Tägliche Lektion20. Juni 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 6 (1988) (01.02.2002)

Rabash. Artikel 6 (1988) (01.02.2002)

20. Juni 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohabschrift ohne abschließende Korrekturen. Fehler sind möglich.

Morgenunterricht 01.02.2002

Buch "Schriften des Rabash", Band 1, S. 605, "Was ist der Unterschied zwischen Feld und Mann des Feldes in der Arbeit"

Rav: Also, wir haben den Artikel "Was ist der Unterschied zwischen Feld und Mann des Feldes in der Arbeit" gehört. Der Mensch wird "Baum des Feldes" genannt, und "Feld" nennt man den Ort der Arbeit. Der Mensch ist ein Ergebnis der Arbeit des Feldes. Deshalb sind alle Arbeiten, die wir machen, Arbeiten, die mit der Erde verbunden sind. Auch so lernt man die Halachot aus all diesen Arbeiten, die am Schabbat verboten sind und die man am Werktag macht. Der Schabbat entspricht dem Ende der Korrektur und der Werktag den sechstausend Jahren unserer Arbeit.

Gibt es dazu Fragen? Ist der Artikel so verständlich?

Die Arbeit des Feldes fängt damit an, dass man zuerst einmal den Ort der Arbeit spürt. Das dauert eine Weile, bis der Mensch versteht, was genau er machen muss. Diesen Ort nennt man Mangel. Wenn der Mensch lernt — in der Tora gibt es insgesamt zwei Teile. Das, was uns die Kabbalisten überliefert haben, von Abraham, von Mosche, das, was wir insgesamt in dieser Methode bekommen haben, die man Tora nennt: Wir haben zwei Teile. Ein Teil, der über das Erfüllen der Gebote in dieser Welt spricht, über praktische Gebote, die wir einfach in dieser Welt machen müssen. Warum? Weil wir — hier ist die Rede von den Menschen, die den höheren Gesetzen auch in dieser Welt ähnlich sein wollen. Es gibt keinerlei Verbindung zu diesen Gesetzen, es gibt kein Ergebnis daraus, dass der Mensch diese Gesetze in dieser Welt erfüllt — kein spirituelles Ergebnis. Außer dass es ihn dabei bewahrt, wie ein Unbelebtes der Heiligkeit (Domem deKedusha) zu sein. Aber das ist eine Übertragung von der Spiritualität auf die Materie. Und der zweite Teil der Tora, und das ist die Hauptsache, ist der, dass man Tora lernt — gemäß dem, was geschrieben steht: Das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück.

3:00

Dass es in der Tora eine Kraft gibt, während der Mensch lernt — und zwar, weil diese Bücher, all die Bücher, die wir die heiligen Bücher nennen, von Menschen geschrieben wurden, die auf spirituellen Stufen waren, oberhalb dieser Welt, dann kommt — von derselben spirituellen Stufe, während ich ein Buch lese, von derselben spirituellen Stufe, auf der der Verfasser des Buches zur Zeit des Schreibens war — von dort kommt zu mir ein Licht, das man "das Licht, das zum Guten zurückbringt" nennt. Und dieses Licht gibt mir und korrigiert mich, zieht mich nach und nach zu derselben Quelle und zu demselben Ort, von wo das Buch geschrieben wurde. Und die Stärke dieses Lichtes, das zum Guten zurückbringt, hängt davon ab, wie sehr ich meinen Mangel während des Lernens in das Buch hineinbringe — dass ich wirklich zu spirituellen Stufen aufsteigen will, zu jener Quelle. Das heißt, die Hauptsache während des Lernens — alle Bücher sind heilig, aber die Hauptsache während des Lernens ist, an das Ziel zu denken, an das Licht, das zum Guten zurückbringt: dass ich zur spirituellen Quelle zurückkehren muss, sie erlangen, sie öffnen, sie spüren, sie sehen.

Und wenn das so ist, dann haben wir Bücher, die mehr helfen, und solche, die sozusagen weniger helfen. Was heißt das? Alle Bücher sind dasselbe, aber uns gegenüber, je nachdem, wie sehr ein Buch mir hilft, im Mangel zu sein, wird mir dieses Buch mehr nützen, um umzukehren, wie man sagt. Zu jener Quelle zurückzukehren, das nennt man "umkehren". Deshalb schreien die Kabbalisten: Lernt Kabbala! Was ist der Unterschied — wurde die Gemara nicht von Kabbalisten geschrieben? Rabbi Schimon war ja auch einer der Meister der Gemara. Sondern, was ist der Unterschied? Der Unterschied liegt in der Sprache. Das heißt, uns gegenüber gibt es einen Unterschied. Wenn ich Kabbala lese, Kabbala-Bücher, dann vergesse ich das Ziel der Schöpfung nicht, denn ich lerne, woher das Licht kommt, was es mit den Gefäßen (Kelim) machen soll, welchen Willen es ändern soll — vom Willen zu empfangen zum Willen zu geben —, welches Ziel ich erreichen muss, was das Gesetz der Gleichheit der Form ist. Ich lerne über jene Handlung, die ich sozusagen machen muss, an mir selbst ausführen muss — mithilfe des umgebenden Lichtes (Or Makif).

Und ich lerne nicht so, wie die Gemara dort: Ein Ochse hat die Kuh gestoßen, Schadensfälle (Nesikin) aller Art, zwei halten einen Gebetsschal (Talit) fest, dort ein Ei, das an einem Feiertag gelegt wurde — all diese Dinge hängen vielleicht mit alltäglichen Handlungen zusammen, aber sie helfen mir, das Ziel des Lernens zu vergessen. Und dann kann ich während des Lernens keinen Mangel hineinbringen, damit das Licht kommt und mich korrigiert — ich vergesse das. Und deshalb sagen alle Kabbalisten, dass es besser ist, die Kabbala-Bücher zu lernen, anstelle des zweiten Teils des Lernens.

