Dieses
Transkript
wurde
mithilfe
KI
aus
dem
hebräischen
Original
übersetzt
und
nicht
redaktionell
bearbeitet.
—
Rohe Abschrift ohne endgültige Korrektur. Fehler sind möglich.
Morgenlektion 27.10.2003
Buch „Schriften von Rabash“, Band 2, S. 799, „Was ist eine Wasserflut in der Arbeit“
Rav: Wir haben mit euch einen Artikel aus „Stufen der Leiter“, Band 1, gehört, der zum Wochenabschnitt Noach gehört: „Was ist eine Wasserflut in der Arbeit“. In diesen Artikeln über die Flut und über Noach dreht sich die ganze Erklärung um die Arche. Das gilt für den Sohar, für Baal HaSulam und für Rabash. Die Arche ist die Kraft der Bina, der Glaube, den der Mensch am Anfang seiner spirituellen Entwicklung erwirbt. Ohne ihn kann er nicht vorankommen. Diese Kraft muss er als Fundament, als Grundpfeiler aufbauen. Um sie herum kann er dann existieren und die übrigen Unterscheidungen klären und korrigieren.
Wir haben darüber gesprochen, dass diese Kraft der Bina, die der Arche gleicht, eine Kraft ist, die der Mensch in sich aufbauen muss, und um sich herum als Gruppe und als ganze Menschheit. Diese Kraft heißt gegenseitige Bürgschaft. Der Mensch erwirbt sie durch die Arbeit an den Störungen, die über ihn kommen. Wie er sagt, kommen sie aus den Fragen „Wer“ und „Was“, die der Mensch beantworten muss. Die Kraft des Glaubens hilft ihm, gerettet zu werden. Um sich von allen Störungen zu entfernen, die vom Verlangen zu empfangen kommen, ist er dabei auch in Verborgenheit vor dem Schöpfer und haftet sich nur an die Kraft des Glaubens, an den Glauben über dem Verstand.
Indem er das für sich aufbaut, baut er das Fundament, wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben.“ Erwirbt der Mensch die Kraft der Bina, die Kraft des Glaubens, dann kann er danach, soweit er Gefäße des Gebens hat, ihnen Gefäße des Empfangens hinzufügen. Er fängt also an, sein Verlangen zu korrigieren, sich selbst zu korrigieren. Aber zuerst muss er die Eigenschaften des Schöpfers erwerben, die Kräfte der Bina. Nur wenn er die Eigenschaften des Schöpfers erwirbt, kann er danach seine eigenen Eigenschaften hinzufügen. 3:35
Das muss auch unser Ausgangspunkt sein, wie wir uns zu unserem Zustand und zur Gruppe verhalten. Am Anfang der Arbeit müssen wir von unserem Verlangen zu empfangen abgekoppelt sein. Wir ziehen es nicht in Betracht und lassen uns nicht auf die Klärungen und die Störungen selbst ein, um mit ihnen zu arbeiten. Wir reiten nur über ihnen. Wir sehen die Gruppe und die Welt als korrigiert. Wir sehen, dass die Störungen, die zu uns kommen, vom Schöpfer kommen, und zwar nur, damit ich den Schöpfer rechtfertige. Wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben.“
Der Schöpfer schickt mir Störungen mit den Fragen „Wer“ und „Was“. Ich sehe sie in der Welt und im Verhalten der Freunde, die mir unkorrigiert erscheinen. Trotzdem gehe ich über all das hinweg. Ich ertrinke sozusagen nicht im Wasser der Flut, im Gegenteil: Ich will gerettet werden, ich schließe mich ein. Ich lasse mich nicht auf Kritik und Berechnungen ein, auf das, was mein Verlangen zu empfangen ins Spiel bringt¹, all meine Sinne und meinen ganzen Verstand. Stattdessen rechtfertige ich den Schöpfer, der sie mir schickt, nur damit ich über ihnen gehe, indem ich Ihn und meine Umgebung rechtfertige. Wenn ich mich nur so zu dem verhalte, was mir passiert, lasse ich meine Galgalta we Ejnaim wachsen, die Gefäße des Gebens.
Wenn ich schon Gefäße des Gebens habe, habe ich die Eigenschaft des Schöpfers erworben. Bei mir gilt dann schon „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben“ und „Der Gerechte ist das Fundament der Welt“. Ich habe die Gefäße des Gebens erworben, den Glauben als Fundament der Welt. Jetzt kann ich um dieses Fundament herum und auf ihm anfangen, auch meine Gefäße des Empfangens zu klären, die eigentlich meine wahren Gefäße sind. Aber erst wenn ich Gefäße vom Schöpfer erworben habe, den Glauben, kann ich mithilfe des Glaubens dem Glauben weitere Gefäße des Empfangens hinzufügen und anfangen, sie zu korrigieren. Das ist schon ACHaP de Alija. Das ist es: erst, wenn ich ein Fundament habe. 6:28
Das sind zwar Gefäße des Gebens, kleine Gefäße, Chafez Chessed, „die Eigenschaft Israel, die die Kleinsten unter den Völkern sind“ und so weiter. Aber ohne dieses Fundament kann man mit Gefäßen des Empfangens nicht arbeiten. Deshalb müssen wir am Anfang alle Störungen nur dazu nehmen, über ihnen im Glauben über dem Verstand dieses Fundament aufzubauen, nur Gefäße des Gebens. Erst wenn es existiert und wirklich ein Fundament ist, fangen wir an, unsere Gefäße zu korrigieren und uns zu den Störungen, zu den Fragen „Was“ und „Wer“, auf nutzbringende Weise zu verhalten.
Nutzbringend heißt hier: auf eine andere Weise. Wir nehmen diese Fragen und Störungen und arbeiten mit ihnen. Wir fangen an, in ihnen auch die Möglichkeit zu entdecken, sie „um zu geben“ zu nutzen. Auch in den schlechten Dingen und in den unkorrigierten Eigenschaften sehen wir die Möglichkeit, mit ihnen zu arbeiten, um noch höher zum Schöpfer voranzukommen. Das heißt ACHaP de Alija.
Aber das ist schon eine andere Arbeit, und diese Phase wird kommen. Daraus müssen wir auch lernen, wie wir uns verhalten müssen, nicht nur zu unserer kleinen Gruppe, sondern auch zu unserer ganzen großen Gruppe. Auch dort ist es egal, was für Menschen da sind. Vorerst ist auch egal, mit welcher Vorbereitung, welchem Verständnis und welcher Tiefe des Wissens sie kommen, wo sie stehen und was sie sind. Das ist mir nicht wichtig.
Ich muss sie als Partner auf dem Weg annehmen, sie nicht kritisieren und mich zu allen gleich verhalten, als wären alle korrigiert und vollkommene Gerechte. Über allen Störungen und Fragen, die ich ihnen gegenüber habe, baue ich meine Beziehung zu ihnen so auf wie zum Schöpfer: nur im Sinne des Gebens. Wenn diese Beziehung aufgebaut ist, werden wir wie ein Grundpfeiler sein. Dann können wir schon sehen, wie alle, die sich nach dem Schöpfer sehnen, kommen und sich an diesen Grundpfeiler anhaften. Und das wird wirklich das Fundament der Welt sein.
