Tägliche Lektion9. Sep. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Geh hinaus aus deinem Land. 5 (1985) (03.11.2003)

Rabash. Geh hinaus aus deinem Land. 5 (1985) (03.11.2003)

9. Sep. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgentranskript 03.11.2003

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Artikel „Geh hinaus aus deinem Land"

Rav: Wir haben einen Artikel aus dem Wochenabschnitt gehört, „Lech Lecha". „Lech lecha me'arzecha" – „Geh hinaus aus deinem Land" –, aus „Shlavey HaSulam", Band 1. Dort steht, dass der Mensch aus allen seinen Verlangen hinausgehen muss, aus seiner Irdischkeit, „aus deiner Heimat, aus dem Haus deines Vaters", aus allen Eigenschaften, in denen er sich befindet, und dass er einen neuen Zustand erwerben muss, der „das Land, das ich dir zeigen werde" heißt.

Der Mensch weiß im Voraus nicht, welche Eigenschaften das sind, die er erwerben muss. Sondern der Schöpfer offenbart sich, und das gibt dem Menschen zu verstehen, was das ist; das gibt ihm die Kraft, diese Veränderung anzunehmen, und dazu das Verständnis, wie er sie ausführen soll. Und dann verwirklichen sich auch die Eigenschaften selbst im Menschen, er erwirbt sie und tritt ein in die neuen Verlangen, in die neuen Absichten – „das Land, das ich dir zeigen werde".

Bevor der Schöpfer sich offenbart und dem Menschen sowohl die Veränderung als auch die neuen Eigenschaften zeigt, ist der Mensch dazu nicht fähig. Genau der Schöpfer selbst muss ihm den Übergang von Zustand zu Zustand zeigen. Und so geschieht es auf jeder einzelnen Stufe, auf der der Mensch sich verändert. Besonders auf der ersten Stufe, wo der Mensch zum Willen zu geben übergeht, ist es sicher richtig und klar, dass es so sein muss. Aber auch danach, wenn er wächst, wächst er jedes Mal danach, wie der Höhere ihm all die Veränderungen zeigt – nach den Beispielen, die der Höhere gibt¹, nach dem Verlangen, das der Höhere ihm zeigt: in welcher Form, welche Verlangen, welche Absichten im Menschen besonders sein müssen, um den nächsten Zustand zu erwerben. 3:13

Wir können die nächste Stufe niemals verstehen. Wir brauchen immer ein Beispiel und dazu die Kraft, es anzunehmen. Und genau das sagt der Schöpfer zu Abraham: Die neuen Verlangen, die du erlangen wirst – du wirst sie bekommen, ich werde sie dir zeigen, ich werde dich in den nächsten Zustand hinüberführen.

Und warum steht ausdrücklich „aus deinem Land, aus deiner Heimat, aus dem Haus deines Vaters"? Weil auch die Verlangen, die du jetzt hast, von mir gekommen sind, und weil auch ich all jene Eigenschaften in dir aufgebaut habe, die dir heute, jetzt, im Vergleich zur nächsten Stufe sozusagen als nicht gut erscheinen, als abwegig. Aber du hättest an die nächste Stufe gar nicht denken und für sie nicht bereit sein können, für „das Land, das ich dir zeigen werde", ohne aus „dem Haus deines Vaters" hinauszugehen.

Denn diese Veränderung baut in dir all jene Gefäße auf, in denen du später die Offenbarung der Göttlichkeit empfängst. Das heißt, wir müssen die gegenwärtigen Zustände achten, so wenig gut sie uns auch erscheinen, und ebenso die schlechten Eigenschaften, die sich in uns aufdecken – verglichen mit den nächsten Stufen, die uns erleuchtet und gut erscheinen. Und wir müssen verstehen, dass wir zwischen diesen Zuständen nur durch die Veränderungen, Kräfte und Einsichten hindurchgehen, die der Höhere uns zeigt. Aus all diesen Veränderungen sammeln wir insgesamt eine höhere Bildung; und dieses Wissen um die Veränderungen hilft uns, den Schöpfer zu verstehen und ihm ähnlich zu werden. 6:05

So wie wir es in der Weisheit der Kabbala lernen: Ein Partzuf wechselt seinen Zustand. Sagen wir, er hat eine Ausbreitung von oben nach unten, Taamim, bis er zur nächsten Etappe kommt. Dann hat er einen Siwug de Haka'a, er hat eine Ausbreitung von oben nach unten, und danach kommen die Entscheidungen, dass er aus diesem Zustand weichen muss, dass er das Bitush der Lichter durchlaufen muss. Und danach gibt es Partzufim von Nekudot – das sind viele Partzufim, viele Austritte und Eintritte, und wieder Austritte und wieder Eintritte, bis er sich ganz verfeinert hat.

In all diesen Zuständen laufen innen sehr, sehr vorzügliche Prozesse ab: Die Gefäße und die Lichter sind vermischt, und Reshimot steigen auf und ab innerhalb der Ebenen der Gefäße. Und das alles dient dazu, im Partzuf auszuwählen² und im Partzuf Zustände aufzubauen, neue Gefäße, neue Unterscheidungen, neue Empfindungen – und das sind eigentlich die wahren Gefäße, die der Partzuf erwirbt.

Und genauso hier: Es ist keine Kunst, im Zustand „Haus deines Vaters" zu sein oder einfach im „Land, das ich dir zeigen werde" zu sein. Sondern diese Übergänge, „Lech Lecha", bauen im Menschen jene besonderen Gefäße auf. Gerade in ihnen, in den Begegnungen zwischen den entgegengesetzten Zuständen, zwischen diesen scharfen Veränderungen, erwirbt er neue Unterscheidungen – „der Vorteil des Lichts aus der Dunkelheit" – und er wird dessen gewürdigt, ein vollständiges Gefäß für die Empfindung des Ziels der Schöpfung zu haben.

Ja.

9:01

Schüler: Er beendet den Artikel damit, dass „die Hauptsache der Größe die Handlung ist", und wir lernen, dass die Hauptsache der Größe die Absicht ist. Was ist der Unterschied zwischen der Handlung und der Absicht?

Rav: Du sagst, am Ende des Artikels steht, dass „die Hauptsache der Größe die Handlung ist", und wir lernen, dass die Hauptsache der Größe die Absicht ist. Dann ist die Frage, was man unter der Handlung versteht und was man unter der Absicht versteht, ja? Also: In der Spiritualität ist die Absicht die Handlung.

Schüler: Im Artikel steht, dass er zur Zeit des Pflügens pflügt und zur Zeit des Säens sät, und er sagt, man solle sich nicht auf den Lohn ausrichten, sondern auf die Arbeit, auf die Anstrengung. Und wir lernen, dass man sich sehr wohl auf den Lohn ausrichten soll, auf den Lohn des Gebens, und nicht auf die Handlung ...?

Rav: Müssen wir an den Gewinn denken oder nicht?

Schüler: Ja.

