Tägliche Lektion10. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Baal HaSulam. Shamati, 5. LiShma bedeutet Erwecken von Oben, und warum brauchen wir ein Erwachen von unten? (15.06.2017)

Baal HaSulam. Shamati, 5. LiShma bedeutet Erwecken von Oben, und warum brauchen wir ein Erwachen von unten? (15.06.2017)

10. Okt. 2026

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Buch „Die Schriften von Baal HaSulam", Teil „Shamati",
S. 518, Artikel 5: „liShma ist eine Erweckung von oben. Und warum braucht man eine Erweckung von unten?"

Vorleser: Buch „Die Schriften von Baal HaSulam", S. 518, Artikel aus „Shamati", Artikel 5: „liShma ist eine Erweckung von oben. Und warum braucht man eine Erweckung von unten?"

Rav: Das ist wirklich die Frage: Warum brauchen wir die Erweckung von unten? Sein Wille ist es, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und Er verändert sich nicht wie Menschen, sondern bleibt ständig in demselben Willen, in derselben Richtung. Wie kann es dann sein, dass irgendeine Erweckung von uns nötig ist?

Tatsächlich braucht Er keine Erweckung von uns. Vielmehr erweckt Er durch Seinen Willen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, in uns ein Verlangen, zu Ihm zu kommen, ein Verlangen, von Ihm zu empfangen. Woher haben wir die Erweckung von unten? Woher wissen, verstehen und fühlen wir, woher werden wir zu Ihm hingezogen, zum Schöpfer, zum Ziel der Schöpfung, überhaupt zu allen Dingen, die uns anziehen? Alles kommt durch diesen Willen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dieser Wille reizt uns, er erweckt uns und baut in uns die Verlangen auf. Was heißt dann also Erweckung von unten? Dass ich instinktiv, zwangsläufig, von oben bestellt, auf Seine Einladung reagiere, auf Seine Erweckung? Warum heißt das dann Erweckung von unten?

In Wahrheit kann man über das Verlangen des Menschen nicht sagen, dass es eine Erweckung von unten ist. Denn es ist die zwangsläufige Reaktion auf die Erweckung von oben vom Schöpfer, der etwas geben will und deshalb im Menschen eine Erhebung, eine Erweckung hervorruft. Vielleicht versteht der Mensch nicht, warum und wie er erwacht, aber so geschieht es in uns. Wie wir zur Gruppe kommen, zur Weisheit der Kabbala, gerade zu solchen Dingen – das ist eine sehr, sehr bestimmte, selektive Erweckung von oben. Nur sehr wenige Menschen erwachen dafür.

Das ist nicht wie bei den Massen, wo es eine Erweckung für alle möglichen Formen ihres allgemeinen Lebens gibt, so wie die Fische im Meer oder die Vögel am Himmel, die in einem großen Schwarm ziehen. Hier geht es um einen Menschen, der schon eine besondere, bestimmte Erweckung vom Schöpfer bekommt und „Yechid haSgula"¹ genannt wird. Was dann in ihm erwacht – ab wann heißt das Erweckung von unten, also etwas, das offenbar auf seine Rechnung geschrieben wird, das von ihm kommt?

Wann kommt es von ihm? Hier fangen wir an zu verstehen: Es kommt nur dann vom Menschen, wenn er in der Gruppe ist und versteht, dass man zur Verbindung kommen und ein besonderes Verlangen nach Verbindung formen muss. Und aus der Verbindung, aus diesem besonderen Verlangen zwischen allen, muss man ein Verlangen nach dem Schöpfer formen. Dann wird diese gemeinsame, kollektive Erweckung in der Gruppe die Erweckung von unten sein. Denn sie kommt nicht von oben: Man muss sie umsetzen, sie formen, man muss sie aufbauen. Das ist nicht einfach, es braucht viele Anstrengungen. Und dann kommt man zum Gebet, zum Schrei, wie es über Ägypten geschrieben steht: „Und die Kinder Israel seufzten unter der Arbeit und …" und so weiter, und dann: „Und der Schöpfer hörte"².

Das ist im Grunde die Form einer echten Erweckung von unten: Wir schreien nicht für uns selbst, sondern darüber, dass wir nicht wollen, dass Pharao, der böse Trieb, über uns herrscht. Dass wir nicht an uns selbst denken – das wollen wir nicht. Wir wollen nur daran denken, wie wir zwischen uns dem Schöpfer Freude bereiten. Und wenn sich ein solcher Schrei in unserem Herzen formt, im gemeinsamen Herzen, dann heißt das Erweckung von unten, MaN: dass wir wirklich von Malchut zu Bina aufsteigen wollen.

Darüber steht geschrieben, dass man in der Spiritualität nichts erreicht außer durch Gebet. Das heißt, das ist die besondere Bitte aus diesem Verlangen, das wir von unten formen. Und das kann niemand persönlich, allein machen, denn alle seine Verlangen sind schon nach dem Zerbrechen, egoistisch, und überhaupt nicht seine eigenen – der Schöpfer hat sie so hingestellt. Vielmehr: Wenn wir gemeinsam das besondere Verlangen zwischen uns und dem Schöpfer formen, dann ist das wirklich das Verlangen, das „von unten" heißen wird.

Nu, schauen wir, was uns Baal HaSulam zum Thema Erweckung von unten im Gegensatz zur Erweckung von oben sagt.

Ja.

„Wie man li­Shma erreicht, das zu verstehen liegt nicht in der Hand des Menschen. Denn der menschliche Verstand vermag nicht zu ergründen, wie es so etwas auf unserer Welt geben kann. Denn bei allem, was man dem Menschen zu verstehen gibt – dass er etwas erlangt, wenn er sich mit Tora und Mizwot (Gebote) beschäftigt –, muss darin ein Eigennutzen liegen, weil der Mensch sonst nicht in der Lage ist, irgendetwas zu tun. Vielmehr ist dies eine Erleuchtung von oben, und nur wer dies kostet, kann wissen und verstehen. Darum steht geschrieben: „Kostet und seht, dass der Ewige gut ist.“(Psalm 34,9)"

Demnach ist zu fragen, wozu der Mensch nach Rat und Mitteln suchen muss, wie er li­Shma erreichen kann. Letzten Endes werden ihm keine Ratschläge helfen. Denn wenn der Schöpfer dem Menschen nicht die zweite Natur gibt, die das Verlangen zu geben genannt wird, wird ihm keine Mühe helfen, li­Shma zu erlangen.

Die Antwort ist, wie unsere Weisen sagten: „Es liegt nicht an dir, die Arbeit zu vollenden, und du hast auch nicht die Freiheit, dich ihrer zu entledigen.“​ (Pirkei Awot 2,16) Das heißt: Dem Menschen obliegt es, die Erweckung von unten hervorzubringen, denn diese besteht im Gebet.

Ein Gebet bedeutet Mangel, und ohne Mangel gibt es auch keine Füllung. Wenn jemand daher das Bedürfnis nach li­Shma hat, dann kommt die Füllung von oben, und dann wird das Gebet Oben erhört und der Mensch erhält die Füllung seines Mangels. Um daher li­Shma vom Schöpfer zu erhalten, ist die Arbeit des Menschen nur in der Form des Mangels und eines Kli [Gefäß] nötig. Die Füllung kann der Mensch jedoch niemals von allein erlangen; vielmehr ist dies ein Geschenk Gottes.

Das Gebet muss jedoch vollkommen sein. Es muss aus der Tiefe des Herzens kommen. Der Mensch muss deshalb hundertprozentig sicher sein, dass ihm auf der Welt niemand außer dem Schöpfer selbst helfen kann.

Doch woher weiß man, dass niemand außer dem Schöpfer selbst einem helfen kann? Diese Erkenntnis erlangt man erst, wenn man alle Kräfte eingesetzt hat, die einem zur Verfügung stehen, und es nichts geholfen hat. Deshalb muss der Mensch alle in der Welt denkbaren Handlungen unternehmen, um die Stufe „um des Himmels willen“ zu erlangen. Dann kann er aus der Tiefe seines Herzens beten, und der Schöpfer erhört sein Gebet.

Wenn man sich anstrengt, zu li­Shma zu gelangen, muss man den Wunsch auf sich nehmen, die Arbeit ausschließlich dem Geben zuliebe zu verrichten, und zwar in vollkommener Weise, also nur zu geben und nichts zu empfangen. Erst dann beginnt man zu sehen, dass die Organe dieser Ansicht nicht zustimmen.

Daraus gelangt man zur Erkenntnis, dass es keinen anderen Rat gibt, als sein Flehen vor dem Schöpfer auszuschütten, damit Er einem helfen möge, den Körper dazu zu bringen, sich bedingungslos dem Schöpfer zu unterwerfen. Denn man sieht, dass man selbst nicht in der Lage ist, seinen Körper zu überzeugen, sich vollkommen zu annullieren. Es stellt sich heraus, dass genau dann, wenn man sieht, dass nicht zu hoffen ist, dass der Körper von sich aus einwilligt, für den Schöpfer zu arbeiten, das Gebet aus tiefstem Herzen kommen kann. Und ein solches Gebet wird erhört.

Man muss wissen, dass man durch die Erlangung von li­Shma seinen Bösen Trieb (Jezer haRa) tötet, weil der Böse Trieb das Verlangen zu empfangen darstellt. Und dadurch, dass man das Verlangen zu geben erlangt, wird das Verlangen zu empfangen aufgelöst und handlungsunfähig gemacht.

