße ordnen muss. Es ist sozusagen eine Herrschaft von außen über diese beiden Engel — Gefäße des Gebens und Gefäße des Empfangens —, über diese beiden Kräfte, die der Seele fremd sind und die man nur richtig einsetzen muss; von außen, als wäre der Mensch der dritte Teil.

Warum ist er sozusagen der Dritte, der so objektiv darauf schaut? Weil der Mensch die mittlere Linie ist. Deshalb muss man aus der mittleren Linie schauen. Ich habe keine mittlere Linie, habe ich nicht, aber ich bin weder das Geben noch das Empfangen.¹ Ich schaue auf diese beiden Dinge, und auf mich selbst schaue ich von außen, und ich arbeite daran, diese beiden so zu verschmelzen, dass ich die mittlere Linie baue. 8:25

Wenn es gelingt, sich zuerst von all diesen Gefäßen zu trennen, vom Geben und vom Empfangen, und danach anzufangen, mit ihnen mit Einsicht zu arbeiten, im richtigen Maß und in der richtigen Verbindung zwischen ihnen — dann heißt das, dass man über dem Verstand geht. Die mittlere Linie ist über dem Verstand. Warum? Glaube über dem Verstand heißt: Man geht mit dem Prinzip des Gebens über dem Verstand, über den Gefäßen des Empfangens. Das heißt, man benutzt die Gefäße des Empfangens, so weit man kann, in der Absicht um zu geben.

9:13 Schüler: Seite 31, dritter Absatz von oben. Der Absatz ist nicht so klar: „Deshalb kommen auf diese Arbeit …"

Rav: Ah, gut. Ich lese es vor, damit alle es auch hören. Auf Seite 31, dritter Absatz, steht: „Deshalb kommen auf diese Arbeit all die Verleumder und Ankläger, die sagen: Wir sind einverstanden, in der Arbeit des Schöpfers zu arbeiten, nur mit dem Ziel, das du durch das Erfüllen von Tora und Mizwot erreichen willst, sind wir nicht einverstanden." Tora und Mizwot, das sind alle Mittel, durch die wir zu „um zu geben" kommen. Wie geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, ich habe die Tora als Würze erschaffen" — das heißt, die Tora ist die korrigierende Kraft. Wenn wir mit korrigierten Gefäßen im Ende der Korrektur selbst geboren würden, bräuchten wir Tora und Mizwot nicht.

Aber: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, ich habe die Tora als Würze erschaffen, das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück" und so weiter. Was wir Licht AB-SaG nennen: unsere Handlungen von unten, um das Licht AB-SaG auf uns einzuladen — das nennt man unsere Taten in Tora und Mizwot. Und diese Kraft, die uns korrigiert, das Licht, das von oben kommt und korrigiert, heißt Licht der Tora, das kommt und korrigiert.

Schüler: Wer sind diese Verleumder und …

Rav: Die Verleumder und Ankläger, die im Menschen erwachen, sind all die Kräfte, über denen er arbeiten muss. Wenn er sie nicht benutzt, kann er nicht Stufe für Stufe aufsteigen. Das heißt: Nichts wurde ohne Notwendigkeit erschaffen — die Gefäße des Empfangens und übrigens auch die Gefäße des Gebens. Auch die Gefäße des Gebens, die wir zur Verfügung bekommen, um zu bestehen, um in der Spiritualität voranzukommen und zu bestehen, kommen zerbrochen zu uns, unkorrigiert.

Und in dem Maß, in dem sie kommen und wir sie fühlen, kommen sie alle als Verleumder und Ankläger gegen die Arbeit des Gebens — sogar die Gefäße des Gebens. Gefäße des Gebens, die sich uns so enthüllen: Es lohnt sich für mich zu geben, um zu gewinnen — also um zu empfangen. Nu, gut. Die Frage ist: Warum bekomme ich die Gefäße des Gebens und die Gefäße des Empfangens nicht in der richtigen Form? 12:16

Sagen wir, ich lerne und bekomme dadurch gute, korrigierte Verlangen. Ich liebe die Spiritualität mehr, liebe den Schöpfer, liebe die Freunde mehr. Jeden Tag mache ich etwas — sagen wir, ich habe irgendeine gute Handlung gemacht — und dann sehe ich, dass ich dadurch nach und nach gute Dinge gewinne. Wenn es so direkt liefe: Ich habe etwas gemacht, habe einen guten Lohn bekommen, etwas Gutes. Noch etwas gemacht, noch etwas Gutes bekommen.

Was heißt gut? Gut sind sogar Gefäße des Gebens, damit bin ich einverstanden, sagen wir. Ich bin einverstanden, dass man mit mir macht, was man will. Jetzt arbeite ich; du sagst mir, ich soll in der Küche arbeiten oder so, ich gehe und arbeite. Und im Gegenzug enthüllen sich bei mir gute Verlangen, gegen meine Natur. Ja? Damit bin ich einverstanden, dass man an mir eine Operation macht, wie ich immer das Beispiel gebe.

Warum kommt es also nicht in dieser Form, wo der Mensch doch schon sozusagen bereit ist? Weil er ja trotzdem nur deshalb bereit ist, weil der Wille zu empfangen ihm das von innen sagt. Würde er so direkt eine Korrektur bekommen, dann käme diese Korrektur, um die Gefäße des Empfangens zu vergrößern. Das heißt: Das Gebet um das, wozu du kommen musst, kannst du jetzt in deinen Gefäßen des Empfangens nicht sagen. Den Lohn, den du bekommen wirst, kannst du dir jetzt in deinen Gefäßen des Empfangens nicht ausmalen.

Du musst bei diesen Dingen trotzdem eine Krise durchmachen, jedes Mal wieder eine Krise, und diese Krise geht in Zerstreutheit vorüber, sodass du sie nicht kennst und nicht weißt. Du kommst einfach in einen Zustand, wo du es satt hast, wo du nicht mehr kannst, wo es dir zerbricht, wo du nicht verstehst, warum und wie das passiert — dass aus all den guten Dingen das Gegenteil kommt. Es ist nicht einzusehen, du bist nicht einverstanden — und dieser Punkt ist der Punkt, der den Zustand korrigiert.

Was heißt „korrigiert den Zustand"? Das, was du in diesem Punkt leidest, ist genau die Korrektur, die jetzt an dir vorgeht, an deinen Gefäßen des Empfangens. Wenn du diesen Zustand nicht durchmachen würdest, dieses Gefühl — das heißt „man hat den Dieb gefasst" —, dann würdest du der sogenannten Spiritualität mit denselben alten Gefäßen nachlaufen, mit deinem Verstand, mit deinem Willen. Und du würdest sozusagen Korrekturen im selben Willen zu empfangen bekommen; dann würdest du einfach wachsen. Du würdest ein größerer Rabbi werden und ein angeblich größerer Weiser und so weiter. 15:28

Aber diese Krise, die man in jedem Moment durchmacht, in jeder solchen Etappe, wo man Mühe gibt und danach nicht versteht, was passiert — wo mir das Ergebnis dessen, was ich durchgemacht habe, überhaupt nicht aufgeht, weder nach dem Verstand noch nach dem Gefühl —, dieses Gefühl ist genau das Licht der Tora, das den Zustand korrigiert. Das heißt: Ohne die Verleumder und Ankläger kann man nicht vorankommen.

