Tägliche Lektion27 de jul. de 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Was ist die Substanz der Verleumdung und gegen wen richtet sie sich?. 10 (1987) (13.06.2002)

Rabash. Was ist die Substanz der Verleumdung und gegen wen richtet sie sich?. 10 (1987) (13.06.2002)

27 de jul. de 2026

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Morgenunterricht 13.06.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, S. 444, „Was ist die Materie der üblen Nachrede und gegen wen richtet sie sich"

Rav: Wir haben einen Artikel aus „Shlavei haSulam", Band 2, Wochenabschnitt Mezora, gehört: „Was ist die Materie der üblen Nachrede und gegen wen richtet sie sich".

Wir denken – und in dieser Welt ist es so üblich –, üble Nachrede heiße: Einer soll nicht schlecht über den anderen reden, die Menschen sollen nett zueinander sein. Jeder soll sich prüfen, bevor er den Mund aufmacht. Heute gibt es dazu wirklich ganze Enzyklopädien: Ein Mensch geht auf der Straße, und wenn er jemanden ansprechen will, muss er zuerst im Gesetzbuch der üblen Nachrede nachschlagen – wie spreche ich ihn an, ist da etwas oder nicht, in welcher Form muss ich mich vielleicht verstecken.

Das heißt, er prüft nicht sein Herz, sondern schaut ins Buch: Was dort steht, ist erlaubt, was nicht dort steht, nicht. Hauptsache ist also das, was du aus dem Mund kommen lässt. Was im Herzen ist, darüber redet man nicht, das ist die verborgene Lehre – sondern nur das Offenbarte. Für das einfache Volk, für das Unbelebte der Kedusha, ist das wirklich so, das ist der übliche Weg und die übliche Stufe.

Aber üble Nachrede ist ganz sicher nicht das, was der Mensch mit dem Mund ausspricht, und nicht einmal das, was er im Herzen gegenüber der Umgebung fühlt, sondern nur das gegenüber dem Schöpfer. Das nennt man „Sprache", entweder gute oder üble – und dorthin gehen wir voran. Denn unser ganzes Ziel ist es, zur Dwekut mit Ihm zu kommen, und unser ganzer Weg besteht darin, unsere Eigenschaften zu verbessern, damit sie in der Angleichung der Form mit Ihm sind. Deshalb vergleichen wir uns bei allem, was wir tun, immer: Wo bin ich, wo ist der Schöpfer, soweit ich verstehe, wer Er ist und was Er ist, wie ich diese Korrektur machen kann, das Überspringen des Abstands zwischen uns – und soweit ich meinen Zustand einschätze, der mir für das Vorankommen nützt und den Er mir macht, so baut Er um mich herum und in mir auf, soweit ich Seinen Zustand verstehe.¹

Diese ganze Situation, wie sie ist – wie der Mensch sie fühlt, und zwar fühlt, noch bevor er anfängt, sie zu prüfen und zu beurteilen –, das ist eigentlich sein Verhältnis zu seiner Welt, die der Schöpfer für ihn gestaltet hat. Und wenn er, Gott bewahre, damit nicht zufrieden ist, dann nennt man sein Verhältnis dazu üble Nachrede. 3:00

Wir wissen, dass unsere Seele aus zwei Teilen besteht: Galgalta weEjnaim und ACHaP – die Gefäße des Gebens, genannt „Israel", und die Gefäße des Empfangens, genannt „Völker der Welt". Und die allgemeine Korrektur ist: Bis zum Gmar Tikun kann man die Gefäße des Empfangens nicht benutzen, sondern nur den ACHaP des Aufstiegs, in ihrer Einbeziehung in die Gefäße des Gebens. Die Gefäße des Empfangens für sich genommen heißen „Goj", in ihrer Einbeziehung in die Gefäße des Gebens heißen sie „Ger", und die Gefäße des Gebens selbst heißen „Israel".

Daraus ergibt sich die Korrektur, die man diesen beiden Arten von Gefäßen geben kann. Für Israel, für Galgalta weEjnaim, ist die Korrektur „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", denn sie können zur Dwekut mit dem Schöpfer kommen – der „Nächste" ist der Schöpfer. Und für die Gefäße des Empfangens, die man bis zum Gmar Tikun nicht so korrigieren kann, wie sie an sich sind, gilt die Korrektur des Zimzum, genannt: „Was dir (nicht) gut ist, das tu anderen nicht an" – schränke dein Böses ein. Genau das ist der Unterschied zwischen Rabbi Akiva und Hillel, und der Unterschied im Verhältnis zu diesen beiden Korrekturen.

Daher gibt es die Mizwot „Tue" in Galgalta weEjnaim und die Mizwot „Tue nicht", das heißt, dass es verboten ist, die Gefäße des Empfangens aus dem ACHaP zu benutzen. Das ist eigentlich der Anfang des Artikels. Danach geht Rabash in sehr tiefe Dinge hinein; die erklären wir ein andermal. Ich glaube auch nicht, dass man da noch viel erklären kann – das könnte die ganze Erziehung zerstören.

Was noch? Von hier verstehen wir, was die heilige Sprache ist: die Sprache, die man in den Gefäßen des Gebens spricht – Hebräisch, Panim (Vorderseite). Und was Targum ist: Das ist noch nicht die heilige Sprache, sondern die Sprache, in der sie sich im ACHaP vorbereiten, um danach zur Korrektur zu kommen, damit er wie Galgalta weEjnaim wird. Deshalb spricht man in Galgalta weEjnaim in der heiligen Sprache und im ACHaP in der Sprache des Targum. Deshalb ist auch der Sohar im Targum geschrieben, weil er noch behandelt²; er ist ein Buch, das uns über die Korrekturen erzählt. Das war's. Ja.

6:02 Schüler: Gibt es also keine Verbindung zwischen dem Verhalten unter den Freunden in der Gemeinschaft und der üblen Nachrede, über die er im Buch schreibt? Denn das ist ja nicht...

