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Internationaler Kongress der Gruppe „Bnei Baruch", Sukkot 2003
Lektion in der Nacht von „Hoshana Raba", 16.10.2003
Rav: Nachdem unser Vorvater Abraham die Weisheit der Kabbala empfangen hatte, entwickelte sich dieser Zustand bis zu den Urvätern. Baal HaSulam erklärt uns, warum der erste Kabbalist damals nicht wirklich die ganze Tora empfing, sondern nur die Methode zur inneren Selbstkorrektur. So ging er mit seinen Söhnen, mit seinen Schülern voran. Es war eine große Gruppe. Davon wird nicht erzählt, wenn man sagt: Abraham, Isaak, Jakob, dazu ein paar Söhne und etwas Familie, Elieser und wer sonst noch dort war.
Aus der Erzählung der Tora könnten wir vielleicht denken, dass es nur wenige Menschen waren. Es waren nicht wenige, es waren viele Menschen, eine ziemlich große Gruppe. Denn hinter jedem Mann dort stehen sechs¹, und hinter jedem Namen steht, wie man sagt, eine ganze Lehre, eine besondere Richtung in der Enthüllung der Spiritualität, sowohl bei Isaak als auch bei Jakob.
Kurz gesagt: Es waren nicht wenige Menschen, nicht einfach irgendeine kleine Familie mit 12 Söhnen. Trotzdem reichte ihre Anzahl nicht aus, damit man ihnen die Tora gibt. Von Abraham bis Mose ging es trotzdem in einer kleinen Gruppe voran, und alle kamen entsprechend ihrer kleinen Awiut voran – im Spüren der Spiritualität, in einer solchen Nähe zur Spiritualität, dass sie die Methode der Korrektur eigentlich nicht empfangen mussten.
Erst als sie sich aufteilten und vermehrten und das Verlangen zu empfangen wuchs, als sie nach Ägypten zogen, dort hineingingen und von dort das ganze große Verlangen zu empfangen der Ägypter mitnahmen – sieben Jahre der Sattheit, sieben Jahre des Hungers –, kamen sie in einen Zustand, in dem das Verlangen zu empfangen wirklich ausreichend gut war. Sieben entspricht, wie ihr wisst, dem ganzen Parzuf Seir Anpin, der sowohl in der Füllung mit den Lichtern von oben war als auch danach in der Entleerung. 3:06
Wir wissen: Nach dem Aufstieg kommt ein Abstieg, und der Abstieg ist schon die Enthüllung der Gefäße, sodass es danach etwas zu korrigieren gibt. Das heißt, sie „zogen mit großem Besitz aus Ägypten aus". Was bedeutet „mit großem Besitz"? Mit großen Gefäßen des Verlangens zu empfangen. Dann muss man ihnen wirklich die Tora geben, um sie voranzubringen, um ihnen etwas zum Korrigieren zu geben. Auf diese Weise erzählt uns die Tora, was geschieht. Mose, der sozusagen die Fortsetzung dieser ganzen Kette von Kabbalisten war, war schon ein Kabbalist, dem die Methode der Korrektur für ein ganzes Volk offenbart wurde. Also nicht für eine kleine Gruppe von Menschen, sondern eine Methode für die Enthüllung und Korrektur eines ganzen Volkes.
Er und alle seine Schüler, die er lehrte, waren sicherlich in der inneren Enthüllung der Spiritualität. Gleichzeitig führte Mose aber auch die äußere Erfüllung der Mizwot ein. Dadurch wollte er eigentlich Zweig und Wurzel verbinden: Dem Volk, dieser Gruppe von Menschen, die schon so groß geworden war wie ein Volk, wollte er die Bräuche geben, und diese Bräuche haben spirituelle Wurzeln.
Im Brauch selbst ist eigentlich nichts. Er ist auf der unbelebten Stufe: Mach damit, was du willst – wie du das Unbelebte auch bewegst, es bleibt unbelebt. Trotzdem: Wenn du dieses Unbelebte benutzt, bringst du dich in einen unbelebten Rahmen. Dieser Rahmen bewegt sich nicht, er besteht, und er lässt dieses Volk, diese Herde, nicht davonlaufen.
So baute Mose die Nation auf: nach der Einteilung in Kohanim, Leviten und Israel, nach der Einteilung in Zehner, Hunderter, Tausender und Zehntausender innerhalb der Nation. Eine sehr, sehr besondere Pyramide, geprüft, streng, genau nach der Pyramide, der Hierarchie, die in der Spiritualität existiert. 05:57
Er machte es genau so, dass er uns, wenn wir die Erzählung lernen, wie er sie auch für das einfache Volk geschrieben hat, damit zugleich lehrt, was oben in den spirituellen Welten geschieht. Diese Erzählung soll uns eigentlich nach oben erheben und uns nicht einfach bei den Zweigen lassen, die keinerlei Nutzen haben – ob wir sie erfüllen oder nicht. Sondern alles hängt von der inneren Absicht ab, von der inneren Korrektur, von der inneren Erfüllung der Handlungen und Ratschläge, die uns die Kabbalisten hinterlassen.
Nach diesen Feiertagen lernen wir: Nach dem Auszug aus Ägypten, nachdem der Mensch in der ersten Enthüllung, in der ersten Annäherung an die Spiritualität, aus seinem Verlangen zu empfangen herauskommt, fängt er an, die Eigenschaft von Bina zu erreichen. Das macht er während der 49 Tage des Omer-Zählens.
Denn in Seir Anpin haben wir sieben Sefirot, und jede besteht aus sieben eigenen Einzelheiten – insgesamt 7 mal 7, 49 Tage, in denen alle Sefirot von Seir Anpin anfangen, besondere Korrekturen zu empfangen. Beim Omer-Zählen lesen wir jeden einzelnen Tag am Abend, wenn ein neuer Tag beginnt. Der Tag fängt mit der Finsternis an, mit der Enthüllung der Gefäße, und danach kommt der Tag, die Korrektur der Gefäße: „Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag."
Wir lesen also jeden Abend über die Korrekturen beim Omer-Zählen – wenn ihr es im Gebetbuch lesen wollt –, dass ich heute diese und jene Sefira von allen 49 Sefirot der Seele korrigiere: Chessed in Chessed, Gwura in Chessed, Tiferet in Chessed, alle übrigen Sefirot in Chessed. Danach in Gwura, danach in Tiferet, danach in Nezach und so bis Lag baOmer, das in der Mitte liegt und für uns alle Sefirot de… versiegelt. 8:18
(Zeichnung) Ja? Was haben wir? Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod und Malchut. Über Malchut sprechen wir schon nicht mehr. Wir haben hier also 7 und 7 und 7, das sind 28. Plus wie viel?
Schüler: 21.
Rav: Entschuldigung, 21 plus 7 sind 28. Plus 5: Hod in Hod, Hod de Hod. Hod heißt Malchut de Seir Anpin, Malchut in Malchut in Seir Anpin; hier (in der Zeichnung) schneiden wir Hod ab. Wenn wir bis hierher mit den Korrekturen gekommen sind, haben wir Korrekturen auf allen vorherigen Sefirot und sicher auch weiter. Malchut de Seir Anpin und Jessod, das insgesamt die Summe von allem ist, was in Seir Anpin ist, und Malchut, die empfängt, was hier ist: Wenn wir zur Sefira 33 gekommen sind, sind wir fertig, Lag baOmer. Dann sind wir schon sicher, dass das, was wir an Lichtern haben, von hier an weiter in die Gefäße eintreten wird und die Korrekturen am ganzen Parzuf Seir Anpin abgeschlossen sind. Das ist der Feiertag Lag baOmer. Danach kommen wir zu 49 Sefirot und treten in Malchut ein. Das heißt Fest der Toragabe, Shawuot. Wir haben empfangen. 10:01
Danach geschieht, was uns die Tora erzählt, und sie erzählt uns genau von unserer Ordnung, wie wir hindurchgehen. Ihr wisst: Die Gefäße sind zwar schon in der Welt Nekudim zerbrochen – das ist das Zerbrechen der Welten –, und danach, in der Welt Azilut, war das Zerbrechen der Seelen, als Adam haRishon zerbrach. Aber das war dort; wir sind noch nicht durch diesen Zerbrechen gegangen. Auch bei uns müssen wir dieselben Zustände durchlaufen, die dem Zerbrechen der Gefäße entsprechen.
Das heißt: Ich habe etwas Ganzes, von dem ich nicht so genau weiß, was es ist, und ich erreiche und spüre diese Sache im Allgemeinen. Aber um sie zu erreichen und zu spüren und sie wirklich ganz zu erwerben, muss ich zur Wurzel des Zerbrechens kommen. Das gleicht eigentlich dem, dass diese Sache in meinen Händen zerbricht. Dahin kommt der Mensch. Obwohl wir nach der Korrektur sozusagen die Tora und die Offenbarung des Schöpfers empfangen, kommt er danach in einen Zustand, in dem er sozusagen in das Zerbrechen eintritt.
Er kommt auch zu so einer Wurzel, wie dort erzählt wird: Als Mose auf den Berg Sinai stieg, machte das Volk Israel inzwischen unten das Goldene Kalb – aus denselben Gefäßen, aus denselben Verlangen nach Or Chochma, den großen Verlangen, dem Verlangen zu empfangen. Er baut inzwischen das Goldene Kalb, und Mose steigt vom Berg Sinai herab. Das heißt: Die Eigenschaft von Bina im Menschen ist in Dwekut mit dem Schöpfer, und alle seine übrigen Verlangen sind inzwischen in einem Zustand, in dem sie unter dem Berg und mit den Klipot verbunden sind. Dann geschieht das Zerbrechen der ersten Tafeln, das ist von Shawuot bis zum 17. Tammus.
Das entspricht dem ersten zerbrechen der Könige, der Könige von DaCHGaT, oder dem ersten Zerbrechen von Adam haRishon. Danach wartet man bis zum ersten Elul; dann gibt es wieder eine Verbindung mit dem Höheren Licht. Das heißt: Mose steigt auf den Berg Sinai, und wir empfangen die zweiten Tafeln. Zwischen den ersten und den zweiten gibt es einen Unterschied: Das erste Zerbrechen betrifft immer die Gefäße von Chochma, das zweite Zerbrechen der Gefäße von Chassadim. So wie der Erste Tempel ein Zerbrechen der Mochin de Chaja ist und der Zweite Tempel ein Zerbrechen der Mochin de Neshama, de Chassadim. 13:10
Dasselbe hier: Die zweiten Tafeln empfängt Mose beim zweiten Mal, als er in Kontakt mit Elokut² ist, in der Offenbarung von Elokut. Diese Offenbarung ist schon eine andere: Bei den zweiten Tafeln gibt es nicht mehr dieselbe Kraft der Tora wie beim ersten Mal. Denn man muss die Tora wirklich so empfangen, wie sie beim zweiten Mal kam – das heißt so, dass sie zur Korrektur von WaK der Gefäße bereit ist.
