Tägliche Lektion10. Juni 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Was ist „Über dem Verstand“ in der Arbeit?. 6 (1989) (14.02.2002)

Rabash. Was ist „Über dem Verstand“ in der Arbeit?. 6 (1989) (14.02.2002)

10. Juni 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohabschrift ohne abschließende Korrekturen. Es kann Fehler geben.

Morgenunterricht 05.09.2003

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Artikel „Was bedeutet über dem Verstand, in der Arbeit"

Rav: Wir haben den Artikel des Rabash gelesen, „Was bedeutet über dem Verstand, in der Arbeit". Dass das Erreichen dieses Zustands, der heißt, die Fähigkeit zu erwerben, über dem Verstand zu sein – das heißt, dass der Mensch zu Rosch haSchana kommt. Was bedeutet Rosch haSchana? Dass er zum Kopf all seiner Zustände kommt, dass er enthüllt, dass der Schöpfer „HaWaYaH Zewaot" (Heerscharen) ist, das heißt, dass der Mensch alle Zustände von Abstiegen und Aufstiegen durchlaufen hat, die „geh hinaus und komm herein" (Za uBa) heißen, Zewaot, und nachdem er sie durchlaufen hat, wird er wie ein Soldat. Und dadurch, dass er aus allen Abstiegen, aus dem „Za", nach innen ins „Ba" eintritt, zum „Ba" kommt – das heißt, er hat in sich selbst dieses Heer aufgebaut, dieses ganze Heer hat er durch die Überwindung über dem Verstand gegen alle Störungen aufgebaut.

Denn all diese Störungen heißen „Berg Esau", weil „Berg" (hebr. Har) vom Wort „Hirhurim" (aufkommende Gedanken) kommt, die zu ihm kommen, entsprechend der Wurzel seiner Seele, dem Aufbau der Seele. Wenn er sie über dem Verstand überwindet, dann kommt er vom Berg Esau zum „Berg Zion". Berg Zion, das heißt, von den Auszügen kommt er zu den Aufstiegen, und dann erwirbt er durch diese ganze Arbeit an den Gedanken über dem Verstand die Kraft der Bina, weshalb er Israel heißt, „Jaschar El" (gerade zum Schöpfer), denn diese Geradheit in der Absicht zum Schöpfer empfängt er von der Bina.

Und dann kommt er von der Enthüllung der allgemeinen Vorsehung, dass der Schöpfer der König der Welt ist, zur Enthüllung der persönlichen Vorsehung, dass der Schöpfer der „König Israels" ist. Denn „König der Welt" heißt, dass er das aus seinem Verstand enthüllt, aus allen seinen Taten, die er sieht, und „König Israels" ist über dem Verstand, dass er das aus der Arbeit enthüllt. Israel, das heißt Jaschar El, nur wenn er im Aspekt Israel über dem Verstand ist, dann enthüllt er, dass der Schöpfer auch in allen Fällen, die er durchlaufen hat, derjenige ist, der alles lenkt. Und dann kommt er vom Berg Zion nach Jerusalem, das heißt, von der Malchut „Zion" zur Malchut „Jerusalem". 3:16

Und der Abschluss dieses Zustands, dass er enthüllt, dass der Schöpfer „König über die ganze Erde" ist, das heißt über alle seine Verlangen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, dass er die Anhaftung an den Schöpfer in allen seinen Verlangen, die in der Seele sind, geprüft hat – das heißt, dass er zu dem Zustand gekommen ist, der „Rosch haSchana" heißt. Denn das heißt „Rosch" (Kopf), der höchste Zustand von allem, was er in den Verlangen der Seele eingeübt und getan hat. Das ist das Fest Rosch haSchana. Das ist es.

Das heißt, einerseits kann man sagen, dass das der Anfang von etwas Neuem ist – danach gibt es ja schon einen Aufstieg und einen Zustand, der über allen Korrekturen ist –, und andererseits kann man sagen, dass das die Zusammenfassung von allem ist, was der Mensch im ganzen Jahr, das er durchlaufen hat, durchgemacht hat, und das ist das Ergebnis daraus, dass er alle Verlangen, die in der Seele sind, korrigiert hat. Dass er zu diesem Zustand kommt, heißt, dass er zu Rosch haSchana kommt.

Gibt es Fragen? Ja.

5:04 Schüler: Über dem Verstand, das heißt, alle Fragen, die ich habe – ich will jetzt die Antworten darauf gerade von Ihm. Das heißt, nicht die Antworten in mir zu finden, mit meinem Verstand; das Gute ist, sie von Ihm zu empfangen, darin drückt sich meine Verbindung mit Ihm aus. Jetzt, was ist der Zusammenhang davon mit dem Geben? Das ist auch eine Art Verbindung, die man mit Ihm herstellen muss, Eigenschaften des Gebens, die ich von Ihm erwerben muss. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Arbeit über dem Verstand …

Rav: Was ist der Zusammenhang zwischen dem Geben, das ich erwerben muss – ich weiß nicht wofür, aber man hat gesagt, dass ich es muss, ja? –, und dem Über-dem-Verstand, von dem ich auch nicht weiß wofür, aber man hat mir gesagt, dass ich es muss? Das heißt, in mir gibt es überhaupt keinen Willen und überhaupt keinen Drang zum Geben und zum Über-dem-Verstand und zu all diesen Dingen, ich weiß überhaupt nicht, was das ist. Sondern aus allen Fällen, die mir widerfahren, in denen ich Zurückweisung empfange – das ist das, was er „Zion" nennt, Hirhurim (Gedanken) –, aus all diesen Fällen komme ich zu dem Zustand, dass ich einen Grund enthüllen muss, warum mir das passiert, warum es mir schlecht geht, und danach, wovon es mir schlecht geht, wer mir dieses Böse antut.

Und dadurch, dass ich bei dieser Frage festsitze – das ist im Grunde dieselbe Frage: was das Böse ist, warum es böse ist und von wem das Böse kommt –, das ist im Grunde alles eine Frage nach meiner Quelle, nach dem Schöpfer. Ich fange an zu fühlen, aus allen Fällen, die mir widerfahren, zu sehen, dass ich Ihn auf direktem Weg nicht enthüllen kann. Und ohne dass ich Ihn enthülle, habe ich keinen Ort, wohin ich fliehen könnte, ich kann einfach nicht so ohne Weiteres ruhig, in Ruhe, weiterexistieren. Und alle diese Zustände zwingen mich notwendigerweise, dass ich hingehe und Ihn enthülle.