Das bedeutet, dass man ihn tötet. Wenn der Böse Trieb seiner Aufgabe entledigt wurde und er nichts mehr zu tun hat, weil man sich seiner nicht mehr bedient, wird dies als seine Tötung definiert.

Und wenn der Mensch sich selbst Rechenschaft ablegt: „Welchen Lohn hat der Mensch von der Arbeit unter der Sonne?“, wird er sehen, dass es gar nicht so schwer ist, sich der Arbeit für den Schöpfer zu unterwerfen. Das hat zwei Gründe:

Einerseits muss jeder, ob er will oder nicht, sich in dieser Welt anstrengen. Doch was bleibt von all diesen investierten Mühen?

Andererseits empfängt jeder, der li­Shma arbeitet, während seiner Arbeit auch Genuss."

Rav: Für uns ergibt sich also Folgendes: Wir haben im Leben überhaupt nichts zu tun, außer uns ständig an den Schöpfer zu wenden. Dass Er unser Verlangen nach Ihm gestaltet, dass Er uns hilft, uns zu verbinden, dass Er uns hilft, uns auf Ihn auszurichten. Dass Er uns ein starkes und gutes Verlangen gibt, schärfer, fokussierter. Ständig, ständig uns eigentlich an den Schöpfer wenden. Von unserer Seite gibt es keine einzige Handlung außer der Bitte. Daran müssen wir uns gewöhnen, und darin müssen wir einander halten.

Deshalb ist das Gebet in der Gemeinde auch ein gemeinsames Gebet. Und gerade dafür kommt uns die Arwut: Wir wollen, dass niemand die Bitte verlässt, dass wir ständig in der Forderung an den Schöpfer sind, in der Bitte an den Schöpfer, im Dank an den Schöpfer. So, aus der Summe all unserer Zuwendungen, von allen, kommen wir schließlich dahin, dass wir oben den Willen erwecken. Denn der Wille von oben ist natürlich grundsätzlich bereit, uns zu geben, wartet aber auf das wahre Verlangen unten⁵.

Dadurch, dass wir uns ständig zuwenden, bitten und erwecken und so solche Reize setzen, kommen wir also in einen Zustand, in dem uns trotzdem Umgebende Lichter gegeben werden. Und wir formen (gestalten?) unsere Zuwendung auf so richtige Weise, dass es heißt: „Mache deinen Willen wie Seinen Willen", wie man sagt. Dass ich, genau, und du, und er – alle im Zehner sich so zuwenden, dass unser Verlangen insgesamt richtig auf den Willen des Höheren ausgerichtet ist. Dann sind wir wie ein Mensch mit einem Herzen, wie es in „Matan Tora" steht: Als wir dahin kamen, empfingen wir das Licht, das zum Guten zurückführt, und fingen an, die Tora zu empfangen.

Klar, ja?

Schüler: Guten Tag, Rav. Sie sagten: „Sein wahres Verlangen, das von unten kommt." Kann das Verlangen von unten jemals wahr sein?

Rav: Ja, soweit wir es machen müssen. Soweit der Schöpfer uns das gibt, ist es wahr. Das heißt, es ist hier wie bei dem, was wir von Kindern verlangen: etwas, das unserer Stufe entspricht. Denn auch dass wir uns in einem bestimmten Zustand befinden, ist von oben geformt. Deshalb gibt es hier eine Korrektur für unsere Bitte, die nicht wahr ist, für unser Weinen, das nicht wahr ist, und so weiter und so fort. Der Höhere, der uns diese Bedingungen gibt, gibt uns auch die Korrektur für unsere ganze Reaktion zurück.

In Ordnung? Ja, Moti.

Schüler: Wir sehen von Unterricht zu Unterricht, dass die Zuwendung zum Schöpfer das Wichtigste ist, ohne das können wir nicht …

Rav: Das Einzige. Das Einzige.

Schüler: Das Einzige. Und ich höre jetzt wieder von Ihnen, dass wir einander helfen und erwecken müssen … Wie kann man das wirklich am besten machen? Außer dem inneren Gebet – ich spreche sogar von der äußeren Form.

Rav: Wir kommen da trotzdem voran. Wenn ich euch ansehe, sehe ich … Zuerst einmal bin ich sehr neidisch, dass ich nicht unter euch bin. Und ich sehe, dass ihr euch trotzdem einander annähert, dass ihr einander besser versteht. Dass ihr so hineingeht … Ich würde nicht sagen, dass das ein Zeichen ist, aber ihr werdet offener zueinander.

Gerade die Weisheit der Kabbala unterstützt zu viel Offenheit nicht so sehr. Denn solange wir nicht durch die Massachim geschützt sind, jeder gegenüber seinem Ego, können wir einander vielleicht schaden. Deshalb muss das alles ausgewogen sein. Aber trotzdem sieht man es, sagen wir, an diesem Kongress im Vergleich zum vorigen – es gab vier Kongresse hintereinander. Das waren hervorragende Kongresse, es gab Begeisterung und gute Arbeit vor diesen Kongressen, und sie sind sehr schön verlaufen, aber mit Kraft und nicht emotional, im Vergleich zu diesem Kongress.

Gefühl gab es da sicher, aber nicht so wie jetzt. Jetzt, wo wir uns dem Kongress nähern, erkenne ich eine sehr große Sensibilität. Die Erwartung ist sehr groß, gerade im inneren Gefühl – was es vor insgesamt einem Monat nicht gab, ja? Deshalb kommen wir voran. Ich kann nicht mehr Ratschläge geben als das, was wir durchmachen.

Was soll man noch sagen? Was fehlt noch? Es fehlen genau die Anstrengungen, die wir Tag für Tag machen. Noch etwas mehr Aufmerksamkeit, noch etwas mehr Druck, noch etwas mehr Sorge, noch etwas mehr gegenseitige Unterstützung. Das ist alles. Und man muss Übungen machen. Übungen, sagen wir, im Laufe des Tages, die Übung: „Unter was für besonderen Freunden bin ich, was für Freunde habe ich." So eine Übung. Jeder soll sich bemühen zu loben, jeder. Sagen wir.

Es gibt … Schau, sucht, was man braucht. Rabash hat uns im Grunde alles geschrieben, verstehst du. Nein, nein, ich denke, wir haben einen schönen Fortschritt. Ich kann nicht mehr oder weniger sagen, das ist es, was es letztlich gibt, aber es gibt, es gibt sicher Gutes. Ihr wisst nicht, wie viele Lichtjahre ihr schon allen anderen voraus seid, die die Weisheit der Kabbala lernen, die sie angeblich umsetzen, die sich mit ihr beschäftigen … und erst recht – von der Menschheit rede ich schon gar nicht.

Deshalb muss auch das sein: „Und sein Herz erhob sich auf den Wegen des Schöpfers."

In Ordnung? Gut, also … ja.

Schüler: Es ist nicht klar, was ein vollständiges Gebet ist.

Rav: Ein vollständiges Gebet. Ein vollständiges Gebet ist zuerst einmal offenbar eines, auf das der Schöpfer schon antwortet. Dass wir als Gruppe mit dem vollständigen Mangel erwecken und am vollständigen Schöpfer haften. Als ob wir wirklich angepasst sind, uns Ihm angleichen. „Mache deinen Willen wie Seinen Willen": genau das, was Er uns geben will. Das heißt, sagen wir, für unsere Sache die erste Stufe, die erste spirituelle Stufe, die Er uns vorbereitet hat – genau darauf formen wir unseren gemeinsamen Mangel, also den Mangel der Gruppe.

Ja.

Schüler: Er beschreibt hier eine scheinbar sehr einfache Stufe: Es genügt, dass ein Mensch sich verzweifelt fühlt und sich an den Schöpfer wendet, damit Er ihn korrigiert.

Rav: Ja, aber erkläre mir all diese Worte, dann wirst du sehen, wie komplex sie sind. Und wie sehr sie von der Gruppe abhängen und von der Reihe der Lichter, die du empfangen musst, um zu korrigieren und dahin zu kommen, richtig verzweifelt zu sein, und so weiter. Was heißt verzweifelt? An seinen eigenen Kräften. Was will er mit eigenen Kräften erreichen? „Es gibt niemanden außer Ihm", „gut und Gutes tuend". Wie man in der Gruppe dahin kommt: dass die ganze Gruppe wie ein Mensch ist. Das sind Anstrengungen. Nur für die erste Stufe.

In Wahrheit sind alle Stufen sozusagen dasselbe. Aber der Unterschied ist sehr groß, der Unterschied ist sehr groß. Das ist wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten: Geben ist Geben, aber es hängt davon ab, wie du es erfasst, in welcher Form, auf welcher Ebene und so weiter.

Aber ja, den Mangel anpassen … grob. Denn man verlangt von uns jetzt nicht, mit unseren fünf Sinnen auf das abgestimmt zu sein, was wir vom Schöpfer empfangen werden – das verlangt man nicht von uns. Auf den ersten Stufen ist das überhaupt keine Forderung. Aber danach wirst du die Dinge genauer orten müssen, verstehst du.

Das heißt: Wenn du dich nicht im Voraus auf die Form ausrichtest, die du in etwas entdecken wirst – denn von der Seite der Kelim aus –, dann wird es sich dir von der Seite der Lichter nicht enthüllen. Verstehst du. Dann wird es eine andere Arbeit sein. Mehr Klärung, mehr Genauigkeit, mehr Vorbereitung. Aber auch sachlicher.