6:40

Sicher muss man in Kurzform Bücher lernen wie "Schulchan Aruch", "Schmirat Schabbat keHilchata", das heißt, zusammengefasste Halachot muss man lernen. Aber alles Übrige, vor allem das, wofür man Tora lernt — das Licht in ihr bringt zum Guten zurück —, diesen Teil lernt man anhand der Kabbala-Bücher. Das ist der ganze Unterschied. Also, der Mensch fängt dadurch, dass er am richtigen Ort lernt, an zu entdecken, was das Feld ist. "Feld" — das nennt man Wille, Ort. Ort, Ort des Mangels, Wille. Und dann fängt die Korrektur des Willens an — das heißt, an ihm Handlungen auszuführen, aus denen ein Mensch (Adam) wächst. Dann fängt das Pflügen an — dass man den Willen zu empfangen in den Willen zu geben umwandeln muss. Und dann wirft man dort Samen hinein, und aus ihnen wächst dann schon alles. Das ist also die erste Handlung, zu der wir kommen müssen.

Ja.

8:05

Schüler: Er schreibt hier, dass es gibt: "Im Mocha (Gehirn) ist die Korrektur der Glaube über dem Verstand. Und im Liba (Herz) ist die Korrektur die, dass jeder Genuss, den er empfängt, in der Absicht zu geben (al menat lehaschpia) sein soll."

Rav: Ja.

Schüler: Was bedeutet das? Soweit ich es verstehe, ist hier wohl von der Zeit nach dem Machsom die Rede. Aber was bedeutet es vor dem Machsom, was bedeutet in dieser Welt der Glaube über dem Verstand und die Korrektur des "um zu geben"?

Rav: Glaube über dem Verstand — was ist Glaube überhaupt? Niemand kann genau sagen, was die Definition des Glaubens ist. "Verstand" verstehen wir — Wissen, ja? De facto, wie man sagt, ich sehe, "der Richter hat nur das, was seine Augen sehen", ich sehe. Ich weiß nicht, wie richtig ich sehe, wie richtig ich das verstehe, was ich sehe — ob ich es richtig verstehe —, aber das sind die Grenzen, in denen ich so existiere: Man hat mir Sehkraft gegeben, man hat mir Verstand gegeben, und danach lebe ich und finde mich im Leben zurecht. Was nennt man Glaube? Dass du kommst und sagst: Ich weiß, dass du nicht siehst, aber ich sage dir, dass es so und so ist. Dann benutze ich sozusagen deine Worte. Statt zu sehen, statt zu fühlen, nehme ich das, was du mir sagst, als Tatsache hin und benutze es — nennt man das Glaube? Nu, sagen wir, das nennt man Glaube. Denn hier gibt es ein Problem: Warum soll ich das machen, wie kann man jemandem glauben, wie kann man nach den Augen von jemand anderem gehen? Schauen wir mal.

Aber sagen wir so: Wenn du kommst und mir irgendwelche Dinge sagst, von denen du sagst, dass sie für dich Tatsachen sind, und dass es sich auch für mich lohnt, ihnen zu gehorchen, dann kann ich dir ohne Prüfung glauben. Das nennt man Glaube unter dem Verstand. Was heißt unter dem Verstand? Ich prüfe gar nichts. Du hast es gesagt, für mich wird es heilig, ich nehme es hundertprozentig an und mache alles danach. Das ist Fanatismus, ja, so glauben die Massen draußen. Man hat ihnen gesagt: Je weniger der Mensch prüft, je weniger er nachdenkt, sondern mehr ausführt, desto stärker, desto erfolgreicher, desto besser sei er. Man denkt darüber, und man sagt darüber, dass das ein lauterer Glaube sei. "Lauter" heißt vollkommen. Das ist sicher nicht vollkommen, das ist einfach ein dummer Glaube, aber das ist volkstümlich — so funktioniert die Welt.

11:01

Es gibt Glauben innerhalb des Verstandes. Dass du mir etwas gesagt hast und ich gehe es prüfen. In dem Maße, wie ich es mit meinem Verstand geprüft habe, nehme ich an, was du mir gesagt hast. Wo Verstand und Glaube übereinstimmen, so nehme ich es an. Und es gibt Glauben über dem Verstand. Glaube über dem Verstand — du hast mir etwas gesagt, ich bin es prüfen gegangen, und was ich geprüft habe: Ich habe gesehen, dass du nicht recht hast, dass du mich angelogen hast, der Tatsache nach. Was heißt "du hast gelogen"? Du hast gesagt, es ist blau, und ich sehe, dass es rot ist. Jetzt habe ich hier zwei Möglichkeiten. Entweder sage ich: Mein Lieber, es ist blau. Du sagst es, aber ich sage dir, dass es rot ist. Jetzt ist die Frage: nach meinen Augen gehen oder nach deinen Augen? Ich kann nach meinem Verstand gehen, dann bleibe ich im Glauben innerhalb des Verstandes. Oder ich kann über meinen Verstand gehen, deinen Verstand nehmen — das nennt man Glaube über dem Verstand. Das heißt, obwohl ich es hundertprozentig geprüft und nach meinen Augen gesehen habe, dass du nicht recht hast, nehme ich trotzdem deine Augen und gehe.