Beim zweiten Mal steigt Mose vom Berg herab. Er ist vierzig Tage auf dem Berg, sowohl beim ersten als auch beim zweiten Mal. Vierzig ist, wie ihr wisst, das Zeichen von Bina: Mem. Auch die Form des Mem (Zeichnung) sagt uns etwas über Bina: Der Mensch tritt in diesen Buchstaben ein. Wir haben das Mem und auch das Samech, diese beiden Buchstaben. Wenn der Mensch in einem Mem oder Samech ist, ist er in der Eigenschaft des Buchstabens, der ihn von allen Orten und allen Seiten umgibt – das ist die Form der Arche (Tewa).
Wir lernen also, dass sowohl Samech als auch Mem zu den Eigenschaften von Bina gehören. Wenn der Mensch auf diese Stufe kommt, behütet ihn das Or Chassadim. Dann ist er sicher, dass er schon in einem Zustand ist, in dem kein Verlangen zu empfangen ihn zu Fall bringen und zum Zerbrechen oder zur Sünde führen kann. Dann steigt Mose zum zweiten Mal vom Berg Sinai herab, das geschieht an Jom Kippur. Die Gefäße, die sich jetzt an Jom Kippur enthüllen, sind schon Gefäße, die Gmar Tikun entsprechen, nur unkorrigiert.
Deshalb fasten wir an Jom Kippur: Wir trinken nicht, essen nicht und tragen keine Lederkleidung. Denn die Haut ist bei uns – wenn wir den Körper in der Breite zählen (Zeichnung), haben wir Mocha, Azamot, Gidin, Bassar und Or, entsprechend Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut. Und die Haut, diese letzte Stufe, berühren wir nicht. Deshalb gibt es, wie beim Essen und Trinken, das sogenannte Neilat Sandal: Neilat Sandal bedeutet, dass wir uns in der Parssa befinden und sie nicht berühren. Das heißt Neilat Sandal: Es ist uns verboten, Lederkleidung und Lederschuhe zu tragen.
Außerdem das Salben, das ebenfalls zur Haut und zur äußeren Bedeckung darauf gehört: mit Öl, mit dem man den Körper einreibt, meistens Olivenöl. Und was noch, Moment?
17:01
Schüler: Tashmish Mita.
Rav: Und Tashmish Mita. Das heißt: Weil wir keine Gefäße haben, die mit einem Massach vorbereitet sind, können wir sicherlich keinen Siwug zwischen Seir Anpin und Malchut oder zwischen Licht und Gefäßen machen, was in unserer Wurzel³ Tashmish Mita ist, die Nähe zwischen Mann und Frau. Das sind die fünf Kasteiungen, die wir an Jom Kippur haben. Wenn wir sie einhalten, heißt das, dass wir im Materiellen sozusagen den höheren Wurzeln entsprechen, und dann enthüllen sich uns die richtigen Gefäße, die Purim entsprechen, Gmar Tikun.
Zwischen Jom Kippur und Purim haben wir inzwischen – na gut, ich höre, dass man das bei uns eigentlich in einer Nacht macht, diese Woche haben wir schon mehrmals Purim gemacht. Aber dazwischen gibt es noch einige Korrekturen, die man durchlaufen muss. Diese Korrekturen heißen Sukkot, und danach haben wir Chanukka. 18:17
Was machen wir an Sukkot? An Sukkot korrigieren wir die Gefäße von Seir Anpin. Ihr wisst wahrscheinlich sicher von den Vier Arten (Zeichnung). Diese Vier Arten sind der Lulaw und der Etrog: der Etrog entsprechend Malchut, der Lulaw entsprechend Seir Anpin. Und hier haben wir die Hadassim und Arawot, die CHaGaT N"A⁴ de Seir Anpin entsprechen. Dann nehmen wir diese Vier Arten, und die Seele – das ist eigentlich der Mensch – nimmt ihn in die rechte Hand. Und hier gibt es noch viele weitere Gesetze, die man einhalten muss.
Dann tritt der Mensch unter die Sukka, das ist das Or Makif. Man macht sie aus den Abfällen von Tenne und Kelter; das sind die Dinge, die der Mensch sozusagen über seinen Kopf erhebt. Das heißt, er geht im Glauben über dem Verstand. Dann ist er unter diesem Sechach und empfängt Or Makif entsprechend allen Vier Arten, und er ist darin. Auf diese Weise korrigiert er seine Gefäße. Wir haben: „Seine Linke unter meinem Haupt" – wenn ihr euch erinnert, steht im Hohelied: „Seine Linke unter meinem Haupt", das heißt, die linke Hand ist unter der Nukwa, „und seine Rechte umarmt mich".
Das geschieht: „Seine Linke unter meinem Haupt" sind alle Gefäße des Empfangens, die sich aus Malchut enthüllen. Und die rechte Seite, „seine Rechte umarmt mich" – es gibt eine Umarmung der Rechten, und die Umarmung der Rechten ist genau die Sukka, wie sie gebaut ist, auch nach der Hand des Menschen (Zeichnung): Das ist der Arm, hier sind die Finger. Das sind genau die Gesetze, nach denen der Körper des Menschen gebaut ist, und danach ist die Sukka gebaut. Die Umarmung der Rechten nach der Umarmung der Linken. Die Umarmung der Rechten dauert sieben Tage; das ist die Zeit, in der die Umgebenden Lichter in die ganze Struktur von Seir Anpin eintreten: Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod und Malchut.
An welchem Tag sind wir heute eigentlich mit euch?
20:54
Schüler: Am siebten.
Rav: Und beim Eintritt in Malchut. Denn alle diese Lichter kommen letztlich aus Jessod, und Jessod ist eigentlich die Summe aller Eigenschaften, der vorherigen Korrekturen. Jetzt treten alle diese Lichter in Malchut ein, und wenn sie eintreten, versiegelt man sie mit dem, was Simchat Tora heißt: Alle Lichter im korrigierten Seir Anpin treten ein, und dieser Zustand heißt Simchat Tora – das Or Chochma ist in korrigierten Gefäßen.
Trotzdem ist das noch in SaT oder in WaK. Das heißt, alle diese Eigenschaften sind nicht Gmar Tikun: Es fehlt GaR, es ist nur in Seir Anpin. Man muss noch zu GaR kommen, und zu GaR kommt man schon am Tag von Purim. Dort enthüllen sich große Gefäße, die den zehn Söhnen Hamans entsprechen, und diese Gefäße werden korrigiert, das heißt, man weiß, dass es verboten ist, sie zu benutzen.
Der Mensch kann sie nicht korrigieren, sondern sie nur töten: sie nicht benutzen, sie leer lassen, die Lichter aus ihnen entfernen, alle Funken, die dort sind. Dann kommt man zu einer Freude ohne Grenze, ohne Beschränkung, in der alle Gefäße schon korrigiert sind und sich in allen die ganzen hundert Prozent des Or Chassadim und die ganzen hundert Prozent des Or Chochma verkörpern. Das heißt dann schon Gmar Tikun oder Purim. Das ist eigentlich, was mit uns im ganzen Jahreskreis von Pessach bis Purim geschieht. 22:55
Was man betonen sollte: In unserer Welt haben schon alle spirituellen Wurzeln ihre materiellen Zweige berührt, und in unserer Welt ist nichts übrig geblieben, das sich enthüllen müsste, außer Purim. Gemäß den Wurzeln gab es schon den Abstieg nach Ägypten, den Aufstieg aus Ägypten, den Bau der Tempel, sie zerbrachen, den Auszug in vier Exile – entsprechend den 4 Bchinot, die wir in HaWaYaH haben, gab es vier Aufstiege und vier Abstiege –, und wir waren im letzten Exil.
Das heißt: In dieser Welt müssen wir tatsächlich – auch im Materiellen, auch mit uns zusammen, auch wir selbst in der Spiritualität – keine abschließende Handlung mehr machen außer unserer inneren Korrektur, um zur Spiritualität zu kommen. Äußerlich müssen wir nur unsere letzte Korrektur machen, nämlich auch tatsächlich auf der Erde zu Gmar Tikun zu kommen. Alle übrigen Wurzeln haben sich schon vor uns in ihren Zweigen enthüllt.
Nach dem, was Baal HaSulam schreibt, sind wir also ganz bestimmt die letzte Generation⁵, eine Generation, vor der die ganze Vorbereitung abgeschlossen wurde. Wir müssen nur alles vollenden, was die Kabbalisten für uns vorbereitet haben und was wir in allen früheren Gilgulim vorbereitet haben. Jetzt ist der Gilgul, von dem an die ganze Menschheit ganz bestimmt anfängt, auf Gmar Tikun zuzugehen. Ihr habt sicher alles gelesen, was Baal HaSulam in all seinen Artikeln schreibt. Und wir sind die Ersten, die das machen. 25:05
Lasst uns darin also noch einen schönen Schritt machen, indem wir den Sohar lesen. Hoffen wir, dass wir durch das Lernen darin die Umgebenden Lichter auf uns ziehen, die unsere Entwicklung und Korrektur beschleunigen. Beim Lernen ist nicht wichtig, was wir verstehen. Baal HaSulam schreibt am Ende der „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot" – welche Seite?
Vorleser: 198.
Rav: 198, ja? Ja. Er schreibt – oh: „Du sollst wissen, dass die meisten Verfasser der Kabbala-Bücher ihre Bücher nur an solche Leser richteten, die schon die Enthüllung des Angesichts und alle höheren Erreichungen erlangt haben, wie oben erwähnt. Man soll nicht fragen: Wenn sie schon Erreichungen erlangt haben, wissen sie doch alles aus ihrer eigenen Erreichung – wozu müssen sie dann noch in den Büchern der Weisheit der Kabbala von anderen lernen?
Das ist jedoch keine kluge Frage. Denn das gleicht jemandem, der sich mit der offenbarten Tora beschäftigt, aber keinerlei Kenntnis von den Angelegenheiten dieser Welt hat, im Sinne von Welt, Jahr, Seele in dieser Welt, wie oben geschrieben, und der die Begebenheiten der Menschen nicht kennt […]
So ist es auch mit der Sache vor uns: Obwohl der Mensch Erreichung erlangt, und sogar Erreichung aus der Tora von Azilut, weiß er von dort trotzdem nur das, was seine eigene Seele betrifft" 26:51 – nur das, was er selbst enthüllt. Das ist, wie wenn jeder von uns, wäre er in der Welt, irgendeinen kleinen Ausschnitt, ein Stück dieser Welt enthüllen würde und nichts außerhalb davon. „Er muss jedoch auch alle 3 Aspekte – Welt, Jahr und Seele, wie oben – in allen ihren Begebenheiten und Lenkungen mit vollkommener Kenntnis wissen, damit er die Angelegenheiten der Tora verstehen kann, die dieser Welt zugeordnet ist." 27:11
Kurz gesagt: Die Kabbalisten schreiben einander, damit der Mensch einfach in jeder Welt, in der er ist, Bescheid weiß. Und indem er das weiß, und zugleich weiß und Korrekturen macht, richtet er sich gerade und kommt dadurch zu Gmar Tikun. Deshalb lernt jeder Kabbalist Bücher, kabbalistische Werke der anderen Kabbalisten.