Rav: Nein, in unserer Gemeinschaft ist das etwas anderes, denn in unserer Gemeinschaft wollen wir dieselben Gesetze machen wie die spirituellen Gesetze. Der ganze Nutzen unserer Gemeinschaft besteht darin: In unserer Wurzel, in der Seele von Adam haRishon, wo wir auf der höchsten spirituellen Stufe sind, dort sind wir alle miteinander verbunden, alle Seelen. Und von dort die Kraft des Or Makif zu schöpfen, das kann ich in dem Maß, in dem ich mich hier anstrenge – nicht in dem Zustand, in dem ich in dieser höheren Spiritualität bin, sondern in dem Zustand, in dem ich niedriger als sie bin –, trotzdem denselben Stand herzustellen wie den, in dem ich dort bin. Als wäre ich dort – das nennt man, dass ich mich dorthin sehne. Das nennt man Anstrengung. Was ist Anstrengung? Es ist die Anstrengung, einem höheren Zustand ähnlich zu werden.

Wenn ich mich also mit meinen Freunden so verhalte, als wären wir schon im Gmar Tikun, wenn ich mich bemühe, unsere Beziehungen so zu gestalten, dann heißt das, dass ich Anstrengung gebe. Ganz einfach. Was schaust du mich so an? Sobald es etwas einfachere Worte sind, fängt man schon an, Angst zu bekommen, oi oi. Deshalb hilft die Verhüllung dem Menschen einstweilen, sie schützt die Frucht – aber das ist eigentlich die Sache. Und in dem Maß, in dem wir uns danach sehnen, dass zwischen uns dieser Zustand der Korrektur herrscht, des Gmar Tikun, so wie wir ihn uns einstweilen vorstellen, in diesem Maß rufen wir aus jenem vollkommenen Zustand das Or Makif zu uns, und es wird sich um uns kümmern und uns korrigieren und uns wirklich zu jenem Zustand des Gmar Tikun ziehen.

Deshalb müssen wir uns bei uns in der Umgebung so weit wie nur möglich nach dem Zustand „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" verhalten.

8:27 Schüler: Wenn ich die halbe Gruppe schon so liebe, dann kann man damit nichts machen. Sagen wir, ich verhalte mich zu dem und dem gut...

Rav: Wenn du schon die halbe Gruppe liebst und trotzdem nicht im Gmar Tikun bist, ist das ein Zeichen, dass du dich selbst täuschst, dich selbst belügst. Das heißt, irgendwo – nicht mit Absicht, aber irgendwo – scheint es dir, dass du die anderen liebst, in Wahrheit aber weichst du dem irgendwie aus, und es scheint dir, das sei Liebe. Also investiere noch etwas mehr Anstrengung, und man wird dir vom Himmel zeigen, dass du mit ihnen noch nicht im Zustand des Gmar Tikun bist. Du hast dein Verhältnis zu ihnen noch nicht bis zum Ende korrigiert – und das nennt man Gmar Tikun.

Wenn man anfängt, einfach zu erklären, dann ist es sehr schwer. Ja.

9:27 Schüler: Was ist die Wurzel des Hasses?

Rav: Die Wurzel des Hasses ist das Zerbrechen des Massach. Der Massach zerbrach, es gibt keine Einheit, und jeder fühlt nur seinen eigenen Willen zu empfangen; einen Willen zu empfangen, der von ihm verschieden ist, fühlt er als fremd – das ist die Wurzel des Hasses. Was heißt das? Es gibt hier viele Stufen. Ich liebe mich selbst und sorge nur für mich, weil das mein Notwendiges ist. Sehr schön, das ist in der ganzen Natur üblich. Wie Rabash hier schreibt: Der Wolf, der die Hirschkuh packt und zerreißt – das heißt nicht, dass er ihr Böses tut. Denn das ist die Natur, er muss sich füllen, und der Schöpfer hat es so erschaffen, dass durch das Böse eine Korrektur für ihn und eine Korrektur für sie entsteht. Das war's.

So sehr wir das vielleicht als etwas Schreckliches ansehen – es ist nicht schrecklich, es ist Natur. Das ist Natur. Wie töten wir denn die Tiere und essen sie?

Wenn er nun schreibt, dass es Tiere gibt, die dem anderen Böses tun, nicht weil sie es brauchen, sondern weil sie eine Art urzeitliche Gewohnheit haben – früher war das zum Leben notwendig, heute ist es nicht mehr notwendig –, dann sehen wir zwar nicht, wozu es das tut, aber diese urzeitliche Gewohnheit befreit sie sozusagen von Strafe, denn es ist nicht schuld, es hat sich so daran gewöhnt, die Natur hat es so gewöhnt. Das alles spricht von einer völlig tierischen Stufe, also unbelebt, pflanzlich und belebt. Deshalb haben sie keinerlei Mizwot und keinerlei Übertretungen, und von ihnen ist nichts zu fordern: Wie sie sich verhalten, ist weder gut noch böse, sondern Natur. 11:38

Ich übernehme

Beim Menschen gibt es ein Verhältnis zum anderen. Was er für sein Notwendiges braucht, danach fragen wir nicht – im Gegenteil: Der Staat sorgt in der Regel dafür, dass jeder Einzelne eine gewisse Quote hat, sagen wir tausend Schekel im Monat, ich weiß nicht, tausend Kalorien am Tag. Ich weiß nicht, wonach sie das berechnen, aber irgendwie sorgen sie dafür, sie bemühen sich zu sorgen; je korrigierter die Gemeinschaft ist, desto mehr sorgt sie. Ja? Gut. Aber darüber hinaus beginnt schon eine Rechnung, und bei dem, was der Mensch über das Notwendige hinaus braucht, muss er hinsehen.