Rav: Ja, das heißt, der ganze Unterschied liegt darin, worin der Gewinn besteht, ja? Nun, was ist dann schlecht daran, dass ich Gewinne suche, und zwar möglichst große, und dass das als Ziel vor mir steht?

Schüler: Nicht schlecht, aber es ist nicht ... also, das, was da steht, dass er etwas ... über den Lohn ...

Rav: Wenn also auf den Lohn zu verzichten das ist, was Ziel heißt, der Gewinn – dann heißt es für mich, wenn ich in einen solchen Zustand komme, dass ich gewonnen habe.

Schüler: Über den Lohn ... du verzichtest auf den Lohn?

Rav: Du verzichtest nicht auf den Lohn, es hängt davon ab, was dein Lohn ist. Die Definition des Lohns ändert sich, aber du musst um irgendetwas willen arbeiten. Baal HaSulam sagt: Nur ein Kleinkind, das nicht bei klarem Verstand ist – die arbeiten ohne Ziel.³ Wie kannst du ohne Ziel arbeiten? Dein Körper muss das Ziel als Treibstoff benutzen. Woher bekommt er seinen Treibstoff? Aus der Wichtigkeit des Ziels – dass es ihm wichtig erscheint, dass es ihm schon von weitem leuchtet. Dafür arbeitet er. Anders kann er nicht arbeiten.

Der Wille zu empfangen verschwindet nicht, er bleibt, und er arbeitet nur, um sich selbst zu füllen. Jetzt ist die Frage: Was ist die Füllung? Du arbeitest also immer mit dem Willen zu empfangen, auch wenn das „Wille zu geben" heißt, und um irgendeines Lohnes willen. Du arbeitest nicht im leeren Raum, wo es nur eine abstrakte Idee gibt und fertig. Du musst daraus ein Bild machen, das ausreicht, um dir die Möglichkeit zu geben, sehr große Anstrengungen zu machen – so weit, dass das Verlangen arbeitet, und zwar ein sehr starkes, sehr großes Verlangen.

Weißt du, du musst einen sehr großen Wagen bewegen. Das ist ein System, das an Schwere und an Aviut seinesgleichen sucht, und wenn du das Ziel nicht vergrößerst, kannst du ihn nicht bewegen. Und alles hängt von der Definition ab, was das Ziel ist.

Vielleicht schaue ich nach, wo er etwas dazu sagt. Ja.

13:40

Schüler: Aber in dem Moment, in dem ich nicht an mich selbst denke – ist es mir dann noch wichtig, Füllung zu bekommen?

Rav: In dem Moment, in dem ich nicht an mich selbst denke – ist es mir dann noch wichtig, Füllung zu bekommen? Was heißt das, dass du an dich denkst oder nicht an dich denkst? Dass du dir irgendeinen anderen Zustand vorstellst? Du arbeitest immer mit dir selbst, mit deinen Gefäßen. Den Schöpfer – so etwas wie einen Schöpfer, der außerhalb von dir ist, gibt es nicht, gibt es nicht. Alles, was du dir vorstellst, stellst du dir ebenfalls innerhalb deiner Gefäße vor. Auch die Gruppe, die du dir vorstellst, auch alle Kräfte, die du dir außen vorstellst – du stellst sie dir innen vor.

Es gibt nichts außer deinem Gefäß. So wie wir sagen: Ein Mensch, der sieht, der die Welt empfindet – wir sagen, das ist insgesamt nur die Reaktion seiner Sinne auf etwas, das draußen geschieht. Draußen geschieht vielleicht gar nichts, sondern wir empfinden es nur so, als ob draußen etwas geschähe; in Wirklichkeit sind das unsere inneren Veränderungen. Wer sind also Abraham, der Schöpfer, all diese Eigenschaften? Sie sind alle etwas Inneres in mir. Wie also sollte ich nicht mit meinem Gefäß arbeiten? Ich arbeite immer mit meinem Gefäß.

Auch wenn ich sage, dass ich mich im Zimzum befinde, dass ich nicht empfange. Oder wir sagen es anders: Dasselbe Gefäß von Ein Sof, das von vornherein im Ende der Korrektur ist, stellt sich danach vor, dass es einen Willen zu empfangen gibt⁴; danach, dass es ein wenig empfängt, die Welten aufbaut, die Seele aufbaut. Und von all diesen Dingen sagen wir, dass sie im Grunde nur Beschreibungen sind, die sich dasselbe Gefäß von Ein Sof einbildet, als ob es sich in ihnen befände. In Wirklichkeit befindet es sich nur im ersten Zustand.

Der ganze zweite Zustand, den das Gefäß durchläuft, besteht nur darin, wie es eine richtige Beziehung zum ersten Zustand herstellt – und das wird dann dritter Zustand genannt. Und es geht niemals über das Gefäß hinaus, sondern innerhalb des Gefäßes stellt es sich alle möglichen Unterscheidungen vor: innerlichere, äußerlichere, Geschöpf, Schöpfer – alles innerhalb des Gefäßes.

Ja.

17:00

Schüler: Wir wissen, dass der Mensch von oben gehalten wird, das ist ... Wenn man sagt, dass der Mensch durch die Gemeinschaft vorankommt – heißt das, dass die Gemeinschaft ein Gesetz ist wie der Schöpfer? Ist die Gemeinschaft ein Gesetz, so wie der Schöpfer ein Gesetz ist?

Rav: Ich weiß nicht, was genau der Zusammenhang zu dem ist, was du vorher gesagt hast – du hast zwei Sätze gesagt: die Gemeinschaft, man wird von oben gehalten?

Schüler: Nein, nein, das ist etwas anderes. Ich frage danach, ob die Gemeinschaft ein Gesetz ist, so wie der Schöpfer ein Gesetz ist.

Rav: Ist die Gemeinschaft ein Gesetz, so wie der Schöpfer ein Gesetz ist? So, wie der Mensch sich vorstellt, was die Gemeinschaft ist und was der Schöpfer ist, wer die Gemeinschaft ist und wer der Schöpfer ist – so ist es, das ist es, was er hat. Der Schöpfer ist nichts, was außerhalb von uns wäre; er ist das, wie wir diese Eigenschaft beschreiben können.

Schüler: Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens. Aber was ist die Gemeinschaft?

Rav: Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens, und die Gemeinschaft ist nicht die Eigenschaft des Gebens. Die Gemeinschaft, das sind Menschen wie du, die du als Beispiel nimmst, die für dich in irgendetwas ein Beispiel in deinem Leben, in deinem Dasein sind. Und weil der Schöpfer verborgen ist – du kannst ihn nicht beschreiben, so sehr du es auch versuchst; du bemühst dich, irgendeine Gestalt aufzubauen, und schaffst es nicht –, deshalb entscheidest du stattdessen: Ich mache es so, dass die Gemeinschaft für mich die verpflichtende Kraft wird, die höhere Kraft, die mich zur Erkenntnis des Schöpfers bringt, der verborgen ist und den ich mir nicht vorstellen kann. Könntest du ihn dir vorstellen, dann bräuchtest du die Gemeinschaft nicht.