Dann fragt er in Punkt 155: „Demnach muss man fragen:" Wenn die Kabbalisten einander Bücher schreiben, warum müssen dann wir lernen? Wir sind doch noch keine Kabbalisten. Ich bin nicht in der Welt Azilut, die ich irgendwie für mich enthüllt hätte, und wollte nun noch irgendwie enthüllen, was all die anderen Kabbalisten im Vergleich dazu enthüllt haben. So wie wenn ich in irgendein Land gekommen bin, dort auf irgendwelchen Pfaden, Wegen und durch Städte reise, und andere Menschen haben andere Orte und Stätten enthüllt und sind dort. Dann interessiert es mich natürlich auch, vielleicht darüber zu lesen. Wenn ich also Kabbalist bin und sie Kabbalisten sind, haben wir natürlich etwas, worüber wir reden können.
Aber er fragt: Wenn das so ist, warum dann wir, die wir überhaupt nicht verstehen, worum es geht? Wir waren nie in der Höheren Welt, wir wissen überhaupt nicht, was das ist. Man erzählt uns allerlei Unsinn, und wir wissen nicht – vielleicht stimmt es, vielleicht nicht, vielleicht existiert es, vielleicht nicht. Wozu sollen wir das also lesen? Da sagt er, dass bei diesem Lernen eine große Sache vorliegt: „Es gibt eine unvergleichlich wunderbare Segula für die, die sich mit der Weisheit der Kabbala beschäftigen: Obwohl sie nicht verstehen, was sie lernen, erwecken sie durch das Begehren und das starke Verlangen⁶, zu verstehen, was sie lernen, die Lichter auf sich, die ihre Seele umgeben." Diese Umgebenden Lichter korrigieren die Seele. 29:18
Deshalb fangen wir jetzt an, den Sohar zu lernen. Wir lesen auch etwas aus „Shaar haKavanot" des heiligen ARI und aus dem Sohar von Rabbi Shimon, und zwar mit dem Kommentar von Baal HaSulam. Das ist dieselbe Seele, die sich reinkarniert und jedes Mal wieder in unsere Welt kommt, um uns den Weg und die Korrekturen zu zeigen, jedes Mal entsprechend der Generation, in der wir uns befinden.
Wir waren mit euch auch in der Generation von Rabbi Shimon, auch in der Generation des ARI, auch in der Generation dazwischen, und auch heute sind wir mit euch in dieser, der jetzigen Generation. Und dieselbe Seele begleitet uns die ganze Zeit, eine sehr besondere Seele. In einer Generation heißt sie „Rabbi Shimon", in einer zweiten „der ARI", in einer dritten „Baal HaSulam", und diese Seele führt uns zu Gmar Tikun.
Wenn wir also nach den Quellen lernen, in denen der Sohar, der ARI und Baal HaSulam zusammen sind, können uns diese Quellen sicherlich ein sehr großes Or Makif bringen. Und es ist nicht wichtig, wie viel wir von dem verstehen, was er schreibt. (Rav liest) „Es gibt eine unvergleichlich wunderbare Segula für die, die sich mit der Weisheit der Kabbala beschäftigen" – das heißt, wir beschäftigen uns trotzdem mit der Weisheit der Kabbala, obwohl wir keine Kabbalisten sind, ja? – „dass, obwohl sie nicht verstehen, was sie lernen" – wir verstehen nicht. Wir werden jetzt lesen, und es ist einfach völliger Unsinn zu denken, dass wir verstehen, worum es geht. Nein.
Auch der Sohar schreibt mit Worten und allerlei solchen Geschichten. Seine Sprache ist die Sprache des Midrasch. An vielen Stellen sieht er aus wie irgendein Erziehungsbuch oder Buch der Ethik. So denken viele Menschen, der Sohar sei Ethik nach der Kabbala. Es gibt wirklich keinen größeren Unsinn, als so zu denken, aber so denkt man.
Das heißt: Die Sprache des Sohar ist uns nicht verständlich, nach dem, was wir hören. Aus dem, was dort geschrieben steht, können wir keinerlei Erreichung, keinerlei Verständnis gewinnen. Aber wenn wir uns trotzdem danach sehnen und verstehen, dass in diesem Buch auf so verborgene Weise … – nicht umsonst ist es ein besonderes Buch, von dem die ganze Menschheit denkt, dass darin wirklich die großen Geheimnisse liegen –, wenn wir uns also danach sehnen, sie zu erreichen … Durch bloße äußere Schlüssel werden wir nichts verstehen.
Über den Sohar hat man schon Doktorarbeiten geschrieben, ihn vorwärts und rückwärts zusammengesetzt, allerlei Gematriot gemacht, gerechnet und allerlei Wörter verbunden – eines im Sprung über das andere, oder jedes zehnte oder jedes fünfte Wort. Was hat man nicht alles mit dem Sohar und der Tora gemacht! Alle diese Übungen bewirken nichts, außer die Menschen zu verwirren. Ihr wollt es wissen? Dafür muss man lernen, sich sehnen, wissen – das heißt, sich danach sehnen, in die Stufen einzutreten, von denen der Sohar spricht, wenn wir zur Welt Azilut kommen.
Wenn wir sehen, worüber der Sohar dort spricht, werden wir den Sohar ganz bestimmt verstehen. Jetzt müssen wir inzwischen ohne jedes Verständnis lesen und uns danach sehnen, auf der Stufe des Sohar zu sein. Das Or Makif kommt zu uns entsprechend dem Verlangen, zu etwas zu kommen, und nicht entsprechend unseren Einbildungen, dass wir schon dort sind. 33:17
Es ist also nicht wichtig, dass wir nicht verstehen. Ebenso die Sache mit der Sprache: Es ist nicht wichtig, ob wir die Sprache verstehen oder nicht. Baal HaSulam hatte Schüler, die seine Erklärungen sprachlich nicht verstanden. Er sprach überhaupt Jiddisch: Er las auf Aramäisch und erklärte auf Jiddisch.
Als ich zu meinem Rav kam, war es dieselbe Geschichte, genauso. Dort waren alte Männer, sechs, sieben alte Männer. Als ich das erste Mal hineinkam, dachte ich, ich kann diese Lektion nicht zu Ende sitzen, neben ihnen, ja? Denn sie sprachen so „ta-ta-ta", mit ihren Gebissen, und jeder hielt es so fest, damit es nicht herausfällt, nicht aus dem Mund springt, ja? Und jeder sprach Jiddisch, und Jiddisch ist so eine Sprache, die sehr schwer zu verstehen ist – das sind halbe Wörter.
Bei meinem Rabbi kam außerdem noch hinzu: Sein Jiddisch war ursprünglich, polnisch. Er hatte vier Töchter und konnte mit einer Tochter so sprechen, dass die zweite Tochter nicht verstand, was er mit der ersten sprach. Im Jiddischen gibt es solche Dinge, dass man so mit Menschen sprechen kann – so viele verschiedene Arten und besondere Dinge. Er sprach überhaupt in Viertelwörtern – ein halbes Wort war schon viel –, ein Viertelwort in jedem Satz. Das ist etwas Wunderliches, sogar für Menschen, die die Sprache selbst gut verstanden. Wenn er zu halben Wörtern überging, war es schwer, aber Viertelwörter verstand niemand außer ein paar solchen, die … Ich bin also in eine Kabbala-Lektion geraten – versteht ihr, was für eine Kabbala-Lektion: Man liest auf Aramäisch und erklärt auf Jiddisch, und dazu in so einem Jiddisch.
Bei Baal HaSulam war es genauso. Als sie zu ihm kamen, hatte er einen sehr bekannten jemenitischen Schüler und einen irakischen Schüler, der später die Tochter von Baal HaSulam heiratete. Sie konnten die Sprache nicht, später lernten sie vielleicht ein wenig. Baal HaSulam sagte immer, es sei nicht wichtig, dass sie sie nicht können – und gerade sie wurden die Führenden in der Gruppe. Der, der die Tochter von Baal HaSulam heiratete, war sehr groß und wirklich ein Kabbalist; er starb sehr jung. Aber diese beiden lernten ohne jede Sprachkenntnis, nur aus dem Sehnen heraus zu wissen, worum es hier geht – so wie vielleicht Koslow bei uns sitzt –, und so traten sie wirklich in die Erreichung der Weisheit ein.
Deshalb ist es nicht wichtig, wie viel wir jetzt von dem verstehen, was wir lesen. Ich werde mich bemühen, hier und da ein paar Worte zu sagen, aber das ist Unsinn. Ich gebe eine Erklärung nur, um euch ein wenig Erhebung, Interesse zu geben, damit ihr ein bisschen aufwacht – und danach könnt ihr wieder einschlafen. 36:44
Außerdem möchte ich von den Bräuchen erzählen, die es bei meinem Rabbi in der Nacht von Hoshana Raba und überhaupt auch in der Nacht von Shawuot gab. Wir haben dreimal in der Woche⁷ so eine besondere Nacht: die Nacht von Hoshana Raba und den siebten Tag von Pessach, die Nacht des Auszugs aus Ägypten, und die Nacht des Empfangs der Tora an Shawuot. Ja? Wir haben drei solche Feiertage, die sogenannten Regalim. „Regel" (Fuß) heißt es, weil damals alle nach Jerusalem hinaufzogen, zum Tempel; deshalb gab man diesen Festen den Namen „Regel".
In all diesen Nächten – ihr wisst, ich wohne in Bnei Brak, und dort ist das sehr stark. Bei uns auch: Unten bei mir – wer bei mir war –, unten sind solche, die die ganze Nacht lernen und dabei sehr laut schreien. Bei meinem Rav kamen wir gegen Mitternacht, also um halb zwölf, zwölf. Wir gingen für etwa anderthalb, zwei Stunden zur Mahlzeit, und nach der Mahlzeit – na ja, vielleicht eine Viertelstunde, eine halbe Stunde; wer beim Sohar-Lesen durchhielt, war in Ordnung. Man schlief ein, außer ein paar alten Männern, die bis zum Morgen lernten, und wir gingen schon um zwei auseinander. Das heißt, wir fingen um halb zwölf an und waren um zwei fertig, und das schloss die Mahlzeit ein.