Baal HaSulam schreibt im Artikel „Die letzte Generation", dass die Religion, die im Gmar Tikun sein wird, in der letzten Generation, eine allgemeine Religion für alle Völker ist. Und was ist Religion? Von der Gemeinschaft nicht mehr zu nehmen als der letzte Zurückgebliebene. So steht es dort geschrieben, das nennt er „Religion", verstehst du, das ist ein bisschen... Und im Übrigen, sagt er, können alle Menschen bei ihren Religionen bleiben, bei ihren Gewohnheiten, bei ihrer Tradition, das stört nicht. Er spricht über sein Verhältnis überhaupt zu dieser ganzen Tierhaftigkeit. Was heißt das also? Du machst die Rechnung, was überhaupt das Notwendige ist, und zwar nach dem letzten zurückgebliebenen Menschen, also nach dem, der wirklich am wenigsten von allen bekommt. Wenn du mehr bekommst als er, dann heißt es bei dir, dass du schon Luxus empfängst. So sagt er es: Das ist die Idee, die Religion der letzten Generation. 13:49

Gut, aber zu unserer Sache: Da gibt es einfach viele Stufen, wie er sagte – ob ich mich nur auf mich selbst beziehe, auf das, was ich für mich brauche, oder ob ich schon anfange, mich mit dem Nächsten zu verrechnen. Was heißt, sich mit dem Nächsten zu verrechnen? Wie wir sagen: Es gibt tierische Wünsche, die auch die Tiere haben – Essen, Sex, Zuhause, Familie, Zuhause –, das sind in irgendeiner Form notwendige Dinge. Wenn der Mensch das nur für den Bedarf seines Körpers täte, nennt man es notwendig. Aber wenn er auf andere schaut, was andere haben, dann rechnet er schon nicht mehr damit, was sein Körper braucht, sondern damit, wie er bei anderen aussehen will, und so weiter – dann brauche ich schon ein Haus mit fünf Stockwerken. Und dann ist es schon nicht mehr die Rechnung dessen, was sein Körper braucht, sondern so, wie Rabash sagte.

Er erzählt: Als sie in Jerusalem wohnten, hatten wir ein Zimmer, es gab so einen kleinen Tisch, an dem man aß – wirklich dreißig Zentimeter –, und alle saßen auf dem Boden. So war es in Jerusalem am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Und es gab Matratzen, so wie wir sie hier haben, die man in die Ecke legte; nachts breitete jeder eine Matratze aus und schlief darauf, so war das. Und er sagt: Bei den Eltern meiner Braut, die waren reich, sie hatten zwei Zimmer – in einem Zimmer wohnten alle in der Familie, und das zweite vermieteten sie. Ganz einfach, sagt er, denn das war normal, man dachte einfach nicht anders, und so lebte man. Heute, sagt er, hat man dasselbe Zimmer genommen, es in fünf Zimmer geteilt, eine Wohnung daraus gemacht, und dann hat jeder seine eigene private Ecke. Das sagt etwas aus.

Das ist also die Notwendigkeit: Der Mensch fängt einfach an, sich nach der Gemeinschaft zu richten, was er von der Gemeinschaft bekommen soll. Und daraus kommt es ihm sogar bei angeblich notwendigen Dingen – schau dir das Essen an, geh in den Supermarkt, was ist das! Und das Zuhause: Schau, was gebaut wird. All diese Dinge werden schon nicht mehr für den Bedarf meines Körpers, sondern für den Bedarf meines Nachbarn. Dann hast du schon nicht mehr Notwendigkeit, sondern ein Verhältnis zur Umgebung. Alle Dinge also, die im Verhältnis zur Gemeinschaft einen anderen Charakter bekommen, heißen schon nicht mehr notwendig, wovon wir sprechen – Essen, Familie, Zuhause –, sondern sie sind schon der überflüssige Teil, der zu den menschlichen Wünschen gehört: Geld, Ehre, Wissen, das gehört dazu. Obwohl es scheinbar zum Körper gehört, ist es keine Körperlichkeit; der Körper braucht das nicht.

In den menschlichen Wünschen also, wo es nur um dein Verhältnis zur Gemeinschaft geht, hast du schon ein Verhältnis zur Gemeinschaft: was du beitragen willst – umgekehrt zu dem, was du bekommen willst. Und wenn du bekommen willst: Willst du dabei, dass andere Menschen es nicht haben, oder dass sie es haben wie du, dass ihr gemeinsam dafür sorgt, dass es allen gut geht? Dementsprechend gibt es dort alle Schattierungen – vom guten Verhältnis zum Nächsten bis zum Hass auf den Nächsten. Das war's.

17:55 Schüler: Wenn wir über „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" oder über üble Nachrede sprechen, dann sprechen wir eigentlich, wie Sie sagten, über das, was innen im Herzen ist. Aber wir sind hier doch auch in äußeren Dingen, wie ist das also...

Rav: Wir verhalten uns hier nach der Regel „von der Liebe zum Freund zur Liebe zum Schöpfer", wie Rabash in den Artikeln schreibt, was uns die Liebe zu den Freunden geben soll. Deshalb muss ich hier, im Verhältnis zu den Freunden, verstehen, dass ich damit letztlich bestimme, wie ich mich zum Schöpfer verhalte. Zwar bin ich nicht fähig, mich gut zu ihnen zu verhalten, und ich sehe das. Aber wenigstens: Wenn du prüfen willst, ob du dich wirklich verbesserst, dann prüfe, ob dein Verhältnis zu ihnen sich verändert hat.

Wenn es sich wirklich verändert hat, wesentlich, sei es auch nur ein Tropfen, ist das ein Zeichen, dass du einen großen Schritt in der Spiritualität gemacht hast. Denn Spiritualität kannst du nicht messen, hier aber kannst du irgendwie messen, aus dem Herzen heraus: wie du die anderen ansiehst, ob es dir weniger ins Auge sticht, ob du sogar ein wenig für sie sorgst oder ob du schon eine gewisse Vorbereitung dazu hast. Das ist eine Prüfung, denn in der Spiritualität wissen wir es nicht; wir können auch niemals eine höhere spirituelle Stufe beschreiben. Plötzlich enthüllt sich etwas, plötzlich verstehst du etwas – das ist für dich eine Enthüllung, wirklich eine Enthüllung.