Schüler: Wenn wir sagen, dass der Höhere dem Menschen ein Beispiel gibt – wenn die Gemeinschaft aus Menschen wie mir besteht, wie können sie dann ein Beispiel geben?

Rav: Wie kann die Gemeinschaft mir ein Beispiel geben, wenn sie aus Menschen wie mir aufgebaut ist?

Schüler: Ja.

Rav: Das kommt daher, dass ich von Anfang an so gebaut bin, dass ich von ihnen abhängig bin. Ich habe ein Ego, ich habe Neid, ich habe Selbstachtung – dadurch bin ich von ihnen abhängig, um diese Gefäße zu füllen.

20:12

Schüler: Warum beneide ich sie eigentlich – worum beneide ich sie, wenn ich sie beneide?

Rav: Du hast Angst, dass sie mehr haben werden als du. Das nennt man Neid.

Schüler: Und was ist dieser Punkt, um den ich sie beneide?

Rav: Du machst sozusagen einen Vergleich zwischen dem, was du in deinen Gefäßen hast, und dem, was in ihren Gefäßen ist. Weil ihr euch in ähnlichen Eigenschaften befindet und du in Mängeln bist, ist es für dich Leiden, zu sehen, dass es dem anderen gut geht. Und „das Leid vieler ist halber Trost": Wenn es allen schlecht geht, ist es nicht so schlimm, dann geht es eben allen so. Du vergrößerst dein Gefäß nicht durch die anderen, aber wenn du ein bisschen weniger hast als die anderen, empfindest du das als schrecklichen Zustand.

Schüler: Und was müssen wir in unserer Gemeinschaft tun ...

Rav: Das heißt: Weil deine Gefäße deinen eigenen Mangel und den Mangel der anderen umfassen, hast du von vornherein, vom Zerbrechen der Gefäße her, diese Vorbereitung, den anderen zu empfinden. Das gibt es nur beim Menschen; beim Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen gibt es das nicht, bei ihnen gibt es keinen Neid, sie empfinden es einfach nicht.

Schüler: Und was müssen wir in unserer Gemeinschaft tun, damit sie wirklich eine korrigierende Gemeinschaft wird?

Rav: Dann müssen wir die Kräfte benutzen, die uns von vornherein zu gemeinschaftlichen Wesen machen. Die müssen wir benutzen: Neid, Hass, Selbstachtung, all die Dinge, in denen ich Mängel habe gegenüber der Öffentlichkeit, gegenüber den Äußeren – das soll ich richtig einsetzen. Denn ob ich will oder nicht: Ich beneide den anderen, ich prüfe mich gegenüber dem anderen. So viel wie der andere hat – daran gemessen schaue ich, was ich habe.

Ich kann mir keine größeren Gewinne vorstellen als alles, was die ganze Welt hat, ja? Ich habe einen Traum: Es gibt keine Menschen mehr auf der Welt, nur mich. Ich gehe durch die Straßen, alles gehört mir, ich gehe in die Häuser, in die Geschäfte – alles gehört mir. So ein Traum ist bekannt, ja? Etwas, das größer wäre als dieses Gefäß, kann ich mir nicht vorstellen – aber dahin zieht es mich sehr wohl. Nun, was fragst du also? Diese Gegebenheiten⁵ benutzen wir, wenn wir eine Gemeinschaft aufbauen. Das heißt, diese natürlichen Eigenschaften sind in mir; jetzt muss ich sie für das richtige Ziel benutzen, das ist alles. Aber ich muss ein System aufbauen, das diese Eigenschaften so stark wie möglich anspannt.

23:59

Schüler: Sagen wir, wenn zu einem Menschen irgendein Neid kommt, dann kommt er in zwei Formen. Entweder ...

Rav: Nun, wenn ich also Angst vor der Gemeinschaft habe, dass sie mich beschämen kann, wenn sie kann ... Kurz gesagt, ich mache es umgekehrt: Ich stelle jetzt die Bedingung, dass die Gemeinschaft sich um mich kümmert und sich um genau die Eigenschaften von mir kümmert, die ich verbessern will. Und dementsprechend soll sie die Scham in Gang setzen, die in mir ihnen gegenüber sein kann, die Selbstachtung, all diese Dinge – damit ich keine Wahl habe und mich um die Verlangen kümmere, die wirklich Behandlung brauchen.

Schüler: Müssen wir also die ganze Zeit sozusagen offen voreinander sein? Und das gibt es noch nicht?

Rav: Nein, das nicht, es hängt davon ab, wie der Mensch ... Wir müssen nicht offen voreinander sein; es hängt davon ab, wie der Mensch sich innerlich der Gemeinschaft gegenüber einrichtet. Und nach außen muss die Gemeinschaft nur die Eigenschaften nehmen, zu denen wir kommen wollen, und sie als das Allerwichtigste pflegen. Dann wird sich ein Mensch, der sich diese Dinge nicht erwirbt, schämen; er wird Angst haben, dass er von der Gemeinschaft verletzt wird, er wird sehen, dass er weniger ist als die Gemeinschaft, und er wird sie erwerben wollen.

Die Größe des Schöpfers, die Größe des Ziels, das Sehnen nach dem Ziel, der Einsatz innerhalb der Gemeinschaft, die Liebe zum Nächsten, das Interesse an anderen – wenn wir das als das Höchste erheben, dann kommt heraus, dass ich Angst habe, nicht in solchen Dingen zu sein, weil die Gemeinschaft mich verachten würde.

Schüler: Und so muss der Mensch sich sozusagen einrichten?

Rav: Dann hängt es davon ab, wie die Gemeinschaft sich einrichtet und wie der Mensch sich der Gemeinschaft gegenüber einrichtet. Von Seiten des Menschen muss das nicht offen geschehen; von Seiten der Gemeinschaft schon – sie muss darüber sprechen, dass bei uns der Standard so ist: Größe des Schöpfers, Größe der Gemeinschaft, Größe des Gebens, Größe der Liebe und so weiter. Und von Seiten des Menschen muss er es der Gemeinschaft gegenüber nicht aufdecken – wer ich bin, dass ich so kaputt bin, dass ich nicht gut bin. Das muss der Mensch in sich selbst empfinden. Und darüber hinweg soll er der Gemeinschaft sofort das geben, was sie von ihm verlangt: die Größe der Gemeinschaft, die Größe des Ziels und so weiter.

27:06

Schüler: Und die Gemeinschaft darf den Menschen verpflichten? Heißt das nicht, dass sie ihm die Freiheit nimmt oder so etwas?

Rav: Du behauptest, dass die Gemeinschaft dem Menschen damit die Freiheit nimmt – welche Freiheit nimmt sie ihm denn? Vorher war er seiner tierischen Natur unterworfen, er hatte überhaupt keine Freiheit, und auch jetzt hat er keine Freiheit. Vorher war er ebenfalls unter irgendeiner beliebigen Gemeinschaft, wobei er überhaupt keine Wahl hatte, unter wem er ist; und jetzt hat er sich eine Gemeinschaft gewählt, um dazu zu kommen, frei zu sein. Aber jetzt, in der Zwischenzeit, ist er sicher nicht frei, er ist noch in einem Zustand, in dem er die freie Eigenschaft nicht erworben hat. Seine freie Eigenschaft kann er nur unter der Bedingung haben, dass er irgendeine Angleichung an den Schöpfer erwirbt.

