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Transkript Morgenunterricht 02.03.2021
Unterricht
zum
Thema
–
Integration
Ausgewählte
Auszüge
aus
den
Quellen
Vorleser: Unterricht zum Thema Integration, ausgewählte Auszüge aus den Quellen, ab Auszug Nr. 6. Integration. Rav, bitte.
Rav: Das ist ein Thema, bei dem ich überhaupt nicht weiß, wie wir es einschätzen und wie wir es verdauen können. Eigentlich entsteht die ganze Schöpfung aus der Integration dieser zwei Kräfte: Plus und Minus, Empfangen und Geben. Deshalb heißt sie „Schöpfung", und das nicht umsonst. Auch das Ego kann nicht allein existieren, es kann nur auf der Kraft des Gebens existieren. Und das Geben kann nicht existieren, außer wenn es auf der Kraft des Empfangens gegründet ist. Es gibt keinen Tag ohne Nacht und keine Nacht ohne Tag, wie der Sohar sagt. Nur in der richtigen Verschmelzung zwischen ihnen können sie zusammen existieren, und das heißt Schöpfung.
Deshalb hat der Schöpfer es so erschaffen, dass die Integration das Erste war, was Er in der Schöpfung gemacht hat, denn das heißt „System Adam". Danach hat Er es zerbrochen. Die Teile, die Er durch Sich, aus der Höheren Kraft, in Form von Kraft des Gebens und Kraft des Empfangens verbunden hatte, sollten Geschöpfe werden, Teile, die sich entwickeln. Sie sollten verstehen, dass sie gerade durch die richtige Verschmelzung, die richtige Integration zwischen Geben und Empfangen so existieren können, und das wird die Schöpfung sein. Alles außer dem ist die Höhere Kraft, Ejn Sof, das abstrakte Licht, das wir nicht einmal „Licht" nennen können. Das ist sozusagen dieselbe Kraft, die vor der Schöpfung war.
Deshalb ist unsere Arbeit, das zu tun, was nur wir tun können: uns integrieren. Uns integrieren. Deshalb sehen wir die Welt so weit, so komplex, so gegensätzlich, und niemand hat Eigenschaften, die denen des Schöpfers ähnlich sind. So kommen wir schon zu dem Zustand, in dem wir verstehen, dass die ganze Schöpfung zur Integration mit dem Schöpfer selbst kommen muss. Integration mit dem Schöpfer ist aber nur unter der Bedingung möglich, dass wir uns untereinander integrieren und so zu den spirituellen Eigenschaften kommen. Spirituelle Eigenschaften sind nämlich nicht die Kraft des Gebens allein. Die Kraft des Gebens allein ist die Höhere Kraft, und die Kraft des Empfangens allein ist die untere Kraft, die so von der Höheren Kraft erschaffen wurde. Spirituelle Eigenschaften sind die richtige Verschmelzung zwischen beiden. Zwischen der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens bauen wir solche Eigenschaften, Gefühle und Verständnisse, in denen wir die Schöpfung so erreichen wie der Schöpfer. 3:47
Deshalb hat niemand spirituelle Eigenschaften. Wir selbst müssen verstehen, was wir brauchen, und uns bemühen, es untereinander zusammenzusetzen. Wenn wir die Eigenschaften des Empfangens und des Gebens untereinander nicht richtig zusammensetzen können, bitten wir die Höhere Kraft. Sie ist die dritte Kraft, die über uns steht, über der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens, und dann hilft sie uns. Eigentlich macht sie die Handlung, die Arbeit des Schöpfers (Awodat HaShem). Aber wir bestellen sie durch MaN, durch das Erheben des Mangels, damit unsere Kräfte richtig vermischt werden. Gemeint ist ein Verlangen zu empfangen, das sich nicht verfeinert und nicht verschwindet, sondern bereit ist, sich mit dem Verlangen zu geben zu verbinden und sich darin zu integrieren. Dieses Verlangen soll sich integrieren und in die Vereinigung mit dem Verlangen zu geben eintreten. So bauen wir uns aus dieser Verbindung dem Schöpfer ähnlich.
Das Verlangen zu empfangen bleibt, und zwar immer, als Grundlage unseres Zustands. Darüber, nach unserer Einschätzung über dem Verlangen zu empfangen, kommt die Kraft des Gebens. So setzen wir uns zusammen. Daraus lernen wir, dass unsere ganze Arbeit besonders in der Gemeinschaft ist, in der richtigen Umgebung: „Einer hilft dem anderen". Niemand hat spirituelle Eigenschaften, und jeder kann sich in die Gruppe integrieren und vom anderen empfangen. Und soweit wir uns bemühen, uns zu integrieren – gegen unser Verlangen, gegen unsere Natur, gegen die Kraft des Egos, die der Schöpfer jedes Mal in uns wachsen lässt, erweitert und vergrößert, und über der wir immer höher stehen wollen –, verstehen wir doch, dass das eine ohne das andere nicht geht. Und wir verstehen, dass nur der Schöpfer uns das richtige Verhältnis zwischen der Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens einrichten kann.
So stehen wir auf zwei Beinen und existieren, mit unserem Kopf, der wirklich über den zwei Linien steht und dem Schöpfer ähnlich ist. Das ist eigentlich das Erreichen des Schöpfers, die Empfindung des Schöpfers, die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer. So bauen wir. Deshalb besteht unsere Arbeit nicht darin, spirituelle Eigenschaften von oben zu suchen. Oben gibt es gar nichts. Alles hängt von unserer richtigen Verschmelzung ab, „Einer hilft dem anderen", von unserer Integration in der Gruppe. Ich hoffe sehr, dass wir anfangen, diese Prinzipien zu erfassen. Dann werden wir wirklich richtig verstehen, was die Weisheit der Kabbala ist: die Weisheit der Verschmelzung, die Weisheit der Integration der Geschöpfe, damit sie würdig werden, dass der Schöpfer sich in sie einkleidet. 7:29
Was kann ich noch sagen? Für uns ist auch der Workshop das Wichtigste. Dort spüren wir unsere Freunde und wollen sie uns als gut vorstellen, als korrigiert, als in Gmar Tikun befindlich, und nur ich schaue auf sie. „Wer andere für mangelhaft erklärt, tut es mit seinem eigenen Makel". So sehe ich mich im Vergleich zu ihnen in wahrer Form: wer ich bin, was ich bin. Die Freunde sind wie ein Spiegel, der mir etwas zurückzeigt. Soweit ich sie nicht ideal sehe, zeige ich eigentlich mich selbst, enthülle mich selbst, lerne mich selbst kennen: Ich bin nicht im korrigierten Zustand.
All diese Störungen, die ich sehe, werden mir gegeben, damit ich über ihnen stehe. Im Glauben über dem Verstand soll ich meine Freunde noch schöner, noch besonderer, noch heiliger sehen, und dadurch werde auch ich jedes Mal geheiligt. Alle sind höher als ich, wie Rabash in den Artikeln über die Gemeinschaft schreibt, und ich will sie die ganze Zeit immer noch höher über mir sehen, denn dadurch … Ich fresse mich nicht auf, weil ich nicht wie sie bin, nein. Ich danke dem Schöpfer, dass Er mich zu ihnen gebracht hat und ich mich dadurch in sie integrieren und mich ihnen nähern kann. So steige auch ich auf. Soweit ich sie über mich erhebe, erhebe ich gerade durch diese Methode mich selbst. Darin sehe ich meine ganze Arbeit.
Und wenn ich das nicht kann, habe ich den Schöpfer, der mir dabei hilft. Er hat mir die Umgebung gegeben, das heißt: „Er legt meine Hand auf das gute Los und sagt: Nimm dir das". Dann muss ich nur die Beziehungen zwischen mir und den Freunden richtig einrichten. Ich muss die Freunde richtig sehen, mich selbst als den Niedrigsten unter ihnen, und den Schöpfer bitten, dass Er mir jedes Mal hilft, unter ihnen zu sein, in möglichst großer Anhaftung an sie.
Überhaupt verwirrt uns das Ego, wie wir sehen, in jedem Moment. Wir müssen uns daran gewöhnen, darin „Eser keNegdo" zu sehen. Das richtet der Schöpfer so in jedem Einzelnen ein, besonders in uns, damit wir, so scheint es, über das Ego hinauswachsen und uns mehr verbinden, bis wir zu einer Verbindung kommen, in der wir anfangen, die spirituellen Handlungen und darin die spirituellen Kräfte zu enthüllen. Das ist das Verhältnis des Schöpfers zu uns. 11:20
Das ist eigentlich das, was wir vorerst wissen müssen. Auch dahin kommen wir durch Integration: soweit wir uns ineinander integrieren, jeder die Freunde über sich selbst stellt und sich nur darum kümmert, sie in seinen Augen noch höher zu schieben. Dadurch erheben wir das ganze System Adam haRishon und schieben auch die ganze Menschheit um uns herum nach vorne, die sich so ebenfalls integriert. Das werden wir später noch mehr enthüllen. So korrigieren wir eigentlich die Welt.
Dazu gibt es viel zu sagen, aber ich will euch etwas von meiner Begeisterung für den Begriff „Integration" vermitteln. Wenn sich zwei entgegengesetzte Dinge nicht integrieren, gibt es keine Schöpfung. Sogar unsere ganze Materie existiert nur, weil es eine Höhere Kraft gibt, die die negativen und die positiven Kräfte in einem bestimmten Verhältnis zueinander hält. Sonst würden sie in alle Richtungen fliegen. Nach dem Zerbrechen flogen sie auseinander, und der Schöpfer bringt sie nach und nach immer näher zueinander. Dann fängt die ganze Schöpfung sozusagen an, sich zusammenzuziehen und sich in sich zu integrieren, im Unbelebten, im Pflanzlichen, im Belebten, bis der Mensch kommt. Der Mensch – das heißt, bis egoistische Verlangen kommen. Dann brauchen sie die Kraft der Verbindung, die anfängt, aus ihnen die dem Schöpfer ähnliche Form zusammenzusetzen, „den Menschen" (Adam). Das müssen wir ausführen. 13:45
Dazu gibt es viele Fragen. Das ist unsere Arbeit, und wir müssen sie unbedingt verstehen und kennenlernen. Ich denke, es hat keinen Sinn, über die materielle Welt zu sprechen, über das ganze Universum und wie all diese Dinge darin existieren. Das ist dem, was in der spirituellen Welt geschieht, sehr ähnlich, nur auf niedrigeren Stufen. Wir werden das aus all unseren Beschäftigungen verstehen. Vorerst gehen wir tiefer in das Thema hinein.
Fangen wir mit Kiew 3 an.
14:34
Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Wie enthüllt man gerade das spirituelle Sehnen der Freunde? In der Praxis sieht man, dass wir regelrecht Berge von Müll beiseiteschieben müssen, um zu diesem Gefühl zu kommen. Daraus ergibt sich meine Frage: Als ich zum ersten Mal das spirituelle Sehnen des Freundes in mich aufgenommen habe – was ist dieser Punkt, wie hält man ihn fest, wie erweitert und stärkt man ihn?
Rav: Ich stimme nicht ganz zu, dass wir in materiellen Beziehungen zwischen ihnen (uns?) sind. Materialität gibt es überhaupt nicht. Die Spiritualität zeigt sich uns nur so, damit wir irgendwie anfangen, mit ihr zu arbeiten, sie kennenzulernen und zu ordnen. In Wahrheit gibt es nur Spiritualität. Diese Welt gibt es nicht, das ist eine eingebildete Welt. Es gibt keine Freunde, die, wie es mir scheint, jeder in seinem Körper existieren, in seiner Familie, vielleicht in einer anderen Welt, das heißt in einem anderen Land, in einer anderen Familie. All das sind nur Umhüllungen unseres Verlangens zu empfangen. Wir müssen in all diesen Dingen zuerst die Erscheinung der Eigenschaften des Empfangens oder des Gebens sehen, mit denen wir anfangen müssen zu arbeiten.
Die Freunde werden mir gegeben, damit ich mich mit ihnen integriere. Integration kann es nur so geben, wie in den Artikeln über die Gemeinschaft geschrieben steht: dass ich sie in mich einschließe. Was heißt „einschließen"? Ich sehe sie vollkommen und spirituell, ohne irgendetwas Materielles in ihnen. Und ich will mich mit ihnen integrieren, soweit ich sie mir in den Eigenschaften des Gebens vorstellen kann.
Wenn ich diese Eigenschaften des Gebens nicht sehe, muss ich mir sagen: „Wer andere für mangelhaft erklärt, tut es mit seinem eigenen Makel". So sehe ich die Welt, so sehe ich die Freunde, aber in Wahrheit ist vor mir die Welt Ejn Sof. Wenn ich Verbindung erwerbe, einen Massach, und jedes Mal mit der Kraft des Gebens über die Kraft des Empfangens aufsteige – das heißt „Glaube über dem Verstand" –, dann kann ich auch heute, auch jetzt die Welt Ejn Sof erreichen, Gmar Tikun, außer der es nichts gibt. Alle anderen Dinge entstehen nur durch die Massachim, die mir das Bild von Ejn Sof auf meine Stufe herunterbringen. Deshalb heißt das „Welt" (Olam), vom Wort Verhüllung (Heelem) und Verbergen.
