Tägliche LektionOct 6, 2002

Rabash. Art. 27 (1987). What Are “Blessing” and “Curse” in the Work?

Rabash. Art. 27 (1987). What Are “Blessing” and “Curse” in the Work?

Oct 6, 2002

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohtranskript ohne abschließende Korrektur. Fehler sind möglich.

Morgenunterricht 06.10.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Teil „Schlavej haSulam" (Stufen der Leiter) Artikel „Was sind „Segen und Fluch“ in der Arbeit?"

Rav: Du hast einen Artikel gelesen, ich habe nicht zugehört – einen Artikel aus Band 3, „Schlavej haSulam", Wochenabschnitt „Re'e", „Was sind „Segen und Fluch“ in der Arbeit?". Nu, und was ist Fluch und was ist Segen?

Schüler: Um zu geben und um zu empfangen.

Rav: Um zu geben ist Segen, und um zu empfangen ist Fluch – wenn wir das so verstehen.

Schüler: Er sagt, dass es in dieser Welt eine mittlere Bchina gibt, die weder das eine noch das andere ist.

Rav: Ja, und was ist das?

Schüler: … es steht geschrieben: lo liShma.

Rav: Das heißt, in dieser Welt gibt es eine mittlere Bchina zwischen Fluch und Segen. Diese Welt nennt man „um zu empfangen", die Kommende Welt nennt man „um zu geben". Zwischen diesen beiden Dingen gibt es keinen Übergang. Der Übergang liegt im Menschen, der einmal sozusagen im einen und einmal sozusagen im anderen sein kann – sozusagen, weil es noch nicht in wahrer Form geschieht, sondern nur unterhalb von Kedusha und Klipa.

Bis zum Machsom haben wir von oben nach unten zwei Linien, Kedusha und Klipa, ja? Wahren Fluch und wahren Segen. Unterhalb des Machsom gibt es keinen wahren Fluch und keinen wahren Segen, sondern das, was man die Sache der Übungen nennt. Diese Welt ist uns gegeben, damit wir uns ein wenig vorbereiten, damit wir so etwas wie Anstrengung machen und in die wahre Arbeit eintreten. Wir haben hier also keine wahre Kedusha im Sinne von „um zu geben" und keine Klipa im Sinne von „um zu empfangen", keinen Fluch, weder das eine noch das andere.

Deshalb ist alles, was wir machen, erlaubt: Nichts hier macht Böses, und nichts macht Gutes. Wie bei Kindern, bei Säuglingen, ist alles erlaubt – damit sie daraus etwas lernen. Wer sich aber wirklich wahren Handlungen nähern will, die er selbst bestimmt und ausführt – wie ein Erwachsener in dieser Welt im Vergleich zum Säugling –, der muss Stufen des Lernens durchlaufen, der Vorbereitung, des Verstehens, ein wenig der Erkenntnis. Sie heißen: „Aus lo liShma kommt man zu liShma". Das ist der Zustand vor dem Machsom, zu dem wir kommen müssen. 3:22

Wie auch immer: Der Mensch muss Erhebung suchen, ein Erwachen, damit er den Willen bekommt, etwas für den Schöpfer zu tun, für die Höhere Kraft – obwohl sie in Verhüllung ist, in doppelter oder einfacher Verhüllung. Und diesen Willen kann er nur von der Umgebung bekommen; woher sonst, es ist ja Verhüllung, er sieht den Schöpfer nicht. Indem er mit der Umgebung arbeitet – sich selbst annulliert und die Wichtigkeit des Schöpfers erkennt, weil es sich für ihn lohnt, sich gegenüber der Umgebung zu annullieren, um die Wichtigkeit des Schöpfers zu erkennen –, zeigt er damit, wie wichtig und wie nötig ihm diese Sache ist und dass er bereit ist, sich dafür zu opfern.

Und er kann das wirklich tun; es liegt die ganze Zeit in seiner Macht, zu suchen, zu handeln und sich von der Gemeinschaft beeindrucken zu lassen – so dass seine Investition in die Gemeinschaft, um von ihr die Erkenntnis des Schöpfers zu bekommen, wirklich zum Zeichen dafür wird, wie wichtig es ihm ist, zum Schöpfer zu kommen, zur Spiritualität. Das heißt, in dieser Arbeit annulliert er sich in derselben Handlung, mit der er sich mit der Gemeinschaft beschäftigt, um den Schöpfer zu erwerben. Und in dieser einen Handlung sind alle Handlungen enthalten: gegenüber dem eigenen Willen, gegenüber dem Schöpfer und gegenüber der Gemeinschaft – in einer Handlung.

Wie erwirbt man die Wichtigkeit des Schöpfers, wie hat er gesagt, dass man das erwirbt? Wenn irgendein großer Rabbiner kommt und eine große Menge da ist, dann hat der Mensch die Energie, zu rennen und einen Koffer zu schleppen. Aber wenn einfach ein gewöhnlicher Mensch aus dem Flugzeug steigt, dann kommt niemandem irgendein Unsinn in den Kopf, ihm mit seinem Gepäck zu helfen. Also die Wichtigkeit – etwas anderes haben wir nicht, woran wir arbeiten könnten, und dadurch gehen wir von Fluch zu Segen über.¹

6:34

Schüler: Er schreibt auf Seite 82: „Und die Arbeit, in der es während der Arbeit keinen Genuss gibt, das nennt man ‚Anstrengung'." Unten in der Zeile, „Und die Arbeit". Und danach sagt er: „Das heißt, der Mensch würde diese Handlung nicht machen, wenn er nicht wüsste, dass er für die Anstrengung Lohn bekommt." Die Frage: Wenn er weiß, dass es Lohn gibt, warum gibt es darin dann keinen Genuss?

Rav: Sagen wir, ich muss irgendetwas machen. Ich frage immer: Was habe ich davon? Ruhe, Geld, Ehre? Irgendetwas, das ich brauche. Schau, wie viele Arten von Liebhabern es auf der Welt gibt: Nichts zwingt sie², das zu tun, nur der Genuss. Der eine spürt Genuss dabei, Fische zu angeln, der zweite gerade beim Aquarium, der dritte – ich weiß nicht – sammelt Blätter von den Bäumen, ich weiß nicht was. Lauter Dinge, an denen wir überhaupt keinen Geschmack finden, er aber schon. Jeder Einzelne.