So etwas wie Freisein gibt es nicht: Entweder ist man unter dem Willen zu empfangen oder unter dem Willen zu geben. Was in der Mitte ist, nennen wir das mittlere Drittel von Tiferet. Daraus müssen wir entscheiden, dass wir die Zugehörigkeit zum Schöpfer aufbauen anstelle der Zugehörigkeit zum Willen zu empfangen. Damit bauen wir das mittlere Drittel von Tiferet auf, die mittlere Linie. Die mittlere Linie wird dadurch gebaut, dass ich wähle, dem Schöpfer ähnlich zu sein, in seinen Gefäßen zu sein, seine Natur auf mich zu nehmen. Und das ist frei, denn er verpflichtet mich nicht. Zu ihm zu kommen – dazu verpflichtet er wirklich nicht. Alles, was er tut, ist, mich zu drängen und mich zu verpflichten, in der Wahl zu sein. Wenn ich zur Wahl komme, lässt er mich los, es gibt keinen Druck.

29:19

Schüler: Wie kann der Mensch dann diese Handlung über dem Verstand machen? Woher hat er die Fähigkeit zu wählen, was richtig ist, wenn er sozusagen mit gleicher Kraft zwischen Geben und Empfangen hängt?

Rav: Wie kommt der Mensch in den Zustand, dass er frei wählt, dem Schöpfer ähnlich zu sein? Wie kann man diesen Zustand beschreiben, dass ich völlig frei zwischen den beiden Kräften stehe, unter keiner von beiden bin und trotzdem wähle, einer von ihnen ähnlich zu werden? Wie beschreibt man so einen Zustand? Das heißt, worauf gestützt wähle ich dann? Dazu gibt es einige Beispiele.

Die Sache ist die: Ich wähle nicht, ich trete auf eine andere Ebene der Wahl hinaus. Meine Wahl ist nicht zwischen dem Willen zu empfangen und dem Willen zu geben; meine Wahl ist, dem Hausherrn ähnlich zu werden, dem Gebenden. Das ist nicht „gebend", das ist, wie der Gebende zu sein – und das gehört überhaupt nicht zu meinen Gefäßen. Und nachdem ich gewählt habe, wie der Gebende zu sein, schaue ich in mein Gefäß; und um wie der Gebende zu sein, muss ich mein Gefäß im Empfangen um zu geben benutzen – also tue ich das dann. Und wenn ich es anders machen könnte, dann würde ich mich dem Schöpfer auf andere Weise angleichen; die Handlung ist da schon nicht mehr wichtig. Der Gebrauch meines Gefäßes ist also völlig, völlig nur ein Mittel.

Der Unterschied zwischen dem Gebenden und dem Stand des Gebenden ist der, dass ich dann anfange, die Gefäße als Mittel zu benutzen. So wie der Schöpfer seinen Geschöpfen Gutes tun wollte und deshalb den Willen zu empfangen erschuf – als das Notwendige, um Gutes zu tun. Aber im Gedanken der Schöpfung existiert dieser Wille zu empfangen nicht; es existiert nur die Wurzel, der Wille, Gutes zu tun. Und in dieser Wurzel entsteht schon so etwas wie ein stumpfer Punkt, der Anfang des Willens zu empfangen – aber der kam als Folge des Gedankens der Schöpfung heraus.

Genauso hier: Du kommst zu der Entscheidung, dass du wie der Schöpfer sein willst. Was heißt „wie er"? Der Gebende. Was heißt es, in meinem Zustand wie der Gebende zu sein – und dann benutzt du die Gefäße des Empfangens. Die freie Wahl ist also oberhalb des Willens zu empfangen. Das ist es, was wir über den Rosh des Partzuf lernen: Dort beschäftigt er sich im ersten Gedanken überhaupt nicht damit, wie ich meinen Guf in Gang setze – nein. Am Anfang steht: Wie werde ich wie er? Ich will wie er sein.

Gut. Nun, ja, Moshi.

33:44

Schüler: Warum ist es so schwer, an der Größe des Freundes zu arbeiten? Wenn ich draußen jemanden habe, den ich nicht kenne, in den ich nichts investiert habe, dann schätze ich ihn schon; und hier muss man jahrelang investieren und trotzdem nicht ...

Rav: Warum ist es so schwer, an der Größe des Freundes zu arbeiten? Ich sage es euch. Jede Gemeinschaft draußen, in der wir uns befinden, hat Anforderungen an die Menschen, und nach diesen Anforderungen kümmert sich die Gemeinschaft um ihre Mitglieder und erzieht sie. In der menschlichen Gemeinschaft haben wir eine Menge Gemeinschaften, und wir bauen auch besondere Gemeinschaften: Bildungsministerium, Regierung, Polizei, alle möglichen Hilfskräfte, alle möglichen sozialen Gemeinschaften. Die Frage ist, wie sehr sie ... Schule, Kindergarten – das alles ist Gemeinschaft gegenüber dem Menschen, Umgebung.

Die Frage ist, wie viel diese Umgebung vom Menschen fordert. Unsere Gemeinschaft fordert nicht, fordert nicht genug von jedem Einzelnen. Und dann empfindet der Mensch nicht, dass er Schaden nimmt, wenn er es nicht erfüllt, dass er Scham haben wird, dass sein Ich von der Gemeinschaft verletzt wird. Er findet für sich alle möglichen Ausreden, um das nicht auszuführen, was die Gemeinschaft eigentlich als Ziel setzt, als Standard, den man erfüllen muss. Aber die Gemeinschaft besteht in ihren Anforderungen an jeden einzelnen ihrer Freunde nicht genug darauf.

Du sagst, unsere Arbeit draußen, mit der äußeren Gemeinschaft, ist viel nützlicher als das, was in unserer Gemeinschaft ist. Dort draußen arbeitest du mit deinen Gefäßen, die sich nicht verändern. Gegenüber der äußeren Gemeinschaft, mit der du arbeitest, verändert sich das nicht; hier aber hast du jedes Mal eine Veränderung der Gefäße. Du deckst jedes Mal auf, wie viel gröber du bist, wie viel mehr du in deinem Ego steckst, wie viel gleichgültiger dir die Gemeinschaft ist.

Alles verändert sich in dir, um dich damit voranzubringen; deshalb scheint es dir, dass du jedes Mal wirklich in Misserfolgen steckst. Und das sind keine Misserfolge, da wird dir etwas hinzugefügt, und hinzugefügt und hinzugefügt – noch mehr von der sogenannten Verhärtung des Herzens. Es gibt keine Wahl.

Ja, ...