Jetzt dagegen ist es wie bei einem Embryo, wie bei einem neugeborenen Baby: Man sieht ein Stück Fleisch, und mehr ist da nicht.

Ja.

Schüler: Sie sprachen davon, dass unsere einzige Handlung das Gebet ist, das Gebet, eine Bitte zum Schöpfer zu erheben. Beruht die Arwut also darauf?

Rav: Ja. Arwut heißt die richtige Verbindung zwischen uns, sodass der Mangel, den wir zwischen uns formen, auf den Schöpfer abgestimmt ist. Arwut ist das Kli in der richtigen Vorbereitung für die Antwort auf das Gebet.

Schüler: Was ist die Verbindung zwischen … ?

Rav: Euch scheint nicht, dass Arwut ein Mangel ist.

Schüler: Ja, Arwut ist sozusagen, wie Sie sagten, die richtige Verbindung zwischen uns und alle möglichen Dinge, die zwischen uns sein müssen …

Rav: Und worin verbinden wir uns?

Schüler: In allem Möglichen … in Millionen Dingen verbinden wir uns.

Rav: Darin, dass wir einander helfen wollen – im Mangel. Nicht in Millionen Dingen, in den Mängeln. Das ist alles. An wen wenden wir uns mit diesen Mängeln? An den, der sie formen und füllen kann, durch die 613 Ejtin und die 613 Pekudin – an den Schöpfer.

Ja.

Schüler: Müssen alle meine Handlungen gegenüber den Freunden ein Gebet für ihre Mängel sein?

Rav: Für unsere Mängel. Im Grunde muss jeder Einzelne seine persönlichen Mängel mit den Mängeln der Gruppe vereinen wollen, um insgesamt mit einem Mangel zum Schöpfer zu kommen. Also: Du willst Ihm eine Süßigkeit bringen. Dein Freund will Ihm einen Kuchen bringen. Der Zweite, der Dritte dort eine Tasse Kaffee, und der Vierte noch etwas. Jeder nach dem, was er aus seiner Seele fühlt, aber die Absicht ist eine. Und die Handlung ist sozusagen eine, dass ihr … Er empfängt nur ein vollständiges Paket. Du musst Ihm so einen Korb bringen, mit all den Geschenken, sodass es genau zu dem passt, was Er … Mängel.

Das heißt: Wir wollen, dass Du daran Genuss hast. Woran? Daran, dass Du das füllst, und das füllst, und das füllst, und das füllst. Warum? Weil wir Dich füllen können, wenn Du das füllst.

Ja.

Schüler: Wie entwickelt man mehr Sensibilität für die Mängel der Freunde, um sie mehr zu fühlen, sie zu erkennen?

Rav: Ich glaube nicht, dass man dafür mehr Sensibilität entwickeln muss. Das muss in dem Maß sein, wie wir all diese Mängel auf den Schöpfer ausrichten können. Sonst versinkst du darin, ein Weltverbesserer zu sein. Ich gehe nicht den Freund füllen und den Freund korrigieren – das ist Götzendienst. Ich kann das nicht und werde das niemals können. Und wenn wir anfangen, die Freunde zu korrigieren und sie zu füllen, dann wird der Schöpfer diese Freunde verderben und ihnen solche Leiden geben, dass ich sehen werde: Daraus entsteht nur Schlechtes.

Das passiert manchmal: Wir gehen sozusagen hinein und wollen das doch als Ziel sehen und nicht als Mittel – „Wir müssen den Freund aus dem Schlag herausholen, den er bekommen hat." Wir wenden uns nicht an den Schöpfer … Sagen wir, der Freund ist an etwas erkrankt, der Schöpfer bewahre. So ist es, das passiert. Dann müssen wir verstehen, dass man zu Ärzten laufen muss und zu allem, was möglich ist, ja. Aber wir müssen sehen, wie wir nach all diesem Laufen, das wir machen müssen – denn „dem Arzt wurde die Erlaubnis gegeben zu heilen" –, aber wie er uns dort im Brief erklärt …?

Schüler: … …

Rav: 16, Baal HaSulam: Dass ich mich nach all diesen Dingen an den Schöpfer wenden muss. Wissen, dass der Schöpfer es so gemacht hat, und die Dinge Ihm zuschreiben. Damit wir nicht vom Weg abweichen.

Hier gibt es viele Dinge; die ganze Leiter entlang lernen wir das. Es gibt keine andere Arbeit, nur diese, aber jedes Mal in anderer Qualität, in der Tiefe. Und dann öffnen sich noch mehr und mehr Verlangen und Füllungen.

Ja.

Schüler: Soll das Gebet also sein, dass Er doch das Verlangen des Freundes füllt?

Rav: Das Gebet muss sein, dass wir die notwendigen Verlangen des Freundes füllen wollen. Und dass wir ständig daran denken: Während wir ihm auf irdische, ausgewogene Weise beim Notwendigen helfen, wenden wir uns gleichzeitig an den Schöpfer.

Schüler: Und „Weltverbesserer" heißt es, wenn in der Handlung keine Zuwendung zum Schöpfer ist? Wenn man sozusagen Handlungen für den Freund macht, aber keine Zuwendung zum Schöpfer dabei ist – heißt das Weltverbesserer?

Rav: Das ist Klipa, ja. Das ist Klipa. Wenn wir uns nur an den Freund wenden, an uns selbst, an unsere eigenen Kräfte, an unseren Verstand. Sogar bei der Klärung, nicht nur bei der Füllung, bei der Korrektur.

Nikolajew.

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Guten Morgen, lieber Rav. Könnten Sie, wenn möglich, etwas ausführlicher erklären, was die Vorbereitung der Kelim auf den Empfang der richtigen Antwort auf das Gebet ist?

Rav: Die Vorbereitung der Kelim muss dem entsprechen, was ich erreichen werde. Was wollen wir erreichen? „Es gibt niemanden außer Ihm", „gut und Gutes tuend". Und worin ist Er „Es gibt niemanden außer Ihm" und „gut und Gutes tuend"? Darin, dass Er uns die Möglichkeit gibt, Ihm zu geben. Dann stehen wir einer dem anderen gegenüber und kommen zur Dwekut.

Unsere Vorbereitung ist also: So wie der Schöpfer uns alles Gute geben will – und „alles Gute" heißt, im gegenseitigen Geben zu sein und im Geben an Ihn, das von unserer Seite –, so müssen wir dahin kommen. Das ist die Vorbereitung. Also: Die Vorbereitung zum Gebet ist, dass wir einen solchen Mangel haben wollen. Das Gebet ist, dass wir darum bitten, einen solchen Mangel zu haben. Und die Antwort auf das Gebet ist, dass wir das Licht empfangen, das zum Guten zurückführt, das uns einen solchen Mangel formt: dem Schöpfer zu geben, über allen Mängeln, über allen unseren anderen Fragen. Das heißt, Er gibt uns das Licht der Ejtin. Und danach, wenn wir diesen Mangel verwirklichen und zu einer gewissen Dwekut mit Ihm kommen, werden wir nach dem Maß der Dwekut von Ihm mit den 613 Pekudin gefüllt: Das ganze Licht füllt die Verbindung zwischen uns, die gemeinsamen Kelim, Seine und unsere.

Dann fühle ich die Beziehung des Schöpfers zu mir, ich erhebe zum Schöpfer unsere Beziehung, wir erheben zum Schöpfer unsere Beziehung. Und dann fühlen wir in diesen beiden gemeinsamen Verlangen⁶ – „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein" – die besondere Füllung, die Vereinigung oder Dwekut heißt.

Gut. Ja, Niv.

Schüler: Gleichen wir uns also Ihm an, indem wir dem Schöpfer einen „Sack" mit den Mängeln der Freunde geben, und lassen Ihn geben – geben wir Ihm so, wie Er uns gibt?

Rav: Noch einmal?

Schüler: Wir sagten, dass wir dahin kommen müssen …

Rav: Frag. Frag, ohne Geschichte. Worin …?

Schüler: Worin geben wir dem Schöpfer, wenn wir Ihm einen Sack mit den Mängeln der Freunde geben?

Rav: Weil die Kuh mehr säugen will, als das Kalb saugen will. Wir müssen also in einen Zustand kommen, in dem dieses Kalb in dem Maß von der Kuh saugen will, wie die Kuh säugen will. Es gibt eine Stufe oben, das sind die ACHaP des Höheren, gefüllt mit Licht, das er in unseren Mangel gießen will. Wir müssen unseren Mangel genau an diesen Höheren anpassen.

Solange wir diesen Mangel von unserer Seite gegenüber dem Höheren nicht entdecken, stimmen unser Mangel und der Mangel des Höheren nicht überein. Und den Unterschied zwischen diesen Mängeln fühlen wir als Verhüllung, als Dunkelheit. In dem Maß, wie wir unseren Mangel an Seinen Mangel anpassen – „Mache deinen Willen wie Seinen Willen" –, kommen wir mehr und mehr zu einem Berührungspunkt. Dann gibt das Höhere Licht dementsprechend mehr und mehr, bis unsere Mängel aufeinander abgestimmt sind, von der Seite des Schöpfers und von der Seite des Geschöpfs, von der Seite des Empfangenden und von der Seite des Gebenden, und wir wirklich empfangen wollen, was Er geben will. Denn darin geben wir Ihm.