Es gibt solche, die Dinge sammeln, die wir verstehen können: Sie sammeln Geld, sammeln Eindrücke, Ehre, Wissen, alle möglichen Dinge. Das heißt, der Genuss kann in alle möglichen Formen gekleidet sein, aber für ihn muss er da sein. Ohne dass ich den Genuss sehe, kann ich keine Handlung machen. Das Sehen des Genusses – auch wenn ich ihn erst in einem Monat bekomme, oder am Ende des Lebens ein Ergebnis bekomme, oder nach meinem Leben. Es gibt viele Menschen, die ihr ganzes Leben hart arbeiten, damit man ihnen danach ein Begräbnis ausrichtet, damit man sich wirklich an sie erinnert – ja, dafür sind sie bereit, ihr ganzes Leben zu arbeiten. Wir sehen, wie sehr menschliche Genüsse sogar über der Zeit stehen. 9:02

Aber dieses Gefühl, dass ich am Ende Genuss bekommen werde, dieses Gefühl ist schon in der Gegenwart. Und dieses Gefühl, dass ich den zukünftigen Genuss jetzt spüre, gibt mir den Schwung, die Energie, den Treibstoff, um die Handlung zu machen. Ich schaue auf das, was ich haben werde, hole mir diesen Genuss näher heran, fülle sozusagen meinen Tank mit Treibstoff, und damit kann ich arbeiten. Wenn ich den Genuss überhaupt nicht sehe, habe ich keine Energie, keinerlei Treibstoff, um irgendeine Handlung zu machen. Die Maschine bleibt stehen, das war's.

Manchmal fühlen wir uns so: Du kannst mich umbringen, ich kann mich nicht bewegen. Wer mit der spirituellen Arbeit anfängt, dem gibt man solche Gefühle. Jetzt ist die Frage: Welches Ziel wird mir wichtig sein? Das hängt von der Gemeinschaft ab, davon, wo ich aufgewachsen bin, was ich gemacht habe, wie ich erzogen wurde. Ja, sie geben mir die Bewertung für jede einzelne Sache, und danach – und sicher auch nach meiner Natur – wähle ich mir mehr oder weniger alle möglichen Ziele. Was sind Ziele? Arten von Genüssen, die ich in Zukunft genießen will – und schon jetzt genieße ich es, dass ich mit ihnen verbunden bin.

Was sagt er auf Seite 82 am Ende? „Weil es eine Regel gibt, dass der Mensch keine Handlung machen kann, wenn er darin keinen Genuss spürt." 11:11 Ja, Treibstoff, wie wir gesagt haben. Das war's. „Und die Arbeit, in der es während der Arbeit keinen Genuss gibt" – die der Mensch dann nicht machen kann –, diese Arbeit „nennt man ‚Anstrengung'." Das heißt: Wenn ich es machen wollte, aber nicht kann, weil ich keinen Lohn dafür sehe, nennt man das Anstrengung. Für alle Dinge können wir uns einen Lohn ausmalen, außer für eine einzige Sache, die gegen unsere Natur ist: um zu geben.

Wenn es „um zu empfangen" ist – was auch immer es ist, um irgendeinen Nutzen zu empfangen –, kann ich darin immer etwas sehen. Ich kann hören, ich kann es irgendwie so drehen, dass ich fühle, es lohnt sich irgendwie. Ich kann mich selbst überzeugen. Aber wenn die Handlung „um zu geben" ist, dann habe ich dafür keinen Genuss in meinen Kelim, er wird in meinen Kelim nicht gespürt, und dann kann ich die Handlung nicht machen. Versuch eine Handlung, bei der du alles verteilst, was du hast, alles, alles, alles. Wenn du das wirklich in der richtigen Form machst, kannst du davon keinerlei Genuss spüren. Spüren kannst du es schon, ja – dafür bekomme ich Ehre, und da noch alle möglichen Dinge –, aber wenn es in der richtigen Form geschieht …

Das heißt, nur durch eine einzige Handlung können wir uns in einen Zustand bringen, in dem es keinen Treibstoff gibt. Und das nennt man Anstrengung. Anstrengung ist wirklich das Bemühen, eine Handlung des Gebens zu machen, wobei ich entdecke, dass ich es nicht kann. Dieser Zustand heißt Anstrengung.

13:26

Schüler: Und macht er sie oder macht er sie nicht?

Rav: Du kannst sie nicht machen – was heißt „macht er sie"? Du bist nicht fähig, sie zu machen. Aber gerade darin, dass du es nicht kannst und trotzdem zur Feststellung dieses Zustands gekommen bist, dass es nun einmal so ist – genau das nennt man schon Anstrengung. Verstehst du? Das war's.

„Das heißt, der Mensch würde diese Handlung nicht machen, wenn er nicht wüsste, dass er für die Anstrengung Lohn bekommt." Also was tun? Man muss die Wichtigkeit des „um zu geben" vergrößern. Wie? Wofür? Der Mensch stößt hier auf einen Zustand, in dem er nichts mehr tun kann.

Wenn er nun zusammen mit dieser Schwäche, die er entdeckt – dass er absolut keine Berührung mit „um zu geben" hat, weder in den Kräften noch in der Natur noch in der Erkenntnis noch in irgendetwas –, wenn er zugleich alle möglichen Eindrücke und Gerüchte von der Seite sammelt, dass gerade diese Sache die allerwichtigste ist: auch wenn ich darin keinen Geschmack spüre und keine Fähigkeit, es zu tun, es gibt nichts Größeres als das – dann hat er zwei Enden, und daraus kommt das Gebet. Und man gibt es ihm.

Und diese beiden Dinge hängen miteinander zusammen. Wenn ich daran arbeite, dass mir „um zu geben" wichtig wird, zeigt man mir, wie sehr ich es nicht habe. Das heißt, die Arbeit darf nicht darauf gerichtet sein: Nu, wann werde ich sehen, dass ich es nicht kann? Auf Ablehnung kannst du nicht arbeiten. Das ist eine Lüge, so kann man nicht arbeiten. Du musst darauf arbeiten, die spirituelle Handlung sehr wohl zu erreichen, die spirituelle Handlung sehr wohl zu machen. Und dann, sagen wir, wird man dir zeigen, dass du es nicht kannst. Das heißt, immer auf dem Positiven arbeiten.³

15:52

Schüler: Also jede Handlung, die wir machen, oder bei der es uns sogar so vorkommt, dass sie gegen den Willen … Kraft … Willen zu empfangen ist – schon allein dadurch, dass wir sie gemacht haben …

Rav: Irgendeine Handlung, egal welche, die ich am Ende tatsächlich mache – das ist das Zeichen, dass ich dafür eine Rechtfertigung innerhalb meines Willens zu empfangen gefunden habe. Sonst hätte ich sie nicht machen können.

Ja.

Schüler: Den letzten Punkt am Ende zu sehen, sozusagen kurz vor dem Machsom. Das heißt, ich weiß, dass vor dem Machsom … Du hast erzählt, dass du fährst … und es füllt sozusagen vom Ende her.

Rav: Ich habe gesagt: Wenn wir eine materielle Handlung machen – „materiell" heißt: innerhalb des Willens zu empfangen. Das nennt man materiell. Nicht materiell im Sinne von Materie, von dem, was in unsere fünf Sinne eingeht. „Materiell" meint: dass ich es sehe, dass ich es verwirklichen, es anfassen kann. Materiell heißt, dass ich sie innerhalb meines Willens zu empfangen spüren kann. Zu jeder solchen materiellen Handlung kann ich also irgendeine Art von Lohn hinzufügen, ein Bonbon, irgendetwas. Und dann kann ich sie ausführen.

