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Morgen-Abschrift 25.03.2003
Buch
„Schriften
des
Rabash",
Band
1,
Artikel
„Was
ist
der
Unterschied
zwischen
Allgemeinem
und
Individuellem
in
der
Arbeit
für
den
Schöpfer"
Rav: „Was ist der Unterschied zwischen Allgemeinem und Individuellem in der Arbeit für den Schöpfer". In Wahrheit sind das Allgemeine und das Einzelne gleich. Das lernen wir auch aus dem allgemeinen Aufbau der Wirklichkeit. Die ganze Wirklichkeit besteht aus Zehn Sefirot, KaCHaB SoN, NaRaNCHaY, und außer dem gibt es nichts. Alles ist in diesem Aufbau aus fünf Bchinot, fünf Sefirot oder Zehn Sefirot zusammengefasst. Jedes Detail davon besteht selbst ebenfalls aus zehn, jedes Detail des Details teilt sich wieder in zehn, und so geht es bei jedem einzelnen weiter.
Die Gesetze, die das Verhalten der allgemeinen Zehn Sefirot bestimmen, sind dieselben Gesetze, die das Verhalten der einzelnen Zehn Sefirot bestimmen, auch der Einzelheiten der Einzelheiten und so weiter. Das bedeutet „Ich, HaWaYaH, habe Mich nicht verändert". HaWaYaH ist überall in einheitlicher und vollkommener Form, und es gibt keinen kleinen Teil der Schöpfung, der sich anders verhält als die ganze Schöpfung. Gemeint ist dabei der spirituelle Raum, in dem die Absicht, um zu geben, herrscht. Dort gibt es HaWaYaH und all diese Dinge, denn HaWaYaH ist das Gefäß, das sich im Or Choser befindet, im Verlangen zu geben, im Massach und Or Choser. Das Verlangen zu empfangen selbst gilt dagegen als Punkt, und für es gilt schon eine andere Gesetzmäßigkeit: Es fühlt die Lenkung durch das Höhere Licht als Dunkelheit und Leiden.
Das gilt auch für die Entwicklung. Wir lernen über die Entwicklung des einzelnen Menschen: Er geht von der ersten Begeisterung zur Erkenntnis des Bösen über, von der Erkenntnis des Bösen zu „tue Gutes"¹, danach passiert er den Machsom und tritt in die wahre Arbeit ein. Dieselben Etappen muss die ganze Öffentlichkeit, die ganze Allgemeinheit durchlaufen, und auch hier kann man für das Allgemeine und für das Einzelne dasselbe lernen. Wie Baal HaSulam sagt, gibt es Einzelne, die all diese Etappen, die sich über die ganze Geschichte erstrecken, in ihrer persönlichen Entwicklung durchlaufen². Auch die Allgemeinheit selbst durchläuft diese Entwicklung, in ihrer eigenen, allgemeinen Form.
Gibt es Fragen? Im Grunde wirft der Artikel im Vergleich zu unseren üblichen Artikeln keine besonderen Probleme auf.
Ja.
4:09
Schüler: Auf Seite 278 am Anfang …, „1. Die Allgemeinheit Israels. Man lehrt sie, Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten mit der Absicht der Eigenliebe zu halten. Und es ist verboten, ihnen zu enthüllen, dass man liShma arbeiten muss, das heißt, um zu geben" … …
Rav: Auf Seite 278 steht hier „Die Ordnung der Arbeit". Diese Ordnung der Arbeit stammt überhaupt nicht von Baal HaSulam. Es ist die Ordnung der Arbeit, die uns der RaMBaM³ nennt. Der RaMBaM schreibt in Hilchot Teshuva, Kapitel 10, dass es im spirituellen Erreichen eine Ordnung gibt, die sowohl der Einzelne als auch die Allgemeinheit durchläuft. Die erste Stufe ist das, was er hier schreibt:
„1. Die Allgemeinheit Israels. Man lehrt sie, Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten mit der Absicht der Eigenliebe zu halten. Und es ist verboten, ihnen zu enthüllen, dass man liShma arbeiten muss, das heißt, um zu geben, sondern sie sollen alles arbeiten und Mühe aufwenden, um zu empfangen, zum eigenen Nutzen."
Genau das bringt man dir jetzt bei. Du bist jetzt hier. Du bist völlig säkular zum Studium der Kabbala gekommen, weil es dir wichtig war herauszufinden, was der Sinn unseres Lebens ist. Du willst den Sinn deines Lebens finden, weil dir dein Leben ohne jeden Sinn und ohne jedes Ziel erscheint: Es gibt nichts, wofür man leben könnte, all die Genüsse, mit denen ich mich beschäftige, haben keinen Sinn. Diese Vorbereitung hat man dir schon vom Himmel gegeben. Man hätte dir auch andere Bedingungen geben können: dass du dein ganzes Leben lang wie eine Kuh irgendein Gras genießt und sonst nichts brauchst.
Hast du Kühe auf der Weide gesehen? Die ganze Zeit fressen und kauen sie, kauen und fressen. So hättest du es auch gemacht. Aber was? Man hat dir einen größeren Mangel gegeben, sodass du angefangen hast zu suchen: Dieses Gras ist nicht gut für mich, ich brauche etwas Besonderes. Dieses Besondere willst du, um dasselbe Verlangen zu empfangen zu füllen. Es ist nicht wie bei der Kuh, sondern etwas größer, aber es ist dasselbe Verlangen zu empfangen. Um dich jetzt zu entwickeln, muss man dir alle möglichen Leuchten von oben geben, solche kleinen Genüsse von oben, etwas Dunkelheit, etwas Licht, alle möglichen solchen Unterschiede, um das Verlangen zu empfangen großzuziehen und zu pflegen. 7:11
Aber es ist wieder das Verlangen zu empfangen. So wie du gekommen bist, in der Hoffnung, dein Verlangen zu empfangen zu füllen, so machst du jetzt weiter. Das nennt man: Man lehrt die Tora mit der Absicht, um zu empfangen, ja? Zum eigenen Nutzen. Das ist die erste Stufe, damit ein Gefäß entsteht. Das Problem ist: Wir kommen zur ersten Kabbala-Lektion mit dem kleinen Verlangen, das man uns von oben gegeben hat. Jetzt müssen wir dieses Verlangen entwickeln und größer machen, und das ist die erste Stufe. Das heißt, wir setzen die Entwicklung unseres Egos fort.
Vorher reichte es nur für die tierischen Genüsse Dieser Welt und für Geld, Ehre, Wissen. Jetzt müssen wir auch das Verlangen zu empfangen für die Spiritualität entwickeln: Ich will Spiritualität verschlingen. Ich weiß nicht, was das ist, aber ich will, dass es mir gehört, dass es mein Besitz ist. Erst wenn sich das Verlangen zu empfangen für die Spiritualität richtig groß entwickelt hat, kann man es verändern und korrigieren. Damit es etwas zu korrigieren gibt, muss es sich zuerst entwickeln. Bei der Entwicklung des Verlangens zu empfangen gibt es gewöhnlich ein Hindernis: Weil der Mensch die Genüsse nicht genau sieht, rennt er nicht so sehr nach vorne. Er begnügt sich mit wenigem, wie man sagt, und wird plötzlich ein Gerechter.
Er rennt nicht so sehr zur Spiritualität. Die Spiritualität ist nicht offenbart, also ist es natürlich schwer, nach ihr zu streben. Hier kann man einige Jahrzehnte oder einige Jahrhunderte warten, bis wir wirklich das richtige Verlangen zu empfangen entwickeln, um anfangen zu können, es zu korrigieren. „Das richtige" heißt: dass es im vollen Maß auf die Spiritualität gerichtet ist, dass man ein Egoist im vollen Sinn des Wortes ist, nicht nur für Diese Welt, sondern dass man die Kommende Welt verschlingen will. Das muss man zuerst machen. Das beschreibt Baal HaSulam auch sehr schön in der „Einleitung zum Buch Sohar": Das wahre Verlangen zu empfangen endet nicht mit dem Verlangen zu empfangen Dieser Welt, sondern mit dem Verlangen zu empfangen der Kommenden Welt.