Und wie soll man sich vorher nach diesem höheren Zustand sehnen? Was wir gewöhnlich tun, was man tun soll, ist, sich zu erinnern – wenigstens so als Technik: sich an den letzten guten Zustand zu erinnern, den ich hatte. Was heißt gut? Dass ich mich zum Schöpfer gesehnt habe, dass ich gedacht habe, dass ich Genuss davon hatte, Ihn zu fühlen, mit Ihm verbunden zu sein. Und an diesem Zustand soll man sich bemühen festzuhalten, sogar jetzt, wo dieser Zustand schon nicht mehr da ist. Irgendwie die ganze Zeit denselben Stand aufbauen, den Stand der Beziehungen zwischen uns – denn dazu hat man dir ein Beispiel gegeben. So ist es wie am Shabbat: Man gibt dem Menschen eine Art kommende Welt. Das gibt ihm danach Inspiration für die ganze Woche, sodass er sich die ganze Woche bemüht, irgendwie wie am Shabbat zu leben. Das nennt man: „Der Gerechte ist immer im Aspekt des Shabbat." Ja.

20:50 Schüler: Sie sagen also gewissermaßen, dass es umgekehrt ist: dass ich von der Liebe zum Schöpfer zur Liebe zu den Freunden komme? Nicht die Liebe zu den Freunden vor der Liebe zum Schöpfer?

Rav: Wer sagt das?

Schüler: Die Logik oder der Verstand sagt: zuerst, dass ich den Schöpfer erkenne, dass ich viel weiß, dann kann ich...

Rav: Aus Logik sagst du, dass wir von der Liebe zum Schöpfer zur Liebe zu den Geschöpfen kommen? Die Liebe zum Schöpfer ist nach dem, was wir lernen, die letzte Stufe der Entwicklung des Willens, der Korrektur des Willens. Der Wille befindet sich in doppelter Verhüllung, einfacher Verhüllung, Lohn und Strafe und Liebe. Die Liebe teilt sich dort in mehrere Teile; die ewige Liebe ist die größte, die letzte.

Das heißt: Zum wirklich endgültigen Gmar Tikun kommen und erst dort verstehen, dass ich mich gut zu meinem Freund verhalten muss, mit dem ich hier bin und lerne? Wozu hat der Schöpfer dann diese ganze Welt und die Freunde erschaffen und uns in einer Gruppe angeordnet, wenn nicht dafür? Der ganze Bedarf dieser Welt ist, dass sie die Seele verbirgt, dass sie der Seele eine Last auferlegt – damit ich mich trotz der Störungen, die sie mir jetzt gibt, bemühe, im Gmar Tikun zu sein.

Das ist eigentlich die ganze Sache des Aufstiegs über die Stufen. Auch jetzt bin ich im Gmar Tikun, ich fühle ihn nur nicht, weil mein Herz mit hundertfünfundzwanzig Hüllen bedeckt ist. Also muss ich diese Hüllen neutralisieren, und dann werde ich mich wieder im Gmar Tikun fühlen. Wodurch neutralisiere ich sie? Durch all die Mittel, die mir zur Verfügung stehen. 22:54

Sogar die großen Gerechten, die im Gmar Tikun sind: Wenn sie uns helfen müssen, den Seelen in dieser Welt, bekommen sie einen Abstieg, steigen in diese Welt herab, fangen denselben Weg von Neuem an, erlangen den Gmar Tikun in ihrem Leben und schreiben uns Bücher, helfen, kümmern sich, lehren uns – aber von der Stufe dieser Welt aus. Sie sind in sich schon mit dem Gmar Tikun verbunden, aber sie sind hier bei uns.

Das heißt: All die Hüllen, die man uns gegeben hat, damit wir den Gmar Tikun nicht fühlen, sind dazu da, dass wir diese Hüllen überwinden, diese Störungen. Also sich zu ihnen zu verhalten, sie zu benutzen: Je größere Störung ich bekomme, desto größer wird sie danach zum Leuchten.

Und wir sehen das auch an all den Gesetzen dieser Welt: an den Gesetzen der Elektrizität, wie dort der Widerstand arbeitet; an den Gesetzen, am Verhältnis zwischen den Zellen, zwischen allen Dingen. Die Widerstandskraft ist die positive Kraft; wenn sie zielgerichtet ist, benutzt man sie immer. Nur durch sie fühlen wir etwas, nur durch sie können wir Nutzen ziehen.

Sagen wir, es gibt Strom. Wenn der Strom ohne jeden Widerstand durch den Draht geht, fühlen wir gar nichts. Wir setzen einen Widerstand ein, und durch diesen Widerstand bekommen wir vom Strom Nutzen: Heizen oder Kühlen oder alle möglichen Geräte, die man darüber anschließen kann. Dasselbe ist es bei uns mit dieser Beschwerung des Willens zu empfangen. Ohne ihn würden wir kein Licht fühlen. Wenn die Awiut null ist, was fühlt man dann? In dem Maß, in dem diese Awiut da ist – wenn es im Meer des Lichts Awiut gibt –, können wir gemäß dieser Awiut das Licht fühlen, das durch diese Awiut hindurchgeht, wenn wir es hindurchlassen. Deswegen heißt die Kraft des Massach „Widerstandskraft" – wie der elektrische Widerstand in einem Bauteil, der eine Handlung ausführt. Wirklich genau so.

Aber es ist ein sehr tiefer Artikel. Wir werden noch darüber sprechen, er berührt viele Dinge. Ja.