Und dann ergibt sich für mich, dass ich Ihn nicht mit meinen fünf Sinnen enthüllen kann, sondern nur über dem Verstand. Was bedeutet über dem Verstand? In dem Maße, in dem ich bereit bin, nicht in meinen Eigenschaften zu gehen, sondern über ihnen. Das heißt, dass sich in mir, in meinem Verstand, in meinem Begreifen, nicht enthüllt, wer der Schöpfer ist, was er so oder so tut, dass ich genau sehe, was er tut. Sondern auf diese Weise werde ich niemals irgendeine Enthüllung empfangen. Ich werde irgendein solches tierisches Begreifen empfangen, dass es schon irgendjemanden gibt, na. Die Erkenntnis werde ich nicht empfangen. 8:50

Ich muss zu einem Zustand kommen, in dem ich irgendein Gefühl von Ihm empfange, aber nicht mit meinen Sinnen, das heißt, ich komme quasi zum Wissen (Daat), aber nicht in seiner Enthüllung, nicht durch seine Enthüllung. Und das heißt, dass ich Ihn mit dem sechsten Sinn enthülle oder durch die Kraft des Glaubens, Glaube über dem Verstand. Was bedeutet durch die Kraft des Glaubens? Das ist in der Eigenschaft der Bina, die der Mensch erwirbt, und bevor er sie erwirbt, weiß er nicht, was das ist – „um zu geben", sagst du, was wir auch nicht wissen, was das ist; „sechster Sinn", sagst du, was wir auch nicht wissen, was das ist. Aber wenn ich diese Eigenschaft erwerbe, dann habe ich die Fähigkeit, mich mit dem Schöpfer zu verbinden durch diese übernatürliche Auffassung, die Glaube über dem Verstand heißt.

Das ist irgendetwas, sozusagen in Anführungszeichen, etwas, von dem ich nicht weiß, was es ist. Das ist ohne Begreifen, das heißt, ohne Wahrnehmung in den Gefäßen des Empfangens, ohne Gefühl, das heißt ohne Wahrnehmung in den Gefäßen des Empfangens. Denn Begreifen und Gefühl ist das, was wir in unseren Gefäßen empfangen und was wir verstehen von dem, was wir in unseren Gefäßen empfangen. Also habe ich das nicht. Ich habe etwas völlig anderes, darüber, irgendein völlig anderes Aufnahmegefäß, ein anderes, das zurückkehrendes Licht (Or Choser) heißt, ein spirituelles Gefäß, „sechster Sinn" nennst du es. Das heißt, alle möglichen solchen, aber wir wissen nicht, was das ist.

In uns öffnet sich irgendeine Art anderer Kanal in Verbindung zum Schöpfer. Und dieser Kanal wirkt tatsächlich so, dass wir in ihm den Schöpfer enthüllen und in ihm das sehr wohl tun können. Mit den gewöhnlichen Sinnen, in den gewöhnlichen Kanälen wird das niemals passieren. Und jetzt, um diese Verbindung irgendwie zu benennen, sagen wir Glaube über dem Verstand, einfach um zu sagen, dass das nicht innerhalb der Sinne und der Auffassungen und dessen, woran du gewöhnt bist, passiert, sondern darüber. Auf andere Weise. Ja.

12:14 Schüler: Also ist das im Grunde eine erste Handlung, die man machen muss?

Rav: Das ist eine erste Handlung, das ist eine Handlung, die sich schon nach dem Machsom befindet. Denn wenn ein Mensch dieser Handlung würdig wird, sogar der allerkleinsten, über all seinen Sinnen und Gefäßen, dann heißt das, dass er das Machsom schon überschritten hat, und dann tritt er in die Stufenleiter ein, denn die Stufen sind in dem Maße, wie er diese Aufnahme über dem Verstand, über seinem Verstand, erwerben kann.

Das heißt, die ganze Zeit, 125 Stufen, während er aufsteigt – das heißt, es enthüllt sich ihm sein Verstand (Daat), seine Gefäße des Empfangens, 125 Mal, ja? Eine nach der anderen, jedes Mal mehr und mehr sein Verstand, größere Verlangen und so weiter, und über dem, was sich enthüllt, erwirbt er das Gefäß darüber, über dem Verstand.

Und wenn er zum Erwerb dieser ganzen Fähigkeit über dem Verstand kommt, in Verbindung mit dem Schöpfer zu sein, das heißt, dass er zu Rosch haSchana gekommen ist. Zum Kopf all dieser Veränderungen, die er in sich verändert hat – verändert, na, durchgemacht, ja? – in sich, in all diesen Fällen. Ja.

Schüler: Das heißt, es hilft mir jetzt nicht, dass ich mit meinem Verstand verstehe, was über dem Verstand ist. Das ist nicht …

Rav: Nein, über dem Verstand ist kein verstandesmäßiger Erwerb, das ist ein Besitz, würde ich sagen, denn das ist der Besitz einer Fähigkeit, einer anderen Fähigkeit, die es in uns nicht gibt. Das ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, von dem der Mensch enthüllt, dass es ihn überhaupt gibt, dass es so etwas gibt – wir wissen jetzt nicht, was das ist –, dass es so etwas gibt, und das ist durchaus das, was bei uns sechster Sinn heißt, Spiritualität, Korrektur des Verstandes (Daat), Gefäß des Empfangens des Menschen, egal in welcher Form man das nennt, die Kraft der Bina, die wir erwerben. Wie kommt man dahin? Nur aus dem, was er gesagt hat, aus den Hirhurim (Gedanken), aus der Arbeit im „Za" und „Ba". Ja.

15:05 Schüler: Er spricht hier, er sagt, dass es im Grunde den ersten Weg gibt, auf dem wir im Grunde enthüllen, dass die Abstiege und Aufstiege im Grunde – sie sind sowohl nicht unsere als auch im Grunde eine Handlung des Schöpfers.

Rav: Ja.

Schüler: Und daraus ergibt sich, und all das ist nur ein Grund, damit wir im Grunde die Arbeit über dem Verstand enthüllen.

Rav: Ja.

Schüler: Warum quasi – also kann man sagen, wozu dieser ganze Prozess, wo wir doch von vornherein wissen, dass der Schöpfer im Grunde alles tut, und wir im Grunde nicht einmal irgendeine kleine Handlung haben, nicht einmal eine kleine darin, und dass wir uns im Grunde irgendwie herumdrehen …

Rav: Woher weißt du so sicher, dass der Schöpfer alles tut? Und außerdem, einfach zu sagen, dass er alles tut – du enthüllst nicht einmal, dass das im Grunde einfach nur Namen sind, nur Worte. Es ist nicht so, dass du wirklich danach lebst, sondern es steht eben geschrieben, so sagt man, dass wir irgendeine Art höhere Kraft haben, die alles lenkt, und es gibt nichts außer Ihm. Gut, ich habe es gehört.