Erst dann fängt man an, es zu korrigieren. Was hättest du sonst zu korrigieren? Deine Haltung zu den tierischen Genüssen, zu Geld, Ehre und Wissen? Das ist das Verlangen, Tierisches und Materielles zu empfangen, und das müssen wir nicht korrigieren. Das sollen all jene korrigieren, die sich mit Diäten beschäftigen oder mit schöner Erziehung, oder die Grünen mit ihrem „Lasst die Tiere leben", all solche Dinge. Mit dieser Schönheit beschäftigen wir uns nicht. Wir brauchen zuerst ein spirituelles Gefäß, das groß ist, übermäßig groß, und danach, wenn es etwas zu korrigieren gibt, fangen wir an zu korrigieren. Einen Menschen, der nicht zur Vollendung dieses Gefäßes für die Spiritualität kommt, lässt man überhaupt nicht anfangen zu korrigieren, denn es gibt noch nichts zu korrigieren. 10:58
Deshalb ist das unsere erste Stufe, und man kann sie wirklich nur unter einer Bedingung durchlaufen: dass ich von der Gemeinschaft beeindruckt werde. Durch Neid, Begierde und Ehre werde ich von den Freunden beeindruckt, die sich nach Spiritualität sehnen, und dann will ich sie auch, denn die Spiritualität ist verborgen. Wenn ich nicht von der Gemeinschaft beeindruckt werde, davon, dass sie wirklich so interessiert sind, so rennen und wirklich bereit sind zu investieren und beizutragen, verstehst du, dann habe ich nichts, wovon ich beeindruckt werden könnte, außer der Gemeinschaft. Wenn ich keine Spiritualität sehe, habe ich keine andere Wahl.
Wenn eine Gemeinschaft so schläfrig ist, in einem Tiefschlaf, dann kann diese Gemeinschaft mich einschläfern. Ich muss vor ihr fliehen oder sie verändern. Sonst komme ich nie zum vollkommenen, egoistischen Gefäß, das aber wirklich vollständig für die Spiritualität ist und nur Spiritualität will. Und dann kommt schon Stufe 2, die Korrekturen: Wozu will ich Spiritualität, wozu lohnt es sich, was genau ist Spiritualität und so weiter. Das ist ein Problem.
Deshalb bauen wir eine Art Unternehmen auf, damit wir uns mit der Verbreitung beschäftigen und sehen, wie auch andere Menschen wollen. Sie sollen uns möglichst viel von „In der Menge des Volkes liegt die Pracht des Königs" bringen: Je mehr sie beeindruckt sind, desto mehr werden wir beeindruckt und so weiter. Dass wir mit so vielen Menschen verbunden sind, denen unser Ziel ebenfalls wichtig ist, gibt mir Stärkung. Worauf könnte ich mich sonst verlassen? Was habe ich in der Spiritualität, woran ich mich wirklich festhalten kann oder bei dem ich sicher sein kann, dass es richtig ist? Überhaupt: Wie baut der Mensch seine Zuversicht auf?
Deshalb muss die ganze Arbeit, die ganze Verbreitung, die ganze Teilnahme, die Gruppe, mir letztlich ein großes Verlangen nach Spiritualität bringen. Wenn es mir das nicht bringt, ist das ein Zeichen, dass etwas fehlerhaft ist. Dann gibt es keinerlei Hoffnung, zu etwas Wirklichem zu kommen. So ist das.
Ja.
14:08
Schüler: Wann und wie bringt man Kindern bei, Mizwot zu machen, um zu geben … … … … Kinder anfangen, sie auf die Art zu lehren …?
Rav: Wann fängt man an, Kinder so zu erziehen, dass sie Tora und Mizwot halten, um zu geben, statt um zu empfangen? Schau erst einmal, wie du den Satz baust. Zuerst muss ich ein Kind haben, das Tora und Mizwot hält, um zu empfangen, und dann komme ich zu ihm und lehre es, Tora und Mizwot zu halten, um zu geben, ja? Nun, wir müssen diesen Satz besprechen, genau betrachten und sehen, ob es so etwas bei uns überhaupt gibt.
Du fragst: Wann? Ich frage: Gibt es bei dir so etwas, so eine Wirklichkeit? Gewöhnlich bleiben wir an der Frage hängen, was man mit Kindern macht, die alt geworden sind. Die Masse erhält eine Erziehung, und weil diese Erziehung eine Erziehung des Domem de Kedusha⁴ ist, lässt sie die Menschen die ganze Zeit, das ganze Leben, in der Form des Unbelebten. Materielle Handlungen macht man, und spirituelle Handlungen lehrt man sie, nicht zu machen: Mach in der Materie, was nötig ist, das war's, und darüber hinaus rühr nichts an.
Das ist gut, weil der Mensch dann an seiner Erziehung festhält, also am Halten von Tora und Mizwot, wie es heißt: „angelernte Menschen". So wie man es ihnen beigebracht hat, so machen sie es und denken, dass das Tora und Mizwot ist. So besteht die Masse fort, bewahrt sich als Unbelebtes und kann sich so noch Millionen Jahre bewahren. So besteht, um den Unterschied zu wahren, auch die Masse der Chinesen und der Inder. Man hat irgendeine Philosophie der Nation genommen, lebt die ganze Zeit in ihr und bewahrt sie, soweit die Gemeinschaft⁵ um diese Idee herum geschlossen und zusammengeschweißt ist, und so lebt man. Wir sehen auch sehr alte Kulturen, die sich noch bewahren, und dem Schöpfer sei Dank, was sie über sich sagen können: Wir sind auch besonders⁶. 17:08
Wann muss man wirklich zu den Kindern kommen und anfangen, sie zu erziehen? Die spirituelle Erziehung folgt dem spirituellen Gesetz, dass es in der Spiritualität keinen Zwang gibt, das heißt: „Erziehe den Knaben nach seinem Weg". „Erziehe den Knaben nach seinem Weg" bedeutet: Wenn Menschen wirklich schon für die spirituelle Erziehung bereit sind, wenn sie sich schrittweise über das Unbelebte, Pflanzliche und Tierische entwickelt haben und zum Sprechenden in sich gekommen sind, dann kann man sie durchaus dazu erziehen, das Sprechende zu sein, weil es eine gewisse Vorbereitung gibt. Und wenn nicht, dann nicht.
Wie kann man das machen? Der Baal Shem Tov hat das sehr deutlich gemacht, als Beispiel für uns. Er gründete die chassidische Erziehung, das heißt, er brachte überall ein wenig Lernen der Innerlichkeit hinein, für alle. Für alle. Plötzlich fangen alle an zu lernen, dass es spirituelle Welten gibt, fünf Welten, NaRaNCHaY, dass es eine Seele gibt, Aufstiege und Abstiege, und dass sich der Mensch damit verbinden muss. Nun, die Chassidut⁷ ist wirklich voll von all diesen Dingen. Er selbst hat kein einziges Buch geschrieben, seine Schüler haben geschrieben. Seine Schüler waren große Kabbalisten, die ersten großen Admorim⁸.