Was hilft mir das? Wenn du höher bist als ich, größer als ich, höher im Niveau, dann nehme ich damit deinen Verstand und steige sozusagen auf deine Stufe. Wir haben keine Möglichkeit, in der Spiritualität von Stufe zu Stufe aufzusteigen, außer nur durch den Glauben über dem Verstand. Denn in der Spiritualität gibt es ein Gesetz — auch nicht nur in der Spiritualität, das ist auch in unserer Welt so, nur verstehen wir diese Zustände nicht. Es gibt ein einfaches Gesetz: Wo ich mich befinde, auf welchem Niveau — das bin ich. Das ist mein Verstand, mein Wissen, [meine] Einsichten, Empfindungen, Eigenschaften — alles wird durch das Niveau bestimmt, das ich jetzt einnehme. Wie kann ich von dieser Stufe auf eine zweite Stufe aufsteigen? Auf eine zweite Stufe aufzusteigen, in ihr zu sein, das heißt, in einem anderen Willen zu empfangen zu sein, mit einem anderen Schirm (Massach), mit anderen Einsichten, Gefühlen, Begeisterungen — mit allem anders. Also, wenn ich in meinem Zustand bin, bin ich ich. Wenn ich in einem höheren Zustand sein werde, werde ich jener sein, der Höhere. Alles wird sich in mir ändern.

13:58

Was ist das Mittel zwischen dem, dass ich in meinem Zustand bin, und dem, wie man in einen höheren Zustand aufsteigt? Wodurch kann ich eine Stufe aufsteigen, wodurch, was muss ich bei mir hinzufügen, um eine Stufe aufzusteigen? Ich habe innerhalb meiner Stufe kein Mittel, keinen Teil von einer höheren Stufe. Alle Stufen sind buchstäblich — jede Stufe ist ein Parzuf für sich, mit ihrer Awijut, mit ihrem Schirm — wie kann ich also aufsteigen? Also lernen wir, dass durch Zimzum Bet das ACHaP des Höheren in die Galgalta weEjnaim des Unteren gefallen ist. Das heißt, ein Teil des höheren Parzuf ist in den Teil des Unteren eingetreten. Und dieser Teil des Höheren fängt an, dem Unteren ein ganz kleines Leuchten zu geben, ein bestimmtes, das man den "Verstand des Höheren" nennt. Und der Verstand des Höheren — was er dem Unteren sagt: Wenn der Untere das prüft, was er vom Höheren bekommt, sieht er, dass das überhaupt nicht stimmt. Denn nach meinem Verstand, nach meinem Schirm, nach dem, was ich bin, sehe ich — mein Lieber, das muss so und so sein. Und du sagst mir: Nein, du musst mehr nachgeben, du musst mehr geben, du musst über deinen Gefühlen sein, über deinem Verstand, wenn du aufsteigen willst.

15:36

Also hier wählt der Mensch: nach seinem Verstand zu gehen, nach seiner Galgalta weEjnaim, oder nach dem ACHaP des Höheren, das sich innerhalb der Galgalta weEjnaim befindet. Verstehst du? Versteht ihr? Das sind zwei Stufen. Das ist die höhere Stufe, 1. Und das ist Stufe 2, die untere, ja? Das ist die Galgalta weEjnaim des Höheren, das ACHaP des Höheren. Das ist die Galgalta weEjnaim des Unteren. Und das ist das ACHaP des Unteren. So befinden sie sich. So, einer im anderen. Ja? So, einer im anderen, befinden sie sich. Also kann ich diesen meinen Teil benutzen, die Galgalta weEjnaim, und nach meinem Verstand sagen: Das ist mein Verstand, so und so mache ich es. Oder ich kann sagen: Ich benutze seinen Verstand, den Verstand des Höheren, der sich in mir befindet. Aber sein Verstand steht meinem Verstand immer entgegen, denn bei ihm ist es ein größerer Schirm und völlig andere Einsichten. Er sagt: Du musst auf die Hälfte deines Besitzes verzichten — ich weiß nicht worauf, ich rede nur einfach so. Aber er spricht von einem höheren Willen zu geben. Und bei mir — Wille zu geben, ja, das braucht man, in meinem Gleichgewicht ist das richtig. Verstehst du.

So wie bei uns: Wir denken, dass wir auch höflich sein müssen, auch ein bisschen nachgeben sollen nach unserem Verstand, sonst wird es uns schlechter gehen. Und der Höhere sagt: Nein, du musst nachgeben und mehr geben, mehr als das, was dir als dein Gleichgewicht erscheint. Das nennt man über dem Verstand. Das heißt, wenn ich jetzt den Verstand des Höheren nehme — in dem Moment, in dem ich auf meinen Verstand verzichte und seinen Verstand nehme, gehöre ich schon zu dieser Stufe, und er fängt schon an, mich auf seine Stufe hochzuheben.

18:20

Das heißt, dieses ACHaP, das sich hier befindet, ist wie ein Aufzug — es fängt an, mich auf eine höhere Stufe hochzuheben. Und dann steige ich von meiner eigenen Stufe auf eine höhere auf. Und auf der höheren Stufe, auf der ich mich schon befinde, und ich lerne sie, nehme sie auf — ich habe mich schon korrigiert und mich der höheren Stufe angeglichen —, in dem Moment, in dem ich die Arbeit beendet habe, fange ich an, in mir noch ein ACHaP des Höheren zu entdecken und zu spüren, das höher ist als ich, und wieder geschieht dasselbe. Das heißt, die Arbeit ist immer über unserem Verstand, aber warum ist das über dem Verstand? Weil ich die ganze Zeit meinen Verstand prüfe, und obwohl der Höhere gegen meinen Verstand ist, nehme ich seinen Verstand. Das heißt, im Gegensatz. Das heißt, ich annulliere meinen Verstand nicht, ich muss alles prüfen, ich muss sehen, wo ich dem Höheren entgegenstehe, wo ich nicht mit ihm übereinstimme, wo ich überhaupt gegen ihn bin, wo ich ihn hasse, ihn nicht will. Alle möglichen entgegengesetzten Gefühle. Deshalb wende ich danach die Erde um, ja? Und danach kehre ich es um. Und dadurch komme ich zur Blüte.