Aber nicht, dass du innerhalb dieser Enthüllung lebst und dich damit identifizierst, und die Identifikation damit bestimmt jetzt mein ganzes Denken und alle meine Handlungen, und ich fühle mich selbst wie ein Handschuh, in dem sich seine Hand befindet, und dass er in mir alle Prozesse bewegt und bestimmt – davon, dass er mir alle Atome bewegt, bis dahin, dass er mir alle Verlangen und Gedanken bewegt und auch die Ergebnisse daraus und auch alles, sowohl am Anfang als auch am Ende.

Fühle ich so die Einkleidung des Schöpfers in mir? Heißt das, dass ich wirklich sagen kann, dass er der König ist? Bin ich zu einer solchen Enthüllung gekommen? Und außerdem, abgesehen von der Enthüllung – bin ich auch zur Zustimmung dazu gekommen? Dazu, dass ich zustimme, und dazu, dass ich, sogar wenn sich diese höhere Kraft nicht in mir eingekleidet hätte, in mir, aus mir heraus, aus mir selbst, sogar ohne jeden Zwang von außen, ebenfalls dieselben Handlungen ausführen würde, wie er sie tut?

Das heißt, ich würde ihm nicht nur zustimmen, sondern ich würde aus eigener Kraft denselben Prozess machen, wie er ihn gemacht hat und macht? Bin ich dahin gekommen? Ich sage das einfach so, ich weiß nicht einmal, wie er das macht, kenne weder Ihn noch seine Handlungen. 17:53

Deshalb also sagt der Rabash, dass es das gibt, was König der Welt heißt, und es gibt König Israels. König der Welt – das ist das, was einfach so die Welt sagt, dein ganzes Volk sagt, ja, du weißt schon, „der Schöpfer ist groß", du weißt schon. Aber Israel heißt derjenige, der Ihn erlangt durch „Jaschar El", dadurch, dass er sich wirklich danach sehnt, das zu enthüllen. Und sich danach zu sehnen, das zu enthüllen, das heißt, dass er bereit ist, auf das Wissen zu verzichten und im Glauben über dem Verstand zu gehen – das ist der Unterschied zwischen „Daat Tora" (Verstand der Tora) und „Daat baalej batim" (Verstand der Hausbesitzer). Einfach gesagt: Alle sagen und denken, dass sie sich schon korrigiert in der Endkorrektur befinden.

Und Israel – wozu man durch eine sehr große Arbeit kommt, indem man alle seine Absichten und alle seine Verlangen auf den Schöpfer hin ausrichtet, sodass sie wie er werden. Und dann, wenn man Ihn enthüllt und wie er wird, dann kann man sagen, dass man zu dem Zustand kommt, in dem man sagen kann „Er ist König der Welt". Was ist die Welt? Die Welt, das bin ich ganz, und ich habe geprüft und gefühlt und zugestimmt, dass er mich führt. Und worin besteht die Zustimmung? Darin, dass, wenn nicht Er, wenn er nicht existieren würde, ich ebenfalls auf dieselbe Weise existieren würde. Das heißt, damit baue ich die Gestalt des Schöpfers in mir auf, ich selbst baue. Das heißt, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit (Ein Sof) wachse, ich wachse, werde auf gleicher Höhe (Koma) wie er.

19:53 Schüler: Er ordnet uns wirklich alles, ein Mensch mit dem Willen, für sich selbst zu empfangen, wird sich niemals selbst Leiden erbitten …

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Rav: Er wird es nicht erbitten, richtig, aber durch das Leiden, das man ihm bringt, dadurch, dass … Was ist Leiden? Dadurch, dass sich in ihm alle seine Verlangen enthüllen, die in Nicht-Übereinstimmung mit dem Schöpfer sind, ja? Und sie müssen alle in voller Übereinstimmung mit dem Schöpfer sein, das eine dem anderen gegenüber. Der Schöpfer leuchtet mit seinem Licht auf alle Verlangen des Menschen, langsam, auf stufenweise Art, und dann sieht der Mensch in jedem einzelnen Verlangen, fühlt, versteht vielleicht noch nicht, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und dieses Leiden, das sind Enthüllungen in unserem Unterschied zum Schöpfer.

Auch jetzt, wenn ich leide, worin ich auch leide, egal worin, einfach sticht mir irgendetwas – das ist ein Zeichen, dass ich in irgendetwas von Ihm verschieden bin. Das können tierische Stufen sein bis zu den höchsten spirituellen Graden, alle Zeichen des Schmerzes kommen aus dem Mangel an Übereinstimmung zwischen Gefäß und Licht. Und diese Enthüllungen treiben den Menschen zum Ziel. Und wir müssen nicht klug sein, sondern wenn man darauf achtet, dann können wir die Entwicklung beschleunigen, unsere Erkenntnis darin. Wenn man nicht darauf achtet, dann durch größeres Leiden.

Schüler: Was ist Aufmerksamkeit und wie beschleunigt man?

Rav: Aufmerksamkeit, das heißt, was die Quelle des Leidens ist.

Schüler: Mit dem Verstand weiß ich es.

Rav: Was weißt du nicht? Was sagst du da einfach, na – irgendjemand hat es dir gesagt, oder du hast es in einem Buch gelesen. Wenn du es nicht in einem Buch gelesen hättest, wüsstest du es dann? Heißt das Wissen? Wissen heißt der Empfang des Lichts im Gefäß. Das heißt Wissen. Was ist Wissen? Dass ein Mensch einfach leidet, das heißt nicht, dass er weiß. Wissen heißt, die Quelle des Leidens zu erkennen.

22:22 Schüler: Aber das Erkennen – so sehr ich auch will, das hängt überhaupt nicht von mir ab, das hängt ab von …

Rav: Das enthüllt man dir langsam, wie du deine Quelle erkennen kannst. Das Leiden selbst weist auf seine Quelle hin. Und dann musst du nur forschen, forschen wollen. Gegen das Leiden arbeiten. Was bedeutet gegen das Leiden? Nein … Wenn ich leide, dann ist die Sache jetzt so: Entweder renne ich, um das Leiden loszuwerden, oder ich schaue mich selbst an wie ein Labor, das das eigene Fleisch schneidet und hinschaut, warum ich leide. So, das ist das Stück, ich muss schneiden und prüfen, warum ich leide. Damit erwirbst du einen Verstand über dem Verstand.

Schüler: Aber der Dialog, den ich mit mir selbst führen kann, warum ich leide, ist mittels der gewöhnlichen Gefäße, die ich habe.