Sie schrieben in diesem Stil sehr viele Bücher. Dem Volk gaben sie diese Erziehung, die Chassidut heißt, vom Wort Chessed, gemäß dem Ziel, die Menschen zu den Eigenschaften von Bina hinzuziehen. Sie dachten, dass sie dadurch aus dem Volk diejenigen „fangen" und herausziehen können, auf die diese Worte, diese Erziehung, diese Bücher wirken⁹ und die sie interessieren würden. Das haben sie mit großer Weisheit gemacht. In jener Zeit haben sie wirklich sehr große Korrekturen gemacht. Sehr große Korrekturen. Das ist eine Methode, die jetzt auch für uns ein Beispiel sein muss. 20:30
Wir machen damit ja nichts Neues. Sie haben es für ihre Zeit gemacht, das heißt für den Entwicklungsgrad des Verlangens zu empfangen in seiner Generation, und hatten damit Erfolg: Es gab sehr viele Kabbalisten, und sie machten sehr viele Korrekturen. Die Generation war noch in einer bestimmten, nicht endgültigen Entwicklung. Als der Baal Shem Tov und die ersten chassidischen Admorim die Korrekturen machten, gelang es ihnen wirklich, das spirituelle Niveau der Generation sehr stark anzuheben. Aber wir entwickeln uns, die allgemeine Entwicklung geht weiter, und das Verlangen zu empfangen wächst. Deshalb reichte das Niveau ihrer chassidischen Erziehung für die Generation, die 100–150 Jahre später herangewachsen war, nicht mehr aus. Der Baal Shem Tov lebte im 16.–17. Jahrhundert¹⁰.
Diese Methode genügte also dem gewachsenen Verlangen zu empfangen nicht mehr. Die Menschen der Generation, in denen dieses Verlangen zu empfangen gewachsen war, sagen wir 150 Jahre nach dem Baal Shem Tov, fingen schon an, die Methode des Baal Shem Tov zu verfälschen. Das heißt, sie reichte für sie nicht mehr aus, um sie zu korrigieren. Nicht dass jemand schuld wäre, so ist eben der Mangel an Korrektur der Methode¹¹. Die Methode wirkte zu ihrer Zeit sehr schön, und danach … Tatsächlich fing die Chassidut an, sich von einer spirituellen Methode in eine volkstümliche Methode zu verwandeln: So geht man, so macht man es, so verhält man sich.
Von der Chassidut blieben also insgesamt äußere Symbole übrig. Auch in ihnen steckt viel Weisheit, und es lohnt sich, sie zu lernen, denn diese großen Kabbalisten, der Baal Shem Tov und seine Schüler, haben in diese Symbole alle möglichen Andeutungen gelegt. Durch all diese Zeichen, Aussprüche, Worte, Legenden und alles, was sie gemacht, entwickelt und geschrieben haben, durch all diese Mittel wollten sie Menschen heranziehen, die schon für die Korrektur bereit sind, sie zu sich holen und aus ihnen Gruppen von Kabbalisten machen. Das war eine sehr kluge, sehr besondere Art von Verbreitung. 23:47
Denn schau: Insgesamt wandten sie sich an ein Volk, das ganz religiös war, und es gelang ihnen, in dessen unbelebtes Verhalten etwas Lebendiges, etwas Spirituelles hineinzubringen. Das ist nicht einfach. Das ist eine gewaltige Kraft, die er da irgendwie eingesetzt hat.
Schüler: … …
Rav: Es ist nicht wichtig, ob man viel oder weniger gelitten hat. Bei uns leidet man nicht weniger als damals. Leiden ist einfach eine Frage von mehr oder weniger Verlangen zu empfangen. Nur Historiker oder Philosophen denken, es sei so, weil das Volk gelitten hat, und deshalb habe der Baal Shem gehandelt. Der Baal Shem Tov hat das Leiden des Volkes überhaupt nicht berücksichtigt. Er hat nur die ewige Korrektur berücksichtigt, die man in die Welt bringen kann, und nicht die Körper. Verlass dich auf ihn, er war ein gewaltiger Kabbalist. In unserer Zeit funktioniert das nicht mehr, hier muss es eine andere Methode geben.
Auch er hat sozusagen verborgen, dass das die Weisheit der Kabbala ist, und hat es mit allen möglichen anderen Namen benannt: Chassidut, Innerlichkeit der Tora. Er fürchtete das Wort „Kabbala", weil der Widerstand sehr groß war, auch von den Gegnern auf Seiten der Litauer³. Ja. Auch von dort gab es große Kabbalisten, nur waren sie Gegner dieser Methode. Der HaGRA³ ist ein Riese im Vergleich zu all den … Das heißt, er ist auf derselben Stufe wie der Baal Shem Tov. Es ist einfach, sagen wir, Rechte und Linke Linie, wie man es irgendwie im Verhalten oder in der Methode ausdrücken kann, aber beide sind heilig. Für eine gewisse Zeit machte der Baal Shem Tov jedenfalls eine enorme Korrektur.
26:13
Das hielt an, bis das Verlangen zu empfangen wirklich stärker wurde, das heißt auf ein anderes, höheres Niveau wuchs als das, wofür die Chassidut gemacht war. Sie haben, sagen wir, eine Korrektur für die Stufe 3 des Verlangens zu empfangen gemacht. Als es zum Verlangen der Stufe 4 wuchs, hörte die Methode einfach auf, eine nützliche Methode zu sein, und wurde ebenfalls zu einer volkstümlichen Methode. Das war's. Und dann schreibt Baal HaSulam, dass wir sozusagen schon in der letzten Generation angekommen sind, in der wir jetzt die Korrektur machen müssen.
Du fragst also, ab welchem Jahr man die Kinder erziehen kann. Es gibt Kinder im Alter von 40 und 50, das sind auch Kinder. Das geht einfach nach der Entwicklung, nach der Annäherung an die Spiritualität. Vielleicht kommen sie dahin, vielleicht nicht. Und es gibt solche, die schon ab fünf oder zehn Jahren ein Gespür und eine Vorbereitung haben. Der HaGRA, der Gaon von Wilna, beherrschte schon mit 9, 10 Jahren wirklich die ganze Tora und fühlte ihre Innerlichkeit. Im Alter eines Jugendlichen, mit 13, 14, 15, war er schon Kabbalist. Er war schon Kabbalist. Das heißt, es hängt nicht vom Alter ab.
Ich wollte nur Folgendes sagen: Wenn du fragst, ab welchem Jahr und welchem Alter man anfängt, das Kind in Kabbala zu erziehen, dann würde ich sagen: So wie der Baal Shem Tov das allgemeine Lernen der Chassidut ins Volk hineinbrachte, dadurch Menschen an sich heranzog, die für die Korrektur geeignet waren, und aus ihnen schon Große machte, spirituelle Menschen, Menschen des Schöpfers, so müssen wir uns bemühen, durch die allgemeine Verbreitung der Kabbala Menschen zu uns heranzuziehen, die ebenfalls für Korrekturen geeignet sind, und mit ihnen zusammen unsere Arbeit zu machen.
Diese Methode ist nicht von heute. Ich denke, nach derselben Methode wirkte auch Moses, unser Lehrer. Wer war denn insgesamt neben ihm? Er floh dort zum Dornbusch, kehrte zurück, und wer war da? Aaron war neben ihm und … wer noch? Bis er nach und nach, in der Wüste, die Schüler aus dem ganzen Volk sammelte, das vollständig dort war. Auch er zog durch diese allgemeine Verbreitung der Tora, ja, dieser Weisheit, die Menschen heran, die geeigneter waren, und machte aus ihnen Schüler.
Es gibt keine anderen Methoden. Die frühere Methode scheint uns einfach sozusagen zu verfallen. Aber sie verfällt, weil das Verlangen zu empfangen gewachsen ist, und man muss dieselbe Methode fortsetzen, nur auf einem anderen Niveau: innerlicher, schärfer, mit einer Ansprache, die dem Verlangen entspricht, das jetzt in der Menschheit wirkt. Aber die Methode ist dieselbe Methode: ein allgemeines Licht geben, durch das dann besondere Seelen herangezogen werden¹², und ihnen dann die individuelle, persönliche Methode geben. Das war's.
Ja.