Anders geht es nicht. Wenn ich nicht all diese Handlungen mache, sondern das, was der Höhere mir sagt — bumm —, ich nehme es ohne zu prüfen, so mit geschlossenen Augen, das nennt man unter dem Verstand. Das ist der Weg der Hausherren (Baalei Batim). Deshalb heißt es: "Daat Tora", der Verstand des Höheren, ist "umgekehrt zum Verstand der Hausherren", denn sie nehmen es ohne Prüfung an, und deshalb müssen sie nicht aufsteigen — sie nehmen es nur praktisch an.

Schüler: Darf ich fragen?

Rav: Ja.

20:12

Schüler: Wie kann ich den Verstand des Höheren nehmen, wenn ich nur sein ACHaP sehe und ich immer denke, dass er weniger recht hat als ich? Denn sein ACHaP ist in...

Rav: Ich d... Ich denke immer, dass der Höhere weniger recht hat als ich, und ich stimme ihm nicht zu, und dann nehme ich es entweder durch Schläge an, weil ich sehe, dass ich keine Wahl habe, oder ich bitte darum, dass das Licht kommt und mir die Kraft gibt, dem Höheren doch zuzustimmen, über dem Verstand. Du fragst sozusagen so, aber ich habe insgesamt [nur] Verstand, mehr habe ich nicht. Also wie kann ich innerhalb meines Verstandes zustimmen, über meinen Verstand zu gehen? Das wird nicht gehen. Das wird nicht gehen. Nur d... nur dadurch, dass ich mich wirklich gegenüber dem Höheren annulliere. Und bei der Handlung über dem Verstand — wo ist das in...? Oren erinnert sich immer daran. Hm?

Schüler: Die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit.

Rav: Ja.

Schüler: Seite 106. Kabbala für Anfänger.

Rav: Seite 106, Kabbala für Anfänger. "Das Thema der Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Gericht". Hast du ein Buch? Gebt ihm dort ein Buch. Nessi, du siehst, da sitzt ein Mensch ohne Buch. Gebt ihm eins. Wozu braucht ihr Veteranen? Hier vorne sind ein paar Plätze, wer sitzen möchte, hier ist Platz, neben mir. Komm, lass uns lesen.

21:52

"Es ist bekannt, dass die Hauptarbeit die Wahl ist, nämlich 'und du sollst das Leben wählen', dass es Dwekut (Anhaftung) gebe, was der Aspekt von Lischma ist," — ich lese Seite 106, Buch "Kabbala für Anfänger", Seite 106, "Das Thema der Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Gericht" — also ist die Hauptarbeit des Menschen die Wahl. Das ist das Einzige, was wir wählen können. Alle übrigen Arbeiten und überhaupt, alle übrigen Handlungen, die über uns kommen oder die wir sozusagen machen, das machen wir wie Marionetten, wir haben dabei keine Wahl. Man bringt uns von oben alle Kenntnisse und Willen hinein, man richtet uns rund um uns eine Umgebung ein, die jedes Mal anders ist, die sich verändert, und wir sind dabei einfach wie Roboter in allem. Also liegt die Wahl nur in einer Sache: wann. "Und du sollst das Leben wählen", wie geschrieben steht. Das ist das Einzige, worin man wählen kann.

"dass es Dwekut gebe, was der Aspekt von Lischma ist, durch das man würdig wird, am Leben des Lebens angehaftet zu sein. Und zu der Zeit, in der es eine offenbare Vorsehung (Hashgacha) gibt, gibt es keinen Raum für die Wahl. Und deswegen", also wie gibt man dem Menschen die Möglichkeit zu wählen? Ein Mensch (Adam) zu sein. Denn in dem Maße, wie er wählt, wie er von seiner Wahl Gebrauch macht, nur darin ist er ein Mensch; in allem Übrigen, wenn es ohne Wahl ist, dann ist er ein Tier (Behema). Wie die ganze Welt, das heißt, wie all dieses Unbelebte, Pflanzliche, Tierische und Sprechende, diese Massen — so ist es auch mit allen, "wie Tiere sind sie geworden", ja?

23:36

Wann gibt es eine Wahl? Nur zur Zeit der Verhüllung (Hastara). Denn "zu der Zeit, in der es eine offenbare Vorsehung gibt, gibt es keinen Raum für die Wahl. Und deswegen" — was hat man gemacht, welche Korrektur, damit es eine Verhüllung gebe, damit es Raum für die Wahl gebe? "hat der Höhere die Malchut, die die Eigenschaft des Gerichts ist, zu den Augen (Ejnaim) erhoben." Absichtlich. "sodass dadurch eine Verhüllung entsteht, nämlich dass beim Unteren erkennbar wird, dass es einen Mangel im Höheren gibt," bei uns gibt es keinen Höheren, keinen Unteren, wir sehen das nicht, wir befinden uns nicht auf höheren Stufen, aber der Plan, die Gesetzmäßigkeit, das, was wir ausführen müssen, das, was wir machen müssen, das, was die Kabbalisten uns sagen — das nennt sich für uns das ACHaP des Höheren, das absichtlich vor uns verborgen ist. Wir sehen es nicht. Sie sagen, dass man so und so machen muss, ja, wir sehen nicht, dass es richtig ist. Was sehen wir? Dass es eine Verhüllung gibt, "dass es keine Größe (Gadlut) im Höheren gibt." Die Spiritualität ist nicht wichtig genug, sie erscheint mir nicht voller Kräfte und [nicht so], dass sie über allem herrscht. Wenn ich wüsste, wie sehr... wie sehr die höhere Welt über unsere Welt herrscht, dann würde ich mich sofort mit der höheren Welt verbinden wollen, aber es gibt eine Verhüllung. Ich habe das Gefühl, dass es keine Größe im Höheren gibt.