Schüler: Wonach bestimmt man die Rangfolge der Wichtigkeit des Notwendigen ...

Rav: Wonach bestimmt man die Rangfolge der Wichtigkeit? Danach, was uns für das Erreichen des Hauptziels wichtig erscheint. Wenn uns die Liebe der Freunde wichtig ist, dann gibt es für das, was dem näher und nützlicher ist, auch mehr Lohn und mehr Strafe.

41:11

Schüler: Das ist die Frage. Wissen wir eigentlich nicht wirklich, was ... Also, wir wissen vielleicht, was das Ziel ist, aber wir wissen es nicht wirklich, du fühlst es nicht.

Rav: Woher wissen wir, worauf wir den Schwerpunkt legen sollen und worauf nicht? Man muss erörtern, wie wichtig diese Dinge für das Erreichen des Ziels sind oder nicht.

Schüler: Wie macht man das ohne Pannen ...?

Rav: Mach es, auch wenn du dich dabei irrst, das ist nicht schlimm. Dann pflügst du die Artikel durch und klärst diese Dinge mit den Freunden, und so wirst du von innen tatsächlich sehen, woraus du zusammengesetzt bist und worauf du den Schwerpunkt legen sollst.

Denn so wie wir die erste Frage hatten: Wer ist der Schöpfer? Wissen wir das? Wir stellen uns irgendeine Eigenschaft vor und geben ihr einen Namen: Schöpfer. Wer ist die Gemeinschaft? Dementsprechend bauen wir irgendeine Gestalt und sagen: Die Gemeinschaft muss so und so sein. Was denn? Einerseits ein Beispiel für mich, andererseits die verpflichtende Kraft für mich, zu ebendiesem Beispiel zu kommen. Denn durch meine äußere Handlung gegenüber der Gemeinschaft gleiche ich mich am Ende dem Schöpfer an. Das ist ein Unterschied: Ich arbeite gegenüber der Gemeinschaft, aber eigentlich werde ich dem Schöpfer ähnlich. Da gibt es so eine Art Schere, ja, worin der Unterschied liegt.

Wenn man in der Gemeinschaft darüber spricht, wenn man anfängt, das in der Gemeinschaft wertzuschätzen, dann ruft man schon allgemeine umgebende Lichter herbei; das wirkt auf jeden Einzelnen, und von innen heraus wird er empfindsam dafür. Man muss von Seiten der Gemeinschaft keine Kräfte einsetzen. Wenn die Gemeinschaft auf diese Unterscheidungen achtet, dann bekommt der Mensch schon daraus, aus dem Leuchten von oben, aus dem allgemeinen Leuchten, das dadurch entsteht, dass die Gemeinschaft sich darum kümmert – daraus bekommt er schon Empfindsamkeit dafür.

Sagen wir, wir erheben jetzt in der Gemeinschaft das Maß der Wichtigkeit von irgendetwas, ja. Sagen wir, es ist uns sehr wichtig, dass alle heiraten; das wäre uns sehr wichtig, dass alle, alle, alle heiraten. Und wir setzen die Alleinstehenden nicht unter Druck, sondern wir denken einfach nur darüber nach und sprechen darüber positiv, nicht negativ, ja – dass das der Standard ist, den alle haben müssen, dass es ohne ihn dies und das und jenes nicht gibt. Du sprichst sie nicht an, du setzt sie nicht unter Druck, du tust gar nichts – und du wirst sehen, wie sie es hier nicht aushalten können: Sie werden fliehen oder heiraten. Das ist nur ein Beispiel, ich sage nicht, lasst uns das so machen; einfach so ein neutrales Beispiel.

Sie werden es nicht aushalten können. Denn die Meinung der Gemeinschaft – und über die Meinung der Gemeinschaft hinaus erwecken wir wirklich über uns das ... gegenüber dieser Unterscheidung ein Licht von oben. Das wird auf sie wirken, sie werden es sofort sehen. Und bei den Eigenschaften: Sagen wir, wir erheben irgendeine besondere Eigenschaft gegenüber der Gemeinschaft oder gegenüber dem Schöpfer auf die größte Höhe, die es bei uns überhaupt geben kann, ja, und wir denken, dass das ... Du wirst sehen, wie sehr die Empfindsamkeit der ganzen Gemeinschaft dafür steigen wird. Und hier braucht es keine Strafen. Der Mensch wird von selbst, von innen heraus, wirklich Angst empfinden, nicht darin zu sein. Die Gemeinschaft verpflichtet.

46:32

Schüler: Wir kommen nicht dazu ...

Rav: Wir kommen nicht dazu, wir kommen nicht in den Zustand, dass wir einige der allerwichtigsten Unterscheidungen festlegen und fordern, dass sie in der Gemeinschaft wirklich wie ein Feuer brennen.

Gut ...

Schüler: Darf ich?

Rav: Ja.

Schüler: Bei allen Beispielen, die du gibst – und vielleicht ist das unser Problem: Wenn wir über etwas Extremes sprechen, wie dass die Alleinstehenden heiraten sollen, oder über eine Eigenschaft, dann wirkt das irgendwie sofort. Wenn wir aber anfangen, nach innen zu gehen, dann fehlt da irgendwie immer noch etwas, auch wenn wir versuchen, etwas zu erheben, so wie wir das morgens aufschreiben und sogar dasitzen und darüber nachdenken. Es gelingt irgendwie nicht wirklich, da durchzubrechen, als wäre nicht genug ... ich weiß nicht.

Rav: Du wirst dich immer schwach fühlen, unfähig; selbst wenn man Druck macht und schreit, wirst du es geringschätzen. Monatelang wird irgendein Standard vor dir stehen, irgendeine Forderung, und du wirst dich ihr gegenüber überhaupt nicht rühren und dich nicht verbessern können. So ist es, das ist der Weg. So lange, bis dieses Gefühl so stark wird, dass du es aus Hass darauf zerbrechen musst. So arbeiten wir gegen jede einzelne unserer Eigenschaften, und das kann Jahre dauern: Geringschätzung von irgendetwas, oder du willst nicht, bist nicht fähig, kannst nicht, steckst im Schlechten und bist nicht fähig, es zu zerstören. Und es ist klar, dass du es nicht tust, und alle fordern es von dir, und du kannst es nicht tun.

48:49

Schüler: Wie verhindert man das, dass ... wie verwandelt man das wirklich in ... ich weiß nicht, in Momente, in Tage?

Rav: Wie macht man es, dass es nicht viel Zeit braucht – dass ich mich in Gang setze und nicht die ganze Zeit unter diesem Schlechten sitze und es gar nicht anrühre? Wie kann man das machen? Nur wenn wir, wie soll ich sagen, nur wenn wir von der Gemeinschaft unter Druck gesetzt werden, wenn wir den Standard erheben, die Haltung der Gemeinschaft gegenüber dieser Eigenschaft. Ich kann dasitzen: Ich habe irgendetwas Schlechtes, das ich ausführen muss, und ich führe es nicht aus, monatelang, und ich weiß es und ich kann nicht, ich kann die Hand nicht heben, um es zu tun.