30:18
Schüler: Wie kann es überhaupt sein, dass es zwischen zwei so großen Kabbalisten Meinungsverschiedenheiten gibt? Das passt nicht zu …
Rav: Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Baal Shem Tov und dem HaGRA. Das sind keine Meinungsverschiedenheiten. Schau, das sind zwei Methoden, die sich in der Endkorrektur verbinden. Das ist wie bei Beit Shammai und Beit Hillel: Im Grunde erklärt keiner den anderen für ungültig. Beide haben recht, „diese wie jene sind Worte des lebendigen Schöpfers"¹³. Die Frage ist nur, wie soll ich sagen? Es ist vielleicht richtiger zu sagen, dass es vom Typ der Seelen abhängt. Es fällt mir noch schwer, das auszudrücken. Ich sehe, dass es nicht herauskommt. Schau, über den Baal Shem Tov habe ich heute schon angefangen, ein wenig zu sprechen, und ein wenig ist herausgekommen. Das hängt davon ab, wie ihr vorankommt. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Es ist schwer. Es ist ein Problem, das herunterzubringen.
Schüler: Das heißt, für verschiedene Arten von Seelen gibt es sozusagen verschiedene Methoden? Das heißt …
Rav: Das sind keine verschiedenen Methoden. Der HaGRA hat in der Kabbala nicht weniger gelernt, geschrieben und begründet als der Baal Shem Tov. Aber, wie soll ich sagen, seine Methode ist eine Methode für Einzelne. Für Einzelne. Auch er hatte sehr viele Schüler, viele große Schüler, große Kabbalisten. Litauer. Nicht dass die Litauer Gegner der Kabbala wären, so etwas gibt es nicht. Wer von diesen Großen, die vor 400 Jahren lebten, wie der HaGRA und der Baal Shem Tov, war denn dagegen? Was für ein Widerstand? Sagen wir, das sind zwei Methoden. Wir werden lernen, dass es überhaupt nicht … nicht einmal … Wir werden das einmal klären. Das betrifft uns vorerst nicht. Wenn man sich ein wenig erhebt, sieht man, dass es dasselbe ist.
33:05
Schüler: Dieser Widerstand gegen die Kabbala, den es immer gab – woher kommt er?
Rav: Der Widerstand gegen die Kabbala kam daher, dass Kabbalisten sich sehr, sehr hüteten, die Masse auseinanderzubrechen und ihr den Schutz zu nehmen, den sie hat, solange sie unbelebt ist. Stell dir vor, du nimmst zum Beispiel eine Schafherde. Ein einziger Hund kann dir tausend Schafe in eine Reihe bringen, und sie rennen hinter ihm her. Gar kein Problem. Richtig? Ihr habt das gesehen, gar kein Problem. Einer ist lebendig, die anderen sind tausend solche kleinen Tiere, und sie ordnen sich ein. So, das war's. Und jetzt stell dir vor, du gibst diesen tausend Schafen plötzlich eine Spritze und steigerst in ihnen das Verlangen zu empfangen. Sie fangen an, raffinierter zu werden.
Und was machst du dann mit ihnen? Du hast keinen Hund mehr, der sie ordnet, und auch ein Mensch kann sie nicht ordnen. Du brauchst schon besondere Kräfte, damit sie nicht weglaufen, nichts anstellen, keine Unfälle verursachen, sich nicht von der Klippe stürzen, sich nicht verbrennen, keine Revolutionen und Kriege anzetteln und sich nicht selbst vernichten. Das ist schon ein großes Problem. Also ist es besser, sie bleiben eine Herde, und wir kommen nach und nach voran. Wozu brauchen wir diese Sprünge?
Das ist die richtige Erziehung, die Kabbalisten eingerichtet haben, diese Erziehung des Unbelebten: Tora und Mizwot. Tora heißt hier unsere Torarolle, und Mizwot heißt das, was du dort machst, Segenssprüche und alle möglichen Dinge. Das haben sie eingerichtet und gesagt: Das bewahrt das Volk. Und das bewahrt wirklich, du siehst, dass es bewahrt. Wenn man aus diesem Zaun herausgeht, ist das schon ein Problem. Dann muss man schon Korrekturen geben: Wenn du aus diesem Zaun herausgehst und klüger wirst, sagen wir, dann musst du mit deiner Weisheit Glauben haben, irgendeine Sicherheit, dass du nicht wegläufst und dir und anderen keinen Schaden zufügst.
Dein Hinausgehen auf eine höhere Stufe muss wirklich kontrolliert sein und der Korrektur dienen. Deshalb ist die Erziehung des Volkes eine sehr, sehr besondere, sehr kluge Erziehung. Es gab wohl viele Kabbalisten, die dagegen waren, dem Volk überhaupt die Weisheit der Kabbala zu geben. Das kann zu solchen Unfällen führen, die wir nicht bewältigen können, bei denen wir nicht wissen, wie wir sie überwinden sollen. Stattdessen suchten sie nach und nach hier und dort Schüler, lernten auf verborgene Weise mit ihnen, und so kamen sie voran. Das ist die eine Seite. Und es gab Kabbalisten auf der anderen Seite, die sagten: Nein, wir müssen etwas mehr vorankommen, weitergehen, lasst uns ein wenig revolutionärer sein. Es gab solche und solche. 36:41
Im Lauf der Generationen, bis zum 19. Jahrhundert, waren alle Großen im spirituellen Erreichen, sowohl die, die für die Verbreitung der Kabbala waren, als auch die, die gegen die Verbreitung der Kabbala waren. Bis zur Zeit des SheLaH³ – wann war der SheLaH? Ich weiß es nicht –, bis zur Zeit des heiligen SheLaH, sagt mein Rav¹⁴, gab es keinen, der ein Buch geschrieben hat, das nicht aus der spirituellen Quelle kam. Danach begann ein Abstieg, der Abstieg der Generationen. Man schrieb schon teils aus dem Erreichen, teils nicht aus dem Erreichen. Das heißt, jeder war im Erreichen, aber schon in einem gewissen Abstieg. Das Verlangen zu empfangen nimmt immer mehr zu, und die Spiritualität nimmt ab.
Trotzdem musst du verstehen, dass all diese Streitigkeiten und all dieser Widerstand nicht auf unserer Ebene liegen. Sie hatten einfach die Verantwortung, das Volk zu bewahren. Und wenn du mich fragst: Auch ich bin dagegen, die Weisheit der Kabbala einfach so über die Religiösen auszuschütten. Wenn ich heute die Möglichkeit hätte, ihnen allen die Weisheit der Kabbala zu geben, würde ich es nicht machen. Ich würde es nicht machen. Denn ich habe keinerlei Sicherheit, dass sie dann nicht anfangen, zügellos und säkular zu werden, und wer weiß in welcher Form. Ich habe keine Sicherheit, dass sie stattdessen den korrigierten Weg gehen, nach und nach die Kraft der Entwicklung auf nützliche und gute Weise empfangen, sodass es wirklich zum spirituellen Aufstieg führt, und dass es nicht so wild auf sie wirkt⁹, dass wer weiß was mit der Nation in zwanzig Jahren passiert¹⁵.
Ich weiß es nicht. Das muss ein Riese sein, der sich solche Dinge erlauben kann. Zwar hat Baal HaSulam, nach dem, was er sozusagen gemacht hat, davor keine Angst gehabt. Aber er ist nicht ich. Ich fühle mich durchaus sicher, mit Säkularen zu gehen. Denn hier gibt es erstens wirklich nicht mehr so viel zu verderben, verstehst du. Und dann kann ich dem, der will, irgendwie eine Korrektur bringen, eine Methode, erklären und mit ihnen gehen. 39:32
Aber beim Domem de Kedusha ist das ein sehr großes Problem. Es ist sehr leicht zu sagen: Lasst es uns machen, lasst uns umstürzen. Das ist nicht einfach. Wie auch immer du es nennst, das ist nicht wichtig: Sie bewahren einen Rahmen der Nation, eine Art Charakter von ihr. Wer weiß, was du verursachst, wenn du das zerbrichst. Das heißt, ich halte mich nicht für weise genug, um solche Dinge zu machen.