AB HIER ICH

25:14

Diese Welt ist wichtiger, bestimmender. Und dann: "und danach liegen die Eigenschaften (Midot) des Höheren beim Unteren," — was heißt das? Dass gerade dadurch, dass der Höhere sich verborgen hat, er zum Unteren herabsteigen kann — in dem Teil, der sich verbirgt, im ACHaP des Höheren. "nämlich dass sie sich im Mangel befinden. Es zeigt sich, dass diese Gefäße" — die des Höheren — "eine Gleichheit mit dem Unteren haben, nämlich: So wie der Untere keine Lebendigkeit hat, so gibt es auch keine Lebendigkeit in den höheren Eigenschaften. Das heißt, er hat keinen Geschmack an Tora und Geboten, die ohne Lebendigkeit sind." Tora und Gebote — gemeint ist unser ganzes Verständnis von der Spiritualität: dass es auch in der Spiritualität nicht mehr gibt, oder vielleicht ein bisschen mehr, als das, was mir in dieser Welt erscheint, aber nicht so, dass die Spiritualität, die höhere Stufe, bestimmt und herrscht und dass dort alles für mich ist, alle Füllungen.

"Und dann" — gerade deswegen — "gibt es Raum für die Wahl, nämlich dass der Untere sagen soll," das heißt, der Mensch soll sagen, "dass diese ganze Verhüllung, die er spürt, daher rührt, dass der Höhere sich zugunsten des Unteren eingeschränkt (Zimzum) hat." Das heißt: nicht, dass es in der Spiritualität nichts gibt, dass der Schöpfer so schwach ist, dass er sich nicht zeigen will, sondern alle Verhüllungen sind, um... um mir einen Raum der Wahl zu geben. "Und das nennt man 'Israel, das ins Exil ging — die Schechina ist mit ihnen', dass er, welchen Geschmack auch immer er schmeckt, so sagt. Das heißt, er ist nicht schuld daran, dass er keinen Geschmack der Lebendigkeit spürt, sondern seiner Ansicht nach gibt es wirklich keinerlei Lebendigkeit in der Spiritualität." Im Höheren. Das ist unser Zustand.

27:18

"Und wenn der Mensch" — also, was muss man machen? Hier ist die Handlung, die wir ausführen müssen — ohne diese Handlung werden wir niemals von Stufe zu Stufe aufsteigen. Niemals. Wir bleiben ein Tier. Ein Tier ist vom Tag seiner Geburt bis zum Tag seines Todes dasselbe. Ja? "Ein eintägiges Kalb wird Ochse genannt." "Und wenn der Mensch sich überwindet und sagt, dass das, dass er in diesen Speisen einen bitteren Geschmack findet," — nämlich dass er nichts im Höheren sieht, sich nicht so sehr begeistert — "nur deshalb ist, weil er nicht die passenden Gefäße hat, die die Fülle (Schefa) empfangen könnten, nämlich weil seine Gefäße zum Empfangen und nicht zum Geben sind. Und er bedauert es, dass der Höhere sich verbergen musste, und deswegen gibt es für den Unteren Raum für üble Nachrede (Laschon haRa)," der Mensch verflucht den Zustand, er stimmt ihm nicht zu, er ist in Verzweiflung, in... Kurz gesagt, nicht in Freude darüber, dass er irgendeine Begegnung mit dem Höheren hat. "dass die Sache des Aufstiegs die ist, dass der Höhere dem Unteren das Lob und den Genuss zeigen kann, die in den Gefäßen des ACHaP sind, die der Höhere enthüllen kann. Wenn dem so ist, zeigt sich dem Unteren gegenüber, dass er die Galgalta weEjnaim des Unteren erhebt — eben dadurch, dass der Untere die Erhabenheit des Höheren sieht. Es zeigt sich, dass der Untere zusammen mit dem ACHaP des Höheren aufsteigt."

28:51

Das heißt, wenn der Untere bereit ist, sich gegenüber dem ACHaP des Höheren zu annullieren, dann fängt der Höhere an, ihn hochzuheben. Was heißt hochheben? Es gibt keine Auf- und Abstiege wie in einem Aufzug. Sondern die Galgalta weEjnaim des Unteren — des Höheren —, die sich im Unteren befinden, sie fangen an zu leuchten; der Höhere [leuchtet] schon nach dem Maß der Annullierung (Bitul) des Unteren — soweit der Untere ihm zustimmen kann, dadurch fängt er schon an zu leuchten, sich dem Unteren gegenüber zu öffnen. Und dann sieht der Untere, dass im Höheren wirklich alle Füllungen für ihn sind und alle Antworten auf all die Fragen, die da waren. "Es zeigt sich, dass zu der Zeit, in der der Untere die Größe (Gadlut) des Höheren sieht, eben dadurch der Untere groß wird. Aber anfangs ist der Untere nur würdig, Katnut (Kleinheit) zu empfangen." Sich zu annullieren, wie ein Kleiner gegenüber einem Großen zu sein. "Und wenn im Höheren die Größe dem Unteren gegenüber hervortritt, entsteht im Unteren ein Streit zwischen rechts und links, nämlich zwischen dem Aspekt des Glaubens und [dem des] Wissens." Gut, das ist schon eine weitere Stufe — wie er von dem Punkt, an dem er sich gegenüber dem Höheren annulliert, zur Größe in sich selbst kommt. Also, das ist die Arbeit des Feldes, die der Rabash hier im Buch geschrieben hat: meinen Willen in den Willen des Höheren umzuwandeln. Jedes Mal den Verstand des Höheren anzunehmen. Und auf diese Weise wächst dann der Mensch.

Ja.

30:36

Schüler: Wie kann ich, woher weiß ich, dass das der Höhere ist? Wie messe ich das?