Wenn ich aber wirklich vor der spirituellen Handlung stehe, dann kann ich sie nicht ausführen – „Und die Söhne Israels seufzten wegen der Arbeit". Das heißt, ich kann dem nicht standhalten. Ich kann damit gar nichts machen, weil das eine Natur ist, die wirklich das Gegenteil von mir ist. Also was kann ich machen? Zusammen damit, dass ich in meiner Natur keine Handlung des „um zu geben" ausführen kann, muss ich mit allen möglichen Mitteln – vor allem von der Umgebung – hören, dass es nichts Wichtigeres gibt: Umgebung, Bücher, Autoren, wie er sagt – dass es nichts Wichtigeres gibt, als zu einer solchen Handlung zu kommen. Dafür bekomme ich eine Verbindung mit der Höheren Kraft. Das war's. 18:12

Wenn ich diese beiden gegensätzlichen Punkte habe – erstens, dass ich dazu nicht fähig bin, und zweitens, dass es sehr wichtig ist –, dann entsteht aus der Spannung zwischen ihnen ein innerer Schrei in mir: Warum habe ich es nicht? Und wenn dieser Schrei wahrhaftig ist, bekomme ich die Möglichkeit, eine solche Handlung doch auszuführen, und durch eine solche Handlung spüre ich dann, verbinde mich mit dem Schöpfer durch die Handlung selbst. Ohne dass ich eine Handlung mache, habe ich nichts, worin ich fühlen könnte, kein Kli, um den Schöpfer zu fühlen, die Spiritualität. Die Spiritualität kommt in das Kli hinein, das ich gemacht habe. In der Handlung „um zu geben", die ich gemacht habe, in dieser Handlung enthüllt sich die Spiritualität.

Dafür brauche ich also – schau, welche Wichtigkeit der Spiritualität ich haben muss. Und das kann ich nirgendwo finden. Ein wenig aus den Büchern und mehr aus der Gemeinschaft. Bei den Büchern sehen wir: Wir lesen schon einige Jahre, und es hilft uns nicht so sehr, wir sind schon fertig damit. Von den Büchern lassen wir uns nicht mehr beeindrucken. Aber von der Gemeinschaft lassen wir uns die ganze Zeit beeindrucken, ob wir wollen oder nicht. Also muss man die Umgebung so gestalten – auch bei der Arbeit, auch zu Hause, auch hier –, dass ich mich am Ende nur von der Wichtigkeit der Spiritualität beeindrucken lasse.

Bei der Arbeit spricht man sicher nicht über die Spiritualität, also muss ich mir dort die Ohren zuhalten, in gewissem Sinn. Das heißt, mit ihnen nur über Arbeitsangelegenheiten sprechen, nicht über Politik und nicht über Mode oder alle möglichen Dinge; und zu Hause nur über das, was dazugehört, was für das Haus wichtig ist, damit es keine Probleme gibt, und nicht über Unsinn. Und hier ist die Hauptsache: der einzige Ort, an dem ich über die Wichtigkeit der Göttlichkeit hören kann. Hier muss ich also die Ohren aufmachen und von der Gemeinschaft verlangen, dass ich hier die Dinge höre, die ich brauche. Das ist alles.

Wenn das da ist, dann werde ich dem entsprechend – dem entsprechend, dass ich hier höre, dass die Spiritualität wichtig ist – sozusagen auch etwas wie in der Spiritualität tun wollen und sehen, dass ich es nicht kann. So aber sehen wir es nicht, wir wissen nicht, was Anstrengung ist – dass man in einer Handlung stecken bleibt und sie nicht machen kann. Wir wissen es nicht. Denn wir haben keinen Drang dazu, es gibt keine Wichtigkeit, an eine solche Handlung überhaupt zu denken. Verstehst du?

Aber ohne dass man einfach in einen solchen Zustand kommt, geht man nicht von Fluch zu Segen über; man ist also im Fluch und weiß nicht einmal, dass es Fluch ist.

Ja.

21:40

Schüler: … genug Menschen auf der Welt, von denen man sich beeindrucken lassen kann. Ich weiß nicht, es gibt hier die andere Seite: dass ich mir selbst vorwerfe, dass ich mich nicht beeindrucken lassen kann. Wie muss der Mensch sich vorbereiten?

Rav: Sich von der Gemeinschaft in dem beeindrucken zu lassen, was zur Größe des Schöpfers gehört, ja? Das kann ich nur unter der Bedingung, dass die Gemeinschaft in meinen Augen groß ist und ich ihr gegenüber klein bin. Dass das, was sie machen und was sie ausführen, wie sie arbeiten und wie sie überhaupt sind, was sie in ihrem Leben machen, für mich wirklich ein sehr großes Beispiel ist – Menschen, die sich für die Spiritualität opfern. Dann lasse ich mich davon beeindrucken, dass die Spiritualität bei ihnen groß ist, und von dem, was ich von ihnen höre – schau doch, worüber sie sprechen und was sie denken. Und ich stelle eine Rechnung an, wie viel größer sie sind als alle Menschen außerhalb dieses Rahmens.

Und worüber … wirklich: Was füllt das Leben eines Menschen außerhalb meiner Gruppe aus, verglichen mit den Menschen in der Gruppe? Das heißt: sie wertschätzen, sich selbst klein machen, sich selbst erniedrigen und die Ohren aufmachen, hören oder sehen, wie sie sich verhalten und handeln. Und dann muss ich von ihnen verlangen, dass sie gerade vor mir gute Taten öffentlich machen, nicht im Verborgenen, und dass sie auch über die Wichtigkeit der Gemeinschaft und die Wichtigkeit des Schöpfers sprechen, so dass ich es höre – und nicht, dass jeder ein verborgener Gerechter ist. Das ist alles.

23:38

Schüler: Sie sind nicht einmal bereit zu sprechen. Das Problem liegt bei mir – wo ist der Punkt, an dem ich … und anfange …, was muss ich machen?

Rav: Du kannst dich von der Gemeinschaft nur unter der Bedingung beeindrucken lassen, dass du dich ihr gegenüber in Erniedrigung stellst.

Schüler: Das ist gegen die Natur, das ist unmöglich. Eine Verletzung.

Rav: Ich glaube nicht, dass das unmöglich ist – fang an, darüber nachzudenken. Das ist nicht gegen die Natur. Fang an, darüber nachzudenken. Schau jeden Einzelnen an: wie er um drei Uhr nachts kommt, gegen all seine Störungen, und wie diese Sache in ihm brennt, verglichen mit jedem Menschen draußen. Wie besonders er ist – dass der Schöpfer ihn ausgewählt hat, ihn hierherzubringen, damit er ein Beispiel für dich ist; dass er dir gegenüber ein Engel ist, der dir wirklich diese Botschaft von der Wichtigkeit der Spiritualität bringt. Er kann dir die Wichtigkeit des Schöpfers geben.⁴ Das heißt, er kommt vor dich, ist wirklich vom Himmel herabgekommen, um dir zu erzählen, dass der Schöpfer wichtig ist. Er ist ein Bote.

Ja.

