Tägliche Lektion2. Sep. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 24 (1988) (03.11.2002)

Rabash. Artikel 24 (1988) (03.11.2002)

2. Sep. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohfassung ohne abschließendes Korrekturlesen. Fehler möglich.

Morgenunterricht 03.11.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Artikel „Was bedeutet „Das Verborgene gehört dem Ewigen, und das Offenbare gehört uns“ in der Arbeit"

Rav: „Was bedeutet „Das Verborgene gehört dem Ewigen, und das Offenbare gehört uns“ in der Arbeit" Wochenabschnitt „Nizawim", aus dem Buch „Dwarim", „Schlawej haSulam" Band 3, Seite 213.

Rabash will hier die Frage beantworten: Warum wurde die Wirklichkeit so erschaffen, dass wir nicht in der Endkorrektur sind – nicht in der Kraft, nicht im Vermögen, nicht in der Erlangung, nicht im Verstehen, sondern in doppelter Verhüllung, in Verwirrung, einfach völlig abgetrennt von allen Ursachen, Kräften und Einsichten? Und das alles nur, damit wir auf dem Weg zum korrigierten Zustand Unterscheidungen erwerben – Kelim, ohne die wir unsere Wirklichkeit im korrigierten und guten Zustand nicht fühlen würden.

Unser Gehen auf das Ziel zu baut uns nämlich auf. Auf keine andere Weise hätte man dieses Kli machen können, das die Endkorrektur fühlt – nur so wie wir, die wir diese Kelim sind, die sich wirklich von null an immer weiter und weiter vervollkommnen bis zum korrigierten Zustand. Und nicht, dass wir etwas tun könnten; sondern die Notwendigkeit der Korrektur zu erkennen, und von wem sie abhängt, und was die Korrektur selbst ist – das ist es, was wir tun, was wir enthüllen müssen.

Das nennt man „Das Verborgene gehört dem Schöpfer, unserem Gott": die Absicht um zu geben, also der korrigierte Zustand, die Korrektur. Und „das Offenbarte uns und unseren Kindern": dass es sich uns nach und nach von Ihm her enthüllt. Entsprechend nehmen wir die neuen Eigenschaften auf, die neuen Unterscheidungen, die man Kelim nennt, und dann fangen wir an, in die spirituellen Zustände einzutreten, bis wir zur Endkorrektur kommen. Das ist im Grunde der Artikel.

In jedem einzelnen Zustand – je nachdem, wie der Mensch die Notwendigkeit und die Ursachen für diesen Zustand fühlt und was sein wahrer Punkt ist, in dem er in diesem Zustand steht: dass er auf der einen Seite nichts weiß, verwirrt ist, nicht versteht und keine Kraft hat, von der Seite seines Kli her, das völlig leer ist, ohne Erkenntnis, ohne Ziel und ohne Kräfte, und das von sich aus gar nichts hat. Das ist die eine Seite, und die nennt man den Punkt von Malchut. Und von der anderen Seite enthüllt er auch den Punkt von Keter: dass der Schöpfer kann und vermag und ganz gut ist, dass das das Ziel ist, das Höchste und das Erwünschteste – er enthüllt den Punkt von Keter dieses Zustands. 3:34

Wenn der Mensch diese beiden einander völlig entgegengesetzten Dinge enthüllt, dann heißt das, dass er dieser Stufe tatsächlich würdig ist, und dann macht der Schöpfer diese verborgenen Dinge. Aber der Mensch muss dafür die Vorbereitung enthüllen, und die Vorbereitung besteht darin, diese zwei entgegengesetzten Punkte zu enthüllen: die Wichtigkeit des Schöpfers, wie man sagt, und die Niedrigkeit des Geschöpfs.

Und wieder dieselbe Frage: Wozu braucht der Schöpfer das? Das Geschöpf braucht es, um in dieser Kluft zu fühlen; denn gerade in dieser Kluft, zwischen dem einen und dem anderen, haben wir das ganze Kli, das das Ziel empfängt. Das war's.

Ja, bitte.

4:22

Schüler: Auf Seite 218 unten und 219 oben schreibt er, dass der Schöpfer dem Menschen eigentlich die Kraft geben könnte, die Absicht zu ändern. Und warum tut er es nicht? Damit der Mensch die Tora empfangen kann. Hier ist nicht klar, worum es bei der Tora geht, was die Wichtigkeit der Tora ist … Wir dachten, die Tora sei ein Mittel, um zu …

Rav: Tora nennt man die Kraft, die den Menschen korrigiert, und die Kraft, die den Menschen erfüllt. Tora kommt von „Ora", Licht. Dieses Licht kommt als Licht zur Korrektur der Kelim und als Licht zur Erfüllung der Kelim – all das nennt man Tora. Was der Mensch tut, ist die Vorbereitung, und die nennt man Mizwa; und das Licht, das ihn infolgedessen erfüllt, nennt man Tora.

Was fragst du dazu?

Schüler: Dann ist nicht klar, wozu die Tora nötig war. Er hätte dem Menschen doch die Kraft geben können zu korrigieren, die Kraft, die Erfüllung zu empfangen, er hätte …

Rav: Nein. Der Schöpfer gibt dem Menschen die Kraft, sich zu korrigieren – und zwar in dem Maß, wie der Mensch enthüllt, dass er sie braucht und dass er sie vom Schöpfer bekommen muss. Das nennen wir das Erheben von MaN. Das Erheben von MaN ist die Gesamtheit der Bedingungen, der Unterscheidungen, der Gefühle und der Erfahrung; alles zusammen nennen wir Reshimo, das den Höheren erweckt, dem Unteren zu helfen. Nicht, dass der Höhere nicht wollte – sondern der Höhere befindet sich auf einer höheren Stufe. Wenn dein Wille die höhere Stufe erweckt, ist das ein Zeichen, dass du ein Teil von ihr sein kannst. Und darum geht es bei der Bitte.