Ja.

Schüler: Diese Übereinstimmung zwischen unserem Verlangen, Ihm zu geben, und dem, dass Er uns gibt – wie geschieht das gerade durch die Mängel der Freunde, die wir zu Ihm erheben?

Rav: Welche Mängel erheben wir? Materielle. Was sind diese Mängel? Was ist der Mangel? Ich muss zum Schöpfer unsere Verlangen erheben, Ihm zu geben. „Materielle" habe ich gesagt, das ist vielleicht irreführend: Unsere Verlangen sind noch „um zu empfangen", das heißt „materiell". Ich muss genauer sein.

Wir erheben zum Schöpfer unser gemeinsames Verlangen, dass wir doch von Ihm Kräfte empfangen wollen, Ihm zu geben – darum können wir bitten. In dem Maß, wie wir uns damit beschäftigen, gerade um diese Dinge zu bitten, verstehen wir bei allem, was uns auf materielle Weise passiert: Das kommt zu uns als Bedingung vom Schöpfer. Und wenn wir unsere Mängel als einen Mangel nach Spiritualität zu Ihm erheben, dann kann hier auch der materielle Mangel eines Freundes dabei sein, denn er ist mein spiritueller Mangel. Und darauf bekommen wir letztlich eine Antwort.

Schüler: Wie ist der Mangel … wie ist das … wie ist der Mangel des Freundes das, dass wir Ihm geben wollen? Was ist die Verbindung … Sie sagten, wir erheben seinen Mangel zum Schöpfer?

Rav: Wie erhebe ich zum Schöpfer ein Verlangen zu geben? Indem ich von Ihm empfangen will, um zu geben – wir alle. Wie machen wir das? Nur unter der Bedingung, dass wir uns alle verbinden wollen, um einander zu helfen. Wozu? Um unsere Verlangen, Ihm zu geben, zu verbinden. Ich fühle, dass es nicht angekommen ist.

Woher haben wir all die Mängel, die der Schöpfer in uns weckt? Vom Schöpfer. Jeder, dem im Leben etwas fehlt – woher kommt das? „Geh zu dem Meister, der mich gemacht hat." Wir sammeln diese Mängel und wollen sie füllen, aber wir verstehen, dass der Schöpfer die Füllung und die Korrektur ist. Also sind wir uns bewusst: Was wir jetzt bei jedem Freund erfragen werden, was ihm fehlt – woher kommt das? Vom Schöpfer. Wozu? Damit wir uns vereinigen (vereinen?). Es gibt keinen anderen Grund; alles hat ein Ziel, und das erheben wir dann zu Ihm. Mir kommen in Worten immer dieselben Worte, ich kann nicht …

Schüler: Dann sind die spezifischen Mängel jedes Freundes also eigentlich nur Kleider für einen Mangel, dem Schöpfer zu geben?

Rav: Natürlich. Wozu sonst weckt Er diesen Mangel in jedem?

Schüler: Dass der Freund jetzt irgendein Problem im Leben hat …

Rav: Das ist kein Problem in seinem Leben, das ist ein äußeres Kleid. Das Problem ist sozusagen dafür da, ihn zu erwecken, dem Schöpfer zu geben.

Schüler: Und ich als Freund, der jetzt für diesen Freund bitten will – bitte ich für den Mangel des Freundes, dem Schöpfer zu geben, und nicht für das äußere Kleid?

Rav: Wenn du dich jetzt an den Freund wendest, müssen wir uns einerseits notwendigerweise um das Notwendige des Freundes kümmern – „Ohne Mehl keine Tora". Andererseits müssen wir verstehen, dass all diese Mängel nur dann gelöst werden, also eine richtige Form und Füllung bekommen, wenn sie als Geben an den Schöpfer sein werden.

Schüler: Was soll ich dann in meinem Gebet zum Schöpfer sagen – dass das eigentlich der Mangel des Freundes ist, Ihm zu geben? Nicht das äußere Kleid, sondern das Verlangen des Freundes, dem Schöpfer zu geben? Darum bitte ich, dass es gefüllt wird?

Rav: Wir alle bitten, dass alle Mängel, die es bei den Freunden in materieller Form gibt, in notwendiger Form gefüllt und auf der spirituellen Ebene korrigiert werden. Hier gibt es einige Dinge, über die wir noch nicht gesprochen haben: die Verbindung zwischen Materialität und Spiritualität, wie wir mit unserem Tier und mit dem Menschen in uns arbeiten müssen. Hier fehlt uns noch einiges … es fehlt uns das innere Gefühl dafür. Ich fühle, dass ich auch keine Worte habe, es euch zu erklären, weil es bei euch nicht klar ist.

Schüler: Wir versuchen schon in den letzten Tagen, mit diesen äußeren Kleidern zu arbeiten und für sie zu bitten. Was soll man erbitten? Das ist die Frage. Erbitten, dass sie korrigiert werden. Was heißt dieses „korrigiert werden"?

Rav: Die äußeren Kleider heißen korrigiert, wenn du dich über sie erhebst, dich über sie erhebst. Ich kann das nicht erklären – das heißt, es lohnt sich nicht, das jetzt zu erklären, es lohnt sich nicht. Hier gibt es viele Dinge, die wir eingrenzen (definieren?) und verstehen werden. Denkt nicht, dass alle äußeren, materiellen Kleider korrigiert werden.

Die großen Kabbalisten litten viel, an Krankheiten, an Hunger und an allen möglichen anderen Problemen. Was ein Mensch in dieser Welt in allen möglichen Formen durchmacht, also in materieller Form, das ist gerade eine sehr hohe spirituelle Stufe, die sich im Verlauf der ganzen Leiter löst.

Ja, Saba.

Schüler: Rav, kann man in einfachen Worten sagen, dass unser Geben an den Schöpfer darin besteht, das passende Kli vorzubereiten, damit Er uns Sein Gutes geben kann?

Rav: Sicher. Ja, das ja, aber hier spricht man nicht nur davon, man spricht besonders … Werden wir dann die Probleme los oder nicht? Nein. Warum nicht? Sozusagen: Ich habe die spirituelle Stufe abgeschlossen, jetzt hafte ich … die materielle Stufe, jetzt hafte ich an der Spiritualität, sogar auf der ersten Stufe – also verschwinden alle Probleme, alle Sorgen. Warum? Warum? Nu, ist die Welt korrigiert? Nein.

Es ergibt sich hier … Wir haben uns diese Form, dieses Bild, dieses System noch nicht gestaltet. Wenn man so sagen kann: Unsere materiellen Probleme erscheinen uns mehr und mehr als tiefe spirituelle. Aber das kann man nicht in Worten vermitteln, das wird kommen. Wir sind in der Übergangszeit.

Schüler: Wofür genau muss ich dann beten? Wenn ein Freund schreibt, dass … ich weiß nicht, er hat Probleme mit seiner Frau. Wenn ich für ihn bete, kann er sich am Ende ganz von ihr scheiden lassen. Wofür muss man beten, damit es richtig ist?

Rav: Du betest nicht für das, was du für gut oder schlecht für ihn hältst. Du betest nur darum, dass der Schöpfer ihm hilft. Woher weißt du, was zu seinem Besten ist – zu bleiben oder sich scheiden zu lassen?

Schüler: Ich weiß es nicht, aber er hat geschrieben, was ihm fehlt. Wofür muss ich also beten?

Rav: Ihm fehlt die Hilfe des Schöpfers, nichts außer dem.

Schüler: Muss ich für ihn um eine bestimmte Hilfe vom Schöpfer bitten oder …?

Rav: Nicht um eine bestimmte Hilfe. Richte den Schöpfer nicht auf etwas Bestimmtes aus.

Schüler: Was ist dann eigentlich wichtig daran, was er schreibt? Welches spezifische Problem er schreibt?

Rav: Es ist wichtig, weil ich für all diese Probleme eine Lösung bringen muss: die Hilfe des Schöpfers, die Offenbarung des Schöpfers vor dem Geschöpf. Nur das ist die Lösung für alle Probleme.

Schüler: Aber dafür kann ich doch ständig allgemein beten, dafür muss er mir kein bestimmtes Problem schreiben.

Rav: Ja und nein. Du musst auch nicht so sehr in alle Einzelheiten gehen – mit welchen Kelim gehst du da hinein? Was hast du davon, wenn du mit deinen verdorbenen Kelim anfängst, darüber zu urteilen, was dort beim Freund passiert? Es genügt dir, im Allgemeinen zu wissen, dass er eine Not, ein Problem, einen Mangel hat. Und sicher hat er einen Mangel nach Spiritualität; du musst nicht einmal in die Materialität gehen. Und dafür beten, dass das dem Freund sicher fehlt. Deshalb ist er dein Freund: weil er einen Mangel nach Spiritualität hat.

Schüler: Wenn wir dann aufschreiben, welche Probleme uns im Leben stören, und das mit den Freunden teilen – welche Probleme müssen wir aufschreiben?

Rav: Probiert es aus. Ihr müsst nicht von mir für alles ein fertiges Rezept bekommen. Versucht, in dies und das und jenes hineinzugehen, und dann schaut. Aber geht nicht zu sehr einer in die Eingeweide des anderen, geht nicht in das Herz des anderen, wie man sagt. Das muss so sein, dass … nur um ein bisschen einbezogen zu werden, beeindruckt zu werden. Denn wir sind noch in egoistischen Kelim, also ein bisschen. Aber nicht so, als könnten wir schon wirklich der Vermittler zwischen dem Schöpfer und den Freunden sein. So langsam vorankommen.