Rav: Woher weißt du, dass das der Höhere ist? Wir sagen ja, dass unser ganzes Vorankommen durch das Licht geschieht, das zum Guten zurückbringt. Du lernst jetzt ein Buch, man gibt dir von oben einen Punkt im Herzen, durch den du zu etwas hingezogen wirst, das außerhalb dieser Welt ist. Du bekommst einen Antrieb, etwas zu entdecken, und siehst, dass es dafür in dieser Welt keine Füllung gibt. Die Menschen gehen über vom Willen nach Geld, nach Ehre, nach Wissen, zu allen möglichen Willen. Sie denken, dass sie sich durch sie füllen können. Letzten Endes kommt man in einen Zustand, in dem ihnen klar wird, dass ihre Füllung in dem liegt, was man erreichen muss: Wofür lebe ich? Was ist der Sinn unseres Lebens? Das ist schon ein Mangel nach der Quelle des Lichtes, nach dem Schöpfer. Und mit diesem Mangel kommst du an — der Mangel selbst bringt den Menschen an den richtigen Ort zum Lernen und zu den richtigen Büchern. Wenn du irgendein anderes Buch nimmst, wirst du nicht spüren, dass du in jenem Buch irgendeine Reaktion, eine Antwort bekommst. So ist es nach jenem Punkt im Herzen, nach dem, was man die Seele (Neschama) nennt. Deshalb steht geschrieben: "Der Mensch lernt nur an dem Ort, den sein Herz begehrt." Das ist die Prüfung.

Bist du jetzt süchtig nach Medizinbüchern? Dann geh und lern Medizin. Du kommst zur Tora? Ein Zeichen, dass du schon einen Punkt hast, der zur Tora gehört. Aber der Punkt im Herzen wird gegeben, um dich an das richtige Buch heranzuführen. Danach hängt das ganze übrige Vorankommen von dir ab — wie sehr du jetzt, während du beim Buch sitzt, darum bittest, dass die Kraft kommt, das Licht, das zum Guten zurückbringt, dass die Kraft kommt, die dir einen neuen Verstand, ein neues Gefühl gibt, die dich nach vorne zieht.

32:58

Wenn du bittest, wirst du bekommen. Also liegt die Frage jetzt an dir. Jetzt: Was heißt "und du sollst das Leben wählen"? Wo ist hier die Wahl, wo ist hier die Bitte? Ich muss nach und nach dahin kommen, dass meine Bitte der höheren Kraft entspricht, dem, was der Höhere mir geben will. Dass ich das will, was auch der Verstand des Höheren mir gegenüber will. Das heißt, ich muss nach und nach für mich klären, was genau ich vom Buch, vom Lernen erbitten muss. Entschuldigung. Und hier muss ich auf die Kabbalisten hören. Wenn ich nach dem bitte, was ich jetzt will — ich will diese ganze Welt verschlingen, und außerdem, ich weiß nicht, was die kommende Welt (Olam haBa) ist, aber die will ich auch — und so will ich die ganze Zeit, und will und will. Und um nach dem Verstand des Höheren zu gehen, muss ich anfangen, darum zu bitten, zu wissen, was der Höhere ist. Wenn du jetzt an die höhere Kraft denkst, denkst du daran, dass er groß ist, gibt, alles hat — Wissen, Ewigkeit, Vollkommenheit. Aber wenn du an dich selbst denkst — dass du dich ihm annähern willst, dass du nach oben aufsteigen willst —, dann denkst du nicht, dass ein Aufstieg nach oben oder eine Annäherung an den Höheren bedeutet, die Eigenschaften des Höheren zu erwerben. Du denkst, dass du dadurch mehr bekommst, dich mehr füllst.

35:07

Du denkst nicht, dass sich dem Höheren anzunähern bedeutet, mehr zu geben, mehr nachzugeben. So können wir nicht denken. Das ist das Problem: dass deine Bitte, während du lernst — du bittest nicht um das Licht, das zum Guten zurückbringt. Du bittest, dass es kommt und dich füllt, nach dem, was du verstehst, was er dir sozusagen schuldet. Das heißt, wir bitten von dem Licht, das kommt, nicht das Licht der Korrektur (Or haTikun), sondern Füllung. Und das wird nicht kommen. Denn zuerst muss das Licht AB SaG (Or AB SaG) kommen — das, was wir lernen —, um die Gefäße zu korrigieren, und danach kommt die Füllung, die sie füllt. Nur das ist die Reihenfolge. Anders geht es nicht. Wenn zuerst das Licht der Füllung kommt, wirst du mehr Dunkelheit spüren als jetzt, denn du wirst kein Gewand von Chassadim (Barmherzigkeiten) haben — ein Gewand der Absicht zu geben wird es nicht geben. Deshalb muss man um das Richtige bitten, sodass dein Wille dann genau wie sein Wille ist. Und hier muss unsere Arbeit liegen. Das heißt, die ganze Zeit richtig zu deuten, was der Höhere ist — dass der Höhere [bedeutet,] zu geben. Und was es heißt, dass ich mich ihm annähern will: dass ich seinen Verstand des Gebens annehmen muss. Und das steht mir entgegen, also wie soll ich es machen? Dann bitte ich darum während des Lernens. Während des Lernens bitte ich, dass man mir ein bisschen Verstand gibt, ein bisschen Gefühl, um zu verstehen, was das Geben ist. Einfach aus Mangel an Wahl, sonst werde ich den Höheren niemals kennenlernen.

37:07

Schüler: Wie messe ich das?