Das heißt, eine Bitte ist keine Bitte, sie ist die Angleichung des Kli an den Höheren. Und dann erfüllt der Höhere dein Kli, und durch die Erfüllung bist du dem Höheren gleich. Das nennt man, dass du auf seine Stufe aufgestiegen bist. Du siehst das – solange man diese Zustände nicht bis zum Ende durchmacht.²

Ja, bitte.

6:45

Schüler: Warum ist es so, dass der Mensch, wenn er Anstrengung gibt und enthüllt, dass der Wille zu empfangen selbst schlecht für ihn ist, und auch … durch die Kelim aus dem Willen zu empfangen, irgendeine Hilfe von außen braucht … Warum enthüllt sich das so?

Rav: Warum enthüllt sich der Wille zu empfangen im Menschen nicht von selbst, sondern der Mensch muss große Anstrengung geben, um den Willen zu empfangen überhaupt erst zu öffnen, damit er herauskommt und er ihn sieht? Weil der Wille zu empfangen, der sich im Menschen enthüllt, dem Menschen Leid bringt. Denn ein Wille enthüllt sich ohne Erfüllung, als Mangel. Der Wille zu empfangen kann also vom Menschen gar nicht gefühlt werden, wenn er nur Leid bringt – der Mensch kann ihn nicht ertragen.

Wie viel erträgt man denn? Eine kleine Stufe weit. Ich kann meinen Willen zu empfangen zwischen meiner Stufe und einer höheren Stufe ertragen. Würde sich mein Wille zu empfangen von meiner Stufe bis zur Unendlichkeit enthüllen, dann würde ich einfach sofort nicht – das ist ein Leid, von dem man überhaupt nicht verstehen kann, was es ist. Das ist das Leuchten der schwarzen, furchtbaren Malchut. So aber enthüllt sich mir nur ein kleines Stück der Kluft zwischen mir und der Unendlichkeit – dort ist alles voll und bei mir ist alles leer –, aber ich fühle das in einem sehr, sehr kleinen Maß.

Sagen wir so: Ich fühle die Unendlichkeit in einer Entfernung von höchstens 125 Stufen, und dann kommt mir mein Zustand im Vergleich zum Zustand der Unendlichkeit nicht so schlimm vor – und dann kann ich ihn ertragen. Man enthüllt dem Menschen das Maß seiner Entgegengesetztheit zum Guten entsprechend seiner Bereitschaft zu leiden, und die Bereitschaft zu leiden ist im Menschen sehr begrenzt. Deshalb ist diese ganze Skala, der ganze Weg von uns bis zur Unendlichkeit, in 125 Stufen aufgeteilt. Sagen wir es so – man könnte ihn auch in sehr viel mehr aufteilen. 9:22

Und in dem Maß, wie ich diese Kluft zwischen mir und der Unendlichkeit enthülle – „zwischen mir und der Unendlichkeit" heißt: zwischen mir und einer höheren Stufe, die mir jetzt als das Ziel erscheint –, in dem Maß komme ich zum Kli.

Nun, um zu einem Kli zu kommen, gibt es viele Bedingungen. Denn ein Kli nennt man einen Mangel, der würdig ist, die spirituelle Erfüllung zu empfangen; einen Mangel, der es wert ist, dass der Schöpfer ihn erfüllt, sich in ihm niederlässt, in ihm weilt. Wie? Dieser Mangel muss dem Schöpfer entsprechen. Dem Schöpfer entsprechen heißt: in derselben Absicht, um zu geben.

Und dann enthülle ich, dass ich nicht „um zu geben" bin und der Schöpfer sich nicht mit mir vereinigen kann. Was kann ich also tun? Es entsteht die Erkenntnis, dass ich mich korrigieren muss. Mich selbst zu korrigieren, das kann ich auch nicht. Also fange ich an zu verstehen, dass ich mich an Ihn wenden muss. Und dabei enthüllt sich, dass es von Anfang an von seiner Seite so vorbereitet war: dass ich, indem ich mich an Ihn wende, schon anfange, mich mit Ihm zu vereinen, mich mit Ihm zu verbinden. Und die Summe dieser Verbindung ist das Ziel.

Das heißt: So sehr uns unser Zustand jedes Mal mehr und mehr als das Gegenteil und als weit entfernt von der Kedusha erscheint – gerade er ist der geeignete für die Verbindung, für die Anhaftung, für das Erlangen des Ziels. Und der ganze Weg ist in sehr, sehr viele Stufen aufgeteilt, weil wir die Kluft zwischen uns und der Unendlichkeit nicht auf einmal enthüllen können. Wir hätten diese Kluft nicht überspringen und anfangen können, etwas mit ihr zu machen. Auch so, wenn uns auf jeder Stufe zum ersten Mal der Wille zu empfangen enthüllt wird, erscheint er uns einfach wie das Schilfmeer: Man kann es nicht durchqueren, unmöglich. 12:01

Danach fangen wir nach und nach an zu sehen: Nein, es ist in Ordnung, es geht irgendwie. Warum ist es in Ordnung und möglich? Gewöhnung gibt es nicht; in der Spiritualität ist alles Unterscheidungen, Kräfte, Kräfteverhältnisse. Was heißt dann, dass es geht? Es kommt einfach nach und nach ein Leuchten von oben, ein Umgebendes Licht, und gibt uns das Gefühl, dass es nicht schlimm ist – dass es gegen diese Kluft und gegen diesen Willen zu empfangen Kräfte und Erfüllungen gibt und alles. Es gibt also Menschen, die weglaufen, wenn sie diese Kluft fühlen, und es gibt solche, die ein wenig angezogen werden und danach durch Lernen und Beharrlichkeit an dem, was sie getan haben, sehen, dass es nicht schlimm ist.

Ja, bitte.

12:59

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen einem Kabbalisten, der zur Endkorrektur gekommen ist, und jemandem in der Zeit der Vorbereitung in der tierischen Welt?