Deshalb lohnt es sich für mich nicht, meine Freunde so zu sehen, wie sie mir in meinen Augen erscheinen. Ich danke dem Schöpfer, dass Er mir diese verdorbene materielle Sicht erschaffen hat – „Wer andere für mangelhaft erklärt, tut es mit seinem eigenen Makel" – und gleichzeitig will ich sie mir in der spirituellen, vollkommenen Form vorstellen. Soweit ich mir das nicht vorstellen kann, muss ich Anstrengungen machen. Und soweit ich diese Anstrengungen mache, sehe ich nach und nach, dass ich wirklich in der Spiritualität bin, in einer Welt, die ganz Geben ist. Alles hängt von meiner Anstrengung ab. Also lasst uns daran arbeiten. 18:50
Ihr müsst einander keine solchen Beispiele geben, in denen man sich materiell zueinander verhält, sondern nur in spiritueller Form. Ich sehe in ihnen, in all meinen Freunden, Engel, die in spirituellen Eigenschaften sind. Was mir erscheint, erscheint mir so, weil ich sie in meiner Sicht auf die Materialität herunterbringe. Aber sie selbst sind alle korrigiert und wirklich alle in Gmar Tikun. Das heißt, ich bin jetzt in Gmar Tikun, und alles, was ich sehe, sehe ich so, weil ich eben so sehe. Niemand malt mir die Welt anders, nur mein verdorbenes Verlangen.
Ich verstehe, dass es eine ideale Form ist, sich so zur Welt zu verhalten, und dass das nicht einfach ist. Wir können dadurch allen auch wie Spinner erscheinen. Aber eigentlich ist das die richtige Form. Zumindest untereinander, in meinem Zehner, muss ich die Beziehungen so festlegen: Alle Freunde sind korrigiert und vollkommen, und ich bin unter ihnen, um mich in sie zu integrieren. Ich unterstütze, dass sie in dieser Form existieren, und will wirklich mit ihnen zusammen sein, mit Herz und Seele.
Kiew 1.
20:44
Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Ja, lieber Rav. Sie haben gesagt: Wenn wir versuchen, die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens zu verbinden, und es nicht gelingt, wenden wir uns an den Schöpfer, und Er verbindet sie. Wie macht Er das? Was bedeutet es, dass Er Geben und Empfangen verbindet?
Rav: Ich weiß es nicht, und es ist mir auch nicht wichtig, es zu wissen. Ich muss das Ergebnis der Sache empfangen. Ich tue, was mir auferlegt ist: Ich muss die Gemeinschaft so zusammensetzen, dass alle Beziehungen zwischen uns einem Netz des Gebens ähnlich sind. In diesem Netz des Gebens werden wir dann die Kraft des Gebens enthüllen, die der Schöpfer ist. Das ist alles.
Sagen wir, ihr seid Fischer, die aufs Meer hinausfahren, um den großen Fisch im Meer zu fangen. Dann setzt ihr untereinander ein Netz zusammen. Dieses Netz ist ein virtuelles Netz, es sind eure Kräfte. Ihr müsst die ganze Zeit so in Verbindung sein, dass dieses Netz existiert, und es existiert nur durch die Neigung jedes Einzelnen zu den anderen. Damit hofft ihr, den Schöpfer zu enthüllen. So bemüht euch. Das heißt „Integration". Und natürlich: Wenn sich jemand aus der Gruppe nicht anbindet, entkommt der Fisch, auch wenn er schon im Netz war.
Bei dieser Arbeit müssen wir auch den Schöpfer bitten, dass Er uns hilft, uns untereinander zu verbinden, die Knoten zwischen uns zu knüpfen und sie nicht loszulassen, und dass Er uns die Verbindung garantiert. So werden wir vorankommen. Die Hauptsache ist, die ganze Zeit der Verbindung hinterherzulaufen, in der wir den Schöpfer enthüllen wollen, um Ihm Freude zu bereiten.
Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Ist der Schöpfer das Ergebnis der Integration oder die Integration selbst?
Rav: Das werden wir später enthüllen. Der Schöpfer ist „Ich bin der Erste, und Ich bin der Letzte", „Außer Mir gibt es nichts" und „Es gibt niemanden außer Ihm", das ist alles. Wir werden später sehen: Außer unserem Verlangen zu empfangen, das Er ebenfalls erschaffen hat, Ihm selbst entgegengesetzt, ist alles Übrige, die Verbindungen und die Beziehungen, Teile von Ihm. Durch sie enthüllt Er sich so, damit wir Ihn enthüllen.
ITA 4.
24:06
Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Rav, Sie haben vorher gesagt, dass diese Integration zwischen uns der ganzen Menschheit helfen wird. Geschieht das als Ergebnis der allgemeinen Handlung? Oder durch eine bestimmte, spezifische Integration, die am Ende zum Wohl der Menschheit führt?
Rav: Das ist ein Prozess. Aber natürlich geht unsere Integration auf die ganze Menschheit über, und in der Integration mit der ganzen Menschheit haben wir viele Phasen und Stufen. Über manche Dinge kann ich noch nicht sprechen, um euch nicht zu verwirren, aber die Hauptsache ist Integration. Ich kann nicht darüber sprechen. Es geht hier um Integration zwischen den Völkern, zwischen Männern und Frauen, um eine vielfältige Integration. Aber von ihr hängt wirklich das Verhältnis zwischen allen Teilen des Gefäßes ab. Diese Teile verbinden sich immer wieder miteinander und bauen das Verbindungsnetz. Dieses Netz wird ganz im Geben sein, und in ihm wird sich der Schöpfer enthüllen.
Nein, mehr kann ich nicht sagen. Das müssen wir enthüllen. Aber sicher sind all unsere Freunde aus allen Völkern, die jetzt bei uns sind und sich uns anschließen, der aktivste Teil in unserem Gefäß, der diese Verbindung zusammensetzen soll.
Schüler: Am Anfang des Unterrichts gab es die Aufgabe, aus der Mitte des Zehners ein gemeinsames Gebet zu schreiben. Ich saß da ohne jedes Verständnis, ohne Orientierung, was man tun muss. Wir haben wirklich versucht, aus einzelnen Wörtern irgendein Gebet zusammenzukleben. Es scheint so weit von dem entfernt, wie es sein sollte. Und genau das war mein Gebet: Wie macht man das? Wie betet man?
Rav: Die Sache ist einfach. So nah wie möglich an der Gruppe sein, sie ordnen und vereinen, auch wenn es zwischen euch Abstoßung und Unverständnis gibt. Das alles ist auf der materiellen, egoistischen Ebene. Man muss über diese Ebene aufsteigen und sich bemühen, mit aller Kraft verbunden zu sein. „Verbunden" heißt, dass ihr euch über alle materiellen, irdischen Unterscheidungen, Aspekte, Entscheidungen und Berechnungen erhebt und euch so viel wie möglich miteinander verbindet. Warum? Weil wir dadurch der Höheren Kraft der Natur näher sind und die allgemeine Natur enthüllen. Dann werden wir einerseits wissen, wie man wirklich Vollkommenheit über die ganze Wirklichkeit bringt, und andererseits, wie sehr wir dadurch diese ganze Wirklichkeit in die Nähe der Höheren Kraft bringen.
Man muss nur so handeln: die irdischen Berechnungen verlassen und sich über sie zur Verbindung, zur Integration erheben. Etwas davon geschieht sogar in der materiellen Welt. Menschen, die zusammenleben, schließen einander ein, ob sie wollen oder nicht, und werden einander etwas ähnlich, im Charakter, in irgendetwas. Wir können das sogar bei Kindern sehen: Wenn sie miteinander spielen, fangen sie an, Bewegungen, Eigenschaften, Wörter und Ausdrucksweise voneinander zu übernehmen. So geschieht das. Aber das ist auf materieller Stufe, und wir müssen daraus nichts lernen – außer, dass es in der Spiritualität so geschieht. Allerdings nur unter der Bedingung, dass wir über unseren egoistischen Kräften stehen und uns so miteinander verbinden wollen.
Wenn ich mich mit anderen integriere, empfange ich Sefirot. Ich bin Malchut, ich empfange zusätzliche Sefirot von den Freunden, und dann bin ich in ihnen. Gerade soweit ich mich gegen mein Verlangen mit den Freunden integriere, durch das, was Zimzum, Massach und Or Choser heißt, erhebe ich sie zu meinen ersten neun. Das geschieht, soweit ich ihnen geben will, an ihnen haften will und sie unterstützen will. Dann enthülle ich in ihnen am Ende die Erscheinung des Schöpfers mir gegenüber. Das ist es, was geschehen wird.
Schüler: Sie haben heute Morgen gesagt, dass Integration zwischen den Kräften des Empfangens und des Gebens ist. Wir als Zehner sind die ersten neun und ich als Malchut. Was bedeutet es, dass wir die Integration zwischen den Kräften des Empfangens und des Gebens ermöglichen?
Rav: Wenn wir alle einander geben wollen, müssen wir auch verstehen, dass wir voneinander empfangen müssen. Wenn ich etwas von einem Freund empfange, weil er mir geben will, heißt das nicht Empfangen, sondern ist ein Ausdruck von Geben. So werden wir miteinander verbunden. Zwar geben wir alle einander, aber wir empfangen auch alle voneinander, denn wenn ich nicht empfange, kann der andere nicht geben. Deshalb sind unsere Kräfte des Empfangens hier Kräfte des Gebens. So kommen wir zu einem Zustand, der ganz Geben ist.
Schüler: Ist Integration eine Ansammlung von vielen Zimzumim auf das Verlangen zu empfangen?
Rav: Nein. Aus Zimzumim kann keine Integration entstehen. Vielleicht meinst du: Wenn ich mich mit dem Freund integrieren will und zu ihm komme, schränke ich alles ein, was mich daran hindert, mich mit ihm zu verbinden. Aber das ist trotzdem noch keine Integration. Integration ist „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein". Da muss es sowohl die Kraft des Gebens als auch die Kraft des Empfangens geben. Meine Kraft des Gebens kann darin bestehen, dass ich von ihm empfange, das kann sein, aber das reicht nicht. Womit gebe auch ich ihm etwas, außer dass ich bereit bin, von ihm zu empfangen? Sonst ist das Empfangen nur passiv, auf der Stufe Shoresh, Stufe 1, vielleicht ein wenig Stufe 2.
Schüler: Geschieht Integration immer aus einer Einschränkung meiner privaten Verlangen und einer Verstärkung der Verlangen des Zehners?
Rav: Integration geschieht, soweit du dich in sie integrieren kannst. Das tust du, indem du dein Verlangen zu empfangen für dich selbst einschränkst und es aktivierst, um es als Geben zu benutzen, denn außer ihm hast du nichts. Du hast nichts anderes, womit du geben könntest. Dann bist du bereit, dein Verlangen zu empfangen zum Wohl des Zehners zu benutzen.
Schüler: Sie haben gesagt, dass Integration dann geschieht, wenn es ein richtiges Verhältnis zwischen Geben und Empfangen gibt. Was ist das richtige Verhältnis?
Rav: Das heißt „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein". Integration kann es nur geben, wenn zwei darin sind. Stell dir vor, ich komme wie ein Kleiner in die Gemeinschaft. Ich bin unter ihnen mit offenem Mund, schaue sie wie ein kleines Kind an und will alles verschlingen, was in ihnen ist. Das reicht nicht. Das ist keine Integration, das ist Aufnahme. Vielleicht kann man sagen, dass ich sie in mich einschließe. Aber Integration meint, dass wir uns gegenseitig und gleichwertig einschließen: „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein".
Soweit wir dem Schöpfer Mängel erheben, übergeben wir Ihm unsere Gefäße des Empfangens, und dadurch kann Er uns Seine Formen des Gebens übergeben. Wir geben in Gefäßen des Empfangens, Er gibt in Gefäßen des Gebens, und am Ende werden wir sozusagen ineinander eingeschlossen. Ich baue im Schöpfer meinen Teil, und der Schöpfer erschafft in mir Seinen Teil, „ein Teil des Schöpfers von oben"¹, das heißt „Neshama". Dann verbinde ich mich mit dem Schöpfer durch den Teil, in dem ich aufgestiegen bin. Mein MaN, das in Ihm bleibt, ist meine Verbindung mit dem Schöpfer. Und der Schöpfer, der mir MaD gebracht hat, ist meine Verbindung mit Ihm, die Verbindung des Schöpfers mit mir. Durch diese Dinge bauen wir ein Verbindungsnetz, wie in der Technik in dieser Welt.
Danach kommen wir zu anderen, höheren Zuständen. Dann arbeiten wir nicht mehr so, 0 1, 1 0. Durch das System sehen wir, wie dieses System von einem digitalen System zu einem analogen System wird. Es arbeitet nicht mit Minus und Plus oder mit 0 1, „du mir und ich ihm" und so weiter. Wenn sich alle immer mehr verbinden, wird dieses Netz, das nach Impulsen gearbeitet hat – Start, Stopp und dergleichen –, zu einem integralen Netz. Darin fangen Ende und Anfang, Anfang und Ende an zu verschwinden. Alles geht vom Ende zum Anfang und vom Anfang zum Ende über, und alle sind wie im Meer, wo es keinen Unterschied zwischen ihnen gibt.
So kommen wir zu dem Zustand, der Ejn Sof heißt. Ohne Ende und ohne Grenze und ohne irgendetwas: Wir kommen schon zu dem Zustand, in dem die ganze Schöpfung so ist und so war. Nur in Bezug auf unser Erreichen öffnet sie sich uns schrittweise.
Schüler: Und in diesem Prozess, in dem jeder Zehner schon in eine Beziehung mit dem Schöpfer eintritt – verändert sich das richtige Verhältnis die ganze Zeit je nach dem Zustand, den sie empfangen? Flackert es sozusagen die ganze Zeit in anderer Form?