Rav: Also dein Dialog mit dir selbst ist mittels der gewöhnlichen Gefäße, richtig, aber weil du dich mit der Methode beschäftigst, die jene Menschen geschrieben haben, die sich schon in der Korrektur befinden, in der Endkorrektur, dann empfängst du daraus von ihnen Kraft, das, was umgebendes Licht (Or Makif) heißt. Sicher, wenn es keine Kraft von oben gäbe, dann würdest du dich so mit dem Schwanz im Kreis drehen, du weißt schon, so um diese ganze Sache herum, mit deinem Verstand, mit deinen Verlangen, du würdest aus deinen Forschungen nicht zu irgendeiner Höhe herauskommen, sondern wärst die ganze Zeit auf der Fläche.

Das ist wie die Philosophen. Was ist der Unterschied zwischen uns und ihnen? Dass sie den Verstand benutzen, aber sich kein umgebendes Licht heranziehen. Wenn du besondere Bücher lernst, besondere Quellen, um umgebendes Licht heranzuziehen, dann fängst du schon an, die Höhe zu benutzen, die Kraft, die über dir ist, über deiner Natur. Das ist der Unterschied. Oder du benutzt nur deinen Verstand, deine Forschung, dann ist das wie die Philosophen, auf derselben Fläche. Dann kommt sicher keine Korrektur durch umgebendes Licht, du wirst nur klüger auf oberflächliche Weise in dieser Welt.

Das heißt, das gibt dir nicht die Möglichkeit, das Leiden loszuwerden oder zur Quelle des Leidens zu kommen, sondern nur zu irgendeiner Art rein verstandesmäßiger Zusammenfassungen. Das heißt Philosophie. Also richtig, wenn man nicht die höhere Kraft heranzieht, die korrigiert, die mir hilft, die mir hilft, nicht im Schmerz zu sein – und nicht, um den Schmerz zu füllen, sondern um die Quelle des Schmerzes zu erkennen –, das ist schon die Arbeit des Menschen.

25:49 Schüler: Das ist im Grunde die Bitte an den Schöpfer, das ist das, worum man bitten kann?

Rav: Hier gibt es viele Dinge, denn in dem Moment, in dem diese höhere Kraft anfängt, uns zu geben, umgebendes Licht, dann verändert sich unsere Bitte. Wir fangen an, nicht um die Füllung zu bitten, sondern um Korrektur. Wir fangen an, diesem Licht ähnlich sein zu wollen. Zuerst ohne Erkenntnis dessen, was uns passiert, und danach sogar mit Erkenntnis. Wie in der Bchina Alef der vier Bchinot des geraden Lichts (Or Jaschar) – sie will empfangen, will vom Licht genießen, und danach, langsam, will sie plötzlich geben wie es. Das ist das Ergebnis dessen, dass das Licht uns gibt. Das heißt, ohne diese Sgula hätten wir zu gar nichts kommen können.

Das heißt, der Unterschied zwischen der Weisheit der Kabbala und der Philosophie und allen möglichen anderen Methoden ist, dass sie umgebendes Licht benutzt. Aus unserem korrigierten Zustand von dort die Kraft der Korrektur heranzuziehen, die schon existiert, dass wir schon dort in der korrigierten Form existieren. Aus meiner korrigierten Form, aus meinem korrigierten Zustand, ziehe ich in meinen jetzigen Zustand diese Kraft heran, dieses Licht, weil ich korrigiert sein will, ich will dort sein. Das ist es. Ja.

Schüler: Ist der Glaube über dem Verstand nur ein zeitweiliges Mittel, um zur Enthüllung des Schöpfers zu kommen? Wenn das so ist, gibt es dafür überhaupt keine Verwendung mehr nach dem Überschreiten des Machsom – ist das im Grunde nur ein zeitweiliges Mittel, um uns zur Enthüllung des Schöpfers zu helfen?

Rav: Glaube über dem Verstand heißt das spirituelle Gefäß, das ist die Eigenschaft des Schöpfers, die in mir eingekleidet ist. Bina innerhalb von Malchut – dass Malchut die Eigenschaft der Bina erwirbt, das heißt Glaube über dem Verstand. Daat (Verstand) ist die Eigenschaft der Malchut, Glaube (Emuna) ist die Eigenschaft der Bina, also Bina innerhalb von Malchut, das heißt Glaube über dem Verstand. Wenn ein Mensch dieses Ding benutzt, den Glauben über dem Verstand, um schließlich Malchut zu füllen, ist das ein Prozess oder eine Neigung der Klipa (Schale). Wenn er es durchaus so benutzt, wie der Glaube über dem Verstand ist, ist das ein Prozess, mit dem man in der Heiligkeit (Kedusha) benutzt. Entweder ist das Geben um zu empfangen, oder es ist Geben um zu geben, oder Empfangen um zu geben.

29:14 Schüler: Also ist dieser Glaube eine Verwendung in zwei Formen, vor und nach dem Machsom?

Rav: Glaube über dem Verstand, die Kraft der Bina kann in zwei Formen in Gebrauch sein, so wie es bei uns in dieser Welt auch ein Ergebnis davon gibt. Ich kann einem Menschen quasi geben, und ich kann dadurch, dass ich ihm gebe, von ihm empfangen. Das ist auf verborgene Weise – bei uns ist das die ganze Zeit Empfangen, aber so scheint es uns, dass wir quasi geben, quasi etwas tun.

Oder meine Absicht ist Ausnutzung: Wenn ich den Schöpfer für mich ausnutzen will, zu meinem Vorteil, das heißt Pharao, das heißt Klipa. Oder ich wende mich an Ihn zu seinem Vorteil, ohne jede Hinwendung zu mir selbst, das heißt Glaube über dem Verstand in seiner reinen Form, das heißt Heiligkeit.

Schüler: Ist der Verstand (Daat) verschieden vom Gefühl?

Rav: Hä?

Schüler: Verstand (Daat) und Gefühl, sind das zwei verschiedene Aspekte (Bchinot)?

Rav: Verstand und Gefühl, das … Verstand heißt die Wahrnehmung in den Gefäßen des Empfangens, eine klare Wahrnehmung heißt Verstand (Daat). Glaube über dem Verstand – dass ich nicht in meinen Gefäßen des Empfangens wahrnehmen werde, das ist nicht das Ziel, ja, sondern mein Ziel ist, in der Gleichheit der Form zu sein. Das heißt, im Glauben angehaftet zu sein, der über dem Verstand ist, über den Gefäßen des Empfangens. Ja.