Ihre Enthüllung ist eigentlich … Warum fangen deine Willen zu empfangen plötzlich an zu schreien und sind nicht einverstanden und werfen alles hin: Mit dieser ganzen Spiritualität bist du nicht einverstanden, mit dem Schöpfer bist du nicht einverstanden, und mit der Gruppe, mit der ganzen Methode und dem ganzen Weg — was man Ankläger und Verleumder nennt? Das ist derselbe Wille zu empfangen, der gerade jetzt die Korrektur durchmacht, der gerade jetzt umschlägt, der gerade jetzt das Licht spürt, das ihm gegenübersteht.

Wie soll ich sagen — diese Fälle, diese Zeiten sind sehr, sehr gut. Es ist wirklich so, wie wenn man eine Operation macht und den Menschen korrigiert. Wenn es eine echte Medizin ist, kann sie nicht gut sein. Es ist eine Lüge bei uns, dass wir Medikamente in einer Hülle bekommen, weißt du, die ganze Zeit in solchen Hüllen, mit einem süßen Überzug. Eine Medizin ist im Grunde immer bitter, denn Medizin ist Gift. Alle Medikamente — weißt du, dieses medizinische Symbol, die Schlange. Medizin ist im Grunde immer Gift.

Sogar Veganer verstehen das, denke ich, auch. Sogar bei Gemüse, bei Obst, bei allen Dingen, die gut für den Körper sind, sind Gifte die Grundlage. Sagen wir Knoblauch, Zwiebel: Das, was daran den Körper korrigiert — sie haben wirklich Kräfte zu korrigieren, den Körper zu reinigen —, das sind Gifte. Und auch bei den Korrekturen, die wir machen: Man macht eine Narkose, und allerlei Dinge bei einer Operation, sagen wir — weil eine Korrektur nicht süß sein kann. Sogar bei uns in dieser Welt. 18:09

Deshalb misst sich die Stufe des Menschen, seine Kraft, in der Spiritualität zu bestehen, nicht an seinem Verstand und nicht einmal an seinem Willen, sondern an der Bereitschaft zu leiden. Das heißt: an der Erkenntnis, dass ich keine Wahl habe und dass ich das brauche. Sollen sie operieren, sollen sie korrigieren. Und dann, in diesen Punkten, wo man Verleumder und Ankläger spürt, fühlt der Mensch: Jetzt mache ich eine Korrektur durch. Wenn mein Wille zu empfangen schreit, ist es zu seinem Besten, das sind genau meine Korrekturen.

Wir erinnern uns einfach nicht an diese einfachen Verse, dass Leiden das Fleisch weich machen, und all so etwas. Dass es nicht anders geht. Was steht von vornherein bei der ersten Korrektur? „Brot mit Salz sollst du essen, Wasser nach Maß sollst du trinken, auf der Erde sollst du schlafen" — tritt in Leiden ein, wirklich Leiden direkt gegen den Willen zu empfangen — „und in der Tora mühst du dich ab, und wohl dir": Du wirst in einen Zustand kommen, in dem es heißt „wohl dir". Das heißt: So sehr du dabei auch Leiden durchmachst — körperliche, seelische, spirituelle, egal —, du musst in einen Zustand kommen, in dem es dir damit gut geht.

Dass du schon zu der Erkenntnis kommst: Gerade diese Leiden zusammen mit der Tora — also zusammen mit dem Wissen, mit der Botschaft, die du dabei durchmachst —, wenn du damit mitgehst, sind ein Zeichen, dass du dich korrigierst. Daher die Frage: Die Weisen der Gemara haben uns eine Korrektur gemacht, die die Leiden erleichtert hat, und statt der Leiden benutzen wir das Licht der Tora, das zum Guten zurückbringt. Ist das wie ein Überzug auf einer bitteren Medizin, ein süßer Überzug, oder ist es einfach die Fortsetzung derselben Medizin, die letzten Endes nicht süßer geworden ist? Sondern: Für unseren Willen zu empfangen reichen diese Handlungen, die sie gemacht haben, zusammen mit dem Lernen der Tora nicht aus. 20:51

In Wahrheit spart der Mensch, der unseren Weg geht, nicht am Leiden — verglichen mit denen, die dort im Fass lebten, mit einem Stück Brot und dem Lernen der Tora. Er kann es einfach nicht: Sein Wille zu empfangen ist heute, gegenüber der Zeit der Mischna, gewachsen; er kann nicht mit den Mitteln arbeiten, die es dort gab. Würde er mit den Mitteln arbeiten, die es dort gab, dann geriete er gerade in Hochmut, denn das Licht, das man durch jene Handlungen zog, ist für uns klein. Er geriete in Hochmut. So aber fangen wir durch dieses Lernen an, das Böse zu enthüllen, und dann fangen wir an, die Verleumder und Ankläger zu hören. Das war's.

Es steht noch viel im Artikel, aber so weit. Was?

22:05 Schüler: Was ist die Korrektur der Furcht? Ein Mensch kommt in einen Zustand der Furcht …, welche Art … ist das?

Rav: Furcht — es gibt viele Arten von Furcht. Furcht ist entweder, dass es schlecht wird, wie er dort schreibt: dass der Mensch sich entweder vor einem Verlust in dieser Welt oder vor einem Verlust in der kommenden Welt fürchtet. Ja? All diese Dinge kommen aus der Furcht vor dem Verlust, ja? Zu verlieren. Also nicht zu verlieren in seinen Gefäßen des Empfangens, in dem, was er sich als diese Welt vorstellt, oder in seinen Gefäßen des Empfangens, in dem, was er sich in der kommenden Welt vorstellt. Bis er zu den Gefäßen des Gebens übergeht, ist die Furcht, das zu verlieren, was er hat, ständig da.

Danach geht er zu einer anderen Furcht über, zur Furcht in den Gefäßen des Gebens: Gebe ich? Gebe ich genug? Kann ich zu vollkommenem Geben kommen? Und so weiter. Dann ist die Furcht eine andere. Furcht ist die Furcht, die Füllung zu verlieren. Es hängt davon ab, welche Füllung du spürst, ja? Entweder Füllung in den Gefäßen des Empfangens oder Füllung in den Gefäßen des Gebens — aber es geht darum, die Füllung zu verlieren. Es geht wirklich um das, was im Gefäß sein wird; dieses Gefühl gegenüber der Füllung des Gefäßes heißt Furcht. Also gibt es auch in den Gefäßen des Gebens Furcht.