Rav: Du sprichst schon von einem analogen Verhältnis?
Schüler: Ja.
Rav: Dort gibt es auch Ebenen, aber nicht in der Form 0/1. Da spricht man mehr über die Umgebenden Lichter, dazu kommen wir noch. Mir fehlen die Worte. Aber erfasse das, das ist sicher.
Schüler: Wenn wir über Integration sprechen, scheint es, als ginge es mehr um die Annullierung oder die Einschränkung des Verlangens zu empfangen, die Einschränkung unseres Egos. Was bedeutet es dann andererseits, einander zu geben, damit wir mehr von dieser Kraft der Integration haben?
Rav: Mehr geben, damit wir mehr Kraft der Integration haben? Dazu müssen wir Übungen machen, einfach sehr viele Übungen. Und habt keine Angst, von der Stufe der Annäherung aneinander zu fallen. Denkt an die Schüler von Rabbi Shimon. Stellt euch vor, in welcher Verbindung sie waren, wenn sie sich in ihrer Entfernung voneinander gegenseitig umbringen wollten. Stellt euch das nur vor, das eine gegenüber dem anderen: Welche innere Verbindung muss zwischen ihnen gewesen sein, dass sie sich beim Abreißen dieser Verbindung gegenseitig umbringen wollten. Der Sohar erzählt uns, auf welcher Stufe gegenseitiger Integration sie schon waren. Dem gegenüber fühlen sie, dass sie genau diese Form der Integration jetzt beseitigen, töten, abschneiden, umbringen müssen. Das heißt spiritueller Abstieg, ein wahrer, richtiger. Und wieder kommen sie zur Arbeit und zu einer noch größeren Verbindung.
Wir dagegen sind einander in Zeiten, in denen wir uns voneinander abgeschnitten fühlen, gleichgültig. Denn auch unsere Verbindung war so, dass es mir nicht so wichtig war, ob ich darin mit ihnen verbunden bin. Ich habe in der Verbindung, in unserer Integration, noch kein hohes, wichtiges spirituelles Leben gesehen, bei dem mir nur das wichtig ist: Wenn ich das habe, lebe ich. Wenn ich das nicht habe, bin ich wie ein toter Hund, und das war's, es bleibt nichts.
Versteht ihr? Das ist es, was wir verstehen müssen. Am Maß der Integration und am Erreichen ihres Gegenteils, beim Fall aus der Integration, können wir unsere spirituellen Zustände messen. In der Dunkelheit, im Licht und in der Kluft zwischen ihnen.
Schüler: Wie kann man sich integrieren, um einen einzigen Mangel zu fühlen? Es ist sehr schwer geworden, uns zu einem einzigen Gebet zu vereinen. Was empfehlen Sie uns?
Rav: Wir wollen in jedem einzelnen Freund ein Verlangen sehen, den Schöpfer zu erreichen, ein vollkommenes, ewiges, besonderes Leben zu erreichen. In jedem gibt es einen Punkt, der „Punkt im Herzen" heißt, der Schöpfer hat uns diesen Punkt gegeben. Wir müssen die Punkte im Herzen nehmen und sie verbinden, wie im Artikel „Die Arwut" geschrieben steht: von diesen Punkten Fäden ziehen und die Fäden zu einem Netz zusammenknüpfen. Zu einem Netz: ich zu allen, du zu allen, er zu allen. Dann haben wir ein Netz.
Ich gegenüber neun Freunden, er gegenüber neun Freunden und er gegenüber neun Freunden – so entsteht ein Netz. Und wir bilden wirklich ein Netz, in dem ich den Freunden dienen, mich mit ihnen verbinden, so viel wie möglich mit ihnen zusammen sein will. Dieses Netz soll unser Leben werden. Wir leben in diesem Netz, und außerhalb des Netzes ist mir nichts wichtig. Außerhalb des Netzes habe ich ein tierisches, irdisches Leben dieser Welt. Dieses Leben existiert nur in meiner Empfindung, bis ich das Netz wirklich errichte. Danach verschwindet diese Welt, es gibt keine Notwendigkeit mehr, dass sie weiter existiert.
Also errichte ich dieses Netz zwischen uns, und dieses Netz heißt Arwut. In diesem Netz enthüllen wir den Schöpfer, die Kraft des Netzes, die uns verbindet, begründet und erhält. Durch dieses Netz, in ihm, fangen wir an, die Höhere Kraft zu fühlen. Das ist es, was wir tun müssen. Wenn wir uns mit diesem Netz verbinden, heißt das, dass wir innerhalb der Seele existieren.
In der Empfindung der Verbindung, in der Stärke der Verbindung, gibt es viele Stufen, insgesamt 125 Stufen. Aber in jeder Stufe gibt es Ibur, Yenika, Mochin, es gibt alle möglichen Zustände. So müssen wir uns in der Verbindung zwischen uns immer mehr verbinden.
Wenn wir uns in der Verbindung zwischen uns verbinden, fühlen wir, dass es uns nicht reicht, nur untereinander verbunden zu sein. Uns fehlen weitere Kräfte, um verbunden zu sein. Dann enthüllen wir, dass es außerhalb von uns noch weitere Verlangen gibt: unsere anderen Zehner und danach auch die ganze Menschheit, die wir an uns anbinden.
So kommen wir zu einem Zehner, zu einer Seele, dazu, „wie ein Mensch mit einem Herzen" zu sein. Und alle zusammen kommen wir zu demselben System, zu derselben ersten Seele, die der Schöpfer erschaffen hat und die „Adam" heißt. Das ist unsere Arbeit. Die ganze Arbeit in der Integration wird also dadurch erreicht, dass jeder sich gegenüber den Gruppenmitgliedern erhebt und dass alle Gruppen sich einschließen und miteinander integrieren. Dahin werden wir kommen.
Wir haben darüber gesprochen und dachten, dass es schon sozusagen auf dem Weg ist, nach und nach. Gut, dass wir wissen, dass es auf dem Weg ist, aber eben nach und nach. Wir werden zu dem Zustand kommen, in dem das Wichtigste für uns ist, einander im Zehner zu halten. Und zwar so, dass jeder für den anderen verantwortlich ist und für ihn bürgt. So bauen wir den ersten Ort für die Enthüllung des Schöpfers.
Schüler: Der Rat, den Sie gerade dem Freund gegeben haben, wie wir durch die Annullierung weiter geben können, führt zu einer ersten Stufe der Integration. Mit welcher Kraft verpflichtet oder drängt uns der Schöpfer, aus dieser Annullierung herauszugehen? Und wie sollte die Reihenfolge sein, damit wir diese Struktur, die wir in der Gruppe haben, nicht zerbrechen? Wie ein Aufzug: Einer gibt dem anderen, danach steigt jener höher und so weiter. Ist es etwas in dieser Form, von dieser Art, das man in der Gruppe berücksichtigen muss?
Rav: Der Schöpfer spielt mit uns in beide Richtungen. Einerseits fügt Er uns Kraft des Gebens hinzu, Kraft der Verbindung, und andererseits fügt Er uns Kraft der Trennung hinzu. Damit wir wachsen, fügt Er uns Kraft der Trennung hinzu, eine größere Masse. Und andererseits fügt Er uns Kraft der Verbindung hinzu, damit wir uns als Mensch (Adam) stabilisieren können. So bauen wir uns jedes Mal immer mehr auf, schrittweise.
Das ist alles, was ich sagen kann, und vielleicht habe ich die Frage nicht verstanden.
Schüler: Das ist in Ordnung. Ja, das ist mehr als alles andere. Aber wir schaffen es nicht, lange auf natürliche Weise im Geben zu bleiben. Dann werden wir von demselben Schöpfer gedrängt, der uns in einem bestimmten Moment hilft, uns zu annullieren, und uns andererseits auch drängt.
Rav: Ja, natürlich. Sowohl das Licht als auch die Dunkelheit kommen von Ihm, alles, damit wir lernen, aus uns eine einzige Form zu machen. Was wir aus allen Phasen und allen Zuständen brauchen, die wir durchlaufen, ist vor allem, alles Ihm zuzuschreiben. Es gibt niemanden außer Ihm, Er ist die Quelle all unserer Zustände. Dadurch gehen wir weiter und bauen uns richtig auf.
Schüler: Und das sind die Übungen, die wir in gewissem Maß machen müssen?
Rav: Ja, natürlich. Wir müssen nur eines tun: uns bemühen, in einem einzigen System zu sein. Einerseits ist die Gruppe eigentlich dieses System, an das ich die ganze Zeit denken und auf das ich die ganze Zeit aufpassen muss. Andererseits werde ich in jedem Moment entdecken, dass ich schon von dort herausgegangen bin, und muss wieder zurückkehren. Ich bin herausgegangen – und wieder zurückkehren.
Das gilt in jedem Zustand, bei allem, was ich tue. Ich gehe etwas lesen – dann lese ich sozusagen zusammen mit der ganzen Gruppe. Ich gehe eine Handlung des Gebens machen, Verbreitung? Zusammen mit der Gruppe. Sogar wenn ich zu Hause bin, bin ich zusammen mit der Gruppe. Bei der Arbeit bin ich zusammen mit der Gruppe. Ich muss mich die ganze Zeit festhalten und fühlen, dass ich mit ihnen zusammen und nicht von ihnen getrennt bin.
Es ist nicht wichtig, wie sehr ich sie verstehe oder liebe oder ihnen nahe bin. Der Schöpfer hat es gegeben? Dann tue ich es. Und nach meinen Anstrengungen wird Er uns schon eine Verbindung einrichten wie in einem Parzuf, zwischen den Sefirot.
Schüler: Sie haben den Zustand von Elul erwähnt, „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein". Kommt man zu diesem Zustand im Zehner oder gegenüber dem Schöpfer?
Rav: „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein" ist die Absicht des Menschen gegenüber dem Schöpfer. Der Schöpfer stellt mir alle Beziehungen zwischen mir und dem Zehner auf. Durch das, was Er mir tut, muss ich mich über den Zehner zurück in Verbindung mit dem Schöpfer bringen. Aber das geht nur über den Zehner, denn sonst habe ich keine Verbindung mit Ihm. Wenn ich sage, dass ich mich mit dem Schöpfer verbinde, muss ich mir vorstellen, dass ich das über das Modem tue, über das Gerät. Dieses Gerät ist der Zehner, ein Parzuf oder eine Seele, „ein Teil des Schöpfers von oben", den ich baue. Mit meinen Freunden baue ich ein Verlangen zu empfangen. Soweit ich aus ihm eine Form des Gebens an den Schöpfer senden kann, heißt das „ein Teil des Schöpfers von oben".
Schüler: Wie gehen wir mit unseren Kräften der Trennung im Zehner um? Wenn ich richtig verstehe, werden mich all diese Kräfte dazu führen, um den Aufbau der Ordnung der Hinwendung an den Schöpfer zu bitten. Womit fängt dieser Teil der Trennung im Zehner an, aus dem die Hinwendung kommt? Fangen wir bei der Qualität unserer Treffen an, bei unserer Trennung? Womit fangen wir die Hinwendung an den Schöpfer an?
Rav: Damit, dass jeder sich bemüht, alle im Zehner daran zu erinnern: Die ganze Trennung zwischen uns wurde uns von oben gegeben, aus „Es gibt niemanden außer Ihm", damit wir über der Trennung Verbindung bauen. Damit fängt die Korrektur an, „Einer hilft dem anderen". Soweit wir das verstehen, verbinden wir uns untereinander und machen ein Gebet an den Schöpfer, ein Gebet aus dem Minjan. Dann werden wir auch gewürdigt, in der Verbindung, die wir untereinander gemacht haben und aus der wir gebetet haben, eine Antwort vom Schöpfer zu empfangen. Seine Antwort kommt als Kraft, die uns verbindet. An demselben Punkt des Gebets, an dem wir MaN erhoben haben, empfangen wir MaD.
Dieses MaD verbindet uns noch mehr. So enthüllen wir uns stärker verbunden in einem Verbindungsnetz, das „Schöpfer" (Bore) heißt, „Komm und sieh" (Bo Re). Daraus lernen wir: Was ist die Kraft des Gebens? Wie verbindet sie uns? Wie tritt sie in uns ein? Wie füllt sie alle Leerräume zwischen uns? Das heißt „An Deinen Taten erkennen wir Dich".
Schüler: Wie können wir uns mit einem Freund integrieren, der sagt, dass er sich nicht verbindet, weil er sich gerade dadurch gegenüber dem Zehner annulliert, dass er sich nicht verbindet?
Rav: Wie verbindet er sich dann? Wie annulliert er sich? Annullierung ist auch das Maß der Verbindung. Annullierung bezieht sich auf mein Ego: Ich annulliere es, um mit allen verbunden zu sein. Ich kann dem Zehner nicht sagen: „Nehmt keine Rücksicht auf mich, zählt mich nicht mit, ich bin nicht unter euch, ich annulliere mich." Wo annulliere ich mich denn, wenn ich nicht unter ihnen bin? Wir sprechen nur in Bezug auf den Punkt der Verbindung. Aus den Punkten jedes Einzelnen bauen wir alle aus uns selbst das Skelett des Parzuf.
Jeder wird sich annullieren müssen, um sich in alle zu integrieren. Aber wer sich nur annulliert, muss in der Gruppe sein, sich in alle integrieren und alle unterstützen, und das ist die Pflicht jedes Einzelnen. Es ist nicht die Aufgabe des einen, sich zu annullieren, und die Aufgabe des anderen, etwas anderes zu tun. Jeder von uns muss sich annullieren, sein Ego annullieren, um sich mit den anderen zu integrieren. Das ist eine Bedingung der Integration.