Schüler: Kann man eine andere Methode wie Yoga oder Meditation mit einer solchen grundlegenden Heranziehung verbinden?

Rav: Kann man, ist es möglich, irgendeine andere Methode wie Yoga, Meditation und so weiter mit der Methode der Kabbala zu verbinden? Unmöglich, weil sie alle Methoden sind, die der Kabbala entgegengesetzt sind. Entgegengesetzt darin, dass man nicht die Gefäße des Empfangens benutzt, um zu irgendeinem – um zu irgendeinem Gefühl, zu irgendeinem Zustand, zur Erkenntnis von etwas zu kommen. Alle Methoden benutzen die Unterdrückung von Gefäßen und nicht die Entwicklung der Gefäße. Sie alle zusammen sind, sagen wir mal: So wie diese Methode hier Methode der Kabbala heißt, Weisheit der Kabbala – des Empfangens –, so heißen sie die Methode, wie man nicht empfängt, alle.

So wenig wie möglich zu empfangen, und jede von ihnen hat deshalb eine Neigung zum Veganismus oder dazu, weniger zu atmen oder weniger zu denken oder weniger zu wollen, etwas weniger als das Gewöhnliche. Das heißt, den Menschen von der Stufe des Menschen auf die Stufe des Tieres oder auf die Stufe der Pflanze oder sogar auf die Stufe des Unbelebten herabzubringen.

Diese ganze Quelle ist im alten Ägypten. Dort war das wirklich ein Höhepunkt davon. Sogar aus einem toten Körper haben sie etwas gemacht, das nicht zerfällt, ja, in ihren Mumien. Und das sind auch alle Methoden des Ostens. Also gibt es hier eine spirituelle Quelle dafür, und sicher gibt es darin auch eine materielle Rechtfertigung: Wenn du solche Menschenmassen hast, denen du eine Ideologie gibst, dass ein Mensch im Leben so wenig wie möglich wollen soll und es ihm gut gehen wird, dann ist dieses Ding akzeptiert. 33:16

Es trägt sofort Früchte, es ist für alle verständlich, und mangels Alternative – auch wenn man es nimmt und noch etwas daraus macht, dem man etwas hinzufügt, dem man irgendein spirituelles Symbol hinzufügt, ja, nicht nur ein ideologisches, sondern dass es zu irgendeiner spirituellen Rechtfertigung über unserem Leben und Tod kommt, dass dadurch ein Mensch auch irgendeine Art ewigen Lohn erlangt – dann verwandelst du das schon in eine Religion, in eine Religion und tatsächlich in eine sehr große Kraft.

Wann kann diese Kraft explodieren? Nur weil in uns, im Lauf all der Tausenden von Jahren der Entwicklung des Menschen auf der Erde, das Ego des Menschen sich die ganze Zeit entwickelt. Das heißt, es ist in jedem von uns, aber es öffnet sich mehr und mehr von Generation zu Generation und verursacht Entwicklung. Ob wir wollen oder nicht, wir verwirklichen unser Ego, und dann entwickelt sich die Welt, wie man sagt; wir machen alle möglichen Dinge – gute, neue, böse, egal was –, aber wir werden dazu getrieben, etwas Neues zu machen.

Das kommt aus den neuen Verlangen, die sich von Inkarnation zu Inkarnation (Gilgul) in jedem von uns enthüllen, und dann kommen sogar diese Nationen, die eine Ideologie hatten, so wenig wie möglich zu wollen, ja, in den Zustand, dass es schon vorbei ist, sie können das nicht mehr halten, und sogar bei einer solchen Gefahr wie, sagen wir, China, ja, das dasteht – wir sehen, dass all das schon anfangen muss, wie alle zu sein, die Grenzen zu öffnen, sich selbst zu öffnen und anzufangen, den Willen zu empfangen zu benutzen wie alle.

Man kann nicht die ganze Zeit in Verschlossenheit und Unterdrückung sein, und all diese Lehren werden innerhalb eines Jahrhunderts, innerhalb dieses Jahrhunderts, fallen, und es wird nichts davon übrig bleiben. Menschen, die heute nach Indien kommen, kommen einfach zu irgendeinem Trip. Niemand kann wirklich darin sein, und wenn doch, dann macht man aus sich selbst irgendein primitives Tier, das nicht seine ganze Fähigkeit benutzt, ja, sondern nur, um – es liegt darin … Ich will nicht zu viel darüber reden, aber das ist eine Art letzte Klipa (Schale), die noch gegen die Entwicklung existiert. 36:19

Wir können trotzdem nicht gegen diesen Gang der Entwicklung des Willens zu empfangen gehen, also in zehn, in zwanzig Jahren wird das alles vorübergehen. Diejenigen, die inzwischen fähig sind, vor ihrem Leiden zu solchen Lehren zu fliehen, oder die fähig sind, sich zu verschließen, so einen Teil des Verstandes abzuschneiden und sich auf eine so niedrige Stufe herunterzubringen und sich wirklich damit zu begnügen – sie sind trotzdem noch nicht für uns. Sie sind noch Menschen mit einer primitiven und nicht entwickelten Denkweise, soll sein.

Aber die Welt schreitet sehr schnell voran, und vom ganzen Veganismus sogar, und von dem ganzen … Das ist alles gegen die Natur, das heißt, das ist keine Korrektur, das ist eine Flucht vor der Korrektur. Dadurch werden wir gar nichts erreichen. Irgendeine zeitweilige, künstliche Ruhe, ja, nicht mehr. Ja.

Schüler: Wenn ich richtig verstanden habe, dann ist das Ego wichtig für das Vorankommen der Welt?

Rav: Das Ego ist nicht nur wichtig für das Vorankommen, außer dem Ego gibt es nichts.

Schüler: Braucht man es in einem gewissen Maß, oder …?

Rav: Das Ego – das Ego darf nicht in einem Maß sein, das Ego darf nicht unterdrückt sein. Das Ego muss sich entwickeln, und wir müssen für seine Korrektur sorgen, für den richtigen Gebrauch und nicht für die Unterdrückung, denn das Ego ist unsere ganze Natur, der Wille zu empfangen. Und du kannst den Willen zu empfangen nicht auslöschen. Es wird dir gar nichts helfen, dadurch wirst du in Schwierigkeiten kommen, das ist einfach.