Ja.

23:52 Schüler: … dass Leiden gut sind, …

Rav: Nein, nein, nein, nein, nein. „Leiden sind gut" — so darf man nicht sagen, denn das Ziel der Schöpfung ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und Seinen Geschöpfen Gutes zu tun heißt nicht: erst am Ende des Weges, und bis dahin leiden wir. Weißt du, das ist (auf Russisch: … …), das ist „mit dem Stock zum Glück". Weißt du, das kennen wir schon. Aber so etwas gibt es in der Spiritualität nicht. In der Spiritualität gibt es keine Zeit. Wenn du in der Spiritualität eine Stufe spürst², die kleinste und mehr, dann fühlst du in ihr einen Teil vom Ende der Korrektur. Sonst ist es keine Spiritualität.

Und du kannst darin keinen Teil vom Ende der Korrektur so fühlen, dass das Ende der Korrektur 100 Prozent wären und ich jetzt bei einem Viertelprozent stünde. So fühlst du nicht, dass du vom Ende der Korrektur bist, verstehst du; es wird ein volles Maß sein, gemäß deiner Stufe. Wenn ich also sage „Bereitschaft zu leiden" oder „durch das Leiden zum Glück", dann stimmt das nicht. Wenn man die Gefäße des Empfangens durchläuft, fühlt man das zwar, aber auf jeder einzelnen spirituellen Stufe kommst du, sagen wir, wenn du ankommst, zum Genuss. Bei uns dagegen, wenn wir in der Zeit der Vorbereitung sind, kann es das Gegenteil sein.

Schüler: Aber es existiert …

Rav: Hm?

Schüler: Kann man sagen, dass es existiert, aber …

Rav: Was existiert?

Schüler: Von diesen Leiden … die Korrektur, was du jetzt gesagt hast, dass … man die Arbeit des Lichts der Tora an den Gefäßen des Empfangens spürt.

Rav: Ich verstehe die Frage nicht.

25:54 Schüler: Du hast über die Verleumder und Ankläger gesprochen, dass man sich darin in Ordnung fühlt.³ …

Rav: Auch in der Zeit der Vorbereitung hängt es davon ab, in welchem Zustand ich bin. Bin ich in einem fortgeschritteneren Zustand, dann freue ich mich über die Leiden, die ich durchmache, und verstehe, dass diese Leiden über meinen Willen zu empfangen gehen, über meinen Körper — und ich schaue auf meinen Körper schon so, dass ich mich von ihm trennen werde. Zwar leide ich, ich fühle, dass ich leide, aber zugleich habe ich schon den Punkt im Herzen erworben, ihn fest erworben, sodass ich auch aus ihm heraus auf den Körper schauen und ihn als leidend sehen kann. Richtig, er leidet, ich leide, mir geht es schlecht — aber dadurch wird er gesund werden.

Das heißt: Ich habe mich zur Operation entschieden, ich will diese Operation haben. Richtig, ich leide, was soll man machen? Hier hängt alles vom Maß der Notwendigkeit ab. Ich erzähle von einer Operation, denn bei einer Operation habe ich immerhin gedacht: Ich bekomme eine Narkose, und danach werde ich gesund sein. Aber ich hatte eine Korrektur — ich hatte hier ein Loch, wisst ihr, hinten, ja? — die macht man ohne Narkose. Man nimmt so einen Schlauch, etwa wie ein Finger, und stößt ihn dir zwischen die Rippen in die Lunge und fängt an, von dort das Wasser herauszuholen, allerlei Ansammlungen, alles, was sich dort angesammelt hat — und das macht man ohne Narkose.

Ich habe geschrien, das war etwas Furchtbares, das tut sehr weh. Sehr weh. Gerade wenn man das zwischen die Lungen einführt, ist das ein „wunderbares" Gefühl. Wenn man mir sagen würde: Denk jetzt noch einmal daran, dass man das mit dir macht — verstehst du, welchen Grad an Notwendigkeit man erreichen muss, um zu wollen, dass man das mit dir macht. Wenn ich dagegen jetzt denke: Oh, eine Operation ist nicht schlimm, du liegst da, sie narkotisieren dich immerhin, und, gelobt sei Er, es gibt Hoffnung, dass du gesund sein wirst, und so. 28:14

Auch hier gibt es die Hoffnung, dass du gesund wirst, und alles. Aber gegenüber dem Leiden: Welche Wichtigkeit muss die Gesundheit haben, damit ich das Leiden als nicht so furchtbar empfinde oder es sogar überhaupt nicht spüre? So sehr muss ich dieses Leben danach brauchen, dass es das Leiden vollständig zudeckt. Während ich rede, spüre ich jetzt, wie man mir das hineinstößt, das ist etwas Furchtbares. Man sagt, das sei wirklich einer der größten Schmerzen, die es für den Körper gibt: die Rippen zu öffnen. Das war's.

Hier fängt der Mensch also an zu rechnen: Ohne die Wichtigkeit des Ziels kann man die Leiden nicht überstehen. Und die Wichtigkeit des Ziels vergrößerst du entweder selbst mit allerlei Mitteln, oder sie wird dir durch die Leiden vergrößert. Dann gibt man dir allerlei Leiden in dieser Welt, damit du denkst, es lohne sich, in jene Welt zu fliehen — egoistisch, ja? Oder du weckst dich selbst, an ihrer Stelle und bevor die Leiden in dieser Welt kommen, dazu auf, dass es gut ist, in jene Welt überzugehen, weil es dort gut ist. Das ist die Sache des Zeitsparens und des Leidensparens.

29:53 Schüler: Also ist das nicht … das Gefühl von Süße, das du in den Leiden findest.

Rav: Nein. Wenn du Süße in den Leiden findest, bevor du zur Erkenntnis der Größe des Ziels kommst, dann sind das keine Leiden; dann vergrößerst du nur noch mehr deinen Willen zu empfangen und machst ihn zum Gerechten, und du gehst zusammen mit ihm durch diese Leiden, um ihn noch mehr mit guten Dingen zu füllen. Das ähnelt, sagen wir, einem reichen Mann, der manchmal seinen Fahrer im Auto nicht benutzen will, sondern selbst auch ein bisschen fahren möchte, weißt du, zum Vergnügen. Er zahlt sogar Geld dafür, einen halben Tag als Taxifahrer zu arbeiten — solche Spiele gibt es für Reiche.