Rav: Du misst das nach deiner Fähigkeit, dich gegenüber dem Verstand des Höheren zu annullieren, im Vergleich zu deinem vorherigen Verstand. Das hängt mit der Gruppe zusammen, warum? Weil die Gruppe dir mehr hilft zu erkennen, wie sehr du nicht geben willst, wie sehr du nicht, [du] nicht an den anderen denken kannst. Und dann kommst du sozusagen mit einem klareren Mangel zum Lernen. Alle Dinge, die wir machen — Verbreitung (Hafaza), alle möglichen Gruppen, alle möglichen Dinge —, all das ist dazu da, jetzt beim Buch zu sitzen und eine richtige Absicht auf jenes Licht zu haben, das zum Guten zurückbringt, damit es zu uns kommt. Wenn meine Bitte dem entspricht, was er mir bringen soll, dann kommt es wirklich. Aber wenn mein Wille auf Fisch [gerichtet] ist und er bringt mir Fleisch, dann hilft mir das einfach nicht. Es geht nicht in dasselbe Gefäß. Es korrigiert mich nicht.

38:08

Schüler: Woher weiß ich, dass es ein Buch ist, dass es das richtige Buch ist?

Rav: Woher weißt du, dass es das richtige Buch ist? "Der Mensch lernt nur an dem Ort, den sein Herz begehrt." Nur nach dem Herzen. Nur nach dem Herzen. Wonach kannst du...? Willst du mir glauben? Es gibt noch [andere] wie mich, sogar wichtigere und größere als ich. Wirst du also jemand anderem glauben? Also kannst du jedem Einzelnen glauben. Nu, was machst du? Oder nach deinem Verstand gehen? Was weißt du? Du weißt selbst: Gestern habe ich so gedacht, heute denke ich so. Also wonach soll ich aussortieren, soll ich prüfen? Wonach soll ich wählen? Das heißt, auf jemanden von außen zu hören — ich will nicht. Vielleicht irren sie sich. Wie groß sie auch sind, egal. Vielleicht irren sie sich. Von mir selbst? Wer bin ich, ich irre mich auch die ganze Zeit. Also was bleibt mir? Nur nach dem Herzen zu gehen. Nicht nach seinem Verstand und nicht nach meinem Verstand. Nur nach dem Herzen. So steht es geschrieben. "Der Mensch lernt nur an dem Ort, den sein Herz begehrt." Wo wirklich — von wo die Frage nach der Existenz kommt: "Was ist der Sinn unseres Lebens?" Wenn dir irgendein Buch eine Antwort darauf gibt — aber wirklich, erforsche es bis zum Ende, dass... und belüge dich nicht selbst, ohne Kompromisse. Wenn es dir eine Antwort gibt, dann bleib bei diesem Buch. Es kann sein, dass du nach ein paar Monaten entdeckst: Das war's, dieses Buch leuchtet mir nicht mehr mit dieser Antwort, "Was ist der Sinn unseres Lebens?" Dann geh zu einem anderen Buch. Und so wechselst du. Deshalb müssen wir jedes Mal das Herz prüfen, und wie sehr das, was wir lernen, zu unserem Herzen passt. Alles ist nur die Korrektur des Herzens, nicht mehr. In allem Übrigen sind wir Tiere, wir können uns nicht ändern, nicht im Charakter, in gar nichts — nur die Korrektur des Herzens. Deshalb wirst du jedes Mal ein anderes Buch brauchen, oder — im selben Buch, wenn dein Herz sich ändert, wirst du entdecken, dass das Buch die ganze Zeit neu ist, die ganze Zeit fängst du an, neue Dinge im selben Buch zu sehen.

Ja.

40:43

Schüler: Rav, was ist dieses Herz, in dem man fühlen soll? Wo, was ist dieses Herz, in dem ich fühlen soll, dass ich — in dem ich fühle, dass ich etwas Richtiges mache, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

Rav: Ich versuche, es dir zu erklären. Es gibt keine Prüfung, verstehst du, dass es keine Prüfung gibt. Der Mensch steht so mitten in der Welt und hat keine Prüfung, wohin er gehen, was er machen soll, denn wenn er etwas nimmt, dann hat er damit schon mit seiner Wahl Schluss gemacht. Wonach kann man prüfen? Also rät uns die Tora selbst — und wirklich, der Natur nach geschieht es so —, dass der Mensch nach und nach, gemäß seiner Entwicklung, gemäß der Entwicklung seines Willens, an jenen Ort kommt, wo er den Willen füllen kann. Wenn er seinen Willen vorläufig nicht durch den Erwerb der Schirme und das Erlangen höherer Stufen füllen kann, sondern seine Willen noch in dem [liegen], was es in dieser Welt gibt, ja? Er entwickelt sich vom Willen nach Geld, Ehre, Wissen, dann sucht er noch einen Ort, wo er sich an den dafür passenden Stellen füllen kann. Aber wenn er sich schon mit dem Punkt im Herzen befindet, sich ihm ein Mangel öffnet, der nach diesen [anderen] Mängeln [kommt], dann sucht er dementsprechend, und findet keinen Ort, oder findet doch einen Ort — das ist schon... alles...

Schau nicht auf unsere Körper, schau auf die Seele. Dass du so ein Feld hast, wie ein magnetisches Feld, wie ein elektrisches Feld — es gibt keine Körper, keine Materie, es gibt nur ein Feld. Und unsere Seele, der Punkt im Herzen, sucht nach ihrem Potenzial — die "Charge" (Ladung), die jetzt in ihr ist, sucht, äh? —, die Ladung, die in ihr ist, sucht jetzt nach dem Gesetz der Gleichheit der Form, an welchem Ort sie sich in Gleichheit der Form mit diesem Feld befindet, verstehst du? Das war's, so geht der Mensch also. Und dass wir alle möglichen Handlungen machen, ist ein Ergebnis davon, wie die Seele die ganze Zeit in Bewegungen in diesem Feld ist — im Verhältnis zwischen der Spannung im Feld und der Ladung der Seele. Und unser Körper macht nur so äußere Bewegungen, und das war's.