Denn diese Bräuche sind Bräuche für das einfache Volk: damit man sich daran gewöhnt, damit man weiß, woher das kommt – wozu braucht man das? Damit man sich selbst ein paar Fragen stellt: Wozu braucht man das? Wozu sind wir in dieser Nacht wach, was ist diese Nacht und so weiter? Und vielleicht kommen einem Fragen über die Spiritualität: Was ist die spirituelle Wurzel, wozu existiert sie? Deshalb verbrachten wir diese Nacht hauptsächlich nicht wirklich mit Lernen, sondern die meiste Zeit mit der Mahlzeit. Die meisten Stunden der Nacht war Mahlzeit, mit vielen Geschichten, vielen Gesprächen und Liedern, und ein kleiner Teil war auch Lernen. Wer nicht durchhielt, ging danach schlafen. Meistens gingen wir um halb zwei, zwei schon auseinander.
Ich glaube nicht, dass wir zu so einer Stunde auseinandergehen; vor vier sind wir normalerweise nicht fertig, ja? Wir haben noch ein Festival oder Purim vor uns, wie man es auch nennen will. Deshalb lesen wir – trotzdem müssen wir etwas lesen. Eine besondere Nacht. Aber wisst: Achtet nicht darauf, was ihr wisst oder nicht wisst, was ihr versteht oder nicht versteht. Lasst uns die Absichten verbinden. Alles hängt von der Absicht ab. Ihr kennt alle möglichen Aussprüche dazu. Alles hängt von der Absicht ab.
Das heißt, das Sehnen, von dem er hier spricht: dass man aus dem Verlangen zu wissen, obwohl man nicht versteht, die Umgebenden Lichter erweckt – und die Umgebenden Lichter sind es, die uns über den Machsom hinaus in die spirituelle Welt bringen. Alles hängt also von unserem Sehnen ab. Lasst uns also so eine Art inneres Zusammenpressen machen und springen wollen, damit jemand uns nimmt und nach oben hinausbringt.
Jetzt wird Gilad sich bemühen, schön zu lesen, ohne Fehler. Und wir folgen ihm.
40:49
Schüler: In dem Zustand, in dem wir … Hört man?
Rav: Wo? Ah … nein, nein. Zuerst ein wenig über die Nacht von Hoshana Raba aus den Worten des ARI. Habt ihr das so? Nicht so, sondern so, ja? Habt ihr's? Hier ist Seite 314, Drush 6: „Und das ist der Drush der Nacht von Hoshana Raba". Gilad wird lesen, und vielleicht fügen wir etwas hinzu. Ein bisschen davon, danach fließen wir weiter, und danach gehen wir schon zur Freude. Vergesst die Absicht nicht: Wir alle zusammen wollen in einem großen Verlangen wirklich, dass uns diese Dinge nahe sind, dass wir sie spüren.
41:49
Vorleser: „Drush 6: Und das ist der Drush der Nacht von Hoshana Raba, und darin wird die Sache dieser Nacht erklärt, die Nacht des Siegels genannt wird. Im Drush über das Neila-Gebet von Jom Kippur wurde ausführlich der Drush über das Siegel erklärt, was seine Sache ist. Kurz gesagt ist die Sache folgende: An Jom Kippur nimmt Rachel durch die 5 Gebete die 5 Gwurot von Ima, nicht durch Seir Anpin. Und damit die Äußeren sich nicht an diesen Gwurot festhalten, die im Jessod der Nukwa sind, wird in ihr deshalb ein Siegel in ihrem Jessod gesiegelt, um diese Gwurot zu bewahren. Dieses Siegel ist das hauptsächliche, innere Siegel, das aus NeHJ de Ima gemacht wird, aus den 3 Namen EHYeH mit Yudin, mit Hejin und mit Alfin, die in ihnen sind, und sie haben den Zahlenwert von ‚Chotam'. Denn die Äußeren halten sich nicht an Ima fest. Deshalb wird dann die ganze Welt gerichtet und besiegelt, entweder zum Leben oder zum Tod, und dann ist das hauptsächliche Gericht." 43:22
Rav: Was wir für Malchut haben, für Seir Anpin haben wir (Zeichnung) – wir haben den Parzuf Seir Anpin de Azilut, der „haKadosh Baruch Hu" genannt wird und der uns das ganze Licht gibt. Seir Anpin gegenüber haben wir seine Nukwot: die Nukwa Rachel und die Nukwa Lea. Rachel, die kleine Nukwa, ist vom Chase von Seir Anpin abwärts bis zu seinem Sium, der Parssa, und über ihr die große Nukwa von Seir Anpin.
Und hier (Zeichnung) haben wir Ima. Diese Ima, Bina, senkt ihre Beine herab: NeHJ de Ima steigen in Seir Anpin hinab. Ihr versteht: Wo NeHJ de Ima sind – Ima ist Bina –, gibt Bina den Gefäßen des Empfangens eine Bedeckung mit ihren Chassadim. Wenn ich mich im Verlangen zu empfangen befinde, aber NeHJ de Ima in mich eingetreten sind, bin ich wirklich bedeckt. Ich bin wirklich … wie nennt man das, wenn man eine Spritze dagegen bekommt, ge…?
45:01
Schüler: Geimpft.
Rav: Geimpft. Oh, ja. Ich bin wirklich geimpft gegen jedes Problem, das kommen kann. Ich habe ein Verlangen zu empfangen, richtig. Aber ich habe eine Impfung, NeHJ de Ima, das Or Chassadim, das in mir ist. Dann will ich mein Verlangen zu empfangen einfach nicht benutzen. Frei davon. Hundert Prozent Gesundheit. Das gibt uns Bina. In Wahrheit müssen wir immer so sein.
Denn es kann nicht sein, dass das Verlangen zu empfangen jemals einfach so gut ist. Einfach so kann es nicht gut sein. Wenn irgendein Licht in es eintritt, in irgendeiner Menge, Qualität, und dieses Licht dem Verlangen zu empfangen Befriedigung gibt, dann ist das Verlangen zu empfangen entsprechend gegen sich selbst geimpft. Warum geimpft? Weil es Befriedigung von dem Licht bekommt, das es füllt. So wie wir manchmal sagen: „Ich will nichts. Mir geht es gut. Ich will … Spiritualität spüren, in der spirituellen Welt sein. Diese Welt ist mir egal, alles … soll doch alles verbrennen, mir ist nichts wichtig."
Wie kann das sein? Mir zeigt sich einfach ein wenig von oben irgendein spirituelles Leuchten. Ich spüre, dass die Spiritualität es wert ist, viel mehr als die Materialität, und mir geht es gut. 46:16
Das Verlangen zu empfangen wählt das. Oder umgekehrt: Die Spiritualität erhebt sich ein wenig, ich bin im Verlangen zu empfangen und bleibe darin. Das Verlangen zu empfangen wird stärker als das Licht, das sich entfernt hat. Ich habe keine Wahl, ich will Füllung für das Verlangen zu empfangen. Das heißt: Alles hängt vom Spiel des Höheren Lichts ab – wie nah es mir ist, wie fern es mir ist –, und das bestimmt mein ganzes Verhältnis zur Spiritualität: Lohnt es sich für mich, lohnt es sich nicht.
Lohnt sich die Materialität mehr oder die Spiritualität? Alles hängt von der Annäherung und Entfernung des Höheren Lichts zu mir ab. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit darin, die Höheren Lichter näher zu bringen, damit sie auf uns leuchten. Und wenn wir in einen Zustand kommen, in dem NeHJ de Ima sich in uns einkleiden, dann können wir überhaupt ruhig sein. Das gibt eine Bedeckung, eine Impfung gegen jedes mögliche Verlangen zu empfangen.
Es kann niemals in mir hochspringen, sodass ich plötzlich wie ein Verrückter anfange, über allerlei Unsinn nachzudenken. NeHJ de Ima geben mir eine solche Befriedigung, dass kein Ego von mir, keine Eigenschaft von mir, keine Störung zu mir kommen und mich verwirren kann. Und das, sagen wir, geschieht hier in gewissem Maße, in dem Zustand, den wir hier jetzt besprechen.
Rachel, die Nukwa von Seir Anpin, ist zusammen mit Seir Anpin in einem Zustand, in dem dann – was sagt er? „… die in ihnen sind, und sie haben den Zahlenwert von ‚Chotam'. Denn die Äußeren halten sich nicht an Ima fest. Deshalb wird dann die ganze Welt gerichtet und besiegelt, entweder zum Leben oder zum Tod, und dann ist das hauptsächliche Gericht." Das ist der Zustand davor. „Und siehe, in der Nacht von Hoshana Raba …"
48:30
Vorleser: „Und siehe, in der Nacht von Hoshana Raba wird das 2. Siegel gemacht, das äußere, im Geheimnis von ‚Siegel in einem Siegel', wie oben erwähnt. Es wird in die Sefira Malchut in ihr gegeben, die die Atara ihres Jessod ist. Doch dieses Siegel ist geringer als das 1., denn es wird nur aus den 3 Füllungen gemacht, die in den 3 oben erwähnten Namen EHYeH sind, nämlich die Füllung mit Yudin, 140, mit Alfin, 122, und mit Hejin, 130." 49:10
Rav: Was geben uns all diese Gematriot überhaupt? Gematriot – ihr wisst, es gibt vier Buchstaben, Yud-Hej-Waw-Hej, denn das entspricht den vier Stufen der Ebenen im Gefäß: Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Keter zählt dort nicht, denn das ist die Quelle des Lichts, und die Gefäße fangen beim Yud an, dem ersten Buchstaben. Was gibt uns das?
Die Buchstaben sind die Gefäße. Und in welchem Zustand sind die Gefäße? Wir zählen die Gefäße ab SaT de Bina, denn dort fangen die Gefäße an – in dem Zustand, in dem das Verlangen zu geben in den Gefäßen anfangen will, das Verlangen zu empfangen zu benutzen, um sich dem Schöpfer zu nähern. Das heißt: SaT de Bina, Seir Anpin und Malchut sind schon Gefäße des Empfangens. (Man sieht nichts, ich stehe auf.) Gut. Die Gefäße von SaT de Bina sind die Buchstaben von Alef bis Tet, die Gefäße von Seir Anpin von Yud bis Zadi, und die Gefäße von Malchut die vier letzten Buchstaben: Kuf, Resh, Shin, Taw. Das sind die Gefäße, die Buchstaben.
Um nun zu wissen, auf welcher Ebene des Massach diese Gefäße sind: Ein Gefäß ohne Massach ist nichts. Es ist einfach ein Verlangen zu empfangen, in dem das Licht sicherlich nicht ist, sondern höchstens in seiner Umgebung oder überhaupt in der Ferne – je nachdem, wie sehr das Gefäß in seinen Eigenschaften dem Licht ähnlich ist. Wir müssen also wissen, in welchem Zustand das Gefäß ist. Der Zustand, in dem das Gefäß ist, das ist schon Gematria. Was heißt das? Das ist schon Massach, Awiut und Or Choser, und wie viel Or Yashar sich in dieses Or Choser einkleidet. Die Gesamtzahl, die sich in diesem ganzen Zustand des Gefäßes ergibt – korrigiert mit dem Massach und gefüllt mit Licht –, heißt Gematria.