Sondern Wissen schaffen: bewirken, dass das Wissen um die Weisheit der Kabbala, um ihre Größe und darum, was sie für die Menschen bewirkt, mehr verbreitet wird, ja? Dass wir das der ganzen Nation deutlicher vermitteln können, sodass auch von ihnen welche zum Lernen kommen. Unter ihnen gibt es welche, die wirklich verbittert und seelisch unruhig sind und die finden und vorankommen wollen. Solche gibt es, ich kenne sie. Auf diese Weise ja, nach und nach wird das kommen. Aber trotzdem muss man damit sehr vorsichtig sein.
Wenn ich deshalb von den Großen der ultraorthodoxen Öffentlichkeit höre oder spüre, dass sie, sagen wir, etwas über mich sagen oder über mich herfallen, dann fühle ich, dass sie recht haben. Ich fühle, dass sie recht haben. Sie müssen diese Allgemeinheit bewahren, und es gibt keine andere Form, sie zu bewahren.
Schüler: Man sieht: So sehr wir auch versuchen zu verbreiten, sogar in ihrem eigenen Umfeld, es dringt nicht nach außen. Das heißt, hier spielt der Schöpfer irgendwie mit, damit es nicht passiert. Die Frage ist überhaupt, ob das eine Rechnung für einen Kabbalisten ist: Ich versuche zu verbreiten, und was passiert, passiert.
Rav: Nein, ich ziehe es vor, die Weisheit der Kabbala überall zu verbreiten, wo es nur möglich ist, völlig ungezielt, an die ganze Welt, besonders natürlich an Juden. Denn so muss es sein: Dieser Teil der Schöpfung muss zuerst zur Korrektur kommen und danach ein Licht für die Völker sein. Aber unter den Juden, den Säkularen, und die Religiösen¹⁶ – besonders die Ultraorthodoxen hüte ich mich wirklich anzurühren. 43:00
Ich sehe mich wirklich nicht in der Rolle, Revolutionen zu machen. Verbreitung der Kabbala zu machen, ja. Aber mit dem Volk so etwas zu machen, wie ich denke – ich bin mir nicht sicher in dem, was ich denke. Was die Religiösen betrifft, denke ich wirklich mit Sicherheit, dass sie noch in dieser Form bleiben müssen.
Das heißt nicht, dass sie in dieser Form bleiben müssen. Wenn welche aus ihnen herausgehen, wenn das Verlangen zu empfangen über ihren Rahmen hinauswächst und sie über den Zaun ausbrechen, mit dem sie jetzt im Halten der unbelebten Tora und Mizwot eingezäunt sind, dann ist das völlig in Ordnung. Aber nicht ich verursache das. Es muss von innen kommen: Das Verlangen zu empfangen soll über ihre Erziehung hinauswachsen, und dann brechen sie aus und schreien: „Wo sind wir, wofür lebt man? Diese unsere Tora und Mizwot decken mein Verlangen zu empfangen nicht ab. Wir wollen wirklich wissen, wofür wir leben, wofür man lebt und wofür man sie hält" und alles.
Wenn es auf diese Weise ausbricht, ja – wieder „Was ist der Sinn unseres Lebens", vielleicht in ihrer Form, nicht so, wie ein Säkularer fragt; auch sie werden nach Tora und Mizwot und nach ihrem Leben fragen: „Was ist der Sinn unseres Lebens", so wie ein Säkularer nach dem Sinn seines Lebens fragt –, dann bitte sehr, im Gegenteil. Aber bevor sie auf diese Weise schreien, bevor das Verlangen zu empfangen auf natürliche Weise gewachsen ist und ihren Rahmen zerbrochen hat, darf ich nicht kommen und das auf künstliche Weise machen. Das ist, was ich fühle. Ich sage dir einfach, was ich fühle.
Das heißt, auf keinen Fall gehe ich dorthin, um auch nur einfache Kabbala-Kreise zu machen. Es gibt welche, die das machen. Aber gerade die, die das machen, machen es so, dass es Chassidut ist und nicht Kabbala, und deshalb ist es erlaubt, und es gibt keinen Widerstand gegen sie. Denn sie sprechen nicht von einer Loslösung von der unbelebten Erziehung, sondern davon, wie man die unbelebte Erziehung stärkt. Kein Oberhaupt der Gemeinde dort, wie groß er dort auch sein mag, ein Rav oder ein Admor, ist dagegen. Es gibt viele solche Kreise, in Kabbala, in der Innerlichkeit der Tora, in allen möglichen Arten, zum Beispiel dort in Bnei Brak, und es gibt keinen Widerstand gegen sie. Denn sie lernen auf eine Weise, die die Erziehung nur stärkt und nur noch etwas Geschmack hinzufügt, also sind alle dafür. 46:07
Wenn ich dagegen mit der Linken Linie hineinginge, ja, die schon Kritik an allem ist, dann würden sie mich sofort zerbrechen, und zu Recht. Es steht geschrieben: „Vor einen Blinden lege kein Hindernis". Wenn er noch blind ist, wenn bei ihm das Verlangen zu empfangen noch nicht so stark ausgebrochen ist, dass er nur noch losgeht, um es auf wilde, egoistische Weise zu füllen – egal, aber das ist es, was in ihm brennt und sein Verhalten bestimmt –, wenn er das nicht hat und es ihm einfach so lala geht, warum solltest du ihn zu Fall bringen? Du fügst ihm von deinem eigenen Verlangen zu empfangen etwas hinzu. Wer bist du, wie kannst du das machen? Das nennt man „Zwang": Wenn du dein Verlangen zu empfangen seinem Verlangen zu empfangen aufzwingst, nennt man das „Zwang" in der Spiritualität.
Da ist ein kleines Kind, das mit Spielzeug spielen will. Du kommst plötzlich zu ihm, zerbrichst ihm sein Spielzeug und sagst: „Nein, lass uns etwas Echtes machen." Was für etwas Echtes? Es versteht nicht, was echt ist. Für das Kind ist das die Wahrheit, seine kleinen Spiele.
Du willst es emporheben: „Ich will, dass du groß wirst, dort gibt es große Maschinen, große Dinge." Es sagt: „Papa, ich will das … was ist mit meinem Auto, warum hast du es kaputt gemacht?" Verstehst du? Genau das nennt man „Zwang".
Wie kann ich also zu ihnen gehen und so etwas machen? Das ist einfach verboten. Zwar schreibt Baal HaSulam wirklich, dass es trotzdem ein Problem ist, dass sowohl ihre Großen als auch die Nicht-Großen die Beschäftigung mit der Weisheit der Kabbala ganz und gar aufgegeben haben, und dass sie dadurch wirklich alle Unglücke der Welt verursachen. Nun, du siehst, dass es auch ihm nicht gelungen ist, etwas zu bewirken. Und so sehr mein Rav die Weisheit der Kabbala auf irgendeine Weise unter den Ultraorthodoxen einführen wollte, auch das ist noch nicht gelungen. Wir müssen trotzdem warten. 48:30
Es muss von zwei Seiten kommen. Auf der einen Seite durch die säkulare Öffentlichkeit, durch die Kunde in der ganzen Welt, durch das Or Makif, das wir auf alle erwecken. Auf der anderen Seite durch das Verlangen zu empfangen, das in ihnen wächst. Wir sehen, wie es von Jahr zu Jahr wächst, wie es ausbricht und wie es sie schon nicht mehr im religiösen Rahmen hält. Man braucht Geld, man braucht Ehre und alle möglichen Auszeichnungen, um dem Menschen einen Ausgleich zu geben, damit er in diesem Zaun bleibt, und noch Posten und alle möglichen Dinge, sonst laufen sie alle weg. Du musst ihnen geben, dass alle sitzen und lernen und nicht zur Armee gehen, und Sozialversicherung und alles Mögliche, dann sind sie noch … verstehst du? Nimm jetzt etwas davon weg, und alles fällt auseinander.