Rav: Was der Unterschied ist zwischen einem Kabbalisten, der auf spirituellen Stufen ist – noch nicht in der Endkorrektur, sagst du; in der Endkorrektur ist es dir klar, das ist schon nicht mehr wichtig, ja, gut –, also einem, der noch nicht zur Endkorrektur gekommen ist, und einem Kabbalisten, sagen wir, der noch gar kein Kabbalist ist, aber dem Ziel nach schon Kabbalist heißt und in der Zeit der Vorbereitung ist, das heißt noch in der Absicht „um zu empfangen" ist, während jener schon in der Absicht „um zu geben" ist. Was ist also der Unterschied zwischen ihnen? Der Unterschied liegt in der Absicht.

Schüler: Und in der tierischen Welt, was ist da der Unterschied?

Rav: Was denn? Was macht es aus, ob in der tierischen Welt oder in der spirituellen Welt, unter Engeln oder unter Tieren? Wir sprechen vom Menschen selbst; es ist nicht wichtig, wo er ist, in welcher Umgebung. Wir sprechen von seinem Verhältnis zur Wirklichkeit, und sein Verhältnis zur Wirklichkeit ist der Unterschied in der Absicht. Nu, nu, dreh die Frage um, bitte, ich bin bereit.

Du schaust auf die Wirklichkeit: Wenn ich die Wirklichkeit sehe – die Autos, die Busse, die Menschen, die Häuser –, ändert sich das oder ändert es sich nicht? Ob ich jetzt unterhalb des Machsom bin oder oberhalb des Machsom, in der Endkorrektur oder auf der ersten Stufe, wo ich gerade mit dem Einführungsvortrag angefangen habe: Was ist der Unterschied? Die Wirklichkeit ändert sich nicht. Der Bus und das Haus und die Kinder und die Frauen und die Bücher und die Gruppe bleiben dasselbe. Ich ändere mich, von der Absicht „um zu empfangen" zur Absicht „um zu geben". Was ändert sich sonst noch? Hier lernen wir „Was bedeutet ‚Das Verborgene gehört dem Schöpfer, unserem Gott'" – was ändert sich? Das nennt man Absicht.

Ja, bitte.

15:09

Schüler: Das heißt, dass der Unterschied … nur Spiritualität?

Rav: Der Unterschied zwischen dieser Welt und der kommenden Welt ist ein Unterschied in der inneren Absicht des Menschen in seinem Verhältnis zur Wirklichkeit – zur Wirklichkeit, also zu allem, was er fühlt. Das war's. Aber wenn du anfängst, im Zurückkehrenden Licht zu sehen, dann erscheint dir die Wirklichkeit völlig anders. Das heißt, wie die Wirklichkeit sich zeigt – „sich zeigt", ja?

Schüler: Erscheint.

Rav: Erscheint. Dir erscheint sie anders. Aber das ist subjektiv. Was heißt „erscheint"? Du siehst das Haus nicht plötzlich als etwas anderes, sondern sein Wesen in der Absicht der Schöpfung und im Ziel der Schöpfung siehst du anders. Bisher schaust du auf jedes einzelne Ding, und es scheint dir: Es existiert, und du weißt nicht einmal, wozu und warum und so. Hier aber enthüllst du in jedem Ding die zielgerichtete Ursache und womit du wirklich durch jedes einzelne Ding helfen kannst – dass jedes Ding eine Ursache und ein Ziel hat.

Die Absicht ändert die Wahrnehmung, aber das ist alles, was sich ändert. Von außen nicht.

Jetzt kannst du sagen: Aber wir haben doch gelernt, dass es außer mir das Höhere Licht gibt, das die ganze Wirklichkeit erfüllt, und außer ihm nichts, der Rest ist Illusion. Was ist also mit diesem Kabbalisten, der in dieser Welt ist – sieht er nur das Höhere Licht, oder sieht er auch Häuser, Kinder, Frauen, die Gruppe, Freunde, Essen, alle möglichen Dinge? Oder sieht er das Höhere Licht, das die Wirklichkeit erfüllt, und er ist mitten in dieser Wolke aus Licht, ja?

Was schaust du mich so an? Ist das verwirrend?

Schüler: Ein bisschen.

Rav: Ein bisschen. Nu, wenn wir von diesem Höheren Licht sprechen, das die ganze Wirklichkeit erfüllt, dann sprechen wir nicht von unserem Sehen, von unserem Fühlen; wir sprechen von der Vorsehung, die die ganze Wirklichkeit erfüllt und die ganz und gar gut ist. Und nicht, dass Häuser und Kinder und Tiere und diese ganze Welt und das Universum verschwinden. Die Illusion ist nicht die Illusion, ob das existiert oder nicht existiert; die Illusion liegt in der Absicht, wozu es existiert.

Und dann kannst du weiter fragen: Aber wir haben doch darüber gesprochen, dass wir fünf Sinne haben und die Wirklichkeit nur mit Hilfe der fünf Sinne so empfangen; dass wir, wenn wir andere Sinne hätten, die Wirklichkeit anders sehen würden – auch die Wirklichkeit selbst, nicht nur unsere Absicht, ja? Sondern … ja? Nun, was heißt „andere Sinne"? Was für andere Sinne könnte es geben?

18:35

Schüler: Verlangen.

Rav: Verlangen, sagst du. Ändern sich unsere Verlangen? Fünf Verlangen. Gibt es diese Sinne, fühlt man; gibt es diese Sinne nicht, fühlt man nicht. Dann kannst du sagen: Also verschwinde ich aus dem Körper. Der Körper stirbt, ich bleibe in meinem spirituellen Körper bestehen, der materielle Körper ist tot. Wie fühle ich dann die Wirklichkeit? Und fühle ich durch meinen spirituellen Körper die materielle Welt? Die Sinne verschwinden ja. Sehe ich das Haus? Sehe ich nicht. Sehe ich die Menschen? Sehe ich nicht. Was sehe ich denn, wie fühle ich, was verschwindet, was nicht? Ja? Verwirrend? Ein bisschen.