Deshalb ist Gematria eine sehr wichtige Sache. Damit sagt man in kurzer Form, worum es geht. Sagen wir: eine Halbliterflasche – jeder versteht das, oder so etwas. So wissen die Kabbalisten nach der Zahl schon, worum es geht. Denn es ist sehr leicht, das Gefäß zusammen mit dem Licht und dem Massach zu berechnen. Das heißt, es gibt sofort den Namen der Stufe. Deshalb sind alle Namen, die wir in unserer Welt benutzen und die aus der spirituellen Welt folgen, Namen – Gematriot.
Wenn ihr jeden einzelnen Namen nehmt, egal welchen, könnt ihr nach seiner Gematria wissen, was seine Handlung oder seine spirituelle Form ist. Ich spreche schon gar nicht von den Namen der Menschen oder den Namen der Objekte, spiritueller Kräfte, wie zum Beispiel Mose – was die Gematria von Mose ist – oder der Name Aaron und allerlei solche Namen. Da geht es schon um besondere Parzufim. Sagen wir Mose: Dann geht es um einen besonderen Parzuf, das heißt um eine Seele, die auf eine besondere Ebene kommt, und auf dieser Ebene heißt sie Mose. Auf einer anderen Ebene wird sie Aaron sein, auf einer niedrigeren Ebene wird sie dort Levi sein. Egal welche Namen.
So ist das. Auch Handlungen, die Namen der Handlungen, sind letztlich auch Gematria. Daraus ergibt sich, dass alle Namen, die wir in der Tora haben, vom ersten bis zum letzten, einfach Codes sind – wirklich Codes. Aber sie sprechen entweder über spirituelle Objekte, Kräfte oder Handlungen. 53:21
Kann man nun auf diese Weise an die Tora herangehen und anfangen, sie nach diesen Codes zu erklären? Das geht nicht, denn wir wissen nicht, was dahintersteht. Sondern zuerst erreicht man die spirituellen Welten, und danach schaut man in das Buch der Tora und sieht, worum es geht. Auch hier erklärt er es uns mit Namen, bei denen wir nicht genau verstehen, was sie bedeuten, worum es geht.
Na, lies bitte.
Vorleser: Wir machen weiter, Zeile 6 in Spalte 2.
„Aber die einfachen Buchstaben von EHYeH selbst sind dort nicht, und sie sind die Wurzeln und das Wesentliche. Deshalb ist es geringer als das 1. Siegel. Und siehe, 140, 122 und 130 haben den Zahlenwert 392, und mit ihren 3 Kolelim 395, die Zahl von ‚Mishne', um anzudeuten, dass dieses Siegel ein Mishne des 1. ist und ihm Zweiter, wie das Verhältnis des Mishne zum König. Denn das Wesentliche ist das Siegel des Jessod, aber das in Malchut ist geringer als es und ist sein Mishne. Und das ist die Sache der Malchut, die von sich selbst nichts hat. Denn so wie der ganze Parzuf der Nukwa insgesamt ‚Aspaklaria, die von sich selbst nichts hat' genannt wird, sondern nur aus der Hand ihres Mannes, so wird über die Malchut in der Nukwa im Verhältnis zu ihren übrigen Sefirot gesagt, dass sie von sich selbst nicht leuchtet. Denn sie nimmt nicht die 3 EHYeH selbst, sondern ihr Leuchten, das die Füllungen in ihnen sind." 55:31
Rav: Weißt du was, lasst uns alle zur nächsten Seite gehen: 316, 7, Drush 7. Ihr wisst, es gibt so einen Brauch – nicht bei allen; ich habe nie … Mit dem Rabbi sind wir nie hinausgegangen, um den Schatten anzusehen. Aber es gibt solche, die darum einen großen Kult machen: In der Nacht von Hoshana Raba gibt es meistens den Mond – dort oben ist, glaube ich, eine Lampe –, aber es gibt den Mond. Dann geht man an irgendeinen Ort, wo es nur das Mondlicht gibt, schaut so auf den Schatten und prüft, ob nicht irgendein Teil vom Schatten des Menschen im Mondlicht fehlt. Wenn der Schatten vollständig ist, dem Schöpfer sei Dank, ist mit mir alles in Ordnung. Wenn nicht, kann es sein, dass etwas passiert.
Woher kommt dieser Brauch, in der Nacht von Hoshana Raba den eigenen Schatten anzusehen? Gleich erklärt er das hier. Beim Rabbi haben wir das nie gemacht, aber ich habe gehört, dass es solche gibt, die hinausgehen, schauen und wirklich sorgfältig prüfen, was mit ihrem Körper ist.
Vorleser: Drush 7.
„Und darin wird gut erklärt die Sache dieses Zelem, der sich in der Nacht von Hoshana Raba vom Menschen entfernt. Und darin wird auch der Ausspruch unserer Weisen erklärt, die sagten, dass die Menschen eine Bawua haben und auch eine Bawua der Bawua, die Shedim aber haben eine Bawua, eine Bawua der Bawua haben sie nicht. Siehe, ein Vers sagt: ‚Nur im Zelem wandelt der Mensch' – das bedeutet, dass es ein Zelem ist, und er wird auch so genannt: Zelem und nicht Zel. Und ein Vers sagt: ‚Bis der Tag weht und die Schatten fliehen' – das bedeutet …" 57:47
Rav: Nicht ein Schatten, sondern mehrere.
Vorleser: „Und außerdem werden sie nicht Zelamim genannt, sondern Zelalim. Siehe, es gibt 2 Unterschiede in diesen Versen. Auch im Buch Sohar selbst gibt es in den Abschnitten Truma, Wajechi und Emor unterschiedliche Aussprüche in der oben erwähnten Art. Deshalb muss ich dir den Inhalt der Sache mitteilen. Siehe, es ist bekannt, dass die Seele 5 Namen hat, entsprechend den 5 Malen ‚Preise, meine Seele' usw., und sie sind 5 verschiedene Bchinot, eine über der anderen. Und das sind ihre Namen: Nefesh aus Malchut de Azilut, Ruach aus Seir Anpin, Neshama aus Bina, Neshama le-Neshama aus Aba, Yechida aus Arich Anpin." 58:40
Rav: Das heißt, das ist nicht wichtig. Manchmal nennt er Welten, manchmal Sefirot. Er kann Malchut, Seir Anpin, Bina, Chochma, Keter nennen. Er kann Assija, Yezira, Brija, Azilut, AK nennen. Schaut nicht auf die … Darin gibt es keine Genauigkeit. Für einen Kabbalisten ist es wirklich nicht wichtig, in welcher Form er es nennt. Die Hauptsache ist der Unterschied, die Differenz zwischen den Stufen.
Ja.
Vorleser: „Und alle 5 Bchinot sind eingeschlossen und werden die Seele des Menschen genannt, die in seinem Körper ist. Auf diese Weise hat er diese Bchinot aus der Welt Brija, 5 Bchinot aus der Welt Yezira und 5 Bchinot aus der Welt Assija. Das ist im Einzelnen. Wenn wir aber die 4 Welten im Allgemeinen gemeinsam bewerten, dann ist die ganze Assija im Geheimnis von Malchut, und ihre 5 Bchinot werden Nefesh genannt; die 5 Bchinot von Yezira werden Ruach genannt; die 5 Bchinot von Brija werden Neshama genannt; und die 5 Bchinot von Azilut werden Chaja genannt, das ist Neshama le-Neshama.
Kehren wir zurück, um im Einzelnen die Sache der 5 Teile der Welt Azilut zu erklären, und aus ihnen werden die übrigen Bchinot der Welten Brija, Yezira, Assija verstanden. Siehe, der Körper des Menschen ist sicherlich aus der Nukwa, Malchut, denn wir sehen, dass sein Körper vollendet wird, indem er in den 9 Monaten des Ibur in ihr geformt wird. Außerdem gibt es 3 weitere Bchinot unterhalb der Stufe der Nefesh in 5 Teilen, und das sind die 3 Schatten im Menschen. Die höhere Bchina von ihnen heißt Zelem, und ihre 2 unteren Bchinot heißen jede Zel, und ihnen fehlt der Buchstabe Mem von Zelem. Und das ist das Geheimnis von ‚Nur im Zelem wandelt der Mensch' und das Geheimnis des Verses ‚Bis der Tag weht und die Schatten fliehen', denn sie sind ein höherer Zelem über 2 anderen Schatten." 61:27
Rav: Baal HaSulam … wie geschrieben steht – wenn ihr den bekannten Artikel in „Shamati" kennt –, was Schatten heißt, was Zelem heißt: Massach. Wenn der Mensch sich vor dem Schöpfer verbirgt und dem Schöpfer dadurch die Möglichkeit gibt, sich zu offenbaren: Soweit der Mensch sich verbirgt, kann sich der Schöpfer offenbaren. Insgesamt bleibt das Verhältnis zwischen uns und dem Licht immer bei 100% erhalten.
Das heißt: Wir waren einmal mit euch in der Welt Ejn Sof. In der Welt Ejn Sof gab es die Entscheidung von Malchut, sich einzuschränken und niemals Licht in sich zu empfangen. Dann haben wir denselben Zustand: Malchut macht auf sich einen Zimzum, Zimzum Alef, und sagt: Das Licht soll nicht zu mir kommen, und wenn doch, dann nur, um zu geben, das heißt, um durch dieses Empfangen zu geben und nicht anders.
Und was jetzt geschieht: Soweit Malchut sich vor dem Licht, das zu ihr kommt, zurücknehmen kann, soweit kommt das Licht. Das heißt, wir haben immer sozusagen so ein Verhältnis: Wir haben Malchut (Zeichnung) – das ist Malchut, das Geschöpf –, und hier ist Keter oder der Schöpfer oder das Licht. Und es gibt so ein Verhältnis, sagen wir: Wenn Malchut zu 100% geschlossen ist, ist der Schöpfer zu 100% offen. Und wenn Malchut sozusagen zu 100% offen ist, keinen Zimzum auf sich machen kann, ist der Schöpfer zu 100% geschlossen. Aber es bleibt immer erhalten … oder in der Mitte. Und was heißt in der Mitte? Wie weit ich offen oder geschlossen bin, das bestimmt meine spirituelle Stufe: wie weit der Schöpfer enthüllt ist. 63:42
Das heißt, hier sind eigentlich die Welten. In welcher Welt bin ich? Assija, Yezira, Brija, Azilut, AK, Ejn Sof. In Ejn Sof bin ich ganz und gar unter meinem Massach, und dann kann der Schöpfer vor mir enthüllt sein. In unserer Welt bin ich völlig ohne Massach, und der Schöpfer verschließt sich völlig vor mir. Und in der Mitte, dazwischen, bin ich auf irgendwelchen Stufen der Welten (Olamot) – das heißt Verhüllungen (Haalamot), die relative Stufe von Enthüllung und Verbergung.