Das heißt, das Verlangen zu empfangen ist schon gewachsen und wächst von Jahr zu Jahr, und dann wird die Lösung kommen. Aber wenn du jetzt hingehst und ihnen von deinem Verlangen zu empfangen hinzufügst – „Warum lernt ihr nicht, warum ist das so?" –, dann nennt man das „Zwang". Ich habe ein wenig versucht, es so zu machen, und habe gesehen, dass das wirklich nicht der Weg ist.
Ja.
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Methode des Baal Shem Tov und der von Baal HaSulam?
Rav: Was ist der Unterschied zwischen der Methode des Baal Shem Tov und der Methode von Baal HaSulam? Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied gibt. Baal HaSulam schreibt darüber, dass er dem Baal Shem Tov erstens in nichts widersprechen kann. Das ist ein gewaltiger göttlicher¹⁷ Kabbalist. Wir haben einfach nichts, was er selbst geschrieben hat, … seine Schüler. Aber überhaupt: Was er gemacht hat und welche Korrekturen er gemacht hat, die sind sehr groß.
Aber es hat nur für seine Zeit gewirkt, für seine Zeit, und darüber schreibt Baal HaSulam. Es gibt keinen Unterschied in der Methode. Was heißt hier Methode? Baal HaSulam hat keine Methode, wie man zur Masse kommt und jetzt in der Masse die Weisheit der Kabbala verbreitet. Der Baal Shem Tov hatte eine Methode. Der Baal Shem Tov hat wirklich eine Methode geschaffen.
Er nahm die Weisheit der Kabbala und kleidete sie in die Chassidut, in äußere Symbole, in alle möglichen Geschichten und alle möglichen Zeremonien. Er machte eine Behandlung, wie soll ich sagen? Ich will das Wort „psychologisch" nicht benutzen, sozusagen im Volk: Es gibt Admorim, du kannst zu ihnen kommen und weinen, und sie helfen dir und sagen: „Nicht schlimm, Chaim¹⁸, es wird dir gut gehen. Warte. Man braucht Geduld" und so weiter.
Das heißt, er schuf wirklich ein System. Das Volk litt, wie man hier gesagt hat. Es war wirklich eine Zeit, in der es Pogrome gab und die Menschen sehr litten. Durch eine solche volkstümliche, tierische Art der Hilfe brachte er ihnen wirklich gewisse Kenntnisse über die Höhere Welt bei, über die Methode, dass man dorthin kommen kann, dass man damit etwas machen kann.
Baal HaSulam hatte keine solche Methode. Er hat kein Kleid für die Weisheit der Kabbala gefunden, um sie ins Volk hineinzubringen. Das hat er nicht. Auch wir haben das nicht. Wir gehen mit der Methode selbst, offen, und so offen wie möglich. Und ich denke, dass es in unserer Zeit schon keine solche Art von Kleid mehr geben kann. 52:47
Denn wenn du Kleider machst, wirkst du im Gegenteil unecht. Wir sind wirklich schon bei einem Verlangen zu empfangen angekommen, das so gewachsen ist, dass es schon keine Geschichten mehr will, keinen Glauben irgendeiner Art, nichts. Nein, das gibt es darin nicht. Wir müssen vielmehr innerhalb der Sprache der Kabbala eine besondere Sprache für die Menschen finden, damit sie unsere Botschaft einfach verstehen.
Das Kleid wird zwar auf der Sprache sein, auf der Sprache der Kabbala, aber nur ein solches Kleid, dass der Mensch überhaupt anfängt zuzuhören. Denn wenn ich ihm „Verlangen zu empfangen" sage, versteht er mich nicht. „Massach", „Or Choser" – er weiß nicht, was das ist. „Seele" – er denkt, das sei irgendetwas, das nicht wie ich ist. Dass das ein Gefäß ist und so weiter … Das heißt, wir werden eine Erklärung finden müssen, sagen wir so.
Das ist kein Kleid, das ist eher eine Erklärung, die zur Wahrnehmung unseres Publikums passt. Aber Kleider, wie der Baal Shem Tov sie gemacht hat, werden heute nichts nützen, denke ich. Deshalb sind sie tatsächlich hinfällig geworden. Ich glaube nicht, dass es eine Methode geben kann, die der Methode des Baal Shem Tov ähnlich ist. Aber er hat wirklich etwas sehr Besonderes gemacht.
Was hat er gemacht? Man kann es so sagen. Was ist die ganze Methode der Chassidut? Er verbarg Malchut und vergrößerte Bina, die Eigenschaft Chessed: dass man sich so zueinander verhalten muss, dass man überhaupt danach streben muss. Die Form der Kabbala, die Methode der Kabbala ist dagegen, Malchut zu enthüllen, das Verlangen zu empfangen, auf es zuzugehen und es zu behandeln.
Aber für das einfache Volk passt das nicht. Also verbarg er Malchut ein wenig in Bina und machte es so, dass es nach außen hin Chessed ist. Das einfache Volk brauchte das wirklich sehr und nahm es an. Aber diejenigen, die danach sahen, dass ihr Verlangen zu empfangen nach Korrektur verlangt, kamen schon zu ihm, und aus ihnen machte er Kabbalisten.
Ja.
55:24
Schüler: Was ist der qualitative Unterschied zwischen einem großen Kabbalisten und einem weniger großen Kabbalisten? Beide befinden sich in der Welt …
Rav: Was ist der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Kabbalisten? Weißt du, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es gibt einen Elektriker, der weiß, wie man Strom anschließt. Er weiß, dass es Strom gibt, dass dieser Strom aus einem Kraftwerk kommt und durch Leitungen fließt. Wenn ich eine Lampe anschließe, wird die Lampe plötzlich … Dort gibt es einen Widerstand, der Widerstand erhitzt die Elektronen, dann gibt es eine Abgabe von Protonen, und das und das … Das kann dir jeder sagen. Das war's.
Und es gibt Leute, für die der Begriff Elektrizität irgendwelche Wellen sind, und es gibt irgendwelche Dinge, die … Ich weiß nicht, soweit ich weiß, könnte man darüber einige Stunden erzählen. Aber es gibt solche, die überhaupt … Nun, es gibt solche und solche. Was? Und es gibt ein kleines Kind, das weiß: Wenn es auf den Knopf drückt, wird es in der Lampe plötzlich hell. Auch das Kind benutzt Strom.
Du sagst: großer Kabbalist, kleiner Kabbalist. Es geht um das Wissen der Ursachen einer Sache, die du schon siehst. Soweit du höhere, erhabenere, verborgenere Ursachen kennst, bist du ein größerer Kabbalist. Jeder sieht das Lagerfeuer brennen, aber was ist das? So ist es in unserer Welt. Wir sehen Diese Welt. Was heißt „Wissenschaftler"? Dass er die Ursache einer Erscheinung kennt.
57:08
Schüler: Aber das Kommen zu den höheren Ebenen ist kein verstandesmäßiges Kommen.
Rav: Wenn du mich also fragst: Das ist dieselbe Frage, von der ich gerade gesprochen habe. Ich weiß nicht, wie ich mich gegenüber dieser Masse verhalten soll. Ich weiß das nicht, ich weiß jenes nicht. Es gibt einen größeren Kabbalisten, der Ursachen kennt, aufgrund derer er sicher ist, dass er das machen wird. Aber ich habe zumindest den Verstand zu sagen: „Ich weiß es nicht." Und es gibt Dinge, für die ich keinen Verstand habe. Alles hängt von der Stufe ab. Der Eintritt in die Spiritualität oder das spirituelle Gefühl gibt dir nicht sofort irgendetwas. Nach und nach erreichst du mehr und mehr, nur entsprechend der Stufe. Was das ist? Das ist also der Unterschied.