Also müssen wir sagen, dass diese Dinge entsprechend den Sinnen sind, entsprechend den Sinnen. Das war's. Das heißt: So wie du jetzt auf die Welt schaust und die Äußerlichkeit der Dinge siehst, ja? – die materiellen Kleider, weil deine Sinne nur materiell sind. Füge spirituelle Sinne hinzu, dann wirst du auch die spirituellen Kleider sehen, die es in der Wirklichkeit gibt, also spirituelle Kelim, entsprechend deiner Stufe und unterhalb deiner Stufe. Was über deiner Stufe ist, wird dir alles als Licht erscheinen. In dem Maß, wie du aufsteigst, wird sich dieses Licht auch zu Kelim und Erfüllungen zusammenziehen.

Verstehst du, in dem Maß, wie der Mensch aufsteigt … Das Licht, das man Unendlichkeit nennt – sagen wir, jeder Rosh heißt Unendlichkeit, ja? Aber das ist der Rosh des Parzuf, der ihm gegenüber Unendlichkeit heißt. Wenn ich aber über seinem Rosh bin, dann ist sein Rosh für mich keine Unendlichkeit; das ist ein Rosh, den ich verstehe, den ich aufnehme. Ich verstehe, was er in seinem Rosh nicht erlangt, ich erlange etwas in seinem Rosh. Und dementsprechend ist das alles nach den Sinnen.

Ja, bitte.

21:16

Schüler: Kann es einen solchen Zustand geben, dass ein Mensch … Wir lernen ja aus diesem Artikel, dass eigentlich der ganze Zustand … Der Mensch kommt zum Zustand des Gebens nur dadurch, dass er seine Entgegengesetztheit zum Schöpfer enthüllt, seinen entgegengesetzten Zustand. Und diese Entgegengesetztheit enthüllt er nur durch die Mühe und die Anstrengung, die er macht, um dorthin zu kommen. Daraus schließe ich: Wenn es einem Menschen so vorkommt, als würde er die Erkenntnis des Bösen von sich aus enthüllen – nicht daraus, dass er dorthin gekommen ist, sondern er selbst hat sie enthüllt –, dann ist das einfach eine Lüge. Meine Frage ist: Ist das eine Lüge?

Rav: Wenn der Mensch fühlt, ist das keine Lüge. Wenn er denkt, dass er es enthüllt hat …

Schüler: Ja.

Rav: … dann ist es eine Lüge, ja. Wir sagen, dass alles nur durch das Licht geschieht. Es kann kein Gefühl im Willen zu empfangen geben, wenn es kein Licht gibt; ein Gefühl entsteht nur aus zwei entgegengesetzten Dingen. Das Gefühl ist die Kluft zwischen zwei Dingen – die bringt das Gefühl hervor.

Ja, bitte.

Schüler: Müsste die Verwirklichung des Ziels der Schöpfung sich nicht auch, sagen wir, in der Beseitigung des ganzen Leids ausdrücken, so wie wir es in dieser Welt kennen? Müsste das nicht … Das ist eine Anknüpfung an Uris Frage. Gibt es eine Veränderung, die man auch in der Wirklichkeit fühlen muss, so wie … heute, ja? Ich verstehe es nicht.

Rav: Nu, nu.

Schüler: Das Ziel der Schöpfung ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun, ja?

Rav: So sagt man, dass das Ziel der Schöpfung ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Manche sagen es.

Schüler: Meine Frage ist folgende: Wir sagen aber, dass unsere Welt bleiben wird, wie sie ist, und dass sich in der Endkorrektur nur das Verhältnis ändert.

Rav: Unsere Welt bleibt in der Endkorrektur genau dieselbe wie jetzt, ja. Denn die Korrektur gehört zur Absicht „um zu geben" und nicht zum Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen.

Schüler: Aber ich versuche trotzdem zu prüfen, wie diese Korrektur der Absicht auf die Wirklichkeit wirken wird, so wie sie …

Rav: Auf die Wirklichkeit wird es so wirken, dass diese Welt besser sein wird. Und es wird auch im Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen besser sein, es wird Veränderungen zum Guten geben.

23:26

Schüler: Aber besser oder gut?

Rav: Gut.

Schüler: Das heißt, die Menschen werden weiter einander umbringen?

Rav: Ob die Menschen einander werden umbringen müssen? Vielleicht ja, ich weiß nicht, was das … Wenn es „um zu geben" ist, für die Korrektur, dann kann es sein, dass ja. Ich weiß es nicht. Sagen wir: Wirst du das Vieh nicht schlachten, um es zu essen? Sicher doch.

Schüler: Das Vieh ja – aber meinen Freund?

Rav: Den Freund, ich weiß nicht, der Freund ist … Alles wird nach der Absicht geprüft, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben.

Schüler: Irgendjemand wird in dieser Geschichte leiden, das heißt … Wenn das Ziel ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun, dann muss es gut sein. Baal HaSulam schreibt auch …

Rav: Ich habe euch den Satz nicht ohne Grund in dieser Form gesagt, damit du verstehst, dass die Absicht „um zu geben" das Entscheidende ist. Das war's. Und die Handlung – nenne es Schlachten, nenne es Diebstahl, nenne es, wie du willst –, die ist nicht wichtig. Ob so etwas sein kann, weiß ich nicht, ja oder nein. Wenn die wahre Absicht „um zu geben", ja?, es erfordert, dass diese Sache geschieht, dann wird sie geschehen. Das war's. Was kümmert es mich, in welcher Form sich das materiell verwirklicht.

Schüler: Kann man nicht sagen, dass es sich in einer Form ausdrückt, wie ich …

Rav: Ich will nichts weiter dazu sagen und will über die Handlung überhaupt nicht nachdenken. Ich sage: Die Absicht „um zu geben" wird die Handlungen bestimmen, die wir tun werden. Das war's.