Ja, Saba?

Schüler: Rav, ich … das heißt, wir beten sozusagen für die Lösung bestimmter Probleme bei unseren Freunden. Wir müssen einfach denken, dass der Schöpfer all diese Probleme, die über unsere Freunde kommen, schon kennt – Er schickt sie ja –, und deshalb müssen wir nur um Hilfe bitten, ohne jede Einzelheit.

Rav: Richtig. Richtig. Du erkennst damit sozusagen an, dass du weißt, was der Schöpfer weiß⁷.

Ja, Amit?

Schüler: Beim Durchgehen der Liste mit den Nöten der Freunde, wenn man für die Freunde betet: Es gibt Freunde, die ihre Not als schmerzhafter empfinden, tiefer, mehr „deins"⁸. Und es gibt solche, bei denen es weniger ist. Soll man das berücksichtigen, gibt es darin eine Ungleichheit? Es gibt sozusagen Freunde, die …

Rav: Das alles ist „Wer andere tadelt, tadelt mit seinem eigenen Makel". Dir scheint es so, dir scheint es anders, das alles … Du sprichst darüber, als ob das, was du siehst, die Wahrheit ist. Wir sind uns nicht bewusst, wie sehr wir alle Eindrücke durch unser egoistisches System leiten. Wer mir gefällt, wer weniger oder mehr, wer so oder so – du bist nicht in meiner Stimmung, unter tausendundeiner Bedingung, und danach urteile ich. Also … wir müssen darin so weit wie möglich davon entfernt sein, etwas festzulegen. Es steht nur geschrieben, dass ich es so machen muss, und ich mache es.

Schüler: Wie hole ich mich dann da heraus, wie neutralisiere ich mich dabei?

Rav: Man muss sehen … man muss das auch aus den Handlungen in Ägypten lernen: Es gibt Pharao, der die Handlungen macht, und es gibt Mose, der die Handlungen macht, nach genauen Befehlen, und so führt er sie aus, das ist alles. Hier gibt es nicht so sehr emotionale Handlungen, Berechnungen. Es gibt sie, aber wir müssen verstehen, dass es unter ihnen solche gibt, die man nicht berücksichtigen darf. Wir sind jetzt in der Zeit der Klärung; in einigen Tagen wird sich das klären.

Schüler: Aber es ergibt sich sozusagen: Wenn ich mich da heraushole und mich vom Gefühl neutralisiere, wo ist dann das Leid, und wo ist der Schmerz, wo?

Rav: Was heißt „mit der Not seines Freundes leiden"? Dass ich mit ihm zusammen weine? Ich weiß nicht, ich verstehe das nicht. Dann kann ich Leute von außen einladen und ihnen Geld zahlen, damit sie weinen. Nu, und was wird das sein? Das ist so, als ob ich, der Egoist, weine. Ist das die Wahrheit?

Schüler: Ich muss den Schmerz fühlen, das Leid des Freundes, das Problem, seine materielle Not, und das umwandeln, eine Transformation zur Spiritualität machen. Es zum Schöpfer erheben, bitten, dass er an „Es gibt niemanden außer Ihm" haftet. Und ich muss den Schmerz fühlen.

Rav: Ja, in Ordnung.

Schüler: Nicht?

Rav: Sprecht im Laufe des Tages darüber. Ich will nicht mehr darüber sprechen, hier gibt es solche Klärungen, dass … Im Moment sprechen wir und hören einander nicht.

Karmiel?

Schüler: Guten Morgen. Wenn ein Freund gesundheitlich sehr leidet, welches Gebet ist das genaueste, das man machen muss?

Rav: Ich antworte nicht mehr auf all diese Fragen. Lasst euch inzwischen in dem kochen, was ihr seid, und danach sprechen wir. Ihr werdet Fragen haben und Neigungen hierhin oder dorthin, etwas mehr Erfahrung, und dann sprechen wir. Und es gibt Dinge, die ihr trotzdem nicht von mir bekommen werdet, sondern nur aus der Erfahrung. Wenn ich im Voraus etwas sage, wird das wie ein Mantra und wie ein Gesetz sein, und das ist nicht gut. Man muss verstehen, was sie schreiben.

Ja?

Schüler: Rav, mit Ihrer Erlaubnis: Es empfiehlt sich, den Unterricht von gestern Abend anzuhören, da gab es viele Klärungen dazu.

Rav: In Ordnung, vielen Dank. Richtig.

Nu?

Schüler: Nehmen wir für einen Moment an, der Freund hat das materiell Notwendige. Was heißt das spirituell Notwendige?

Rav: Lies bitte, wir lesen weiter.

Vorleser: Wir sind auf Seite 519, Spalte 1 unten, im Absatz „Nach dem Gleichnis des Maggid von Dubno".

„Wie im Gleichnis des Maggid von Dubno1, das von folgendem Vers handelt: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob, dass du dich um Mich bemüht hättest, Israel.“​ (Jesaja 43,22)

Er sagt, dies gleiche einem reichen Mann, der aus dem Zug steigt und nur eine kleine Tasche hat. Er legt sie an die Stelle, an der alle Kaufleute ihr Gepäck abstellen. Die Kofferträger nehmen die Gepäckstücke von dort und bringen sie in das Hotel, in dem sich die Kaufleute aufhalten.

Da der Gepäckträger dachte, der reiche Mann würde seine kleine Tasche selber tragen und keinen Träger benötigen, nahm er sich eines großen und schweren Koffers an. Als der reiche Mann dem Träger aus Gewohnheit ein kleines Entgelt gab, wollte dieser es nicht annehmen und sagte: „Ich habe einen großen und schweren Koffer in das Lager des Hotels getragen, bin dadurch sehr müde geworden, und es hat mich viel Mühe gekostet, Ihren Koffer zu schleppen. Und jetzt wollen Sie mich mit einem solch kleinen Entgelt entlohnen?“

Die Auslegung des Gleichnisses lautet: Wenn jemand behauptet, er hätte viele Mühen und Anstrengungen in die Erfüllung von Tora und Mizwot investiert, sagt der Schöpfer zu ihm: „Aber nicht Mich hast du angerufen, Jakob.“ Das heißt, nicht meinen Koffer hast du getragen, sondern das Gepäck von jemand anderem. Da du gesagt hast, dass du große Anstrengungen in Tora und Mizwot investiert hast, war deine Arbeit sicherlich für einen anderen Geschäftsherrn. Geh deshalb zu ihm, damit er dich entlohnt.

Das ist die Bedeutung von: „dass du dich um mich bemüht hättest, Israel.“ Das heißt: Wer für den Schöpfer arbeitet, empfindet keine Mühe, sondern im Gegenteil Genuss und große Begeisterung.

Wer aber für andere Ziele arbeitet als für den Schöpfer, kann sich nicht beim Schöpfer beklagen, dass Er ihm keine Lebenskraft (Chajut) für seine Arbeit gibt. Denn er arbeitete nicht für den Schöpfer, damit dieser ihm den Lohn für seine Arbeit bezahlen möge. Stattdessen kann sich der Mensch bei denen beklagen, für die er gearbeitet hat, damit sie ihm Lebenskraft und Genuss geben.

Da es viele Ziele in lo li­Shma gibt, sollte der Mensch von dem Ziel, für das er gearbeitet hat, Lohn verlangen, das heißt Genuss und Lebenskraft. Darüber wird gesagt: „Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen – alle, die auf sie vertrauen.“​ (Psalm 115,8)

Aber demnach ist das schwer zu verstehen, denn wir sehen doch, dass sogar einer, der das Joch des Königtums des Himmels ohne eine andere Absicht [als für den Schöpfer] auf sich nimmt, dennoch keinerlei Lebenskraft spürt, sodass man sagen könnte, dass ihn diese Lebenskraft verpflichten würde, das Joch des Himmlischen Königreichs auf sich zu nehmen. Doch er nimmt das Joch des Himmlischen Königreichs nur wegen des Glaubens über dem Verstand auf sich, das heißt, er tut es durch Überwindung mit Zwang und gegen seinen Willen.

Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, warum jemand dennoch Mühe in dieser Arbeit empfindet, bei der sein Körper jeden Augenblick danach trachtet, sich dieser Arbeit zu entledigen, zumal er keine Lebenskraft darin spürt?

Gemäß dem oben Gesagten folgt, dass, während man in Demut arbeitet und kein anderes Ziel als die Absicht zu geben verfolgt, die Frage lautet: „Warum gibt der Schöpfer ihm nicht Geschmack und Lebenskraft in der Arbeit?“

Die Antwort ist: Man muss wissen, dass diese Angelegenheit eine große Korrektur ist. Würden Licht und Lebenskraft sofort leuchten, sobald man beginnt, das Joch des Himmlischen Königreichs auf sich zu nehmen, dann hätte man Lebenskraft in der Arbeit. Mit anderen Worten: Das Verlangen zu empfangen hätte dieser Arbeit auch zugestimmt. Und warum stimmt es zu? Sicherlich deshalb, weil es seine Begierde erfüllen will, das heißt, man würde um des eigenen Nutzens willen arbeiten. Wäre das der Fall, wäre es nie möglich gewesen, li­Shma zu erreichen.