Das heißt dann, dass du dich über die Leiden freust, so wie du es sagst, bevor du die Wichtigkeit⁴ des Ziels enthüllst; in Wirklichkeit arbeitest du daran, dass es dir am Ende Genüsse bringt. Der Wille zu empfangen ist raffiniert. Denn der Wille zu empfangen selbst hat gar keine Möglichkeit zu genießen, verstehst du; er muss über irgendeine Verbindung mit den Gefäßen des Gebens genießen. Einfach so, so direkt, können wir den Willen zu empfangen nicht füllen; sogar in unserer Welt sind innen immer Gefäße des Gebens vorhanden. Hier ist es also ein Gebrauch des Gebens, sozusagen ein Geben um zu empfangen: mit anderen Menschen in Verbindung zu sein, um auch daran Genuss zu haben. In verdorbener Form drückt sich das in solchen Abweichungen aus, dass Menschen es mögen, geschlagen zu werden, dass man sie anschreit, schlägt und so weiter. Das ist das ganze Spektrum der Genüsse, der Kleider — am Ende ist es nicht wichtig, welche Arten von Kleidern es dabei gibt: Unterm Strich arbeitet da der Wille zu empfangen.

Schüler: Ist die Wichtigkeit auch in den Gefäßen des Empfangens?

Rav: Das Prinzip ist einfach: Wenn du einen Zimzum machst und wenn du das Ziel vergrößerst und wenn du es nur um des Ziels willen tust, ohne dich von ihm zu trennen — das heißt: Israel und der Heilige, gepriesen sei Er, und die Handlung, die du tust, die „Orchin de Orajta"⁵ genannt wird, sind wie eins —, dann irrst du dich nicht. Nur unter dieser Bedingung.

Nu, lernen wir etwas.

Ja, Sascha.

32:57 Schüler: Aber dieser Zustand schwächt: dass es die ganze Zeit Schmerz gibt und du danach auf noch mehr Schmerz wartest, und du weißt, dass es viel sein wird. Warum …

Rav: Warum? Ich warte nie auf Schmerz. Warum sagst du, dass man …

Schüler: Man muss nicht warten, aber du weißt …

Rav: Warum soll man auf Schmerz warten? Ich verstehe es nicht. Du sagst, dass es trotzdem nicht einfach läuft: Wenn du im gewöhnlichen Zustand bist, im gewöhnlichen Leben, kannst du ohne Leiden, ohne Schmerzen nicht vorankommen. Du kennst dich selbst schon so gut, dass du sagst: Mein Wille zu empfangen ist stärker als ich, stärker als meine ganze Philosophie, meine ganze Weisheit, stärker als all das, wo ich mich einmal schlecht gefühlt und gedacht habe: Das war's, von jetzt an komme ich aus eigener Kraft voran und warte auf nichts.

Jetzt kommt eine Zugabe zum Willen zu empfangen, und wieder … Das kommt daher, dass eine Zugabe zum Willen zu empfangen über die ganze frühere Weisheit kommt. Die frühere Stufe, die ich korrigiert habe, ist gegenüber der nächsten, höheren Stufe nichts wert: Die ganze Korrektur der früheren Stufe gilt gegenüber dieser Stufe sogar als Nicht-Korrektur. Was soll man also machen? Deshalb musst du in jedem kommenden Zustand an die Wichtigkeit des Ziels denken, sodass du darunter leidest, dass du nicht im Ziel bist. Das ist das Ganze. Und das kann man nicht ohne einfache Handlungen in der Gemeinschaft machen.

Deshalb kommt man am Ende in einen Zustand, in dem Weisheit nicht hilft, in dem der Verstand nicht hilft, in dem diese ganze Klügelei einfach keine Früchte bringt. Du kannst sitzen und Artikel lesen und darin gelehrt sein und Unmengen von Dingen wissen — und es bringt nichts hinzu, du wirst dadurch nicht zum Leiden kommen. Du wirst dadurch wirklich nie zum Leiden kommen. Du wirst mit dem Verstand verstehen, dass es richtig ist und dass es so sein muss, und du wirst das Prinzip wirklich verstehen — aber du wirst es nicht verwirklichen, wenn du nur mit den Büchern arbeitest. 35:21

Nicht umsonst schreibt er: „der jedes Mal die bessere Gemeinschaft wählt". Er schreibt nicht: wahrere Bücher, ein besserer Rav — er sagt: eine bessere Gemeinschaft. Verstehst du, das passt so gar nicht zu unserem Verständnis: Das ist die Weisheit der Kabbala, da erwirbt man Spiritualität, etwas Verborgenes — was hat das mit ein paar weiteren Tieren wie mir zu tun, die neben mir sind, nu was? Und doch ist es so, denn ohne Arbeit mit den Freunden — wirklich so, wo es im Besonderen eine Gelegenheit gibt, und bei uns ist die Gelegenheit jetzt wirklich ausgezeichnet. Die Gemeinschaft ist sozusagen auseinandergefallen, der Zustand ist sehr, sehr nebelhaft, und ich fliehe auch noch, gelobt sei Er — das ist wirklich … das war's.

Ohne solche Arbeit gibt es nichts mehr — ich weiß nicht, wie ich es sagen soll —, da ist nichts zu machen; von mir aus die Bücher zu schließen und sich nur damit zu beschäftigen, ist wirklich besser. So sehr sind noch mehr Lernen und noch mehr Verstand und noch ein bisschen mehr Weisheiten aus den Büchern wirklich untauglich; das hilft überhaupt nichts ohne … was man nennt: „seine Weisheit ist größer als seine Taten". Deshalb muss das sehr ausgewogen sein, sehr, sehr ausgewogen: der Einsatz in der Gemeinschaft und das Lernen. Sonst bringt es den Menschen zu einer Verzerrung, und diese Verzerrung kann ihn Unmengen von Jahren kosten, bis er wirklich zu verstehen anfängt, dass man in die Gemeinschaft investieren muss statt ins Lernen, in die Verbindung mit den Büchern, in die Verbindung mit … Einfach: Das ist direkte Arbeit aus seinem eigenen Willen heraus über den Verlangen der anderen, das ist einfach praktische Arbeit.

37:45 Schüler: Warum gibt es keine Möglichkeit, den Weg zu beschleunigen, sich zusammenzutun und sozusagen irgendeine drastische Handlung zu machen?

Rav: Warum geht das nicht leicht, warum kann man den Weg nicht beschleunigen und sich zusammen verbinden und auf einmal entscheiden und …

Schüler:

Rav: Ja, wie in einem Kibbuz, wie in jeder anderen Gemeinschaft, wo man am Ende entscheidet und hingeht und es macht, ja? Weil bei uns innen, im Unterbewusstsein, das Verständnis liegt, dass das gegen den Willen zu empfangen ist. Wenn es zusammen mit dem Willen zu empfangen wäre — sagen wir, wir gründen jetzt wirklich einen Betrieb; ich erwähne dabei sozusagen nicht, dass es um zu geben ist, das liegt ja innen. Ich sage: Leute, kommt, wir gründen einen Betrieb, wir werden jetzt arbeiten, wir verbreiten unser Wissen in die ganze Welt, wir werden über die ganze Welt herrschen, wir werden die ganze Welt erwerben, wir werden die Herrscher über alle sein, nu, nu, nu, kommt.