26:12 Schüler: Auf Seite 95 schreibt er über den Aspekt des Glaubens und den Aspekt des Wissens. Danach schreibt er: „Sondern der Heilige, gesegnet sei Er, weiß, dass der Aspekt ‚Glaube' ein erfolgreicherer Weg ist, auf dem der Mensch zum Ziel kommen kann, genannt ‚Dwekut mit dem Schöpfer', was die Sache der ‚Angleichung der Form' ist." Könnten Sie den Aspekt des Glaubens und den Aspekt des Wissens erklären?

Rav: Wir können nicht den Weg des Wissens gehen, denn der Weg des Wissens ist schon das Empfangen der Belohnung in korrigierten Gefäßen. Was ist Wissen? Dass das Licht ins Kli eintritt und dem Kli Empfindung gibt, und zusammen mit dieser Empfindung habe ich auch Verstand: Ich beurteile diese Empfindung, kenne alle Umstände, wie ich zu dieser Empfindung gekommen bin, welche Handlungen ich gemacht habe – mit welchen Verlangen, wie weit sie korrigiert sind, in welchen Stufen der Awiut, wie ich diese Empfindung überhaupt aufgebaut habe. Dieser Aufbau der Empfindung, mein Zugang dazu, wie viel ich daran gearbeitet habe, wie ich jetzt Genuss davon habe – all diese Dinge geben mir Wissen.

Dazu kann man in der Spiritualität nur durch den Glauben kommen, also durch die Korrektur von Chafez Chessed. Glaube und Wissen sind also zwei Stufen. „Glaube" nennt man Or Chassadim. „Vollkommener Glaube", in dem schon Wissen enthalten ist, nennt man Or Chassadim im Leuchten von Chochma.

27:55 Schüler: Sowohl Glaube als auch Wissen sind jenseits des Machsom.

Rav: „Glaube" nennt man Or Chassadim, das ich durch den Massach der Awiut Shoresh, 1, 2 erlange. Eigentlich auch 3 und 4: Auch in ihnen muss zuerst das Or Chassadim in entsprechender Stärke kommen und dann das Or Chochma. Der Glaube ist die erste Korrektur. Nun, alles erlangt man durch den Glauben. Alle reden so und verstehen nicht, wovon sie reden.

Was heißt Glaube? Zimzum und Gefäße des Gebens, also die Stufe von Bina. Bina heißt Glaube. GaR de Bina nennt man vollkommenen Glauben. Man kommt von unten nach oben: Malchut, die zur Stufe von Bina kommt, erlangt zuerst Bina – das nennt man einfach Chafez Chessed. Und danach, wenn sie auch ihre Gefäße des Empfangens innerhalb von Bina korrigiert, heißt es, dass sie zu GaR de Bina kommt; dort empfängt sie auch schon das Leuchten von Chochma.

Und man soll nicht denken wie das einfache Volk in unserer Welt, dass Glaube heißt: Ich schließe die Augen, werde fanatisch, und was man mir sagt, das tue ich, ohne den Kopf einzuschalten. Das nennt man dort „Glaube". In spirituellen Gefäßen ist es durchaus so: den Kopf nicht einzuschalten heißt, nicht mit dem Or Chochma zu arbeiten. Aber den Kopf muss man einschalten, um mit dem Or de Chassadim zu arbeiten – auch das ist viel Raffinesse und viel Anstrengung. Es heißt nicht, die Verlangen auszulöschen, sondern sie zu kennen und über ihnen ein Verhältnis aufzubauen, dass ich über sie hinausgehe.

Das nennt man „Glaube über dem Verstand". Einen Glauben einfach so gibt es nicht, denn wir sind Gefäße des Empfangens, sogar in der Awiut Shoresh, 1, 2, 3 – sogar in der Awiut Shoresh sind wir Gefäße des Empfangens. Alles, was ich tue, reitet also eigentlich auf dem Willen zu empfangen. Ich habe keinen Willen zu geben; der Wille zu geben ist der Schöpfer. Bei mir gibt es den Willen zu empfangen, der zum Zweck des Gebens korrigiert werden kann.

Wenn ich also sogar Arbeit in der Awiut de Shoresh mache, ist es trotzdem Arbeit über dem Willen zu empfangen der Awiut de Shoresh, und der ist schon verschieden vom reinen Geben des Schöpfers, ja? Und wenn ich überhaupt zur Arbeit im Geben komme, allein nur im Geben, dann arbeite ich über diesem Willen zu empfangen. Auch in ihm gibt es das Wissen seiner Awiut, sogar der Awiut de Shoresh, und ich arbeite darüber, ich neutralisiere mich selbst. Das nennt man sagen wir „Ubar" – die korrigierte Awiut de Shoresh heißt „Ubar": Ich annulliere mich völlig und bin ganz und gar in meiner Annullierung, aber ich weiß, was ich aufgebe, worauf ich verzichte und was ich annulliere. Und in dieser Annullierung bin ich sozusagen unter der vollen Herrschaft des Schöpfers. Das nennt man „ein Embryo im Bauch seiner Mutter": Er übergibt seine Seele völlig dem Höheren. Das ist über dem Verstand – so viel Verstand da ist, darüber.

Und auf jeder Stufe hast du einen Zustand, der „Ubar" heißt. Das heißt: Da es hundertfünfundzwanzig Stufen gibt, hast du auf jeder Stufe immer mehr Awiut als auf der vorherigen, auf die du verzichtest und dabei sozusagen „deine Seele übergibst". Ein Ubar auf, sagen wir, Stufe hundert zu sein, ist viel mehr, als ein Erwachsener auf Stufe neunundneunzig zu sein. Ja.

31:59 Schüler: Was ist die Prüfung, dass ein Mensch das Ziel nicht gegen das Mittel vertauscht hat? Wir sagen ja, die Liebe zu den Freunden ist ein Mittel, um zum Schöpfer zu kommen. Was ist nun die Prüfung, dass ich das Ziel nicht gegen das Mittel vertauscht habe? Denn die Liebe zu den Freunden ist meine Prüfung.