Denn man wäre gezwungen, für den eigenen Nutzen zu arbeiten, da man in der Arbeit für den Schöpfer mehr Genuss als in körperlichen Begierden fühlen würde. Also müsste man in lo li­Shma verbleiben, weil man Erfüllung in der Arbeit gefunden hätte. Dort, wo es Erfüllung gibt, kann der Mensch nichts tun, denn ohne Gewinn kann man nicht arbeiten. Daraus folgt: Würde man Erfüllung in dieser Arbeit von lo li­Shma erhalten, müsste man in diesem Zustand verbleiben.

Es ist vergleichbar mit dem, was die Leute sagen: Wenn Menschen einem Dieb hinterherjagen, um ihn zu fangen, läuft auch der Dieb mit und ruft: „Haltet den Dieb!“ Dann ist es unmöglich zu erkennen, wer der wahre Dieb ist, um ihn zu fangen und ihm das Gestohlene wegzunehmen.

Aber wenn der Dieb, das heißt das Verlangen zu empfangen, keinen Geschmack und keine Lebenskraft spürt in der Arbeit, das Joch des Himmlischen Königreichs auf sich zu nehmen, und wenn man in diesem Zustand mit Glauben über dem Verstand arbeitet, sich dazu zwingt, und der Körper sich an diese Arbeit gewöhnt – also gegen den Wunsch des eigenen Verlangens zu empfangen –, dann hat man die Mittel zur Arbeit, die das Ziel verfolgt, „seinem Erschaffer Wohlgefallen zu bereiten“.

Dies deshalb, weil die hauptsächliche Forderung an einen Menschen darin liegt, durch die eigene Arbeit zu Dwekut (Anhaftung) mit dem Schöpfer zu kommen, die als Angleichung der Form bezeichnet wird, sodass alle seine Taten in der Absicht zu geben erfolgen. Es ist so, wie der Vers sagt: „Dann wirst du dich am Schöpfer ergötzen.“​ (Jesaja 58,14) Die Deutung von „dann“ ist, dass man zuvor, am Anfang der Arbeit, keinen Genuss hatte, sondern sie unter Zwang verrichtete.

Aber nachher, wenn man sich an die Arbeit in der Absicht zu geben gewöhnt hat und nicht auf sich selbst schaut, ob man Geschmack in der Arbeit empfindet, sondern daran glaubt, dass man durch seine Arbeit seinem Erschaffer Wohlgefallen bereitet, dann muss der Mensch glauben, dass der Schöpfer die Arbeit der Unteren akzeptiert, unabhängig von der Menge und Form ihrer Arbeit. In allem prüft der Schöpfer die Absicht, und das bringt dem Schöpfer Wohlgefallen. Dann wird der Mensch gewürdigt, sich am Schöpfer zu ergötzen (siehe Psalm 37,4, Kommentar Rashi).

Sogar während der Arbeit für den Schöpfer wird der Mensch bereits Gutes und Genuss empfinden, weil er nun tatsächlich für den Schöpfer arbeitet. Die Anstrengungen, die der Mensch in der Phase der Arbeit unter Zwang unternahm, qualifizieren ihn zur aufrichtigen Arbeit für den Schöpfer. Es ergibt sich, dass auch dann der Genuss, den der Mensch empfängt, sich auf den Schöpfer bezieht, das heißt gerade für den Schöpfer."

Rav: Nu, vielleicht noch ein paar Fragen. Keine? Schön. Ja, Jehuda?

Schüler: Mir scheint, im ersten Zustand, wenn man vom Schöpfer den Lohn erbittet, wendet man sich an Ihn. Und im zweiten Zustand, sozusagen glaubend, ist man abgekoppelt. Wir haben gesagt, dass das Wichtigste ist, ständig … vom Schöpfer zu erbitten … Sozusagen ist der erste Zustand der richtige. Egal, ob ich um Lohn bitte oder um etwas anderes – ich wende mich ständig an den Schöpfer.

Rav: Zur Gruppe und zur Verbindung komme ich, nachdem ich festgelegt habe, dass mein Ziel ist, zur Dwekut zu kommen; dann ist die Gruppe ein Mittel. Wenn ich das Mittel erforsche und tiefer in es hineingehe, fange ich an zu sehen, dass dieses Mittel auch wie das Ziel ist. Denn dort drinnen, im Mittel, finde ich eine Verbindung mit dem Schöpfer. Deshalb ist das Mittel das Kli und der Schöpfer das Licht, aber Licht und Kli werden in der Dwekut zu einem. Und deshalb gibt es keinen Unterschied zwischen dem Mittel – den Freunden und dem Zehner – und dem Schöpfer. Das alles enthüllt sich mir gegenüber als eins.

In Ordnung? Gut. Keine Fragen mehr? Ja, nu?

Schüler: Es steht geschrieben: „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist." Die meisten Menschen hier sind hier, weil sie vielleicht etwas gefühlt haben, das mit so einem Geschmack zusammenhängt. Wie kann man also über so etwas nachdenken, ohne sozusagen in die Klipa zu fallen?

Rav: Ich verstehe nicht. „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist": Der Schöpfer ist die Kraft des Gebens und der Liebe. Wenn ich das Geben und die Liebe koste und das für mich gut ist, dann ist es wirklich „Kostet und seht, dass der Schöpfer gut ist". Was fragst du dazu?

Schüler: Das heißt, wenn ich darüber nachdenke, weil es keinen … Er schreibt jetzt, dass es keinen Geschmack in der Arbeit gibt. Und wenn man sozusagen versucht, Geschmack zu suchen, ist das nicht Klipa?

Rav: Nein, warum ist das Klipa? Wir müssen das genießen. Aber was genießen? Dass wir in der Welt des Schöpfers sind, in der Kraft des Gebens und der Liebe, dass wir wirklich alle auch so zur ganzen Wirklichkeit stehen. Ich höre aus dieser Frage, dass der, der sie stellt, sich den Schöpfer, der Schöpfer bewahre, als irgendeine Gestalt vorstellt, eine Statue, etwas, das außer dass es existiert, auch eine Kraft des Gebens und der Liebe hat. So etwas gibt es nicht; Geben und Liebe sind vielmehr der Schöpfer selbst.

Schüler: Dann ist es überhaupt kein Problem, um diesen Geschmack des Gebens und der Liebe zu bitten?

Rav: Es ist kein Problem, um was zu bitten?

Schüler: Um diesen Geschmack des Gebens und der Liebe.

Rav: Geschmack des Gebens und der Liebe. Nein, bitte darum. Ja, das Geben darf man genießen, das Empfangen darf man nicht genießen. Ich sehe vor dem Kongress viel Nebel.

Wir haben … wo? Ah, Karmiel. Ja.

Schüler: Er schreibt hier, dass die Arbeit unter Zwang ist, auf dem Weg des Zwangs: „sondern seine Arbeit war auf dem Weg des Zwangs". Was heißt das?

Rav: Unter Zwang? Gegen das Verlangen, das Empfangen zu genießen; vielmehr sich umzukehren, sich zu einem Verlangen umzuformatieren, das Geben zu genießen. Das ist die Arbeit unter Zwang: dass ich in mir das innere Programm austauschen muss – Gedanke, Verlangen, Richtung, das alles hat sich in mir umgekehrt: „Es wurde umgekehrt." Durch das Licht, das zum Guten zurückführt, mache ich das natürlich, aber in meiner Bitte denke ich ständig an diese völlige Umkehrung der Verhältnisse.

Nikolajew.

Schüler: Eine Frage: Wie kann man aus der Tiefe meines Herzens bitten und beten, wenn gerade in der Tiefe das Verlangen zu empfangen konzentriert ist? Und wenn man aus der Verzweiflung bittet – ist das Ego dann neutralisiert?

Rav: Dass wir von ganzem Herzen bitten müssen, heißt: aus unserem ganzen Verlangen, dass es ganz und gar zur Korrektur gegeben wird. Dass ich fühle, dass ich es ganz korrigieren will, ohne jeden Kompromiss – das heißt „aus der Tiefe des Herzens": Ab der letzten Stufe 4¹⁰ will ich korrigiert werden.

In Ordnung? Weiter. Gut, dann gehen wir weiter. Ja, Terence.

Schüler: Rav.

Rav: Yes.

Schüler (Übersetzung aus dem Französischen): Ich habe versucht, meine Probleme aufzuschreiben, aber es ist mir nicht gelungen.

Rav: Überhaupt nicht gelungen?

Schüler: Nein.

Rav: Nein. Das heißt, du kannst die Probleme nicht ausdrücken, sie nicht auf Papier schreiben?

Schüler: Ich habe viele Probleme.

Rav: Das ist klar, du sprichst jeden Tag über sie.

Schüler: Ich habe viele Probleme. (Der Schüler spricht auf Französisch weiter)

Schüler (Übersetzung aus dem Französischen): Einerseits konnte ich meine Probleme nicht aufschreiben, und ich habe es auch nicht geschafft, die Probleme der Freunde zu lesen. Ich hatte Angst, dass ich die Freunde wegen meines Egos anders ansehen würde, wenn ich ihre Probleme lese. Aber ich verstehe, dass das Einzige, was die Freunde brauchen, das Licht ist, und um das Licht muss ich für sie bitten. Aber wenn ich ihre materiellen Probleme sehe, werde ich gerade anfangen, sie zu verurteilen.