Baal HaSulam sagt: Wenn eine Gemeinschaft korrigiert sein will, dann muss man jeden, der nicht in der korrigierten Form in dieser Gemeinschaft sein will, ohne jedes Erbarmen aus der Gemeinschaft ausschließen. Was heißt „ohne jedes Erbarmen"? Sogar wenn wir wissen, dass wir ihn jetzt den Wölfen vorwerfen, weiß nicht wem; oder ob dann der Wolf beim Lamm sein wird, ich weiß nicht, sie werden zusammen leben, paarweise, ich weiß nicht was, ja? Aber er sagt, dass man einen solchen Menschen aus der Gemeinschaft hinauswerfen muss.

Es kann sein, dass wir ihn dann aus der Gemeinschaft hinauswerfen, das heißt aus der Gruppe und aus der Stadt und aus dem Land, ich weiß nicht was. Weil wir an seinem Verhalten sehen, dass er höchst schädlich ist und man nichts machen kann. Und für ihn ist auch das eine Korrektur. Man kann ihn auf keine annehmbare Weise, aus der Absicht „um zu geben" heraus, korrigieren. Ich weiß es nicht, es kann sein. Du siehst, dass er so schreibt.

Schüler: Genau, er schreibt auch im Artikel „Die letzte Generation", wo er versucht, diese Wirklichkeit jener Tage zu beschreiben, und da schreibt er … dass sie tatsächlich gefährlicher ist. Da gibt es ein solches Beziehungsgefüge …

Rav: Sogar in „Die letzte Generation" schreibt er, dass es solche geben wird, die nicht ganz einverstanden sind, die wir aber aufnehmen, weil sie bereit sind, es zu erfüllen, obwohl sie es nicht verstehen. Das heißt: Diese Schichten innerhalb des Willens zu empfangen sind so niedrig, dass es Menschen gibt, die den Status von Tieren haben. Und dann sollen sie eine solche Erfüllung auf sich nehmen, und das war's – ohne wirklich volle Erkenntnis dessen, was in der Wirklichkeit ist.

Aber wie kann es sein, wenn es die Endkorrektur ist, dass sie kein volles Gefühl haben werden? Sie werden es haben, aber durch uns und nicht durch sie selbst, und das aus der Einbeziehung heraus. Die allgemeine Malchut schließt in sich sehr besondere, niedrige Verlangen ein, alle möglichen solchen. Schon halb … Verstehst du: neunundneunzig Prozent unbelebt, nur ein Prozent, sagen wir, pflanzlich. Nu, was willst du machen? Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, aber du siehst, dass er sogar in „Die letzte Generation" sagt, dass es dort alle möglichen Arten von Menschen geben wird.

Ja, bitte.

27:35

Schüler: Von einer anderen Seite: Ab und zu sagst du, dass wir das Leid, das es in der Welt gibt, auf uns nehmen und sagen müssen, dass es passiert, weil wir nicht gut arbeiten. Wenn das so ist, dann muss ich wohl damit rechnen, dass meine Arbeit hier einem Menschen in seinem täglichen tierischen Leid helfen kann. Ja? So ist es. Ich kann ihm auch helfen …

Rav: Der Mensch muss sagen: „Für mich wurde die Welt erschaffen", damit ich die Welt durch meine inneren Handlungen korrigiere. Und wenn die Welt leidet, leidet sie meinetwegen. Meinetwegen. Wäre ich korrigiert, würde die Welt nicht leiden – so enthüllt es der Mensch. Nach und nach enthüllt er diese Wirklichkeit. Das war's.

Und dann verpflichtet uns das und stellt uns wirklich in die Verantwortung für alles, was geschieht. Er sagt, dass die ganze Korruption und die Morde und alles, was es in der Welt gibt, wegen des Volkes Israel da ist. Wenn das Volk Israel das erkennen würde, sähe es anders aus als heute. Stell dir vor, wenn wir das annehmen würden: Wir würden uns wirklich verantwortlich fühlen, schuldig. Und in Wahrheit ist es so.

Ja, bitte.

Schüler: Was ist „Tun vor Hören"? Wie kann man etwas tun vor dem Hören?

Rav: Nein, darauf gehen wir heute nicht mehr ein.

Ja, bitte.

Schüler: Du hast gesagt, dass die Welt erschaffen wurde, damit wir sie korrigieren?

Rav: Die Welt wurde erschaffen, damit wir sie korrigieren? Das würde ich nicht sagen. Die Welt ist nicht verdorben, wir sind verdorben. Was habe ich an der Welt zu korrigieren? Korrektur gibt es nur in der Absicht „um zu geben", und die gehört zum Menschen. Soll ich die Bäume korrigieren, die Steine, die Tiere, das Vieh? Haben sie eine Absicht „um zu empfangen", die ich zu „um zu geben" korrigieren müsste?

Das ist nur bei uns, und bei jedem Einzelnen nur in uns selbst. Das gehört zur Korrektur. Außerhalb von mir gibt es nichts zu korrigieren. Und ich kann es auch gar nicht korrigieren, auch wenn es mir so scheint. Es ist Dummheit, wenn ich hingehe und bei jemandem die Absicht „um zu geben" korrigieren will. Das liegt in seiner Wahl, in seiner Erkenntnis des Bösen, in seinem Verstehen, ob es von ihm abhängt oder nicht von ihm abhängt, in seinem Sich-Wenden an den Schöpfer. Deshalb heißt es die Lehre des Verborgenen: dass niemand das berühren kann außer dem Menschen selbst.

30:16

Schüler: In dieser Zeit, die wir jetzt durchmachen, fühlt man an irgendeinem Punkt Scham darüber, dass wir den Schöpfer verfluchen. Was kann man mit dieser Scham machen?

Rav: Wenn ich fühle, dass ich mit dem Schöpfer nicht einverstanden bin, mich gegen Ihn auflehnen will, Ihn verfluche – was muss ich dann tun? Entweder will ich diesen Gedanken auslöschen; vielleicht habe ich Angst, dass es mir von Ihm her schlecht ergeht, weil ich so denke. Oder ich benutze diesen Gedanken als Mittel, um gerade damit wirklich etwas zu tun.