Schüler: Und jemand vielleicht …
Rav: Außerdem hängt es von der Art der Seele ab. So etwas zu machen wie der Baal Shem Tov? Diese Technik zu finden, äußerlich, wie man das macht? Eine innere Idee, die sich genau in ein solches äußeres Kleid kleidet, und alles – das ist nicht … Im Vergleich zu ihm der HaGRA¹⁹: nicht geringer an Stufe. Aber diese Methode war bei ihm überhaupt nicht üblich.
Ja.
58:39
Schüler: Baal HaSulam schreibt, dass gerade die Zerstörungen in der Welt und all die Schäden von denen kommen, die Tora lernen und nicht das … suchen. Aber jetzt ist die Frage so: Warum, was muss passieren, damit wir trotzdem – nicht … dorthin gehen, um zu verbreiten, sondern vielleicht bereit sind, diejenigen aufzunehmen, die doch kommen und doch wollen und die aus der religiösen Welt an unsere Tür klopfen …?
Rav: Die Frage ist richtig. Ich sage also, dass es uns vorerst verboten ist, die Weisheit der Kabbala unter den ultraorthodoxen Religiösen zu verbreiten, und ich habe erklärt, warum. Jetzt fragst du: Und wenn es unter ihnen welche gibt, die zu uns kommen und lernen wollen? Ich denke, dass wir auch das nicht machen sollten, und zwar wieder aus demselben Grund.
Denn in dem Moment, in dem einer von ihnen zu uns kommt, sich anschließt und lernt, fangen wir damit an, ihren Zaun zu zerbrechen. Er wird dort schon wie ein blondes Schaf, oder wie soll man sagen, ein weißes oder ein schwarzes, egal wie, in seiner Herde, und das fällt auf. Das kann ein unschönes, kein gutes Beispiel sein für die, die überhaupt kein Bedürfnis danach fühlen. Plötzlich schauen sie auf ihn, und wieder übt er Zwang auf sie aus. Das ist das eine.
Das Zweite: Hier geht es einfach um politische Macht. Dass der Baal Shem Tov die Chassidut für die breite Masse des Volkes gründete, war auch deshalb, weil er einen richtigen Zusammenstoß mit den Litauern fürchtete. Mein Rav hat mir viel über diese Geschichte erzählt. Er kannte diese Dinge wirklich und mochte es, sich damit zu beschäftigen. Er sagte, dass ein großer Teil der Arbeit des Baal Shem Tov mit der Masse, die er wirklich zu Millionen um sich vereinte, einfach daher kam, dass er fürchtete, die Gegner würden eine große Macht haben, und … Denn er selbst brauchte nur sein Zimmer, verstehst du, und nicht das Volk.
Was hätte er dem Volk geholfen? Ihnen noch ein paar schöne Reden halten und sie beruhigen? Das war überhaupt nicht seine Absicht, wie diese Chassidim denken, dass der Baal Shem Tov kam, um dem Volk ein wenig zu helfen, damit es die Zeit der Pogrome schöner und leichter übersteht. Was soll das? Der Schöpfer schickt Leiden, und was? Der Baal Shem Tov kommt und deckt sie zu, und so … Nein.
Ja.
61:48
Schüler: Die Sache ist, dass Baal HaSulam nicht … … viel Raum für Zweifel. Er sagt, dass es gerade die sind, die lernen und bei denen das Verlangen erwacht, und man gibt ihnen keine Antwort darauf – das ist der größte Schaden, den es geben kann …
Rav: Dann will ich dir Folgendes sagen. Der Baal Shem Tov fürchtete, dass die Litauer oder die Gegner der Kabbala auf politischem Weg, ja, über die Regierung oder so etwas – und es gab dort viele solche Fälle, ja –, auf seine Methode einwirken⁹ und ihn solche Korrekturen nicht machen und die Kabbalisten nicht großziehen lassen würden. Genauso ich. Ich will nicht zu ihnen gehen und will von ihnen keinen aufnehmen, weil ich fürchte, dass sie mir über die Regierung und alle möglichen anderen Mittel Schaden zufügen können.
Dem Schöpfer sei Dank gibt es eine Gruppe, man lernt, und es gibt Verbreitung, nur eben nicht in ihren Kreisen. Damit begnüge ich mich, das war's. Denn sobald ich anfange, auch nur einen von ihnen aufzunehmen, und sie zu mir zum Lernen kommen, ist es aus, dann gerate ich schon in Streit mit ihnen. Wozu? Das ist überhaupt nicht mein Ziel. Sie sind in ihrer Gemeinde, und ich bin in meiner. Wir haben keine Wahl. Und ich denke, es ist nicht einfach so, dass es keine Wahl gibt: Das ist vorerst der Weg der Entwicklung. Wir müssen nicht die Weltverbesserer sein. Wenn ich denen, die schon für Korrekturen bereit sind, irgendeine Lösung geben kann, dann ist das meine Aufgabe. Die Entwicklung zu beschleunigen, das ist nicht meine Sache. Und auch du: Wenn du zu einem Menschen kommst und anfängst, in ihm Verlangen zu empfangen zu erwecken, und das war's – hilfst du ihm damit? Überhaupt nicht, du verdirbst. Nur denen, die mit der Frage „Was ist der Sinn unseres Lebens?" kommen, müssen wir die Methode der Antwort geben: „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist." Das ist alles. Davor muss man sich hüten.
Ja.
64:06
Schüler: Sie haben das Beispiel vom Elektriker gegeben, vom Kind und von dem, der versteht, was im Strom vor sich geht. Also wirklich, wie Gadi gesagt hat: Wenn das Erreichen eine Sache des Gefühls ist, wie dann … Dann müsste man hier sozusagen mit diesen Unterscheidungen aufhören, weil man alles im Gefühl erreicht. Wie also sozusagen ein Verstand, den ich nicht … … dass das Erreichen auch keine verstandesmäßige Sache ist. Ich verstehe den Punkt nicht. Wo hören Sie damit auf, mit den Ursachen? Sie …
Rav: Ich weiß nicht, was du sagst. Wenn du mich etwas fragst und ich dir eine Antwort geben muss, gehe ich nie zu meinem Verstand. Ich muss diese Frage in mir lebendig werden lassen, fühlen, wie sie in mir lebt, und auf gefühlsmäßige Weise sehen, wie ich eine Antwort darauf bekomme. Dann gebe ich sie dir in Worten und mit dem Verstand weiter, schon als Kleider. Ich kann dir nicht aus dem Verstand antworten. Ich sage dir noch mehr: Nicht nur, dass ich es aus dem Verstand nicht kann, du wirst bald fühlen, dass der Verstand etwas ist, das verschwindet. Was du heute weißt, wird dir verschwinden. Morgen bist du plötzlich verwirrt, übermorgen hast du wieder ein anderes Verständnis. Der Verstand ist nur dafür gut, die gefühlte Antwort in einer Form weiterzugeben, die der andere, der Zweite, der Äußere, hören kann.
Ich nie … Es gibt Fragen, die ich wirklich nicht höre, und dann weiche ich ihnen irgendwie aus. Ich höre sie nicht, weil ich mich jetzt in einer so anderen Form befinde als sie, dass ich keine Antwort auf sie fühlen kann. Aber alles läuft nur auf gefühlsmäßige Weise: Ich höre, fühle, bekomme darauf eine gefühlsmäßige Antwort und gebe sie dir wieder in verstandesmäßiger Form weiter. Der Verstand ist nur dazu da, dass wir uns miteinander verbinden. Aber innen, in mir, ist es nur Gefühl. Das …
Schüler: … … …
Rav: Hä?
Schüler: … … …
Rav: Du stellst eine Frage, und bei mir durchläuft dieselbe Frage eine Art Transformation, wie soll ich sagen?
66:49
Schüler: Veränderung.