Innen aber liegt der Wille zu geben, ein spirituelles Ziel — und von all meinen Worten wirkt nichts. Deshalb ziehen diese Worte nicht, deshalb entzündet sich niemand daran. Niemand entzündet sich daran, verstehst du. Und ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll: Der Wille zu empfangen lässt einen einfach nicht arbeiten. Er lässt nicht arbeiten. Als ob es einen Gewinn gäbe und du etwas sein wirst — aber am Ende: Ist der Gewinn für mich oder für den Schöpfer? Ah, für den Schöpfer? Nu, dann warten wir. Nicht schlimm, man kann warten. Ja? Das war's.

Ich treffe mich mit Menschen; sagen wir, heute habe ich jemandem einen Brief geschrieben, er wohnt in England, in einem Castle, wie sagt man — ein Palast, eine Burg. Sein Haus ist so eine große Burg, das ist wohl … Nu. Und solche Leute habe ich viele. Verstehst du? Wenn ein Mensch so Geld will, so etwas will — für ihn erlaubt es der Körper nicht, er spürt darin nichts, er wird nicht zu solchen Dingen, zu solchen Menschen hingezogen, zu …⁶ weil er nichts gewinnt. Er fühlt, dass er nichts gewinnt. 40:28

Weißt du, so schwer ist es, sich zu solchen Menschen — reichen, großen, angesehenen — so zu verhalten wie zu einfachen Menschen. Auch in unserer Arbeit. Man kann etwas machen … Wird es für mich sein oder nicht für mich? Deshalb ist es, so realistisch es auch ist und so sehr es vor dir liegt, sehr schwer zu verwirklichen — wie die Verbindung mit den Freunden, wie diese Arbeit.

Siehst du, ich sage zu Awihu und zu Mark — sie sind jetzt dort bei der Arbeit, ausgerechnet nicht hier —, ich sage: „Nu, kommt herauf, fangt an zu organisieren." Awihu wollte doch so sehr schreien, wollte so sehr … alle kennen ihn. „Nu, fang an." Und plötzlich sitzt er still an der Seite. Er hat nichts zu sagen. Ihr werdet noch sehen, was passieren wird.

Wo man den Willen zu empfangen wirklich gegenüber der wahren Arbeit spürt, da ist er bereit, weißt du, sich mit Wenigem zu begnügen. Man sieht es gerade an solchen Menschen, an den Machern: Je näher die Wahrheit kommt, desto eher sind sie plötzlich bereit, es anderen zu überlassen. Das ist im Gefühl. Ihr werdet das sehen. Und dann sehen wir: Hier sind hundert Männer, und zwar Männer, Männer. Nicht irgendwelche kleinen Dummerchen, sondern alle so … 42:19

Sie sitzen und können sich nicht rühren. Vorher haben sie verdient und hatten Erfolg und herrschten und alles, und hier sitzen sie plötzlich so da und warten. Wirklich, als wären sie in Frührente gegangen. Das ist mir verständlich, und es ist natürlich, und es ist richtig, dass es passiert. Die Lösung dafür, die Medizin, liegt nur in der inneren Verbindung gegen diese Kraft, gegen diesen Zustand. Ein besonderer Zustand, ein ausgezeichneter Zustand, ein wahrer Zustand. Und so muss es sein.

Für mich ist das kein Wunder. Man muss nur gerade dagegen kämpfen. Das ist die Mühe, das ist die Arbeit — und gerade aus diesem Zusammenstoß wird die Spiritualität hervorgehen, sich entwickeln und sich enthüllen. Aber das versteht man so nicht, mit dem Verstand und mit dem Auge, das sieht, was passiert — man versteht es nicht. Dass ich rennen und von Abteilung zu Abteilung schreien muss, von einem zum anderen: Nu, wo? Nu, was? Wo gibt es überhaupt so etwas … Das ist nicht einzusehen. Und alle sitzen und warten still. Er wird kommen, er wird schreien. Was soll man machen?

43:50 Schüler: Und die Sache mit der Wahl der Gemeinschaft ist mir nicht so klar. Wir waren am Anfang …

Rav: Die Wahl der Gemeinschaft — ich sage dir: Was heißt es, die bessere Gemeinschaft zu wählen? Du hast Menschen, die dasselbe Ziel haben. Jetzt sag mir: Du schaust auf alle, du kennst, sagen wir … wie heißt er? Maroz. Kennst du ihn? Hat Maroz in seinen Augen ein höheres und stärkeres Ziel als dein Freund Gilad, sagen wir? Woher weißt du es, und was weißt du?

Die Frage ist also so: Wie soll ich wissen, ob es sich für mich mehr lohnt, mich mit Micha zu verbinden oder mit Roman? Roman schreit, er … pffff. Und Micha sitzt still da. Wonach kann ich wissen, mit wem zu verbinden sich lohnt? Weil er ein Gesicht hat nach … was, nach meinem Geschmack? Weil er mir irgendwie nach den äußeren Eigenschaften gefällt? Weil er klüger ist und mir etwas erklären kann? Weil er äußerlich oder innerlich stärker ist und mich stützen kann? Oder weil ich irgendwie gute Dinge von ihm lerne, Stärkungen von ihm bekomme — oder umgekehrt: weil ich sehe, dass er sich vor der Gemeinschaft erniedrigt?

Was soll ich als Beispiel nehmen, mit wem soll ich mich verbinden — oder nehme ich vielleicht überhaupt kein Beispiel? Ich nehme einfach ein paar Leute, wirklich ohne alles: „Machen wir ein Losverfahren", sage ich zu allen, „ich bin zu einem Losverfahren bereit. Es sind hundert Mann; machen wir aus diesen hundert Mann zehn Gruppen, oder sogar weniger als zehn, die in einer Gruppe sind. Machen wir ein Los, und fertig. Warum soll ich überhaupt nach meinem Verstand wählen gehen? Was weiß ich denn? Das Los, das Los kommt von oben, und fertig. Ich gehe nach dem Los."

Was heißt also wählen? Uns wird ja gesagt: „der jedes Mal die bessere Umgebung wählt". Wodurch wähle ich? Ich frage dich. Nu? Gib einen Rat. Du bist ein gelehrter Mann, Doktor in Chemie und in Physik und irgendetwas dazwischen, irgendetwas — nu, mach uns etwas Chemie. Nu.

46:43 Schüler: Aber die Antworten, die ich gebe, sind einfach nur Antworten, denn … denn hier gibt es nichts zu sagen. Die Wahl besteht darin, zu wählen, sich in jedem Moment von jedem Einzelnen mehr beeindrucken zu lassen. Das ist die Wahl. Aber das ist nichts, was von innen kommt, das ist etwas, das so …

Rav: Du sagst also: Ich empfehle überhaupt, keine bestimmte Gemeinschaft zu wählen, also keine kleine Gruppe, sondern jedes Mal verpflichte ich mich, mich an die zu heften, von denen ich mich mehr beeindrucken lassen kann. Heute beeindruckt mich Gil — Gil, der dort arbeitet, allerlei Dinge macht. Morgen beeindruckt mich Oren; Oren liest schön, er ist begeistert. Danach höre ich von Awihu, wie er alle anschreit, wie er schreit, wie er von allen fordert, wie er sich kümmert.