Nur wenn die Gemeinschaft das als etwas Wichtiges erhebt, dann werde ich leiden und ich werde es tun. Sonst dauert es enorm lange, bis sich dieses Leiden in mir zu einem Maß summiert, bei dem ich es ausführe. Bedauernswert ist der Mensch, der in einer Gemeinschaft ist, und die Gemeinschaft erweckt in ihm nicht so den Willen, all die möglichen Eigenschaften zu überwinden, oder Handlungen, die er ausführen muss, oder Eigenschaften, die er korrigieren muss – da nützt die Gemeinschaft wirklich nichts. Sie muss dem Menschen ein Schmerzgefühl geben für jede Sache, die er auch nur einen Moment vernachlässigt und um die er sich nicht kümmert. Das ist eigentlich die hauptsächliche Hilfe, die wir von der Gemeinschaft brauchen. Von der negativen Seite sozusagen, von der Seite der Kritik. Und von der positiven Seite: die Liebe zu erfüllen, das heißt, Teilnahme.

Jeder Einzelne hier hat so ein Problem: Er weiß, was er korrigieren, verbessern, tun muss – sogar in der Handlung, nicht in der Absicht oder in der inneren Arbeit, sogar in der Handlung – und er kann nicht. Und das wird jahrelang so bleiben, wenn die Gemeinschaft nicht darauf besteht. Man muss auch unterscheiden, ob das zum Charakter des Menschen gehört oder zu seinem Vorankommen zum Ziel hin.

Schüler: Wie unterscheidet man so etwas?

Rav: Das ist eine Sache, die man lernen muss zu unterscheiden – ob es der Charakter ist oder die Größe des Verlangens. Darüber sprechen wir ein andermal.

Ja.

Schüler: Ist es wichtig, sich nicht zu verzetteln? Sagen wir, wir haben jetzt festgelegt, dass wir irgendeine Wertschätzung für jeden Freund in der weltweiten Gruppe wollen. Ist es wichtig, ein Jahr, zwei Jahre oder wie lange auch immer nur daran zu arbeiten, oder ... um zu wissen ...?

Rav: Nein, wir können nicht nur an einem Wert arbeiten und die übrigen Dinge liegen lassen, das wird nicht gehen. Wir müssen eine Leiter von Werten aufbauen, in der es alle möglichen Handlungen von uns gibt, die am Ende nur eine einzige Sache sind: von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" zu „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben". Das ist es.

Was brauche ich ... äh?

53:32

Schüler: Ich kann das nicht die ganze Zeit im Kopf behalten.

Rav: Du musst diese vielen Dinge gar nicht im Kopf behalten. Du hast es als Aufgabe, die du in der Gemeinschaft ausführen musst: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", unter der Bedingung, dass am Anfang und am Ende „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben" steht – am Anfang als Ziel und am Ende als dessen Erlangung. Das ist es. Und dazwischen „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" als Mittel.

Jetzt also, am Anfang: Stimmt die Gemeinschaft dem zu? Das heißt, die Wichtigkeit des Erreichens des Ziels, die Dwekut mit dem Schöpfer – das ist die große, die erhabene Sache, die den ganzen Weg über in unserem Verstand, in unserem Herzen eingemeißelt sein muss. Das ist es.

Es jetzt auszuführen, zu dieser Eigenschaft zu kommen – dazu bin ich nicht fähig, ich habe damit überhaupt keine Berührung. Das kann nur unter der Bedingung geschehen, dass ich das Gefäß mit den Freunden aufbaue, mit den Seelen von Adam HaRishon. Also muss ich mich jetzt mit dieser Absicht auf irgendeine Gruppe von Menschen beziehen; in dem Maß, in dem sie diese Aufgabe annehmen, werden sie Gemeinschaft von Kabbalisten genannt. Und dementsprechend lege ich jetzt mit ihnen den Charakter unseres Daseins fest, unseres Lebens: was der Antrieb ist, was das Mittel ist und was das Ziel ist.

Jetzt: In welche Teile teilt sich das Mittel auf, ja, in welche Handlungen – damit ich von meinem Anfang an, wo ich nur zu „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben" kommen will, wirklich dorthin komme. Wie baue ich also die Gemeinschaft auf aus dem, was ich jetzt aus ihr herausholen kann, ja? Und wie muss ich in ihr den Prozess in Gang setzen, der mich in sich hineinnimmt, in der Gemeinschaft, der mich mitnimmt, ja? Dass die Gemeinschaft vorankommt und auch mich in ihrem Inneren voranbringt – von jetzt an, wo ich sozusagen nur die Absicht habe, zur Liebe des Herrn, deines Gottes, zu kommen –, dass sie mich zur Verwirklichung dieser Handlung bringt, dieser Absicht, dieses Plans von mir.

Wie nimmt die Gemeinschaft mich aus dem Zustand, in dem ich jetzt bin – ein Egoist, so und so, der nur denkt, dass er irgendwie damit einverstanden ist, zur Liebe des Herrn, deines Gottes, zu kommen –, bis sie mich überzeugt, sich um mich kümmert, mich verändert, dadurch, dass sie selbst sich in ihren Anforderungen verändert, in ihrer eigenen Erkenntnis des Ziels und so weiter, und sich so selbst vorwärtsschleppt und mich zusammen mit sich vorwärtsschleppt? Das ist es. Das wird sich aufdecken.

So nervös ich auch bin und so sehr ich auch schreie – ich bin ziemlich zufrieden damit, wie es läuft. Die Etappen sind sehr gute Etappen, wirklich. Man muss sicher noch und noch investieren, aber insgesamt haben wir darin einen ziemlich guten Fortschritt. Als wir auch angefangen haben, uns mit der großen, der weltweiten Gruppe zu beschäftigen, da ist die Veränderung wirklich sehr wesentlich. Und gerade weil diese Veränderungen kommen, empfinde ich alles sozusagen schärfer, weil es wirklich mehr berührt. Weißt du, es entsteht eine größere Genauigkeit: richtig, nicht richtig. Dann wird es schärfer empfunden, mehr; die Toleranz wird sehr viel feiner – das ist dieser Unterschied. Aber er ist in Ordnung.

Ja.

59:20

Schüler: Wenn jeder etwas hat, was ihn stört – vielleicht sieht er es nicht, vielleicht ignoriert er es, vielleicht beschönigt er es, und die Gemeinschaft sieht es –, warum helfen wir dann nicht jedem, das zu sehen, und dann würden wir eigentlich alle eine Stufe aufsteigen?