Die ganze Welt ist ein einziges großes Ego auf allen möglichen Ebenen – Unbelebtes, Pflanzliches, Tierisches, Sprechendes –, und das Ziel der Welt ist, zur vollen Verwendung dieser Kraft des Egos zu führen. Das ist es, und nicht auszulöschen, was … Löschst du den Stoff aus? Das kannst du nicht. Gut, gib einem Menschen eine Spritze, mach aus ihm eine Pflanze. Gut, na, dann wird er sicher nichts fühlen. Bring ihn überhaupt unter die Schwelle des Bewusstseins herab, na, dann gut, dann wirst du weniger leiden, sicher wirst du weniger leiden. Aber in welchem Maß kannst du das tun, ja, durch alle möglichen Methoden? 39:23

Deshalb ist weder Religion, egal welche, noch all jene Methoden eine Lösung. Das muss sich noch enthüllen, gut, aber gut, das enthüllt sich schon. Ja.

Schüler: Ist es richtig zu sagen, dass das Ego mit Absicht genau der Wille ist, dem Schöpfer gleich zu werden, oder so etwas – ist es richtig, das zu sagen?

Rav: Das Ego ist nicht der Wille, dem Schöpfer gleich zu werden. Das Ego ist der Wille, anstelle des Schöpfers zu sein. „Ich werde herrschen" – das ist das Ego des Menschen, eines jeden Einzelnen, so will er es sagen. Wie Pharao sagt: „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf seine Stimme hören sollte?". Das ist das Symbol unseres Egos, das ist es.

40:07 Schüler: Also ist das Ego nur ein Weg im Prozess, ist es ein Teil des Prozesses?

Rav: Das Ego ist weder ein Teil noch ein Weg zum Prozess; das Ego ist eben jene Kraft, mit der ich meinen Prozess aufbaue. Ich kann beim „Ich will anstelle des Schöpfers sein" bleiben, so an seiner Stelle zu herrschen, ja, und ich kann zu dem Zustand kommen, in dem ich verstehe, dass ich dem Schöpfer ähnlich sein muss, seine Eigenschaften von ihm zu erwerben und dann an seiner Stelle zu herrschen. Dann ist „an seiner Stelle" nicht „gegen ihn", ja.

Schüler: Bestimmt das Maß des Glaubens über dem Verstand, also die Menge, die wir erwerben, den Aspekt „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen" – also die Verknüpfung zwischen ihnen?

Rav: Das Maß des Glaubens über dem Verstand muss über dem ganzen Verstand sein, über dem ganzen Verstand des Menschen. Das heißt, über allen Gefäßen des Empfangens muss eine Bedeckung von Gefäßen des Gebens sein. Das heißt die Eigenschaft des Gebens, die Bina, so muss es sein, das ist Pflicht.

Schüler: Um zu diesem Aspekt von „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen" zu kommen.

Rav: Zum Zustand „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben" zu kommen heißt, dass ich eine Korrektur an meinem ganzen Verstand mache, an allen meinen Gefäßen des Empfangens, sodass ich zur vollen Übereinstimmung komme. Das heißt, im Glauben über dem Verstand habe ich Gefäße erworben, sodass ich mich jetzt in „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben" befinde. In den Gefäßen des Empfangens habe ich jetzt genau die Übereinstimmung mit der Eigenschaft der Bina. Dass ich sie nicht nur darin benutze, der Bina ähnlich zu werden, sondern auch in den Gefäßen selbst, im Empfangen um zu geben. Nicht nur im Geben um zu geben, sondern auch im Empfangen um zu geben. Ja.

42:13 Schüler: Es gibt zwei Phasen … Einschränkung (Zimzum) und Begrenzung der Gefäße des Empfangens. Was ist der Unterschied zwischen den östlichen Methoden, von denen Sie gesprochen haben, und Zimzum?

Rav: Wir kommen in unserer Korrektur zu einem Zustand, in dem wir den Willen zu empfangen einschränken und ihn nicht benutzen, und danach fangen wir an, den Willen zu empfangen im Empfangen um zu geben zu benutzen. Was ist der Unterschied zwischen diesem Zustand, dieser Handlung, dass wir eine Einschränkung am Willen zu empfangen machen, und den östlichen Methoden aller Art, bei denen wir den Willen zu empfangen unterdrücken? Der Unterschied ist einfach. Zunächst einmal, von dem Moment an, in dem ein Mensch anfängt, Kabbala zu lernen, fängt er an, sich in seinem Willen zu empfangen zu entwickeln, und nirgends steht geschrieben, dass wir den Willen zu empfangen unterdrücken müssen, nirgends.

Statt am Willen zu empfangen zu arbeiten, musst du an der Nähe zum Schöpfer arbeiten, daran, dass das Licht den Willen zu empfangen korrigiert. Und je mehr Willen zu empfangen du hast, desto mehr Licht brauchst du, das ihn korrigiert, also erlangst du jedes Mal mehr Lichter zur Korrektur, weil der Wille zu empfangen die ganze Zeit wächst, und so gehst du weiter.

Sodass du zu einem Zustand kommst, in dem du im Licht, das du durch das Lernen erlangst, ja, erfasst, dass dein ganzer Wille im Grunde gegen die Spiritualität ist, gegen den Schöpfer, er ist zum eigenen Genuss, und du kommst zu einem Zustand, in dem du, um von „um zu empfangen" zu „um zu geben" überzugehen, aufhören musst, den Willen zu empfangen so zu benutzen, wie er ist, und dann gehst du über zu „um zu geben", zum Willen zu empfangen, der nur auf eine andere Weise arbeitet, in „um zu geben".

Also gibt es hier in der Mitte eine Handlung, die Einschränkung (Zimzum) heißt. Was ist Zimzum? Ich schränke nicht den Willen zu empfangen ein, ich kann ihn nicht einschränken, ich auch … das heißt ihn unterdrücken, das mache ich nicht, sondern ich sehe nur im Licht, das mir leuchtet, dass seine bisherige Verwendung böse ist, und dann, dadurch, dass ich sehe, wie böse er gegenüber dem Schöpfer ist, höre ich auf, ihn zu benutzen. Nicht, dass ich ihn eingeschränkt hätte. Ich höre auf, die bisherige Form der Füllung, der Verwendungsweise, zu benutzen, und gehe zu einer anderen Verwendungsweise über, aber wieder: die Verwendungsweise des Willens zu empfangen. Nicht ihn zu unterdrücken, sondern ihn zu entwickeln, und gerade je größer er ist, desto mehr und mehr zu empfangen. Es heißt ja schon: „Wer größer ist als sein Nächster, dessen Trieb ist größer als seiner". 45:23

Das heißt, die Einschränkung ist nicht, den Willen zu empfangen auszulöschen. Die Einschränkung ist, einzuschränken, das heißt, sich von der bisherigen Methode zu enthalten und zur spirituellen Methode zu kommen. Das ist es. Und ich achte niemals auf die Größe des Verlangens. Dass ich möglichst große Verlangen habe, ist mir egal, im Gegenteil. Ich muss nur für die Korrektur sorgen, dass der Wille zu empfangen in Übereinstimmung ist, das heißt, dass über ihm eine Absicht „um zu geben" ist. Nur dafür.