Schüler: Nein, das habe ich nicht gemeint.

Rav: Nein?

Schüler: Ich habe das nicht verstanden, dass auch, wenn ich jetzt …

Rav: Warum ist das nicht gut, was ich vorhin gesagt habe? Warum verwirfst du es?

47:34 Schüler: Ich habe nicht gesagt, dass es nicht gut ist, aber es ist nicht das, was ich gemeint habe.

Rav: Gut, nu.

Schüler: Sich also auch davon beeindrucken zu lassen, dass er jetzt in so einem Zustand ist und trotzdem hier ist — das heißt auch, in mir irgendein Verlangen zu finden, irgendeine Fähigkeit, mich trotz allem aus den Zuständen jedes Einzelnen heraus beeindrucken zu lassen.

Rav: Ja. Du sagst also: In jedem einzelnen Zustand, wenn ein Freund vor mir ist, kann ich etwas finden, wovon ich mich bei ihm beeindrucken lasse. Sogar wenn er im nicht guten Zustand ist, im Zustand des Falls, hat er sich trotzdem hierher geschleppt und ist hier mit uns zusammen. Vielleicht gibt er sich mehr Mühe als der, der jetzt lächelt und dem es gut geht. Der ist einfach so, und das … völlig in Ordnung. Aber was heißt „bessere Gemeinschaft"? Er sagt dort solche Worte. Was heißt „besser" für mich, für den Fortschritt?

48:23 Schüler: Dass ich von ihr die Größe des Schöpfers bekomme. Das ist eigentlich das Ziel.

Rav: Nu, und wie — wechsle ich dann ständig die Gemeinschaft?

Schüler: Nein, ich in mir selbst …

Rav: In mir selbst muss ich die ganze Zeit wählen, mit welchem Auge ich jetzt auf sie schaue, egal in welchem Zustand sie sind; jedes Mal, in welchem Zustand sie auch sind, nehme ich von ihnen ein Maximum an Beeindruckung.

Schüler: Ja.

Rav: Heißt das „eine Gemeinschaft wählen"?

Schüler: So verstehe ich es.

Rav: So verstehst du es. Gut. Dann ist es dir also völlig egal, in welcher Gemeinschaft du bist? Nein — unter denen, die bei uns sind, die ein Ziel haben. Aber es ist nicht wichtig, mit welchen Menschen.

49:00 Schüler: Vom Charakter her gibt es das schon, aber vom Ziel her scheint es mir nicht …

Rav: Vom Charakter her, sagst du trotzdem, denn sonst erfasst du ihre Mentalität nicht, ja? Das ist trotzdem wichtig. Gut. Was denken die anderen? Sie denken überhaupt nicht. Ja? Nu.

49:20 Schüler: Ich bin in einer Gemeinschaft, ich schaue auf sie, auf die Gesamtheit der Dinge, mit denen sie in bestimmter Weise auf mich einwirkt.⁷ Die bessere Gemeinschaft zu wählen, heißt dann, auf die Gemeinschaft zu schauen und zu sehen, wie ich mich verbessere. Also: Was ist die nächste Stufe der Gemeinschaft, damit sie besser wird? Ich schaue darauf, sagen wir, ich wähle, dass diese Gemeinschaft auf einer höheren, besseren Stufe sein soll, und dann tue ich alles, damit das passiert.

Rav: Du sprichst von sehr schönen Dingen, von sehr schönen Zuständen. Ich schaue auf die Gemeinschaft, ich male mir auch aus, wie sie besser und höher sein wird, ich lasse mich schon von ihrer künftigen Form beeindrucken, allerlei Dinge. Wir sprechen aber davon, dass der Mensch sich in einem nicht so guten Zustand fühlt. Für die guten Zustände brauche ich keine Stärkungen: Da bin ich bereit, mich in der Gemeinschaft beeindrucken zu lassen, ich schaue sie mit gutem Auge an, nicht nach „wer disqualifiziert, disqualifiziert mit seinem eigenen Makel"; da bin ich schon in einer anderen Form, mir geht es gut, also sehe ich auch sie als gut, und dann habe ich kein Problem.

Ich rede davon, dass die Beeindruckung von der Spiritualität dann zu mir kommen muss, wenn ich sie wirklich brauche. Wenn ich im Aufstieg bin, ist das kein Problem: Da gehe ich und gebe ihnen etwas, ich liebe sie — weißt du, wenn es mir gut geht, liebe ich alle. Aber wenn es mir schlecht geht, was mache ich dann? Hier müssen wir prüfen, was mit mir passiert und wie mir geholfen werden kann.

Ja.

51:14 Schüler: Und jetzt, wenn es dir schlecht geht, kannst du niemanden groß machen, wenn du ihn von außen anschaust — keine Chance. Egal, worauf du schaust und was er macht, du wirst immer etwas finden und sagen: Aha, er arbeitet jetzt in der Küche, weil er nichts Besseres zu tun hat, oder was auch immer. Denn wenn es dir schlecht geht, kannst du niemanden groß machen. Und wenn du im Abstieg bist, kannst du auch von niemandem die Größe des Schöpfers bekommen.

Deshalb denke ich, dass es keinen Sinn hat, sich irgendeine Gemeinschaft auszudenken, von der ich sozusagen die Größe des Schöpfers bekomme oder die ich in mir groß mache. Man kann einfach auf andere Gemeinschaften schauen — wie wir gesagt haben, dass bestimmte Gemeinschaften … Baal HaSulam schreibt, dass bestimmte Gemeinschaften einfach deshalb keinen Erfolg hatten, weil sie den Schöpfer nicht hatten.

Wenn ich mich jetzt mit meinen Freunden auf rein tierischer Basis verbinde — so wie ich mich mit diesen Menschen verbunden hätte, sagen wir, jetzt in der Armee oder im Studium oder an jedem anderen Ort, denn das gibt es ja —, nur dass ich den Schöpfer zwischen uns hineinbringe, dass ich dieses Endziel hinzufüge, das „Schöpfer" heißt: Das ist etwas, das mich halten wird. Denn in dem Moment, in dem ich im Abstieg vom Weg bin, ist es diese Freundschaft, in der das nicht drin ist — wo der Mensch auch ohne den Schöpfer zurechtkommt —, die mich zieht. Denn ein Lächeln von diesem Menschen jetzt, wenn ich im Abstieg vom Weg bin, ist immer noch ein Lächeln, es wird mich immer noch zurückbringen.

Rav: Das zeigt dich in den Zuständen des Abstiegs und wie sehr du ein Lächeln suchst.