Rav: Ich sage dir: Das ist einerseits richtig, aber andererseits müssen wir uns trotzdem über diese Probleme erheben. Zunächst: Warum muss ich sie verurteilen? Der eine erscheint mir dumm, der zweite ein Lügner, der dritte – was? – geizig, der vierte … Nu, helft mir. Stur, hochmütig, herrschsüchtig. Nu, daran fehlt es nicht. Und, muss ich sie danach beurteilen? Ich frage dich: Wie muss ich sie ansehen? Verurteile ich sie deswegen? Nein. Das sind die Eigenschaften, die der Schöpfer in diesen Körper gelegt hat. Und Er hat mir diesen Körper als Freund gegeben, mit dem ich mich über diesen Eigenschaften verbinden muss.

Ich schaue nicht auf Eigenschaften. Weißt du, wann ich auf sie schaue? Wenn es die Arbeit stört. Das war's: dass Akuka etwas nicht machen will, Niv faul ist, Oren stur ist, das so und das so – nu, und bei Yaniv ist ja klar, dass das überhaupt … Das war's, wenn es die Arbeit stört. Aber wenn es nicht um die Arbeit geht, der Schöpfer bewahre – das alles macht der Schöpfer, und es gibt kein … Ich nehme das an, und ich muss sie mit all diesen Dingen lieben, die der Schöpfer ihnen gegeben hat, die Er gegeben hat. Nur in Bezug auf unsere Arbeit im Betrieb. Gäbe es nicht die Arbeit im Betrieb, würden wir uns auch ganz anders zueinander verhalten; es wäre alles nur so: Was habe ich davon, dass du so bist und er so und er so.

Das ist es, was wir im Zehner haben. Ich schaue auf den Zehner: Das hat der Schöpfer hier gestaltet, zehn Puppen, jede hat Er so gestaltet. Und wir müssen darüber hinaus machen, was uns gegeben ist, etwas von unserer Seite hinzufügen, und das war's. Warum muss ich meine Einstellung ihnen gegenüber ändern, weil er so ist, er so oder er nicht so? Nu. Und wir müssen den Leuten zeigen, dass wir uns ihnen gegenüber nur sachlich verhalten, nur sachlich – entweder um in der Spiritualität zu bestehen oder um unsere Arbeitsabläufe in der Verbreitung der Kabbala zu ordnen. Das ist alles.

Ja.

Schüler (Übersetzung aus dem Französischen): Zum Beispiel: Wenn mein Freund ein Problem bei der Arbeit hat, worum bitte ich dann den Schöpfer – dass Er einen Mangel nimmt … Zum Beispiel, wenn ein Freund das Problem hat, dass er keine Arbeit hat, was mache ich dann? Nehme ich seinen Lebenslauf und fange an, ihn an Arbeitsstellen zu schicken? Oder kann ich um das Licht bitten, und wenn er dann das Licht bekommt …

Rav: Das eine und das andere muss ich machen. Wenn der Freund uns ein materielles Problem offengelegt hat, müssen wir ihm auch auf materielle Weise helfen. Aber der Schöpfer bewahre, zu denken, dass wir damit wirklich das Problem lösen. Nein, sondern: „Ohne Mehl keine Tora." Hier gibt es ein bestimmtes Problem, das wir noch nicht richtig, gegenseitig verknüpfen können, sodass Materialität und Spiritualität in der richtigen Verbindung sind.

Schüler (Übersetzung aus dem Französischen): Ich habe große Angst vor dieser Übung, weil ich die ganze Zeit gehört habe, dass das einzige Problem, das wir haben, die Verbindung zwischen uns ist.

Rav: Ja, aber wir leben auch in dieser Welt. Man hat uns diese Wahrnehmung dieser eingebildeten Welt gegeben, die wir trotzdem auch benutzen müssen. Ich kann nicht sagen: Es gibt keine Materialität, nur Spiritualität. Das kann ich nicht; ich muss auch Korrekturen auf der materiellen Stufe machen.

Schüler: Und was sind Korrekturen auf der materiellen Stufe?

Rav: Dass ich bestimmte Handlungen machen muss, um zu geben, auch in der Materialität. Ja. Nu.

Schüler (Übersetzung aus dem Französischen): Wie erhebe ich mich also über mein Ego, um meine Probleme gegenüber den Freunden aufzuschreiben?

Rav: Das ist dein Problem, das ist deine Arbeit. Du kannst es nicht, weil du hochmütig bist: „Wie soll ich ihnen mein Herz öffnen, was ich habe." Schreib zuerst nicht ganz alles, sondern ein bisschen, so etwas, einen Tropfen, damit es dich nicht in deiner Ehre verletzt.

Schüler: Danke.

Rav: Das hat er verstanden. Was soll man machen, so sind wir. Nach und nach. Weißt du, wie viel ein Mensch auf dem spirituellen Weg von sich ablegen muss? Wie der Schöpfer ihm wirklich alles vor der ganzen Welt abnimmt? Das beschämt ihn vor allen, aber damit verpflichtet Er den Menschen, sich darüber zu erheben. Daran werden wir noch arbeiten. Ja.

Schüler: Wir haben eine Frage von Efi aus New York. Wie weiß ich …

Rav: Wer ist Efi aus New York?

Schüler: Zehner 5.

Rav: Neu?

Schüler: Zehner 5 in New York.

Rav: Ah, ja, klar, ein Israeli in der New Yorker Gruppe. Aber … nu, nu. Warum macht er mir so … In Ordnung. Nu.

Schüler: Seine Frage: Wie weiß ich, dass mein Genuss, wenn ich gebe, ein egoistischer Genuss ist?

Rav: Wie weiß ich, dass der Genuss, den ich gebe, ein egoistischer Genuss ist? Was gebe ich? Was kann ich geben? Nur der Schöpfer kann geben, ich kann gar nichts geben. Ich kann nur empfangen, um zu geben, oder geben, um zu geben, aber wirklich geben kann ich nicht. Wenn ich wie ein Rohr arbeite, leite ich trotzdem zum Schöpfer weiter. Mein Geben besteht nur darin, dass ich aus mir einen Durchgang mache. Das ist das Geben. Ich selbst bin kein Lieferant von Genüssen, ich bin kein Lieferant von Licht – wie kann ich geben? Unser Geben besteht nur im richtigen Empfangen.

Was hast du heute da? Nu, nu. Weil er Dienst hat?

Schüler: Ich möchte mich auf diese letzte Frage beziehen. Wenn mein Genuss beim Geben ein egoistischer Genuss ist, dann diese Handlungen, die wir sozusagen machen …

Rav: Der Genuss ist egoistisch, wenn du der Form nach gibst. Ja? So wie eine polnische Mutter dem Kind alles hineinstopft, was sie gibt. Sie gibt ja auch, ja?

Schüler: So etwas. Oder dass wir anderen Völkern helfen, die unsere Hilfe nicht brauchen, sondern …

Rav: Das heißt: Genuss gibst du entweder dir selbst oder jemandem genau nach seinem Mangel. Also muss zuerst sein Mangel da sein, so wie bei uns mit dem Schöpfer. Wenn zuerst sein Mangel da ist und genau dem entspricht, was du ihm geben wirst, und er zu diesem Genuss hingezogen wird und zu dir kommt und ihn empfangen will, dann kannst du ihm geben – das ist wirklich ein Genuss zum Segen.

Schüler: Sie haben uns damals ein Beispiel gegeben: All diese Taten, die Völker zum Beispiel gegenüber den Völkern Afrikas machen, wenn sie ihnen helfen wollen, dienen eigentlich dazu, ihr Ego zu füllen.

Rav: Das ist ein großer Schaden, denn ursprünglich brauchten die Afrikaner das nicht. Man bringt ihnen so eine Kultur, auch alle möglichen Krankheiten, alle möglichen Probleme aus Europa. Sie lebten gut in ihrer Kultur – was muss da sein, warum muss ich mit Krawatte und so herumlaufen? Oder wie dort, wo man auf Wollsäcken sitzt und mit Perücken Recht spricht, wie in England, und so Gericht hält. Weißt du, das haben sie übernommen … Das brauchen sie nicht. Das heißt: Der Mangel von Seiten des Unteren muss zuerst da sein und dem entsprechen, was der Höhere geben will – unter der Bedingung, dass der Höhere wirklich zum Wohl des Unteren geben will.

Das heißt, im Höheren muss im Voraus das Gefühl des Mangels des Unteren sein. Dann wartet er nur und erwartet, dass der Untere von ihm empfangen will, dass der Untere versteht: Was er wirklich wollen muss, ist das, was der Höhere hat. Hier gibt es eine gegenseitige Arbeit, eine gegenseitige Einbeziehung, so allmählich, bevor das passiert, bevor es eine Übereinstimmung gibt. Und wenn es dann eine Übereinstimmung gibt, gibt es keinen Unterschied zwischen Empfangendem und Gebendem: Beide empfangen und beide geben.

Karmiel.

Schüler: Guten Morgen, Rav, liebe Freunde. Es kommt vor, dass Freunde in den Gruppen von uns gehen. Welche Arbeit hat die Gruppe zu machen, wenn sie erkennt, dass sich ein solcher Zustand nähern kann? Und was passiert mit einem Freund, der von uns gegangen ist – wie wird er in die Gruppe einbezogen, wenn überhaupt? Was ist dieser Zustand?