Das heißt, wir müssen nicht auf unsere Verlangen achten. Und es ist uns egal, welche Verlangen wir haben – töten und was … bring die größten Übertretungen, egal. Sie alle kommen vom Schöpfer. Er schickt sie mir. Und ich muss sie nicht nur auslöschen. Sie auslöschen, was man von Ihm empfängt? Nein. Ich muss das, was man empfängt, verstehen, dass das, was sich jetzt in mir enthüllt, ein Zeichen ist, dass ich sehr wohl korrigieren kann. Deshalb heißt die ganze Methode „Methode der Kabbala (des Empfangens)", wie man mit den Gefäßen des Empfangens arbeitet. Und alle übrigen Methoden, alle zusammen, arbeiten an der Unterdrückung der Gefäße des Empfangens. So wenig wie möglich.

Und was an jenen Methoden gut ist, ist, dass ein Mensch sofort fühlt, dass es wirklich gut ist. Ich weiß, ich habe es wie in Russland, schau, wie sehr viele Menschen davon träumen, wie gut es dort war. Es war gar nichts gut, aber was war? Ich weiß, dass ich so und so viel Gehalt habe, und das ist das Haus, und das ist die Arbeit, niemand wirft mich aus der Arbeit. Die Kinder gehen in den Kindergarten, in die Schule.

Alles, jedes Ding an seinem Platz, alles völlig in Ordnung, das ist sicher und gut. Gut, ich habe nicht das, was es dort gibt – und großes Business oder alle möglichen Dinge, all das wird von der Regierung unterdrückt. Aber es gibt eine allgemeine Unterdrückung, „das Leid vieler ist ein halber Trost", und alle, du weißt schon, heute wären die meisten von ihnen bereit, dorthin zurückzukehren, zu demselben Zustand.

Wozu brauche ich diese ganze Freiheit, die es gibt, und dass jeder macht, was er will? Ich habe jetzt nur Neid und Hass, und Stolz bricht hervor und alles. All das gab es damals. Und auch die Kultur war so, dass wir alle wie einer sind, und das ist alles in Ordnung. Das ist geplant, das war sehr schön. Wenn nicht das Ego des Menschen wäre, das die ganze Zeit brennt und wächst, könnte man ein solches Regime aufbauen. Auch bei den Chinesen hat das noch besser funktioniert, über Tausende von Jahren. Aber das kann nicht bleiben. Ja.

48:24 Schüler: Seite 13, wie geschrieben steht: „Ich glaube mit vollkommenem Glauben". Was ist vollkommener Glaube und was ist der Weg, das zu nehmen?

Rav: Es gibt Glauben und es gibt vollkommenen Glauben. Was ist Glaube und was ist vollkommener Glaube? Glaube heißt die Eigenschaft des Gebens, das, was der Mensch von der Bina erwirbt. Wenn er zur Kleinheit (Katnut) kommt, zu Galgalta we Ejnaim (GE), zum Geben um zu geben, das heißt, dass er die Kraft des Glaubens erwirbt. Wenn er auch zu Galgalta we Ejnaim die ACHaP hinzufügen kann, das heißt, Empfangen um zu geben, das heißt vollkommener Glaube, dass es auch Licht der Chochma (Or Chochma) innerhalb des Lichts der Chassadim (Or Chassadim) gibt. Ja.

Schüler: Ist es richtig zu sagen, dass auf den Stufen der Leiter, im Voranschreiten, der Glaube über dem Verstand zum Glauben aus dem Verstand wird?

Rav: Glaube über dem Verstand wird niemals zum Glauben aus dem Verstand. Denn die, die erwerben – wir verstehen das nicht, deshalb sprechen wir quasi über die Welt, die wir nicht fühlen, und es scheint uns, dass es so, wie in unseren Begriffen, geschieht. Glaube über dem Verstand, Eigenschaften des Gebens, spirituelle Eigenschaften, sie sind völlig, völlig losgelöst von dem, was jetzt im Moment in uns ist. Glaube über dem Verstand ist wirklich über dem Verstand. Niemals wird er innerhalb des Verstandes gefühlt werden. Diese Arbeit, Bina und Malchut, sie bleibt für immer. Malchut wird sich niemals ändern können. Der Wille zu empfangen ist, wie er erschaffen wurde, so bleibt er. Er genießt gern von der Füllung. Und seine Füllung, das ist der Schöpfer oder Licht, sag es, egal, das ist dasselbe. Und der Wille zu empfangen bleibt so und nichts weiter. 51:47

Du kannst die Verwendung an ihm ändern, aber nicht ihn selbst. Und deshalb darf man ihn nicht behandeln, ihn unterdrücken oder ihn in irgendetwas verändern. Gar nichts. Du willst ihn anders benutzen, bitte. Füge ihm eine Ausrichtung hinzu. Das heißt, wie man ihn benutzt, wofür man ihn benutzt. Aber er selbst, wie er war, so bleibt er. Und jetzt wirst du verstehen, dass der ganze Unterschied zwischen Klipa und Heiligkeit nicht die Handlungen sind, sondern die Ausrichtung der Handlungen. Wie der Rabash ein Beispiel gibt: Man nimmt ein Messer, fängt an, den Menschen zu schneiden. Wenn zum Wohl des Menschen, das heißt Chirurg, ja, Operateur. Wenn es zum eigenen Vorteil ist, das heißt Mörder.

Die Handlung, dieselbe Handlung bleibt. Der Wille zu empfangen muss mit dem Licht der Unendlichkeit (Or Ein Sof) gefüllt sein. So wie er in der Unendlichkeit (Ein Sof) vor der Einschränkung war, so nach der Einschränkung und so in der Endkorrektur, muss er gefüllt sein. Und das ist der Unterschied in unserer Methode, die „Methode der Kabbala" heißt, dass es ein wesentlicher Unterschied ist. Denn wir behandeln den Willen zu empfangen niemals. Wir erwerben eine Absicht „um zu geben", und diese Absicht können wir nur durch höheres Licht (Or Eljon) aufbauen, durch umgebendes Licht, das uns die Absicht bringt. Die Eigenschaft der Bina innerhalb der Malchut heißt Absicht.