Rav: Sagen wir Veränderung, ja. Sie verwandelt sich in meine gefühlte Frage, nicht so, wie du fragst. Darauf bekomme ich meine eigene gefühlte Antwort, auf meiner Stufe, und gebe sie dir danach weiter, so viel du kannst, so viel du fähig bist und so viel ich fähig bin auszudrücken. Auch das ist ein Problem. Mein Gefühl kann nichts ausdrücken. Hör dir an, wie er spricht²⁰. Es gab Leute, die zehn, zwanzig Lektionen kamen, um ihn zu hören, und in der zehnten oder fünfzehnten Lektion fragten sie mich: „Sag mal, in welcher Sprache spricht er?"
Ihr könnt die Leute fragen, die ich zu ihm gebracht habe, sie leben dem Schöpfer sei Dank alle noch. Tel Aviver wie du, die gut Hebräisch konnten – sie haben nicht verstanden, dass er Hebräisch spricht. Nicht beim ersten Mal, sondern beim fünften oder zehnten Mal, als sie da waren, verstehst du. Erst recht, wenn du es weißt und anfängst, dich zu gewöhnen: Das war so ein Slang, ein halbes Wort ohne Zusammenhang mit dem nächsten Wort, und der ganze Satz konnte zwei Sätze vorher oder nachher stehen. Es war wirklich so, dass … Ich rede schon gar nicht von den Ausdrücken auf Jiddisch und Aramäisch darin und was du willst. Ich bin schon an ihn gewöhnt, das ist etwas anderes. Aber was will ich sagen? Dass das nicht mit der Stufe zusammenhängt. Das hängt nicht mit der Stufe zusammen. Schreiben konnte er, aber mündlich sprechen konnte er überhaupt nicht.
Schüler: Was ist dann der Unterschied zwischen einem Menschen, der unter dem Machsom ist, und einem Menschen, der Kabbalist ist … … dass ich in meinen Gefühlen nicht weiß, wie ich die Weisheit ordnen soll, dass ich kein Bild sehe? Dass alles …
Rav: Du sprichst über die Gefühle … Wir sind ja Wesen mit Gefühlen. Insgesamt habe ich fünf Sinne und den Verstand²¹, um zu entschlüsseln, was ich fühle. Der Verstand erklärt mir nur, was ich fühle, die Ursache dessen, was ich fühle. Ich fühle Wärme oder Kälte, Druck oder Lärm oder irgendeine andere Empfindung; jemand tut mir Gutes, jemand tut mir Schlechtes. Der Verstand gibt mir nur die Ursache dafür, warum ich so fühle, und hilft mir dann, mein Gefühl zu einem besseren zu korrigieren. Der Verstand dient dem Verlangen zu empfangen. Er hilft dem Verlangen zu empfangen, in einen komfortableren, besseren Zustand zu kommen, das ist alles. Aber in den fünf Sinnen, das heißt im Gefühl, darin leben wir. So sehr es uns auch scheint, dass wir Wesen mit Weisheit und Wissen und allem Möglichen sind: gar nichts, das ist alles nur Gefühl. 70:22
Was wir untereinander sprechen, damit geben wir einander also auch Gefühle weiter, nur gekleidet in irgendwelche verstandesmäßigen Formeln. Denn Gefühl können wir einander nur auf eine sehr unklare Weise weitergeben … Und im Verstand gibt es Kabbalisten, die es verstanden, die Gefühle in den Verstand zu kleiden, und solche, die es nicht verstanden. Das hängt nicht mit dem Erreichen zusammen. Es gibt sehr viele Kabbalisten, die Andeutungen geschrieben haben, und man kann diese Andeutungen kaum verstehen. Vielleicht wollten sie gar keine Andeutungen schreiben, vielleicht wollten sie gute und klare Dinge schreiben, wie es ihnen schien, aber das … Weißt du, wie viele Millionen nicht geschrieben haben, weil sie nicht wussten, wie man richtig und klar schreibt, und sich nicht ausdrücken konnten? Menschen mit sehr großem Erreichen.
Nicht umsonst schreibt er dort, dass Rabbi Shimon Rabbi Abba²² aufforderte zu schreiben, und dass Rabbi Abba es verstand, im Verborgenen zu enthüllen, und so weiter. Nun, lernen wir etwas.
Ja.
Schüler: Warum … … Sie sagen, dass das Gefühl eins ist, aber … … …
Rav: „Gefühl" nennt man das spirituelle Gefäß. Das Verlangen zu empfangen befindet sich nicht im Körper. Zeig mir sogar bei uns im Körper irgendeine Stelle, an der sich das Verlangen zu empfangen befindet, damit ich diese Stelle herausschneide, es aus dem Körper entferne und der Körper ohne Verlangen zu empfangen bleibt. Das Verlangen zu empfangen in all seinen Stufen, unbelebt, pflanzlich, tierisch, sprechend, füllt den ganzen Körper aus. Es ist in jeder Zelle, in jedem Elektron, jedem Atom, jedem Molekül, jedem Organ, in allem, was du willst. Aber wo befindet es sich? Es befindet sich nirgends. Es ist sozusagen schon eine andere, spirituelle Dimension, nicht materiell. Sagen wir, wie unser Körper: In unserem Körper gibt es noch so einen anderen Körper, so einen Nebel, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, und das ist das Verlangen zu empfangen. Es empfängt Eindrücke sozusagen über all unsere Sinne. Ich will nicht tiefer gehen, das reicht so. 73:38
Darüber sprechen wir also: über dieses Gefäß, das Verlangen zu empfangen, das von der Füllung irgendein Gefühl empfängt. Der Verstand existiert neben dem Verlangen zu empfangen, um ihm zu helfen, sich besser zu fühlen. Das heißt, das Verlangen zu empfangen entwickelt den Verstand, damit der Verstand ihm hilft zu fühlen, woran das Verlangen zu empfangen leidet, oder ihm hilft zu verstehen, wovon man mehr genießen kann. Der Verstand ist also immer dazu bestimmt, dem Verlangen zu empfangen für mehr Füllung zu dienen. Er ist ein Zusatz zum Verlangen zu empfangen, damit das Verlangen zu empfangen mehr gefüllt wird. Wenn das Verlangen zu empfangen ganz gefüllt ist, braucht es keinen Verstand, es hat, was es will. Wenn es etwas weniger hat, als es selbst ist, entwickelt es schon den Verstand. Es sucht, woher es bekommen kann, was ihm fehlt, und so entwickelt sich das System, das man „verstandesmäßig" nennt.
Was das Verlangen zu empfangen in sich fühlt, fühlt nur es. Auch wenn noch jemand etwas fühlt, kann ich nicht an seiner Stelle in seinem Gefäß fühlen, und er kann nicht in meinem Gefäß fühlen. Wie können wir unsere Gefühle weitergeben? Über den Verstand, das war's. Gefühle kann man nicht weitergeben. Das heißt, ich muss dem anderen meine Empfindung, meine Mängel oder Genüsse auf verstandesmäßige Weise erklären, das war's. Denn das Gefühl selbst hat keine Worte, es ist Licht. Und Worte für das Gefühl, das ist schon die Empfindung des Gefäßes, das Verlangen. Diesem Verlangen muss ich alle möglichen Zeichen geben, entweder in Maßen oder in Buchstaben, und dann kann ich diese Zeichen dem anderen weitergeben. Deshalb gibt es viele Methoden, wie man einander irgendein Wissen weitergeben kann.
Ja.
Schüler: Wie kann es sein, dass jemand, der auf seinem persönlichen, individuellen Weg etwas durchmacht, danach … … in einem Gefühlszustand, oder versucht, irgendeinen Gefühlszustand von jemand anderem zu messen, der … …
Rav: Kann er nicht.
Gut, Leute, es tut mir leid, das ist wirklich … Heute sind wir auch nicht zum Lernen gekommen, ja? Morgen … Heute lernen wir auch nicht.
(Ende der Lektion)