Dieses Verhältnis zwischen Enthüllung und Verbergung heißt Zel (Schatten). Wie vollständig mein Schatten ist, prüfen wir also in der Nacht von Hoshana Raba. Das heißt: Ist die ganze Korrektur von Seir Anpin – der Körper des Menschen heißt Seir Anpin –, gibt es in Seir Anpin einen vollständigen Körper? Das heißt: Hat er auf allen Teilen des Körpers einen Massach, sodass er von jedem einzelnen Teil einen Schatten hat? Ob der Mensch auf jedes einzelne Verlangen einen Massach empfangen hat, das muss er am Ende von Sukkot wissen. Denn während Sukkot sind alle Umgebenden Lichter eingetreten, die im Menschen den Zelem Elokim⁸ bauen mussten.
Das heißt: einen Massach, der ihm für alle seine Verlangen reicht. Das heißt: Man prüft den Schatten im Licht … Na, und warum im Licht der Lewana, also im Mondlicht, im Licht der Nacht? Das lernen wir vielleicht gleich; wenn nicht, erzähle ich es.
Ja.
65:33
Vorleser: Wir machen weiter auf Seite 317, Absatz „Und die Existenz".
„Und die Existenz dieser 3 Schatten ist folgende: Da die genannten 5 Bchinot der Nefesh, NaRaNCHaY, im Geheimnis des Siwug im Jessod und im Rechem der Nukwa gegeben werden und der Körper des Menschen dort in den 9 Monaten des Ibur geformt wird,"
Rav: Hier geht es um den Eintritt der Seele in den Mechanismus, der Ima Ilaa heißt, denn dort reift die Seele insgesamt wie ein Embryo in seiner Mutter.
Vorleser: „wird eine Kraft aus dem Leuchten des Gefäßes des Siegels gezogen, das im Jessod der Nukwa ist, wie oben bei der Neila von Jom Kippur erklärt, das aus den 3 Namen EHYeH mit Yudin, mit Alfin, mit Hejin gemacht ist, die den Zahlenwert von ‚Chotam' haben,"
Rav: Nur am Ende von Jom Kippur gibt es noch keine Korrekturen; das ist nur die Enthüllung des Gefäßes von Malchut in ihrer Fülle, die wir korrigieren müssen.
Vorleser: „und die Kraft des Leuchtens dieses Siegels wird in die Seele des Menschen selbst eingraviert und nicht in den Körper. Wenn die Seele in diese Welt herabsteigt, um in den Körper einzutreten, kommt sie in dieses Siegel gekleidet, und dadurch wird sie vor den Äußeren bewahrt, damit sie sich nicht an ihr festhalten."
Rav: Diese Welt heißt ein bestimmtes Verlangen zu empfangen. Die Seele steigt in diese Welt herab, das heißt in das Verlangen, für sich selbst zu empfangen. Wie kann sie also im Verlangen, für sich selbst zu empfangen, sein und keinen Schaden davon nehmen? Was sagt er also? „Sie kommt in dieses Siegel gekleidet, und dadurch wird sie vor den Äußeren bewahrt, damit sie sich nicht an ihr festhalten. Somit sind diese Schatten selbst das Leuchten der Bchina des Siegels, das in der Nukwa ist.
Und mir scheint nach meinem bescheidenen Verständnis, dass auch der Zelem der Mochin von Seir Anpin, der ihm aus NeHJ de Ima gemacht wird, aus der Bchina des Siegels ist, das in ihr ist, so scheint es mir nach meinem bescheidenen Verständnis." 68:05
Das heißt, er ist sich dessen nicht sicher. Ihr seht es, denn er sagt: Mir scheint, dass es so ist. Wie kann so ein großer Kabbalist wie Chaim Vital – der einzige Schüler, der etwas vom ARI verstand, über den der ARI selbst sozusagen sagte, dass nur er alles verstanden habe und außer ihm keiner seiner Schüler – wie kann er schreiben „mir scheint nach meinem bescheidenen Verständnis"? Das ist ganz einfach: wenn der Kabbalist nicht zur Wurzel des Zustands kommt, über den er spricht, sondern es gibt irgendein Phänomen.
Ich sehe das Phänomen, ich kenne das Phänomen, ich kenne es so, wie es auf meiner Stufe erscheint, wo ich jetzt bin. Aber ich bin nicht zur Wurzel dieses Phänomens gekommen. Das heißt, ich weiß es nicht, kenne es nicht in allen Weisen, in denen es erscheinen kann. Deshalb bin ich nicht sicher, dass es so oder so ist. Es kann sein, dass es noch allerlei andere Weisen desselben Gesetzes, desselben Phänomens gibt.
Deshalb sind die Kabbalisten sehr vorsichtig. Sie schämen sich nicht zu sagen: Ich weiß es nicht, ich bin noch nicht durch alles gegangen, ich habe dies oder jenes noch nicht erreicht. Dann schreiben sie: „Mir scheint nach meinem bescheidenen Verständnis", das heißt: Vorerst ist es so, aber so scheint es mir jetzt. Es kann sein, dass sich mir die Sache auf anderen Stufen, auf höheren Stufen, in anderer Form darstellt.
Niemand kann wissen, was auf einer noch höheren spirituellen Stufe geschieht, verglichen mit einer niedrigeren. Jede höhere Stufe ist eine ganze Welt. Es ist einfach – glaubt mir –, wie sehr euch Enthüllungen erwarten: Das ist ein Abenteuer, einfach eine Reise wie keine andere. Die Enthüllungen auf jeder Stufe, in jedem Zustand sind so, dass man sie nicht im Voraus … wie sagt man?
Vorleser: Erahnen.
Rav: … im Voraus erahnen kann, was sie sind – so voller angenehmer Überraschungen sind sie.
Na.
70:19
Vorleser: „Und das erfordert eine Untersuchung, denn es wurde erklärt, dass diese Schatten unterhalb der Stufe der inneren Nefesh sind und auch nur ein Leuchten aus dem Siegel des Jessod allein. Der Zelem der Mochin aber ist sehr, sehr viel größer⁹ als die innere Nefesh; er ist auch aus den Gefäßen von Ima selbst, und er ist auch aus den Gefäßen der Hälfte von Tiferet und NeHJ von Ima. Und sieh an anderer Stelle genau nach, dass die Schatten allein die Gewänder der Seelen aus dem Siegel der Gefäße von NeHJ sind, so scheint es mir nach meinem bescheidenen Verständnis, Chaim." 71:04
Rav: Genug also. Lasst uns jetzt zum Buch Sohar übergehen, zum Lernen für die Nacht von Hoshana Raba.
Vorleser: Das ist das Blatt, auf dem „Kongress Sukkot 2003" steht.
Rav: Was?
Schüler: Darf ich etwas fragen?
Rav: Frag.
71:40
Schüler: Was ist der Unterschied, dass sich das Gefäß enthüllt, und was ist ein Zustand, in dem sich das Gefäß enthüllt? Wir sagen doch, dass das Licht in absoluter Ruhe ist. Das heißt, wenn wir sagen wir ein Gefäß bauen, müsste sich darin doch schon Licht enthüllen, nicht? Was ist ein Zustand, in dem sich das Gefäß enthüllt, wie zum Beispiel Jom Kippur?
Rav: Was heißt es, dass sich das Gefäß enthüllt? Es enthüllt sich. Das heißt: Wem gegenüber enthüllt es sich? Mir gegenüber enthüllt sich mein Gefäß, meine Verlangen, die Gründe dafür.
Vorleser: Ich bitte um Ruhe im Saal. Bei uns ist während der ganzen Lektion absolute Ruhe üblich.
Rav: Ihr stört die anderen beim Zuhören – na gut –, aber auch beim Machen der Absicht.
Die Enthüllung der Gefäße, die Korrektur der Gefäße, alle Handlungen mit den Gefäßen geschehen durch Lichter. Seine Frage ist also eine richtige Frage. Aber wir lernen, dass das Höhere Licht in absoluter Ruhe ist, dass sich darin nichts verändert. Wie kann es also sein, dass sich das Licht verändert? Es verändert sich nicht. Wenn sich das Licht nicht verändert, kann sich das Gefäß nicht verändern. Denn das Gefäß selbst, so lernen wir immer, ist vielleicht eine Funktion des Lichts¹⁰. Wie soll man also antworten? Na? Na, keiner? Oje, oje. Ja?
Schüler: Dass sich das Gefäß enthüllt, ist das Gefühl, das innere Gefühl des Gefäßes, dass sich das Licht enthüllt.
Rav: Gut, er sagt also, dass das Gefäß in sich spürt, dass sich etwas verändert. Woher spürt es, dass sich etwas verändert?
Schüler: Aus dem Spüren des Lichts.
Rav: Aus dem Spüren des Lichts – woher spürt das Gefäß, dass sich in etwas etwas verändert? Wie kann es irgendeine Veränderung geben, wenn sich das Licht nicht verändert?
Ja.
Schüler: Die Reshimot wechseln.
Rav: Wie wechseln die Reshimot? Du sagst schön, dass die Reshimot wechseln – wie haben sie gewechselt, wenn sich das Licht nicht verändert? Von selbst? Habe ich irgendeine Feder, die sie hochspringen lässt? Lachst du über alle, oder meinst du das selbst so? Sagst du das ganz im Ernst?
74:40
Schüler: Ich will es sogar noch zuspitzen.
Rav: Na.
Schüler: Sagen wir hier auf dem Kongress, ja?
Rav: Lass den Kongress, da kommen wir nicht raus.
Schüler: Okay. Sagen wir, wir bauen ein Gefäß. Wir sagen, das Geschöpf muss jetzt die Gefäße den Lichtern vorausgehen lassen; alles ist da, ich muss ein Gefäß bauen. Wenn ich ein Gefäß baue, warum bekomme ich dann nicht sofort Füllung? Was bedeutet es, dass ich sozusagen ein Gefäß gebaut habe und das Gefäß immer noch als Gefäß dasteht und immer noch kein Licht darin empfangen wird?
Rav: Na. Wie kann es also Veränderungen im Gefäß geben, wenn das Licht in absoluter Ruhe ist?
Ja.
Schüler: Anfangen, den Unterschied zwischen dem Licht … zu spüren, und dieses Gefühl des Unterschieds gibt …
Rav: Nein, nein, nein.
Schüler: Entsprechend dem Maß des Mangels.
Rav: Wie kann es eine Veränderung im Mangel geben, wenn sich das Licht nicht verändert?
Ja, na, Yigal, ja.
Schüler: …
Rav: Ja.
Schüler: … Massach.