24:52

Schüler: Auf welche Weise kann ich auf eine Gemeinschaft einwirken⁵, von der ich nach und nach spüre, dass ich mich entferne und abtrenne? Ich spüre, dass mein gemeinsamer Nenner mit dieser Gemeinschaft nach und nach … so bin ich …

Rav: Wenn du spürst, dass du überhaupt keinen gemeinsamen Nenner mit der Gemeinschaft hast, dann prüfe dich selbst. Vielleicht stimmt das Ziel der Gemeinschaft nicht mit deinem Ziel überein. Es stimmt nicht. Du kannst irgendeine Art von Korrektur machen. Vielleicht musst du zur Gemeinschaft kommen und sagen: Leute, mir scheint, ihr irrt euch. Du musst die Gemeinschaft machen – „Erwirb dir einen Freund" –, du musst Kräfte hineingeben und sie so aufstellen, dass sie auf dich einwirken.

Diese Sache musst du selbst in der Gemeinschaft erwecken. Es kann sein, dass sie die Dinge nicht richtig machen, dass jeder von ihnen es still macht, nicht öffentlich, und dass dich das nicht erweckt, dass es dir nicht reicht, um beeindruckt zu werden. Oder du willst dich von diesen Dingen überhaupt nicht beeindrucken lassen, du müsstest dich von anderen Dingen beeindrucken lassen. Nu?

Ich weiß: Wenn ich abnehmen will, gehe ich zu einem Kurs bei „Weight Watchers". So etwas gibt es, weißt du, ja? Oder sagen wir, noch alle möglichen solchen Kurse. Ich gehe also dorthin, und dort gibt es Vorträge und Gespräche und Filme und was auch immer; sie pumpen mich mit allen möglichen Arten von Medien auf, nur damit ich das Gefühl für die Wichtigkeit ihrer Botschaft bekomme.

Dasselbe müssen wir machen. Wenn du das nicht machst, dann … In jeder Gemeinschaft außerhalb unseres Rahmens ist diese Sache klar. Geh in jede Fabrik und in jedes Geschäft: Was steht an oberster Stelle? Wie sagen wir der ganzen Welt, dass das, was wir herstellen, das Nötigste ist? Ja? Dass es das Wichtigste ist, das ist es, was wir … So denkt jede Fabrik darüber, richtig? Jede Fabrik. Ich stelle, sagen wir, Cracker her. Was will ich also? Ich will, dass die ganze Welt nur diesen Cracker isst, dass sie kein Fleisch hat und keinen Fisch und gar nichts, nur den Cracker, und dass alle denken, sie brauchen nichts weiter. Genau das ist im Kopf des Fabrikleiters. Bei uns muss das genauso sein. Nu? Das nennt man Verbreitung – nach außen und ebenso Verbreitung nach innen, in der Gruppe.

27:41

Schüler: … in einer Gemeinschaft, die nicht so spirituell ist, wird das sofort zu einem Umgebenden …

Rav: Ah, wenn ich mich in einer Gemeinschaft befinde – ich bin ja im Lauf des Tages in allen möglichen Gemeinschaften –, dann muss ich mich diesen Gemeinschaften gegenüber immer in einem solchen Winkel aufstellen, sagen wir, in einem solchen Maß der Aufnahme, dass ich in meinem Hauptziel nicht verletzt werde und dass es mir vielleicht sogar hilft. Das heißt: Ich komme in einen Zustand, in einen „Sitz der Spötter", wie man sagt – einfach so, man redet über Unsinn, über alle möglichen Dinge. Und ich habe keine Wahl, ich bin nun einmal in ihrer Umgebung. Dann kann ich auch daraus lernen, wie viel wichtiger meine andere Gemeinschaft ist und wie niedrig die Dinge sind, in denen sie sich befinden.

Nicht, dass ich das mit Geringschätzung mache, aber auch das kann mir helfen, „auf den Markt hinauszugehen", wie man sagt, und zu sehen, wie wichtig das ist, worin ich mich befinde. Denn alles kann man nur im Vergleich zu etwas anderem abwägen. Dass ich also bei der Arbeit bin und zu Hause und an allen möglichen anderen Orten, das kann mir gerade helfen, die Gemeinschaft, in der ich hier bin, zu erheben – wie sehr hier die erhabenen Dinge den Menschen wichtig sind, die hier sind. Nu? Aber wenn ich einfach im Lauf des Tages an alle möglichen Orte komme …

29:23

Schüler: Ich spreche eher von der Umgebung, die mir wirklich nahe ist – wirklich gute Menschen, einer wie der andere, einfach …

Rav: Was für gute Menschen, einer wie der andere? Wo du bist?

Schüler: … so spirituell …

Rav: Moment, wenn ich einfach unter Menschen bin, die richtig gut sind – keine Diebe, keine Mörder. Ja?

Schüler: Sie haben Kritik …

Rav: Sie haben gute menschliche Eigenschaften. Was habe ich von ihren guten menschlichen Eigenschaften? Sie sind einfach schön angemalt, haben eine schöne Erziehung bekommen, wie man die unschönen Dinge verbirgt und die angeblich „schönen" Dinge vor den anderen hervorhebt. Ja? Das heißt, jeder spielt gut und schön. Was habe ich also davon – dieselben Dinge auch an mir selbst zu lernen? Das heißt, in der doppelten Lüge zu sein. Das heißt, in der Lüge zu sein und sogar zu denken, das sei die Wahrheit und so müsse es sein. Wozu brauche ich also eine solche Gemeinschaft?

30:23

Schüler: Sagen wir, Menschen, die man seit Jahren kennt, Menschen, die …

Rav: Verpflichtet es mich, mein Leben für sie zu opfern, nur weil ich sie seit Jahren kenne? Für mich gibt es nichts Wichtigeres in meinem Leben als das Leben selbst, als das, was ich darin erreiche. Dadurch, dass ich bei ihnen bin, diene ich ihnen sozusagen. Ich halte sie, ich soll dieses Spiel wertschätzen und … wofür? Wenn dir das wichtig ist, bitte. Aber wenn nicht, dann nicht. Du musst entscheiden – es ist dein Leben, nicht meins.

Deshalb muss die ganze Frage „Was ist der Sinn unseres Lebens?" eine Frage sein, die im Menschen die ganze Zeit erwacht: zu jedem Augenblick, zu jeder Unterscheidung, die er in seinem Leben erfasst. Er fragt: „Was ist der Sinn meines Lebens?" – das heißt: Wie stelle ich mich dazu, ist das eine zielgerichtete Sache, ist das das Wichtige, oder gibt es noch etwas darüber hinaus? Und so kommt er jedes Mal voran. Du willst bei dieser Gemeinschaft stehen bleiben? Bitte, die freie Wahl liegt in dir.

Ja, David.

31:32

Schüler: Ich möchte fragen …

Rav: Ich weiß nicht, ich komme in Kanada in solche Gesellschaften, wenn ich dort bei meinen Verwandten lande oder wozu auch immer; das ist, weißt du, wie ein Puppentheater: Bei jedem hat man einen Knopf gedreht, und so laufen sie. Da macht man irgendeine Party, so einen schönen Abend mit Aussicht, und alle … Nu, und was, kann ich daran teilnehmen? Wenn es keine Wahl gibt, sitze ich einen, zwei Abende so da und rede. Das war's. Ich verstehe es nicht. Soll ich solchen Gesellschaften dienen? Soll ich mich vor ihrem Ideal beugen? Nu? Was denn sonst?