Rav: Das wird nicht helfen. Wenn du einen Menschen stichst ... Du kannst ihn anschreien, nein, du kannst ihn sogar anschreien, ihn verpflichten, wenn es eine technische Sache ist. Aber wenn es zur spirituellen Korrektur gehört, darf man das nicht anrühren. Du darfst ihm nicht sagen: „Dir fehlt die Liebe der Freunde." „Warum beschäftigst du dich nicht mit der Liebe zum Nächsten?" – ich weiß nicht, so allgemein oder so etwas. Du kannst sagen: „Warum bist du um drei Uhr morgens nicht gekommen?", „Warum hast du nicht getan, was dir dort beim Dienst aufgetragen ist?" Verstehst du? Denn das ist für den Bestand der Gemeinschaft, das müssen wir einfach wie Soldaten erfüllen. Oder wer eine Aufgabe bekommen hat, muss sie ausführen.

Aber innere Forderungen? Zunächst einmal wird das nicht helfen, denn alles entspringt nur aus der Erkenntnis des Menschen, so wie er die Mängel in sich aufdeckt. Wenn er keine Mängel aufgedeckt hat und du sagst ihm „nun, nun, nun" – dann weiß er nicht, was du von ihm willst. Wie wenn du es einer Katze sagst, bei allem Unterschied: Wenn die Katze nicht auf die Stufe gekommen ist, auf der sie hört, unterscheidet – was willst du dann von ihr? Genauso beim Menschen. Wenn er sich innen nicht entwickelt – ein Millimeter fehlt ihm noch, und dann fängt er an zu empfinden. Aber dieser eine Millimeter, das war's, er hört nicht. Und wenn er dahin kommt, dann hört er es aus sich selbst heraus.

Deshalb darf man einander nicht irgendwelche Dinge zeigen, die einem so erscheinen. Zunächst einmal ist das überhaupt verboten, dass ... Ich weiß nicht, ich sehe Fehler im äußeren Funktionieren, und die stechen mir sehr ins Auge; aber am inneren Funktionieren habe ich überhaupt keine Forderung. Ich habe überhaupt keine Forderung. Da gibt es eine Forderung an die Gemeinschaft: Je mehr die Gemeinschaft ihre allgemeine Anziehung entwickelt, desto mehr kommt jeder Einzelne voran.

Aber gegenüber jedem Einzelnen: Hast du von mir gehört, dass ich jemanden wegen seiner inneren, spirituellen Faulheit verachte? Vielleicht sieht es manchmal so aus, aber bei mir sehe ich das überhaupt nicht. Wirklich nicht. Ich kann schreien, so wie bei Shlomo wegen des Tons da, wegen aller möglichen Dinge; wäre da jemand anderes an seiner Stelle mit einem Monatsgehalt, würde ich genauso schreien, für mich ist das nicht wichtig. Aber seine inneren Anstrengungen – wobei er ja zugleich, sagen wir, investiert und hundertprozentig will, und zum Wohl der Gemeinschaft und des Ziels will, und alles hält –, die rühre ich nicht an. Darin ist er für mich ein Gerechter. Und technisch ist er für mich, sagen wir, ein Bösewicht. Der Ärmste, er ist schon dazu gekommen, ein Beispiel zu sein. Das war's.

Ich verstehe also nicht, ich verstehe überhaupt nicht, wie man es dem anderen zeigen kann. Außer durch ein Beispiel können wir uns zur Spiritualität des Freundes auf keine andere Weise verhalten. Ein äußeres Beispiel, aus dem er versteht, dass er sich selbst prüfen muss. Wir prüfen ihn nicht einmal, wir geben allen nur ein Beispiel, ja? So sind wir – und wer seid ihr? Prüft ihr euch.

Ja.

63:20

Schüler: Man soll seine Innerlichkeit nicht anrühren. Aber sagen wir, bei einem Menschen, von dem man sieht, dass er die gemeinschaftliche Seite ein wenig vernachlässigt – vielleicht kann man ihm empfehlen, es wäre gut, eine mehr gemeinschaftliche Aufgabe zu übernehmen; oder ein anderer vernachlässigt das ...

Rav: Dann sprichst du über äußere Dinge. Also ...

Schüler: Etwas Äußeres, das ihm eine Atmosphäre schafft, die ...

Rav: Das ist etwas anderes. Sicher müssen wir dann für Aufgaben für jeden Einzelnen sorgen, damit jeder dadurch – ob er will oder nicht – empfindet, ob er zur Gemeinschaft gehört oder nicht. Das ist sicher. Aber nicht, dass wir anfangen, ihm Moralpredigten über seine inneren, spirituellen Anstrengungen zu halten. Nein. Noch einmal: über den Weg der Äußerlichkeit, ja.

Schüler: Über die Äußerlichkeit, sozusagen punktueller.

Rav: Du darfst nicht kommen und sagen: „Du hast keine Liebe der Freunde." Mit Worten ... es ist sogar egal, in welcher Form. Auch wenn du siehst, dass es scheinbar nicht so ist. Verboten. Und in Wahrheit ist es sogar verboten zu sehen, dass es so ist. Nicht dass es verboten wäre. Nur wenn ein Mensch es wirklich öffentlich aufdeckt, dass er alle geringschätzt, dass er alle hasst, dann setzt man ihn vor die Tür. Ja? Aber bei einem gewöhnlichen Menschen – und ich sehe das nicht, ich sage das im Ernst –, mir scheint nicht, dass es hier Menschen gibt, in denen es nicht ... nein, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.

Gut. In Ordnung? Was?

65:11

Schüler: Koennen Sie die Begriffe noch etwas genauer ausführen – dass, wenn die Gemeinschaft uns nicht erweckt ...

Rav: Die Erziehung des Einzelnen durch die Gemeinschaft geschieht auf zwei Ebenen. Auf welchen zwei Ebenen? Die eine Ebene ist sozusagen die sinnliche: dass ich empfinde, dass ich nicht auf dem Niveau bin, auf dem die Gemeinschaft ist. Ich decke mit meinen Sinnen auf, dass sie höher sind als ich. Und sie sagen es mir nicht, sondern ich sehe mit eigenen Augen, wie sehr sie an etwas festhalten, das höher, besser, spiritueller ist – und ich nicht.

Dabei muss man dem Menschen keine Moralpredigt halten und gar nichts. Sagen wir, wir sind uns alle einig, nichts auf den Boden zu werfen. Also machen wir das genau, und wer es nicht macht, deckt es sofort auf. Und je mehr wir an dieser Bedingung festhalten, ja, desto mehr wird er sich selbst als verächtlich sehen, als niedrig, als von uns verletzt, ja? Das heißt, auf einer einfachen, gewöhnlichen Ebene, auf der er es mit seinen Sinnen sieht, wie sehr er nicht auf der Höhe der Gemeinschaft ist.

Und die weitere Erziehung, die die Gemeinschaft jedem Einzelnen gibt, ist auf der spirituellen Ebene: dadurch, dass die Gemeinschaft wirklich irgendeine spirituelle Eigenschaft als wichtig hochhält – auch wenn die Gemeinschaft sie nicht hat, aber sie sehnt sich danach, sie achtet sie –, und damit erweckt sie in ihrem Verlangen ein umgebendes Licht. Und dieses umgebende Licht wirkt in der Gemeinschaft als Ganzes und bringt sie innerlich voran. Und in dem Maß, in dem jeder Einzelne innerhalb der Gemeinschaft sich dieser Anziehung nicht so anschließt, weniger als sie, empfindet er einen Unterschied zwischen sich und der Gesamtheit der Gemeinschaft – gegenüber dieser Gesamtheit, gegenüber der Eigenschaft, die man erlangen will, die man besonders achtet.