Rav: Wir hatten solche Fälle auch bei Rabash, dass Freunde starben. Man arbeitet weiter ohne jedes … ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, man arbeitet einfach weiter. Was ist daran wichtig, ob er in dieser oder in einer anderen Form bei uns ist? Wenn es zehn sind und jetzt in materieller Form neun übrig sind, dann können wir noch einen Zehnten aufnehmen. Und nicht solche Rechnungen machen: Er ist gestorben, was passiert jetzt, wir sitzen und weinen. Nein.

Wir nehmen das als Urteil von oben an und gehen weiter. Und gehen weiter, wirklich. So muss es sein, auch gegenüber dem Lehrer, der gestorben ist. Das muss sehr sachlich und kurz sein und nicht zu irgendetwas gemacht werden, ich weiß nicht … nein, nein. Man setzt den Weg fort: Was gestern war, war gestern, und heute machen wir weiter. Das war's. Es gibt keinen, keinen Unterschied. Und ob irgendein Freund bei uns ist oder nicht – was ist daran wichtig? „Der Freund für die Ewigkeit" heißt das, und das war's.

In Ordnung? Gut, wir haben wieder Karmiel – was ist bei ihnen los?

Schüler: Wenn die Gruppe erkennt, dass sich ein solcher Zustand nähert – gibt es besondere Handlungen, die man machen muss, um einen Freund zum Ende seiner Tage hin zu begleiten?

Rav: Erklärt mir, was fragen sie? Was? Ein Freund ist sehr krank – ah, nu, ja?

Schüler: Zum Ende seiner Tage hin.

Rav: Dann muss man beten. Man muss beten. Es ist nicht wichtig, in welchem Zustand er ist, noch so lebensbedrohlich. Es liegt nicht an uns zu entscheiden, dass es so ist, dass er schon verloren ist. Vielmehr dürfen wir bis zum letzten Moment nicht sagen, dass es nicht von unserem Gebet abhängt. Es hängt von unserem Gebet ab. Wir müssen alle beten, alle bitten, alle wollen, dass er bei uns bleibt – so, wie es sein muss, wie es üblich ist, so steht es auch geschrieben. Aber wenn er gestorben ist, ist er gestorben. Das war's.

Von diesem Moment an gibt es die Shiv'a, die Trauertage, Shiv'a, Shloshim¹¹ und so weiter, ein Jahr. Es gibt in unserer Welt solche Zeichen, entsprechend dem Aufstieg der Seele, wenn sie sich vom Verlangen zu empfangen löst; also auch als Abbild in unserer Welt, in unseren Bräuchen gegenüber dem Verstorbenen. Aber die Freunde fangen am nächsten Tag trotzdem an, zu lernen und sich mit allen Korrekturen zu beschäftigen, wie es sein muss. Und man nimmt den Zehnten auf, anstelle dessen, der gestorben ist, und macht weiter. Gerade das ist wie „Es gibt niemanden außer Ihm, gut und Gutes tuend". Was machen wir daraus irgendein … wie die ganze Welt? Das ist verboten.

In Ordnung? Das war's. Es gibt nichts. Was, Dudi?

Schüler: Sollen wir während des Kongresses morgen weiter all die Probleme der Freunde vor Augen haben, oder gibt es zur Zeit des Kongresses eine andere Gesetzmäßigkeit?

Rav: Nein, ein Kongress ist ganz anders. Wir kommen, mit Hilfe des Schöpfers, morgen um zwölf Uhr mittags zum Kongress, stimmt's?¹² Nach der Uhrzeit. Um zehn Uhr morgens bei euch. Um zehn, das heißt, dort ist es um eins. Um zehn ist nur ein Freundestreffen? Oder Unterricht? Elf Uhr dreißig?

Vorleser: Um zehn Uhr dreißig Freundestreffen.

Rav: Ja, und danach um elf …

Vorleser: Unterricht.

Rav: Unterricht. Das heißt, dort ist es plus drei, also um eins mittags Unterricht. Also, äh? Elf plus drei Stunden, äh, zwei Uhr mittags, ja. Das war's. Das ist etwas spät für euch, ja, weil ihr hier zusammen beim Unterricht sein werdet, ja? Und nach dem Unterricht gibt es eine Mahlzeit?

Vorleser: Wir richten uns genau nach dem Zeitplan in Almaty.

Rav: Aber dort, sagen wir, beende ich um neun Uhr abends den zweiten Unterricht, ja?

Vorleser: Dann ist das bei uns sechs Uhr abends. Der letzte Unterricht am Ende des Tages.

Rav: Ah, deshalb.

Vorleser: Ja. Kein Problem, wir sind eng dran.

Rav: Ihr seid gerade gut. Ja. Schön. Das war's: Also gelten in Bezug auf den Kongress keine Regeln, die vor der Zeit des Kongresses galten. Wir haben über Unrecht¹³ gesprochen und über den, der gestorben ist, und dass wir darüber hinweggehen müssen. Wir wechseln auf eine andere Spur. Wir alle werden zusammen einbezogen, sorgen mehr für das weltweite Kli, noch mehr für die Übersetzungen, für all diese Dinge, dass sie an ihrem Platz und richtig sind, für Männer, für Frauen, für Kinder, dass alle, die teilnehmen wollen, teilnehmen können.

Denn ein Kongress ist nicht wie ein Morgenunterricht, der eben so ist. Zu einem Kongress zieht man wirklich alle heran. Deshalb muss man für alle einen Platz einrichten, einladen und Dinge vorbereiten. Auch Frauen, die an die Kinder gebunden sind, sollen mit den Kindern kommen können, und für die Kinder soll es einen Platz geben, Süßigkeiten, alle möglichen Dinge. Kurz gesagt, kümmert euch darum. Das war's.

Was noch? Ja, Dudi?

Schüler: Nachdem wir uns um alle Dinge auf der logistischen Ebene gekümmert haben, frage ich nach diesem Zettel mit der ganzen Liste der Dinge, die die Freunde stören. Benutzt man ihn beim Kongress dafür, oder lässt man ihn im Moment liegen?

Rav: Mit persönlichen Störungen?

Schüler: Von jedem Freund im Zehner.

Rav: Während des Kongresses gibt es keine persönlichen Störungen.

Schüler: Es gibt keine Störungen beim Kongress?

Rav: Nein. Es gibt überhaupt keine persönlichen Störungen. Ich gehe hinaus, das war's. Ich gehe zum Kongress, ich fühle nichts, mir ist egal, was passiert, ich bin jetzt mit allen zusammen in eine Handlung der Verbindung einbezogen. Das war's. Eigentlich, kann man sagen, muss es Tag für Tag so sein, aber das ist trotzdem eine Betonung der Verbindung. Und was wir in den Unterrichten durchgenommen haben – ich bitte euch, achtet darauf, wie anders der Eindruck während des Kongresses von denselben Themen sein kann, die wir schon kennen.

Ein Kongress – es gibt keine, keine … wie soll ich sagen? Es gibt keine Probleme, nichts, in der Welt passiert überhaupt nichts, alles ist tot, man hört weder neue Nachrichten noch alte noch sonst irgendetwas. Es gibt nichts. Nur den Kongress mit seinem Thema. Das war's. Lieder, Freundestreffen, Unterrichte, Fragen und Antworten, das war's. Wirklich so. Ich bitte sehr darum: Seid konzentriert. Und überprüft und erweckt auch alle Gruppen in der Welt. Ihr seid außerdem auch das logistische Zentrum. Ich glaube nicht, dass es von dort aus die Möglichkeit gibt, alle so zu verfolgen und auf alle zu achten. Ich weiß nicht, wie das ist – gibt es eine Möglichkeit zu wissen, wie es funktioniert? Nein? Ich weiß nicht. Kann uns das jemand erzählen?

Vorleser: Was heißt, wie es funktioniert? Was mit den anderen Gruppen in der Welt passiert – ist das die Frage?

Rav: Ja. In welcher Form sie verbunden sind, an wen sie sich mit allen Problemen wenden, ob die Übersetzer hier sitzen? Empfangen sie von dort – Alex kann das sagen. Ja?

Alex: Ja, das ist alles wie gewohnt. Wir empfangen von dort und verbreiten von hier aus in die ganze Welt.

Rav: Nur ist die Quelle nicht hier, sondern dort, aber alles andere …

Alex: Alles wie gewohnt.

Rav: … ist hier.

Alex: Ja. Die ganze Übertragung wird in einer guten Umgebung sein und wie gewohnt in alle Sprachen übersetzt.

Rav: Bestens. Kann es sein, dass einige Übersetzer, die ihr hier braucht, dorthin fahren? Nein? Sicher? Ihr habt schon … In Ordnung. Das war's. Was noch, Dudi? Keine Fragen. Prima. Nur eine Sache: Bereitet euch darauf vor, von allem abgeschnitten zu sein, von allem abgeschnitten. Macht zu Hause im Laufe des Tages und morgen bis mittags alle möglichen Vorbereitungen, damit die Familie euch nicht braucht. Und dann geht so weit wie möglich in die Verbindung hinein. Das, und auch alles für Frauen und Kinder einrichten.

Das ist alles, ich habe nichts mehr zu sagen. Fragen gibt es keine? Nein. Alles ruhig. Bestens. 34:32 – wir gehen zum Talmud Esser haSefirot über.

(Ende des Unterrichts)