32:24

Schüler: … dass ich mich beuge und nicht spüre, dass ich diene?

Rav: Nu, wenn du nicht einmal spürst, dass du dich mit deiner Meinung vor ihrer Meinung beugst⁶, dann ist das nicht … das ist schlimm.

Was?

Schüler: Aus dem, was du sagst, folgt sozusagen, dass es wirklich …

Rav: Kommen sie dir nicht wie kleine Kinder vor?

Schüler: Mir scheint, sie …

Rav: Was, sie sind doch unentwickelt, nicht? Ja, nu, wenn du also wie sie sein willst, bleib bei ihnen. Ich … das ist Entscheidungslosigkeit, ich verstehe es nicht. „Aber ich möchte noch im Kindergarten bleiben." Über einen solchen Menschen sagen wir: Er ist zurückgeblieben. Wenn er schon in der Schule sein müsste und immer noch im Kindergarten bleiben will – zurückgeblieben. Jedes Kind, wenn es gesund ist, will groß sein, will schon so sein. Ja? Erinnerst du dich, als du ein Kind warst? Du wolltest groß sein. Jetzt willst du klein sein. Das war's. Es steht geschrieben: „Was macht man mit Kindern, die alt geworden sind." So steht es geschrieben.

Ja, David?

33:32

Schüler: Ich wollte fragen: Es gibt hier doch eine dünne Linie zwischen dem Fluch und dem Segen. Entweder bist du hier oder du bist da, oder …

Rav: Nein, es ist nicht so, dass du entweder im Fluch oder im Segen bist. Sondern in beidem: Wenn wir über den Machsom steigen, sind wir sowohl im Fluch als auch im Segen, einmal im einen und einmal im anderen. Ja? Das ist nach dem Zerbrechen der Gefäße: Wir haben die Gelegenheit, im Fluch zu sein, von dort Gefäße des Empfangens zu nehmen, sie zu korrigieren und zum Segen überzugehen. Und so jedes Mal von Ort zu Ort zu übertragen, von einem Bereich in den anderen, vom öffentlichen Bereich in den privaten Bereich, wie man sagt. Der private Bereich, das ist am Schabbat, ja? Du kennst diese Gesetze, vom Eruw und all diesen Dingen. Den öffentlichen Bereich kann man an Werktagen benutzen: Man steigt zu den unkorrigierten Gefäßen des Empfangens hinab. Öffentlicher Bereich heißt, dass es mir so scheint, als würde auch ich herrschen und etwas machen, dass auch ich – in diesen Wünschen gibt es keine Einzigartigkeit des Schöpfers. Das war's.

Was ist also dazwischen, was ist der Hebel, der mir hilft, von der linken Linie zur rechten überzugehen, vom Fluch zum Segen? Dieser Hebel existiert, wie er hier sagt: Es ist das lo liShma, denn aus lo liShma kommt man zu liShma.

Ja.

Schüler: … trotzdem spürt man ein wenig …

Rav: Im lo liShma hast du trotzdem deinen eigenen Willen zu empfangen. Das heißt, du willst sozusagen für den Schöpfer handeln, angeblich um zu geben, und dir ist klar, dass du es trotzdem auch um zu empfangen machst.

Schüler: Hier heißt es, dass ich ohne Lohn arbeite. Wie kann ich ohne Lohn arbeiten? Trotzdem, auch wenn ich …

Rav: Nein, im lo liShma arbeitest du mit Lohn. Baal HaSulam schreibt im „Vorwort zum Talmud der Zehn Sefirot", dass du diese Handlung nicht ausführen kannst, wenn dir klar ist, dass du dafür keinen Lohn in deinen Gefäßen des Empfangens bekommst. Deshalb nennt man es lo liShma. Aber es ist dir genau klar. Du entscheidest schon und du stehst schon darin: Ich würde wirklich gern etwas um zu geben machen. Dass das sehr wichtig ist – diesen Eindruck habe ich von der Gemeinschaft bekommen.

Den Schöpfer sehe ich nicht. Würde ich den Schöpfer sehen, wären wir schon fertig – dann könnte ich wirklich um zu geben handeln. Dieses Sehen würde mir die Kraft geben, um zu geben zu handeln. Das Licht, das kommt, korrigiert das Kli, und fertig. Das nennt man, den Schöpfer zu sehen. Aber da ich nicht sehe, da ich in der Finsternis bin, kann ich nur einen solchen Eindruck von der Umgebung bekommen.

Wie sehr ich mich auch damit aufgepumpt habe, dass es wichtig ist – trotzdem ist das kein Licht und keine Korrektur des Kli durch das Licht. Das ist sozusagen die Korrektur, weißt du, durch eine Gehirnwäsche, sagen wir. Und was hilft mir diese Gehirnwäsche dann nur? Angeblich will ich eine Handlung um zu geben machen, aber wenn ich unterm Strich nicht auch selbst etwas davon habe, kann ich es nicht machen.

Das heißt, diese Dinge sind sehr wackelig. Hier kommt kein Licht, das das Kli korrigiert, sondern der Mensch selbst hat eine solche Situation hergestellt: als hätte er anstelle des Schöpfers die Kraft von der Gemeinschaft bekommen, und als würde ihm diese Kraft von der Gemeinschaft reichen, um zu geben zu handeln. 37:26

Alles ist ein „Als ob", aber in diesem „Als ob" habe ich diese Situation gebaut. Ich habe sie wirklich gemacht. Und wenn der Mensch das macht, dann kommt der Schöpfer und macht es ihm wirklich – nicht als Spiel, wie der Mensch es gemacht hat. Verstehst du? Lo liShma ist ein Spiel. Es ist: Ich hätte gern, dass es so wäre. Das ist wie Kinder, die etwas bauen. Aber wenn ich es schon versucht und getan habe, so viel ich konnte, als wäre es schon Spiritualität, dann kommt der Schöpfer und macht mir diese Spiritualität wirklich.

Schüler: Es kommt heraus, dass ich jedes Mal, wenn ich etwas davon bekomme, … geben, wenn ich deine Absicht richtig verstehe.

Rav: Im lo liShma kannst du überhaupt nichts um zu geben machen. Gar nichts. Du willst, aber du kannst nicht. Und auch dein Wollen kommt nicht daher, dass der Schöpfer dir schon einen Willen durch das Licht gegeben hätte, das zum Guten zurückbringt. Du bist ja noch unterhalb des Machsom. Sondern du bist durch das Hörensagen, durch das Beeindrucktsein von Büchern und Autoren, in einen Zustand gekommen, in dem du gern um zu geben handeln würdest. Du würdest gern, machst es aber nicht. Stell dir diesen Zustand ein wenig vor, mach ihn dir ein bisschen anschaulich.

Schüler: Auch wenn ich mich bemühe.

Rav: Du bemühst dich sehr, aber du kannst nicht. Denn du bist alles in allem in der Natur unterhalb des Machsom. Es ist noch kein Licht gekommen, das dich korrigiert hätte. Wir sind eine Funktion des Lichts. Kommt es, korrigiert es – um zu geben. Kommt es nicht, korrigiert es nicht, und wir sind einstweilen in der Natur „um zu empfangen".