Das hängt davon ab, wem ich jedes Mal zuschreibe, was in mir geschieht. Wenn ich diesen Gedanken zum Beispiel dem Schöpfer zuschreibe, dann hat der Schöpfer mir diesen Gedanken zielgerichtet geschickt, damit ich etwas damit mache. Dann behandle ich diesen Gedanken schon wie einen Besitz. Und wenn ich denke, dass dieser Gedanke von mir kommt – nicht Er ist die Ursache, sondern ich –, dann will ich ihn sofort entweder auslöschen oder verwischen, damit er mir nichts Schlechtes bringt.

Das hängt alles davon ab, woran wir die Ursache für alles, was geschieht, aufhängen. Das bestimmt am Ende, wie wir uns zur Wirklichkeit verhalten: entweder so, dass ich sie nur übertünchen will, sie irgendwie rosa anmalen – oder so, dass ich mich zielgerichtet und nützlich zu ihr verhalte.

Schüler: Und was ist mit den Dingen, die wir getan haben, im Rückblick – was kann man mit dem Gefühl der Scham machen …

Rav: Das Gefühl der Scham. Da sage ich dir wieder: Wenn ich einfach Scham fühle, dass ich Sein Gegenteil bin, dann ist das die Scham darüber, dass der Hausherr mir gegeben hat. Dann will ich den Hausherrn auslöschen oder mich aus der ganzen Sache zurückziehen, nur um keine Scham zu fühlen. Wenn ich aber fühle, dass Er mir diese Scham zielgerichtet schickt, dass sie von Ihm kommt, dann wird sie wirklich zum Sprungbrett.

32:25

Schüler: Wenn man den Machsom überschreitet, gibt es, sagen wir, ein Gefühl der Scham vor dem, der das Vergnügen gibt. Und im Rückblick gibt es das auch für alles, was du bis heute durchgemacht hast.

Rav: Nein, wieso denn? Nein. Du sagst „überschreitet den Machsom". Schon vor dem Machsom, mein Lieber, wirst du sehen, dass du überhaupt nicht an die Vergangenheit denkst. Was für eine Vergangenheit? Es gibt keine Vergangenheit. Wer an die Vergangenheit denkt, ist wirklich wie Lots Frau: Er wird zu einem Salzklumpen, zu etwas, das nicht verdirbt, das man nicht essen kann, ohne das man aber auch nicht sein kann – nur so, dass man es dem Essen zufügt.

Schüler: Ich habe von einer Rechtfertigung für alles gehört, was geschehen ist.

Rav: Eine Rechtfertigung der Vergangenheit? Dass ich diese ganze Vergangenheit durchgemacht habe, um Kelim, Unterscheidungen für die Gegenwart zu sammeln? Alles ist so bis zur Endkorrektur. Was denn, sitze ich in der Endkorrektur da und denke daran, wie ich früher geschwitzt habe, ei, ei, ei, so, wie ein Greis, ja? Du hast diese Alten gehört: „Wir sind so gekommen …" und so weiter.

Es gibt … In Kürze, ich verspreche es dir, mach weiter, du wirst sehen, dass die Vergangenheit für dich überhaupt keine Wichtigkeit haben wird. Du wirst sie nur für die Gegenwart brauchen. Das war's. Du wirst nicht denken: „Aber ich habe es nicht so gemacht, und das wird nicht sein, und das war nicht in Ordnung." Dieses Verhältnis wird ausgelöscht werden, denn es ist nicht in Ordnung. Das bist überhaupt nicht du. Dafür muss man nicht den Machsom überschreiten, schon lange davor.

Ja, bitte.

Schüler:

Rav: Was heißt Kühnheit? Frechheit? Ah, er denkt, er ist mutig und haut so Fragen raus. Nu, nu. In Ordnung.

Schüler: Das ist etwas, wozu ich noch nicht gekommen bin …

Rav: Ah, in Ordnung.

Schüler: Was geschieht bei der allgemeinen Endkorrektur von allen? … Noch einmal?

Rav: Ob es einen Zyklus zurück gibt? Wenn alles zu „um zu geben" korrigiert wurde und alle Unterscheidungen da sind, sodass wir uns mit der Anwesenheit des Schöpfers erfüllen können und Ihm in gleicher Höhe gleich sind – wozu brauchen wir dann noch eine Runde?

Schüler: … das Licht der Unendlichkeit, äh, dann kommt man zum Licht der Unendlichkeit …

Rav: Nein, nein, nein, aber du hörst nicht, was ich geantwortet habe. Den ganzen Weg, den wir durchmachen – gerade in diesem Artikel, den wir jetzt gelernt haben, erklärt er das sehr schön –, den ganzen Weg brauchen wir, um die Unterscheidungen einzusammeln, um das Kli aus allen möglichen Eindrücken aufzubauen. Ja? Und wenn dieses Kli fertig ist – ich habe von allem Eindrücke bekommen, ich habe alles entschieden, ich habe alles verstanden, und alles ist gut, schön und richtig, eines mit dem anderen verbunden –, dann habe ich wirklich ein Kli. Ja? Aus diesem Kli heraus empfange ich jetzt die Enthüllung der Göttlichkeit in vollem Maß, weil dieses Kli Ihm völlig gleicht, in seiner Absicht der Absicht des Schöpfers.

Und welchen Grund gäbe es noch, dass sich etwas zurück ändert, oder was?

Schüler:

Rav: Wozu sollte es sein, dass … Nein, es gibt Ursache und Wirkung. Welche Ursache könnte es also geben, dass ich wieder in das Zerbrechen und in den Fall und in den Abstieg gerate und wieder in die Korrektur? Was müssen wir denn noch erlangen?

36:10

Schüler: Du hast auch gesagt … dass diese ganze Welt zur Endkorrektur kommen wird.

Rav: Du meinst die Endkorrektur, also dass alle, alle Seelen, zur Endkorrektur kommen.