Rav: Was ist mit dem Massach? Der Massach ist eine Folge des Lichts. Hm? Vom Or Makif – egal, Or Makif, Or Pnimi, das ist alles dasselbe Licht. Nur gegenüber dem Gefäß gibt es sozusagen das Gefühl, dass es umgebend, dass es innen ist. Aber von diesem Licht sagt man, dass es sich nicht verändert, dass es in absoluter Ruhe ist.
Ja.
Schüler: Vielleicht das Sehnen.
Rav: Was, welches Sehnen? Ich verstehe nicht, welches Sehnen. Wie kann sich ein Geschöpf, das durch das Licht erschaffen wurde und durch das Licht erhalten wird, verändern, wenn sich das Licht nicht verändert?
Ja.
Schüler: Das Licht verändert sich nicht in Bezug auf sich selbst, aber in Bezug auf das Gefäß verändert es sich schon.
Rav: Wie verändert es sich in Bezug auf das Gefäß? Was heißt es, dass es in absoluter Ruhe ist?
Schüler: Einfach, dass sich seine Eigenschaft nicht verändert – das heißt absolute Ruhe.
Rav: Sondern?
Schüler: Aber in Bezug auf das Gefäß verändern sich Eigenschaften. Das geht immer in Richtung der Eigenschaft des Schöpfers, deshalb verändert sich das Licht.
Rav: Wer kann zu dem, was er sagt, in einer … etwas hinzufügen?
Schüler: Mehr Erreichung des Geschöpfs.
Rav: Nein, Erreichung … Die Erreichung des Geschöpfs kann man sagen. Kann man sagen.
Wer kann noch etwas hinzufügen? Ja.
77:11
Schüler: Er sagt, dass das Licht eigentlich immer in der Eigenschaft des Gebens ist und darin in absoluter Ruhe, aber es wird dem Gefäß immer das geben, was das Gefäß braucht.
Rav: Das heißt: Dass wir sagen, das Licht sei in absoluter Ruhe, bedeutet, dass es immer zu hundert Prozent dem Gefäß Gutes tun will. Darin gibt es bei ihm keinerlei Veränderung; das heißt Ruhe in ihm. Aber außerdem verändert es sich die ganze Zeit mit wirklich unendlicher Frequenz gegenüber dem Gefäß, um das Gefäß zu drehen und aus ihm alles zu machen, was nur möglich ist.
Ja? Ihr schaut mich an, als hätte ich irgendeinen Trick gemacht.
Schüler: Noch einmal.
Rav: Noch einmal? Einmal schaue ich auf meinen Nachbarn und sehe, wie er seinen Sohn liebt, ihn küsst, ihn umarmt, ihn auf einen Ausflug in irgendeinen Zoo mitnimmt, sich richtig um ihn kümmert. Ein anderes Mal sah ich, wie er ihm Schläge gibt, und dieser arme Sohn weint. Und wieder ein anderes Mal sah ich, wie er ihn wieder umarmt, ihn küsst. Was ist passiert? Liebt er oder hasst er? Sag mir: Liebt er oder hasst er? Ich frage dich. Er liebt, auch wenn er Schläge gibt? Das heißt, er hat sich dem Sohn gegenüber nie verändert, nur in der äußeren Form. Das heißt: Er ist in absoluter Ruhe, unverändert.
So ist das Höhere Licht uns gegenüber. Aber in seinen Handlungen uns gegenüber verändert es sich die ganze Zeit, um uns zum Ziel zu bringen. Du siehst – vom Beispiel kannst du nicht zur Wirklichkeit zurückkehren. Warum, was ist das Problem? Weil es hier schwer ist? Muss ich also die ganze Zeit den Schöpfer rechtfertigen, dass Er immer in Ordnung ist?
Schüler: …
Rav: Aber woher kommt deine Frage, was?
79:27
Schüler: Ich frage: Wir sagen auf einfache Weise, dass das Geschöpf dem Licht ein Gefäß vorausgehen lassen, ein Gefäß bauen muss. Ich frage: Wie kann es einen Zustand geben, in dem das Geschöpf ein Gefäß baut und es eine Lücke gibt zwischen dem Gefühl, das Gefäß zu bauen, und dem Moment der Füllung? Das müsste doch sofort sein. Ist das klar?
Rav: Nein. Erstens sprichst du über Dinge, die du nicht durchlaufen hast. Wie kannst du sagen, wann ein Geschöpf entsprechend der Ausführung ein Gefühl empfängt?
Schüler: Sagen wir, wir sprechen über den Zustand von Jom Kippur.
Rav: Na.
Schüler: Jom Kippur ist ein Zustand, in dem das Geschöpf zum Gefühl dieses Gefäßes gekommen ist, das Malchut in ihrer Fülle heißt, richtig?
Rav: Ja.
Schüler: Wie ist es dahin gekommen? Dank seiner Anstrengung, dank allerlei Dingen?
Rav: Nein. Nein, danach gab es noch ein Itaruta de Leela, das ist Shabbat Shabbaton. Jom Kippur ist nicht nur das Ergebnis deiner Anstrengung, nein. Vielleicht liegt hier also der Fehler oder so etwas, oder die Frage. Das ist wie Shabbat. Sogar noch mehr: Am Shabbat ist es normalerweise ein Aufstieg zu Aba we Ima, und hier ist es zu Arich Anpin, ein Aufstieg zum Rosh von Arich Anpin. Ich weiß nicht, woher die Frage kommt und was du damit wolltest, aber das ist sicherlich ein Itaruta de Leela.
Schüler: Eine andere Frage: Wie kann es sein, dass es irgendeine Lücke im Gefühl gibt zwischen der Zeit der Enthüllung des Gefäßes und dem Moment der Füllung?
Rav: Wie kann es … Und überhaupt, nein, fragen wir anders, allgemeiner: Gibt es eine Lücke zwischen der Korrektur des Gefäßes und der Füllung des Gefäßes? Es gibt keine. Denn die Korrektur des Gefäßes, das Spüren der Korrektur des Gefäßes, ist die Füllung selbst. Ich fülle mich nicht mit dem … Das ist das Gefäß – sehen es alle? Ein Gefäß. Auf dieses Gefäß mache ich einen Massach, korrigiere es. In dem Moment, in dem ich es mit dem Massach bedeckt habe, im selben Moment … Was heißt „ich habe es mit dem Massach bedeckt"? Ich habe Or Choser erreicht. Das Or Choser, das das Gefäß füllt, das ist eigentlich die Enthüllung.
Was enthülle ich? Ich enthülle die Eigenschaft des Schöpfers, zu geben. Wenn ich in meiner Korrektur zu dieser Form des Gebens gekommen bin, bin ich dem Schöpfer ähnlich. Außerdem muss ich nicht noch zu Ihm gehen oder Ihn umarmen, oder dass Er zu mir kommt und mich füllt. Ich bin schon voll. Womit bin ich voll? Mit meiner Korrektur. Ich messe meine Korrektur, ich spüre meine Korrektur. Das ist wie jedes Messgerät, das wir als Instrument bauen: Es misst seine Eigenschaften im Vergleich zu etwas, das auf es einwirkt und von dem ich nicht weiß, was es ist, verstehst du. Dasselbe, ja. Wie soll ich sagen, es wirkt irgendein … (Zeichnung) Sagen wir, ich habe Druck, und hier habe ich eine Membran, und sie muss sich eigentlich irgendwie biegen oder … (?) oder irgendwie nach innen gehen.
Was mache ich? Wie messe ich diese Kraft, die von außen kommt, woher weiß ich sie? Ich setze hier eine Gegenkraft ein und bringe die Membran in den Nullzustand zurück, und meine Kraft messe ich. Wenn ich sie in den Nullzustand zurückgebracht habe, messe ich diese Kraft und weiß, was von außen da ist. Das heißt: Ich weiß nie, was außen ist. Ich messe die Bedeckung, den Widerstand, den Ausgleich, die Ergänzung von innen. Genau dasselbe gilt auch in den Höheren Eigenschaften, in meiner Spiritualität. 83:39
Ich habe einen Massach, von oben kommt etwas. Woher weiß ich, was das ist, was von oben kommt? Dasselbe: Ich mache Or Choser, bringe mich in den Zustand zurück, in dem ich nichts empfange, in dem ich ganz im Geben bin, und dann prüfe ich. Und entsprechend diesem Vergleich fülle ich mich damit. Das ist eigentlich, was ich gemacht habe, was ich erreicht habe, meine Korrektur – das heißt bei mir Füllung. Was heißt Füllung? Massach und Or Choser. Das ist die Füllung für Malchut; Malchut hat keine andere Füllung.
84:14
Schüler: Dann ist das Or Chochma, das im Gefäß misst, eigentlich das Empfangende – gegenüber dem Or Chassadim, das darin ist?¹¹ Das ist nicht klar.
Rav: Aber überhaupt: Gibt es Or Chochma, gibt es kein Or Chochma, gibt es Chassadim, gibt es keine Chassadim – was weiß ich, was außen ist? Ich prüfe und spüre immer, was ich innen habe. Was habe ich innen? Was ich selbst gemacht, erreicht, gebaut habe. Nichts von außen empfange ich. Nichts. Ich will vom Schöpfer nicht empfangen, und in Wahrheit kann ich auch niemals empfangen.
84:53
Schüler: Woher weiß ich, ob ich mich Ihm angleiche?
Rav: Woher weiß ich, ob ich mich Ihm angleiche? Nur am Gefühl der Scham. Das Gefühl der Scham ist mein Sensor. Wenn ich in einen Zustand komme, in dem ich mich nicht schäme – wunderbar, wir sind fertig, die Rechnung ist abgeschlossen. Fertig. Meins ist meins, deins ist deins. Fertig.
Gut, na, lesen wir ein bisschen. Schau, es ist schon zwei Uhr drei, ich bin schon …
Schüler: Purim ist schon da.
Rav: Für Purim – da übertreibe ich schon, ja. Für Purim.
Na?
85:36
Vorleser: Lernen für die Nacht von Hoshana Raba, Buch Sohar, Abschnitt Zaw, Artikel „Die Vier Arten und Hoshana Raba".
Rav: Nein, nein, nein, …¹² lasst uns bei 113 sein.
Vorleser: Punkt 113. In der Mitte, in der mittleren Spalte.
Rav: Habt ihr's, haben es alle? Du kannst nicht lesen – nicht wichtig.
Na, lies.
Vorleser: „113. Sieben Stimmen, CHaGaT NeHJM, hängen an allen Tagen des Jahres von den Worten des Mundes ab. Jetzt aber, an den sieben Tagen von Sukkot, hängen sie nur von der Tat ab. Wir brauchen die Tat und nicht das Wort, weil er in der Zeit der sieben Tage von Sukkot für das ganze Jahr segnet.