Schauen wir dagegen jetzt mit unserem unkorrigierten Blick auf die Menschen, die ebenfalls nicht korrigiert sind und auf ihrem Weg zur Korrektur, zum Schöpfer, gerade erst anfangen, dann geraten wir bestimmt in das Haderwasser und in die frevelhaften Wasser. Wir geraten in all die Unterscheidungen in der Bina, die weder zur Korrektur noch zu einem Nutzen führen. Diese Herangehensweise raten uns die Kabbalisten nicht.
Ja.
10:49
Schüler: Rabash schreibt hier: „Wenn der Mensch anfängt, in der Arbeit des Gebens zu arbeiten, dann wendet der Körper ein: Was soll euch diese Arbeit?“ Der zweite, andere Einwand lautet: „Wenn der Mensch zum Körper sagt, dass wir an den Schöpfer glauben müssen, dass Er über die Welt wacht und sie in der Weise von gut und Gutes tuend lenkt, dann kommt der Körper zum Menschen und erhebt den Einwand des Pharao, der sagte: ‚Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?‘“ Was ist der Unterschied oder die Besonderheit dieser beiden Fragen?
Rav: Diese beiden Fragen sind die wichtigsten: „Was soll diese Arbeit?“ und „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?“. Das sind die Fragen des Pharao. Der Pharao ist unser gesamtes Verlangen zu empfangen, und das fragt er. Andere Fragen gibt es nicht, nur diese: Wozu braucht ihr die Arbeit des Gebens? Und wenn schon, wer verpflichtet euch? Wer ist Er, was ist Er, dass ihr in dieser Arbeit auch noch im Glauben über dem Verstand gehen sollt? Das entspricht der doppelten Verhüllung, die der Mensch hat.
Alle unsere Fragen und Störungen sind eigentlich in diesen beiden Fragen enthalten. „Was soll euch diese Arbeit?“ bedeutet: Wenn du deinem Verlangen zu empfangen gegenüberstehst, hast du nichts zu antworten. Wenn du es ansiehst, gibt es nichts zu antworten. Ich erinnere mich an die Zeit, als meine Mutter noch hier im Land lebte. Ich konnte ihr nicht erklären, was das ist. „Wozu brauchst du das? Du bist so erfolgreich, du hast so ein schönes Geschäft, eine Frau, Kinder, alles. Was machst du plötzlich gegen das ganze Leben, gegen den Erfolg, gegen die Gesundheit? Du stehst früh morgens auf und fährst irgendwohin?“
Ja? Du hörst vielleicht dasselbe, ja? Du verstehst. Shiovitz² kann dir das auch sagen. Das war's. Ich war auch 29 oder 30, als ich angefangen habe, ja? Ich war in meinem eigenen Geschäft erfolgreich, hatte Frau, Kinder, alles, was man braucht. Ich hatte so ein schönes Penthouse in Rechovot. „Was brauchst du? Mach weiter. Plötzlich machst du alles zu und fährst zu irgendeinem Alten nach Bnei Brak? Du hast Eltern, wenn du willst, kümmere dich um sie. Wozu musst du dir irgendeinen Alten nehmen?“ Ja, ja, ich habe diese Fragen gespürt, sie haben es nicht verstanden. 14:06
Das einfache Verlangen zu empfangen fragt nicht grausam oder so, sondern menschlich: Was ist mit dir passiert? Verstehst du. Ich erinnere mich, als ich angefangen habe, eine Kippa zu tragen, fragten alle: „Ist jemand gestorben, ist etwas passiert?“ Nu, du verstehst, so ist das, da gibt es nichts zu erklären. Deshalb gibt es auf diese Fragen nichts zu antworten. „Was soll euch diese Arbeit?“ ist eine Arbeit, die dem Verlangen zu empfangen nichts nützt. Was willst du sagen, ja? Ich konnte meiner Mutter nichts sagen. Ehrlich gesagt, es gab nichts zu sagen, denn das geht gegen jede Logik.
Denn das Verlangen zu empfangen hat an sich recht. Wenn ich mich in ihm befinde, kannst du nicht antworten und dich nicht rühren. Du musst ihm wirklich gehorchen, so wie es dir sagt, denn es hat recht. In dieser ganzen Welt herrscht es in der Logik, mit aller Kraft, in der Gesetzmäßigkeit dieser Welt: „Zeig mir, dass es sich lohnt, dann schließe ich mich auch an.“ Diese Störung³ fragt sozusagen unschuldig: „Wie kann so etwas sein? Ihr seht doch, wie man in dieser Welt Erfolg hat. Und mit dieser Dummheit geht ihr sozusagen umgekehrt, gegen die Naturgesetze?“
Deshalb ist diese Frage „Was soll euch diese Arbeit?“ eine sehr wesentliche Frage. Sie umfasst sehr viele Störungen und steht lange Zeit vor dem Menschen. Der Mensch muss ihr wirklich standhalten, dieser ewigen Frage gegenüber, und er hat nichts zu antworten. Direkt, Auge in Auge, gibt es nichts zu antworten: Du hast recht. Was ist das? Das sind die Naturgesetze dieser Welt, nach denen das Lebendige existiert: Unbelebtes, Pflanzliches und Tierisches. Nur wenn du sagen willst, dass du „Sprechender“ bist, hast du keine Wahl. Dann hast du irgendeinen Teil, der darüber steht, und dieser Teil verlangt nach Existenz, die für das Auge nicht sichtbar ist. Dementsprechend suchst du dann schon eine andere, eine andere Welt.
Dann geht es nicht um die Gesetze dieser Welt und nicht um die Existenz in dieser Welt. Mit dem Teil, der in dir „Sprechender“ heißt, musst du eine andere Umgebung finden, wo er leben kann. Das ist schon die spirituelle Welt. Sie ist für das Auge nicht sichtbar, und für das Verlangen zu empfangen erscheint sie nicht als etwas Reales, das existiert. Deshalb gibt es hier eine Kluft und eine Trennung zwischen denen, die ein Sehnen nach dem Schöpfer haben, und denen, die es noch nicht haben. Die anderen leben in Unbelebtem, Pflanzlichem und Tierischem und spüren den Aspekt des Sprechenden in sich noch nicht. Mit ihnen kann man nichts machen. Ich habe ihnen einfach nichts anderes zu sagen als: Das ist es, was mich zieht, das ist es, was ich kann, das ist es, was ich als Pflicht spüre, und fertig. Entschuldigt, aber da ist nichts zu machen. 18:11
Das heißt: Die Meinung der Tora ist der Meinung der Hausherren entgegengesetzt. Hausherren sind die, die spüren, dass die Gesetzmäßigkeit dieser Welt alles ist, was es gibt, und dass man nur in ihr existieren muss. Die Meinung der Tora haben die, die schon zum Licht hingezogen werden, damit es um sie herum sei, als ihre Welt. Dann sind sie schon entgegengesetzt, und da ist nichts zu machen. Deshalb gibt es auf die Frage „Was soll euch diese Arbeit?“ keine Antwort. Wie im Sohar steht und wie Rabash schreibt: „Schlag ihm auf die Zähne.“ Wenn diese Frage von innen als Störung kommt, musst du einfach eins auf die Zähne geben.
Das heißt, du sagst: Das ist nicht deine Sache. Du wirst wie ein Tier leben, wie ein Tier empfangen, und fertig, nicht mehr. Dann kann das Tier zu dir kommen und fragen: „Warum bekomme ich plötzlich insgesamt nur so viel, wie ich zum Existieren brauche?“ Hat es damit recht oder nicht? Es zeigt sich, dass es nicht recht hat. Denn wenn du dich zu deinem Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen wirklich wie zu natürlichen Neigungen verhältst, dann schau dir das Tier an. Du bist wie ich ein bisschen dick. Hast du schon mal ein dickes Tier gesehen? Ein Tier frisst nie mehr, als es für die Gesundheit braucht, um zu existieren, ja?
Man sieht das sogar beim Hund und bei der Katze. Wenn etwas übrig bleibt, verschließen sie es und decken es mit Erde zu, sozusagen für später. Sie fressen nie mehr. Und du sitzt, Gott sei Dank, da und machst weiter, ja? Das war's. Wir machen noch alle möglichen … nein, das betrifft überhaupt die Menschheit, noch alle möglichen zusätzlichen Geschmäcker. Beim Tier gibt es so etwas nicht, dass ich wegen des Geschmacks esse. Ich esse, weil es gesund ist, weil ich spüre, dass das das Gras ist, das ich brauche, das Fleisch, das ich brauche, und fertig. Und in der Menge, die ich brauche. 20:38
Wenn du dich also zu deinem Unbelebten, Pflanzlichen und Tierischen nur so verhältst, wird es nicht leiden. Du stiehlst ihm nichts. Du, der Aspekt des Sprechenden, bringst nur dieses Übermaß nicht hinein, das all diese Aspekte, Unbelebtes, Pflanzliches und Tierisches, nur tötet. Und es ergibt sich, dass … Frag Moshi⁴, er wird dir sagen, wie man es mit einer gesunden Lebensweise, Ernährung und all diesen Dingen halten muss: dem Körper geben wie einem Tier. Nicht auf den Geschmack achten und auf alle möglichen solchen besonderen Dinge.
Deshalb fragt dich nicht das Tier: „Was ist mit mir?“ Du willst vielmehr durch das Tierische sozusagen Spiritualität gewinnen, sagen wir, die Integration von Bchina Dalet in Bchina Gimel. Dann kommen dir diese Fragen. Hier hast du eine klare Antwort. Du willst diese Aspekte als spirituelle Aspekte in das Tier hineinbringen und in dieser Welt irgendeinen Überschuss über das tierische Leben hinaus gewinnen. Trotzdem gilt: wirklich normal, dass du lebst, und nicht mehr als auf der Stufe des Tieres. Und die ganze Spiritualität soll wirklich in der spirituellen Welt sein.
Wenn du das so erfüllst, ist es am gesündesten. Denn alle übrigen Überschüsse, die die Menschheit in dieser Welt entwickeln wollte, sind alle zu ihrem Schaden. Wir sehen, dass daraus nichts Gutes kommt: nicht weniger Kranke, weniger Freude, weniger Erfolg. Man ist nur in Nöten, bringt sich in Gefahr, und das war's. Hätten wir wie Tiere gelebt, hätte jeder bekommen, was sein Körper von Natur aus verlangt. Wir wären versorgt und viel glücklicher gewesen. 22:50
Deshalb gibt es eigentlich keine echte Forderung seitens des Körpers. Seine Forderungen gehören nicht zum Körper. Sie entstehen, weil der Mensch einen Teil des spirituellen Lebens in das tierische Leben hineinbringen will. Die Antwort darauf liegt schon sozusagen jenseits dieser Welt, auf der Ebene des spirituellen Lebens.
Das ist die Frage „Was soll euch diese Arbeit?“: Warum gehst du hin, um Gefäße des Glaubens zu erwerben? Hast du jetzt Gefäße des Empfangens, Gefäße des Wissens? Fülle sie. Wozu gehst du …? Nu, und die zweite Frage, „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?“, betrifft schon das Wesen, den Antrieb dafür. Das ist schon eine viel kompliziertere Frage.
Vielleicht gehe ich zur Spiritualität, weil ich einen Drang dazu spüre, aus Neugier, aus allen möglichen inneren Antrieben. Ich weiß nicht einmal, woher sie kommen und was sie sind, aber ich habe Lust darauf. Nu, was? Der eine mag Fußball, der andere Spiritualität. Was ist schon dabei? Hier muss ich schon beantworten, was mich antreibt, also was genau der Grund ist, dass ich dahin gehe. Das ist schon etwas anderes. Auch unter denen, die zur Spiritualität hingezogen werden, gibt es also schon eine andere Frage: „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Seine Stimme hören sollte?“
Entweder gehe ich zur Spiritualität, um dort Engel einzufangen, die für mich arbeiten sollen. Oder es geht um diese Welt und die kommende Welt, Lohn in der kommenden Welt und alle möglichen Dinge, ja. Oder ich fange schon an, meine ganze spirituelle Entwicklung als Dwekut mit dem Schöpfer zu betrachten, wie es heißt, „ein Diener des Schöpfers zu sein“. Dann ist schon Er derjenige, der verpflichtet, und nicht mein Verlangen zu empfangen, die Neugier und das Verlangen, diese ganze Welt und die kommende Welt zu verschlingen. Das ist schon eine Frage anderer Art.
Trotzdem muss auch sie für den Anfänger schon geklärt werden. Von dieser zweiten Frage aus geht man auch zurück zur ersten Frage und fängt an, sie ebenfalls zu klären: „Was soll euch diese Arbeit?“, also wozu ich meine ganze Entwicklung will. Beide Fragen müssen zusammen gehen.
26:11
Schüler: Es gibt Ebenen bei diesen Fragen, richtig?
Rav: Solange der Mensch sein Verlangen zu empfangen nicht korrigiert hat, ist er die ganze Zeit zwischen BYA de Klipa und BYA de Kedusha und hat diese Fragen, nur in … Das entspricht Mocha und Liba, auf alle möglichen Weisen. Insgesamt sind es zwei Fragen: eine gegenüber dem Verlangen zu empfangen und die zweite gegenüber dem Schöpfer. Es gibt nicht mehr als zwei, diese beiden Hauptunterscheidungen: das Verlangen zu empfangen und der Schöpfer ihm gegenüber. Zum richtigen Gebrauch sowohl des Schöpfers als auch des Verlangens zu empfangen erscheinen vor dem Menschen also diese beiden Fragen: Warum willst du sie gerade entgegen deiner Natur benutzen? Die Antwort ist nur, „auf die Zähne zu geben“. Es gibt keine logische Antwort, wenn du dich im Verlangen zu empfangen befindest. Bist du im Verlangen zu empfangen, hat es recht. Bist du im Verlangen zu geben, hat es recht. Und dazwischen, vom einen zum anderen, gibt es nichts. Man muss einfach die Tatsache festhämmern, dass es so ist, und fertig. So muss der Mensch sich selbst gegenüber die ganze Zeit entscheiden. 27:39
Der Schöpfer bringt natürlich alle Störungen, die ganze Natur, ja, die als Störung zum Menschen kommt, damit er über der ganzen Natur den Glauben aufbaut. Diese Störungen richten sich gegen Mocha und Liba, gegen „Was soll die Arbeit“ und „Wer ist der Schöpfer“. Du bist also in einem Zustand, in dem du hinschaust, und es ist wirklich so wenig … Worauf stütze ich mich in dieser Arbeit? Was tue ich jetzt eigentlich? Die Menschen leben und verdienen. Sie sind solide, solche dicken, starken Geschäftsleute, Politiker, die wissen, was sie tun, mit der Armee und der Polizei hinter sich, alles Mögliche. Und ich, mit welcher Regel arbeite ich ihnen gegenüber? Mit welcher Grundlage kann ich zu ihnen kommen, um mit ihnen zu streiten? Kann ich sie mit irgendetwas überzeugen? Ihnen irgendetwas sagen? Ich habe nichts, ich habe nichts, womit.
Es geht sozusagen nicht um sie selbst, sondern um ihre Integration in mir, ja. Ich muss mich sozusagen mit ihnen auseinandersetzen, wenn die Frage kommt. Sie kommt in mir, sie ist in mir, ja. Als ob sie in mich hineinkommen und mich drinnen fragen, und ich fühle mich so schwach, dass ich nichts zu antworten habe. Und wirklich gibt es nichts zu antworten, nur „auf die Zähne zu geben“. Der Mensch klärt und sieht, dass der Schöpfer ihn wirklich zum richtigen Los gebracht hat, dass Er Seine Hand auf das gute Los gelegt hat. Jetzt muss der Mensch sich stärken. Der Schöpfer hat ihn trotz allem sehen lassen, dass die Entwicklung auf … einem anderen Pfad, einem anderen Weg geschehen muss. Auch unser Leben fängt schon an, uns zu beweisen, dass es so ist. Früher war das nur für die höchsten Seelen. Heute muss Amcha⁵ zu dieser ganzen Arbeit kommen, und deshalb öffnen sich schon tiefere Schichten des Verlangens zu empfangen. Auch dort sieht man, wie sehr diese ganze Methode des Verlangens zu empfangen nur zur Zerstörung führt: sich selbst zu füllen und überhaupt nach dem zu arbeiten, was es versteht. Man sieht es, das ist schon offenbar. 30:39
Ich bekomme jeden Tag, interessanterweise, solche Artikel von Wissenschaftlern. Auch gestern habe ich einen Film bekommen. Es ist wirklich ein Wunder, wie alles verfault. Und wie sehr sich das Wissen der völlig Säkularen, der Wissenschaftler, wirklich solcher Leute … dem richtigen, einfachen Verständnis der Spiritualität annähert: dass es Gedanke ist, und dass das ganz einfach den ganzen Müll einschließt. Dasselbe gilt für das, was die Physiker und Mathematiker in der Wissenschaft entdecken. Gerade solche gewöhnlich trockenen Leute haben keinerlei inneren Drang, von der Wissenschaft zu einer anderen Art der Forschung überzugehen. Trotzdem beweist heute sozusagen alles, dass es eine andere Herangehensweise geben muss. Das heißt, es ist viel leichter, dem Verlangen zu empfangen „auf die Zähne zu geben“. Denn letztlich sieht man, dass es uns nicht befriedigt. Unsere Ansprüche sind viel höher. Wenn wir mit ihm zusammengehen, füllen wir nicht einmal unsere Tierhaftigkeit. Sogar dabei verlieren wir.
Angenommen, der Mensch würde zwischen seinem Tier und Geld, Ehre und Wissen unterscheiden. Und er würde seine Triebe nach Geld, Ehre und Wissen auch durch Spiritualität füllen. Dann wäre sein Tier versorgt und lebte sicher in voller Befriedigung. Weil er aber mit seinen menschlichen Eigenschaften dahin kommen will, die ganze Welt zu erwerben, entsteht daraus die ganze Zerstörung in der Welt, das war's. Was brauchen wir, die wir zur Spiritualität hingezogen werden? Geld, Ehre, Wissen, all diese Dinge fangen bei uns schon an, sich ebenfalls zu sehnen und auf dasselbe Ziel ausgerichtet zu sein. Wir wollen hier in dieser Welt nur ein tierisches Leben, ja, ein einfaches, normales, um zu existieren. Mehr brauchen wir nicht, mehr wollen wir nicht, ja. 33:39
Gib mir das in minimaler Form, sodass ich weiß, dass ich lebe und sicher bin, und fertig. Alles andere, ja, Herz und Verstand, mein ganzes Bewusstsein, soll oben sein. So sind auch die menschlichen Eigenschaften, die menschlichen Verlangen, Geld, Ehre und Wissen, auf die Spiritualität ausgerichtet. Und natürlich kann das tierische Leben sein … Sogar jetzt wissen wir Folgendes: Würde die Welt ihre Kräfte nur dafür nutzen, allen ein normales tierisches Leben zu sichern, und würde sie alle übrigen Triebe wirklich auf die spirituelle Erlangung richten, dann hätten heute alle sicher Brot und alles. Das ist klar. Nu.
Ja. Ja, Yehuda.
34:48
Schüler: Rabash sagt, die Vorbereitung auf die Offenbarung des Schöpfers bestehe darin, Ihm keine Bedingungen zu stellen, wie Er helfen oder was Er geben soll. Man soll sich einfach annullieren, sich danach sehnen, sich zu annullieren, und um Kraft bitten. Und wir arbeiten sozusagen, suchen Größe und wollen den Machsom überschreiten, als ob dann alles in Ordnung wäre, wenn es so weit ist. Wie passt das zusammen? Sind wir richtig …?
Rav: Ich habe dich nicht verstanden.
Schüler: Er sagt auf Seite 41, dass die richtige Hinwendung zum Schöpfer darin besteht, sagen wir, keine Bedingungen zu stellen, keine Bedingungen festzulegen. Oder etwa zu sagen: Gib mir Größe, dann mache ich etwas. Oder die Form nicht festzulegen …
Rav: Dem Schöpfer keine Bedingungen zu stellen bedeutet Folgendes: Zu allen Störungen, die zu mir kommen, verhalte ich mich wie zu nützlichen Dingen, über denen ich eine Beziehung des Gebens erwerben muss. Diese Störungen in meinem Verlangen zu empfangen sollen mir zeigen, wo es darin noch solche Nischen gibt. Es sind Stellen, die ich nicht „um zu geben“ korrigiert habe, die ich noch nicht mit dem Glauben bedeckt habe. Dort rechtfertige ich den Schöpfer noch nicht, fange an zu fordern und das, was geschieht, zu kritisieren.
Wenn ich in meiner Welt, in meiner Existenz Unzufriedenheit habe, kommt das sicher vom Schöpfer. Er verursacht mir dieses unangenehme Gefühl. Letztlich kommt es von Ihm, durch alle möglichen Störungen.
Worauf weist also dieses Gefühl hin? Dass es genau an der Stelle, wo ich es spüre, keine Bedeckung der Bina gibt, keine Korrektur von Chafez Chessed. Ist das klar oder nicht?
37:16
Schüler: Was heißt Chafez Chessed, es gibt keine Bedeckung …?
Rav: Wenn ich mich zu etwas verhalte, wenn ich etwas als nicht gut empfinde, macht mir das der Schöpfer oder nicht?
Schüler: So sagt man.
Rav: So sagt man, egal, man sagt es, richtig. Du siehst es nicht, so sagt man, ja? Ich verhalte mich also schlecht zu Ihm, als ob Er nicht in Ordnung wäre, ja?
Schüler: Ja.
Rav: Ja. Das heißt, ich bin noch kein Gerechter, ich rechtfertige nicht, was Er tut. An der Stelle, wo ich spüre, dass Er nicht in Ordnung ist, dass Er nicht gerecht ist, bin ich kein Gerechter. An dieser Stelle fehlt mir noch der Aspekt des Glaubens, die Korrektur von Chafez Chessed. Jede Störung, die kommt, von den Freunden, von der Welt, von allem, was es gibt, soll also zeigen, welche Eigenschaft von mir nicht durch die Bina korrigiert ist.
Und wer heißt „Gerechter“? Einer, zu dem kommen kann, was will. Sagen wir, sein ganzes Verlangen zu empfangen hat sich schon offenbart, und über seinem ganzen Verlangen zu empfangen hat er eine Bedeckung der Bina. Der heißt „vollkommener Gerechter“. Er hat die ganze Korrektur des Gerechten, der Bina, an sich vollendet und seine ganze Galgalta we Ejnaim erworben. Er hat die ACHaP, ganz und echt, benutzt sie aber nicht. Über ihnen hat er Galgalta we Ejnaim gebaut, und die ACHaP hat er eingeschränkt. Dann hat er jetzt den ganzen Körper, seine ganze Seele, den ganzen Guf des Parzuf. Nur die ACHaP benutzt er nicht, Galgalta we Ejnaim benutzt er. Das ist die Stufe von Adam haRishon vor der Sünde.
Jetzt hast du das vollendet und bist ein „vollkommener Gerechter“ geworden. Jetzt, an dem Ort, wo vollkommene Gerechte arbeiten, gilt: „An dem Ort, wo Baalej Tshuwa⁶ stehen, können vollkommene Gerechte nicht stehen.“ Warum? Weil Baalej Tshuwa noch größer sind. Jetzt fängst du an, „Baal Tshuwa“ zu sein: Du nimmst die ACHaP und fängst an, auch sie „um zu geben“ zu korrigieren. Du heißt „Baal Tshuwa“, weil du auch das zurückbringst, zur Korrektur deiner ACHaP, nach und nach. 39:58
Unsere Arbeit muss also damit anfangen, dass wir über allen Störungen, die wir haben, Korrekturen machen: Es gibt niemanden außer Ihm, alles kommt von Ihm, und Er ist gut und Gutes tuend. Solange ich die Welt nicht so sehe, habe ich den Glauben in mir nicht korrigiert.
Diese Beziehung müssen wir jetzt von vornherein zu unserer Wirklichkeit entwickeln, zu unserer Wirklichkeit in dieser Welt. Baal HaSulam⁷ schreibt in Punkt 17 der Einleitung zum TES: Der Lernende, der Schüler, ist am Anfang des Lernens verpflichtet, ja, sich in seinem Glauben zu stärken. Sein Herz soll sicher sein, dass es jemanden gibt, der ihm die Kraft und alles gibt, und dass man aus lo liShma zu liShma kommt, und so weiter. Darin ist er verpflichtet, nur darin muss er sich anstrengen.
Man muss sich also nur darauf ausrichten, den Schöpfer zu sehen, der die ganze Welt auf die beste Weise lenkt. Wo ich schlechte Dinge sehe, sehe ich sie wegen meiner verdorbenen Sicht, wegen meines verdorbenen Verlangens. Damit zeigt mir der Schöpfer insgesamt nur, wo ich Korrektur brauche, eine Bedeckung mit Chafez Chessed, mit der Eigenschaft der Bina.
Wenn der Mensch das beabsichtigt, so fährt er dort fort, erwirbt er mit der Zeit die Eigenschaft der Bina und tritt entsprechend in ein spirituelles Leben ein. Das hängt von der Qualität während des Lernens ab, von der Anstrengung und der Qualität während des Lernens.
42:22
Schüler: Das verstehe ich, man kann nicht …, aber woher soll man Kraft nehmen? Wir sagen …
Rav: Kraft nimmst du daraus, dass du jedes Mal begeistert bist, wie sehr andere und du zusammen das manchmal wollen. Sei so begeistert, dass es sich in dir noch längere Zeit hält und du es nicht vergisst, wenn du ins gewöhnliche Leben hinausgehst. Dann gibt es Kraft in der Gemeinschaft, und in einer großen Gemeinschaft umso mehr. Es ist eine solche Kraft, dass du diese Füllung einfach fordern wirst.
Du siehst: Wir sind heute in einem Zustand, in dem es uns schlecht geht, wenn wir nicht in einem solchen Zustand, in einem solchen Gefühl sind. Zu diesem Gefühl können wir nur unter einer Bedingung kommen: Wir sind nicht allein, nicht einmal als eine einzelne Gruppe, sondern fühlen uns verbunden, verbunden mit den übrigen Gruppen.
Wir haben also schon solche Bedingungen von oben, ja? Das ist wie bei einem Menschen, der hungrig ist, oder dem es schlecht geht, oder der krank ist, oder der Drogen liebt, egal was, ja? Er wird schon zu etwas hingezogen und sieht, dass er ohne es nicht … er kann nicht existieren. Das wird jetzt eigentlich unser Zustand sein: Wir können nicht existieren, ohne unseren Zustand nur in der Zugehörigkeit zum Sehnen nach Spiritualität zu fühlen. Einen Zustand darunter werden wir als schlecht empfinden. Das heißt „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben“: Er lebt davon. Sonst fühlt er sich nicht lebendig, er erstickt, es geht ihm schlecht, er fühlt sich wirklich krank.
So müssen wir fühlen. Dafür machen wir solche Korrekturen: Wir versammeln uns, verbinden uns und spüren für eine gewisse Zeit eine starke Füllung. Danach muss diese Füllung uns die Möglichkeit geben, uns ihr die ganze Zeit anzuschließen. Sie muss uns auch auf dieselbe Ebene ziehen, auf dieselbe Lebensebene.
45:09
Schüler: Wird das nicht zur Flucht vor dem Bösen? Es gibt die Gefahr, dass man …
Rav: Das wird nicht zur Flucht vor dem Bösen. Zuerst verstehen wir nämlich, dass dieses Böse nützlich ist. Es kommt nicht, damit wir davor fliehen, sondern damit wir darüber eine andere Beziehung zur Spiritualität aufbauen. Das ist keine Flucht. Dieses Böse hat eine sehr große Aufgabe: Indem wir darauf treten, steigen wir nach oben. Die Welt denkt dagegen, dass dieses Böse die Aufgabe hat, dass wir in ihm versunken sind, in all diesen tierischen Verlangen. Dann machen wir wieder all diese Misserfolge durch, an denen die Menschheit von Generation zu Generation scheitert und die sie die ganze Zeit wiederholt.
Wir müssen das nicht wiederholen, es reicht. Wir benutzen dieses Böse, das sich in uns als Offenbarung vom Schöpfer zeigt, damit wir gerade ihm gegenüber die Kraft des Glaubens, die Eigenschaft des Glaubens erwerben. Nur dafür existiert das Böse. Würde die ganze Menschheit das Böse so benutzen, würde sie wirklich ruhig und vollkommen leben.
Schüler: Warum heißt das dann Zimzum … im Verlangen zu empfangen, noch …
Rav: Ich schränke das Verlangen zu empfangen ein und benutze es nur in notwendiger Form. Das ergibt sich ohnehin. Wenn ich mich nach Spiritualität sehne und in ihr leben und sie erleben will, benutze ich von selbst alles, was darunter liegt, nur in notwendiger Form. Ich muss mich nicht begrenzen, wie viel ich esse, wie viel ich trinke, wie viel ich tue. Denn die Form, in der ich mich dazu verhalte, nicht aus Verlangen, sondern aus Notwendigkeit, macht schon meinen ganzen Gebrauch in dieser Welt tauglich.
Ich brauche jetzt Milliarden, ich brauche die beste Ausrüstung der Welt, ich brauche Tausende Leute, die arbeiten. Heißt das, dass ich sie erwerben will? Wenn wir das tun, um die Weisheit zu verbreiten, um die Korrektur zu bewirken, du verstehst, dann werden wir natürlich alles benutzen müssen. Ja.
48:05
Schüler: Wie kann meine Gemeinschaft, die nicht korrigiert ist, mir eine Richtung geben, die richtige Richtung?
Rav: Die Gemeinschaft, die nicht korrigiert ist, gibt dir eine Richtung, gerade weil sie nicht korrigiert ist. Die Frage ist: Wie kann eine unkorrigierte Gemeinschaft dir eine Richtung geben? Wäre die Gemeinschaft korrigiert, woran würdest du sehen, dass du verdorben bist? Woher könntest du ihre korrigierten Eigenschaften einschätzen? Schau dir einen korrigierten Kabbalisten an. Das ist etwas, wo man sagt: Oh weh, werde ich auch so sein? Das ist … ja? Im Gegenteil: Du wächst aus den Klipot, sie geben dir Nahrung. Das geschieht so raffiniert und einfach, dass ich wirklich nicht weiß, wie man das hätte planen können.
Gerade weil die Gemeinschaft nicht korrigiert ist und dir unkorrigiert erscheint, kann sie so zu dir kommen, dass du anfängst, diese Dinge umgekehrt zu lesen. Dann liest du: Die Gemeinschaft ist korrigiert, und ich bin nicht korrigiert, und deshalb lese ich sie in diesem Maß als unkorrigiert. Wenn ich ein Gerechter bin, sind sie keine Gerechten. Wenn sie Gerechte sind, bin ich kein Gerechter. Eins von beiden. Entscheide also, wie du herangehst.
Schüler: Die Gemeinschaft kann mich also eigentlich viel richtiger ausrichten als ein Rav?
Rav: Die Gemeinschaft kann viel richtiger ausrichten als ein Rav, natürlich, natürlich. Ohne Zweifel, ohne Zweifel. Wenn die Gemeinschaft richtig ausgerichtet ist, wenn ihr richtig aufeinander ausgerichtet seid, braucht ihr nichts mehr. Der Rav steht an der Seite, sozusagen nur wie eine Kindergärtnerin, ja? Sie hilft nur: Spielt richtig, Kinder. Alles andere lernt man im Spiel voneinander. Ja. Und der Mensch lernt aus sich selbst, aus dem, was sich ihm klärt und in ihm offenbart, natürlich.
Schüler: Einerseits haben Sie vorhin gesagt, dass der Mensch … muss, andererseits … Vater und Mutter und die physischen Gesetze hier. Das heißt, was ist mehr wert, was lohnt sich für mich mehr: Kabbala zu lernen oder bei meiner Mutter zu Hause zu sein …? Ich … nicht …
Rav: Eine ganz einfache Frage, ja? Sie bleibt auch bei dir … ja? Ich sehe das bei vielen Leuten hier, ja? Das heißt, wie muss ich mich verhalten, ganz einfach, noch nicht spirituell? Ich muss … es steht geschrieben: Ehre deinen Vater und deine Mutter, ja? Das ist nicht … das …
51:34
Schüler: Ein Gebot.
Rav: Ein Gebot, natürlich. Und es gibt noch viele solche Aussprüche und Verse und alles, das ist die eine Seite. Andererseits: Wenn ich meiner Mutter wirklich Kummer mache, darf ich das, wirklich mit meinem Ego? Denn insgesamt bin ich ein Egoist. Ich will jetzt, ich habe Lust, mich mit irgendeiner Spiritualität zu beschäftigen. Also verlasse ich meine Familie und fange sozusagen an, sie zu vernachlässigen, ebenso meine Arbeit und überhaupt alle Angelegenheiten. Meine Verwandten sehe ich kaum und will sie nicht sehen. Ja, stimmt's oder nicht? Nu. Und wie kann ich mir das erlauben?
Ich erinnere mich, dass ich bei meinen Eltern auch so eine Frage gespürt habe: Wir haben dich großgezogen, wir haben dir unsere ganze Seele gegeben, alles, was wir hatten. Und stattdessen machst du noch dieses …⁸ und kümmerst dich nur um irgendeinen Alten? Wirklich, so sieht das von außen aus: Wie kann das sein, was ist passiert, ja? Nicht dass sie das wirklich von mir gefordert hätten, aber auf natürliche Weise kommt so eine Reaktion: Warum, was machst du? Nu, zum Schöpfer, das ist überhaupt … ich weiß nicht, nu, da denkt man schon, mit dem Menschen ist etwas passiert.
Was tun? Da ist nichts zu machen. Du tust, was du für richtig hältst. Es steht einfach geschrieben, dass alles aus der Frage hervorgeht: „Was ist der Sinn meines Lebens?“, „Wofür lebe ich?“. Wenn der Mensch diese Frage zum Schweigen bringen und nach dem Willen der Angehörigen leben kann, soll er nach dem Willen der Angehörigen leben. Vielleicht versteht er aber, dass er dazu nicht mehr fähig ist. Er ist darüber hinausgewachsen und lebt nicht, um den Willen von Vater und Mutter zu erfüllen. Das ist die vorherige Stufe, der vorherige Zustand. Wenn er weitergehen muss, dann soll er weitergehen.
Ich habe nur eine Frage, eine andere: Hörst du nur hierin nicht auf Vater und Mutter, oder passiert dir das manchmal auch bei allen möglichen anderen Dingen?
Schüler: Nein, ich höre …
Rav: Nur hierin?
54:15
Schüler: In allem höre ich …
Rav: In allem, und nur hier plötzlich?
Schüler: Soweit es möglich ist.
Rav: Na also, dann habe ich keine Frage mehr.
Schüler: Aber das hier nehmen sie schwerer als andere Dinge.
Rav: Ja, das ist schwerer. Wenn du anderen Dingen folgst, stimmt die Welt dem zu, das ist ja im …⁹ was passiert, dann ist das völlig in Ordnung. Das hier nicht, weil es bei ihnen nicht akzeptiert wird, ich verstehe. Aber das ist nicht wichtig. Ich frage, ob du hörst oder nicht. Ich frage nicht, worin. Das ist es: Es kommt also vor, dass du nicht hörst, und gerade hier bleibst du stecken. Hier fängst du schon an, sie zu bemitleiden, ja? Wie viele grausame Dinge hast du in deinem Leben in der Welt getan, die ihnen gegenüber grausam waren, wirklich …? Hm?
Schüler: Das beeinflusst mich nicht fürs ganze Leben. Ich habe Dinge getan, bei denen ich nicht auf sie gehört habe. Aber das beeinflusst mich nicht für mein ganzes Leben, so wie die Kabbala. Wenn ich da hineingehen will, dann gilt das von jetzt an.
Rav: Nu.
Schüler: Das meine ich: Das andere gilt nicht für das ganze Leben.
Rav: Nein.
55:18
Schüler: Ich habe es nicht verstanden …
Rav: Was, das stimmt nicht, das stimmt nicht. Du heiratest, ohne sie zu fragen, und sie sind nicht einverstanden. Du wählst einen Beruf, einen Wohnort, fährst weg … Das ist, was du tust. Bei neunzig Prozent dessen, was du tust, sind die Eltern nicht einverstanden. Nicht einverstanden. Das ist eine andere Generation, das ist immer so. Das ist das Problem von Vätern und Söhnen, das ist nicht von heute. Das ist Natur, dass die neue Generation … Und es ist verboten, nach den Eltern zu leben, das war's. Auch nach den Gesetzen des Staates, nach den Gesetzen der Welt gilt: Bist du erwachsen geworden? Fertig, von jetzt an musst du selbstständig sein. Du musst heiraten, du musst dein Leben leben.
Du musst sie ehren, aber nicht, indem du nach ihrem Plan lebst. Ehre sie, hilf ihnen, unterstütze sie, nur in der tierischen Form. Sie haben dir Leben gegeben wie einem Tier, und nicht auf der menschlichen Stufe. Auf der menschlichen Stufe fügt jede Generation der vorherigen etwas hinzu. Darin ist also nichts Neues. Nur bei der Spiritualität muss man anfangen, irgendeine Rechtfertigung zu finden, warum nicht.
Ich habe all diese Dinge durchgemacht. Frag heute meine Mutter, sie ist schon fünfundachtzig oder sechsundachtzig, ja? Sie wird dir dasselbe sagen wie vor über dreißig Jahren, als ich mit der Kabbala angefangen habe. Das ist nicht schwer. Das ist nicht schwer, das ist einfach mein Leben, und das ist ihr Leben. Interessant ist Folgendes. Ich sage ihr sogar: „Mama, schau, wie viele Bücher ich geschrieben habe, wie viele Dinge …“ Und sie antwortet: „Aber wenn du in Rechovot gelebt hättest, so ein Leben, das wäre so gut, gesund und ruhig gewesen. Was brauchst du? Das …“ HaSanka¹⁰ erinnert sich.
Schüler: …
Rav: Nein, das hilft nicht. Die Eltern sind die vorherige Stufe. Deshalb muss man sie auf ihrer Stufe annehmen und ehren, das heißt im tierischen Leben, ja. Auch die Tora verpflichtet dazu. Nu. Ja.
58:06
Schüler: Sie haben vorhin gesagt, dass der Schöpfer mir durch die Störung zeigt … Wie kann ein Mensch, der ein Verlangen baut¹¹, korrigieren? Auf welche Weise korrigiert er?
Rav: Nehmen wir an, ich sehe die Gemeinschaft, die Welt, alles als unkorrigiert. Ich sehe es auf natürliche Weise so, denn der Mensch fühlt sich immer als Gerechter und rechtfertigt sich selbst. Das ist unsere Natur. Alles, was er als richtig oder nicht richtig sieht, schreibt er dem Äußeren zu. Letztlich schreibt er es dem Schöpfer zu, sagen wir, nur im Unterbewusstsein oder ich weiß nicht, oder er ist in … aber das heißt, den Schöpfer zu beschuldigen. Jetzt ist die Frage: Wie können wir diese natürliche Herangehensweise ändern, ja? Diesen natürlichen Blick, den wir haben, das Negative außerhalb von uns zu sehen, statt es meinen unkorrigierten Verlangen und Eigenschaften zuzuschreiben?
Schüler: Und was mache ich damit? Sagen wir, ich habe die Botschaft sogar angenommen.
Rav: Nein. Zuerst geht es darum: Wie kann ich mich selbst ertappen und das Bild richtig lesen?
Schüler: Ja.
Rav: Ja? Außerhalb von mir ist alles vollkommen, in Gmar Tikun, und die ganze Verdorbenheit ist in mir. Daran kann mich die Gemeinschaft nur erinnern. Diese Meinung, diese Ansicht, diese allgemeine Idee soll es in der Gemeinschaft geben, dann kann sie jeden Einzelnen erwecken. Ich kann auch durch Bücher erwachen, durch Autoren, wie man sagt. Das ist auch wie eine Gemeinschaft, etwas außerhalb von mir, aber das ist trotz allem viel schwerer. Wenn diese Idee aber brennt und wirklich in unserer Luft liegt, wird sich jeder Einzelne viele Male am Tag erinnern, dass er sich so verhalten muss. Er muss sich zu allen so verhalten, dass sie korrigiert sind. Was mir an ihnen schlecht erscheint, da muss ich sagen: Das bin ich, der Unkorrigierte.
Jetzt muss es hier schon eine Art Korrektur des Lesens geben, ja. Was heißt das? So muss ich mich nur zu den Freunden verhalten, die in Gmar Tikun sind, die korrigiert sind. Ich meine nur die Freunde, die mit mir auf dem Weg sind. Nicht die, die vielleicht in der Gemeinschaft sind und schaden, und nicht die, die in der Gemeinschaft sind und einfach untätig sind¹², ja. Ich meine nur die, die wirklich mit mir zusammen in dieselbe Richtung gehen. Zur übrigen Welt verhalte ich mich nicht so, denn das ist noch nicht … noch nicht für uns. Später auch … später wird es dieselbe Herangehensweise zu allem geben.
Ich erinnere mich daran, dass ich mich so zu allen verhalten muss. Ich bemühe mich, mich die ganze Zeit mit Kraft dahin zurückzuholen und alle so zu betrachten. Wenn ich mich wirklich bemühe, fange ich an, den Schöpfer zu spüren, der sich so zu ihnen verhält. Ich fange an, das als eine Art Gedanken und allgemeine Kraft zu spüren, die wirklich so in der Welt ist. Dann lebe ich schon auf einer anderen Ebene, ja, auf der Ebene der Verbindung. 62:21
Jetzt: Was muss ich daraus machen? Was ist das Ergebnis dieser Beziehung, die ich gegenüber der Gemeinschaft geändert habe? Von jetzt an fange ich an, die ganze Zeit zu suchen, in einem solchen Zustand zu sein. Und … was heißt das, in einem solchen Zustand zu sein? Ich fange nicht an, mich selbst zu zerfressen, dass das bei mir nicht in Ordnung ist und jenes bei mir nicht in Ordnung ist. Dann wäre ich in meinem Bösen versunken. Stattdessen suche ich die ganze Zeit, in einem solchen erhobenen Zustand zu sein, und hafte mich damit an einen guten, richtigen Blick. Dann kommt Or Makif und korrigiert mich. Ich gleiche mich ihm an, ich will ihm nahe sein, ich will in ihm leben, in seinen Werten. Dann wirkt es auf mich.
Wenn ich dagegen in mir versunken bin, wie sehr ich Müll bin, wie wenig in Ordnung, alle möglichen Dinge, dann entferne ich mich vom Or Makif. Ich bin im Negativen, ich bin in … auch in Unsinn, denn letztlich bin ich auch korrigiert. Das ist nur dazu da, meine Beziehung, meine Absicht zu ändern. Es gibt in mir keine schlechten oder guten Verlangen. Wenn wir anfangen, uns zu den Verlangen zu verhalten, scheint mir, dass ich Gutes und Böses in mir habe. Die Absicht ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Taten. Die Absicht bedeutet, woran ich mich dann anhafte. Entweder ich … verstehst du?
Deshalb soll man gerade nicht ins Böse hineingehen, nicht über das Böse nachdenken und nicht losgehen, um das Böse zu korrigieren. Man soll sich die ganze Zeit an das Gute anhaften und alles so sehen, wie der Schöpfer es sieht, ja. Das bringt Or Makif. Das heißt „sich nach Glauben sehnen“, wie er dort sagt: „Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben.“ Damit erweckst du die Umgebenden Lichter. Und das ist schon das Licht, das zum Guten zurückführt, es korrigiert schon, das war's. Nicht du korrigierst, nicht dadurch, dass du dich selbst zerfrisst, und nicht durch alle möglichen Dinge. Das Licht korrigiert, das war's. Nähere dich dem Licht so weit wie möglich, und es wird die Arbeit machen.
64:47
Schüler: Und was bedeutet es, dass das Licht mich korrigiert?
Rav: Was bedeutet es, dass das Licht korrigiert? Es bringt dir Wichtigkeit. Es zeigt dir die Wichtigkeit der Spiritualität so, dass du daraus schon die Kraft des Glaubens bekommst, das war's. Glaube heißt nicht, dass du mit geschlossenen Augen gehst, wie Amcha denkt: Ich schließe die Augen, so fanatisch wie möglich, ja, ich höre auf niemanden, ich … das war's, ich schreie eine Sache, und fertig. Warum? Einfach so. Das ist nicht … das ist kein Glaube. Glaube ist eine Kraft, die über dem ganzen Verlangen zu empfangen reitet. Dabei zieht man das Verlangen zu empfangen in Betracht und löscht es nicht aus. Amcha löscht es aus, und deshalb heißt das „Glaube unter dem Verstand“¹³.
Bei uns ist Glaube über dem Verstand. Wir bekommen nämlich die ganze Zeit eine Zugabe an Verlangen zu empfangen, und obwohl wir es spüren, gehen wir die ganze Zeit darüber. Ich sehe also alle meine Ablagerungen, alle Störungen und alle meine Verdorbenheiten, und gleichzeitig hafte ich mich an den Schöpfer an, ich will im Verlangen zu geben sein. Dann wächst meine Galgalta we Ejnaim über den ACHaP. Diese ACHaP schränke ich nur ein und benutze sie noch nicht, aber sie sind in mir, in meinem Bewusstsein. Deshalb heißt das „Glaube“: die Kraft von Galgalta we Ejnaim, die ich über den ACHaP erwerbe, über dem Verstand.
Amcha dagegen darf nicht fragen und darf die Störungen nicht sehen. Sie nehmen nur etwas an und bleiben in diesem Stigma. Das heißt „Glaube unter dem Verstand“. Das heißt auch „Glaube“. Was ist Glaube? Dass sie die Eigenschaften des Gebens ehren oder so etwas, und das in jeder Religion, egal wo und was, ja. Aber sie tun es unter dem Verstand. Das ist der Unterschied zwischen der Kabbala und allen … und dem Gebrauch in allen Religionen ohne Ausnahme: Fanatismus, und das war's. Es gibt trotzdem einen Unterschied, aber im Vergleich zur Kabbala ist das alles „gleich dem Vieh“. Das ist alles.
Ja.
67:24
Schüler: Soll das korrigierende Licht mir die Störung wegnehmen?
Rav: Das Licht, das korrigiert, was korrigiert es? Es gibt dir das Gefühl der Wichtigkeit. Daraus schätzt du die Eigenschaft des Glaubens, die Eigenschaft des Gebens, mehr als deine Gefäße, und das hilft dir, über ihnen zu reiten. Damit vergrößerst du Galgalta we Ejnaim, also das Geben mehr als das Empfangen, indem du Galgalta we Ejnaim über den ACHaP baust. Was heißt, du baust? Du setzt nicht Würfel auf Würfel. Die Werte, die du gegenüber Galgalta we Ejnaim hast, sind größer als die, die du gegenüber den ACHaP hast, das war's. Nu.
(Ende der Lektion)