Rav: Das ist nicht wichtig. Selbst wenn ein Mensch vergisst, dass er das tut – dass er die Liebe zu den Freunden macht, um sich dem Schöpfer zu nähern –, ist trotzdem der allgemeine Gedanke da, das allgemeine Denken: Plötzlich bekommt er irgendeine Message aufs Handy, von Gilad da, ja? Oder noch etwas, und er erinnert sich von Zeit zu Zeit daran. Insgesamt ist der allgemeine Gedanke auf dem Ziel; selbst wenn man einfach nur „Ziel, Ziel" ruft, funktioniert auch das auf unserer Stufe so.

Sicher ist das eine Folge der Verhüllung. Natürlich muss man sich jedes Mal gegenseitig helfen, und wer sich erinnert, soll es sozusagen allen sagen. Aber insgesamt kannst du dich nicht an Spiritualität erinnern, wenn die Spiritualität dir nicht leuchtet. Im Endeffekt ist es so. Schreib es an alle Wände – du wirst nicht sehen, was dort steht. Wenn dein Wille zu empfangen jetzt nicht darauf ausgerichtet ist, wirst du es nicht sehen; so sind wir gebaut. Wieso sehe ich die Spiritualität nicht? Mein Wille zu empfangen kann sie jetzt nicht fühlen, er ist nicht darauf ausgerichtet. Dasselbe gilt für jedes Gefühl und für alles.

33:50 Schüler: Was ist dann in diesem Zustand die Gemeinschaft?

Rav: Sogar in einem solchen Zustand, in dem ich mich nicht an das Ziel der Schöpfung erinnere: Wenn ich all diese Handlungen mache, schließen sie sich danach den Gedanken und Absichten an, die ich zu einer anderen Zeit haben werde.

Deshalb sind wir in dieser Welt, einer Stufe, auf der es die Realität der Zeit gibt. Worum geht es? In der Spiritualität gilt: In dem Moment, in dem du handelst – wenn du in diesem Moment in Dwekut bist und entsprechend handelst, dann ist das eine Handlung. Wenn du in diesem Moment nicht in Dwekut bist, dann heißt das erstens gar nicht „Spiritualität", aber sagen wir: Dann würde es nicht „Handlung" heißen. Bei uns ist es nicht so: Bei uns kann sich jede einzelne Anstrengung danach mit jedem einzelnen Gedanken verbinden und gemeinsam wirken. Das ist das besondere Wunder dieser niedrigen Stufe, die „diese Welt" heißt.

Er sagt das auch in der „Rede zur Vollendung des Sohar": Ein Schüler, der bei seinem Lehrer ist, ist zwar nicht ständig in Dwekut mit seinem Lehrer, aber jetzt hat er ein Glas Tee gebracht, und danach hat er gedacht, dass er sich dadurch mit der Spiritualität verbinden will – und zwar nicht während der Handlung. Trotzdem wirken diese beiden Dinge zusammen, als hätte er das Glas Tee zu diesem Zweck gebracht, verstehst du? Das heißt, die Zeit wirkt zu unseren Gunsten: Sie verbindet alles zu einer Anstrengung, was wir selbst nicht verbinden können – so schreibt er es dort. Und deshalb sagt er, sogar bei den großen Dingen gegenüber dem Höheren oder gegenüber dem Rav, wie er dort erklärt, wirkt es so, dass man dadurch aufsteigt, über die Stufen aufsteigt.

Ich erinnere mich an mich selbst, wie viele Momente ich hatte – und was für Momente! –, in denen ich nicht wollte, keine Lust hatte, es satt hatte, oh weh. Ihr kennt das nicht, weil ihr sagen wir keinem Rav nahe seid, ja? Und hier gibt es keinen Rav, ich verhalte mich nicht genau wie ein Rav. Aber wenn man neben einem großen Menschen ist, und er ist wirklich nah und die ganze Zeit da, dann ist es sehr schwer, sich richtig zu halten, sehr schwer. Es beginnt Geringschätzung – das ist natürlich, denn du siehst einen Körper, und was ist schon an einem Körper; die Innerlichkeit sieht man nicht, und das ist schwer.

Er sagt also: Selbst wenn man es aus Notwendigkeit tut – ich muss es tun, es ist unangenehm, es sieht nicht gut aus, aus menschlichen Gründen –, wenn du dem danach spirituelle Gründe hinzufügst, dass du dadurch zur Spiritualität kommen willst, sogar zu einer anderen Zeit, wenn du nicht neben ihm bist und es dir leichter fällt, daran zu denken, dann verbinden sich beide zusammen, Gedanke und Handlung. So ist es mit dem Freund, und so ist es auch bei uns: Hauptsache, du tust; der Gedanke wird irgendwie kommen, damit er etwas hat, in das er sich einkleiden kann. Ja.

37:30 Schüler: Sie sagten, die Zeit wirke zu unseren Gunsten. Es kann sein, dass ich für einen Freund irgendeine Handlung mache und in diesem Moment die Verbindung zwischen der Handlung und der Tat nicht gut ist, und ein paar Minuten später kann ich dasselbe tun, und gerade dann ist es gut. Was bestimmt das?

Rav: Du wirst nie wissen, warum du es so oder anders machst. Oh, Jehuda, hör mal, er bringt mir ein Glas Tee. Vergiss nicht das...