Denn die Mizwot, die vom Wort abhängen, ziehen Innerlichkeit heran, Chassadim. Aber sie ziehen nicht das Leuchten von Chochma aus der Linken Linie heran, weil es Äußerlichkeit ist." 86:51
Rav: Äußerlichkeit und Innerlichkeit – der Unterschied liegt nur in der Awiut der Gefäße, die man benutzt.
Vorleser: „Und die Mizwot, die von der Tat abhängen, ziehen Äußerlichkeit heran, das Leuchten von Chochma aus der Linken Linie, Mochin de WaK und Äußerlichkeit. An den sieben Tagen von Sukkot müssen wir die Äußerlichkeit korrigieren, das Heranziehen der Chochma von links. Deshalb brauchen wir die Mizwot der Tat, die das erwecken können.
Deshalb heißt es: Jetzt aber, an den sieben Tagen von Sukkot, hängen sie nur von der Tat ab. Wir brauchen die Tat, um die Korrektur der Äußerlichkeit heranzuziehen, das ist das Leuchten der Chochma von links, und nicht das Wort, denn das Wort zieht nur Innerlichkeit heran, Chassadim, und die ziehen wir an allen Tagen des Jahres heran.
Und sieben Stimmen, CHaGaT NeHJM, hängen an allen Tagen des Jahres von den Worten des Mundes ab und brauchen nicht die Tat, weil er in der Zeit der sieben Tage von Sukkot für das ganze Jahr segnet. Denn nachdem wir an den sieben Tagen von Sukkot das Leuchten der Chochma, das in der Linken ist, zu CHaGaT NeHJM herangezogen haben, reicht das für alle Tage des Jahres, und zwar so, dass die Chassadim, die wir an allen Tagen des Jahres durch die Mizwot heranziehen, die vom Wort abhängen, mit dem Leuchten der Chochma aus den sieben Tagen von Sukkot gesegnet werden. Dadurch werden sie zu enthüllten Chassadim, und dafür braucht man keine Mizwot mehr, die von der Tat abhängen, sondern nur für andere Dinge." 88:52
Rav: Enthüllung oder Verbergung ist klar, ja? Enthüllte Chassadim, verdeckte Chassadim, ihr wisst. „Verdeckte Chassadim" heißt, dass die Chassadim die Chochma bedecken; sie geben nur eine Korrektur von Bina auf die Gefäße des Empfangens. „Enthüllte Chassadim" heißt, dass es so viele Chassadim gibt, GaR de Chassadim, dass sich in ihnen auch Or Chochma enthüllen kann. Dann nennt man sie Chassadim, die die Chochma enthüllen, oder enthüllte Chassadim.
Vorleser: 114.
„114. Der siebte Tag des Festes, Hoshana Raba, ist der Abschluss des Gerichts der Welt, und die Urteilssprüche gehen aus dem Haus des Königs hervor. Die Gwurot erwachen und enden an diesem Tag. Und die Arwei Nachal hängen von diesen Gwurot ab.
Man muss die Gwurot zum Wasser erwecken und sieben Mal, entsprechend CHaGaT NeHJM, den Altar umkreisen, der Malchut entspricht, um den Altar mit dem Wasser von Isaak zu tränken, mit dem Leuchten der Chochma aus der Linken Linie, Isaak, damit das Wasser den Brunnen Isaaks füllt, die Malchut; denn wenn sie von links empfängt, wird sie so genannt. Und wenn sie gefüllt ist, wird die ganze Welt mit Wasser gesegnet." 90:30
Rav: Seht, wie viele Namen er hier dreht, ja? Sowohl aus der Schrift als auch aus der Kabbala – schon daraus kann man ein ganzes Wörterbuch zusammenstellen.
**Vorleser:**¹³ „3 Bücher werden an Rosh haShana geöffnet: das der vollkommenen Gerechten, das der vollkommenen Frevler und das der Mittleren. Die vollkommenen Gerechten werden sofort zum Leben eingeschrieben." 91:00
Rav: Das heißt: Wer auf die Stufe gekommen ist, auf der er den Schöpfer angesichts jedes Verlangens zu empfangen rechtfertigt, heißt „vollkommener Gerechter". Das heißt, er hat schon eine Bedeckung von Bina auf allen Gefäßen des Empfangens.
Vorleser: „Die vollkommenen Frevler werden sofort zum Tod eingeschrieben."
Rav: Das heißt: Die, die das nicht können, die keine Korrektur der Chassadim auf dem Verlangen zu empfangen haben, heißen „vollkommener Frevler". Das Licht von Bina ist nicht gekommen, NeHJ de Ima sind nicht gekommen, er hat keinerlei Bedeckung mit Chassadim auf seinen Gefäßen des Empfangens. Was soll man machen, dann ist er ein Frevler. Nicht dass er sich selbst zum Frevler gemacht hätte – er hat keine Korrektur empfangen, deshalb heißt er „Frevler".
Frevler – das heißt, Frevler ist eine Stufe. Um ein Frevler zu sein, muss man auch in der Höheren Welt sein. Das sind Zustände. „Gerechte", „Frevler", „Mittlere" – das sind die, die den Machsom überschreiten und in die Arbeit für den Schöpfer eintreten. Dort gibt es diese drei Möglichkeiten: Frevler, Gerechte und Mittlere. Es geht nicht um uns, wenn von Frevlern, Gerechten oder Mittleren die Rede ist – nicht einmal Frevler.
Wir sind keine Frevler, wir sind einfach null. Wir sind unten, unter der Linie, die „Leben" heißt. Über uns spricht man überhaupt nicht, auf uns trifft kein Maß zu, weder Frevler noch sonst etwas. Klar, ja? Was der Sohar schreibt – mit keinem Wort schreibt er über das, was unterhalb des Machsom ist.
Vorleser: „Und die Mittleren bleiben in der Schwebe bis Jom Kippur. Und siehe, über die vollkommenen Gerechten und die vollkommenen Frevler wird nicht gesprochen," 92:37
Rav: Warum? Weil das entweder ganz rechts oder ganz links ist; da gibt es nichts zu reden. Das sind extreme, polare Zustände, die vom Schöpfer kommen, entweder Gefäße oder Lichter, die völlig von oben abhängen. Was vom Menschen abhängt, ist, wie er in sich diese beiden Eigenschaften, rechts und links, verbindet: in welcher optimalen Verschmelzung er findet, wie er sie verbindet – Gefäße von links und Eigenschaften von rechts nehmen und daraus eine Mittlere Linie machen.
Das heißt: Der Mensch kann in einen Zustand kommen, in dem von denselben Gefäßen, die in ihm Korrektur empfangen, seinen Gefäßen, ein Teil zu Gerechten wird und ein Teil zu Frevlern. Diese Gefäße werden zum Leben sein, sich mit Lichtern füllen. Und jene Gefäße werden zum Tod gehen, sich noch mehr und mehr völlig entleeren, in die Finsternis gehen; aus ihnen wird das Ende des Parzuf.
Vorleser: „[Denn ihr Urteil wurde schon am ersten Tag von Rosh haShana abgeschlossen. Und alles, worüber gesprochen wird, sind die Mittleren, die bis Jom Kippur in der Schwebe bleiben. Wenn sie Teshuva machen, werden sie zum Leben besiegelt. Und die Frevler, die keine Teshuva machen, werden zum Tod besiegelt.]"
„Und die Sache der Sühne der Sünden an Jom Kippur ist das Heranziehen des Leuchtens der Chochma durch den Aufstieg von Malchut zu Bina, denn es gibt Sühne der Sünden nur durch die Enthüllung des Or Chochma, des Lichts des Lebens."
Rav: Na, und was ist die Handlung selbst? Dadurch, dass Malchut zu Bina aufsteigt, gibt es hier keine Enthüllung von Chochma – im Gegenteil, die Chochma geht weg, es bleibt Katnut.
Vorleser: „Deshalb erlangen die Mittleren, die Teshuva gemacht haben, dann Sühne der Sünden und Besiegelung zum Leben.
Doch die Sache ist noch nicht vollkommen abgeschlossen, denn das Or Chochma leuchtet nicht ohne Chassadim, und die Zeit des Heranziehens der Chassadim zur Einkleidung der Chochma sind die sieben Tage von Sukkot. Am siebten Tag, Hoshana Raba, ist also die Einkleidung der Chochma in die Chassadim abgeschlossen, und dann vollendet sich die Besiegelung zum Leben, die an Jom Kippur gemacht wurde.
Ebenso ist bei denen, die keine Teshuva gemacht haben und an Jom Kippur zum Tod besiegelt wurden, die Besiegelung noch nicht ganz abgeschlossen, denn sie haben Zeit zur Umkehr bis zum siebten Tag von Sukkot, denn bis zu dieser Zeit wird die Chochma noch herangezogen. Wenn sie umkehren, werden ihre Sünden durch sie gesühnt, und sie erlangen das Licht des Lebens.
Deshalb gilt der Tag von Hoshana Raba als der Tag, an dem die Urteilssprüche den Engeln übergeben werden, ob zum Leben oder zum Tod." 95:30
Rav: Na, am Anfang haben wir von Shedim gelesen, jetzt Engel und so weiter. An solchen schönen Wörtern fehlt es uns in der Spiritualität nicht. Dort gibt es viele gute und schlechte Helfer. Das alles nennt man Kräfte, die keinerlei eigenes Verlangen zu empfangen und keinerlei eigene freie Wahl haben. Sondern so werden sie genannt: Shedim, Ruchot, dort Engel, Sarim und so weiter.
Das heißt: Entsprechend gibt es viele Kräfte, sowohl von rechts als auch von links, die sich dem Menschen gegenüber enthüllen, und je nach dem Maß ihres Gebens an den Menschen werden sie so genannt. Sie haben sicherlich keinerlei eigene Wirklichkeit, sondern werden nur durch die Höhere Kraft vom Schöpfer betrieben. Wir müssen uns nicht vor ihnen fürchten oder umgekehrt erwarten, dass sie uns irgendeinen Gefallen tun. Man kann es so sagen: Die Erscheinung des Schöpfers in einer bestimmten Weise heißt Engel oder Shed oder Ruach oder … egal. Ja, es gibt nichts außer Ihm.
Vorleser: Zeile „Wenn" in der dritten Spalte, wir machen weiter.
„Denn nachdem die Urteilssprüche den Vollstreckern übergeben worden sind, nimmt man sie nicht mehr zurück. Und das ist, weil es nach dem Tag von Hoshana Raba kein Heranziehen der Chochma mehr gibt." 96:39
Rav: Hoshana Raba ist also der letzte Tag … die letzte Nacht, in der die Gefäße korrigiert werden. Dann kommt man wirklich zu Mitternacht – wir haben es schon verpasst, das war's – zur Prüfung des Schattens. Und an diesem freudigen Punkt, in gehobener Stimmung, mit Sprüngen und Gesang, gehen wir jetzt zum …
Vorleser: Purim.
Rav: Zum Purim.
(Ende der Lektion)