Schüler: Wie soll man dann Lohn spüren? …

Rav: Dem Menschen bleibt also wirklich nur, eine Simulation zu bauen, dieses Spiel, eine solche Situation. Das Maximum an Verstärkung im „um zu geben", das ich bekommen kann, ist: mir von der Gemeinschaft, aus allen möglichen Dingen, Kräfte zu nehmen, zu sammeln – ich will. Und mehr als das können wir nicht. Als Folge davon wird von oben das Licht kommen und es korrigieren.

Es gibt hier viele innere, wirklich tiefe Dinge, die man dazu erklären könnte: wie tief der Mensch in einen solchen Zustand hineingehen muss; wo das aufhört; warum gerade uns eine solche, sozusagen kindliche Handlung – bei der man eine gar nicht wirkliche Situation baut – ausreicht, um zu korrigieren. Ist das trotzdem eine Korrektur? Wenn dafür das Licht kommt und mich korrigiert, heißt das, dass ich korrigiert habe? Da gibt es …

Ja.

Schüler: Wenn ich mich beim Lesen der Texte ein wenig wie ein Dieb fühle – das heißt, dass ich etwas genieße, auf dessen Genuss ich kein Recht habe: Ist meine Stufe lo liShma?

Rav: Weißt du, was lo liShma ist? Lo liShma ist ein einziger Augenblick, zu dem du kommst, und danach kommt für dich liShma. Vor diesem Augenblick heißt es auch noch nicht lo liShma. Lo liShma ist der Endzustand, in dem du hundert Prozent von dem gemacht hast, was du konntest, und mehr nicht. Genau darauf kommt die Antwort.

Wenn man sich diesem Zustand nähert, arbeitet man ebenfalls, um zum lo liShma zu kommen. Das kommt alles in allem erst nach vielen Stufen der Arbeit. Aber wenn du sagen willst, was lo liShma ist: Es ist ein scharfer, klar definierter Zustand. Zu hundert Prozent willst du dem Schöpfer geben – angeblich, wie ich schon sagte, gemäß den Eindrücken. Und du weißt, dass du dazu nicht fähig bist, und du weißt, dass am Ende innen, innerhalb dieses lo liShma, ein eigener Gewinn steckt. Ohne den hättest du nicht einmal an diese ganze Sache denken können. 42:34

Du würdest diesen privaten Gewinn gern loswerden und kannst es nicht – sonst ist es einfach … Du hast überhaupt keinen Gedanken, wenn nicht etwas für mich dabei herausspringt. Dann bin ich einfach nicht darin. Es kann nicht sein, dass ich an etwas denke, von dem ich nichts zurückbekomme. Das heißt, du erkennst diese ganze Situation und willst durch sie hindurch weiter durchbrechen. Das nennt man lo liShma. Das ist ein sehr hoher Zustand, der höchste Rang, den ein Mensch in dieser Welt erreichen kann. Danach tritt er schon in die Spiritualität ein. Das ist dann nicht mehr diese Welt, sondern die spirituelle Welt.

Ja.

Schüler: Was ist die richtige Arbeit gegenüber einem Freund, bei dem es dir scheint, dass er dich oder andere geringschätzt? Wie … du ihn und die Gemeinschaft zum Ziel?

Rav: Über die Gemeinschaft haben unsere Lehrer viele Dinge geschrieben. Auch die früheren Kabbalisten haben geschrieben. Ich glaube, es gibt keinen Kabbalisten, der nicht über die Gemeinschaft geschrieben hätte. Aber sie haben, weißt du, kurze Dinge geschrieben: Man muss dies und jenes machen. Entweder war es für ihnen klar, oder es gab wohl noch andere Schriften über die Gemeinschaft. Und sie haben auch nicht so viel geschrieben.

Du weißt, wie teuer es war zu schreiben. Wo gab es Papier? Woher gab es Papier? So etwas war einfach … allein es zu bekommen, das war … Der Rebbe hat mir erzählt, wie es war, was für ein Problem das war. Wir denken ja, bitte, wir haben es hier im Überfluss.

Sie haben also nicht viel geschrieben, aber diese Sache – hier und da sehen wir wirklich, dass jeder Einzelne von ihnen sie berührt hat. Und für Menschen, die das wirklich als etwas nehmen, ohne das man sich der Spiritualität nicht weiter nähern kann, gibt es darin sehr viele Fragen. Ich weiß nicht … wie man sich zu diesem und jenem stellt – tausendundeine Art. Ich glaube nicht, dass man für jeden Zustand ein Rezept geben kann. Aber aus allem, was sie geschrieben haben, aus ihren Regeln, muss uns klar sein, wie wir uns zu allen möglichen Erscheinungen stellen müssen.

Du fragst nach einem Freund, der geringschätzt: Wenn es ein Freund ist, der wirklich die ganze Zeit mit mir zusammen war, und ich sehe plötzlich, dass er heute geringschätzt, dann kann es sein, dass er in einer Krise ist – dann muss ich ihm helfen. Im Gegenteil, ich muss noch ein paar Freunde nehmen und mich um ihn kümmern wie um einen Menschen, der aus dem zehnten Stock auf den Boden gefallen ist und jetzt ohne spirituelle Erkenntnis ist, krank und wirklich ohne Bewusstsein. Ich muss ihm irgendwie helfen, in diesem Zustand weiterzumachen, bis er wieder zu Bewusstsein kommt, bis er gesund ist.

Aber wenn das bei ihm etwas Ständiges ist und er alle möglichen Gemeinschaften vorzieht, die überhaupt nicht in unserem Geist sind, und mit allen möglichen fremden Meinungen hierherkommt und uns Dinge hineinbringen will, die nicht in den Büchern stehen, die uns heilig sind – und das sind vor allem die Schriften von Baal HaSulam und Rabash …

46:38

Schüler: Nein, davon spreche ich nicht. Ich spreche davon, dass er dich nicht größer macht, sondern kleiner. Es gibt in der Gruppe eine Art Verhältnis der Gegenseitigkeit, und ein Mensch investiert, und er … Wir haben über die innere Arbeit gesprochen, dass er den Freund größer machen will und die …

Rav: Sagen wir, die ganze Gruppe ist in einem Zustand, in dem sie ihm kein Erwachen gibt. Und keine Erhebung. In so einem Fall lohnt es sich, ein paar Leute aus der Gruppe zu nehmen und nur mit ihnen zu arbeiten. Und gemeinsam mit ihnen den anderen ein Beispiel zu zeigen, aber ohne Reden – ein Beispiel zeigen. Wenn sie hören wollen, kann man ihnen auch sagen: Uns reicht es, so im Sitz der Spötter zu sein, und wir haben beschlossen, dass wir aus diesem Zustand ein wenig herauskommen wollen. Wenn ihr wollt, schließt euch an; wenn nicht, dann nicht. Aber so können wir nicht weitermachen. Das war's.

So kann der Mensch es allein machen, und so kann er sich ein paar Freunde nehmen, die ihm dem Geist nach nahe sind und mit denen es ihm leichter fällt. Das war's. Dafür muss man sich nicht in Gruppen organisieren. Das kann frei sein, jeder kann sich anschließen, das war's. Aber man muss in irgendeiner Form suchen, wie man diesen Zustand durchbricht. Und hier lohnt es sich, glaube ich, nicht einmal, Ratschläge zu geben – sucht selbst nach Ratschlägen; dieses Suchen selbst ist die Arbeit, die Segen bringt.

Ja.

48:11

Schüler: Rav, wie kann ich hören, wenn … die Größe des Ziels, wenn man schon fähig ist, über die Größe des Ziels zu sprechen, besonders … … bekommen wir aus der Kabbala?

Rav: Wie kann ich von der Gemeinschaft über die Größe des Ziels hören, wenn ich nichts höre, wenn sie nicht darüber sprechen? Zuerst einmal muss man darüber sprechen. Und jeder muss ein paar Worte dazu sagen. Einfach so, hier und da – aber die Hauptsache ist das Beispiel. Du musst dich bemühen, dass sie an deinen Handlungen sehen, dass du es tust, weil dir das Ziel wichtig ist – dass das dein Antrieb ist, die Handlungen zu machen.

Sagen wir, wir haben einen Betrieb. In diesem Betrieb müssen wir alle möglichen Dinge machen. Nimm diese Video-Abteilung: Sie haben mir einen Plan gegeben. Für den kommenden Monat haben sie einen Plan. Keine andere Abteilung hat einen gegeben. Nicht einmal die Küche hat mir einen Plan gegeben, womit sie uns füllen wollen. Das war's. Die Video-Abteilung hat es gemacht, sie hat mir einen klaren Plan gegeben: Das machen wir, und das, und das, und wozu wir diese Termine brauchen – das ist für Moskau, das für Amerika, das für Litauen; wir müssen Leute dafür vorbereiten, jedem, der fährt, wirklich ein Set mitgeben.

Man sieht, wie sehr die Leute in die allgemeine Verbreitung eingebunden sind, in alles. Das gibt mir eine große Wichtigkeit dieser Abteilung gegenüber. Ich verstehe, dass sie die Erkenntnis der Wichtigkeit haben, das Ziel, wirklich etwas. Aber außer dass sie solche guten Dinge machen, sogar mit Plan und mit allem, müssen sie zeigen, warum sie es machen: Sie machen es, weil die Göttlichkeit das Höchste ist, das sie bei sich haben wollen. Sie wollen es erwerben. Sie wollen aufsteigen – und das müssen sie mir zeigen. Das war's. Bei jeder einzelnen Handlung, die der Mensch macht, muss er also diese seine Absicht gegenüber den anderen Menschen hineinlegen. Und dann kommt es um ein Vielfaches zu ihm zurück.

50:46

Schüler: Und wenn die Freunde einfach dasitzen und nicht reden?

Rav: Die Leute reden also nicht darüber und nicht … und du siehst an dem, was er macht, nicht, dass es ihm wichtig ist. Dann zuerst einmal: Wolltest du es überhaupt sehen? Wenn du es sehen wolltest, dann wirst du es auch sehen. Sagen wir, sie haben eine Sukka gebaut. Steig nach oben und denk nach: Was verpflichtet sie, eine Sukka zu bauen? Irgendetwas verpflichtet sie, richtig. Der Schöpfer hat ihnen einen Willen zur Spiritualität gegeben, ein wenig zu irgendetwas, und sie sind hier, und deshalb kommen sie und bauen eine Sukka.

Das heißt, dieser Wille ist nicht ihrer, sie haben ihn nicht erlangt, sie machen es nicht in voller Erkenntnis dessen, wie wichtig es ist. Sondern der Schöpfer hat ihn ihnen gegeben. Das heißt, Er hat ihn ihnen gegeben. Sie haben also etwas, das Er gegeben hat, und es wirkt in ihnen. Schon dadurch hast du eine Wichtigkeit für diesen Menschen – aus dem, was in ihm ist. Es hängt also von dir ab, ob du das siehst oder nicht siehst.

Sogar wenn einfach ein Mensch hierherkommt, dasitzt und lacht, egal was – aber er kommt hierher. Schau ihn dir an wie deinen Nachbarn, nu? Aber er kommt hierher. Das heißt, entweder hat er selbst schon Treibstoff gefunden, um hierherzukommen, oder der Schöpfer hat ihm Treibstoff gegeben. Aber am Ende hat er innen etwas Spirituelles, das ihn vom Haus, vom Bett hierherschleppt. Das ist der „Teil Gottes von oben" in ihm. Den schätzt du – diesen Teil, nicht seinen Körper.

52:39

Schüler: Rav, wenn wirklich … Ich habe das verstanden, aber ich sage etwas anderes: dass ich … Überwindung will, zu wissen, wie ich darauf schauen soll, wie sie etwas machen.

Rav: Man kann nicht die ganze Zeit darüber reden. Du musst … Dein Problem ist, dass du nicht an dir selbst arbeiten willst, um es mit deinen eigenen Augen zu sehen – auch in Zuständen, in allen möglichen Zuständen, und bei Menschen, die es nicht so sehr zeigen. Du denkst, du willst die ganze Zeit hören – nach fünf Minuten hast du es satt. Du musst deine Empfindsamkeit erhöhen, um diese Dinge in den anderen zu sehen. Das war's. Über diese Dinge war es überhaupt nicht üblich zu sprechen, nur ein wenig, hier und da. Aber die Hauptsache ist: Wir müssen ein Beispiel sehen. Und in den Artikeln, so wie Rabash schreibt – über die Wichtigkeit des Schöpfers zu sprechen, ja. Gut, nu. Hoffen wir, dass wir von Fluch zu Segen übergehen.

Schüler: … wenn ein Mensch schließlich in einen Zustand kommt … und Erfolg zu haben und zu geben. Und er, und sein Leben – sagen wir, er muss ja überhaupt für den Lebensunterhalt arbeiten …

Rav: Du fragst, ob du schon gewürdigt wurdest, in der Handlung zu sein, in Handlungen des Gebens – um zu empfangen, um zu geben⁷, ja? Das heißt, du hast dich korrigiert, sogar deine Gefäße des Empfangens, so dass du mit ihnen schon um zu geben arbeitest, und du arbeitest irgendwo. Und ob du dann bei deiner Arbeit im „Empfangen um zu empfangen" arbeitest? Ich verstehe nicht. Was ist daran wichtig, welche Handlung du machst? 54:59

Es geht doch darum: Was heißt „geben um zu geben", „empfangen um zu geben", „empfangen um zu empfangen", „geben um zu empfangen"? Das sind die Absichten. Das ist nicht die Handlung, nicht die Tat selbst. Ich kann von jemandem empfangen und bin damit ein Gebender. Ich kann jemandem geben und empfange dabei in Wahrheit. Was ist daran wichtig, welche Handlung ich mechanisch mache? Die Korrektur ist die Korrektur der Absicht, nicht die Korrektur der Tat.

Die Tat selbst, physisch, mit den Händen, ändert sich nicht. Deshalb steht geschrieben: „Die Welt geht ihren gewohnten Gang." Was heißt „die Welt geht ihren gewohnten Gang"? Dass alles gleich aussieht. Nur die Absicht ändert sich – wozu man die Dinge macht. Und weil sich die Absicht ändert, ruht in dieser Welt das Höhere Licht und füllt uns. Und dann kommen Fülle und Ruhe und Ewigkeit und Vollkommenheit in die Welt.

Aber die Natur selbst: Das Glas bleibt ein Glas, das Buch bleibt ein Buch. Nur die Absichten im Menschen ändern sich, und als Folge davon kommt, sagen wir, positive Energie in die ganze Welt, auch in das Unbelebte, das Pflanzliche und das Tierische. Auch nachdem der Maschiach gekommen ist – das heißt, wenn alle in dieser Welt ihre Absicht auf „um zu geben" korrigiert haben –, werden Kindergärten und Schulen arbeiten, und alles wird sein wie jetzt. Wir werden sicher weniger Systeme brauchen: Gefängnisse, Krankenhäuser, all solche Dinge, die wir jetzt angeblich brauchen, um irgendwie das Verkrümmte, das Linke, zu korrigieren. Aber nur die Absicht jedes Einzelnen.

Du gehst auf die Straße: dieselben Menschen, Busse, Taxis, Autos, alles dasselbe – die Absicht ändert sich. Du gehst in den Laden, in den Supermarkt, du kaufst ein, du bezahlst. Alles wird dasselbe sein. Die Absicht wird die Wirklichkeit verändern. Wegen der Absicht wird in allen ein völlig anderer innerer Zustand ruhen. Die Menschen werden durch diesen materiellen Zustand hindurch leben, sie werden die Spiritualität bis zur höchsten Stufe leben, und sie werden darin keinen Mangel spüren. Ganz im Gegenteil: Gerade durch die Gegenstände und die Handlungen, die von der Absicht scheinbar am weitesten entfernt sind, werden sie das andere Ende spüren, das höchste, und jede Stufe wird eine einzige Stufe sein.

Und du fragst mich: Wenn sich in mir die Absicht von „um zu empfangen" zu „um zu geben" geändert hat und ich heute Morgen zu meiner Arbeit komme – was dann? Wie stellst du dich zum Chef? Wie stellst du dich zur Arbeit? Sicher stellst du dich anders dazu, deine Absicht hat sich geändert. Aber die Handlungen, die du bei der Arbeit machen musst – machst du dieselben Handlungen? Wenn es Handlungen sind, die man machen darf. Es gibt verbotene Handlungen, die man auch jetzt und auch später nicht machen darf, das war's. Aber wenn du sie jetzt nicht machst, dann entweder aus Angst vor Strafe oder wegen des Lohns, den du in der Kommenden Welt verlierst, und so weiter; dann wirst du sie aus der Erkenntnis heraus machen, dass ich dazu nicht fähig bin.⁸

59:28

Schüler: Du sprichst eigentlich zum Beispiel von der mittleren Stufe, von dem, der nicht … Sagen wir also, wenn du kommst, das heißt, wenn ein Mensch in irgendeinen Zustand kommt …

Rav: Hast du Angst, dass die Gemeinschaft dich auslacht, wenn du schöne Handlungen machst?

Schüler: Auch davor … Der Mensch kann dabei in einen Zustand geraten von … unterm Strich entscheidet er.

Rav: Ich weiß nicht, wovon du genau sprichst. Ich habe mit dem Menschen gelebt, der sehr hoch über dem Machsom war. Und ich habe an seinen Handlungen keine besonders seltsamen Dinge gesehen. Es gab solche, über die ich mich wirklich gewundert habe. Sagen wir: Ich will in einen Laden gehen und fragen, was etwas kostet, und in einen zweiten und in einen dritten, und wählen, wo es billig ist und wo teurer, und so weiter, ja. Es gab Fälle, in denen er mir das nicht erlaubt hat. Warum? Das ist „Diebstahl des Bewusstseins". Du gehst in einen Laden, du fragst, und er denkt, du kommst zum Kaufen. Dabei kommst du nur, um von ihm etwas zu bekommen, ohne ihm eine Gegenleistung zu geben – um Informationen von ihm zu bekommen, ja? Über dies und das und jenes.

Es gab solche Fälle, in denen er es nicht erlaubt hat; es gab Fälle, in denen ja, und Fälle, in denen nein. Ob es üblich ist oder nicht üblich, all solche Dinge – in solchen Dingen war er sehr genau. Sehr genau. Aber außer solchen Dingen, die noch nicht für uns sind, war ihm anderes egal. Sagen wir – ich habe dieses Beispiel schon einmal gegeben –, damals gab es eine Zeit mit einer Steuer auf das Auto. Für zwei Jahre legst du irgendeine große Geldsumme an.

Schüler: Die Anleihe „Frieden für Galiläa".

Rav: Was? Ich erinnere mich nicht, ja, so etwas in der Art. Ich wollte ein neues Auto kaufen.

62:09

Schüler: Eine freiwillige Anleihe.

Rav: Ah?

Schüler: Eine freiwillige Anleihe, so etwas.

Rav: Ich weiß nicht, das ist so eine Anleihe, bei der du dem Staat für zwei Jahre Geld leihst, so etwas. Ich erinnere mich, dass mich das Auto plötzlich 14.000 Schekel mehr kosten sollte. Da habe ich ihm gesagt: Schau, was da passiert, der Staat nimmt noch einmal 14.000 Schekel – abgesehen davon, dass die Hälfte des Autos ohnehin ihre Steuern sind. Da sagte er nur: Nu, und was? So … als ob das … Dann nimmt der Staat es eben. Ich weiß nicht, manchmal hatte er eine seltsame Herangehensweise, wie er sich zu den Dingen stellte.

Aber das sind Dinge, die ein Mensch von außen normalerweise weder sieht noch spürt. Und die Absichten – ob ich so in einen Laden gehe, um zu fragen, oder ob ich zahle und das Auto kaufe oder nicht kaufe –, das sind alles innere Dinge. Von außen hättest du gar nichts gesehen. Ich verstehe es nicht: Es gab an seinen Handlungen nichts zu lachen und nichts, worüber man sich freuen oder weinen könnte. Er war ein alter Mann wie gewöhnlich, wirklich ganz gewöhnlich. Deshalb verstehe ich nicht, woran man bei deiner Arbeit oder an dem Ort, an dem du bist, sehen soll, ob du im „um zu empfangen" oder im „um zu geben" bist. Was?

Schüler:

Rav: Diese ganze Arbeit ist eine innere Arbeit, die innerste, die es im Menschen gibt. Und ich glaube nicht, dass du dich an dem Ort, an dem du bist, wirklich öffnest, wirklich alles nach außen bringst, was da ist. Man würde es dir auch gar nicht erlauben, wenn du wolltest. Es interessiert niemanden. Kurz gesagt: Das ist kein Problem.

Ja, wo sind wir?

(Ende der Lektion)