Ja. Wir wissen nicht, warum wir von Gedanke zu Gedanke, von Zustand zu Zustand geworfen werden. Wir wissen es nicht, denn es hängt vom inneren Aufbau der Seele ab. Jetzt musst du dieses Verlangen klären, danach jenes, entsprechend diesem, in Verbindung mit jenem. Warum entsprechend diesem, in Verbindung mit jenem? Weil du nicht weißt, mit welchen Seelen genau und in welchen Dingen du im Aufbau von Adam haRishon verbunden bist. Du weißt es nicht; auch dich selbst kennst du nicht, und auch die Seelen, mit denen du zusammen bist, und in welcher Verbindung – du kennst sie nicht. Und nach den Körpern kannst du danach nicht wissen, was innen geschieht. Also bringt man dir alle möglichen solche Vorfälle, die dir wie Zufälle erscheinen. Wenn du den Aufbau des ganzen Adam haRishon sehen würdest, wüsstest du von innen heraus: Jetzt werde ich das tun müssen, gleich wird man mir jenes geben, in einiger Zeit dieses – aber du nicht.

Schüler: Das heißt, er verändert sich die ganze Zeit, ich verändere mich die ganze Zeit?

Rav: Alle verändern sich, alle machen alle möglichen Korrekturen. Das ist wie ein System, das die ganze Zeit in einer solchen Lebendigkeit ist. Das nennt man „die heilige Shechina".

39:15 Schüler: Wozu kann das dann passen? Zum Beispiel jetzt kann es nicht passen – welches Beispiel kann dich dazu bringen, eine bestimmte Handlung zu machen?

Rav: Deshalb geben sie uns einfache Ratschläge: In jedem Zustand, in dem du bist, verrechne dich nicht mit den übrigen Seelen – was muss ich tun? Denkt denn eine Zelle im Körper jetzt darüber nach, wie alle Zellen im Körper jetzt wirken, jede nach ihrer Planung, jede nach ihrer Funktion, und dass ich demgemäß auch so und so wirken muss?³ Weißt du, letztlich wirkt es wirklich so, aber nicht auf einer Stufe, auf der wir das erkennen können. Sicher wirkt es so, das System ist in all seinen Teilen bis zum Ende geschlossen. Aber wir können das überhaupt nicht verdauen; es enthüllt sich uns erst danach, im Gmar Tikun – der ganze Aufbau mit der ganzen Funktion, die darin wirklich ohne jede Störung enthalten sind.

Also gibt man dir nicht ein Mittel, sondern den allgemeinsten, richtigen und einfachsten Rat: Du, deine Handlung und dein Ziel, wohin du kommen willst, müssen wie eins sein. Ich bin von einer Wurzel herabgestiegen, wo ich mit dem Schöpfer verbunden war. Wer ist der Schöpfer? Der Schöpfer sind alle übrigen Seelen, in die ich einbezogen bin, und gemeinsam empfangen wir in uns das Höhere Licht; diese Empfindung in mir heißt Schöpfer. Ich weiß nicht, ob es außerhalb von mir ist – außerhalb von mir ist Azmuto. Sondern das, was ich in Verbindung mit allen übrigen Seelen im korrigierten Zustand im Gmar Tikun, in meiner Wurzel, empfange, das nennt man Schöpfer. „Aus Deinen Taten erkannten wir Dich" – aus meiner Empfindung erkenne ich Ihn. Das war's.

Also muss ich mich danach sehnen durch die jetzige Handlung, die ich mache, und genau danach sehne ich mich, während ich sie mache. Wenn ich die ganze Zeit wirklich antreibe, so nur auf diesen Punkt drücke, dann komme ich am Ende genau dorthin, zu dem Zustand, der es wirklich ist.

Dir jetzt dieses große Programm zu geben, damit du anfängst, etwas zu tun – dafür müsstest du es von einem Ende bis zum anderen verstehen, um auch nur die kleinste Handlung mit Verständnis, mit Einsicht, so mit voller Kontrolle zu machen. Du müsstest das ganze System im Voraus kennen. Wie wärst du dazu fähig, bevor du mit allen Seelen verbunden bist, mit allen Teilen des Systems, also in einem Aufbau? Das ist unmöglich.

Deshalb sagt man dir eine Lösung: Du willst in dieses System als guter, aktiver, richtiger Teil einbezogen werden – darauf richte deine Absicht: Ich, meine Handlung und mein Zustand, Dwekut mit dem Schöpfer, sind eins, und ich will schon jetzt im Gmar Tikun sein. Was der Gmar Tikun ist, so wie ich ihn mir vorstelle – diesen Zustand will ich jetzt verwirklichen oder herstellen, erschaffen.

Schüler: Erschaffen.

Rav: Erschaffen.

43:01 Schüler: Wirkt dieses Gesetz also bei allen Seelen, ohne Zusammenhang mit der Gruppe?

Rav: Dieses Gesetz wirkt bei allen Seelen ohne Zusammenhang mit einer Gruppe. Aber mit einer Gruppe hast du, wie wir gesprochen haben, dass du von dort, aus dem Gmar Tikun, das Or Makif herbeirufst, weil du mit ihnen verbunden bist, so wie du dort mit ihnen verbunden bist. Gemäß der Anstrengung, mit der du dich hier mit ihnen verbinden willst, rufst du herbei, ziehst du auf dich, ziehst wirklich fast körperlich jenen Zustand zu dir – weil du ihn jetzt hier verwirklichen willst. Das nennt man, dass die höhere Welt bis in diese Welt herabsteigt; das wird eigentlich im Gmar Tikun sein.

Das sind schöne Worte, aber ich glaube nicht, dass ich etwas hinzufüge. Ja. Nu?

Schüler: Darf ich eine Frage stellen?

Rav: Ja, du, bitte.

Schüler: Warum gibt es Handlungen gegenüber dem Gmar Tikun⁴, die wir jetzt auszuführen versuchen, wie die Liebe zu den Freunden? Und Handlungen wie sagen wir das Schauen über den Weg des Positiven⁵, worüber Baal HaSulam uns schreibt, überlässt man der letzten Generation, ... wir jetzt keine Handlung dagegen machen.