Er sieht es nicht an Beispielen mit den Sinnen, sondern er empfindet es von innen. Und das hängt allein von der gemeinschaftlichen Übereinkunft ab. Sagen wir, wir kommen jetzt überein, dass etwas für uns heilig ist – und du wirst sehen, wie schlecht sich die Menschen fühlen werden, die dem nicht zustimmen können, die nicht darin sind. Wir werden ihnen kein einziges Wort sagen.

69:01

Schüler: Und wenn, sagen wir, dieses Verhalten in die Äußerlichkeit übergeht und sie beschließen, sich zum Beispiel dagegen zu stellen, gegen die allgemeine Übereinkunft, die in der Gemeinschaft besteht, und ein Mensch sagt: „Ich stimme dem nicht zu ..."

Rav: Moment, Moment. Wenn das keine allgemeine Übereinkunft der Gemeinschaft ist, das, was wir erwecken – sagen wir, wir achten irgendeine besondere Eigenschaft, an der wir festhalten wollen –, wenn das keine gemeinschaftliche Übereinkunft ist, dann haben wir gar nichts getan. Das muss eine gemeinschaftliche Übereinkunft sein. Und das auch bei denen, die nicht so sehr darin sind oder die nicht wissen, dass sie nicht darin sind. Mir scheint, dass ich doch dabei bin, dass ich auch darin bin. Und plötzlich, wenn die Gemeinschaft anfängt, daran festzuhalten und dem gegenüber ein umgebendes Licht zu erwecken, und dass diese Eigenschaft, dieses Maß, das das ausdrückt, sich umkehrt⁶ – das ist sehr wichtig für uns. Bei mir war es, als wäre ich auch mit ihnen dabei, und plötzlich empfinde ich, wie sehr ich es nicht bin.

Aber wer damit nicht einverstanden ist, hat keinen Platz in der Gemeinschaft. Aber es kann nicht sein, dass er nicht zustimmt – er wird die Hölle empfinden. Er wird alles tun wollen, was nur möglich ist, um den Widerstand in sich zu zerstören und sich mit der Gemeinschaft zu verbinden. Das wird wirken, das nennt man Erziehung – dass die Gemeinschaft ihn erzieht. Er wird Hass auf seine Eigenschaft empfinden, die sich widersetzt, und zwar so sehr, dass dieser Hass ihn von dort losreißt und ihn in einen anderen Zustand hinüberbringt.

71:09

Schüler: Vielleicht liegt die Schwierigkeit eigentlich darin, dass es in unserer Gemeinschaft eine Vermischung von vielen gemeinschaftlichen Mustern gibt. Zum Beispiel Menschen, die vorschlagen: Lasst uns strenge Regeln einführen – und in den Augen der anderen klingt das genau umgekehrt. Das spiegelt einfach die gemeinschaftlichen und mentalen Muster wider, und darin liegt meiner Meinung nach die Schwierigkeit, die die Arbeit und das Vorankommen erzeugt. Denn du sagst ja selbst, dass wir persönliche, spirituelle Eigenschaften ohnehin nicht anrühren dürfen.

Rav: Sieh mal, unsere Gemeinschaft ist sehr, sehr vielfältig, ja? Ich denke, sie umfasst noch nicht genug alle möglichen Teile, die einander sogar entgegengesetzt, verschieden, fremd sind. Baal HaSulam schreibt, dass es sozusagen eine kleine Gemeinschaft sein muss, die alle Charaktere in sich einschließt, die es in der Welt gibt. Alles ist in ihr, und dann kommt sie voran.

Ich spreche nicht von der Gruppe im eigentlichen Sinn, sondern von der Gemeinschaft. Denn die Gruppe wird heute zu einem sehr, sehr, na ja, Teil, der sozusagen verschwindet, gleich wird er verschwinden. Wir werden wirklich empfinden, dass man hier nichts tun kann, ohne alle übrigen Gruppen in Rechnung zu stellen. Ganz einfach, so wird es gleich sein. Wir werden, wie soll ich sagen, auch innerlich schon empfinden, dass wir nicht anders können – aus Scham, aus Rücksichtslosigkeit, aus Angst vor der Reaktion, aus allen möglichen Druckpunkten, die es geben wird. Aber so wird es sein.

Dass wir also alle möglichen Charaktertypen, Mentalitäten, Forderungen, Grade der Bereitschaft voranzukommen umfassen müssen – da gibt es offenbar keine Wahl. Wir haben versucht, es in kleinen Gruppen zu machen, sogar mit fünf Menschen – erinnert ihr euch? Fünf? Nun, was ist das schon im Vergleich zu heute, ja? Was ist das, was für eine Zahl ist das? Da scheint es so, dass man bei fünf, bei zehn alles erfüllen kann. Ihr erinnert euch, dass es am Ende auch nicht ging. Wir sind schon so gebaut und befinden uns in einem solchen Zustand, in einer solchen Zeit, dass wir das gerade in einem großen Block ausführen müssen, der sehr, sehr reich ist an allen Arten und Antrieben. 74:11

Nur wenn es die Bereitschaft zu einem Ziel gibt, oder die Bereitschaft, ein Ziel aufzubauen, eine Gruppe aufzubauen – nur wenn es diese Bereitschaft von vornherein gibt. Mehr als das kann man nicht fordern. Und der Rest ist schon unsere Arbeit. Und wie angenehm oder unangenehm es auch ist: Wir dürfen kein einziges Segment dieses ganzen Systems geringschätzen, keine Gruppe, irgendetwas dort – nicht geringschätzen. Wir wissen nicht, warum gerade sie sich uns anschließen.

Du wirst noch sehen, was für sozusagen seltsame Menschen sich uns anschließen werden – aber nein, im Verlangen normal, mit einem normalen Verlangen, aber wie verschieden von uns. Denn im Tierischen ist der Unterschied gewaltig. Innen ist es der Punkt im Herzen, dieselbe Sehnsucht, Israel; aber äußerlich ist das etwas, verstehst du, das überhaupt schwer ist, das schwer einzuschätzen ist.

Auch in diesem Zusammenhang: Sieh mal, ich schäme mich sogar, dass ich dem nicht standhalten kann, so einer Störung. Aber das unterbricht sofort so sehr – es ist, als gäbe es eine Art Konzentration auf irgendeinen Punkt, und plötzlich fällst du ganz von ihm herunter. Ich weiß nicht, vielleicht wirkt es auf mich so. Beim Rebbe⁷ war es auch so. Bei ihm reichte das allerkleinste Rascheln, und schon war er sofort heraus aus dem ... Vielleicht werdet auch ihr das entsprechend eurem Fortschritt empfinden. Ah, ein Problem ...

Ja.

(Ende der Lektion)