Wenn ich mich nicht annulliere, kann ich mich nicht mit den Eigenschaften der Freunde integrieren, und dann können wir kein Verbindungsnetz zwischen uns bauen. Ihr müsst viel darüber nachdenken, dann wird es euch klar werden. Nur aus „Alles wird im Gedanken geklärt".
Schüler: Sie haben gesagt, dass wir die Freunde so sehen müssen, als wären sie schon korrigiert. Aber Sie haben auch gesagt, dass das Gebet nicht für mich selbst sein soll. Welches Gebet kann man für die Freunde erheben, wenn ich sie als korrigiert sehen soll?
Rav: Über die Verbindung zwischen uns. Das Gebet muss hauptsächlich über die Verbindung zwischen uns sein, das ist alles. Die fehlt immer. Auch wenn ich sehe, dass meine Freunde wirklich korrigiert sind und ihnen nichts fehlt, fehlt sicher die Verbindung zwischen uns. Die Verbindung zwischen uns fehlt. Wir sollen uns diese Verbindung möglichst in der Form des absoluten Gebens vorstellen, das der Schöpfer ist. Das heißt „Ihr habt Mich gemacht".
Schüler: Wie organisiert man die Beteiligung im Zehner so, dass sie uns hilft, zur richtigen Integration zu kommen?
Rav: Die richtige Beteiligung untereinander müssen wir in der Vorbereitung auf den Unterricht machen, während des Unterrichts und nach dem Unterricht, in weiteren Treffen im Laufe des Tages. Dazu gehört gegenseitige Unterstützung, vor allem zwischen denen, die mit uns in all diesen Formen der Verbindung sind, wie der tägliche Unterricht und die Treffen der Gruppe im Laufe des Tages. Einfach die ganze Zeit darin sein. Es gibt nichts über die Integration hinaus. Wenn wir Integration gebaut haben, enthüllt sich der Schöpfer nach dem Maß der Integration. So kommen wir zur Korrektur des Systems Adam haRishon. Bemüht euch.
Schüler: Sollen wir die Beteiligung gleichmäßig einrichten, sodass sich alle Freunde gleich beteiligen?
Rav: Ihr könnt nicht messen, wie groß die Beteiligung jedes Einzelnen ist. Das hängt von den Eigenschaften des Menschen ab, vom persönlichen Zustand, in dem er ist, und so weiter. Ihr müsst einfach fühlen, dass jeder das Maximum tut, das er in seinem jetzigen Zustand kann.
Schüler: Wie verbinden wir Qualität und Quantität in dieser Integration, zu der man im Zehner kommen muss?
Rav: So viel wie möglich. Mehr habe ich nicht zu sagen. So viel wie möglich. Sowohl Quantität als auch Qualität, aber zuerst Qualität, sie ist wichtiger als die Quantität. Es muss ein Zehner sein, und ihr müsst dafür sorgen, dass der Zehner so sehr wie möglich ein Zehner ist und nicht weniger. Aber die Hauptsache ist die Qualität der Verbindung.
Schüler: Was müssen wir als Ergebnis unserer Anstrengung in der Integration klären? Uns ist nicht klar, was wir am Ende erreichen müssen. Wir wissen es nicht, wir verstehen es nicht.
Rav: Wir müssen untereinander klären, was das Maß der Verbindung zwischen uns ist, was ihr Charakter ist und was ihre Art ist. Denn damit bestimmen wir, wie nah wir der Enthüllung des Schöpfers in der Verbindung zwischen uns sind, um Ihm Freude zu bereiten.
Schüler: Am Anfang des Unterrichts habe ich Sie sagen hören, dass wir unseren Zehner manchmal sozusagen als Engel des Schöpfers sehen müssen. Ich wollte fragen: Wie wirkt, wie geschieht in einem solchen Zustand die Integration? Was ist dieser Zustand, und wo hat er seinen Platz?
Rav: Zuerst kommen wir dahin, und danach sprechen wir darüber. Denn so sehr du dahin kommen willst, der Schöpfer wird dir jedes Mal das Gefühl geben, dass du noch nicht angekommen bist. Und zwar, damit du wirklich zur ersten richtigen, vollkommenen Verbindung kommst.
Schüler: Was ist besser: die Freunde groß zu sehen oder sie als Engel des Schöpfers zu sehen?
Rav: Ich weiß nicht, was Engel sind. Hör auf mit diesem Unsinn. Ich muss sie groß sehen. Engel – das weiß ich nicht. Du siehst, ihr kommt schon durcheinander. Besser groß.
Schüler: Wenn unsere Integration der ganzen Menschheit hilft – wie kann eine größere Enthüllung des Egos zwischen uns der menschlichen Gemeinschaft² noch mehr nützen?
Rav: Weil wir über unserem wachsenden Ego jedes Mal Verbindung zwischen uns zusammensetzen wollen. Dadurch werden wir der Höheren Kraft näher, die durch uns wirken kann, und durch uns auf die ganze Menschheit. Die Menschheit kann keine höhere Stufe haben als unsere Stufe. Das Höhere Licht muss durch uns zur ganzen Menschheit gehen.
Deshalb wird die ganze Menschheit am Ende mit dem Vorwurf zu uns kommen: Warum sind wir so schlecht, dass wir der ganzen Menschheit, der ganzen Welt Schlechtes verursachen? Deshalb müssen wir das Maß der Verantwortung auf uns nehmen: Von mir hängt die Welt ab. Ich muss alles korrigieren, um der ganzen Menschheit Gutes zu bewirken und dadurch dem Schöpfer Gutes zu bewirken. Ich bin in der Mitte, als Übergangssystem zwischen dem Schöpfer und der ganzen Menschheit. Hoffen wir, dass wir durch die Verbindung, die wir aus uns aufstellen, wirklich dem Schöpfer und der ganzen Menschheit Gutes tun.
Schüler: Zur Genauigkeit des Gebets in der Integration: Wenn ich mich mit den Freunden integriere und mich wirklich anstrenge, dann enthüllen sich alle Unterschiede, die Mängel, alle schlimmsten Dinge. Je mehr ich mich anstrenge, mich in sie zu integrieren, desto mehr.
Die Frage ist: Was braucht es, was ist das Gebet bei der Enthüllung dieses Bruchs? Wenn ich darum bitte, sie als groß zu sehen, bitte ich für mich selbst, um die Korrektur meiner Sicht. Worum muss ich bitten? Wird mich das nicht von ihnen entfernen? Muss ich darum bitten, zu erkennen, dass der Schöpfer mit mir spielt? Was ist die Genauigkeit des Gebets bei der Enthüllung des Bruchs?
Rav: Das kann ich nicht sagen, du musst suchen. Ich will nicht auf alle Dinge antworten, in denen ihr sein müsst, in denen ihr suchen und auf der Suche sein müsst. Darin gibt es Klärungen, und ich kann die Sache nicht einfach durch meine Antwort abschließen.
Schüler: Wenn Sie mir sagen „suchen" – meinen Sie, dass ich das weiter in mir selbst suchen muss, oder dass ich es mit meinem Zehner klären muss?
Rav: Sowohl als auch. Versuch, mit deinem Zehner zu suchen.
Schüler: Wir sagen immer, dass der Mensch nicht für sich selbst beten kann. Aber wenn im Menschen ein gebrochenes Verlangen erwacht, welches Gebet muss er erheben? Soll er nur um Verbindung im Zehner bitten, oder den Schöpfer bitten, dass Er ihn korrigiert?
Rav: Er muss den Schöpfer um Korrektur bitten, um im Zehner korrigiert zu sein und dem Zehner einen spirituellen Aufstieg zu bewirken. Aber seine Sorge muss vor allem dem Zehner gelten. Denn durch einen Abstieg macht er dort ein Loch in die Wand des Bootes.
Schüler: Eine Frage des Zehners zur Übung des täglichen Gebets: Müssen wir jeden Tag mit einem völlig neuen Gebet von null anfangen? Wir haben den Eindruck, dass man die Form des Gebets nicht vernachlässigen, sondern jedem neuen Gebet Elemente hinzufügen soll.
Rav: Ich würde sagen, dass der Mensch viele Male am Tag mit einem neuen Gebet anfangen muss. Der Schöpfer richtet uns diese Zustände ein. In jedem Moment, in dem ich von der Spiritualität, vom Zehner, vom Schöpfer, von all diesen Dingen abgeschnitten werde, kehre ich wieder zurück und muss das Gebet organisieren. Das passiert uns viele Male.
Deshalb steht geschrieben: „Wenn er doch nur den ganzen Tag beten würde". Aber in diesem Gebet, in dieser Hinwendung an den Schöpfer über den Zehner, gibt es die ganze Zeit alle möglichen Veränderungen. Deshalb ist das nicht ein Gebet, sondern das sind sehr viele Gebete, Hinwendungen.
Und noch einmal: „Gebet" (Tefila) kommt vom Wort lehitpalel, das heißt, sich selbst zu richten. Ich kläre, wo ich in der Arwut bin, in der Verbindung, in der Integration zwischen allen, in der Verbindung zwischen der Gruppe und dem Schöpfer. All diese Dinge muss ich sehen und prüfen, und prüfen, wie ich das mache. Nachdem ich diese Dinge geprüft habe, habe ich natürlich ein Gebet, denn ich werde darin sicher viele Mängel sehen.
Schüler: Eine Frage zur Integration: Am Ende müssen sich die Shechina, mein Zehner, die Tora und der Schöpfer ohne jeden Unterschied vereinen. Mein Zehner muss für mich zur Enthüllung des Schöpfers werden, ohne irgendwelche Makel aus dieser Welt. Ist das richtig?
Rav: Richtig.
Schüler: Kann man dann sagen, dass die zehn Münder meiner Freunde zu den Lippen des Schöpfers werden?
Rav: Nein. So will ich nicht sprechen. Das ist zu mechanisch, und das ist nicht gut.
Schüler: Welchen Geschmack hat die Annullierung, die zur Integration führt?
Rav: Welchen Geschmack? Ich weiß nicht, was Geschmack ist. Einen süßen Geschmack? Was fragst du?
Schüler: Wenn ich richtig gehe, was ist das für ein Gefühl? Wie kann ich wissen, dass ich richtig gehe, in dem Sinn, dass die Annullierung zur Integration führt, und dass ich nicht in einer Illusion lebe?
Rav: Das musst du ausprobieren und sehen. Das ist eine Sache des Gefühls.
Schüler: Wie lernt man, in uns eine wahre Verbindung zwischen uns zu fühlen?
Rav: Die wahre Verbindung zwischen uns besteht darin, dass wir in einem Herzen sein können. Das ist die wahre Verbindung zwischen uns. Zwar hat jeder irgendwie eine andere Sichtweise, aber das Ziel ist eines. Das Ziel ist eines, und wir sollen es in der Verbindung zwischen uns möglichst genau treffen.
Schüler: Sie haben gesagt, dass wir die ganze Zeit zusammen sein müssen. Und es stimmt, wir haben drei Zooms am Tag und spüren diese Zooms zusammen. Aber es geht darum, dieses Zusammensein zwischen den Zooms den ganzen Tag zu bewahren. Im gemeinsamen Gebet, das ich für die Freunde erbitte, bitte ich darum, sie die ganze Zeit in meinem Herzen, in meinem Gedanken zu sehen, sie als groß zu sehen und mich den ganzen Tag im Herzen mit ihnen zu integrieren. Ist das wirklich Zusammensein? Ist das „wie ein Mensch mit einem Herzen"?
Rav: Ja. Dass du für alle betest, heißt, dass du mit ihnen zusammen bist. So muss jeder im Zehner sein.
Schüler: Ich habe aus Ihren Worten gehört, dass wir zusammen eine Art Netz halten, mit dem wir versuchen, einen Fisch zu fangen. Wir sind jetzt ein Zehner, der zusammen den Unterricht hört. Können Sie uns Zeichen für die Verbindung zwischen uns geben, damit wir wissen, wie wir uns ausrichten sollen?
Rav: Die Zeichen der Verbindung sind, dass ich fühle, dass die Freunde in meinem Herzen stehen, wie Rabash schreibt. Ich fühle sie wirklich, mein Herz arbeitet aus dieser Zusammensetzung und aus nichts anderem. Nur weil die Freunde untereinander verbunden sind, habe ich ein Herz, und es arbeitet, es wirkt.
Schüler: Das heißt, wenn ich das jetzt nicht fühle, dann deshalb, weil ich keine Gefäße dafür habe, weil man es aufbauen muss?
Rav: Ja.
Schüler: Kann man sagen, dass ständig und überall mit den Freunden zusammen zu sein bedeutet, sich auf ihre Neigungen zum Schöpfer, zum Ziel der Schöpfung zu konzentrieren?
Rav: Ja.
Schüler: Wir haben uns versammelt, wollten ein Gebet aufbauen und haben geklärt, was uns stört. Heraus kamen, sagen wir, 12 verschiedene Meinungen, und jede für sich ist richtig. Wie kann man daraus ein Gebet zusammensetzen? Es ergibt sich ja ein sehr, sehr großes Gebet. Was macht man?
Rav: Das ist kein Gebet. Ein Gebet kann es nur unter der Bedingung geben, dass es aus einem Verlangen kommt, aus einem Herzen. Wenn es viele Herzen sind, ist das nicht ein Gebet. Das ist kein Gebet.
Schüler: Was macht man also?
