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Vorwort zur Weisheit der Kabbala (Der Schöpfungsgedanke. Die vier Bchinot des Or Yashar, Punkt 2 – Punkt 4)
Unterricht 2
Transkript des Morgenunterrichts, Teil „Pticha", 10.05.2006
Vorleser: Wir lesen im Buch „Kabbala für Anfänger", Seite 328, Vorwort zur Weisheit der Kabbala, Punkt 2.
Punkt 2
„2) Wie schon erwähnt, ist das Verlangen zu empfangen von Grund auf im Schöpfungsgedanken eingeschlossen, in all seiner Vielfalt der Bestandteile und deren Kombinationen, untrennbar von der gewaltigen Fülle, die der Schöpfer für seine Geschöpfe geplant hat und ihnen geben möchte." Das heißt: Wenn wir vom Schöpfungsgedanken sprechen, vom Verhältnis des Schöpfers zu den Geschöpfen, vom Höheren Licht, dann sprechen wir schon davon, dass dort drinnen ein Geschöpf enthalten ist. Egal in welcher Form — als Kraft, als Anfang, als Samen, als Kern, der sich entwickelt. Aber es kann keinen Schöpfungsgedanken geben, kein Verhältnis zu irgendetwas von „Azmuto" her, wenn dort nicht schon der Wille zu empfangen enthalten wäre.
„Und wisse, dass dies das Geheimnis von Or (Licht) und Kli (Gefäß) ist, die wir in den Höheren Welten (Olamot ha Eljonim) unterscheiden. [Das Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) ist das Gefäß, während die Fülle (Shefa) das dieses Gefäß füllende Licht ist][2]. Sie sind untrennbar miteinander verbunden und steigen zusammen von Oben herab, Stufe für Stufe. Und in dem Maß, in welchem die Grade vom Licht Seines Angesichts herabsteigen und sich vom Schöpfer während des Abstiegs entfernen, genau in diesem Maß ist auch die Verwirklichung des in der Fülle eingeschlossenen Verlangens zu empfangen. [Das heißt, es wird größer und gröber]."
(Zeichnung) Das heißt: Von oben, von „Azmuto", geht der Schöpfungsgedanke aus — der Schöpfungsgedanke „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun". Dieser Gedanke (siehe Zeichnung) ist schon drinnen, im Willen zu empfangen. Dieser Gedanke, der sich im Willen zu empfangen befindet, heißt „Licht", und der Wille zu empfangen heißt „Kli". Und dann, sagt Baal HaSulam, entfernen sie sich — sie entfernen sich vom Schöpfer, von Azmuto, sie gehen (siehe Zeichnung) aus Ihm hervor und entfernen sich, und diese Stufen der Entfernung sind gegenseitig.
Das Licht wird sozusagen schwächer, gröber, und der Wille zu empfangen wird dicker, gröber. Und sie sind „miteinander verwoben und steigen gemeinsam herab". Wovon hängt dieser Abstieg ab? Dieser Abstieg hängt von beiden ab, sagt er. Je nachdem, wie das Licht sich vergröbert, schwächer wird, wird der Wille zu empfangen dicker. Und je nachdem, wie der Wille zu empfangen dicker wird, wird das Licht in ihm schwächer.
Was ist also Ursache, was ist Wirkung? Beides, sagt er. Und man kann es auch anders sagen: „Sie sind untrennbar miteinander verbunden" zusammen, „und steigen zusammen von Oben herab, Stufe für Stufe. Und in dem Maß, in welchem die Grade vom Licht Seines Angesichts herabsteigen und sich vom Schöpfer während des Abstiegs entfernen, genau in diesem Maß ist auch die Verwirklichung des in der Fülle eingeschlossenen Verlangens zu empfangen." Das heißt: Die Stufen steigen herab, und davon hängt das Maß der Vergröberung des Willens zu empfangen ab. Der Wille zu empfangen vergröbert sich also nicht von selbst, sondern irgendwie steigen die Stufen herab.
„Man kann auch das Gegenteil sagen: So, wie das Verlangen, Fülle zu empfangen, größer wird, steigt es Stufe für Stufe ab [und entfernt sich vom Schöpfer], bis zur tiefsten Stelle, an der der Wille zu empfangen sich in maximalem Ausmaß verwirklicht."
Das heißt, es gibt da eine Sache … Noch einmal, vielleicht habe ich es nicht genau genug gesagt, damit man es versteht. (Zeichnung) Im Licht, das sich ausbreitet, und im Kli, das sich ausbreitet — in beiden zusammen, in Licht und Kli, ist innen, sagen wir, ein Gen oder Reshimot. Zwar gibt es noch keine Reshimot, aber es gibt etwas, das „Reshimot der Stufen" heißt. Das nennt man den „Plan der Schöpfung", den „Schöpfungsgedanken"; „Reshimot der Stufen" sind dort drinnen. Und danach (siehe Zeichnung) müssen sie — Licht und Kli — bis zum niedrigsten Ort herabsteigen, 125 Stufen, auf denen sie sich vergröbern. Das Licht drinnen wird trüber, und das Kli wird dicker.
Was ist die Ursache? Wer verursacht diese Sache? Der innere Plan, der in den Stufen liegt. Das ist es, was er sagt. „Notwendigerweise" sind sie „miteinander verwoben und steigen gemeinsam herab", und in dem Maß, wie sie nach unten herabsteigen, wird das Licht schwächer und das Kli dicker.
„Diese Stufe wird als „die Welt Assija“ definiert. Und das Verlangen zu empfangen wird als der „Körper des Menschen“ (Gufo shel Adam) angesehen. Und die Fülle, die er erhält, wird als Maß für „das Leben[3], das im Körper ist“ (haChaim she ba Guf) betrachtet."
Das heißt, es rollt herab und kommt in die Welt Assija. (zurück zur Zeichnung) „Assija" … „Welt Assija". „Und das Verlangen zu empfangen gilt als" der „Körper des Menschen." Das heißt, das Kli (siehe Zeichnung) hier gilt als Körper. „Und die Fülle, die er erhält, wird als Maß für „das Leben[3], das im Körper ist." Das heißt, die Fülle heißt „Leben". Das nennt man „Welt Assija".
„Körper" — das sind Verlangen; Gott bewahre, dass man etwas anderes denkt, dass damit unser physiologischer, tierischer Körper gemeint wäre. Und „Leben" ist das Leben, das die Verlangen belebt — „das, was die Verlangen belebt". Warum heißt es „Leben"? Weil man in diesem Licht (siehe Zeichnung) nicht fühlt … Leben ist auch so etwas wie Licht: „ein Licht, das seine Quelle nicht fühlt". Deshalb heißt es „Leben". Was die Verlangen belebt, heißt „Leben"; der „Körper" sind die Verlangen, die nicht auf den Schöpfer gerichtet sind.
Wären sie auf den Schöpfer gerichtet, dann hießen diese Verlangen „Klipa", die gerade vom Schöpfer empfangen will. Weil es keine Ausrichtung hat, heißt es einfach „Körper". Danach gibt es einen „heiligen Körper", der schon darauf ausgerichtet ist, zu empfangen um zu geben, oder etwas in der Art. Das heißt: Trennung, Verhüllung. (zurück zur Zeichnung) Man ist hier in der Verhüllung, und in der Verhüllung heißt es „Körper" und „Leben". Gott bewahre, man soll nicht denken, dass hier vor uns irgendein Mensch steht, den wir in dieser Form kennen. Das ist ein Tier, das ist klar.
Wenn wir uns auf diese Physiologie beziehen, auf den Körper, ein Stück Eiweiß — wir sprechen über Verlangen, immer über Verlangen. In mir gibt es Verlangen, und sie sind jetzt das Thema, mit dem ich arbeite, und nicht mein Körper. Deshalb gibt es einen Unterschied zwischen der Art, wie die Hausherren² sich zur Existenz verhalten, die denken, man müsse mit unserem Körper irgendwelche Handlungen machen, und der Art, wie wir uns zu unseren inneren Verlangen verhalten, die wir korrigieren müssen. Verlangen.
Und das geschieht nicht durch Arbeit mit Händen und Füßen und mit dem Mund dort, was man „Mizwot" nennt. Sondern durch die Korrektur unserer Verlangen — auch der kleinen, auch der nicht auf den Schöpfer gerichteten: Wenn man sie auf den Schöpfer ausrichten will, heißt das schon, dass man „Mizwot macht". Das ist der Unterschied zwischen Tora, die „das Licht, das zum Guten zurückführt" heißt, und Mizwa, die „Korrektur des Willens" heißt.
Schüler: Wenn geschrieben steht: „dass der Wille zu empfangen sich dort in seinem ganzen ihm zukommenden Maß vergröbert" — was genau ist das …
Rav: Der Wille zu empfangen vergröbert sich — „Wille". „Vergröbert sich" bedeutet: dass er vom Schöpfer getrennt ist, dass er seine Wurzel verliert. Er verliert, was genau er will, womit er sich füllen will. Das nennt man, dass er sich „vergröbert".
Schüler: Was bedeutet „miteinander verwoben", das, was er da schreibt …
Rav: „Miteinander verwoben", so … Wie schreibt man „kruchim"? (Schüler: Mit Kaf.) (Zeichnung) „Kruchim". Licht und Kli sind miteinander verwoben. Miteinander verwoben. Was heißt „miteinander verwoben"? Dass man sie nicht voneinander unterscheiden kann. So wie sie von oben kommen, so werden sie gemeinsam kleiner, vergröbern sie sich gemeinsam. Wie sie in der Welt Ejn Sof waren, wo man sie nicht voneinander unterscheiden kann, so steigen sie herab, immer weiter herab, einander angepasst, Licht und Kli. Man kann sagen: Wie sich das eine vergröbert, so vergröbert sich das andere, und wie sich das andere vergröbert, so vergröbert sich das eine. So ist das.
Schüler: Das ist ein bisschen schwer zu fassen, denn wir sagen: Wenn es in der Spiritualität Angleichung der Form gibt, dann ist das eigentlich eins. Ist das also derselbe Zustand, ein Zustand der Angleichung der Form, oder ist das etwas anderes?
Rav: Dass es von oben nach unten herabsteigt, bedeutet immer kleinere Maße von Licht und Kli, die untereinander sicher in Angleichung der Form sind. Deshalb heißt es, dass sie sich gemeinsam vergröbern und gemeinsam herabsteigen. Sagen wir, ein Kli ist in der Welt Brija, oder ein Kli ist in der Welt Azilut, oder in der Welt Adam Kadmon: An jedem Ort ist das Kli das Maß der Angleichung der Form an das Licht. Und das Licht füllt nach dem Maß dieser Angleichung das Kli. Dann heißt es, dass sie „miteinander verwoben" sind. Wenn das Licht das Kli nicht füllt, entsprechend dem, worin das Kli dem Licht gleich ist — wenn sie nicht miteinander verwoben wären, dann heißt es nicht, dass sie sich an irgendeinem Ort auf der spirituellen Leiter befinden.
„Dasselbe gilt ebenfalls für alle restlichen Geschöpfe in dieser Welt. Der Unterschied zwischen sämtlichen Höheren Welten (Olamot ha Eljonim) und dieser Welt (Olam haSe) besteht darin: Solange das in der Fülle eingeschlossene Verlangen zu empfangen sich in seiner endgültigen Form noch nicht verwirklicht hat, wird es als den spirituellen Welten zugehörig angesehen, die höher sind als diese Welt. Nachdem das Verlangen zu empfangen seine endgültige Form verwirklicht hat, wird es als in dieser Welt seiend betrachtet."
Was sind das für Geschöpfe in dieser Welt? Was heißt „Geschöpfe"? Dass der Wille zu empfangen alle möglichen Formen annimmt — das nennt man „Geschöpfe". Sprechen wir denn trotzdem über das Unbelebte, das Pflanzliche, das Tierische, das Sprechende, das wir sehen? Nein. Wir sprechen über das Geschöpf, das „Wille zu empfangen" heißt und alle möglichen Formen von „Verlangen" annimmt, im Zustand der Verhüllung, (zurück zur Zeichnung) des Körpers und des Lebens in ihm.
Wir sprechen nicht vom Unbelebten, also sagen wir von Steinen, vom Pflanzlichen, also von Bäumen und Gräsern, vom Tierischen, also von allen möglichen Tieren und Vieh, und vom Sprechenden, also vom Menschen. Sondern er kann diese Namen nach der Sprache der Zweige nehmen und mit ihnen die Formen des Willens zu empfangen benennen.
Das heißt: Die „Welt Assija" ist nicht die Welt, die wir mit unseren fünf körperlichen Sinnen fühlen. Die „Welt Assija" ist eine spirituelle Welt. Die Weisheit der Kabbala spricht niemals mit einem einzigen Wort über das, was wir mit unseren fünf körperlichen, tierischen Sinnen entdecken. Das nennt man die „eingebildete Welt". Über sie spricht man nicht. Sie existiert nicht im spirituellen Sinn. Sie existiert nur im tierischen Sinn. Und sie verändert sich nicht.
Wir können den Körper, den ich hier gezeichnet habe (siehe Zeichnung), und das Leben in ihm auf die höchsten spirituellen Stufen erheben; und zugleich bleibt der Mensch, den ich hier (siehe Zeichnung) als Tier gezeichnet habe, mit meiner Existenz bestehen, während ich (siehe Zeichnung) hier auf der höchsten Stufe bin. Und mein Körper wird sich nicht verändern. Ich werde ihm dieselbe Nahrung geben müssen, dieselben Dinge, damit er besteht, damit er lebt. Und zugleich können mein spirituelles Kli mit dem spirituellen Licht (siehe Zeichnung) auf der höchsten Stufe sein, in Dwekut mit dem Schöpfer. Und dieser tierische Körper (siehe Zeichnung) gehört überhaupt nicht zu meiner Arbeit.
Der Mensch muss in seinen Verlangen leben. Sie muss er unterscheiden, sortieren und korrigieren. Man spricht nur über die Verlangen.
Schüler: Du hast dort geschrieben: „ein Licht, das seine Quelle nicht fühlt". Gibt es ein Licht, das seine Quelle sehr wohl fühlt?
Rav: Was heißt „unser Leben auf der niedrigsten spirituellen Stufe"? Jetzt habe ich Verlangen. Sagen wir, ich bin jetzt in der Welt Assija — nicht mein Körper, sondern das „innere Ich". Dann fühle ich meine Verlangen, alle möglichen Verlangen. Diese Verlangen sind nicht auf den Schöpfer gerichtet. Ich kenne Ihn nicht. Ich weiß nicht, wer Er ist, was Er ist. Diese Verlangen werden von etwas Spirituellem belebt.
Ich spreche nicht von den Verlangen, den Bauch zu füllen wie beim Tier. Ich spreche nicht von menschlichen Verlangen, also Geld, Ehre, Wissen. Ich spreche nicht von den Verlangen, die zu diesem Körper (siehe Zeichnung) gehören, den man „Tier" nennt. Es gibt körperliche Verlangen und es gibt menschliche Verlangen. „Körperlich" sind, sagen wir, Essen, Sex, Familie. Und „menschlich" sind, wie wir gesprochen haben, Geld, Ehre und Wissen … „Wissen". Davon spreche ich nicht. Das gehört (siehe Zeichnung) zu meinem Tier.
Die Verlangen (siehe Zeichnung), von denen ich spreche und die in mir als mein innerer Körper mit meinem inneren Leben sind, sind Verlangen, die etwas suchen, das höher ist als das, was das Tier sucht (siehe Zeichnung). Aber es gibt in ihnen kein Verlangen, das auf den Schöpfer gerichtet ist. Ich kenne Ihn nicht, ich fühle Ihn nicht. Deshalb heißt es, dass Er „in der Verhüllung" ist.
Das heißt, ich spreche … (Zeichnung) sagen wir, ich spreche vom Punkt im Herzen. Ich spreche von einem Kli, das so klein ist — es war einmal an den Schöpfer angehaftet und ist jetzt so klein geworden, dass es seine Verbindung zum Schöpfer verloren hat. So weit, dass nur eine minimale Lebendigkeit da ist. Ein Minimum. Das ist es, was er uns erzählt.
Schüler: Warum sagt man manchmal, dass der Machsom sich … …
Rav: Das gehört nicht hierher. Weiter.
Punkt 3
„3) Die gerade beschriebene absteigende Ordnung (Hishtalshelut), das Verlangen zu empfangen zu seiner Endform in dieser Welt zu entwickeln, ist in vier Unterscheidungen (Dalet Bchinot) eingeteilt. Diese Ordnung ist im Geheimnis des vierbuchstabigen Namens des Schöpfers – HaWaYaH –enkodiert. Dies ist deshalb so, weil diese vier Buchstaben, HaWaYaH (Yud-Hej-Waw-Hej)[4], in Seinem Namen die gesamte Wirklichkeit in sich beinhalten, ohne jegliche Ausnahme."
Wer weiß das, und woher weiß man das? Das ist schon im Schöpfungsgedanken verwurzelt. (Zeichnung) Das Licht breitet sich aus und erzeugt aus sich heraus ein Verlangen. Das Licht ist das Erste, das Verlangen ist das Zweite. Im Licht ist also der ganze Plan schon verwurzelt. Und dieser Plan baut das Kli in solchen Entwicklungsformen: 1, 2, 3, 4. Das Licht selbst ist die „Wurzel". In diesen vier Entwicklungsstufen des Lichts … die Wurzel rechnen wir nicht mit, denn das ist das Licht noch vor dem Verlangen. In Jud-Hej-Waw-Hej, in diesem Namen, wird sich uns das Licht enthüllen, das das Kli füllt. (siehe Zeichnung) Hier wird ein Verlangen sein — „ein Verlangen, das bereit ist zu genießen". (siehe Zeichnung) Und damit ist der Prozess der Entwicklung des Kli eigentlich abgeschlossen.
Danach kommt Zimzum Alef und so weiter, als Reaktion. Als Reaktion von unten nach oben, von der Seite des Verlangens. Aber hier (siehe Zeichnung) ist es ein Verlangen, das bereit ist zu genießen. Das heißt, ein von oben her schon fertiges Verlangen.
Deshalb muss man vom Licht aus, wo auch immer es sei, von jedem Ort, an dem Licht ist, vier Etappen durchlaufen. Die letzte Etappe in der Ausbreitung des Lichts wird das Kli sein. Zwischen Licht und Kli muss Jud-Hej-Waw-Hej sein, der Name HaWaYaH. Sonst fühlt das Kli kein Verlangen, fühlt kein Licht, fühlt keine Quelle, und es gibt keine Reaktion. Und ohne Reaktion gibt es kein Geschöpf.
Das alles muss allein dadurch geschehen, dass das Licht am Verlangen arbeitet. (siehe Zeichnung) Hier, im Licht, gibt es schon ein Verlangen — ein „rohes Verlangen". (siehe Zeichnung) Und hier gibt es schon ein „fertiges Verlangen". Das ist es, was er sagt: „Die gerade beschriebene absteigende Ordnung (Hishtalshelut), das Verlangen zu empfangen zu seiner Endform in dieser Welt zu entwickeln," — er spricht vom ganzen Herabsteigen. Egal.
„ist in vier Unterscheidungen (Dalet Bchinot) eingeteilt. Diese Ordnung ist im Geheimnis des vierbuchstabigen Namens des Schöpfers – HaWaYaH –enkodiert. Dies ist deshalb so, weil diese vier Buchstaben, HaWaYaH (Yud-Hej-Waw-Hej)[4], in Seinem Namen die gesamte Wirklichkeit in sich beinhalten." Was heißt „die gesamte Wirklichkeit vollständig"? Die Entwicklung des Verlangens bis zum gewünschten Zustand. Mehr braucht es nicht. Von der Seite des Schöpfers (siehe Zeichnung) ist damit alles zu Ende. Er kann am Geschöpf nichts mehr machen. Der Rest gehört zur Reaktion. Auch hier (siehe Zeichnung), Reaktion. Und der ganze Rest kommt schon aus dem Verlangen selbst.
Wenn hier (siehe Zeichnung), in dieser ganzen Entwicklung, das Licht das Erste ist, dann ist von hier an (siehe Zeichnung) das Verlangen das Erste. Und schon beginnt eine Entwicklung in der Reaktion: Es will sich einschränken, Massachim machen, dem Schöpfer ähnlich werden, Gadlut, Katnut, Zerbrechen — alles kommt … Schon geht das Kli dem Licht voraus, wenn man das so sagen kann.
Zwar geht das Kli dem Licht voraus, aber das gilt, bis es bis zu dieser Welt herabgestiegen ist. (siehe Zeichnung) Das heißt eigentlich, bis es zu dieser Welt herabsteigt … „diese Welt" … bis es die ganze Entwicklung abschließt. AK und Azilut, Brija, Jezira, und diese Welt, das ist schon Assija. Bis es herabsteigt … (siehe Zeichnung) Das kann man eigentlich als das HaWaYaH bezeichnen: die Spitze des Jud; Azilut ist das Jud, das ist das Hej, das ist das Waw und das ist das Hej. Und das ist HaWaYaH. Ein vollständiges HaWaYaH von oben nach unten.
Was heißt das? Damit ist das Geschöpf von oben her, von der Seite des Schöpfers, wirklich fertig. (siehe Zeichnung) Das wurzelhafte HaWaYaH verwirklicht sich schon im Verlangen. Deshalb sagt er: „Die gerade beschriebene absteigende Ordnung (Hishtalshelut), das Verlangen zu empfangen zu seiner Endform in dieser Welt zu entwickeln,” (zurück zur Zeichnung) Und von unten nach oben, wo ein Aufstieg geschieht, geht hier das Kli dem Licht voraus. Deshalb heißt es, dass das Geschöpf die Stufen der Entwicklung bestimmt.
Bevor das Geschöpf fühlt, bevor es das durchmacht und über die ganze Handlung entscheidet — die Handlung selbst macht zwar nicht es, sondern das Licht, aber es will, dass das Licht an ihm wirkt, und darin geht es zusammen mit dem Schöpfer. Bevor es eine solche Entscheidung gibt, geschieht nichts. Das nennt man „das Kli geht dem Licht voraus".
„Im Allgemeinen kommen diese Buchstaben in den Zehn Sefirot zum Ausdruck: Chochma, Bina, Tiferet (oder Seir Anpin), Malchut und deren Shoresh (Wurzel). Das sind die Zehn Sefirot. Warum zehn? Weil die Sefira Tiferet selbst noch sechs Sefirot enthält: Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod und Jessod. Die Wurzel (Shoresh) dieser Sefirot heißt Keter, oft aber wird sie nicht mitgezählt, daher werden sie einfach CHuB TuM (Chochma und Bina, Tiferet und Malchut) genannt. Und sie entsprechen den vier Welten: Azilut, Brija, Yezira und Assija. Die Welt Assija beinhaltet auch diese Welt – Olam haSe. Es gibt kein einziges Geschöpf in dieser Welt, dessen Wurzel nicht in der Welt der Unendlichkeit (Olam Ejn Sof) liegt, das heißt in dem Schöpfungsgedanken, welcher das Verlangen des Schöpfers ist, Seinen Geschöpfen Genuss zu bereiten., wie oben gesagt."
Noch einmal: Wir sprechen über die Verlangen. Wenn man über diese Welt spricht, sind das auch Verlangen. Die letzte Stufe von Assija heißt „diese Welt". Das sind Verlangen, die vom Schöpfer getrennt sind, die die Verbindung verloren haben, die die Quelle verloren haben, woher sie sind. Über den Körper spricht man nicht.
Darin liegt manchmal eine Ungenauigkeit in der Erklärung: Wir sagen „spirituelle Welten", dann „Machsom", dann „diese Welt", und ich zeichne einen Menschen. Das ist nur eine Abkürzung — ihr müsst verstehen, wovon die Rede ist. So weit wie möglich muss man das „Ich" jedes Einzelnen die ganze Zeit von seinem körperlichen Körper trennen, von diesem Eiweißkörper mit seinen existenziellen und menschlichen Verlangen.
Von welchem Verlangen spricht man dann? Man spricht nur von dem Verlangen, das zur Ausrichtung gehört, zum Schöpfer. Nur davon. Der Mensch, der hier ist (siehe Zeichnung) … Ich schreibe, ich zeichne den Menschen mit seinem Körper. Über alles, was wir im Körper haben, sprechen wir nicht. Das nennt man die „eingebildete Welt". Alles, was vom Herzen her mit dem Schöpfer verbunden sein kann — nur darüber (siehe Zeichnung) sprechen wir, nur über diese Verlangen (siehe Zeichnung). Klar?
Sogar bei der Welt Assija oder bei dieser Welt spricht man von den Verlangen in unserem Herzen, die auf den Schöpfer gerichtet sind. Verlangen, die der Körper als körperliche Verlangen entwickelt oder als menschliche Verlangen entwickelt — darüber spricht man nicht. Das gehört zur eingebildeten Welt.
Schüler: Warum dann Verlangen im Plural? Es gibt ein Verlangen zum Schöpfer. Was sind „Verlangen"?
Rav: Diese Verlangen gehören vorläufig zu meiner Existenz, die man „eingebildete Welt" nennt. Sie verschwinden danach. Diese Verlangen müssen … (zurück zur Zeichnung) Das ist die „eingebildete Welt". Diese Verlangen müssen in uns vorhanden sein, damit wir von ihnen ausgehend anfangen, den Punkt im Herzen zu entwickeln.
Bevor du das Spielfeld betrittst, den Ort der Arbeit, musst du eine Existenz haben, von der aus du bestimmst: „Ich will auf das Spielfeld." Auf welches Spielfeld? „Mit meinem Herzen zum Schöpfer hin zu arbeiten." Der Zustand also, bevor du anfängst, mit dem Herzen zum Schöpfer hin zu arbeiten, heißt „eingebildete Welt". So wie die ganze Menschheit in diesem Zustand ist.
In dem Moment, in dem du anfängst, dein Herz auf das Ziel der Schöpfung auszurichten, und dich dabei selbst so fühlst: „Das bist du, das ist das Wichtige"³ — da wird alles Übrige mehr und mehr zum Mittel. Das heißt, du stützt dich darauf, um von dort aus weiterzuspringen, in die Höhe. Aber manchmal fällst du wieder in denselben Zustand zurück, in dem du nur in diesen eingebildeten Verlangen bist.
Schüler: Sind diese Mittel dann eigentlich die „spirituellen Verlangen"? Dieselben Mittel, in dem Moment, in dem ich aufsteige, in dem Moment, in dem …
Rav: Wenn du dein Herz korrigieren willst, ist das Mittel zur Korrektur die Kraft, die von oben kommt und „Tora" heißt: „das Licht in ihr führt ihn zum Guten zurück".
„Es gibt kein einziges Geschöpf in dieser Welt, dessen Wurzel nicht in der Welt der Unendlichkeit (Olam Ejn Sof) liegt, das heißt in dem Schöpfungsgedanken, welcher das Verlangen des Schöpfers ist, Seinen Geschöpfen Genuss zu bereiten. Dieser Gedanke schließt von Grund auf beides, Licht und Gefäß (Or we Kli), ein, das heißt ein gewisses Maß der Lichtfülle, einschließlich des Verlangens, diese Lichtfülle zu empfangen."
Was heißt also „kein Geschöpf, das nicht neu geschaffen wäre"? „Geschöpf" meint die Empfindung meiner inneren, spirituellen Existenz. Auch getrennt vom Schöpfer. Auch wenn ich mich schlecht fühle oder gut, ob ich Ihn rechtfertige oder fluche, egal was — aber in Bezug auf die Spiritualität.
Denn ich bin am Ende der Leiter, die von oben nach unten herabgestiegen ist, aber ich bin immer noch auf der Leiter, am untersten Punkt. Ich habe keine Verbindung zum Schöpfer, ich habe nicht die Empfindung des „Guten, der Gutes tut", ich habe nicht die Empfindung, dass Er da ist. Ich habe eine Verhüllung über Ihm. Ich habe eine Verhüllung darüber, dass Er gut führt. Aber ich habe trotzdem irgendein Verhältnis zu Ihm — das heißt, dass ich ein „Geschöpf" bin. Immer noch ein „Geschöpf".
Wenn ich mich dagegen von dieser Empfindung trenne, dass ich zu Ihm und zum Weg gehöre — auch wenn ich darin nichts fühle, aber ich trenne mich —, dann heißt es, dass ich „ins Tierische falle". Und Baal HaSulam schämt sich für dieses Wort nicht und fürchtet es nicht. Er sagt es so, weil das der Zustand ist: „Tierischkeit". Das heißt, ich bin von der Spiritualität getrennt und werde in jeder Hinsicht zum Tier. Denn es ist in mir nicht das Verlangen, das mit der Leiter der Stufen verbunden ist. „Geschöpf" heißt also der Wille zu empfangen mit dem Licht in ihm, der sich in irgendetwas doch der Leiter zuordnet.
„Diese Lichtfülle kommt dabei unmittelbar aus dem Wesen des Schöpfers, Azmuto Itbarach, als Existierendes aus dem Existierenden (Jesh mi Jesh), während das Verlangen, Fülle zu empfangen, als Existierendes aus dem nicht Existierenden (Jesh mi Ajn), das heißt aus Nichts ganz neu erschaffen wurde (Creatio ex Nihilo)." Das heißt, er befindet sich immer noch in diesem HaWaYaH von oben nach unten. Dagegen verändern sich die Verlangen, die wir als unsere tierischen Verlangen beschreiben — „alle gleichen dem Vieh" —, also die „körperlichen" und die „menschlichen", nicht. Sie gehören nicht zu diesem HaWaYaH. Sie sind, wie sie sind. Der Mensch kann in spirituellen Stufen aufsteigen und wird trotzdem alles wollen, was sein Körper braucht. Sicher werden diese Dinge eine sehr geringe Form annehmen, aber er wird sie trotzdem benutzen müssen, wie eine Notwendigkeit.
„Damit das Verlangen zu empfangen seine endgültige Eigenschaft erreicht, muss es zusammen mit der Lichtfülle in ihm durch die vier Welten absteigen: Azilut, Brija, Yezira und Assija. Dann endet die Schöpfung mit Licht und Kli, genannt Guf (Körper) und „das Licht des Lebens“ darin."
Schüler: Wenn er schreibt: „damit jener Wille zu empfangen zu seiner endgültigen Eigenschaft kommt" — ist damit irgendeine Klärung, eine Entwicklung gemeint?
Rav: „Seine endgültige Eigenschaft" heißt, dass er sich vollständig von der Quelle trennt, so weit, dass man ihn als getrennt beschreiben kann. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Dass er trotzdem zum HaWaYaH gehört, dass dort Licht und Kli sind. Das heißt: Das Kli heißt „Verlangen", und das Licht ist das, was „das Verlangen belebt". Das Licht kommt vom Schöpfer, und das Kli ist ein Ergebnis des Lichts; sie sind gemeinsam herabgestiegen. Aber sie sind gemeinsam zu einem so winzigen Maß gekommen, dass im Verlangen keine Empfindung ist, woher es kommt, und im Licht keine Empfindung, dass es zum Schöpfer gehört. Deshalb heißt es „Körper" und „Leben in ihm". Aber diese Empfindung, „Körper" und „Leben in ihm", ist eine Empfindung der Verhüllung. Und deshalb heißt es, dass er sich immer noch in diesem HaWaYaH befindet, an seinem untersten Ende.
Schüler: Wir sagen, dass wir auch in unserer Welt die Eigenschaft des Gebens sehen können, zum Beispiel in der Natur. Warum also … …
Rav: Unsere Welt ist eine Kopie der spirituellen Welt. Eine Kopie. Das ist etwas anderes. Es gibt eine besondere Materie, ein besonderes Verlangen, das nicht zum Verlangen des Schöpfers gehört; deshalb heißt es „eingebildete Welt", in der wir wie ein Siegelabdruck die spirituelle Struktur in dieser Welt haben. Und eigentlich verändert sich hier nichts. Sicher verändern sich die Dinge in der Menschheit. Und diese Dinge sind dieser Prozess, den die Menschheit durchläuft. Das bringt den Menschen voran.
Aber was voranbringt, ist nicht die Entwicklung der Materie, sondern jener Punkt, der in der Verhüllung ist. Der Punkt, der der letzte auf der Leiter der Stufen ist und von oben nach unten ankommt, beginnt sich von unten nach oben zu entwickeln. Und die Entwicklung dieses Punktes bewirkt auch die Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft⁴, der menschlichen Verlangen. Aber das ist eine äußere Folge. Ohne die Entwicklung hin zum Schöpfer in diesem inneren Verlangen, das das Ende des HaWaYaH ist, gäbe es in dieser Welt überhaupt keine Veränderungen. Alle wären wie Vieh.
Sondern nur, weil in diesem Tier — wenn man „darin" sagen kann, so wie: „Wo kleidet sich die Seele in den biologischen Körper ein?" So etwas gibt es nicht. Das heißt, nur weil es hier ein Verlangen gibt, das zur Entwicklung gehört, ein Verlangen vom Ende des HaWaYaH, verändern sich auch die menschlichen Verlangen, und die menschliche Gemeinschaft, die Gemeinschaft derer, die „dem Vieh gleichen", entwickelt sich, bis dieser Punkt zur Enthüllung kommt, die „Punkt im Herzen" heißt.
Und all diese menschlichen Verlangen sind so ausgerichtet, dass sie diesen Punkt entwickeln, dass sie ihm helfen, sich zu entwickeln. Aber es ist nicht so, dass sie selbst zu „Kelim" werden. Die Verlangen, die sich im Menschen entwickeln — zwar korrigiert er sie gegenüber den Menschen in dieser Welt, aber diese Verlangen sind spirituell. Wie soll man sagen? Er bekommt andere Verlangen. Geld, Ehre, Wissen, mein Verhältnis zu anderen — dass ich sie liebe, sie geringschätze, sie hasse —, das sind unsere menschlichen Verlangen. Nicht sie müssen wir korrigieren.
Das heißt: In dem Moment, in dem der Mensch sich auf den Schöpfer ausrichtet, erwachen hier Verlangen, die zum HaWaYaH gehören. Viel größere, tiefere Verlangen. Verlangen, die spirituell werden, denn in ihnen ist der Schöpfer. Denk nicht, dass dein Verhältnis zum Freund das Einzige ist, was du korrigieren musst, und dass du damit zur Endkorrektur kommst. Überhaupt, überhaupt nicht. Hier werden Verlangen erwachen, die „Klipot" heißen, und die wirst du korrigieren müssen, und mit ihnen wirst du zur Endkorrektur kommen.
Und die Verlangen, die es jetzt zwischen uns und der Menschheit gibt und zwischen uns in der Gruppe, sind keine „Klipot". Warum? Sie sind nicht auf den Schöpfer gerichtet. Deshalb korrigieren wir in der Spiritualität in Wahrheit nicht sie, mit denen man das spirituelle Kli erlangt. Das ist nur Vorbereitung.
Punkt 4
„4) Die Notwendigkeit der absteigenden Entwicklung des Verlangens zu empfangen (Hishtalshelut haRazon lekabel) durch die vier oben genannten Unterscheidungen in den Welten ABYA (Azilut, Brija, Yezira und Assija) wird durch folgendes großes Gesetz der Kelim (Plural von Kli) verursacht, welches lautet: Nur die Ausbreitung des Lichts und sein Rückzug (Hitpashtut we Histalkut ha Or) befähigen das Kli zu seiner ihm eigenen Funktion als Gefäß. Die Erklärung dazu ist: Solange das Kli von seinem Licht nicht getrennt, sondern mit Licht gefüllt ist, wird es vom Licht einbezogen und annulliert sich vor ihm, so, wie eine Kerze vor dem Licht einer Fackel."
Hier kommen wir zum Lernen der gemeinsamen Eigenschaften von Kli und Licht. (Zeichnung) Denn das Licht ist Geben … Ich weiß nicht, was „Licht" ist — dort … Geben, Schöpfer, ausschließlich positiv, das Erste, das Bestimmende. Daraus folgt, dass das Kli, das aus ihm geboren wird — geboren und erschaffen —, unter Herrschaft steht. Und in allem ist das Licht immer das Erste und das Bestimmende. Das darf man nirgendwo vergessen.
Das heißt … und es ist negativ. Warum negativ? Es fühlt sich selbst als nicht vollständig. „Negativ" heißt nicht vollständig und, sagen wir, dem Licht verschuldet — dem Licht verschuldet. Und das bestimmt alles. Das heißt: Bei allen Verlangen, allen Reshimot, allem, was im Kli erwacht ist, soll das Kli wissen, soll der Mensch wissen, dass das Licht vorher da war und alles gemacht hat. Es kommt also so heraus, dass das Licht von innen im Kli wirkt, um Verlangen zu erwecken. Und Verlangen zu Ihm selbst hin.⁵
Wer ist dann „das Kli"? „Das Kli" ist der, der fühlt, dass es jemanden gibt, der ihn erweckt, eine erweckende Kraft, und dass sie vom Schöpfer kommt. Und wozu erweckt Er? Auch zum Schöpfer hin. Wer ist also „das Kli"? Das Kli ist das, was nur fühlt, was es durchmacht. Und was ist die „Störung"? Die „Störung" ist, dass er nicht vereinen kann, dass jemand ihn erweckt und wozu er ihn erweckt. (siehe Zeichnung) Hier ist die Störung … Störungen, fremde Gedanken. So wie Baal HaSulam in „Von hinten und von vorn hast Du mich gebildet" schreibt.
Also, Punkt 4: „Die Notwendigkeit der absteigenden Entwicklung des Verlangens zu empfangen durch die vier oben genannten Unterscheidungen in den Welten ABYA wird durch folgendes großes Gesetz der Kelim verursacht, welches lautet: Nur die Ausbreitung des Lichts und sein Rückzug" — des Lichts, nur des Lichts — das Kli baut. „befähigen das Kli zu seiner ihm eigenen Funktion als Gefäß." Für welche Aufgabe? Zu reagieren in der Art, wie das Licht es erweckt, wie das Licht es so baut, dass es reagiert.
„Das heißt: Solange das Kli sich nicht ein einziges Mal vom Licht getrennt hat" — was heißt „getrennt"? Dass es so fühlt, dass es vom Licht abgetrennt ist. „ist es im Licht eingeschlossen und annulliert" in ihm „wie eine Kerze vor einer Fackel." Und dabei kann es nicht heraustreten und sein Eigenes bestimmen, dass es nämlich fühlt, dass das Licht in ihm wirkt — sowohl in Ausbreitung und Weggehen als auch in der Füllung. Das heißt: Insgesamt muss das Kli selbstständig sein, um festzustellen, dass das Licht es aus allen Richtungen betätigt.
„Diese
Annullierung
resultiert
aus
der
vollständigen
und
absoluten
Gegensätzlichkeit
zwischen
Licht
und
Kli.
Denn
das
Licht
ist
die
Fülle
und
kommt
unmittelbar
von
Azmuto
Itbarach,
dem
Schöpfer,
als
Existierendes
aus
dem
Existierenden.
Und
vom
Standpunkt
des
Schöpfungsgedankens
aus,
in
Ejn
Sof,
ist
das
Licht
voll
und
ganz
auf
das
Geben
ausgerichtet
und
hat
nicht
die
kleinste
Spur
des
Verlangens
zu
empfangen.
Der
absolute
Gegensatz
dazu
ist
das
Kli.
Es
ist
das
große
Verlangen,
die
genannte
Lichtfülle
(Shefa)
zu
empfangen,
was
jeder
neu
entstandenen
Schöpfung
zugrunde
liegt
und
deren
Wurzel
(Shoresh)
ist.
Das
Kli
hat
nichts
mit
dem
Geben
(Hashpaa)
zu
tun.
Indem
sie
unzertrennlich
miteinander
verbunden
sind,
annulliert
sich
das
Verlangen
zu
empfangen
vor
dem
in
ihm
enthaltenen
Licht.
So
kann
das
Kli
seine
Form
erst
bestimmen,
nachdem
sich
das
Licht
zum
ersten
Mal
entfernt
hat
(Histalkut
haOr).
Denn
dann,
nach
dem
Rückzug
des
Lichts,
fängt
das
Kli
an,
sich
nach
diesem
Licht
zu
sehnen.
Diese
Sehnsucht
bestimmt
und
setzt
die
gehörige
Form
des
Verlangens
zu
empfangen
fest.
Nachdem
das
Licht
zurückgekommen
und
sich
im
Kli
eingekleidet
hat,
werden
sie
(Licht
und
Kli)
als
zwei
getrennte
Objekte
betrachtet:
Kli
und
Licht
bzw.
Körper
(Guf)
und
Leben
(Chaim).
Und
richte
dein
Augenmerk
darauf,
denn
dies
ist
das
Tiefste
des
Tiefen."
Das heißt: Insgesamt geschieht eine sehr einfache Handlung. (Zeichnung) Das Licht baut das Kli. Wie? Es macht das Verlangen, aber das Verlangen wird nicht gefühlt. Es füllt das Verlangen — dann fühlt man hier Füllung. Es verlässt das Verlangen — man fühlt Leere. Dann fühlt man das Verlangen. Und dann kehrt es zurück und füllt, und dann fühlt man Genuss.
Welcher Unterschied besteht zwischen Genuss und Füllung? Der Unterschied ist sehr groß. Das Verlangen geht der Füllung voraus, und dann fühlt man wirklich Genuss. Es gibt Füllung und es gibt Genuss. Das sind zwei völlig, völlig verschiedene Dinge. Genuss erlangt man durch Sehnsucht. Klar? Da ist etwas Zusätzliches von der Seite des Kli, das im Verlangen nicht war. Das heißt: Es gibt Verlangen und es gibt Verlangen. Und was ist der Unterschied zwischen ihnen? Die Sehnsucht. Und dann heißt der Unterschied in der Füllung „Genuss".
(Ende des Morgenunterrichts)