Schüler: Das heißt, dem Licht der Unendlichkeit gleich zu werden …

Rav: Dem Licht der Unendlichkeit gleich zu werden, wie es war.

Schüler: Es hat sich selbst eingeschränkt. Wenn alle zu diesem Zustand des Lichts der Unendlichkeit kommen, also Licht der Unendlichkeit zu sein – warum dann eigentlich das Licht der Unendlichkeit …

Rav: Nicht Licht der Unendlichkeit zu sein, sondern zu sein gemäß …

Schüler:

Rav: Nein, der Handlung nach zu sein, ja? – gleich dem Licht der Unendlichkeit, das man Schöpfer nennt.

Schüler: Und dann?

Rav: Und dann, was dann? Ich kann es dir nicht sagen. Was dann? Es gibt ein Danach, gerade danach gibt es ein „dann". Bis dahin hast du dein Kli korrigiert. Jetzt kannst du mit diesem korrigierten Kli weiterarbeiten, du hast alle Unterscheidungen, du bist schon bereit. Sagen wir so: Dann heißt du ein Erwachsener, gleich dem Schöpfer. Jetzt nimmt Er dich als Partner, der Ihm in allem gleich ist, für etwas, von dem wir schon nicht mehr wissen, was es ist, das ist schon …

Schüler: Die Geheimnisse der Tora.

Rav: Die Geheimnisse der Tora, ja.

Schüler: Was geschieht mit jemandem, der in dieser Welt zur Endkorrektur kommt, sagen wir in diesem Umlauf, und …

Rav: Zur Endkorrektur kann ein Mensch, der nicht in dieser Welt ist, nicht kommen, nur damit du es weißt. Die Endkorrektur ist ein Zustand, zu dem wir hier kommen, während wir hier in dieser Welt leben: dass unsere innere Absicht ist, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben, über das Maximum, über alles, was sich in mir enthüllen kann.

Ja, bitte.

Schüler: Er kommt also, sagen wir, in dieser Welt zur Endkorrektur – und was geschieht dann von ihm aus gesehen, weiter? Das heißt, in welchem Zustand ist er dann, sagen wir zurück, um anderen Menschen zu helfen, ihnen zu geben, oder …

Rav: Schon bevor er zur Endkorrektur kommt, um zur Endkorrektur zu kommen – du lernst das noch nicht, in der „Einführung in die Lehre der Zehn Sefirot" lehrt er es –, gibt es dort eine Stufe, die heißt „im Leid der Allgemeinheit mitleiden", und danach „des Trostes der Allgemeinheit gewürdigt werden".

Das heißt: Zu meiner persönlichen Endkorrektur kann ich nur kommen, wenn ich mich von meiner Seite aus mit allen Seelen verbinde, nicht von ihrer Seite. Von meiner Seite verbinde ich mich mit allen Seelen und korrigiere sie von meiner Seite dadurch, dass ich in ihrem Leid mitleide: Ich nehme ihr Leid, nehme es in mich auf, erhebe es zum Schöpfer, und auf diese Weise empfange ich für sie die Korrektur und korrigiere sie.

Was heißt dann „sie korrigieren"? Ich korrigiere meinen persönlichen Teil, der durch die Einbeziehung in jeder einzelnen Seele ist. Und wenn ich meine Verbindung korrigiert habe, meine Einbeziehung, meinen Teil, der mit allen Seelen verbunden ist, dann heißt das, dass ich zur Endkorrektur gekommen bin. Was heißt das? In all diesen Kelim gibt es schon die Erfüllung der Endkorrektur, das heißt, dass ich zur Endkorrektur gekommen bin. Wie fühlen die übrigen Seelen das? Sie werden es fühlen, oder sie fühlen es ein wenig; das heißt, es hilft ihnen mit Sicherheit.

39:30

Schüler: Das heißt, dass es schon keinen Weg zurück gibt zu … Es gibt keinen Weg zurück, das heißt, es gibt keinen Zustand eines Weges zurück, die Endkorrektur ist …

Rav: Sagen wir so: 99 % der Menschheit – sagen wir, alle Seelen außer einer einzigen – sind zur Endkorrektur gekommen. Bei dieser einen Seele, die noch nicht angefangen hat, sich zu korrigieren – das ist einfach ein theoretischer Fall, ja? –, sind dann, sagen wir, 99 von hundert Teilen korrigiert. Denn all die Korrigierten haben sie korrigiert: Durch ihre Einbeziehung haben sie in dieser Seele korrigiert, und nur sie selbst hat sich nicht korrigiert.

Sie fühlt also nicht, dass sie zu 99 % korrigiert ist, weil sie nichts hat, wodurch sie es fühlen könnte: Ihr Teil, ihr Punkt im Herzen, ist noch schwarz und tot. Aber in dem Moment, in dem sie jetzt, sagen wir, anfängt, an diesem Punkt zu arbeiten, wird sie sofort anfangen zu fühlen, dass alles für sie bereit und alles geordnet ist. Verstehst du. Das heißt, sicher hilft derjenige, der Korrekturen macht, um zur Endkorrektur zu kommen, damit allen Seelen.

Ja. Nein, Moment, Moment, lass ihn. Er hat gesagt, dass er zwei Fragen hat. Es waren schon drei, nicht schlimm, nu.

Schüler: Das war schon die zweite Frage. Ich habe die Frage einfach gestellt, weil ich meinte …

Rav: Also gut, bist du zufriedengestellt? Gelobt sei der Schöpfer. Nein?

Schüler:

Rav: Besser, im Mangel zu bleiben – das ist eine sehr gute Eigenschaft.

Ja, bitte.

41:09

Schüler: Wie würden Sie die Verbindung nennen, die es zwischen Menschen gibt, überhaupt – diese Verbindung, die es in der Gemeinschaft gibt, das, was die Gemeinschaft vereint? Wie würdest du diese Verbindung nennen?