Rav: Ihr müsst klären, nicht rennen. Ihr müsst klären, wie ihr zu einer Bitte kommt. Betet auch darum. Das heißt „Gebet vor dem Gebet". Aber wenn es viele Verlangen gibt, dann gibt es kein Gebet. Es kann nur ein Gebet darum geben, dass der Schöpfer diese Verlangen vereint und euch erklärt, was ihr wirklich wollen müsst.
Schüler: Das heißt, vorerst können wir in dem Gebet bleiben, dass der Schöpfer uns hilft, ein gemeinsames Gebet aufzubauen?
Rav: Ja, richtig.
Schüler: Wie prüft man, ob wir in einem vereinten Gebet zwischen allen Freunden sind?
Rav: Wie prüfen? Zumindest daran, dass ihr so fühlt. Sprecht miteinander und versucht, die Bitte an den Schöpfer zu verfassen: jeden Tag einen Satz, oder mehrmals am Tag, aber jedes Mal einen Satz. Dann werdet ihr nach und nach besser verstehen, was die Hauptsache ist und was nebensächlich, was ihr denkt und für wichtig haltet. Und nach und nach werdet ihr einen Satz zum Schöpfer erheben.
Schüler: Wir durchlaufen viele Zustände. Manchmal gibt es einen positiven Zustand, der sich gut anfühlt, aber es ist nicht sicher, dass er nützlich ist. Manchmal gibt es einen Zustand, der sich unangenehm anfühlt, aber vielleicht doch nützlich für die Gruppe ist. Wie empfängt man die Zustände richtig, die sich emotional gut und schlecht anfühlen, und wie klärt man sie richtig in der Gruppe?
Rav: Was wir hier lernen, müsst ihr hören und euch bemühen, so weit wie möglich umzusetzen. Dann werdet ihr es mit der Zeit erreichen, wie alle Gruppen. Ihr werdet verstehen, worüber ihr sprechen und wofür ihr beten sollt, und werdet alles machen. Auf eine solche Frage habe ich nichts zu antworten. Euch fehlt einfach, in vielen Unterrichten zu sein und sie umzusetzen.
Schüler: Wenn wir im Zehner ein Gebet klären, was ist die Rolle des Verstandes bei dieser Klärung, wenn das Gebet ganz Gefühl und ganz Herz ist?
Rav: Aber um die Gefühle zu verbinden, brauchen wir Verstand. Zwischen Gefühl und Gefühl ist Verstand. Das Gefühl selbst ohne Verstand ist nicht gut, es muss auf dem Verstand gegründet sein.
Schüler: Ist „Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein" dieselbe Arbeit wie „Und die Kinder Israels schrien auf wegen der Arbeit"?
Rav: Das ist genau die Arbeit, wenn wir in Ägypten sind. Das heißt, wir wollen aus der Herrschaft des Verlangens zu empfangen zwischen uns allen ein Verbindungsnetz zusammensetzen, eine gegenseitige Verbindung, eine Verbindung des Gebens. Und wir können es nicht, weil wir noch unter der Herrschaft des Pharao sind. Dann verstehen wir notgedrungen, dass wir vor dem Pharao fliehen und uns über ihn erheben müssen. Dann können wir in Verbindung sein.
Warum gehen wir also aus Ägypten heraus? Um in Verbindung zwischen uns zu sein, in einer Verbindung der Arwut, in einer Verbindung der Integration. Das ist eigentlich unser Ziel, das ist unsere Arbeit. Wir kommen in einen Zustand, in dem wir uns verbinden und integrieren müssen, und können es nicht, solange wir im Ego sind. Dann enthüllen wir, dass unser Ego wirklich die Kraft des Bösen ist und wir nicht darin bleiben können. Und dann schreien wir: „Lass Mein Volk ziehen, damit es Mir diene".
Das heißt, wir müssen aus dem Ego herausgehen, sonst können wir nicht arbeiten, um zu geben. Ihr werdet all diese Dinge, das, was geschrieben steht, tief und richtig verstehen.
Schüler: Kann ein Zehner entscheiden, dass ein Teil des Gebets, den ein Freund zum Gebet des Zehners beigetragen hat, nicht relevant ist, und ihn nicht ins Gebet aufnehmen?
Rav: Ich weiß nicht, was das ist – dass der ganze Zehner etwas entscheidet und ein Freund nicht?
Schüler: Der Zehner verfasst ein Gebet, jeder Freund gibt seinen Teil. Aber der Zehner hat entschieden, einen Teil, den ein Freund gegeben hat, nicht ins allgemeine Gebet aufzunehmen.
Rav: Na und? Dann stimmt er dem zu, weil der Zehner entschieden hat. Was ist das Problem?
Schüler: Welche Freude gibt es in der Handlung der Integration?
Rav: In der Integration haben wir wirklich Freude, weil wir dadurch ein Gefäß für die Enthüllung des Schöpfers bauen, um Ihm Freude zu bereiten.
Schüler: Was ist das größte Hindernis für die Integration?
Rav: Stolz.
Schüler: Warum muss ich die Freunde als groß sehen, um mich in sie zu integrieren?
Rav: Wie soll ich mich sonst in sie integrieren? Nur ein Kleiner kann sich in die Großen integrieren.
Schüler: Wie wissen wir, worum wir bitten sollen, wenn wir die Augen schließen? „Augen haben sie und sehen nicht".
Rav: Worum bitten? Nur um Verbindung zwischen euch.
Schüler: Wenn ein Zehner auf die erste spirituelle Stufe aufsteigt, werden wir dann nach dem Prinzip der Integration alle fühlen, dass die Freunde in unserem Herzen sind?
Rav: Woher sollt ihr das fühlen? Auch wenn ein Zehner unter uns schon in der Enthüllung des Schöpfers ist – wie sollen die anderen das fühlen, wenn sie nicht in einer solchen Eigenschaft der Vereinigung, der Verbindung sind wie dieser Zehner, der schon in sich zur Verbindung gekommen ist? Nur aus der Verbindung zwischen euch werdet ihr zu diesem „Sensor", zu diesem Detektor, sagen wir. Wenn ihr nicht in Verbindung seid, dann seid ihr nicht da.
Vorleser: Auszug Nummer 6. Baal HaSulam sagt:
„Man sagte, dass es sechshunderttausend Seelen gibt und dass sich jede Seele in einige Funken teilt. Und man muss verstehen, wie es möglich ist, dass sich das Spirituelle teilt, denn am Anfang wurde nur eine Seele erschaffen, die Seele von Adam haRishon.
Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es in Wahrheit nicht mehr als eine Seele in der Welt, wie geschrieben steht (Genesis 2,7): ‚Und Er blies in seine Nase den Odem des Lebens (Nishmat Chaim).' Und dieselbe Seele befindet sich in allen Kindern Israels, in jedem Einzelnen in Vollkommenheit, wie bei Adam haRishon. Denn das Spirituelle kommt nicht in Schnitte und Teilungen, das gehört gerade zu den Grenzen des Materiellen. Wenn aber gesagt wird, dass es sechshunderttausend Seelen und Funken von Seelen gibt, scheint es, dass sich das durch die Kraft des Körpers jedes Einzelnen teilt. Das heißt, zuerst trennt der Körper und hält den Glanz der Seele ganz und gar von sich ab. Durch die Kraft der Tora und der Mizwa wird der Körper gereinigt, und in dem Maß, in dem er gereinigt ist, in demselben Umfang leuchtet die allgemeine Seele auf ihn."
(Baal HaSulam, „Sechshunderttausend Seelen")
Rav: Lesen wir noch einmal.
„Man sagte, dass es sechshunderttausend Seelen gibt und dass sich jede Seele in einige Funken teilt." In einzelne Seelen. „Und man muss verstehen, wie es möglich ist, dass sich das Spirituelle teilt, denn am Anfang wurde nur eine Seele erschaffen, die Seele von Adam haRishon.
Meiner bescheidenen Meinung nach gibt es in Wahrheit nicht mehr als eine Seele in der Welt, wie geschrieben steht (Genesis 2,7): ‚Und Er blies in seine Nase den Odem des Lebens (Nishmat Chaim).' Und dieselbe Seele befindet sich in allen Kindern Israels, in jedem Einzelnen in Vollkommenheit, wie bei Adam haRishon. Denn das Spirituelle kommt nicht in Schnitte und Teilungen, das gehört gerade zu den Grenzen des Materiellen. Wenn aber gesagt wird, dass es sechshunderttausend Seelen und Funken von Seelen gibt, scheint es, dass sich das durch die Kraft des Körpers jedes Einzelnen teilt."
Schüler: Was bedeutet es, dass wir das Leuchten einer Seele im Zehner enthüllen können?
Rav: Das ist das Innere Licht, das wir enthüllen und das sich in uns enthüllt, im Verbindungsnetz zwischen uns. Das heißt „ein Teil des Schöpfers von oben", etwas vom Schöpfer. Der Schöpfer ist wie das abstrakte Höhere Licht. Nach der Verbindung zwischen uns können wir uns in den Eigenschaften des Gebens einem Teil des Höheren Lichts anpassen, sozusagen einen Teil davon empfangen. Hier gibt es also ein Problem: Was ist ein Teil des Lichts, wie kann es so etwas geben, und wie ist die Seele ein Teil des Schöpfers von oben? Darüber will er sprechen.
Das ist alles. Aber wir müssen verstehen: Es gibt insgesamt ein Licht und eine Seele, die der Schöpfer erschaffen hat. Nur wir fühlen die verschiedenen Teile. Das ist nur in Bezug auf uns, nach dem Maß unserer Annäherung an denselben Begriff von einem Gefäß und einem Licht.
Schüler: Was ist das Innere Licht, das wir im Zehner enthüllen?
Rav: Soweit unser Verlangen zu geben dem Willen zu geben des Schöpfers ähnlich sein kann, fühlen wir, dass wir dem Schöpfer ähnlich sind. Dieses Gefühl wird in uns als Inneres Licht gefühlt, als Füllung in unserem Zehner.
Schüler: Was bedeutet es, die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu fühlen?
Rav: Dass ich mich in der Eigenschaft des Gebens zu allen Freunden so verhalte, wie der Schöpfer sich zu uns verhält. Soweit ich mich in etwas zu den Freunden so verhalte, wie der Schöpfer sich zu uns verhält, enthüllen wir Ihn. Alles ist einfach, alles existiert hier und jetzt im Zehner, in der Verbindung zwischen uns und diesem Höheren Licht, das der Schöpfer ist.
Schüler: Ich verstehe, was es bedeutet, den Freunden zu geben, ich kann mir das im Zehner vorstellen. Was bedeutet es, den Freunden im Zehner so zu geben wie der Schöpfer?
Rav: Dass du ihnen über deinem Ego geben willst. Damit willst du dem Schöpfer ähnlich werden. Dem Schöpfer kannst du nichts geben, nichts zurückgeben. Aber du verbindest dich mit den Freunden, schließt dich in sie ein und willst die Verbindung zwischen ihnen sein. Dadurch bringst du sie in den Zustand des Gebens. Nach dem Maß des Gebens kann sich der Schöpfer in ihnen als Licht von Nefesh, Ruach, Neshama und so weiter enthüllen. Das ist es, was du tun musst.
Schüler: Wie bringe ich sie zum Geben? Kümmere ich mich um sie, bemühe ich mich, ihnen zu geben?
Rav: Dadurch, dass ihr zusammen geht, um die Kraft des Gebens zu erwerben. Worum kümmerst du dich bei ihnen? Du kümmerst dich darum, dass im Zehner die Kraft des Gebens ist, das ist alles. Dass du dich um den Zehner kümmerst, bedeutet für sich allein nichts. Aber wenn der Zehner als Ergebnis deiner Anstrengungen im Geben ist, gibt der Schöpfer dem Zehner, soweit er im Geben ist. Dann genießt auch du davon, weil du im Zehner eingeschlossen bist.
Schüler: Warum ist eine so einfache Definition wie Vereinigung so schwer zu verstehen?
Rav: Das ist sehr schwer, weil es gegen unser Ego ist. Vereinigung ist die Eigenschaft des Schöpfers, und das ist das Gegenteil des Egos, das Er erschaffen hat. Das Ego hat keine eigene Existenz. Es ist erschaffen und erscheint aus seiner Gegensätzlichkeit zum Schöpfer. Die Gegensätzlichkeit zu dem Einen, Einzigen und Einzigartigen, die vor uns erscheint, ist unser Ego.
Schüler: Baal HaSulam sagt: „Und man muss verstehen, wie es möglich ist, dass sich das Spirituelle teilt, denn am Anfang wurde nur eine Seele erschaffen", und danach spricht er von der „Seele von Adam haRishon". Wie teilt sich eine Seele, und was ist die „Seele von Adam haRishon"?
Rav: Die Seele von Adam haRishon ist ein Verlangen zu empfangen, das eine Absicht hat, um zu geben. Diese Absicht kommt so von oben, von der Stufe Bina zur Stufe Malchut. Malchut ist darin, und das heißt „Seele von Adam haRishon". Einerseits ist es also ein Verlangen zu empfangen, andererseits hat es Verbindung. In seinem Inneren fühlt es noch nicht, dass es überhaupt verschiedene, fremde Teile enthält. Es ist ganz im Höheren Geben, im Höheren Licht, wie ein Embryo. Es existiert sozusagen, aber nicht für sich selbst, sondern weil es im Inneren seiner Mutter ist. Es existiert also in allem nur durch die Kraft der Mutter, die es erhält. Das heißt, sagen wir, Seele von Adam haRishon.
Schüler: Baal HaSulam sagt: „Und man muss verstehen, wie es möglich ist, dass sich das Spirituelle teilt, denn am Anfang wurde nur eine Seele erschaffen." Was gibt es hier zu verstehen?
Rav: Hier muss man verstehen, dass eine Seele erschaffen wurde und wir zu einer Seele gehören. Wir fühlen, dass es Milliarden Menschen gibt und Unbelebtes, Pflanzliches und Belebtes. Das alles nur, weil es uns in unserem zerbrochenen Ego so erscheint, das ist alles.
Schüler: Wir sagen, dass wir in der Integration zwischen uns Verbindung zwischen uns enthüllen. Bedeutet das, dass wir zuerst ein verdorbenes Verlangen zwischen uns enthüllen, es dann korrigieren und es zur Seele wird? Funktioniert das so?
Rav: Ja, natürlich. Ein verdorbenes Verlangen ist ein Verlangen, das bis zur Klipa verdorben ist. Wenn man dieses Verlangen korrigiert und diese Verlangen miteinander verbindet, werden sie zu einer Kraft. Zwar sind sie Verlangen zu empfangen, [aber] sie werden zu einer gebenden Kraft, die Seele heißt. „Neshama" heißt es nach dem Erreichen der Stufe Bina, danach gibt es noch weitere Stufen. Aber dahin muss man kommen.
Schüler: Das heißt, die erste Phase ist die Enthüllung eines gemeinsamen, aber verdorbenen Verlangens zwischen uns?
Rav: Sagen wir, so enthüllen wir es im Zehner, ja. Wir sind alle verdorben, aber in jedem ist ein Funke, der Punkt im Herzen. Diese Funken wollen wir miteinander verbinden. Und soweit wir sie über dem egoistischen, trennenden Verlangen verbinden, wollen wir durch diese Funken das Licht ziehen, das zum Guten zurückführt, damit es durch diese Funken dem Verlangen zu empfangen gibt³. So viel vom Verlangen zu empfangen, wie wir unseren Funken zuordnen können, wird die Kraft der Kedusha sein, ein spiritueller Parzuf, eine Seele. Und so viel, wie wir nicht können, geht vorerst in das Verlangen, das man nicht korrigieren kann. Es wird als Grundlage für die Kraft der Seele dienen, aber nicht korrigiert.
Schüler: Sind Funken etwas, das sich nur zwischen uns enthüllt, sodass es kein Verlangen gibt, das Funken in mir ist? Oder spricht das Wort „Funken" gerade doch vom privaten Verlangen jedes Einzelnen?
Rav: Vorerst können wir das nicht genau so oder so lokalisieren. Aber das ist ein Funke von oben, der in jedem Einzelnen ist, in jedem. Nur gibt es Menschen, in denen er stärker ist, und solche, in denen er schwächer ist. Wie wenn du ein Lagerfeuer anzündest: Du hast Funken und willst durch die Luft oder durch etwas anderes das ganze Lagerfeuer anzünden.
So hast du solche Funken. Manche kommen, um sich mit diesen Funken zur Gruppe zu verbinden. Durch alle möglichen Anstrengungen empfangen sie von Bina über Seir Anpin, und Seir Anpin heißt schon Ruach. Dieser Ruach zündet diese Funken zusammen an, und daraus wird ein Lagerfeuer. Aber es gibt solche, die zwar Funken haben, aber so am Rand leben. Sie wollen sich nicht zusammen verbinden, um daraus das Feuer des Lagerfeuers anzuzünden.
Schüler: Ist eine einzelne Seele die Seele eines Zehners und nicht die einzelne Seele eines Menschen?
Rav: Das hängt davon ab, wo davon die Rede ist. Manchmal meint man eine einzelne Seele, nur die Funken, den Funken im Menschen. Und manchmal ist schon gemeint, dass man Funken zusammensetzt, und das ist schon eine Gruppe. Es gibt beides, ich weiß nicht. Man muss in der jeweiligen Sache sehen, worum es geht.
Vorleser: Auszug 7. Baal HaSulam sagt:
„Und dir fehlt nichts, außer hinauszugehen auf das Feld, das der Schöpfer gesegnet hat, all diese schlaff herabhängenden Glieder einzusammeln, die von deiner Seele abgefallen sind, und sie zu einem Körper zusammenzufügen. In diesem vollständigen Körper wird der Schöpfer Seine Shechina beständig ruhen lassen, ohne jede Unterbrechung. Und die Quelle großer Einsicht und die höheren Ströme des Lichts werden wie ein nie versiegender Quell sein."
(Baal HaSulam, Brief 4)
Schüler: Wir arbeiten an einem Gebet der Vielen im Zehner und versuchen, uns zu verbinden. Aber wir wollen auch wissen, wie andere Zehner arbeiten. Darf man sich dafür interessieren, wie andere Zehner arbeiten, um das Gebet zu gestalten?
Rav: Wir müssen uns für andere Zehner interessieren, damit wir daraus ein gutes Beispiel haben und uns stärken. Wir geben ihnen, und sie geben uns. Aber die Hauptarbeit muss trotzdem im Zehner konzentriert sein. Wenn ich mich zerstreue, dann nur, um den Zehner zu stärken, denn das ist die Phase des Aufbaus eines Zehners. Und jedes Mal will ich dem Zehner etwas hinzufügen. Wenn ich schon einen Zehner gebaut habe und wir anfangen, den Schöpfer zu erreichen, dann können wir entsprechend aus dem Zehner herausgehen und seine Grenzen erweitern, sodass wir immer mehr andere Zehner verbinden.
Aber andere Zehner, keine einzelnen Menschen. Ein Zehner, und daneben kann noch ein Zehner sein, und noch einer, und noch einer. Wenn wir schon fühlen und verstehen, wie all diese Zehner existieren, können wir zwischen vielen solchen Zehnern auch untereinander sozusagen einen Zehner zusammensetzen, einen höheren Zehner. So werden wir vorankommen. Aber darüber sprechen wir später, das ist nicht einfach. Der Zehner bleibt trotzdem für immer die Seele, von der man sich nicht trennt.
Schüler: Es steht geschrieben, dass es in der Spiritualität keine Teilungen und keine Unterschiede gibt wie im Materiellen. Wie geschieht das?
Rav: Das alles ist nur in Bezug auf uns so. In der Spiritualität gilt: Je mehr wir in die Spiritualität aufsteigen, desto mehr fangen wir an zu enthüllen, dass alles zu einem Licht gehört, zu einem Mechanismus. Nur enthüllen wir aus diesem Mechanismus nur einen Teil, nur kleine Dinge, nach unserem Ego. Soweit wir uns über unser Ego erheben können, so viel werden wir enthüllen. Vorerst siehst du, dass es nicht gut ist, das in Form von Weisheit weiterzugeben. Wir müssen es so erreichen, wie es in der Wirklichkeit ist.
Schüler: Besonders aus dem ersten Auszug, den wir gelesen haben, gibt es das Gefühl, dass uns das Licht fehlt, das zum Guten zurückführt, die Kraft der Tora. Was ist „das Licht, das zum Guten zurückführt"? Was fehlt uns?
Rav: Uns fehlt das Licht, das zum Guten zurückführt. Dieses Licht können wir nach dem Maß der Annäherung ziehen, nach dem Maß des Sehnens, nach dem Maß der Anstrengung, mit der wir wie ein Mensch mit einem Herzen sein wollen. Nach unseren Anstrengungen kommt also das Licht, das zum Guten zurückführt. Das Licht führt uns zur Verbindung zwischen uns zurück, zu einem Herzen.
Schüler: Ich sehe, dass ein Freund im Abstieg ist, und ich will ihm helfen. Wenn er die Hilfe nicht annehmen will – bedeutet das, dass ich es nicht wollte?
Rav: Ich lasse mich nicht auf solche Rechnungen ein, dass ich nicht will, dass er nicht will, dass sie so wollen oder nicht wollen. Ich muss beten, wie Rabash schreibt, für jeden einzelnen Freund, dass er in Ordnung kommt und zusammen mit mir wirklich in einem Herzen ist. Das ist alles.
Vorleser: Nächster Auszug, Auszug 8. Baal HaSulam sagt:
„‚Mit dem Maß, mit dem der Mensch misst, wird ihm gemessen.' Das bedeutet: Entsprechend der Größe der Öffnung des Gefäßes, das heißt seines Aufnahmeraums und seines Inneren, wird dieser Mangel immer gefüllt, nicht weniger und nicht mehr. Bei jenem Diener des Schöpfers, der nicht mit der Allgemeinheit leidet, sondern nur seinen eigenen, persönlichen Mangel fühlt, ist deshalb auch der Aufnahmeraum für die Fülle nicht größer. Und deshalb kann er die allgemeine Enthüllung des Schöpfers⁴ im Geheimnis des Trostes der Allgemeinheit nicht empfangen, denn er hat kein Gefäß vorbereitet, um diesen allgemeinen Aspekt zu empfangen, sondern nur seinen persönlichen Aspekt.
Wer dagegen mit der Allgemeinheit leidet und das Leid der Gesamtheit wie sein eigenes, persönliches Leid fühlt, wird gewürdigt, die Enthüllung der Shechina in Vollkommenheit zu sehen."
(Baal HaSulam, „Jeder, der mit der Allgemeinheit leidet")
Rav: Das heißt: Ich will wirklich die Enthüllung des Schöpfers erreichen, und das heißt „Enthüllung der Shechina". „Shechina" kommt vom Wort „Shochen", dem Einwohnenden im Verlangen zu empfangen. Dieses Verlangen ist bereit für den Empfang des Höheren Lichts, für den Empfang des Schöpfers, für den Empfang der Shechina nach der Gleichheit der Form: Das Verlangen auf unserer Seite soll so sein wie der Wille auf Seiten des Schöpfers. In diesem Maß kann sich der Schöpfer zwischen uns enthüllen. Wenn ich mich so vorbereite, enthüllt sich der Schöpfer. Wenn ich mich nicht so vorbereitet habe, enthüllt sich der Schöpfer nicht. Darin gilt „Ein Gesetz hat Er gegeben, das nicht vergeht", ein Naturgesetz. Wir lernen mit euch Gesetze. Wie Baal HaSulam sagt: nach den absoluten Gesetzen, die sich von oben nach unten verketten, zuerst das eine, dann das folgende und so weiter. Das ist die Weisheit der Kabbala, das ist die Physik der ganzen Schöpfung.
Deshalb gilt: In dem Maß, in dem wir uns zu dem verhalten, was außerhalb von uns ist, und zum Schöpfer, fühlen wir das Verhältnis der Schöpfung und das Verhältnis des Schöpfers zu uns. In diesem Maß enthüllen wir Ihn.
Schüler: Was bedeutet es, auf richtige, nützliche Weise mit der Allgemeinheit zu leiden?
Rav: Auf richtige Weise heißt: Wenn ich die Erlaubnis bekommen habe, mich dem Schöpfer zu nähern, dann muss ich mich fragen. Ich muss durch mich zumindest in diesem Maß die Gegenwart des Schöpfers, den Schöpfer selbst, zu allen bringen, zur ganzen Menschheit, wie es in der letzten Generation zukommt. Dann muss ich mit der ganzen Menschheit leiden, mit dem, was ihr geschieht, und fühlen, dass ich hier wirklich ein Übergang vom Schöpfer zur ganzen Menschheit sein muss. Entsprechend muss ich in der Verbreitung sein, in irgendeiner Form von Verbindung und Brücke zwischen dem Schöpfer und der Menschheit. Dann werde ich entdecken: Gerade soweit ich mit dem Schöpfer und mit der Menschheit verbunden bin und aus mir einen Übergang mache, werde ich all dessen gewürdigt, was ich erreichen wollte, der Enthüllung des Schöpfers. Denn in dieser Form enthüllt Er sich.
Wenn wir keinen Übergang für andere machen, sind wir wie ein verstopftes Rohr. Es kann ein wenig das Leuchten des Schöpfers fühlen, das Leuchten des Höheren Lichts, das sich darin enthüllt. Und dieses Leuchten wartet sozusagen darauf, wann wir durch uns einen Zugang zu allen übrigen Seelen öffnen.
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der spirituellen Verbindung und der egoistischen Verbindung im Zehner?
Rav: Die egoistische Verbindung im Zehner ist wie bei allen möglichen Verbrecherbanden, die anderen schaden und davon profitieren wollen, oder die nicht an andere denken. Eine gute Verbindung im Zehner dagegen ergießt sich in Form von Geben nach außen. So sehr sie einander geben, so sehr wollen sie auch der ganzen Welt geben. Denn sie selbst sind von vornherein aus der ganzen Welt eingeschlossen. Was in ihnen geschieht, ist insgesamt das, was seit dem Zerbrechen geschieht, seit der Verbindung vor dem Zerbrechen. Deshalb fühlen sie eine Verbindung zur ganzen Menschheit. Soweit sich Menschen nach dem Schöpfer sehnen, fühlen sie sich auch für alle Bewohner der Welt verantwortlich. Diese Verantwortung wächst in ihnen, und sie müssen sie wirklich wachsen lassen und verwirklichen.
Schüler: Wenn der Zehner das Leid der Gesamtheit sieht, wie muss er am Trost der Allgemeinheit teilnehmen? Was muss die Reaktion sein?
Rav: Der Mensch muss sich damit integrieren. Aber das ist noch nicht für uns, denn wir legen jetzt den Schwerpunkt nur auf die Verbindung im Zehner. Eigentlich werden wir danach aber unser Verhältnis zur ganzen Welt fühlen müssen.
Um in vollkommener Form zum Schöpfer zu kommen, musst du Liebe zur ganzen Welt enthüllen. In diesem Maß drückst du deine Liebe zum Schöpfer aus. Denn für den Schöpfer sind das Seine Kinder, die ganze Wirklichkeit. Dann musst du eine Verbindung vom Schöpfer zu dieser ganzen Wirklichkeit leiten, sie beleben und sie durch dich mit dem Schöpfer verbinden.
Schüler: Können die Zehner einander mit Beispielen für Integration helfen, die sie in sich verwirklichen?
Rav: Natürlich. Wenn ihr Erfolg in der Verbindung im Zehner habt, müsst ihr das allen bekannt machen. Denn durch Neid – die Hauptsache ist Neid – erweckt ihr damit die anderen Zehner.
Schüler: Sind wir in unserer Grundlage ein Verlangen zu empfangen oder ein Verlangen zu nehmen?
Rav: Was ist der Unterschied?
Schüler: In dem System, das wir in der Arwut im Zehner bauen, verstehen wir, dass wir bis jetzt genommen haben. Empfangen ist gerade das vom Freund und nicht von einem anderen Ort.
Rav: Nein, damit hat das nichts zu tun. Du wirst später sehen, dass das dieselbe Eigenschaft ist. Die dem Geben entgegengesetzte Eigenschaft heißt Verlangen zu empfangen.
Vorleser: Auszug 9. Rabash sagt:
„Unsere Weisen sagten: ‚So wie ihre Gesichter einander nicht gleichen, so gleichen ihre Meinungen einander nicht.' Wie kann man dann wie ein Mensch mit einem Herzen sein? Antwort: Wenn wir davon sprechen, dass jeder Einzelne für sein eigenes Bedürfnis sorgt, ergibt sich, dass es unmöglich ist, wie ein Mensch zu sein, denn sie gleichen einander ja nicht. Wenn dagegen alle ihre eigene Domäne annulliert und nur für den Nutzen des Schöpfers gesorgt haben, dann gibt es ihre privaten Meinungen schon nicht mehr. Denn alle Einzelheiten werden annulliert, und alle sind in die Domäne des Einzigen (Reshut haYachid) eingetreten."
(Rabash, Brief 42)
Rav: Noch einmal.
„Unsere Weisen sagten: ‚So wie ihre Gesichter einander nicht gleichen, so gleichen ihre Meinungen einander nicht.'" Das heißt: Nach dem Zerbrechen sind wir alle, alle verschieden. Niemand ist auch nur in irgendetwas eine Kopie des anderen. „Wie kann man dann wie ein Mensch mit einem Herzen sein? Antwort: Wenn wir davon sprechen, dass jeder Einzelne für sein eigenes Bedürfnis sorgt, ergibt sich, dass es unmöglich ist, wie ein Mensch zu sein," denn die Verlangen sind vom einen zum anderen völlig verschieden. Wenn also jeder für sein Verlangen sorgt, gibt es keine Verbindung, kein Sich-Verbinden, keine Übereinstimmung zwischen dem einen und dem anderen. „denn sie gleichen einander ja nicht. Wenn dagegen alle ihre eigene Domäne annulliert und nur für den Nutzen des Schöpfers gesorgt haben, dann gibt es ihre privaten Meinungen schon nicht mehr. Denn alle Einzelheiten werden annulliert, und alle sind in die Domäne des Einzigen eingetreten."
(Rabash, Brief 42)
Es ergibt sich: Wenn ich für den Nächsten sorge, sorge ich am Ende für den Schöpfer. So komme ich durch das Geben an den Nächsten zum Geben an den Schöpfer.
Schüler: Ich fühle schon seit einigen Tagen, dass alles, was ich in der Annullierung tun kann, nur durch Gebet geht: mich im Gebet integrieren und für die Freunde bitten. Aber praktisch irgendeine Handlung der Annullierung oder etwas Ähnliches tun, das kann ich überhaupt nicht. Ich kann nur hinausgehen und versuchen zu beten und zu bitten. Was muss man hier tun? Wo irre ich mich in der Unterscheidung, wo muss ich sie schärfen?
Rav: Ich denke, die Handlung der Annullierung besteht darin, dass ich mich immer mehr mit den Freunden integriere, in allen Handlungen, in allem, was sie wollen. Ich bemühe mich, auszuführen und umzusetzen, was sie tun, und ihnen so viel wie möglich zu dienen: in der Tat, in den Absichten und mit meinem Willen⁵. Dadurch werde ich nach und nach fühlen, dass ich mich ihnen nähere, und auch sie werden fühlen, dass sie sich mir immer mehr nähern. Wir sind in einer Welt der Handlungen. Aus diesen Handlungen werden wir immer mehr zu dem Zustand kommen, in dem wir sehen, dass wir unser Ego einander gegenüber annullieren müssen, um uns noch mehr zu integrieren. So werden wir vorankommen.
In dieser Verbindung zwischen uns will jeder sich selbst zur Seite rücken, wie Rabash schreibt: sich selbst zu einer Null gegenüber einer Eins machen. Entsprechend schließen wir einander ein, und in diesem Maß der Integration bauen wir schon nach und nach, schrittweise, einen Ort für die Enthüllung des Schöpfers.
Vorleser: Auszug 10, „Sohar laAm", Wochenabschnitt „Toldot".
„Es gibt kein Glied im Menschen, dem nicht ein Geschöpf in der Welt gegenübersteht. Denn so wie sich der Körper des Menschen in Glieder teilt, die alle Stufen über Stufen stehen, aufeinander aufgebaut, und alle ein Körper sind, so ist die Welt: All diese Geschöpfe in der Welt sind Glieder um Glieder und stehen aufeinander. Und wenn sie alle korrigiert werden, werden sie wirklich ein Körper sein. Und alles, sowohl der Mensch als auch die Welt, ist wie die Tora, denn die ganze Tora besteht aus Gliedern und Abschnitten, die aufeinander stehen. Und wenn sie alle korrigiert werden, werden sie zu einem Körper."
(„Sohar laAm", „Toldot", Artikel „Und das sind die Nachkommen Isaaks", Punkt 3)
Schüler: Wie kann ich einerseits in der Annullierung sein und andererseits groß sein, verantwortlich für den Zehner, die Menschheit und den Schöpfer?
Rav: Das stört einander nicht. Eine Mutter annulliert sich gegenüber dem Säugling ganz und gar. Was er will, kann und will sie tun, und nur sie kann es tun, obwohl sie groß ist und er klein. Alles hängt nur vom Maß der Annullierung des einen gegenüber dem anderen ab. In der Annullierung gibt es kein Groß und Klein. Gerade jeder, der sich gegenüber dem anderen annulliert, heißt groß, weil er der Eigenschaft des Gebens näher ist.
Vorleser: Integration im Zehner. Auszug Nummer 11. Rabash sagt:
„Damit es eine Integration des einen aus dem anderen gibt, muss jeder sich gegenüber dem anderen annullieren. Das geschieht dadurch, dass jeder die Vorzüge seines Freundes sieht und nicht seinen Mangel. Wer aber denkt, dass er ein wenig höher ist als die Freunde, kann sich schon nicht mit ihnen vereinen."
(Rabash, Artikel 1, Teil 2, „Das Ziel der Gemeinschaft – 2", 1984)
Rav: Das heißt, wir müssen die Gemeinschaft fühlen und uns bemühen, sie uns als Freunde vorzustellen, die in einer schönen und guten Verbindung miteinander verbunden sind. So müssen sie in mir, in meinem Herzen dargestellt sein. Ich habe den Zehner so in mir zusammengesetzt. Wenn ich sehe, dass dieses ganze Bild, diese ganze Form verdorben wird, muss ich verstehen, dass diese Störungen kommen, damit ich die Verbindung zwischen uns noch mehr stärke. Ich soll sie mir noch höher und noch höher vorstellen, bis ihre Struktur für mich zu einem Parzuf wird. In diesem Parzuf werde ich sein Inneres Licht enthüllen, den Schöpfer. So muss es sein.
Deshalb gilt: Ich erhebe sie über mich, die Verbindung zwischen ihnen erscheint mir immer stärker und besser, ich beneide sie und will mich dadurch an sie heften, und ich will der Kleine sein, der ihnen in allem von unten hilft. Soweit ich das tue, sehe ich in allen Phasen der Verderbnisse, die ich enthülle, dass das die Arbeit des Schöpfers ist. Er macht das so, damit wir zu dem Zustand kommen, in dem wir die Freunde auf die spirituelle Höhe erheben. Dann enthüllt sich in ihnen der Schöpfer.
Vorleser: Auszug 12. Rabash sagt:
„Es gibt eine besondere Eigenschaft in der Anhaftung der Freunde. Da die Meinungen und Gedanken durch die Anhaftung zwischen ihnen von einem zum anderen übergehen, wird jeder aus den Kräften des anderen eingeschlossen. Dadurch hat jeder die Kraft der ganzen Gemeinschaft. Deshalb hat jeder Mensch, obwohl er einer ist, alle Kräfte der Gemeinschaft."
(Rabash, Artikel 14, „Die Notwendigkeit der Liebe zu den Freunden", 1988)
Rav: Stellt euch nur eines vor: Wenn ich die Freunde nicht in mich einschließe, habe ich keine Kraft, keine Eigenschaften, keine Grundlagen, um den Schöpfer zu erreichen. Wie sehr muss jeder von uns dafür verantwortlich sein, den Freunden die Gelegenheit zu geben, den Schöpfer zu erkennen. Wenn ich plötzlich nicht in der Gruppe bin oder in der Gruppe etwas passiert, irgendein Mangel an Verbindung, dann gibt es keinen Ort, an dem sich der Schöpfer enthüllen kann. Deshalb gibt diese Integration jedes Einzelnen in alle im Zehner jedem die Möglichkeit, aus zehn Sefirot zusammengesetzt zu sein und den Schöpfer zu enthüllen. Nur so können wir verbunden sein.
„Es gibt eine besondere Eigenschaft in der Anhaftung der Freunde. Da die Meinungen und Gedanken durch die Anhaftung zwischen ihnen von einem zum anderen übergehen, wird jeder aus den Kräften des anderen eingeschlossen. Dadurch hat jeder die Kraft der ganzen Gemeinschaft. Deshalb hat jeder Mensch, obwohl er einer ist, alle Kräfte der Gemeinschaft." Dann kann er aus all diesen Kräften empfangen, mit denen er aus der ganzen Gemeinschaft eingeschlossen ist, weil er sich ihnen gegenüber annulliert hat. Aus dieser ganzen Struktur, die er von ihnen empfangen hat, kann er das Geben des Schöpfers empfangen. So enthüllt es jeder Einzelne, aber nach dem Maß der Integration zwischen ihnen.
Schüler: Oft ist von der Kraft oder der besonderen Eigenschaft der Anhaftung zwischen uns die Rede. Was ist diese besondere Kraft, und wie kann man sie im Zehner nutzen?
Rav: Soweit du die Freunde in dich einschließt, fängst du an zu fühlen, dass du ein spirituelles Gefäß hast. In dir sind Verlangen, die du von den Freunden empfangen hast: Verlangen gegenüber dem Schöpfer, Verlangen der Verbindung gegenüber den Freunden und Verlangen aus den Freunden heraus gegenüber dem Schöpfer. Wenn du all diese Dinge in dich eingeschlossen hast, hast du eine Grundlage, ein Gefäß, mit dem du anfangen kannst, das Geben des Schöpfers an euch zu fühlen.
Das heißt, du hast jetzt zehn persönliche Sefirot, und in ihnen kannst du anfangen, die Höhere Kraft zu enthüllen. Natürlich gibt es hier noch die Integration jedes Einzelnen in alle. Bis dahin macht ihr diese Integration in jedem Einzelnen noch mehr, noch stärker, noch entwickelter. Dann enthüllt sich der Schöpfer als Licht von „Nefesh", „Ruach", „Neshama". Darin gibt es wirklich viele Formen der Integration, und dadurch enthüllt sich alles. Alles hängt von der Integration ab.
Schüler: Ich sehe einen Freund, der sich wegen seines Stolzes nicht mit den Freunden verbinden kann. Sehe ich das wegen meines zerbrochenen Egos, und bin ich derjenige, der sich nicht mit ihnen verbinden kann?
Rav: Das ist nicht wichtig. Wir müssen alle Schwierigkeiten der Freunde als unsere Schwierigkeiten annehmen und beten, dass sie vorübergehen. Und wir müssen zusammen im Gebet der Vielen den Schöpfer bitten, dass Er sich darum kümmert. Es ist nicht wichtig, in wem sich das enthüllt, in mir oder in einem Freund oder in einem zweiten Freund oder in mehreren von ihnen. Die Hauptsache ist meine Sorge, dass all diese Schwierigkeiten die Grundlage sind, auf der wir den Schöpfer um mehr Verbindung bitten. Anscheinend hat der Schöpfer uns all diese Schwierigkeiten eingerichtet, damit wir darum bitten, uns mit Ihm zu verbinden.
Schüler: Meine Freunde sind mein Leben, aber ich fühle mich draußen, als würde ich außerhalb von ihnen bleiben.
Rav: So fühlt sich jeder Einzelne. Obwohl du dich mit Liebe zu ihnen verhältst und dich mit ihnen integrierst, wirst du dich immer auch getrennt fühlen, und das wirst du später sehen. Das wird dich immer mehr Verbindung lehren. Du wirst jedes Mal darüber traurig sein, dass du noch nicht so in sie eingeschlossen bist, dass du dich selbst verlierst. Lass das Höhere Licht an all diesen Dingen arbeiten. Ihr kommt richtig voran.
Schüler: In welchem Sinn enthüllt sich die Vereinigung der Tora und des Schöpfers im Zehner? Und wenn es dafür eine besondere Vereinigung zwischen uns braucht, wie können wir sie erreichen?
Rav: Dadurch, dass ihr zuerst zur Verbindung zwischen euch kommt. Danach enthüllt ihr auch das Gefühl, dass die Höhere, die dritte Kraft die Verbindung gemacht hat, sie enthüllt und sie füllt. Das heißt: du, die Gemeinschaft und der Schöpfer von oben. Das wird sich später enthüllen, vorerst sorgt für die Integration. Die Neigung zur Integration, die Anstrengung zur Integration bringt die Enthüllung des Schöpfers innerhalb der Integration.
Schüler: Ist es richtig, dass ich mich direkt an den Schöpfer wenden muss, nicht über den Zehner, um die Fähigkeit zu bekommen, mich gegenüber den Freunden zu annullieren?
Rav: Du kannst dich für den Zehner an den Schöpfer wenden, kein Problem, aber nur für den Zehner. Denn wenn du dich nur für dich selbst an Ihn wendest, schadest du dir dadurch und wirfst dich wirklich aus der Gruppe hinaus.
Schüler: Ich kann mich gegenüber dem Zehner nicht annullieren, ich muss diese Fähigkeit bekommen. Kann ich mich direkt an den Schöpfer wenden, nicht über den Zehner?
Rav: Ja, aber nur dafür, nur wenn du darum betest.
Schüler: Wir versuchen schon seit einigen Tagen, ein besonderes Gebet aufzubauen. Wir haben schon darum gebeten, dass Er uns dabei hilft, weil es uns nicht gelingt, und es gelingt uns immer noch nicht.
Rav: Macht die ganze Zeit weiter. Die ganze Zeit weitermachen, und das sage ich allen: die ganze Zeit mit der Anstrengung weitermachen, ein Gebet zu schreiben. Seht das vorherige Gebet jedes Mal als Entwurf, den ihr für das nächste Gebet ändert, und so immer mehr. Das ist eine unaufhörliche Arbeit. Ihr habt gestern das Gebet fertig aufgebaut? Heute prüft ihr es und seht, dass man es ändern kann. Ändert es. Macht euch keine Sorgen, dass ihr etwas verderbt, ändert es.
Schüler: Ist es gut, sich, wie Sie gesagt haben, auf die Gebete von gestern und vorgestern zu beziehen, um heute anders aufzubauen?
Rav: Ja, verbessern. Nicht einfach anders aufbauen, sondern unsere Hinwendung an den Schöpfer verbessern. Das heißt „Jeden Tag sollen sie in deinen Augen wie neu sein", denn du wirkst wirklich für die Annäherung zwischen den Freunden und dem Schöpfer.
Schüler: Was bedeutet es, das Gebet im Laufe des Tages zu verbessern?
Rav: Dass wir unsere Hinwendung sowohl von unserer Seite als auch gegenüber dem Schöpfer verbessern. Plötzlich enthüllen sich euch weitere Bedingungen, die man ordnen muss, um sich untereinander zu verbinden oder sich in allen möglichen Zuständen mit dem Schöpfer zu verbinden. So ist das.
Schüler: Wir haben viel darüber gesprochen, aber wie schreiben wir es? Gewöhnlich drückt jeder Freund irgendeinen eigenen Mangel aus, und wir versuchen, das alles zu verbinden. Wie macht man das richtig?
Rav: Dann fragt auch ihn⁶. Sprecht untereinander und fragt den Schöpfer. Wenn ich es dir sage, wirst du es nach ein paar Minuten vergessen. Du wirst es nicht annehmen können. Alle Dinge in der Spiritualität müssen wir mit eigenen Händen erreichen, aus Anstrengungen, Frustrationen und Gebet.
Schüler: Muss das Gebet ein Ergebnis der Integration zwischen uns sein?
Rav: Auch um sich zu verbinden, muss es ein Gebet geben. Über jede einzelne Sache.
Schüler: Eine Frage aus dem Zehner: Ist das Gebet im Zehner ein Brainstorming oder ein Öffnen des Herzens?
Rav: Ein Öffnen des Herzens. Die Hauptsache ist das Öffnen des Herzens. Nur aus dem Herzen sprechen, nicht aus dem Kopf. Aus dem Kopf fangt ihr an, alle möglichen Wörter aus den Büchern, aus den Unterrichten hinzuwerfen und klug zu sein. Nein, nur aus dem Herzen.
Schüler: Wenn wir zur Integration in der Gruppe kommen, empfangen wir dann die Eigenschaft des Gebens, oder empfangen wir vom Schöpfer die Fähigkeit zu geben? Was ist der Unterschied zwischen beiden?
Rav: Es gibt die Eigenschaft des Gebens, bei der ich vorerst über meinem Ego stehen kann: Awiut Shoresh, Awiut 1, sogar Awiut 2. Dann bin ich noch in irgendeiner Verbindung mit den Freunden, kann aber noch nicht handeln. Es kann sein, dass ich ihnen schon in etwas helfen kann. Und es gibt eine so große Awiut, dass ich mein Maß des Gebens schon an andere weitergeben kann. Dann kann ich ihnen schon helfen, in der Form ihres Gebens zu bauen und sich selbst aufzubauen. So wie der Mensch in unserer Welt wächst, so müssen wir verstehen, wie wir in der Spiritualität wachsen.
Schüler: Zum Austausch der Gedanken und Zustände zwischen den Freunden: Zwar gibt das Kräfte, so steht es geschrieben, aber es bringt auch zusätzliche Sorgen, sogar Belastungen. Es ist nicht klar, was man mit diesen Gedanken machen soll, die nicht die eigenen sind.
Rav: Ihr macht die Arbeit nicht nach dem, was wir festlegen, und deshalb seid ihr verwirrt. Ich verstehe das nicht. Ihr müsst genau das tun, was wir sagen: euch bemühen, euch so weit wie möglich gegenüber dem Zehner zu annullieren. Wer das nicht kann, der kann es nicht, dann stört er die anderen nicht. So werden wir vorankommen.
Schüler: Wenn nichts aus dem Herzen kommt – ich versuche es, und es gelingt nicht –, soll ich dann einfach Worte aus dem Kopf sagen, oder ist es besser zu schweigen?
Rav: Besser ist es, nach dem zu arbeiten, was geschrieben steht. Wir haben viele Artikel und müssen sie durchgehen und so lernen, bis in uns die Kraft des Gebens oder die Notwendigkeit des Gebens immer mehr fühlbar wird. Wir sind in fortgeschrittenen Zuständen beim Aufbau der Seele. Manche können es noch nicht, und zwar aus zwei Gründen. Der eine Grund ist, dass sie noch neu sind. Der zweite Grund ist, dass sie ein großes Verlangen zu empfangen haben und große Seelen sind. Weil ihre Awiut groß ist, fällt es ihnen schwer, diese Idee zu erfassen, denn „Wer größer ist als sein Freund, dessen Trieb ist größer als er". Deshalb können sie noch nicht an die Verbindung mit den anderen herangehen. Sie sollen verstehen, dass das nach und nach geht, aber das Material und die Verbindungen so weit wie möglich nicht verlassen.
Schüler: Wenn also nichts aus meinem Herzen kommt, lohnt es sich dann, etwas aus der Quelle zu lesen, die wir lesen?
Rav: Ja.
Schüler: Wie kann ich etwas zum gemeinsamen Gebet hinzufügen, das ich von den Freunden höre?
Rav: Versuch es, „keiner ist so weise wie der Erfahrene". Ich kann euch nicht auf jede kleine Wendung antworten, die ihr fühlt. Ihr müsst schon selbst sehen, ob es geht, ob es nicht geht und wie es geht. Versucht, damit zu arbeiten.
Vorleser: Auszug Nr. 13. Rabash sagt:
„Man kann von der Gemeinschaft kein Geben³ empfangen, wenn man nicht an der Gemeinschaft haftet, das heißt, sie wertschätzt. In diesem Maß kann man von ihnen Geben empfangen, ohne Arbeit, nur durch die Anhaftung an die Gemeinschaft allein."
(Rabash, Artikel 17, „Das Wesen der Strenge des Verbots, Akum⁷ die Tora zu lehren", 1987)
Rav: Es ist nicht wichtig, welche Gemeinschaft da ist. Du musst berücksichtigen, dass in der Gemeinschaft, dort ganz innen, der Schöpfer ist. Dann musst du an ihnen haften und alle Hindernisse überwinden, bis du zu dem Zustand kommst, in dem du den Schöpfer enthüllst. Also versuch es, mach es so, und so wird es geschehen.
Vorleser: Auszug 14. Baal HaSulam sagt:
„Wenn er keinerlei Kraft des Verlangens⁸ und kein Begehren nach Spiritualität hat, wenn er aber unter Menschen ist, die Begehren und Verlangen nach Spiritualität haben, und wenn diese Menschen ihm gefallen, dann nimmt auch er die Kraft des Erstarkens und ihre Verlangen und Bestrebungen, obwohl er diese Verlangen und Sehnsüchte und die Kraft des Erstarkens aus der Kraft seiner eigenen Eigenschaft nicht hat. Sondern entsprechend der Anmut und der Wichtigkeit, die er diesen Menschen beimisst, empfängt er neue Kräfte."
(Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 99, „Bösewicht oder Gerechter sagte er nicht")
Schüler: Was bedeutet es, dass diese Menschen ihm gefallen?
Rav: Dass der Mensch anfängt, sich vorzustellen, dass der Schöpfer ihm in dem, was er jetzt fühlt, seine Seele vor Augen malt. Zwar ist das noch die Äußerlichkeit der Seele, die Gesichter (Parzufim) der Freunde, deren Eigenschaften so grob und verdorben sind. Aber das ist das, was der Mensch jetzt als Mittel zur Enthüllung des Schöpfers bis Gmar Tikun empfangen kann. Wirklich so.
Deshalb nimmt er diese Form an und bemüht sich die ganze Zeit immer mehr, Liebe zu ihnen, Verbindung zu ihnen, Nähe zu ihnen zu enthüllen. Warum? Weil das meine Seele ist, nur erscheint sie jetzt so. Was will ich also? Habe ich gedacht, dass meine Seele schöner und besser sein wird? Was kann hier sonst sein? Ich bin es, der Verdorbene, der sich selbst so in einigen Freunden sieht, in einigen Gesichtern vor mir, die einen solchen Ausdruck, einen solchen Charakter und all diese Dinge haben. Ich muss sie so sehen, dass sie insgesamt eine Kopie von mir sind, besonders weil „Wer andere für mangelhaft erklärt, tut es mit seinem eigenen Makel". Warum soll ich also davor fliehen? Das ist eigentlich meine Spiritualität, die der Schöpfer mir in dieser Form enthüllt. Ich schaue darauf wie auf einen Spiegel. Und wie muss ich mich korrigieren? Dadurch, dass ich sie in dem liebe, was sie sind. Ich erwarte nicht von ihnen, dass sie sich ändern und ich mich ihnen dann nähere und sie liebe. Ich erwarte von mir, dass ich sie liebe, so wie sie sind.
Schüler: Und wie nehme ich dadurch ihre Kräfte und Verlangen von ihnen, wie hier geschrieben steht?
Rav: Dadurch fängst du an, Kräfte und Verlangen von ihnen zu empfangen. Wenn du anfängst, dich ihnen so zu nähern, wie sie sind, fängst du plötzlich an zu sehen, dass sie nicht so sind, wie sie sind, dass sie sich verändern. Sie fangen an, dir zu gefallen und dir näher zu sein. Plötzlich nimmst du deine Kritik von ihnen weg und nimmst sie an, wie sie sind. Vielleicht gab es welche, die du nicht ertragen hast, oder halb ertragen, oder zu einem Viertel, bei jedem von ihnen ja und nein. Aber plötzlich siehst du: Nein, du nimmst sie alle an, wie sie sind, und sie werden immer besser. Soweit du dich korrigierst und dich über den Hass zur Liebe erhebst, siehst du, dass die ganze Welt die heilige Shechina ist, und dass das insgesamt das ist, was vor dir ist. Wie kommt es, dass das vor dir ist? Weil du dich schon korrigiert hast. Dann enthüllst du, dass die ganze Welt die heilige Shechina ist, dass nur der Schöpfer die ganze Wirklichkeit füllt.
Das braucht Zeit, noch zehn Jahre, sogar noch zwanzig Jahre, aber wir kommen dahin. Manche rennen voraus, andere kommen später an, aber alle müssen am Ende dahin kommen. Das ist es, was in unserer Zeit, in der letzten Generation, zwischen uns geschieht. Deshalb: sich stärken, und die Hauptsache ist, wirklich jeden Tag einen Schritt nach vorne zu machen.
Vorleser: Noch einmal Auszug 14.
„Wenn er keinerlei Kraft des Verlangens und kein Begehren nach Spiritualität hat, wenn er aber unter Menschen ist, die Begehren und Verlangen nach Spiritualität haben, und wenn diese Menschen ihm gefallen, dann nimmt auch er die Kraft des Erstarkens und ihre Verlangen und Bestrebungen, obwohl er diese Verlangen und Sehnsüchte und die Kraft des Erstarkens aus der Kraft seiner eigenen Eigenschaft nicht hat. Sondern entsprechend der Anmut und der Wichtigkeit, die er diesen Menschen beimisst, empfängt er neue Kräfte."
(Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 99, „Bösewicht oder Gerechter sagte er nicht")
(Ende des Unterrichts)