Rav: Warum beschäftigen wir uns mit der Handlung der Liebe zu den Freunden und denken, das sei die wichtigste Handlung – daneben gibt es noch Verbreitung und Lernen, ja? – und Handlungen wie das Sich-Begnügen mit Wenigem und alle anderen Korrekturen lassen wir vielleicht beiseite? Weil wir wissen, dass wir selbst überhaupt nicht fähig sind, uns zu korrigieren. Und was uns korrigieren kann, ist das Höhere Licht: wenn es aus einem korrigierteren Zustand zu mir kommt und mir leuchtet, dann korrigiert es dementsprechend meine Kelim.

Ich muss also Handlungen machen – nicht so, dass ich selbst an meine Kelim herangehe und sie mit irgendeinem schwedischen Schlüssel oder einem Rohrschlüssel korrigiere: Hier öffne ich etwas, dort schließe ich etwas, dort repariere ich etwas. Sondern ich muss dafür sorgen, dass dieser Alleskönner kommt und mir das System repariert; dieses Licht muss ich herbeirufen. Und deshalb mache ich keine Handlungen direkt zur Korrektur, so nach dem Motto: Wo ist der Massach, ich hole jetzt den Massach, ich lege ihn auf die Willen zu empfangen, schlage ein paar Nägel hinein, damit er mir nicht wegläuft – unten der Wille zu empfangen, oben der Massach, so wie wir es zeichnen, und dann ist der Wille zu empfangen schon mit dem Massach bedeckt. 46:09

Sondern ich suche ein Mittel, das mir einen Massach bringt, das mir die Korrektur bringt. Dieses Mittel ist nicht genau ein Zugang zur Korrektur selbst, es ist ein Zugang zum Reparateur. Und das ist wirklich ein großes Hindernis für die Menschen, bis sie anfangen zu verstehen, dass wir den Reparateur suchen müssen und nicht die Korrekturen selbst. Ohne dass er kommt, werde ich einfach keine Korrektur haben.

Das ist, wie wenn eine Frau zu Hause sitzt und schreit, dass sagen wir die Waschmaschine kaputt ist. Und du sagst: Gut, ich mache jetzt etwas – und gehst ran. Es muss aber ein Fachmann kommen, sagen wir mit irgendeinem Ersatzteil, es einbauen und es machen. Man muss also den Menschen suchen, der das zu machen weiß – das ist das Höhere Licht. Ich mache also Handlungen, bei denen ich nicht auf das Kli selbst schaue; ich muss auf die Handlungen schauen, durch die ich die für die Korrektur nützlichsten Lichter ziehen kann.

Und dann sagt man uns, dass das für die Korrektur nützlichste Or Makif kommt, wenn ich mit dem Buch dasitze, während des Lernens, mit der Absicht, zu meiner Wurzel zu kommen – dorthin, wo ich, meine Handlung, das Lernen und der Schöpfer in Dwekut in einem Punkt sind. Schön, hat man mir gesagt. Was brauche ich also danach, das heißt davor, um richtig dazusitzen, also mit der richtigen Absicht? Das Buch habe ich, gelobt sei der Name; Hebräisch lesen habe ich schon gelernt – und selbst wenn ich es nicht so gut gelernt habe, ist auch das nicht wichtig. Aber die Hauptsache, sagt er, ist die Absicht: Wie komme ich zur Absicht?

Und hier erklären sie auch, wie viele Mittel wir haben, um die richtige Absicht aufzubauen. Zuerst einmal ist das im Artikel über die freie Wahl, im Artikel „Die Freiheit": Er schreibt, dass es die Gemeinschaft ist. Ohne die Gemeinschaft wirst du nicht sammeln können, wirst du wirklich dein Verlangen zum Ziel nicht so verstärken können, und deine Absicht wird kleiner sein als das, was nötig ist, um das Licht zu ziehen, das Or Makif. Das war's.

Und wenn du nicht darauf schaust, sondern schaust: Ich bin nicht in Ordnung, ich bin geizig, ich bin lüstern, ich bin ehrgeizig, ich bin dies, ich habe ein böses Herz, ich bin dies und das – dann befindest du dich in deinen nicht guten Willen zu empfangen. Es stimmt, dass sie nicht gut sind, aber „wo die Gedanken des Menschen sind, dort ist er". Und daraus willst du dann nur, ich weiß nicht was, tun: dich betrinken, Drogen nehmen, ich weiß nicht was, um nicht so viel Schmerz zu fühlen. Diese Sache bringt gar nichts. Deshalb steht geschrieben: „... isst sein eigenes Fleisch"?

49:29 Schüler: „Der Tor sitzt mit verschränkten Armen."

Rav: „Der Tor sitzt mit verschränkten Armen und isst sein eigenes Fleisch" – denn das ist wirklich Torheit, weil du dich nicht in die richtige Richtung wendest. Du schaust in deine Jauchegrube. Es stimmt, dass du nicht gut bist, aber dadurch, dass du darauf schaust, dass du nicht gut bist, wirst du das nicht korrigieren. Wenn du ein kaputtes Teil im Auto siehst, hilft das nicht; du musst den Fachmann suchen, der dir ein Teil bringt und es einzubauen weiß.

Und das ist die Sache: Oft wenden wir uns in unsere Kelim hinein und schauen die ganze Zeit auf sie, und man sieht dem Menschen wirklich an, dass er arm dran ist. Seine Innerlichkeit steht ihm vor Augen, und er weiß sich nicht davon zu lösen, sondern sitzt da und bedauert sich, wie man so sagt. Da muss die Gemeinschaft hier dafür sorgen und auf jeden Einzelnen einwirken⁶, dass er schnell da herauskommt. Denn daraus kommt bei dir die Sprache der Kundschafter über den Schöpfer, alles Mögliche – du verstehst, dass du schon anfängst, das ist nicht gut.

Gut, lesen wir etwas, lernen wir.

(Ende des Unterrichts)