Tägliche Lektion3. Sep. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 18 (1984) (01.11.2002)

Rabash. Artikel 18 (1984) (01.11.2002)

3. Sep. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgentranskript 01.11.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Artikel „Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst"

Rav: Wir haben einen Artikel aus „Shlavei haSulam", Band 3, Buch Dwarim, Wochenabschnitt „Ki Tawo", Seite 205 gehört: „Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst." „Das Land" heißt Wille. Wenn der Mensch sich in der Zeit der Vorbereitung vorbereitet, kommt er in einen Zustand, in dem er wirklich anfängt, mit seinem Willen zu arbeiten.

Am Anfang, wenn ihm die Arbeit mit dem Willen aufgedeckt wird, fängt er an, sich schlecht zu fühlen – ohne Kräfte, in der Erkenntnis des Bösen. Er versteht nicht, warum er das Böse fühlt. Erst danach fängt er an zu verstehen, dass dieses Gefühl des Bösen daraus kommt, dass er sich selbst den Eigenschaften des Schöpfers gegenüber sieht. Er sieht, dass er schlechter geworden ist als vorher: schwächer, fauler, grausamer als vorher.

Das ist der Anfang der Arbeit mit dem Willen zu empfangen in der Zeit der Vorbereitung. Danach kommt eine andere Arbeit zu ihm: die Arbeit im Willen zu empfangen selbst. Er fängt schon an, im Willen zu empfangen zu sein und in ihm alle möglichen Erfüllungen zu empfangen, materielle wie spirituelle. Dann fängt die Arbeit der Unterscheidung an – eine echte Bewertung, welche Erfüllung er der anderen vorzieht. Das heißt, er fängt schon an, sich selbst eine Werteskala festzulegen. Und hier, gegenüber dem, dass sich ihm im Willen alle möglichen Erfüllungen aufdecken, materielle oder spirituelle, aber um zu empfangen – hier muss er schon anfangen, mit der Größe des Schöpfers zu arbeiten.

Nicht einfach die Größe des Ziels, zu dem er hingezogen wird – dass Spiritualität größer ist als Materielles und es sich für mich deshalb lohnt, sie zu erwerben. Sondern er muss schon anfangen, mit der Absicht zu arbeiten: nicht, dass es sich für mich lohnt, sie zu erwerben, sondern dass es hier die Größe des Schöpfers gibt, für die zu arbeiten sich lohnt. 2:56

Diese Dinge kommen nach und nach, sie hängen nicht vom Menschen ab. So wie er schreibt: „Und es wird geschehen, wenn du in das Land kommst, das dein Gott dir gibt." Das heißt, die Verlangen decken sich von oben auf, entsprechend der Vorbereitung des Menschen. So viel Kraft zu ertragen er hat, so viel Willenskraft, so viel Kraft der Beharrlichkeit er sich vorher vorbereitet hat – … so deckt man ihm vom Himmel her seine Verlangen auf, damit er mit ihnen arbeiten kann.

Und dann fängt schon die Arbeit an der Größe des Schöpfers an. Die kann er nicht selbst erwerben; die Größe des Schöpfers kann er nur von der Gemeinschaft bekommen, die sie ihm mit allen möglichen Mitteln liefern kann. Er ist beeindruckt von den Freunden, die alle möglichen Dinge tun, für die es in unserer Welt keine Rechtfertigung gibt – und sie tun sie trotzdem.

Dann fängt er an zu verstehen, dass das eine wichtige Sache ist. Er fängt an, von ihnen zu empfangen, indem er die Eigenschaft des Neides benutzt – besonders durch den Neid –, und er erwirbt von ihnen auch das Verlangen und die Erkenntnis, dass der Höhere groß ist, dass der Höhere wichtig ist. So ändert sich für ihn der Wert der Höheren Welt gegenüber unserer Welt, sodass er anfängt, für die Größe des Schöpfers zu arbeiten.

Und dann fängt die Sache der Handlung an: Jenen Teil von Malchut, der das „Ich" des Menschen ist, fängt er an zu verbergen, und er arbeitet nur in den ersten neun, das heißt in den Eigenschaften des Gebens. Bis er tatsächlich zu ihnen übergeht – und das heißt, dass er den Machsom überschreitet. 5:12

Was der Rav uns hier schreibt, ist also wirklich ein Weg, wie der Mensch sich vorbereiten muss, bis er nach Erez Israel kommt. „Israel" heißt Jaschar-El: Er ist schon in einem Zustand, in dem er aufdeckt, dass der Herr, dein Gott, dort ist, vom Anfang des Jahres an, wirklich die ganze Zeit. Er kommt schon in das Gefühl, in die Erkenntnis, in die Erkenntnis des Schöpfers auf wirkliche Weise, und geht zur offenbarten Vorsehung über. Das alles kommt nur durch die Vorbereitung, die er sich vorher gemacht hat – in der Zeit der Verhüllung, am Anfang, als er anfing zu arbeiten und überhaupt nicht wusste, wie und warum sich ihm dieses oder jenes Verlangen aufdeckt. Das kommt schon vom Schöpfer, in stufenweiser Form.

Das heißt: Je nachdem, wie viel der Mensch investiert, wie weit er bereit ist, sich selbst aufzubauen, und wie weit er um sich herum ein System aufbaut, das ihn stützen und ihm helfen kann, mit einem jedes Mal stärkeren Willen zu empfangen zurechtzukommen – entsprechend dem deckt man ihm den Willen zu empfangen auf. Und wenn man ihn ihm in einer solchen Größe und Qualität aufdeckt, dass das schon „Erez Israel" heißt, dann kommt er nach Erez Israel hinein. Das heißt, er geht durch Ägypten, durch die Spaltung des Schilfmeeres, durch die Wüste, er geht durch Kriege und erobert Erez Israel. Das alles sind spirituelle Stufen. Das heißt unser Weg bis zum Ziel.

Gibt es Fragen? Bitte. Keine. Ja.

7:34 Schüler: Was heißt das eigentlich, dass der Mensch anfangen muss, mit den Eigenschaften zu arbeiten, bei denen er aufdeckt, dass er grausam ist …?

Rav: Nein, wir müssen nicht anfangen, mit den Verlangen zu arbeiten, um aufzudecken, dass ich grausam und egoistisch und schlecht bin. So kann ich das nicht machen.

Schüler: Nachdem ich es schon aufdecke …

Rav: Nachdem ich in das allgemeine Vorankommen investiere – und ich weiß nie, was ich in meinem Willen aufdecken werde, ich weiß es nie. Denn jedes Mal öffnet man mir noch eine Schicht und noch eine Schicht im Willen zu empfangen, von der kleinsten Ebene an immer weiter, immer weiter, immer tiefer hinunter, bis man mir den Willen zu empfangen aufdeckt, der sich wirklich auf den mittleren Punkt in Ejn Sof setzt, dort, wo das „Ich" ist. Von der Awiut de Shoresh bis zu meiner Awiut Dalet öffnet man ihn mir nach und nach. Entsprechend dem, wie weit ich zu arbeiten fähig bin, so öffnet man ihn. 8:42

Und wenn man mir noch eine Schicht des Willens zu empfangen öffnet und ich dort anfange, einen Eindruck davon zu bekommen, womit er sich füllt, dann bekomme ich einen Eindruck von zweierlei: vom Willen zu empfangen selbst und davon, womit er gefüllt ist, womit er sich füllt. Es kommt heraus, dass mein Gefühl zwei Eindrücke umfasst – vom Licht und vom Kli. Und daraus kann ich fühlen, dass ich sehr schlecht bin; dieses Gefühl kommt aus dem Zusammenstoß zwischen den Eigenschaften des Lichts und den Eigenschaften des Kli in mir. Und ein anderes Mal kann ich es anders fühlen: dass es mir einfach gut geht, dass ich in einer besonderen Erfüllung von etwas Höherem bin, von etwas Gutem, das mir Sicherheit gibt, das mir Ruhe gibt. Und so weiter.

Woher kommt das? Das Höhere Licht, das leuchtet, leuchtet sagen wir einheitlich, es ist in absoluter Ruhe. Und der Wille zu empfangen öffnet sich, wenn er anschwillt, jedes Mal gemäß seinen vier Bchinot, gemäß fünf Teilen: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin, Malchut. Aber jeder Teil, der sich öffnet, hat eine andere Natur. Chochma und Bina unterscheiden sich in der Gegensätzlichkeit der Form. Bina und Seir Anpin, Seir und Malchut – sie alle sind verschieden.

Und dann fange ich an, Zustandswechsel zu fühlen. Einmal fühle ich die Erkenntnis des Bösen, einmal fühle ich, dass es gut ist, einmal fühle ich, dass ich losgehen und etwas machen muss. Einmal komme ich zu Malchut und fühle sie so, dass ich zu nichts Kraft habe, nicht einmal für irgendeine kleine Handlung oder einen kleinen Gedanken.

So geht das also über den Menschen, und das ist ein echtes Zeichen von Entwicklung. Und es ist nicht wichtig, was ich fühle; wichtig ist mir nur, dass diese Gefühle so schnell wie möglich vorübergehen, dass ich so schnell wie möglich vorankomme. Denn dieser Wille zu empfangen ist von vornherein gegeben, seine Schichten sind von vornherein gegeben, sein Aufbau ist von vornherein festgelegt. Ich bin schon ein bestimmter Teil der allgemeinen Seele. Sein Aufbau ist feststehend; das Einzige, worauf ich einwirken kann, ist das Tempo der Entwicklung. Und je mehr ich mich selbst am Tempo beteilige, desto besser und angenehmer gehe ich auch dadurch hindurch. 11:35

Denn ich überführe die Leiden von Leiden, wie sie tierisch sind, in Leiden der Erkenntnis. Und wenn ich Erkenntnis hineinbringe, dann leide ich schon nicht mehr, bis zu dem Punkt, dass ich mich freue. Ähnlich wie bei einem Menschen, der nicht wusste, welche Krankheit er hat, und viele Jahre gelitten hat, und jetzt hat sich ihm aufgedeckt, dass er eine Operation machen muss. Er macht zwar die Operation und leidet zwar noch eine Zeit lang weiter, aber er sieht und weiß schon, welches Ergebnis er davon hat. Also die Operation – er zahlt sogar für die Operation und ist bereit und froh. Weil er darin eine Korrektur sieht und kein Leiden. Das heißt, er bekommt eine Versüßung.

Dadurch, dass wir Kräfte hinzufügen, gehen wir also all diese Zustände auch schneller durch, verkürzen die Zeiten, und wir fühlen sie auch in süßer Form gegenüber der bitteren Form. Das ist alles. Nur dafür müssen wir eigentlich arbeiten: so schnell wie möglich von Zustand zu Zustand übergehen. Und welcher Zustand jedes Mal der nächste sein wird – er kann dagegen sein und er kann dafür sein, er kann ein bisschen so und ein bisschen so sein –, das kann ich nicht bestimmen. Ich weiß nie, welche Form es haben wird. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass gleich anstelle dieses Zustands wahrscheinlich etwas anderes kommen muss – aber was dieses „etwas andere" ist, in welcher Form es sich bei mir ausdrücken wird, das weiß ich nicht.

Ja.

13:20 Schüler: Sie haben gesagt, dass der Mensch Zustände durchläuft und in jedem Zustand eigentlich das Tempo des Vorankommens nicht aufdeckt. Was ist eigentlich der Inhalt seiner Unterscheidung im jeweiligen Zustand, woran muss er arbeiten, wie?

Rav: Du sagst also Folgendes: Obwohl der Mensch alle möglichen Zustände durchläuft, ist sein Ziel doch ein einziges Ziel, und das Vorankommen muss sozusagen in einer einzigen Aufgabe, in einem einzigen Gedanken geschehen. Obwohl er alle möglichen Zustände durchläuft, muss er nur an eine Sache denken und sozusagen nur auf die eine Sache drücken. Auf welche Sache muss er drücken, ja?

Der Mensch muss dafür sorgen, in jedem Zustand, welcher es auch sei, seine Verbindung mit dem Schöpfer aufzudecken. Wenn er den Punkt der Verbindung aufdeckt, ist das ein Zeichen, dass er diesen Zustand verwirklicht hat und bereit ist, in den nächsten Zustand überzugehen. Mehr als das haben wir in keinem einzelnen Zustand.

Das sagt er auf Seite 63 in „Pri Chacham": „Israel" – das heißt, der Mensch, der sich nach dem Ziel sehnt, heißt „Israel"; das Ziel selbst heißt „Schöpfer"; und die Handlung, in der er sich befindet, der Zustand, in dem er sich befindet – sie müssen wie eins sein. Wenn es mir gelingt, [sie] wie eins zu machen, sodass ich sozusagen schon in Dwekut bin, in der Verbindung mit allen dreien, dann habe ich diesen Zustand gewissermaßen an das Ende der Korrektur angeheftet und bin schon würdig, sofort in einen anderen Zustand überzugehen. Dann deckt sich sofort der andere Zustand auf.

Aber dafür muss man sozusagen die ganze Zeit nicht vergessen, was das Ziel ist, und es muss mir wichtig sein, und ich muss dafür bereit sein und so weiter. Das heißt, man muss dafür eine Umgebung organisieren, die mich stützt und mich dazu erweckt. Sonst wird dieses Wissen gar nichts bewirken.

15:55 Schüler: Wenn jeder Zustand ein neuer Zustand ist und ich nicht weiß, was im nächsten Zustand passiert, und wenn wir sehen, dass die ganze Zeit ein neuer Mangel oder ein neues Verlangen erwacht, oder eine neue Reshimo – wie kommt es dann, dass einem, wenn man zurückschaut oder auf den Prozess schaut, die ganze Übung die ganze Zeit zyklisch vorkommt? Man sagt: „Schon wieder das", als würde man jedes Mal zum selben Punkt zurückkehren?

Rav: Du kehrst jedes Mal zu demselben Punkt zurück. Das heißt, du gehst jedes Mal in jedem Zustand wieder und wieder durch die Zehn Sefirot des jeweiligen Zustands. Aber diese Zehn Sefirot sind neu, sie sind in einem neuen Verlangen. Ein neues Verlangen. Wie soll ich sagen: Auch heute habe ich gegessen, auch morgen esse ich, und gestern habe ich gegessen, und sagen wir genau dasselbe Gericht, ja? Und trotzdem deckt sich ein neuer Geschmack auf. Warum? Weil es ein neues Verlangen ist.

Aber das ist wieder – das ist sogar in dieser Welt, wo die Reshimot keine Reshimot sind, das ist eine Art … Wohingegen du in der Spiritualität auf eine andere Stufe aufsteigst. Sagen wir es so: Wenn ich gestern in irgendeinem Zustand war, sagen wir in dem, was Bina oder Chochma auf irgendeiner Stufe heißt, dann war das sagen wir Chochma de dies de dies de dies de dies und de dies einer bestimmten Stufe. Heute bin ich jetzt in einem Zustand von Chochma de dies de dies de dies auf einer ganz anderen Stufe.

Das heißt, die Kombination aller Bedingungen, aller Mängel der Reshimot ist eine völlig, völlig andere. Das ist eine ganz andere Schattierung. Sie sind vielfältig: alle Reshimot in ihrer Anhäufung untereinander, in ihrer Verbindung untereinander – Reshimot dieses bestimmten Zustands in etwas anderem.

Schau, wie viele Grundzutaten hast du beim Essen? Tomate, Gurke, Brot, Zwiebel, Fleisch, Reis – wie viele? Sagen wir zwanzig oder dreißig. Hast du diese kulinarischen Bücher gesehen, Kochbücher, ja? Tausend Rezepte, tausend solche, und ohne Ende. Warum? Die Kombination zwischen ihnen ergibt einen anderen Geschmack. 18:32

Du hast zehn grundlegende Sefirot. Wenn sie sich untereinander aufteilen und verbinden, erzeugt dir das unendlich viele verschiedene Zustände, und jeder Zustand ist ein völlig anderer Geschmack. Zusammen geben sie dir Vollkommenheit. Und jede Stufe deckt sich für sich selbst auf, und du lebst … Du kannst sagen: Ja, diese Formel kenne ich schon, das heißt so eine Reshimo, das ist so eine Reshimo, ta, ta, ta, ta. Aber wenn du sie fühlst, fühlst du sie als etwas völlig Neues. Die Formel … mit den Augen, das ist kein inneres Gefühl, und du lebst von Gefühlen. Das ist hier vor allem das, was dich erfüllt, das, was du auf jeder Stufe empfängst.

19:19 Schüler: Wenn die Schärfe der Unterscheidungen – wenn man nicht die Schärfe hat, all die kleinen Unterscheidungen zu machen, und wenn man Zustände fühlt …?

Rav: Nein, auf jeder einzelnen Stufe musst du zu einem Zustand kommen, in dem du unterscheidest, wo du dich befindest. Du kommst zuerst ohne Bewusstsein dort hinein, und danach ist es wie bei einem Säugling, der sich entwickelt: erst als Kleiner und dann als Großer. Ibur, Yenika, Mochin – das durchläufst du auf jeder einzelnen Stufe, in der Stufe selbst. Du kennst ihre Verbindung zu allen übrigen Stufen nicht. Das wirst du in fortgeschritteneren Zuständen aufdecken, aber sie selbst erlangst du so, wie sie ist. Sagen wir, mit sechs Jahren erlangst du, was „sechs Jahre alt" heißt. Nicht in Bezug auf das ganze Leben. In Bezug auf das ganze Leben erlangst du das Alter von sechs Jahren erst danach, wenn du groß wirst. Dann fängst du an zu verstehen, was dieses Alter heißt. Wir werden leben und sehen.

Schüler: Wenn der Mensch in einem bestimmten Zustand ist – sagen wir, wenn man nach vorne schaut, weiß man nicht, welcher Zustand kommen wird. Aber man weiß mehr oder weniger, wie die Skala verläuft. Man weiß, was so ein Rav-Sinus (?) ist. Man sagt sich manchmal, auch wenn ich …

Rav: Mein Lieber, ich verstehe dich nicht. Du warst schon ein bisschen in der Zeit des Aufstiegs und ein bisschen in der Zeit des Abstiegs. Und was bringt es, wenn du anfängst zu sagen: Gleich werde ich fallen – nu, und was dann? Nu, wir haben ja gesehen, wie du hier wie ein Kadaver warst. Was denn? Worte sagen gar nichts. Worte, Worte. Gefühl, Gefühl. Und wir müssen von jedem Punkt in Malchut beeindruckt sein, ihn bis zum Ende füllen, in ihm die maximale Enthüllung des Lichts empfangen. Dann wirst du wirklich ein fertiges, korrigiertes Kli haben.

Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll – das ist eine ganze Welt. Bis jetzt fängst du erst an … Ich bin ein technischer Mensch, ich habe Beispiele aus der Technik. Oder weißt du, du arbeitest mit einer Waage, ja? Dann weißt du: Wenn du sagen wir ein neues Gerät bekommst, musst du eine Kalibrierung machen, eine Eichung, ja, eine Eichung. Du musst es auf null stellen, ja? Das heißt hundert Gramm, zweihundert Gramm, oder es hat innen drin schon irgendwelche elektrischen Maße dafür, ja? Du musst es also eichen. Wie soll ich sagen? Ja.

Danach kannst du die Dinge messen und sie wirklich miteinander vergleichen: Das ist schwerer, das ist so und das ist so, richtig? Bis jetzt macht man dir eine Eichung. Bis jetzt fühlst du. Und du fühlst auch noch keine Maße. Du fühlst: bum, ein Fall. Ah, ein Aufstieg. Das war's. 22:36

Nach und nach fängst du an, darin Unterschiede zu machen. Das ist mehr und das ist weniger. Alle möglichen Weisen darin, alle möglichen Schattierungen darin, bis du eine Skala hast. Dann heißt es, dass dein Gewicht schon bereit für die Arbeit ist, und du fängst an zu arbeiten. Das ist schon nach dem Machsom. Wir bereiten dieses Gewicht vor. Die Zeit der Vorbereitung.

Ja.

Schüler: Er schreibt hier über die Tefillin der Hand und die Tefillin des Kopfes …

Rav: Darauf will ich nicht eingehen. Das … später.

Ja.

Schüler: Gmar Tikun – kann man sagen, dass das ein Zustand ist, in dem ich das ganze Licht empfange, ohne Scham zu fühlen?

Rav: Gmar Tikun heißt das Kli, das im Empfangen um zu geben korrigiert ist. Sein ganzes Empfangen ist dann nur deshalb da, weil er damit gibt, übergibt, schenkt. Und dadurch ist er in der Gleichheit der Form mit der Höheren Kraft, und dadurch ist er in Dwekut mit der Höheren Kraft. Und dadurch versteht er, was die Höhere Kraft ist, und befindet sich wirklich in ihrem Zustand, auf ihrer Stufe. Das heißt Gmar haTikun. Danach haben wir noch mehr. Das heißt nur Gmar Tikun: Du hast das Kli fertiggemacht. Danach, mit einem fertigen Kli, fängt ein neues Leben an, von dem wir überhaupt nichts wissen.

Schüler: Aber wenn ich das Ziel der Schöpfung erreicht habe, wozu brauche ich jetzt die Korrektur der Schöpfung?

Rav: Das Ziel der Schöpfung ist es, vorerst jetzt zum Gmar Tikun zu kommen. Danach gehst du weiter in Stufen, in denen sich das wahre Ziel aufdeckt. Wir sagen vorerst, dass das Ziel der Schöpfung ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und die Korrektur der Schöpfung dafür heißt Dwekut. 25:07

Der Schöpfer sagt dir sozusagen: Ich habe dich von vornherein verdorben. Jetzt fängst du an, dich selbst zu korrigieren, oder ich helfe dir. Ich korrigiere dich, aber in deiner Anwesenheit, damit du siehst, wie ich es mache. Dadurch wirst du verstehen, wer du bist. Dadurch wirst du verstehen, wer ich bin. Dadurch wirst du genau die Unterscheidungen haben, dass ich dich jetzt bis zu meinem Zustand korrigiere – dann wirst du genau sehen und fühlen, wer ich bin.

Das heißt, damit hebt er uns zu sich hinauf. Und wenn wir wirklich zu ihm aufsteigen, dann verstehen wir bis zum Ende, wer er ist. Jetzt werden wir wie zwei Partner. Wir beide sind gleich, wir beide verstehen, was geschieht, wir beide sind auf derselben Ebene, auf derselben Stufe. Danach, nachdem wir ihn eigentlich erkannt haben – nicht mehr als das, wir haben ihn erkannt –, dann passiert etwas weiter.

Vielleicht nimmt er uns noch an irgendeinen Ort, noch zu irgendwelchen Dingen, die wir schon nicht verstehen. Das heißt dann schon „Sitrej Tora". „Sitrej Tora", weil wir nicht fähig sind, die Wirklichkeit zu verstehen, die nach dem Gmar Tikun ist. Darüber – das achte Jahrtausend, das neunte, das zehnte und weiter – erzählt man uns einfach gar nichts. Sie schreiben es nicht.

Sie schreiben es nicht, weil es uns wirklich, abgesehen davon, dass es uns jetzt gar nichts geben würde, nur verwirren würde. Wir brauchen etwas Praktisches für unsere Arbeit, damit es unserem Zustand nützt. Außerdem sagen sie, soweit sie überhaupt etwas sagen, dass man das mit unseren Worten nicht ausdrücken kann. Denn unsere Worte stammen aus Zimzum Bet, und sogar ein bisschen von Zimzum Alef kann man uns nicht erzählen, nicht irgendwie übermitteln. Aber über eine Wirklichkeit zu erzählen, die über dem Gmar Tikun ist, das heißt wirklich … Über die Korrektur der Kelim hinaus sind wir nicht fähig zu verstehen. Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, uns auszudrücken. 27:32

Wir sprechen also nur über den Zustand, in dem wir uns selbst korrigieren, oder in dem der Schöpfer uns korrigiert, bis wir zum Gmar Tikun kommen. Aber wahrscheinlich gibt es danach eine Wirklichkeit, für die der Gmar Tikun eigentlich erst vorher da sein muss. Man macht den Gmar Tikun fertig, und dann tritt man in irgendeine Wirklichkeit ein.

Das war's? Gibt es noch etwas? Ja.

Schüler: Woher weiß ich, dass ich nicht feststecke? Welches Kli habe ich, um aufzudecken, dass ich nicht feststecke?

Rav: Woher weiß ich, dass ich nicht mitten auf dem Weg feststecke? Man kann es nicht wissen. Man kann es nicht wissen. Ich sage dir: Unser Weg ist voller Überraschungen. Die größte Überraschung ist, dass du nie verstehst, wo du bist und wie du vorankommst und ob du überhaupt vorankommst.

Das wurde wirklich in einer besonderen Weise für uns gemacht, damit wir gewissermaßen auf alle Ergebnisse für uns selbst verzichten. Sodass es mir nicht wichtig ist: Auch wenn ich nicht vorankomme, bin ich bereit, darin zu sein. Und womit bleibe ich dann? Ich bleibe nur mit einem einzigen Wissen: dass ich eine Verbindung mit der Höheren Kraft habe. Das heißt, hier in unserem Nichtwissen und immer in all den Dingen, die uns scheinbar fehlen – sie fehlen nicht wirklich. Es sind Dinge, die wir aus der Verbindung mit dem Schöpfer füllen müssen.

Wie weiß nun der Mensch, der praktisch im Rahmen des Lernens ist, ob er vorankommt oder nicht? Ich würde sagen: Wir müssen unser Vorankommen nach den Stunden sehen, nach der Anstrengung, nach dem Einsatz.

Schüler: Aber auch davon …

Rav: Auch darin gibt es Stufen. Was heißt das, dass es darin Stufen gibt? Dass ich jeden Tag komme und im Unterricht erscheine, irgendeine Arbeit in der Verbreitung mache und irgendeine Arbeit unter den Freunden mache. Das heißt, ich verändere die ganze Zeit meine Gemeinschaft, damit sie immer besser wird, damit sie mir immer besser gibt. Wenn ich also in sie investiere, bekomme ich sicher das Geben von ihr zurück, und sicher komme ich dadurch voran.

Nur ist das Vorankommen in der Spiritualität – eigentlich auch in unserer Welt – ein kumulativer Prozess. Was heißt das? Dass sich etwas anhäuft, ja: Es gibt eine Anhäufung von Anstrengung und von allen möglichen Erscheinungen, und danach kommt eine Art wirkliche Veränderung in unseren Gefühlen.

Unser Problem ist, dass wir eine sehr niedrige Schwelle der Gefühle haben. Wir fühlen die feinen Dinge nicht, die über uns hinweggehen. Und nach und nach, in dem Maße, wie wir vorankommen, fangen wir an, feinere Dinge zu fühlen. Auch jetzt bist du in allen möglichen Veränderungen, in Tausenden von Veränderungen pro Sekunde, aber du fühlst sie nicht. Insgesamt steigt deine Empfindlichkeit, und dann fängst du an, auch diese Veränderungen zu beherrschen. Dann wirst du wirklich innerhalb einer Sekunde viele Handlungen machen können. Du wirst eine sehr, sehr lange Sekunde haben, eine sehr lange. Plötzlich wirst du die Zeit sehen, und danach wird die Zeit überhaupt stehen bleiben. Du wirst in ihr viele Dinge machen können, du wirst schauen … Eine einzige Sekunde, das ist wirklich Anfang und Ende und Ursache, da gibt es viele Dinge zu bestimmen.

32:11 Schüler: … Als ich in meinem normalen Leben ohne Bewusstsein war, bevor ich angefangen habe, Kabbala zu lernen, hätte ich mein ganzes Leben so sein können, ohne überhaupt zu wissen, dass es etwas anderes gibt. Bei jedem Zustand, der auch … Kabbala zu lernen – ich weiß nie, ob ich vorankomme oder nicht.

Rav: Wenn der Mensch anfängt, Kabbala zu lernen, kommst du genauso weiter voran, wie du vorher ohne Bewusstsein von der Spiritualität warst. Nur weißt du, dass wahrscheinlich etwas passiert. Und außerdem, dass du weißt, dass wahrscheinlich etwas passiert, bekommst du nach und nach eine Art innerer Erschütterungen, dass hier wohl doch etwas passiert. Die Erschütterungen können unangenehm sein, aber sie zeigen dir schon etwas – das sind schon Zeichen für innere Veränderungen.

Die Ansprüche von deiner Seite sind berechtigte Ansprüche. Du kannst fragen, warum der Schöpfer es so gemacht hat. Einfach um dich zu rütteln und dich aus dem Willen zu empfangen herauszuschütteln. Seine Sache ist es ja, dir nach und nach zu zeigen, wie sehr du ihm entgegengesetzt bist, wie sehr es sich für dich lohnt, deine Natur zu verlassen und seine Natur anzunehmen.

Wir sind jetzt am Anfang … Auch wenn wir dem zustimmen – „in Ordnung, soll er es so machen" –, ich stimme sozusagen im Allgemeinen seinem Zweck zu: Wahrscheinlich weiß er es, wahrscheinlich hat er es wirklich so gemacht, dass es anders nicht geht. Es gibt zwar immer die Frage, warum es anders nicht geht, aber sagen wir, dass es anders nicht geht. Aber dass wir diesen Plan im Allgemeinen annehmen, heißt nicht, dass wir fähig sind, ihn auf jeder einzelnen Stufe zu rechtfertigen. Das nicht.

Wenn ich mich schlecht fühle, kann ich ihn sicher nicht rechtfertigen. Das schlechte Gefühl selbst heißt, dass ich seine Vorsehung nicht annehme, ihr nicht zustimme. Nur die Wichtigkeit, die Arbeit an der Wichtigkeit, kann mir das Ergebnis geben, dass ich mich sogar in den schlechten Zuständen am besten fühle. Unser Gefühl ist … wie soll ich sagen? Unser Gefühl hängt nur von der Erkenntnis der Wichtigkeit ab. Es ist nicht das Ergebnis des Schmerzes, den man zufügt. Der Stoff selbst ist davon beeindruckt, wie wichtig derjenige ist, der ihm das antut. 34:58

Es ist ein Wunder, wie sehr man danach, wenn man es aufdeckt, sieht, dass darin gar keine Realität ist. Schau: Was fühlen wir jetzt, in welchem Zustand sind wir, warum kann sich mir das Licht jetzt nicht aufdecken? Weil ich ihm entgegengesetzt bin. Wenn sich mir jetzt ein Gramm Licht mehr aufdecken würde, als jetzt erscheint, würde ich einen furchtbaren Schmerz fühlen, denn ich würde Dunkelheit fühlen, aus der Gegensätzlichkeit der Form. Es würde sich mir als Dunkelheit aufdecken, ja. Wenn ich meine Beziehung zum Licht korrigiere – und ich korrigiere die Wichtigkeit, meine Beziehung zum Licht, ja –, dann fühle ich es als unendlichen Genuss, besser als den es nichts gibt, so sehr, dass das gar nicht sein kann.

Das Licht erscheint als dasselbe Licht, aber das Ich geht von der Dunkelheit in das Gefühl des Genusses über, von Leiden zu Genuss – nur dadurch, dass sich in mir das Denken, die Aufnahme ändert, ja. Es verändert wirklich irgendeinen einzigen kleinen Schalter, und das war's. Statt Leiden, wirklich schrecklicher Zustände, fühlt man stattdessen Genuss, Ruhe, Ewigkeit, Vollkommenheit. Und dabei erscheint wirklich dasselbe Licht. In stufenweiser Form kann man uns das also nicht in einem schnelleren Tempo aufdecken. Das Tempo aber bestimmen wir. Sei bereiter, dann wird man es dir mehr aufdecken.

Ja.

36:53 Schüler: Wenn man wirklich alles mit ihm verbindet, in dem Maße von … dass man jetzt erkennt, dass das dieses Leben von einem ist, dann verbindet man alles mit ihm. Sagen wir, die meiste Zeit geht es einem nicht gut. Das heißt, die meiste Zeit verurteilt man ihn, und dann kommt man in einen Zustand, in dem man ihn die meiste Zeit verflucht. Und wenn man ihn die meiste Zeit verflucht, dann schadet das der Art des Urteilens. Vielleicht ist es also besser, nicht alles mit ihm zu verbinden?

Rav: Wie klug du bist. Du bist verwirrter geworden als vorher – auch das ist ein Zeichen des Vorankommens. Du sagst also Folgendes: Wenn ich in der Zeit, in der es mir schlecht geht, anfange, an den Schöpfer zu denken, dann geht es mir sicher schlecht, und ich denke an ihn, und dann verfluche ich ihn schon. Aber wenigstens weißt du, dass du ihn verfluchst. Vorher wusstest du nicht, wen du verfluchst. Vorher wusste ich also nicht, dass ich stehle, jetzt weiß ich, dass ich stehle. Nu, und was dann? Das ist eine Vorbereitung zur Korrektur.

Schüler: Wie kann man aus einem Zustand, in dem man jemanden hasst, ihn als verbunden fühlen …

Rav: Jetzt, wo ich ihn hasse und mir klar ist, dass ich ihn hasse, ja – daraus kann ich schon anfangen, etwas zu unterscheiden. Warum hasse ich? Aha, das heißt, weil ich so ein tierisches Gefühl habe. Ich lebe also wie ein Tier, bei dem nur das Gefühl, wegen des Gefühls, wirklich die Note „gut" oder „schlecht" geben kann. Das ist meine Stufe. Oder ich lebe für irgendein Ziel, das ein bisschen über dem Gefühl ist, über meinem Bauchnabel, über dem körperlichen Gefühl. Vielleicht gibt es hier irgendein seelisches oder menschliches Ziel, oder überhaupt wirklich, ein bisschen Mensch zu sein. Davon fängst du an, dich zu erheben.

38:41 Schüler: Diese Entfernung ist in Ordnung, es gibt ein Ziel, richtig …

Rav: Der Schöpfer hat keine Angst davor, dass du ihn verfluchst, glaub mir. Er ist einverstanden, dass du die ganze Zeit an ihn denkst und ihn die ganze Zeit verfluchst, die ganze Zeit. Nur verlass ihn nicht, verstehst du, das ist das ganze Problem. Dein Problem, wenn du vorankommen willst, ist, dass du ihn vergisst. Vergiss ihn nicht in den schlimmsten Zuständen – gerade dort.

Schüler: Wie baut man aus so etwas Wichtigkeit auf?

Rav: Die Wichtigkeit wird danach kommen, du wirst sehen. Du wirst nur eines sehen: In dem Moment, in dem du mit ihm in Verbindung sein kannst, wirst du ihn nicht verfluchen können. Es gibt auch solche Zustände, sehr gute Dinge.

Schüler: Das führt aber auch zur Entfernung von der Gemeinschaft … so eine Überlegung. Denn wenn man sagt, es gibt ein Ziel, das ich nicht leben kann – es gibt andere, die es können. Ich und sie sind jetzt in völliger Gegensätzlichkeit, ich kann mich auch nicht mit ihnen verbinden.

Rav: Du sagst Folgendes: Wenn ich alle möglichen schlechten Dinge in mir aufdecke und mein Gefühl schlecht ist und so weiter, dann kann ich nicht als aktiver Teil in der Gemeinschaft sein, als einer, der in der Gemeinschaft aufgenommen wird, und das. Das stimmt. Am besten für die Gemeinschaft wäre es, wenn du unbelebt wärst. Ein Stuhl zum Beispiel stört die Gemeinschaft nicht. Ein Mensch kann schon stören. Du hast also recht mit dem, was du sagst, aber du beziehst dich auf deine Zustände nicht auf zielgerichtete Weise. Für das Ziel ist es gut: wie schlecht du auch sein magst, wie schlecht du dich fühlst, wie viele Veränderungen du fühlst, wie viel schlimmer du wirst – wir werden dich ertragen können, keine Sorge. Wir wären nicht bereit, dich zu ertragen, wenn du gleichgültig dasitzt, das nicht. Aber dass du hier springst und schreist, das ist nicht schlimm, das verstehen wir schon.

40:24 Schüler: Sie sagen: zielgerichtetes Denken. Aber noch einmal: Wenn man sieht, dass man so weit vom Ziel entfernt ist und es nicht erlangen kann, dann muss man aus dem zielgerichteten Denken heraustreten. Ich kann kein zielgerichtetes Denken halten, wenn ich sage: Zu diesem Ziel komme ich wahrscheinlich nicht.

Rav: Wenn ich sehe, dass ich weit vom Ziel entfernt bin, und ich habe schon eine Rechnung: wichtiges Ziel oder nicht wichtiges Ziel, ja?

Schüler: Wichtig, sagen wir.

Rav: Nu.

Schüler: Nehmen wir es sagen wir auf der Ebene dieser Welt, ja? Sogar im Materiellen.

Rav: Sogar im Materiellen, schön. Im Materiellen gehe ich fünf Jahre lernen, oder ein Arzt geht 15 Jahre lernen, ja? Bis er wirklich Facharzt wird und anfängt zu arbeiten. Nu?

Schüler: Sagen wir, im dritten Jahr sieht er, dass er mit dem Lernen keinen Erfolg hat, dass er nicht fähig ist, Arzt zu werden. Er ist wahrscheinlich nicht fähig …

Rav: Moment. Wenn ich keinen Erfolg habe, nach einigen Jahren sehe ich, dass ich keinen Erfolg habe, und sagen wir, mir geht der Wille verloren, die Willenskraft, dann steige ich aus der Bahn aus. Ich verlasse die Universität, gehe als Arbeiter arbeiten; ich habe keine Wahl, ich muss leben, also bleibe ich Arbeiter. Im Materiellen ist das, was du gearbeitet und was du für das Lernen bezahlt hast, alles weg. In der Spiritualität ist es nicht weg, es bleibt erhalten. Du kannst wirklich weggehen, und so machen es viele Menschen – aber sie gehen nicht weg, sie sind als Unbelebte bei uns.

In Wahrheit gehen sie nicht weg, man kann nicht weggehen, sie sind verbunden. Du kannst ihn nach zehn Jahren fragen: Wie geht's? „Ja, ich habe von euch gehört und ich lese, weißt du, ich habe vor zu kommen." Zehn Jahre war er nicht da, aber er hat vor zu kommen, so ist das. Und das stimmt wirklich, er ist mit uns verbunden. Deshalb mache ich mir um die, die weggehen, keine Sorgen. Aber du willst eine Versicherung dafür, dass du nicht weggehst, du willst eine Versicherung dafür, dass du im optimalsten Tempo vorankommst, was?

Schüler: Nein, ich will verstehen, wie die Regeln dieses Spiels überhaupt zusammengehen können.

Rav: Dein Problem ist, dass du jeden Schritt im Voraus sehen willst, und das wirst du nicht sehen. Und das wirst du nicht sehen, ganz einfach, das wirst du nicht sehen. Nur im Or Choser. Du bist nicht einverstanden? Das wird nicht helfen. Danach wirst du verstehen, warum alle Bedingungen, die wir haben, notwendige Bedingungen dafür sind, dass wir zum Ziel kommen, und nicht, dass der Schöpfer es so gemacht hat, weil ihm danach war. Es sind notwendige Bedingungen, die aus unserem Aufbau folgen, dass wir ihm entgegengesetzt sind: dass wir in solchen Verhüllungen und in solchen Frustrationen und in solchen Verwirrungen sind.

43:22 Schüler: Dass man einen ganz tief niedertrampeln muss, damit man ganz hoch steigt, das ist klar. Aber wenn schon niedertrampeln, dann trample auf einmal nieder, trample eine Zeit lang nieder, trample …

Rav: Nu, du verstehst sicher besser als er, wie man das macht. Also sage ich dir: Man kann nicht auf einmal niedertrampeln, man kann dir nicht einen einzigen Schlag geben. Wir lernen das gerade aus dem Zerbrechen: dass alles aufgeteilt ist – schau, in sechstausend Stufen, oder sag hunderttausend, es ist nicht wichtig, in wie viele Stufen. Denn mit weniger können wir die Eindrücke nicht sammeln, die Eindrücke von unserer Natur, wie weit sie vom Schöpfer entfernt ist.

Was brauchen wir insgesamt? Wir müssen in allen Dingen, in denen wir wie er oder ihm entgegengesetzt sind, einen Eindruck bekommen, und in diesem Eindruck müssen wir auch bei vollem Bewusstsein sein, sonst werden wir kein Kli haben. