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Buch „Schriften des Rabash", Band 2, Artikel „Was bedeutet ‚Kehre um, Israel, bis zum Herrn, deinem Gott', in der Arbeit"
Rav: „Was bedeutet ‚Kehre um, Israel, bis zum Herrn, deinem Gott', in der Arbeit" – das ist ein Gebot, und es ist eigentlich von Anfang an das Ziel. Es muss den ganzen Weg über erfüllt werden, damit man zu seiner Wurzel kommt und es sich in seiner Wurzel vollständig erfüllt, das heißt „bis zum Herrn, deinem Gott". Was heißt „bis zum Herrn, deinem Gott"? Bis alle Eigenschaften des Menschen in der Angleichung der Form zu den Eigenschaften des Schöpfers stehen. Das nennt man Umkehr, das nennt man „Kehre um, Israel". Wer „Jaschar El" ist, geradewegs zum Schöpfer, der muss zu dem Zustand kommen, dass er jeden einzelnen Willen, aus denen seine Seele besteht, dem Schöpfer zurückgibt – das heißt, er erwirbt einen Massach und arbeitet mit diesem Willen in der Absicht, um zu geben.
Alle Willen sind schon im Menschen. Nach und nach, während er einen Massach erwirbt, eine Absicht um zu geben, bringt er sie in dieselbe Form zurück, die der Schöpfer hat. Und das nennt man, dass er „bis zum Herrn, deinem Gott" zurückgekehrt ist. Dadurch wird er in derselben Form, in derselben Gestalt, mit derselben Fähigkeit, mit derselben Erkenntnis, in der sich der Schöpfer ihm zeigt; sie werden zu Partnern einander gegenüber in gleicher Höhe – so wie es über SoN de Azilut geschrieben steht, die in gleicher Höhe stehen, in einem Siwug von Angesicht zu Angesicht, der nicht aufhört. Das ist das Ziel der Korrektur. Und danach, wenn diese ganze Seele korrigiert ist – die Gefäße des Empfangens, die im Menschen sind –, steigt der Mensch zu GaR auf.
Was heißt es, dass er zu GaR aufsteigt? Er steigt schon über seinen Körper hinaus, der Körper ist korrigiert, und er fängt schon an, die Gedanken des Schöpfers zu erkennen, die Willen des Schöpfers, die Absichten des Schöpfers von vor der Zeit, als der Schöpfer sich auf ihn bezog, von vor der Zeit, als der Schöpfer ihn erschuf – und die heißen GaR. Und diese Lichter, die sich in den Gefäßen von GaR offenbaren, heißen auch „Geheimnisse der Tora". Dagegen heißen alle Lichter, die sich in den korrigierten Gefäßen des Menschen offenbaren, „Geschmäcker der Tora" – denn „Adam" nennt man MaH, die sieben unteren Sefirot, Seir Anpin und Nukwa zusammen. Und was oberhalb der sieben unteren Sefirot ist – GaR, Keter, Chochma, Bina –, das sind schon die Geheimnisse der Tora, die Lichter, die sich in Keter, Chochma und Bina offenbaren. Die Lichter, die sich in den sieben unteren Sefirot offenbaren, heißen Geschmäcker der Tora. 3:15
Solange der Mensch also nicht dahin gekommen ist, dass er mit seiner ganzen Seele und all seiner Kraft zum Schöpfer zurückgekehrt ist – das heißt, alle Gefäße korrigiert und sie mit allen Lichtern gefüllt hat, die sich offenbart haben, mit allen Geschmäckern –, darf er die Geheimnisse der Tora nicht berühren. Das ist über ihm, das ist eine höhere Stufe. Und dann steht geschrieben, dass man sie zudecken und gerade nicht enthüllen muss. Wer aber seinen Bauch mit Schas und Poskim gefüllt hat – das heißt, wer sich selbst mit den Geschmäckern der Tora gefüllt hat –, dem ist es schon erlaubt. Seine Stufe ist schon höher, und er kommt auch dazu, GaR zu lernen, die Geheimnisse der Tora, und das nennt man die Grundlagen der Kabbala, die Wurzeln des Empfangenden.
Solange der Mensch also in den Korrekturen ist, bis zum Ende der Korrektur, gilt: Wer die Geschmäcker der Tora enthüllt, dessen Lohn ist sehr groß, und wer die Geheimnisse der Tora zudeckt, dessen Lohn ist ebenfalls sehr groß, weil er nicht in Fehlschläge gerät. Den Teil, zu dem er noch nicht gekommen ist, deckt er zu, und den Teil, den er korrigieren kann, enthüllt er. Und die, die den ganzen Teil der Geschmäcker der Tora schon beendet haben, gehen zum Teil der Geheimnisse der Tora über. Das nennt man „oberhalb des Alters von vierzig" und unter den bekannten, besonderen Gesetzen – wenn er schon den ganzen Massach erhalten hat, alle Eigenschaften der Bina über seinem Willen zu empfangen, über der Malchut.
Dann hat er wirklich die ganze Malchut mit der Absicht, um zu geben, korrigiert. Dann ist er schon zum sogenannten Alter des Stehens gekommen, das heißt, er steht in der ganzen Höhe. „Stehen" heißt, dass er schon – ohne zu empfangen um zu geben – alle seine Gefäße füllt. Und dann, vom Alter von vierzig an, fängt er schon an, zu den Geheimnissen der Tora aufzusteigen, und wird wirklich der Lichter von GaR gewürdigt und erkennt die Absichten des Schöpfers. Vorher gilt: „Das Ziel des Wissens ist, dass wir nicht wissen." Wir können nicht verstehen, nicht erkennen, nicht erfassen, was die Absichten des Schöpfers in der Schöpfung sind.
Nur um das Ohr zu beruhigen, sprechen wir so über sie: Sein Wille ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, deshalb hat Er erschaffen, um Gutes zu tun. Oder: Er hatte den Willen, sich zu offenbaren, in den Unteren zu wohnen, deshalb hat Er sie erschaffen, um sie zu füllen, um einzutreten und sich sozusagen in ihnen zu offenbaren. Aber die Dinge sind nicht … Sogar unsere Gefäße verstehen, dass sie durch diese Antworten keine Füllung bekommen. Das ist es. Diese Antworten werden wirklich erst in den Lichtern von GaR zu Antworten. Und schon die Tatsache, dass wir fragen können, sagt uns, dass wir einmal eine Antwort bekommen werden.
Denn alle Fragen kommen aus den leeren Gefäßen, und die wurden durch das Licht erschaffen, durch die Füllung, die dem Gefäß vorausging. Also wird diese Füllung das Gefäß sicher einmal füllen – das heißt, unsere Antworten werden sich irgendwann füllen. Und das Gebot „Kehre um, Israel, bis zum Herrn, deinem Gott" muss sich in jedem Einzelnen verwirklichen.
Nu, mittendrin – Rabash hat über viele Zustände gesprochen. Was wollt ihr dazu fragen? Gibt es etwas zu fragen? Heute gibt es keine Fragenden. Was?
7:45
Schüler: … wie kannst du … in die Geheimnisse der Tora? Anscheinend gibt es da irgendeine Gefahr – was ist die Gefahr dabei?
Rav: Die Gefahr … Wie kann ich die Geheimnisse der Tora überhaupt berühren, wenn geschrieben steht, es sei ein Verbot, verboten? Dann kann ich es anscheinend. Und wenn ich es kann – wie kann ich es denn? Das sind doch Gefäße von GaR, Lichter von GaR, zu denen ich überhaupt keine Verbindung habe, ja? Das Problem ist: Was da als Verbot geschrieben steht, „verboten", das heißt „unmöglich". Wenn es aber unmöglich ist – warum dann „verboten"?
Sagen wir, es gibt irgendein gefährliches Ding in zwei Meter Höhe, und ich komme an die zwei Meter nicht heran, ich bin ja nur einen Meter siebzig. Ich komme also nicht heran, und dann bitte ich jemanden, dass er es mir holt. In der Spiritualität geht das nicht, ja? In der Spiritualität gilt: Wenn ich nicht hinkomme, dann komme ich nicht hin.
Was heißt es also, dass es trotzdem verboten ist, obwohl man es gar nicht berühren kann? „Verboten" meint die Absicht: Beabsichtige nicht, dorthin zu kommen, es zu berühren – obwohl es dir nicht gegeben ist und du weißt, dass es nicht gegeben ist, du dich aber sozusagen danach sehnst, es sozusagen willst. Man sagt dir: Nein, es ist verboten, das zu berühren, es ist verboten, sich danach zu sehnen. Und sogar wer fortschreitet, muss diese Gefäße und diese Lichter zudecken. Das heißt, er hat die Pflicht, seine Einstellung zu den Geheimnissen der Tora zu korrigieren, indem er sie absichtlich zudeckt. Wir wissen noch nicht, was das ist; diese Korrektur geschieht über dem Verstand. Das heißt: „Verboten" ist „unmöglich".
Und „unmöglich" heißt, dass du diese Handlung des Unmöglichen ausführst: dass du zwar wirklich willst, aber die Handlung ausführst, die „unmöglich" heißt. In der Spiritualität bedeutet jedes Wort eine Handlung, meine innere, seelische Einstellung zu der Sache. Deshalb gibt es das Verbot. Das heißt, dieses Verbot bedeutet auch, dass ich dieses Verbot ausführe, und dadurch wird mein Gefäß vollkommen. Es gibt in mir solche Willen, in denen sich dieses Verbot verwirklichen muss: In diesen Willen muss ich mich gerade zu GaR so verhalten, dass ich nicht berühre und nicht will – obwohl ich will, richte ich meine Einstellung doch so ein, dass ich nicht will, nicht beabsichtige, und dieses GaR vor diesen Willen abschirme. Das ist eine Korrektur. Es ist nicht so, dass ich mich überhaupt nicht dazu verhalte – so etwas gibt es in der Spiritualität nicht.
Ja.
10:37
Schüler: Genau nach dieser Einstellung frage ich. Wenn ich mir heute vorstelle, dass Dwekut mit dem Schöpfer ein Genuss ist – dann darf ich sozusagen überhaupt nicht daran denken, weil das die Absicht zerbricht. So habe ich es gehört.
Rav: Nein.
Schüler: Nein?
Rav: Dwekut mit dem Schöpfer ist ein Genuss – so denkst du, und so ist es auch wirklich. Nur ist es nicht der Genuss, den du dir jetzt vorstellst, sondern ein Genuss auf einer völlig anderen Ebene und in einem völlig anderen Sinn, den wir uns jetzt leider nicht vorstellen können – dass es solche Genüsse geben kann. Denn die Genüsse, die wir uns wirklich vorstellen, sind von anderer Art. Es gibt keine Worte dafür, was ein Genuss vom Geben ist. Und nicht einmal Genuss vom Geben – sondern das Geben ist die Folge, das Mittel zum Genuss, dem Schöpfer ähnlich zu sein. Das ist es.
Ja.
Schüler: Gab es Kabbalisten, die dieses Gesetz gebrochen haben, die die Geheimnisse der Tora doch vor ihrer Zeit berührt haben?
Rav: Ob es Kabbalisten gab, die dieses Gesetz gebrochen und die Geheimnisse der Tora berührt haben, bevor ihre Zeit gekommen war, bevor sie Korrekturen bewirkt hatten? Was ist dir daran wichtig? Nu, ich will nicht darauf eingehen, weil wir darüber nicht urteilen können. Und dann kämen auch noch Fragen: Wie haben sie es gemacht, und warum haben sie es gemacht, und warum hat der Schöpfer es gemacht, und wo ist da die allgemeine Führung, und von ihrer Seite – ob sie sich geirrt haben oder nicht geirrt haben. Es gibt viele Geschichten, und diese Geschichten sind auch nicht auf unserer Stufe zu verstehen. Verstehst du.
Das Problem ist: Warum gehen wir über dem Verstand, um von Stufe zu Stufe aufzusteigen? Weil der Verstand einer höheren Stufe wirklich das Gegenteil meines Verstandes ist. Ich bin also einfach nicht fähig, über solche Stufen zu urteilen, verstehst du. Sondern das nennt man „das Ohr beruhigen", das Ohr beruhigen – das heißt, dir einstweilen ein bisschen Geschmack zu geben, damit du weitermachst. Weißt du, so wie man irgendein Märchen erzählt, solche Geschichten für Kinder, damit sie groß werden – und wenn sie dann groß sind, sehen sie, dass es ein bisschen anders ist. Aber einstweilen können sie mit ihrem Verstand nicht alle Verhältnisse und alle Dinge verstehen, die es in der Welt gibt; also macht man es ihnen einfach, ihrem Verstand gemäß, und daran wachsen sie.
So ist es auch für uns: Wir sollen diese Fragen nicht ernsthaft behandeln. Dass es Fragen gibt, ist gut. Wir müssen verstehen, dass jede Frage ein Mangel ist, dessen Füllung vielleicht nicht auf unserer Stufe liegt, sondern viele Stufen höher. Dann lautet die Frage: Wie kann es sein, dass sich in mir ein Mangel offenbart, dessen Füllung vielleicht zehn Stufen weiter liegt? Was heißt das also, dass er sich mir jetzt offenbart, ja? Auch das ist keine Frage, denn ich muss daraus lernen … dass ich in Wahrheit von vornherein einen Mangel zur allerhöchsten Stufe haben muss – nur in ungeklärter Form, aber einen Mangel doch. 14:10
Ich sage es dir anders: Es muss ein Mangel zum Zustand von Ejn Sof da sein – aber im Maß meiner Stufe, und doch zum Zustand von Ejn Sof. Denn auf jeder einzelnen Stufe offenbart sich Ejn Sof, nur in einem bestimmten Maß: klein, größer, noch größer – aber Ejn Sof offenbart sich, verstehst du. Deshalb ist es völlig in Ordnung, dass ich Fragen gegenüber dem höchsten Ort habe, das ist normal – denn schon jetzt muss ich mich nach Ejn Sof sehnen.
Eigentlich bin ich schon jetzt in Ejn Sof, und nur ein sehr, sehr kleines Maß davon offenbart sich mir – aber in allen Einzelheiten, ja? In allen Einzelheiten, nur sehr, sehr eingeschränkt, und zwar in allen Einzelheiten gleichmäßig eingeschränkt. Und wenn sich mir die allerkleinste Stufe von Ejn Sof offenbart, dann offenbart sie sich in allen Einzelheiten, die es in Ejn Sof gibt – nur so unklar, dass es mir wie etwas sehr, sehr Kleines erscheint, so etwas sehr Verschwommenes. Aber unendlich. Deshalb gibt es die Fragen den ganzen Weg entlang und bis zum Endziel, sogar auf der allerkleinsten Stufe.
Ja.
15:37
Schüler: Wir lernen, dass wir nach dem Zerbrechen der Gefäße ein System von Korrekturen haben: Galgalta, Galgalta we Ejnaim von ACHaP. Hängt das, worüber wir jetzt sprechen, mit der letzten Korrektur des ACHaP im ACHaP zusammen?
Rav: Du fragst so: Wenn wir sagen, dass wir beim Zerbrechen der Gefäße auch Gefäße von Lew haEwen haben, ACHaP de ACHaP, die man nicht korrigieren kann – sondern indem wir sie zudecken, kommen wir zu ihrer Korrektur, und danach bekommen wir wirklich einen Massach auf sie und arbeiten mit ihnen, um zu geben –, ist damit gemeint, dass dieses Lew haEwen die Gefäße sind, in denen wir die Lichter von GaR erwerben und zu den Geheimnissen der Tora und zur Absicht des Schöpfers kommen? Ja, und mehr noch. Ja, und mehr noch; auch darin steckt noch ein bisschen … Sagen wir, ja. Sagen wir, ja.
Das achte, neunte und zehnte Jahrtausend – das ist der Abstieg von Azilut an den Ort der Welten Brija, Jezira und Assija. Das ist der Eintritt des Lew haEwen in die Arbeit, schon zur Korrektur. Ja. Aber da steckt noch mehr drin; sagen wir, es ist so. Das heißt, deine Frage lautet: Ist das, dass ich auf jeder einzelnen Stufe nicht mit Lew haEwen arbeite, das, was man „die Geheimnisse der Tora zudecken und sie nicht berühren" nennt? Auch das. Auch das.
Ja.
Schüler: Ich verstehe nicht: Wenn es unmöglich zu erreichen ist, warum ist es dann so gemacht?
Rav: „Unmöglich" heißt nicht, dass ich nicht trotzdem hinkommen will.
Schüler: Nein – es ist verboten, dorthin zu kommen.
Rav: Nein, „verboten" meint, dass du dich diesem Verbot entsprechend einrichten musst. „Verboten" nennt man eine Bedingung: dass meine korrigierte Einstellung zu diesen Gefäßen oder zu diesem Zustand eine solche ist, dass es verboten ist. Was heißt „verboten"? Dass ich solche Korrekturen erwerben muss, dass ich selbst – sogar wenn es erlaubt wäre – festlege, dass es verboten ist. Ich trete gegenüber diesen Dingen an die Stelle des Lehrers. Das ist es. Und dann heißt es, dass ich mich korrigiert habe, dass ich mir eine solche Einstellung zu diesen Gefäßen erhoben habe.
Schüler: Werden also all diese Einschränkungen eigentlich als Beispiel von oben nach unten gegeben?
Rav: Alle Einschränkungen werden von oben nach unten als Beispiel gegeben, damit wir dieselben Einschränkungen von unserer Seite machen, auch wenn es erlaubt ist. Und das nennt man, dass ich wirklich korrigiert bin. So wie der Schöpfer keinerlei Grenze hat und die Einschränkung an sich selbst macht, sich selbst einschränkt – obwohl das für die Kedusha sehr, sehr schwer ist –, und Er tut es, um mir zu ermöglichen, zu demselben Zustand zu kommen. Wenn auch ich mich zu derselben Stufe verhalten will wie Er, muss auch ich meinen Willen zu empfangen einschränken, so wie Er die Kedusha oder das Licht einschränkt. Ich muss den Willen zu empfangen, das Gefäß, im Verhältnis zu dieser Stufe so einschränken, dass ich es selbst tue, auch wenn der Schöpfer nicht da ist. Ich bin zu der Entscheidung gekommen, dass diese Sache die vollkommenste ist, und dann wird festgestellt, dass ich auf dieser Stufe im Aspekt von Ejn Sof bin.
Erst einmal ist die Stufe Vollkommenheit. Meinen Gefäßen entsprechend ist das die Offenbarung von Ejn Sof mir gegenüber. Ein Teil des Endzustands – aber eben ein Teil; woher soll ich wissen, welcher Teil. Für mich ist es das Vollkommene. Deshalb ist jede Stufe in der Spiritualität, jeder Zustand in der Spiritualität, vollkommen.
Ja.
19:55
Schüler: Er schreibt hier auf Seite 130, Zeile … Er sagt: „Anders ist es, wenn der Mensch sich in der Zeit des Aufstiegs befindet und dann denkt, dass er die Hilfe des Schöpfers schon nicht mehr braucht, weil er jetzt eine Grundlage des Gefühls hat, die bei ihm ‚Wissen' genannt wird." Warum sagt er, dass das ein Aufstieg ist, wenn doch …?
Rav: „Anders ist es, wenn der Mensch sich in der Zeit des Aufstiegs befindet" – er legt nicht fest, was ein Aufstieg ist: nach dem Gefühl, nach dem wahren Zustand oder nach dem, was dem Menschen so scheint. Gleich werden wir sehen, ob er von einem Menschen nach dem Machsom spricht, bei dem der Aufstieg dann im Empfangen um zu geben besteht. Dann sind mein Genuss und die Absicht des Aufstiegs einem anderen Bewusstsein gemäß als jetzt beim Aufstieg, richtig? Sehen wir mal. „Anders ist es, wenn der Mensch sich in der Zeit des Aufstiegs befindet und dann denkt, dass er die Hilfe des Schöpfers schon nicht mehr braucht" – daran sehen wir schon, dass es eine Sache des Gefühls ist und nicht wahr. Das heißt, er hat irgendeine Art von Füllung bekommen und braucht den Schöpfer nicht, weil sein Gefäß sich mit der Füllung zufriedengibt. Das ist also nicht jenseits des Machsom, das ist unterhalb des Machsom. Denn jenseits des Machsom ist seine Füllung die Verbindung mit dem Schöpfer, und unterhalb des Machsom ist seine Füllung danach bemessen, wie weit sein eigenes Gefäß leer oder voll ist.
Unterhalb des Machsom prüfe ich mein Gefäß, oberhalb des Machsom prüfe ich Sein Gefäß (der Rav zeigt nach oben) – wie viel ich Ihn gefüllt habe, nicht mich. Das ist der Unterschied: unterhalb des Machsom zu sein oder oberhalb des Machsom. Hast du es erfasst, oder?
Schüler: Es kommt sozusagen umgekehrt heraus.
Rav: Sicher kommt es umgekehrt heraus. Es kommt darauf an, wo ich bin, wo mein Herz ist: in meinem Bauch, wie voll mein Bauch ist – oder im Schöpfer, wie sehr ich Ihn gefüllt habe. Also: „Anders ist es, wenn der Mensch sich in der Zeit des Aufstiegs befindet und dann denkt, dass er die Hilfe des Schöpfers schon nicht mehr braucht, weil er jetzt eine Grundlage des Gefühls hat" – ja, er hat sich gefüllt, und gepriesen sei der Schöpfer, was brauche ich noch? Lass den Schöpfer, gib mir Füllung, ich brauche Ihn nicht – „die bei ihm ‚Wissen' genannt wird". Davon weiß ich, das ist, was ich habe, das ist meins. „Das heißt, jetzt weiß er, auf welches Ziel hin er arbeitet. Seine Arbeit ist schon nicht mehr über dem Verstand" – ja? Er und sein Herz und seine Absichten, alle sind in seinem Bauch, in seinem Gefäß. „Weil er schon eine Grundlage hat, auf die er sich stützen kann." Ja? Ich habe mich gefüllt, fertig. „Das heißt, auf dieses Gefühl, dass er fühlt, dass dieser Zustand gut für ihn ist. Und auf dieser Grundlage bestimmt er die Arbeit. Dann wirft man ihn sofort von oben hinunter und fragt ihn sozusagen: ‚Wo ist deine Weisheit, von der du gesagt hast, dass du schon weißt, worauf die Arbeit gestützt ist?'" Ja? Und so weiter.
Das heißt, damit lehrt man den Menschen, dass man die Absicht niemals verlassen darf – die Verbindung mit dem Schöpfer und die Prüfung in Ihm, im Schöpfer: wo ich dort bin und was ich fülle. Sich davon abzutrennen ist verboten, behüte und bewahre, und in die eigene Muschel hineinzuschauen. So also lehrt man ihn.
23:44
Schüler: Auch in unserem Zustand?
Rav: Wie lehrt man? Einerseits füllt man ihn und bringt ihn gerade dadurch zu Fall: Ja, hör auf mit dem Schöpfer, wozu brauchst du jetzt den Schöpfer, du hast doch alles. Ja? Und wenn er das wirklich verlässt, fängt man an, ihn im Gefühl herunterzubringen. Er fällt und fühlt wirklich, dass es ihm bitter ist, dass es ihm schlecht geht, und dann fängt er an, zum Schöpfer zu schreien. Er erneuert die Verbindung mit dem Schöpfer durch den Schrei, steigt dann nach und nach wieder zur Verbindung mit dem Schöpfer auf, füllt sich, verlässt den Schöpfer, wird wieder im Gefühl heruntergebracht, schreit wieder – bis er den Verstand dafür bekommt, dass die Verbindung mit dem Schöpfer meine Füllung sein muss, meine Befriedigung, und nicht, wie viel ich in meinem Gefäß habe. Das heißt, er fängt an, das Gefäß des Schöpfers zu fühlen: was er gibt, was er füllt, in Ihm – „denn in Ihm freut sich unser Herz". Und so weiter.
Ja.
Schüler: Es sieht so aus, als gäbe es in unserem Zustand eigentlich keine Aufstiege und Abstiege.
Rav: Auch in unserem Zustand gibt es Aufstiege und Abstiege, warum nicht?
Schüler: … in unserem Zustand Aufstiege und Abstiege?
Rav: Nu, einmal habe ich mich gut gefühlt, einmal schlecht. Einmal habe ich mich mit dem Schöpfer verbunden gefühlt, einmal abgetrennt vom Schöpfer. Einmal habe ich gefühlt, dass ich Ihn brauche, einmal habe ich gefühlt, dass Er mir wichtig ist. Ich habe also all diese Unterscheidungen. Ja? Jetzt muss ich sie zusammen ordnen, ja? Wie das ist, dass man das „mein Ich", „meine Welt" nennt. Da gibt es also das Ich, das genießen will; das Ich, das sich zum Schöpfer verhält; den Schöpfer, der mir wichtig ist oder nicht; ob ich Ihm gebe oder nicht gebe; ob ich zur Abtrennung bereit bin oder dazu, Ihn zu verbinden, oder nicht, und so weiter. Das heißt, der Mensch muss schon anfangen, sich damit auseinanderzusetzen, diese Verbindung und diese Einstellung zu leben. Das ist es.
Schüler: Und was sind dann jenseits des Machsom die Aufstiege und …?
Rav: Nun, der Schöpfer ist ein bisschen verborgener, verschlossen, ja, undurchdringlich, ja? Also, du hast Freunde – macht solche Übungen mit ihnen. Bei ihnen wirst du es sicher sehen, sehr schnell: ob du an sie denkst oder nicht, ob es dir wichtig ist, was du in ihnen füllst, oder nicht, was du denkst – ob es ihnen gut gehen soll oder dir –, wie viel dir das wert ist, ob es dich stört oder nicht, ja. Dann wirst du sofort sehen, dass du die Größe des Ziels brauchst – dass du ohne sie alle Freunde wirklich in den Mülleimer wirfst. Sofort fängst du an zu fühlen, dass du nicht dazugehörst; sofort hast du eine klare Unterscheidung, was dir fehlt – wenn du auf dem Weg vorankommen willst. Und wenn nicht, dann weißt du wenigstens, dass du nicht willst. Das ist ein sehr nützliches Labor.
26:45
Schüler: Wie kann ich dieses Spiel sozusagen nach außen bringen … … wenn es keinen Brennstoff in der Arbeit gibt?
Rav: Die Prüfung nicht verlassen – was mit mir geschieht. Die Prüfung nicht verlassen. Das ist sehr schwer, das ist eine sehr große Anstrengung für den Verstand. Denn der Verstand kann nur unter der Bedingung in der Arbeit sein, dass ihm etwas fehlt. Wenn aber schon nichts fehlt, sieht er nicht, dass er sich davon füllen könnte. Der Verstand arbeitet nicht in diese Richtung. Und wenn er nicht in diese Richtung arbeitet – wie kann ich ihn dann in Gang setzen? Wenn ich keinen Mangel habe, kann ich den Verstand nicht in Gang setzen, denn der Verstand kann von vornherein nur arbeiten, wenn ich einen Mangel nach dieser Sache habe. Also brauche ich Werbung: dass alle reden und reden und reden, dass diese Sache wichtig ist – dann werde ich sie suchen. Und ich werde denken, dass sie mir fehlt.
Ja.
Schüler: Was ist aber diese Prüfung, wenn ich mich von außen anschaue? Einerseits soll ich den Zustand fühlen – du sagst uns, man dürfe nie vor dem Zustand fliehen, den man fühlt. Andererseits soll ich mich sozusagen von außen sehen, als wäre ich es nicht. Wie kann man das machen? Wie kann man aus sich selbst heraustreten? Trotzdem …
Rav: Aus mir selbst herauszutreten schaffe ich, wenn ich in den Schöpfer eintrete. Es gibt nichts außer zweien: entweder der Bereich des Menschen oder der Bereich des Schöpfers. Ja? Das ist es. Wenn der Mensch festlegt, dass sein Bereich der Bereich der Vielen ist – der Bereich der Vielen ist nicht gut, weil ich viele Willen habe und alles Mögliche, und jeder zieht zu sich selbst, mit der Absicht für sich selbst, und das war's. Ja? Und dann werde ich zu Geld, Ehre, Wissen, Begierden geworfen, zu allem Möglichen, dies und das und jenes – das nennt man den Bereich der Vielen. Ja? Oder ich habe den Bereich des Einzelnen, nur den Willen zu füllen, Seinen Willen. Der Bereich der Vielen, das nennt man die Welt Azilut.¹ Wenn man sicher und immer nur im Willen ist, den Schöpfer zu füllen, dann heißt es, dass man in der Welt Azilut ist, oberhalb der Parssa. Und wenn man so lala ist, dann sind das die Welten BYA.
Ja.
29:32
Schüler: Hängt das nicht mit der Arbeit in drei Linien zusammen?
Rav: Nu, wozu sich verkomplizieren?
Schüler: Nein, aber das ist …
Rav: Wichtig, nu und? Es hängt mit der Arbeit in drei Linien zusammen. Was …?
Schüler: Weil wir sagen, dass das Geschöpf eigentlich die Absicht ist.
Rav: Ich will nicht darauf eingehen, das verkompliziert uns. Ich habe es gern, mit etwas in der Hand hinauszugehen. Ich empfange gern, nu. Man geht aus dem Unterricht, und etwas ist schon geblieben. Manchmal ist es gut, in Verwirrung hinauszugehen – aber wenn man entscheidet: Heute muss ich aus dem Unterricht in Verwirrung hinausgehen, dann gehe ich wirklich in die Verwirrung. Das ist gut. Nein, nein, so ist es, richtig. Aber jetzt, wo ich alles erklärt habe, will ich es nicht auslöschen.
Schüler: Nein, du fragst doch, wie man heraustreten kann. Wie man heraustreten kann, wie man darauf schauen kann.
Rav: Nu. Ja.
30:31
Schüler: Also, auf Seite … Zeile, wenn es geht: „Deshalb hält er sich in der Regel selbst für vollkommen, und wenn er auf seine Freunde schaut, sieht er ihre Mängel, dass sie nicht in Ordnung sind – er dagegen schon." … … Das ist alles Körperlichkeit, und es gibt nur eine einzige Tür, durch die der Mensch aufsteigt … …, und das ist die Liebe zu den Freunden. Und über die Liebe zu den Freunden wird viel geschrieben, in vielen Artikeln, mit vielen Worten. Was muss jetzt, im gegenwärtigen Zustand unserer Gemeinschaft, das sein, worauf sich der Mensch konzentriert, dass … …?
Rav: Ich brauche nur eine einzige Sache. Das ist nicht „jetzt" und nicht „später", und nicht „heute" und in einem Monat anders. Es wird dieselbe Arbeit sein: die Größe des Ziels, die Größe der Verbindung mit dem Schöpfer. Das ist das Einzige, wofür es sich zu leben lohnt und wofür es sich lohnt, mit allem zu bezahlen. Wie du gesagt hast: gibt die Nefesh, ja? Was hast du dort am Schabbat gesagt, beim LeChaim? Wie steht es geschrieben? Das ist es. Du hast es in der Tasche. Schön.
Schüler: Weil er dem Heiligen, gepriesen sei Er, nichts zu geben hat außer seiner Nefesh.
Rav: Das ist es. Ich habe schon alles gegeben, ich habe gesehen, dass das alles nichts ist, dass es nicht einmal mir gehört; ich habe nur die Nefesh, die gehört mir. Also gebe ich sie. Und das ist es, was die Gemeinschaft mir liefern muss. Alles fängt mit der Wichtigkeit des Schöpfers an und hört damit auf, denn unser ganzer Weg hat das Ziel zu Ihm hin.
Wenn Er mir also nicht wichtig ist, wende ich mich in alle 359 Grad, außer in diesen einen Grad, außer in diese eine Richtung. Im Kreis gibt es 360 Grad, und nur eine Richtung führt zu Ihm. Alle übrigen Richtungen sind mein Bereich der Vielen: dass ich mich hinwende, um alle möglichen Wünsche und Begierden und Sehnsüchte und Mängel von mir zu füllen. Ja? Das ist es. Was brauche ich also von vornherein, wenn ich vom zentralen Punkt aus zu Ihm hinausgehen will? Ich bin im zentralen Punkt, im Lew haEwen, im Punkt in meinem Herzen. Wenn ich zu Ihm kommen will, muss ich jetzt das Ziel erfassen.
Und ich werde es nur dann in meinem Bewusstsein, in meiner Aufmerksamkeit, in meiner Konzentration erfassen, wenn es mir wichtig ist. Und wie kann es wichtig sein? Wichtig kann es nur dann sein, wenn die Gemeinschaft mir sagt, dass es wichtig ist. Tausendmal soll sie mir sagen, dass es wichtig ist – denn ich sehe es nicht als wichtig an. Ich werde es nie suchen, denn wie soll man etwas suchen, wenn man es nicht sieht, nicht fühlt, nicht riecht? Die Gemeinschaft muss mir das geben.
Das ist also der Anfang und das Ende der Arbeit, hier ändert sich überhaupt nichts. Die ganze Zeit die Wichtigkeit des Schöpfers zu erhöhen – und das über alle Stufen hinweg. Sowohl in dieser Welt als auch in der kommenden Welt. Es gibt nichts außer dem; nur hast du jedes Mal andere Arbeitsweisen: vor dem Machsom, nach dem Machsom. Gefäße des Gebens nach dem Machsom, Gefäße des Empfangens nach dem Machsom. Das ist verschieden. Aber das ist schon eine Handlung, nachdem ich die Größe des Schöpfers erlangt habe. Bevor ich die Größe des Schöpfers erlange, gibt es nichts zu reden, dann bin ich gar nicht in dieser Richtung. Ich muss den Norden erfassen, danach fliege ich dorthin. Das kommt zuerst. Das kommt zuerst.
Weißt du, ein Flugzeug steht auf dem Boden. Das ist ganz einfach – ich habe mich jahrelang bei der Luftwaffe damit beschäftigt: Ein Flugzeug steht auf dem Boden. Es weiß nicht, wo Norden ist, wo Süden, es weiß gar nichts. Der Pilot sitzt in der Kabine und weiß nicht, wo er ist. Auch die Richtungen kennt er nicht, aber er weiß überhaupt nichts: Er ist in irgendeiner dreidimensionalen Sphäre und weiß nichts über sie. 35:40
Wie also – lohnt es sich für ihn zu fliegen? Nein. Warum? In diesem Zustand lohnt es sich für ihn, auf der Stelle stehen zu bleiben, denn mit jeder Bewegung um einen Millimeter kann er schon in weiß nicht was hineingeraten. Zuerst muss er also prüfen, wo das Ziel ist, auf das hin er sich jetzt bewegen soll, ja? Also erfasst man den Norden. Man erfasst den Norden – das heißt, das ist das Ziel, auf dieses Ziel hin arbeite ich jetzt –, und dann fängt man an, sich zu bewegen.
Nun ist dieses Ziel verborgen, der Schöpfer ist verborgen. Was die Angleichung der Form ist, weiß ich überhaupt nicht, sie zieht mich nicht an, ich weiß es nicht, ich habe dieses Problem gar nicht. Die Gemeinschaft muss mir diesen Mangel bringen. Ich – der Punkt in meinem Herzen – fühle nur, dass mir etwas fehlt; aber was mir fehlt, das müssen dem Punkt im Herzen die ersten neun erzählen, ja? Und der Malchut müssen die ersten neun sagen: „Das ist es, was dir fehlt." Das ist es. Und diese ersten neun sind die Gemeinschaft mir gegenüber. Und nichts außer dem wird mir helfen.
Wenn sie mir das nicht liefern, muss ich eine andere Gemeinschaft suchen. Entweder organisiere ich sie so, dass sie mir die Wichtigkeit des Ziels liefern, oder ich muss sie verlassen und eine andere Gemeinschaft suchen, die schon etwas von der Wichtigkeit des Ziels hat. Oder es gibt keine – dann bringe ich es in sie hinein, und sie werden hören, dass das wichtig ist und dass man daran arbeiten muss. Das ist es. Oder: Diese Gemeinschaft passt nicht zu uns, komm, suchen wir eine andere Gemeinschaft, ich bin mit euch dabei, jalla. Wenn du einen Mangel danach hast, die Gemeinschaft nur auf dieses Ziel hin zu verbessern, bin ich mit dir, komm, gehen wir. Versuchen wir es hier, und wenn nicht, dann gehen wir eben. Ich sage das im Ernst.
Ja.
37:42
Schüler: Wie weiß ich, ob ich der Gemeinschaft die Größe des Ziels gebe? Sagen wir, ich habe irgendeinen Gedanken, etwas so zu machen, dass daraus die Größe des Ziels entsteht – wie prüfe ich, ob das funktioniert, ob es auf die Gemeinschaft wirkt? Vielleicht mache ich es nicht gut.
Rav: Hier steht geschrieben: „Alles, was in deiner Hand, in deiner Kraft ist zu tun, das tu." Nur darauf bezieht sich das. Es steht nicht einfach so da: Tu, was dir gerade einfällt, sondern es steht in Bezug darauf: Alles, was in deiner Hand, in deiner Kraft ist zu tun, das tu, um die Wichtigkeit des Schöpfers zu vergrößern. Das ist es.
Ja. Gut, wir müssen unserem Vertreter in Moskau Schalom sagen, ja. Gut, bereite dich auf … auf meinen Besuch vor, und … du kommst schon zu Pessach zurück.
Schüler: Ja.
Rav: Mit dem großen Koffer, alles in Ordnung. Viel Erfolg.
Schüler: Gut, „alles, was in deiner Kraft ist zu tun" – das ist bekannt, Rav. Vielleicht wird die Zeit einfach vergeudet. Vielleicht vergeht die Zeit auf nicht effektive Weise?
Rav: Ja, richtig. Das … das hängt davon ab … denn von uns hängt nur die Verkürzung der Zeit ab, ja, die Einschränkung der Zeit, das heißt … wie soll man das sagen? Die Zeit einzuschränken, die Zeit zu raffen, ja? Das ist es. Die Zeit zu komprimieren, sagen wir, sie zusammenzupressen, ja? Und umgekehrt: Unsere Nachlässigkeit wirkt auf die Verlängerung der Zeit hin. Nur darum geht es, richtig. Also, was fragst du?
39:59
Schüler: Wie weiß ich, dass ich sie nicht vergeude?
Rav: Wie du weißt, ob du die Zeit vergeudest oder nicht vergeudest? Wenn du jedes Mal in Begeisterung gegenüber dem Schöpfer bist – gemäß dem Wissen, dass du mit Ihm verbunden sein willst, und nicht gemäß dem Gefühl „mir geht es gut", wie er hier gesagt hat, ja? Wenn für dich der Aufstieg die Verbindung mit dem Schöpfer ist und nicht das Gefühl der Füllung, dann heißt es, dass du richtig handelst. Und dann ist die Arbeit … Wenn das Gefühl des Schöpfers für dich die Füllung ist, dann ist jetzt die Frage, ob das wirklich das Gefühl des Schöpfers um zu empfangen ist oder um zu geben. Wenn es um zu empfangen ist, dann kann ich mich ein wenig beruhigen – als fehle mir nichts mehr, mir geht es so gut mit diesem Gefühl des Schöpfers.
Wenn es aber das Gefühl des Schöpfers ist, bei dem ich schon ein wenig an Ihn denke, um zu geben, dann muss bei mir sofort das Gefühl des Mangels da sein: Was gebe ich? Was gebe ich, wie gebe ich? Fühlt Er mich wirklich? Und so weiter. Dann fängt schon ein anderes Gefäß an … du fängst an, in dir das Gefäß zu fühlen, in dem Er ist. Und dann schließt sich dieses Gefäß dem Punkt in deinem Herzen an. Denn der Punkt in deinem Herzen ist ein fremder Punkt inmitten des Herzens, das nennt man „den Aspekt Israel", und das Herz heißt „Völker der Welt". Und Israel ist nicht von dieser Welt, das ist Galgalta we Ejnaim, Gefäße des Gebens, die nicht zu den Völkern der Welt zählen.
41:51
Schüler: Das ist sozusagen meine Prüfung an mir selbst – was ist aber mit den Freunden … … die richtige Einstellung innerhalb der Gemeinschaft … … Wenn meine Zukunft davon abhängt, was ich in die Gemeinschaft hineinbringe: Wie weiß ich, ob ich das Richtige in sie hineinbringe?
Rav: Du fragst, welche Handlungen gegenüber der Gemeinschaft von deiner Seite sicher gut sind, damit du die Gemeinschaft nicht zu Fall bringst – auch auf egoistische Weise kann das ja auf mich zurückkommen, wer weiß wie. Wenn ich mich selbst irre, irre ich mich, nu, das geht irgendwie noch, mit der Gnade des Schöpfers. Aber wenn ich tausend Menschen in die Irre führe, dann kommt alles auf mich zurück, und wie. Ist das die Frage?
Schüler: Oder ich tue einfach nichts Nützliches.
Rav: Nichts zu tun ist so, als würdest du in die Irre führen. Darüber schreibt Baal HaSulam, und da gibt es für uns nichts zu reden. In „Matan Tora" schreibt er das ganz klar. Wie kann es also sein, dass ich sie in die Irre führe oder nicht in die Irre führe? Wenn ich ihnen irgendeine Begeisterung gebe, die nicht aus der Größe des Schöpfers kommt, sondern aus allen möglichen anderen Dingen, dann ist das ein Zeichen, dass ich sie in die Irre führe.
Jetzt ist die Frage: Darf ich also kein einziges Wort sagen außer „Der Schöpfer ist groß, Gott ist groß"², das … so werden wir hier reden: „mit Hilfe des Schöpfers", „gepriesen sei der Schöpfer", dies und das … Sollen wir nur so reden? Nein. Sondern allen Freunden muss klar sein, dass meine ganze Einstellung zu ihnen aus der Größe des Schöpfers kommt, die ich in ihnen haben will und in mir und in der Gemeinschaft. Sonst hätte ich mich nicht an sie gewandt und nichts von ihnen verlangt, und überhaupt wäre ich selbst gar nicht hier.
44:23
Schüler: Wie wird das klar?
Rav: Dass sie es fühlen, das ist es. Dass sie es fühlen, ganz einfach. Es muss nicht einmal in Worten sein, nein. Sondern in dem, was man dort an die Wand schreibt oder über Telefone weitergibt – auch das ist völlig in Ordnung. Aber du verstehst: Es muss eine Übertragung der Kraft der Begeisterung sein, irgendeine Art von Übertragung des Gebens aufeinander – dass ich, ob ich will oder nicht will, meine Einstellung zum Schöpfer sozusagen über ihn ausbreite, ja? So, und er fühlt es.
Ja …
45:23
Schüler: … nach all diesen Dingen, die wir gehört haben: Woher soll dem Menschen der Mangel kommen, in der Gruppe zu sein? Denn …
Rav: Den Mangel, in der Gruppe zu sein, hat der Mensch nicht, und von selbst kommt er auch nicht. Er kommt nur unter der Bedingung, dass die Gruppe selbst dem Menschen zeigt, wie sehr er die Gruppe braucht – sonst kommt er nicht zum Ziel. Und kein anderes Ziel wird ihm die Gruppe liefern. Auch das muss der Mensch wissen: Hier bei uns in der Gruppe kann er nichts erreichen außer diesem einen Ziel; alle übrigen Dinge gibt es nicht. Das heißt: Wenn es ihm so vorkommt, dass er hier einen warmen Platz bekommt, leckere Mahlzeiten, solche Feste, wo Freunde zusammensitzen, Ausflüge, alles Mögliche – die Atmosphäre muss so sein, dass sich nur derjenige darin wohlfühlt, der auf diese eine Richtung ausgerichtet ist.
Alle übrigen Dinge können sehr gut sein oder nicht so gut, bequem oder nicht so bequem – das ist nicht wichtig. Sondern die Lehne, verstehst du, wie bei einem Stuhl, muss so eingerichtet sein, dass es nur für den bequem ist, der in dieser Weise denkt. Auch wenn es hier leckere Mahlzeiten gibt – weißt du, ich kann dir solche Zustände zeigen, in denen du alles in deinem Leben bekommst und ein gutes Gehalt, ohne Gehalt³, und Geld und Ehre und was du willst; aber ich bringe eine einzige Sache in dich hinein, sodass du vor allem davonläufst, nur wegen dieser einen Sache – sagen wir, ich bringe Scham in dich hinein, das ist es. Und du wirst diese Dinge nicht wollen, lieber sterben.
Genauso muss es in der Gemeinschaft sein: dass ein Mensch, der nicht mit dem Ziel verbunden ist, hier fühlt: Mein Tod ist mir besser als mein Leben, ich brauche dieses Leben nicht, ich laufe davon. Wie war das bei uns mit dem einen, wie hieß er, der plötzlich geschrien hat: Was ist das für eine Gemeinschaft, was wollt ihr?
47:47
Schüler: Agur.
Rav: Agur, ja, das war ein sehr klassisches Beispiel. Er hat plötzlich gefühlt, was da vor ihm steht – „Was heißt das?" – und ist im selben Moment davongelaufen. Das war wirklich eine Enthüllung. Erinnert ihr euch, so ein plötzlicher Ausbruch; nie zuvor hatte er das gefühlt. Plötzlich, mitten im Unterricht, hat er so geschrien, „Oi", und ist davongelaufen. So muss es jedem Einzelnen klar sein. Nu, nach und nach klärt sich das auch, so wie bei ihm; aber jedem Einzelnen muss klar sein, dass er sich hier nur dadurch wohl und am Platz fühlen wird – sonst gibt es hier keine Plätze.
Ja.
Schüler: Aber wie kommen wir dahin?
Rav: Das müsst ihr aufbauen, das nennt man die Gemeinschaft aufbauen. Diese Form der Lehne, bei der jeder nur unter der Bedingung sitzt, dass sein Kopf auf den Schöpfer ausgerichtet ist – ja, diese Form nennt man die richtige Gemeinschaft. Vielleicht habe ich nicht genug Worte, ich weiß noch nicht, wie ich es sagen soll. Aber nach und nach fängt man trotzdem irgendwie an, diese Grenzen zu fühlen, und …
Ja.
Schüler: Was ist dieses Zusammen, dieses gemeinsame Gefäß, in dem alle in diesem Zustand sind – was ist das, wie sieht das aus?
Rav: Also noch einmal: Von hier aus kannst du verstehen, was „zusammen" heißt. Dass jeder und jede sich nur dann wohlfühlt, wenn er mit derselben Idee verbunden ist – und bei allen übrigen Dingen fühlen sie sich in gleicher Weise, sozusagen jeder nach seiner Empfindsamkeit, aber doch in gleicher Weise davon abgestoßen.
Schüler: Unabhängig von seinem Zustand sozusagen?
Rav: Nein, es gibt private Zustände. Da gibt es nichts zu reden, es gibt private Zustände, aber die sind für den Fortschritt nötig. Ja.
Ja.
50:08
Schüler: Das, worüber du vorhin gesprochen hast: dass man den Freund fühlen lassen muss, wie du gesagt hast – wie du sozusagen über ihn ausbreitest …
Rav: Dein Gefühl für die Wichtigkeit des Schöpfers, für die Notwendigkeit der Wichtigkeit des Schöpfers, ja. Das breitest du über ihn aus; so gibst du ihm dieses Geben, er fühlt solche Wellen von dir.
Ja.
Schüler: Beherrsche das dann sozusagen ich oder der Freund mir gegenüber?
Rav: Du beherrschst das, du beherrschst das bei allen Freunden, ohne Zweifel. Ohne Zweifel. Fang an, es zu tun, und du wirst sehen, was daraus wird. Darin liegt eine sehr, sehr große Wucht, das ist eine gewaltige Kraft. Das ist eine Kraft, die einfach auf einer ganz anderen Stufe ist als all die übrigen Gedanken und Kräfte, die hier herumschwirren.
Ja.
Schüler: Praktischer und weniger geredet: Müssen wir konkret … mit Gewalt, oder was, oder nicht? Denn über Begeisterung und Wichtigkeit hören wir schon viele Jahre … …
Rav: Mit Gewalt: physische Werbung, spielerisch, wie soll man sagen, verstehst du – es ist unumgänglich, der Gemeinschaft das Spiel zu bringen: dass jeder hier die Wichtigkeit des Schöpfers spielen muss. Er muss spielen. Eine Stimmung machen, als würde ich dem Freund sagen: Es ist mir wichtig, ich will das. Alles Mögliche. Nur muss man all diese Dinge unter Zwang machen, über meinem Gefühl – das heißt über dem Gefühl, über dem Verstand, über meinem Verstand.
Also von jetzt an, von diesem Moment an, fangen alle an zu spielen: Uns ist das Gefühl des Schöpfers wichtig, uns ist die Erkenntnis des Schöpfers wichtig, uns ist die Wichtigkeit des Schöpfers wichtig, Ihn nicht zu vergessen. Die ganze Zeit reden – aber nicht so im Blabla-Stil, das raubt den Geschmack –, sondern die ganze Zeit soll das die gemeinsame, brennende Sache sein; außer dem gibt es nichts Gemeinsames. Und das unter Zwang tun, im Spiel, in der Lüge, ja, und von vornherein ist bekannt, dass es eine Lüge ist, ein Spiel. Wenn Er verborgen ist und du Handlungen aus der Erkenntnis Seiner Größe heraus machen sollst – nu, wie willst du das machen? Du hast keinen anderen Weg, als an Seiner Stelle, so gut du kannst, Seine Eigenschaften auszumalen und so weiter, und darauf hin voranzugehen.
53:26
Schüler: Ich denke, die Rechtfertigung dafür ist bei allen da … …
Rav: Nu, dann fangt an zu spielen, wo denn? … Abgemacht, wie macht man das? Von diesem Moment an fängt man an zu spielen, das ist es, ja? Was ist da schon dabei.
Schüler: Bin ich ein schlechter Schauspieler? Das bringt doch nichts … Ich muss jetzt … … Fahrzeug … irgendetwas, überhaupt …
Rav: Wenn wir alle es beschließen, nennt man das, dass wir das Joch des Himmelreichs auf uns nehmen. Keiner will es – wir nehmen es an, und fertig. Es gibt Fälle, wie er fragt, Abstiege, Verzweiflungen, alles Mögliche – das ist alles verständlich. Aber im Allgemeinen, wie Rabash sagt, springt man; im Allgemeinen, alles in allem, springen alle, das ist es. Man ist in Bewegung. Dann geht sein Abstieg zusammen mit meinem Aufstieg, alles kommt ins Positive, und dann läuft die Zeit wirklich, und wie.
Ja.
Schüler: Kann man zu so einem Zustand kommen dadurch, dass … Wenn wir jetzt darüber reden, dann ist in fünf Minuten die Kraft dieses ganzen Gesprächs … … eine Million Mal. Wir haben … … und so ein Zustand …
Rav: „Zustände" – bau Gesetze auf, und in fünf Minuten wirst du sie vergessen haben.
Schüler: Ich werde es nicht vergessen – ein Gesetz, was brauche ich …?
Rav: Was heißt Gesetz? Moment – wer wird über das Gesetz wachen, wenn du es vergisst?
Schüler: Wir haben hier eine Abteilung: Wenn du nicht zum Unterricht kommst, wirst du so bestraft – ein Gesetz … so etwas.
Rav: Oh, das heißt, du bist einverstanden, die Autorität der Gemeinschaft anzunehmen, die dich verpflichtet, so zu handeln, ja?
Schüler: Ja.
Rav: Schön, dann müssen wir eine Abteilung aufbauen, eine Abteilung für die Wichtigkeit des Schöpfers, ja? Völlig in Ordnung, nu, macht es – habe ich etwa Nein gesagt? Bitte sehr.
Schüler: Nein, aber er fragt nach dem Zwang, den Menschen zu nötigen, die Wichtigkeit zu vergrößern.
Rav: Ja, ja, ja, das muss sein …
Schüler: … mir die Wichtigkeit zu vergrößern.
Rav: Nein, das …
Schüler: Er muss sie sozusagen für die anderen vergrößern.
Rav: Du musst sie für die anderen vergrößern. Für dich selbst kannst du die Wichtigkeit des Schöpfers nicht vergrößern, nur für die anderen – und die Freunde werden dasselbe für dich tun. Und du brauchst das nicht, du bist nicht Herr über deinen Willen. Wir reden nicht davon, dass du wollen sollst, wir reden davon, dass du gegenüber den Freunden in der Lüge handelst – nicht aus dem Willen heraus, sondern in der Lüge sollst du solche Handlungen machen, denn gegenüber den Freunden kannst du es.
Gegenüber den Freunden geht es. Wo ist Eran? Weggelaufen. Frag ihn – hier stellt er Fragen: Ihr seid ein Graus, und das ist der Weg, tä, tä, tä. Geh zu ihm in den Unterricht und schau, wie er dort ist: Was für ein Weg, tä, tä, tä! Und hierher kommt er, und es ist umgekehrt, richtig? Nu, so kann man es machen. Ich stelle mir vor, wie er dort ist, richtig? Nu, jeder von uns. Was denn – habe ich manchmal Zustände oder nicht? Du siehst es mir nicht an.
56:45
Schüler: Wenn du gegen etwas bist, ist es leichter, positiv zu sein.
Rav: Hm?
Schüler: Wenn du gegen eine Gruppe bist, ist es leichter, positiv zu sein.
Rav: Sicher: Wenn du gegen die anderen bist, kannst du machen, was du willst, denn hier arbeiten dein Stolz und deine Ehre, dein Ego arbeitet, der Wille zu empfangen hilft dir. Also sagt man dir: Benutze den Willen zu empfangen auf diese Weise. Gib der Gemeinschaft deine Lüge, die Gemeinschaft wird dir ihre Lüge geben, und du wirst dich an ihrer Lüge begeistern, als wäre sie Wahrheit – nimm sie als Wahrheit an.
Schüler: Die Frage ist, ob man … Gesetze kann, denn jeder Zustand des Gefühls …
Rav: Man kann, mach, was du willst. Mach. Wenn du willst, machen wir jeden Einzelnen für einen Tag zum Kopf dieser Gruppe, und jeden Tag wechselt jemand. Das ist es. Heute bist du den Tag über derjenige, der für uns die Wichtigkeit des Schöpfers denkt und festlegt: wie wir handeln, wie wir denken sollen. Fang an, heute bist du verantwortlich. Abgemacht? Versuch es, versuch es. Das ist es. Die Wahrheit ist, dass alle so sein müssten, jeden Tag – aber ich kann es nicht allen sagen. Nu. Was?
Schüler: Du hast gesagt, dass der Gedanke wirkt und nicht die Handlung. Und wenn ich anfange, eine Lüge zu senden, von der ich weiß, dass sie eine Lüge ist – sie werden fühlen, dass ich sie anlüge, und das ist auch … das tut weh …
Rav: Mein Lieber …
Schüler: Was da passiert …
Rav: Stimmt nicht, stimmt nicht, stimmt nicht – du kannst weiterreden, aber es stimmt nicht. In deinen Unterrichten dort in Haifa, ja, oder wo? Schon nicht mehr in Haifa, ja? Du hast ein sehr großes Publikum, und vor ihnen bist du ein vollkommener Gerechter, ein großer Kabbalist, der auf irgendwelchen Stufen ist und in irgendwelchen Korrekturen und in irgendeiner Begeisterung und in irgendeiner Gerechtigkeit, ja? So nehmen sie dich auf – warum?
Schüler: Ich versuche nicht, sie anzulügen.
Rav: Das ist nicht wichtig. Nein – du machst das unterbewusst, sonst würden sie überhaupt kein einziges Wort von dir hören; wer bist du denn überhaupt? Du musst von vornherein vollkommen zu ihnen kommen. Was heißt vollkommen? In Verbindung mit dem Schöpfer, in der Erkenntnis Seiner Größe, in der Erkenntnis Seines Ziels.
59:17
Schüler: Okay, aber unterbewusst, sagst du, fühle ich es, wenn ich sende.
Rav: Du vergisst es; du spielst so, dass es dir selbst so vorkommt, als wärst du auch darin.
Schüler: Dann muss ich auch hier so spielen, dass …
Rav: Egal wie – spiel. Das ist nicht wichtig, über deinen Ausgangspunkt reden wir nicht: ob du drin bist oder nicht drin bist, ob du es erkennst oder nicht erkennst – nicht wichtig. Spiel es der Gemeinschaft vor, und du wirst von ihnen so etwas zurückbekommen, dass du es als Wahrheit annimmst. Das ist einfach die Erkenntnis – nein, nicht die Erkenntnis: Das Hörensagen über die Größe des Schöpfers aus der Gemeinschaft gibt dir den Brennstoff, um in diese Richtung voranzugehen. Nur ein Hörensagen. Nur ein Hörensagen. Alle reden über dasselbe: „Es gibt nichts Wichtigeres, und das ist so, und das ist so." Schau, wie das Fernsehen, wie all diese Dinge auf uns wirken. Und das soll nicht wirken? Versucht es.
Das ist das Einzige, was du selbst entwickeln, selbst machen musst. Und das ist es, was wir der Welt geben müssen. Was gebe ich denn – dieses Wissen von AB, SaG? Das ist es, was ich ihnen gebe. Schau, hörst du, wovon ich rede? Nu … in dieser Virtualität, in diesen Unterrichten – wovon rede ich? Davon. Davon rede ich die ganze Zeit. Alle übrigen Dinge sind nur dazu da, dass sie Buchstaben haben, um über dasselbe Thema zu reden. Das Thema ist „die Größe des Schöpfers". Außer dem gibt es nichts. Alles Übrige – Geschichten, äh … Aufstiege, Abstiege, AB und SaG, all diese Dinge, Massachim –, das ist wieder alles nur: wie man sich zur Wichtigkeit des Schöpfers verhält. Das ist es. Wir haben kein anderes Thema als dieses. Keines. Nimm den Artikel „Es gibt keinen außer Ihm" und lies ihn noch einmal.
Ja.
61:35
Schüler: Wäre es eine richtige Handlung, sich damit in kleineren Arbeitsgruppen zu beschäftigen, deren Ziel es wäre …
Rav: Ob die Gruppe klein oder groß ist, ist mir nicht wichtig. Dafür muss ich unsere Gemeinschaft nicht aufteilen. Ich muss das einfach allen geben. Das ist es.
Schüler: Wenn ein Mensch in dieser Arbeit allein ist, und einstweilen kann ich das einfach verpassen … so wie Teschuwa etwas gesagt hat … Gesetze, etwas, das ihn verpflichtet, es zu tun. Ich denke, es könnte sein, dass es eine kleine Gemeinschaft von Menschen gäbe – die Gemeinschaft in Gruppen aufzuteilen, damit …
Rav: Ich … was kümmert es mich, aufzuteilen oder nicht aufzuteilen. Ich muss in allen meinen Handlungen zeigen, dass alle meine Handlungen aus der Begeisterung an der Größe des Schöpfers kommen.
Schüler: Das ist eine Arbeit, die man sehr leicht verpassen kann. Und es ist auch sehr leicht, die Kraft zu verlieren, sie zu tun. Wir brauchen jemanden, der uns hilft, das zu tun.
Rav: David, ja. Wolltest du etwas fragen? Das ist Unsinn. So etwas will ich gar nicht hören.
Ja.
62:28
Schüler: Ich wollte fragen … Alles gegenüber wem? Gegenüber dem Schöpfer, den Freunden, gegenüber mir selbst?
Rav: Weiß ich nicht. …?
Schüler: Du machst die Anstrengung.
Rav: In Ordnung. Ich bin noch nicht fertig. Weiß ich nicht.
Ja.
Schüler: Was ist der beste Rat, um in der Form zu handeln … wenn du wirklich fühlst, dass deine Erkenntnis des Bösen, die relative – sogar in dem Zustand, in dem du die Erkenntnis des Bösen fühlst. Was dann …?
Rav: Die Erkenntnis des Bösen von wem?
Schüler: Von dir selbst.
Rav: Ich fühle mich selbst in der Erkenntnis des Bösen. Schau, es gibt Zustände, in denen ich mich selbst nicht bewegen kann. Ich bin einfach tot – „und unter den Toten frei". Ich kann gar nichts tun. Ich bin sozusagen frei von den Mizwot, von irgendeiner Handlung. Ich bin nicht fähig dazu. Über diese Zustände also, in denen der Mensch wirklich im Abstieg an seinem tiefsten Punkt ist, spricht man nicht. So wie er auf der untersten Stufe tot ist, so kann er auch, wenn er zu einer höheren Stufe aufsteigt, dort den Kopf verlieren und so weiter – das ist klar. Aber in den übrigen Zuständen beherrscht er sich mehr oder weniger. Er hat eine Verbindung zwischen Gefühl und Verstand.⁴ Nur in diesen beiden Zuständen wirkt das Gefühl, und der Mensch kann den Verstand verlieren, die Fassung. Das ist es. Wenn wir also davon reden, dass du mehr oder weniger, irgendwie, funktionieren kannst und zwei Kräfte hast, Gefühl und Verstand, dann kommst du schon irgendwie in die Arbeit hinein.
64:13
Schüler: Und wenn ich – ich schärfe es noch zu –, wenn du in irgendeinem Zustand bist …
Rav: Die Sache ist so: An diesen beiden Punkten – wenn ich ins High, in die Höhe, aufsteige oder wirklich in die Verzweiflung falle –, an diesen beiden Punkten, was fehlt mir? Ich habe maximales Gefühl, es gibt keinen Verstand. Man muss Verstand hinzufügen. Woher bekomme ich Verstand? Verstand bekomme ich von der Gemeinschaft. Dadurch vergrößere ich mein Gefäß und gerate nicht in Verwirrung.
Gut. Das ist schon eine Methode, das schauen wir uns später an, eine Arbeitsmethode. Ja, Schaul.
Schüler: Wenn man von dem Beispiel spricht, das du hier gegeben hast: dass einer zu einer Gruppe geht, in Vollkommenheit ist und aus so einem vollkommenen Ort heraus spricht – und dann begeistert sich seine Gruppe an ihm. Wenn wir hier anfangen, uns so zu verhalten, heißt das, dass sich jeder von uns verhalten muss, als wäre er schon ein Kabbalist am Ende der Korrektur. Wie macht man so etwas? Und dann hätten auch die Leute ringsum Begeisterung. Alle hier – ich würde sie als Kabbalisten am Ende der Korrektur sehen …
Rav: So … oh … schön. Du sagst: „Wenn wir uns so verhalten, dann erscheint eigentlich jeder dem anderen als der Größte der Generation, wie am Ende der Korrektur. Und dann sehe ich, dass alle hier so groß sind, so …" – genau das musst du sehen.
65:43
Schüler: Die Frage ist: Wie macht man so etwas? Das ist klar …
Rav: Man macht es auf künstliche Weise. Künstlich. Hast du verstanden? Du sagst sozusagen: „Ich will darin sein. Du sagst, dass man es machen muss – ich bin bereit. Komm, machen wir es. Was heißt ‚machen wir es'? Aus dem Gefühl heraus, aus dem Verstand heraus, aus allem heraus, was ich habe – komm, machen wir es." – „Aber ich habe nichts, kein Gefühl und keinen Verstand und gar nichts. Wie sollen wir es machen?" Deshalb sage ich: Spielen wir. Wie kann man einen Menschen verpflichten, etwas zu tun? Nur ein bisschen psychologisch, versteh das. Wie kann man mich verpflichten, etwas zu tun? Das heißt, „verpflichten" heißt: nicht dem Willen gemäß, nicht dem inneren Drang gemäß. Wenn es dem Willen gemäß wäre, müsste man mir gar nichts vorschreiben.
Schüler: Die Frage ist, wie man in so einem Zustand vorankommt. Wenn es gelingt, so ein Spiel zu geben – wie komme ich dann von hier aus voran, wenn Menschen kommen und gerade den Zustand herausbringen, in dem sie sind, und ihm dann standhalten können? Wenn alle in diesem Spiel sind, dann verhindert das sozusagen … Es ist eine schöne Sache, eine nette, aber es verhindert das …
Rav: Ich weiß es nicht. Du bist schon weise und siehst das Kommende voraus, und ich bin nicht weise, denn in so einem Zustand weiß ich es nicht. Man hat mir gesagt: Tu das – das ist es. Also kann es sein, dass ich es tue und nichts dabei herauskommt, und ich gerate in Verwirrung und in Enttäuschung und in Hass auf die Gemeinschaft und wirklich in weiß nicht was – und vielleicht ist genau das das gewünschte Ergebnis. Woher soll ich das wissen? Ich verkleinere nur meinen Verstand und tue, was sie sagen, das ist alles. Ich gehe nicht daran, mich auf der nächsten Stufe zu sehen oder zwei Stufen weiter. Die nächste Stufe ist schon über meinem ganzen Verstand, dort verstehe ich nicht, was vorgeht.
Ja.
Schüler: Was hilft dabei? Eigentlich haben wir das schon durchgemacht. Was ist das Neue, das wir durchmachen können, um diese Sache neu zu erwecken? Die Sache ist ja schon … ich denke, ein Teil der Leute …?
Rav: In jedem einzelnen Zustand wirst du sie neu erwecken müssen – dieselbe Größe des Schöpfers, der der Größte ist und uns gegenüber im Spiel steht, weil wir Ihn nicht sehen; deshalb müssen wir Ihn spielen. Ja, sag nicht, dass du das schon durchgemacht hast: Mach es noch tausend Mal durch und verzweifle jedes Mal danach – und dann wird etwas geschehen. So ist das. Was wird geschehen? Es wird geschehen, dass du daran verzweifelst, dass du die Größe des Schöpfers enthüllst. Sieh, zu welcher Verzweiflung du kommen musst: dass du Seine Größe enthüllen willst, dass du ohne die Erkenntnis Seiner Größe nicht leben kannst. Dann wird Er dir die Größe zeigen; das Licht ⁵ wird dir einen Massach geben. Dafür machst du jetzt Handlungen: Du erhebst MaN aus der Dunkelheit heraus, auf künstliche Weise. Das ist eigentlich das, was du bewirkst. Vielleicht gibt es noch andere Worte, aber ich habe keine.
Ja.
Schüler: Wir haben über ein Spiel gesprochen, über die Wirkung des Schauspielers auf die Zuschauer … … … der Zuschauer, das heißt, der Freund ist hier dem Spiel auch vorzuziehen.
Rav: Sicher muss der Freund reagieren. Wir sind alle dabei: Wenn ich von mir gegenüber der Gemeinschaft spreche, dann ist damit sicher jeder Einzelne mir gegenüber gemeint. Sicher. Ja, ja, ja, das ist sicher. Das ist ohne Zweifel so, das ist es, was ich ihm gesagt habe – so muss sozusagen jeder sein, ja. Aber ich habe ihm sozusagen gesagt: Du wirst der Verantwortliche sein, das heißt, erwecke alle dazu, dasselbe Spiel zu machen.
Ja.
Schüler: Darf ich etwas vorschlagen? Jeder reicht – wir haben gesagt – ein Gesetz ein; das ist das Einzige, was etwas bewegt, richtig? Ich weiß nicht, ob man mit Worten etwas bewegen kann, ich weiß nicht.
Rav: Warst du beim Militär?
70:13
Schüler: Ich bin gerade beim Militär.
Rav: Gerade. Da steht immer „Auf Befehl", und fertig. Was gibt's da? Auf Befehl.
Schüler: Am Ende muss man es ausführen.
Rav: Nu?
Schüler: Jeder reicht einen Vorschlag ein, ein Gesetz, egal, wie du es nennst. Eins, zwei, auf einem Blatt. Aus all … So bringt das auch alle dazu, nachzudenken … … … Aus diesen Sachen nehmen wir dann eine bestimmte Gruppe von Vorschlägen und setzen sie um.
Rav: Du sprichst schon über die Einzelheiten, bitte sehr. Ja.
Schüler: Ich weiß: Wenn ich diese Dinge sagen gehe, wenn ich irgendwohin gehe …
Rav: Wir haben über dich gesprochen, du warst dort auf dem Dach. In Ordnung, nu.
Schüler: Wenn ich irgendwohin gehe und meinen Zustand beiseitelegen muss – was einen dazu bringt, den Zustand beiseitezulegen und Menschen hinter sich herzuziehen, diese große Sache, ist die Tatsache, dass ich sehe, dass sie das brauchen; ohne das haben sie nichts zu tun. Aber als Folge davon bekomme ich …
Rav: Mein Lieber, du bist schwach in Psychologie. Du hältst keinen Vortrag vor Menschen, weil sie ihn brauchen, sondern weil du ihnen deine Meinung aufzwingen willst. Du musst, du willst dir beweisen, dass du recht hast. Nu?
Schüler: Richtig, dann bekomme ich daraus auch Ehre und auch Herrschaft. Wenn ich versuche, das hier vor den Freunden zu machen – und ich habe versucht, es vor den Freunden zu machen –, dann bekomme ich so ein … dass du danach den Freund nicht als klein sehen kannst.⁶ Wenn ich die ganze Zeit dem Schöpfer noch mehr Größe geben muss, dann fühle ich mich selbst im Verhältnis zu ihm so groß, dass ich danach überhaupt nicht mehr damit arbeiten kann, und das macht mir große Angst. Wenn ich jetzt anfange, allen zu geben, bekomme ich davon so ein … … … … …
Rav: Aber mein Lieber, du musst jedes Mal verzweifeln und eine größere Awiut bekommen und dann eine größere Erkenntnis des Schöpfers, der Größe des Schöpfers. Erkenntnis. Also sozusagen: eine größere Werbung für die Größe des Schöpfers, größer gegenüber der neuen Awiut, die du erworben hast, und so immer mehr und mehr und weiter und weiter. Nu, was ist daran unklar? Es steht doch überall über diese Dinge geschrieben, nu?
Schüler: Aber ich muss von ihnen etwas zurückbekommen.
Rav: Was von ihnen zurückbekommen?
Schüler: Etwas von ihnen zurückbekommen. Wenn ich mich die ganze Zeit als jemanden sehe, der ihnen gibt, und sie empfangen von mir.
Rav: Sie werden dir auch geben, so wie du ihnen gibst. Nur dass du, wenn du ihnen gibst, sie sozusagen in Gang setzen, erwecken willst – ja, so wie man es mit einer Feder macht, sie spannen, schön, ja –, und sie machen dieselbe Spannung dir gegenüber.
73:13
Schüler: Die Frage ist, ob ich empfangen muss … … …
Rav: Es hilft dir nicht, ob du empfangen willst oder nicht – du wirst notwendigerweise empfangen. Du wirst noch weinen und dich freuen, alles, was man mit dir machen kann. Was denkst du? Du bist nicht klüger als der Einfluss der Gemeinschaft, keiner ist das. Es gibt keinen Menschen, der dem standhalten kann, keinen. Du bist so gebaut: Wenn du nicht verrückt bist, wenn du bei normalen Sinnen bist, dann wirst du – ob du willst oder nicht willst – von der Gemeinschaft beeinflusst. Wir haben keine Wahl, wir können dem nicht entkommen. Ob ich will oder nicht will – Rabash⁷ hat es noch einfacher gesagt: So sehr du auch magst, dass Sarid⁸ – ich weiß nicht, sagen wir dort einen Namen – zu mir kommt: Ich werde ihn ehren, ich könnte ihn nicht vom Weg, von der Tür werfen. Warum? Weil eine große Gemeinschaft in Israel ihn sozusagen ehrt, sagen wir sozusagen. Und selbst wenn er mir verhasst wäre, würde ich ihn trotzdem, zusammen mit dem Hass, ehren; ich würde ihm mit einer gewissen Wichtigkeit begegnen. Warum? Er ist wichtig in den Augen der Welt, da ist nichts zu machen. Ich werde ihn hassen, ja, aber dieses Objekt ist mir wichtig. Warum? Alle schätzen ihn, ich habe keine Wahl, also schätze ich ihn auch. Das ist es.
Schüler: Was mache ich dann mit dem, was Zion gesagt hat? Was mache ich damit, wenn ich jetzt komme … das Spiel zu spielen? Eigentlich muss ich dann allein mit dem zurechtkommen, was mit mir geschieht. Ich habe schon nicht mehr die Kraft, zum Freund zu kommen, mir von ihm helfen zu lassen, ihm zu sagen: Hör zu, … … … …, komm, hilf mir – denn damit bringe ich ihn ja herunter.
Rav: Komm, lernen wir ein bisschen, und diese Dinge lassen wir ein wenig im Versuch. In Ordnung? Ihr fangt schon an zu fragen, was sein wird – also sage ich dir: Es wird schlecht sein und noch schlechter und noch schlechter, bis das Schlechte so groß ist, dass wir wirklich ein Geschenk von Ihm bekommen. Wir werden Ihn so sehr wollen, wir werden die Erkenntnis Seiner Größe wirklich so sehr brauchen, dass Er sie wirklich gibt. Sonst schreist du ja nicht einmal, du willst dich nicht einmal an die Freunde wenden, um ein bisschen davon zu bekommen. Dann kannst du dich an den Schöpfer wenden: Gib mir Kraft, lass mich Dich erkennen. Du schreist nicht – aber du musst schreien. Diesen Schrei kannst du nur aus diesem Spiel herausholen. Man sagt dir, wo du diesen Schrei kochst, dieses MaN: Es muss gekocht werden, es gibt einen bestimmten Prozess in der Zubereitung des MaN.
Ja.
76:15
Schüler: … … … … … die Frage, die ich vorhin gestellt habe: Das Wichtigste für mich ist, dass du die Erkenntnis des Bösen in dir fühlst … … … … … … … Direkt vor dem Gesicht fühlst du es – woher weißt du, wie man das dem Schöpfer zuschreibt und nicht dem …
Rav: Du fragst … Ich achte dich sehr und mag dich sehr, aber du fragst nach privaten Zuständen, nach einem privaten Thema zwischen dir und dem Schöpfer oder dir mit dir selbst – und nicht nach dem, worüber wir gesprochen haben. Willst du, dass ich dir antworte? Ich antworte dir, aber später. Jetzt will ich die Themen nicht durcheinanderbringen.
Und wir gehen über zum „Talmud Esser haSefirot", Teil 8.
(Ende des Unterrichts)