Und alle anderen Methoden, weil sie kein umgebendes Licht benutzen können, haben diese Verbindung mit der spirituellen Quelle nicht, von der das umgebende Licht zu uns herabkommt – das gibt es nicht –, also wenden sie sich an den Willen zu empfangen selbst. Und sie sehen, dieser Wille zu empfangen ist die Quelle alles Bösen. Also müssen wir dieses Böse auslöschen. Also müssen wir so wenig wie möglich wollen, den Menschen einschränken, böse zu sein. Das ist, als ob du dem Menschen die Hände abschneidest. Gut, er wird jetzt auf einige bestimmte Weisen keinen Schaden anrichten können. Völlig in Ordnung, aber hast du damit etwas korrigiert? Du hast eine Verzerrung an der Schöpfung gemacht. 53:25

Deshalb wird der Wille zu empfangen bleiben, und die Handlungen an ihm, alles bleibt. Was sind Handlungen? Er hat 613 (Tarjag) Verlangen, und alle diese 613 Verlangen müssen gefüllt sein. Das ist es. Mit Absicht, ohne Absicht, das ändert nichts, sie selbst fordern die Füllung. Das muss sich jetzt noch offenbaren, in nächster Zeit, dieser ganze wesentliche Unterschied zwischen der Methode der Kabbala und den übrigen Methoden. Das wird sich noch offenbaren. Und deshalb gibt es noch alle möglichen anderen Methoden rund um die Kabbala, wie alle möglichen Institute, wie Kabbala-Zentren, ich weiß nicht, alle möglichen aller Art. Das ist genau dazu da, die Methode selbst zu klären, was sie ist.

Es wird darum herum noch viele geben, alle möglichen solchen Fragen und alle möglichen, du weißt schon, Amulette und roten Faden und alle möglichen Glaubensvorstellungen und Karten, dort Tarot, und alle möglichen und was nicht alles. Das ist alles dazu da, die Methode zu klären, dass sie wirklich klar, rein und wahr ist. Das braucht man. Ich freue mich, dass das alles jetzt so blüht. Ein Zeichen, dass sich das jetzt klären muss.

Und auch jene Methoden darf man nicht unterdrücken. Warum? Warum sollten wir das tun? Wenn es gemäß irgendeinem Willen zu empfangen noch einen Mangel an ihnen gibt, wenn sich jemand mit ihnen begnügen kann, wenn jemand noch irgendeine Füllung durch sie finden kann, ist das ein Zeichen, dass er sie nicht bis zum Ende geklärt hat. Wenn er sie nicht geklärt hat, muss er darin sein, muss er klären.

Deshalb zerstört die Kabbala auch keine andere Methode und verändert sie auch nicht. Und sie sagt, dass jede einzelne dieser Methoden einen Platz hat, zu einer bestimmten Zeit. Denn all diese Methoden wachsen aus dem Willen zu empfangen des Menschen. Der Mensch bringt sie in die Welt hervor, er entwickelt sie. Er denkt, dass er durch sie zur Füllung kommen kann. Solange er nicht zur Erkenntnis des Bösen kommt, dass diese Methoden ihm keine Füllung geben, muss er noch in ihnen bleiben. Deshalb hat jedes Ding eine Existenzberechtigung. Und Inder und Chinesen und alle möglichen Oshos aller Art, ich weiß nicht, kenne nicht einmal die Namen. 56:37

Jedes einzelne Ding soll bestehen. Und in dem Maße, in dem man ihnen erlaubt zu blühen, werden wir umso schneller die Nichtigkeit in ihnen enthüllen. Das heißt, so wie wir den Willen zu empfangen nicht unterdrücken dürfen, so dürfen wir keine Methode unterdrücken, die dem Willen zu empfangen quasi so erscheint, als könne er sich selbst füllen. Denn wir wissen, dass es schließlich keine andere Wahl gibt als die Methode der Kabbala, die Methode der Verwendung des Willens zu empfangen. Denn das ist der ganze Stoff der Schöpfung, es wird dir nicht helfen, gegen die Natur zu gehen. Die Natur ist über dir. Das ist es. Ja.

Schüler: Das Verlangen – ich empfange Verlangen. Machen wir irgendeine Handlung der Klärung, der Verwirklichung der Verlangen, der Handlungen, die wir brauchen? Haben wir irgendeinen Maßstab, dass es Dinge gibt, die man sehr wohl macht, und Dinge, die wir nicht machen werden? Es kommen quasi alle möglichen Verlangen auf – was machen wir mit den Verlangen, wie verhalten wir uns zu den Verlangen?

Rav: Wir verhalten uns nicht zu den Verlangen, sondern wir suchen den Geber der Verlangen. Das ist unsere ganze Korrektur. Wer sich innerhalb unserer Verlangen befindet, von dem heißt es, dass er sich in seinem tierischen Inneren befindet, in seiner Natur, und darin wird er niemals irgendeinen Ausweg und keine Füllung und keine Ruhe und Korrektur finden.

Innerhalb des Verlangens gibt es gar nichts, es ist leer. Wenn du das Verlangen füllen willst, dann musst du dich, sogar um es zu füllen, an seine Quelle wenden. Du musst zur Quelle der Füllung kommen und nicht innerhalb des Verlangens sitzen, das ist „der Tor sitzt mit verschränkten Händen und verzehrt sein eigenes Fleisch". Das ist es, was diejenigen tun, die die ganze Zeit ins Verlangen hineinschauen. Deshalb gibt es keine andere Wahl: Dadurch, dass der Schöpfer uns ein Gefühl gibt, das Gefühl der Leere innerhalb unserer Verlangen, bringt er uns im Grunde zu der Frage, was mit der Quelle des Genusses ist, wo die Füllung ist.

Und dann müssen wir uns dementsprechend nach der Füllung sehnen. An sie zu denken und nicht an die … und nicht, dass wir leer sind. Also nicht die Verlangen zu unterdrücken und nicht an sie zu denken und überhaupt nicht mit ihnen verbunden zu sein. Über ihnen zu sein. Über ihnen, verbunden mit der Quelle, von wo ich sie füllen kann. Das ist es. Dann hafte ich am Höheren an. Es ist nicht so, dass ich mich damit von der Wirklichkeit löse. Der Wille zu empfangen heißt Wirklichkeit. Ich löse mich nicht von ihm. Ich weiß nur, dass ich in der Wirklichkeit selbst keine Antwort habe. Das ist alles. Das ist eine sehr logische Methode. Sehr genaue und wissenschaftliche. Nicht von ungefähr heißt es, dass die Weisheit der Kabbala alle Weisheiten in sich umfasst. Das sind nicht einfach Worte, eine schöne Floskel. Nur ist es noch schwer, das auszudrücken und zu erklären.

Gut. Wo sind wir?

(Ende der Lektion)