43:27

Deshalb ist die Hauptsache für uns zu verstehen, was der Höhere ist und was unser Wille ist, und dadurch, dass wir das nach und nach klären, kommen wir jedes Mal an einen immer richtigeren Ort für die Wurzel unserer Seele. Das muss der Mensch eigentlich machen, während er in einen Körper gekleidet ist, aber wirf diesen Körper weg, stell dir nur vor, was ich dir sage — dieses Feld und diese Ladung —, du musst zur Wurzel der Seele kommen. Das heißt, an den höchsten, größten Ort, an dem du Gleichheit der Form mit diesem Feld hast. Wenn du an diesen Ort kommst, bist du an deine Wurzel in Adam haRishon gekommen. Dieses ganze Feld ist insgesamt die Seele von Adam haRishon. Und du musst dich an jenen Ort in seinem Körper sozusagen anhaften, ja? In diesem Feld, von wo deine Seele [stammt]. Das musst du jetzt mit deinen Anstrengungen machen, während du auch lebendig in dieser Welt bist, das ist alles.

Deshalb sagt man "wo sein Herz zu lernen begehrt" — Bücher zu nehmen, in denen mehr über das Ziel der Schöpfung gesprochen wird, und nicht irgendwelche Bücher, die über dieselben Dinge sprechen, aber in der Äußerlichkeit. Die Technik ist einfach, hier gibt es keine komplizierten Dinge, nur zwei Dinge: Dieses Feld ist der Schöpfer, und ich bin diese Seele, diese "Charge", die Ladung, die sucht, wo mein Punkt der Anhaftung (Dwekut) am Schöpfer ist — das ist alles. Also eine andere Prüfung gibt es nicht.

Als ich den Rabash auch gefragt habe, woher... Ich war zweiunddreißig, dreiunddreißig, als ich zu ihm kam. Davor hatte ich auch schon fünf Jahre gesucht, etwa ab dem Alter von achtundzwanzig fing ich an, hier im Land tatsächlich zu suchen. Also habe ich ihn auch so gefragt, direkt: "Sie öffnen mir solche Bücher, Sie fangen an, zu mir zu sprechen, Sie sind groß, stimmt, Sie sind sehr klug, und ein Psychologe vielleicht — obwohl Sie keine Psychologie studiert haben, woher wissen Sie [das] —, aber sagen wir, Sie wissen alles, gut. Aber woher weiß ich, dass das trotzdem das ist, was ich lerne, das ist, was ich brauche?" Also ist das die Antwort, die ich bekommen habe: "Geh, prüf an einem anderen Ort, komm zurück, wenn ja." Es gibt keine andere Antwort, alle übrigen Antworten schreiben dir einfach etwas vor, das du machen sollst, und löschen [damit] die freie Wahl aus.

Ja.

46:28

Schüler: Sie haben gesagt, dass die Arbeit über dem Verstand die ist, dass — wenn ich, [wenn] es Dinge gibt, denen ich beim Höheren nicht zustimme — ich sie trotzdem machen muss, obwohl ich nicht zustimme. Aber irgendwie wird das künstlich, das heißt, es ist, als würde ich mich mit dem Tun selbst überzeugen: Ah, er hat bestimmt recht, das ist wohl das Richtige, ich weiß nicht. Das wird so künstlich. Das heißt, das ist nicht...

Rav: Das heißt, du sagst so, aber wenn du mir jetzt gesagt hast, dass ich alles prüfen soll, und [zwar] in meinem Herzen, und niemandem glauben soll, und hier vor ein paar Augenblicken hast du gesagt, dass man über den Verstand gehen muss, das heißt, dass man trotzdem den Verstand des Höheren nehmen muss. Also wo bin ich dabei, und wo ist der Verstand des Höheren dabei? Muss ich dem Höheren glauben? Das Problem ist nicht, dem Höheren zu glauben. Das Problem ist — die Wahl liegt nicht darin. Du bist die ganze Zeit dabei, dass du vorankommen willst, du lernst die ganze Zeit, wo du dich befindest und wer du bist. Denn das Licht, das zum Guten zurückbringt, leuchtet dir die ganze Zeit mehr und mehr. Du stimmst dem Höheren mehr und mehr nicht zu, stimmst ihm nicht zu innerhalb deines Willens zu empfangen, und zugleich fängst du innerhalb des Punktes im Herzen an zu verstehen — wenn du dich sozusagen vom Körper löst, dich von deinem Willen löst, ja? — du fängst an zu verstehen, dass das richtiger ist. Also hat es bei dir innen schon angefangen, einen Kampf zwischen Mocha und Liba zu geben, zwischen bitter und süß und Wahrheit [und] Lüge, und dann fängt hier eine Reibung an, die man "die Wahl in Wahrheit" nennt — wonach man gehen soll, entweder nach dem Gefühl oder nach dem Verständnis. Also über dem Verstand — das heißt, nach der Wahrheit zu gehen, obwohl das in meinen Gefäßen bitter ist.

Wir werden noch darüber sprechen, hier gibt es so eine Feinheit, die man nicht ausdrücken kann, und der Mensch kann es nicht verstehen, wenn er noch keine inneren Gefäße hat, keine innere Vorbereitung hat. Du siehst, was du gestern nicht verstanden hast, verstehst du heute — und nicht, weil du klug geworden bist. Das Herz ist mehr geworden — wie soll ich sagen? — hochwertiger, es gibt dort sozusagen mehr Teile, mehr Elemente im Herzen, die aufnehmen können. So ist es wirklich, wie beim Embryo: Aus einem Samentropfen fängt es an, nach und nach ein Körper zu werden, ja? Bis [er] wirklich [da ist] — also was ist der Unterschied? Alles ist auch im Samen [vorhanden], aber durch den Körper, der wächst und innen so hochwertig wird — dadurch verstehen wir mehr. Also das ist es, was geschieht — aus einem Punkt [wird] eine Seele.

Ja. Was lernen wir damit? 49:18

(Ende der Lektion)