Schüler: Nein, ich sage: Das ist immer noch mehr als das, dass ich ihn im Abstieg in mir groß machen müsste oder von ihm die Größe des Schöpfers bekommen soll, als ob er mir jetzt vom Schöpfer erzählen würde.

Rav: Kurz gesagt: Du suchst eine Gemeinschaft mit einem Lächeln.

Schüler: Nein, ich suche …

Rav: Oder was?

52:40 Schüler: Ich sage: Eine bessere Gemeinschaft ist eine Gemeinschaft, die auch jetzt an jedem anderen Ort besser wäre — nur ist hier der Hauptunterschied, dass es das Ziel des Schöpfers gibt, dass es dieses Ding gibt, auf dem das aufgebaut ist.

Rav: Ich verstehe nicht ganz. Eine gute Gemeinschaft hier ist also auch eine Gemeinschaft, die an jedem anderen Ort gut wäre, nur hat sie hier zusätzlich die Sache der Erkenntnis des Schöpfers, oder ihr Ziel. Warum muss sie ausgerechnet auch gut sein, verglichen mit der Lage dort draußen?

Schüler: Weil ich mich ja mit Menschen verbinde — genau das, worüber wir beim Betrieb gesprochen haben, oder wie wir über viele andere Dinge gesprochen haben. Ich bin jetzt in den Gefäßen dieser Welt, ich gehe jetzt nicht arbeiten …

Rav: Du sagst also: Wenn du Freunde wählst, die in der Materialität besondere Menschen sind, dann haben diese Menschen in dem Zustand, in dem du materiell im Abstieg bist, für dich trotzdem eine Art Gewicht, eine Wichtigkeit, ja? Und das hilft dir, an ihnen festzuhalten und sie nicht wegzuwerfen und geringzuschätzen?

Schüler: Ich sage: Bevor ich zur Spiritualität kam …

Rav: Das ist die Sache. Ja?

Schüler: Noch einfacher als das: Bevor ich zur Spiritualität kam, ja? — habe ich Freunde rein nach meinem materiellen Willen zu empfangen gewählt. Hier komme ich und sage: Mein rein materieller Wille zu empfangen ist das, was ich habe. Also wähle ich jetzt Freunde nach meinem rein materiellen Willen zu empfangen, nur füge ich dem das Ziel des Schöpfers hinzu. Ich werde mir keine Regeln ausdenken, mit denen ich überhaupt nicht zurechtkomme, und nicht mit Dingen arbeiten, die ich überhaupt nicht kenne. Ich weiß, was ich habe, und ich versuche, darin das zu finden, was mich zur Spiritualität führt, denn etwas anderes habe ich nicht.

Rav: Gut, er sagt also, dass er hier eine Gemeinschaft finden muss, die ihm nach den materiellen Bedingungen passt, mit denen er zurechtkommt und die er kennt — und dann hat er wenigstens in allen Zuständen eine Verbindung mit ihnen, und …

Schüler: Wir haben so einen Versuch gemacht, zum Beispiel die Gruppe hier, das ist ein Teil der Gruppen; das ist das, was wir gewählt haben, bevor wir den Betrieb gemacht haben.

Rav: So habt ihr gewählt und so habt ihr es gemacht, nach der sogenannten Mentalität, dem Charakter, egal.

Schüler: So eine Art Verbindung.

Rav: Es gab so eine Verbindung, und dann hilft das in allen Zuständen. Wäre es dagegen keine Gruppe von Menschen, die einander nach dem früheren Leben nahe sind, dann kämen sie in der Zeit des Abstiegs nicht zurecht; denn dann würde jeder sich in der Zeit des Abstiegs jedes Mal in seiner früheren Tierhaftigkeit sehen, ja? Die Spiritualität verschwindet, jeder geht in seine frühere Tierhaftigkeit hinein, und dann stehen sie nicht in Verbindung miteinander. So höre ich es. Gut.

Ja.

55:43 Schüler: Die Frage ist, was man macht, wenn es einen Abstieg gibt. Aber wenn ich im Abstieg überhaupt nichts Besseres wählen kann — nur im Aufstieg kann ich doch denken, wie ich mich verbessere und wie ich wachse; im Abstieg muss ich denken, wie ich überlebe —, dann kann ich vielleicht nur in der Zeit des Aufstiegs wirklich die bessere Gemeinschaft wählen. Und nicht …

Rav: Das heißt, die gute Gemeinschaft muss man in der Zeit des Aufstiegs wählen gehen, sagst du, und nicht in der Zeit des Abstiegs.

Schüler: In der Zeit des Aufstiegs kann ich über all meine Abstiege nachdenken und sagen: „Okay, was mache ich jetzt mit ihnen?"

Rav: Gut, gut, wir werden sehen. Ich denke, wir beschäftigen uns morgen früh ein bisschen damit, statt mit diesem ganzen Unterricht; wir machen hier so eine Organisationssitzung von uns. Ich empfehle dann, dass wir das zuerst nach Abteilungen aufteilen: dort die Computerleute, hier das Kino, dort das Video, dort die Schreiber, die Bücher, egal was, ja? Die Küche für sich und noch allerlei — kurz, jeder in seiner Abteilung. Dann schauen wir uns an, was uns auf der Tafel geschrieben stand, unsere ganze Struktur; wir schauen sie uns so an, in dieser Form, wo jeder Einzelne ist, und wir schauen uns auch die Leute an, die noch nicht eingeteilt sind, die noch in keiner Abteilung, in keinem Feld sind — und dann sehen wir, was wir machen. Das ist eine Verbindung, die es für die Verbreitung auf jeden Fall geben muss.

Jetzt ist die Frage so: Sagen wir, jeder findet seinen Platz in irgendeiner Aufteilung, ja? In irgendeinem Feld, nach dem Beruf. Und ich schaue auf meine Abteilung und sehe: Das sind Leute, mit denen ich zwar dem Beruf nach zusammen bin, aber ich habe überhaupt keine Verbindung zu ihnen. Vielleicht lohnt es sich für mich, den Beruf zu wechseln — dass ich, sagen wir, vielleicht in die Küche gehe, statt bei den Computern zu sein oder beim Zeichnen, ja, oder Kino zu machen. Warum? Weil dort Leute sind, denen ich dem Geist nach näher bin. Was soll ich machen, wenn sie alle im Beruf der Köche sind? Ja oder nein? Oder wenn ich mich nach dem Beruf mit ihnen verbinde, dann erfasse ich nach und nach auch ihren Geist, und wir kommen auch so miteinander zurecht. Was soll man machen?

Ja.

58:38 Schüler: Wenn schon vom Abstieg die Rede ist: Was einen im Abstieg am schnellsten herausholt, ist das Tun, allein die Tatsache, dass der Mensch etwas macht. Dann kann gerade die Verbindung nach dem Beruf eine ausgezeichnete Idee sein, denn die Verpflichtung — nicht einfach nur Tun, sondern Verpflichtung: Ich bin jetzt zu irgendeiner Handlung gegenüber der Öffentlichkeit hier verpflichtet, gegenüber der Öffentlichkeit draußen, egal. Ob ich es mache oder nicht mache, gibt es darauf sofort eine Reaktion. Ich kann es mir jetzt nicht erlauben, in einer Depression zu sein, die Wichtigkeit des Ziels nicht zu sehen, nichts zu tun — das verpflichtet in einer Form, die einen sofort aus dem Abstieg herausholt.

Rav: Das heißt, es verpflichtet mich über meine Abteilung.

Schüler: Mehr als das Lächeln des Freundes, mit dem ich mich von Natur aus verbinde.

Schüler: Was passiert, wenn ein Mensch in mehreren Abteilungen ist — wo setzt er sich hin: dorthin, wo es ihm am besten erscheint, oder dorthin, wo es ihm am wichtigsten erscheint?

Rav: Wir gehen vorläufig nach einfachen Fragen vor, nicht nach solchen.

Ja.

Schüler: In der Zeit des Abstiegs kommt irgendwie Verantwortung und Verpflichtung. An meinem Arbeitsplatz, mit dem Gehalt, verpflichtet das. Was verpflichtet also hier, in der Zeit des Abstiegs? Und sicher, dass die Gemeinschaft auf dasselbe Ziel ausgerichtet ist.

Rav: In der Zeit des Falls, sagst du, verpflichtet mich nichts im Leben. Wenn du bei deiner Arbeit schlechte Laune hast, sagst du das auch so zu deinem Chef?

60:00 Schüler: Der Chef kommt und sagt: Ich entlasse dich …

Rav: Das heißt, die Furcht zu leiden hält dich: Sonst entlassen sie dich, du hast nichts zu essen, deine Frau geht dir an den Kopf, die Kinder schreien, und dann hast du keine Wahl, also arbeitest du. Also muss man auch hier irgendeine Art Furcht finden, dass du verlieren kannst, dass man dich sonst entlässt.

Du sagst also: Die Furcht kann hier nur spirituell sein, nicht materiell. Wenn ich also im Abstieg bin — die Spiritualität verschwindet ja, die Materialität ist hier nicht vorhanden, ich habe hier keinen materiellen Gewinn —, dann ist es mir völlig egal, in der Zeit des Abstiegs von hier wegzugehen. Ich will überhaupt zu Hause sein, von ihnen getrennt sein. Aber vielleicht denke ich hier ein bisschen im Unterbewusstsein, dass ich sie danach doch brauchen werde; es ist unangenehm, es ist nicht schön. Es gibt irgendeinen materiellen Gewinn.

Deshalb: gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Schabbats, meine Frau ist hier auch verbunden, und noch allerlei solche Dinge — das ist es, was mich hier noch ein bisschen hält. Wäre es das nicht, sondern nur eine spirituelle Sache, dann würde sie in der Zeit des Falls reißen, die Verbindung reißt, und ich sitze zu Hause und vergesse sie völlig, sie existieren für mich nicht mehr. Was heißt das also? Dass man zwischen uns so viele materielle Verbindungen wie möglich schaffen muss, sodass du auch im Fall weißt: Wenn du gehst, verlierst du. Das war's, du verlierst.

Das ist so, wie du es mit deiner Frau gemacht hast, du hast eine Chupa gemacht, ja? Ich erinnere mich, dass ich ein bisschen dabei war. Ja? Da hast du also, gelobt sei Er, eine Art Abkommen geschlossen; jetzt, ob du willst oder nicht, dieses Abkommen hält dich — das, was man „Bund" nennt, ja? Man macht das nicht für die guten Zeiten, man macht es für die schlechten Zeiten. 62:03

Nu, wir müssen also in unsere Gemeinschaft jetzt schon, in ihr Fundament, allerlei solche Korrekturen für die schlechten Zustände hineinlegen, damit der Mensch im schlechten Zustand Furcht hat, die Gemeinschaft geringzuschätzen. Und jeder muss sich irgendwie solche Stärkungen für die Zeit des Falls ausdenken, sonst … er soll wirklich einen Verlust in der Materialität spüren. Denn die Spiritualität ist dann nicht da, die Spiritualität verschwindet — also soll er in der Materialität sehr wohl einen Verlust sehen.

Nu? Gibt es etwas hinzuzufügen?

62:53 Schüler:

Rav: Gut, nu. Darüber muss man nachdenken, das muss wirklich eine große Sorge sein: Was tut man in dieser Sache, damit ich den materiellen Gewinn aus der Gemeinschaft sehe?

Schüler: Doron sagt, dass Verantwortung nicht genug ist, denn in einer echten Zeit des Falls ist auch die Verantwortung egal. Auch wenn du etwas nicht gemacht hast und man dich ein bisschen beschämt — nicht schlimm.

Rav: Es hängt davon ab, bis zu welcher Höhe dir die Verantwortung egal ist. Es hängt von der Höhe ab. Immerhin, wie er sagt: Bei der Arbeit kann er sich zwar nicht rühren, aber er bemüht sich trotzdem irgendwie, dort zu sein, dort anwesend zu sein, irgendwie so zu tun, als würde er arbeiten — eine Art Miene, eine Art Vorstellung. Er hat keine Wahl, sonst werfen sie ihn raus, und das wäre wirklich furchtbar und schrecklich.

63:47 Schüler: Es gibt auch Unterschiede beim Beruf. Sagen wir, wenn Jischa(?) nicht in der Küche arbeitet, gibt es kein Essen, normal⁸, alle fressen ihn im selben Moment auf. Aber wenn Doron, sagen wir, vor dem Buch sitzt und an diesem Tag nichts macht, einfach dasitzt und …

Rav: Nu.

Schüler: … nichts macht.

Rav: Ja.

Schüler: Wer weiß davon überhaupt? …

Rav: Nein — wenn es über ihm einen Abteilungsleiter gibt, dann tut es mir leid, das wird er sicher spüren. Es muss so sein wie bei der Arbeit; wir haben gesagt, dass es ein Betrieb sein muss.

Schüler: Bei so einem Beruf wird er sich nach einer Woche verantwortlich fühlen.

Rav: Warum?

Schüler: Jeden Tag …

Rav: Dafür muss es einen Leiter geben, sicher — was ist denn ein Leiter? Nu, nu? Und du sagst …

Schüler: Nein, es gibt Dinge, die sich einfach nicht schnell zeigen, von Natur aus …

Rav: Wie bei der Arbeit, nu.

Schüler: Außerdem kann das in so einem Zustand gerade dazu führen, dass sich der materielle Teil schlecht anfühlt, und dann … ich habe hier auch … dort fehlt es mir nicht, auch hier bekomme ich es auf den Kopf.

Rav: Gut, ich hoffe, ihr werdet darüber diskutieren und zu etwas kommen.

(Ende des Unterrichts)