Rav: Die Verbindung zwischen Menschen, die man als Gemeinschaft bezeichnen kann? Dass jeder fühlt, dass er ohne die anderen nicht zur Korrektur, zur Erfüllung, zur Spiritualität, zum Schöpfer kommen kann, egal wozu. Das nennt man Gemeinschaft. Das war's. Auf höchst egoistische Weise: Ich brauche sie, sonst bin ich tot. Das war's, nicht mehr. Wie in jeder anderen Gemeinschaft.

Es heißt nicht ohne Grund „Freunde", „Gruppe"; sie haben dafür kein anderes, besonderes Wort gefunden, weißt du, was auch immer. Sondern weil auch in unserer Welt gilt: Wenn wir in etwas Erfolg haben wollen, müssen wir uns vereinen, einander vertrauen und so weiter. Hier ist nur der Unterschied im Ziel.

Schüler: Was ich meinte, ist die Verbindung in der Gemeinschaft überhaupt, nicht unbedingt in „Bnei Baruch". Die Verbindung, die es zwischen Menschen gibt, die in einer Gemeinschaft leben – kann man diese Verbindung etwas Heiliges nennen?

Rav: „Heilig" nennt man es, wenn es in Richtung des Schöpfers geht, das nennt man heilig. Abgesondert. „Um zu geben" nennt man heilig. Warum? Weil heilig heißt: abgesondert von „um zu empfangen". Verstehst du, das Wort „heilig" ist das Wort „abgesondert": „Du bist mir geweiht" – du bist mir allein bestimmt, ja? Nur mir und nicht anderen, das ist das Wort „heilig". Ich weihe das Ihm, ja? Das war's. Das heißt, ich sondere es nur für Ihn ab. Das nennt man heilig: die Weihung an einen Bestimmten.

Und weil es in der Schöpfung nur zwei Teile gibt, nicht mehr, „um zu empfangen" und „um zu geben", heißt heilig das, was abgesondert ist von … Sag statt „heilig" einfach „abgesondert". Das war's. Wozu solltest du dich mit deinen Stigmata verheddern – was ist „das Heilige", ich weiß nicht was, „heilig"? Einfach: abgesondert. Abgesondert von mir, weil es in mir noch nicht ist, ich es noch nicht erworben habe.

44:00

Schüler: Ich habe es nicht so ganz verstanden.

Rav: Wieso hast du es nicht verstanden? Was gibt es nach dieser Definition zu verstehen? Alles ist klar.

Schüler: Was heißt „abgesondert"?

Rav: Abgesondert? Dass sie nicht in meiner Natur ist. Frag, ich antworte dir. Je klarer und einfacher die Definitionen sind, desto gesünder ist es, es gibt keinen Raum für Irrtum. Es wird zu einfach, und du stehst vor der Wand, dass du etwas tun musst. Ich verstehe, dass dir das keine Möglichkeit lässt zu fliehen, aber – ist das gut? Nu, nu, wir werden sehen.

Es gibt Menschen, die gerade, weißt du, alle möglichen Träume mögen, alle möglichen Fantasien; das gibt eine gewisse Schönheit, einen gewissen Geschmack. Und so: „um zu empfangen, um zu geben, tja, tja, tja" – und was weiter? Bremse, und das war's.

Ja, bitte.

Schüler: Worin besteht die Vorbereitung, um die Kluft zwischen mir und dem Schöpfer zu fühlen? Worin besteht die Vorbereitung selbst?

Rav: Die Vorbereitung, um die Kluft zwischen mir und dem Schöpfer zu fühlen, liegt nur im Willen, Ihn kennenzulernen. Wenn ich Ihn kennenlernen will, wenn ich anfange, Ihn zu enthüllen, sehe ich, dass Er mein Gegenteil ist. Ich kann mich nicht darauf vorbereiten, Ihn als das Entgegengesetzte zu erkennen – woher weiß ich, was entgegengesetzt ist und was nicht? Dadurch, dass ich den Punkt im Herzen enthüllen will, etwas, das höher ist als ich, sehne ich mich quasi nach Ihm, sehne mich danach, Ihn zu verstehen, zu erkennen, Ihn zu öffnen – oder eine höhere Wirklichkeit, egal wie man es sagt.

Wir sind noch verwirrt, wir … Uns scheint, dass all diese Dinge verschiedene Dinge sind: die spirituelle Welt und der Schöpfer und die Welten und eine höhere Wirklichkeit, als wären das viele Dinge und nicht eines. Der Sprache nach kommt es uns so vor, und so ist es nicht. Was du enthüllst, ist der Schöpfer. Dein Verhältnis, deine Verbindung mit dem Schöpfer – das nennt man Welten, Stufen.

So wie ich mit dir: Wir haben ein Beziehungsgefüge, heute näher, morgen ferner, und dann ändert es sich so und so. Du bittest, ich antworte; ich bitte, du tust. Und so – das nennt man Welten. Die Verbindung.

46:58

Schüler: Ist das Gefühl beständig? Oder, sagen wir: Ich fühle die Wirklichkeit 24 Stunden durch meine Sinne – fühlt der Kabbalist die Beziehungen auch ununterbrochen, oder gibt es auch weniger?

Rav: Das Gefühl „du – Schöpfer"³ ändert sich im Geschöpf die ganze Zeit. Rechts, links, Mitte, Reshimot, Geben, Erwachen von oben, alles; es gibt eine Menge Ursachen für die Veränderung des Gefühls. Man rüttelt unser Gefühl die ganze Zeit auf. Sonst wären wir … Wenn es nicht die Reshimot von innen gäbe, auf die das Licht von außen einwirkt und alles aufrüttelt und alles bewegt – wenn es das nicht gäbe, würden wir uns nicht ändern. Wir selbst, wodurch sollten wir uns ändern? Ein Kli kann sich von selbst nicht bewegen; die Lichter rütteln die Kelim auf – „Lichter", das heißt Reshimot.

Nu, sind wir fertig?

(Ende der Lektion)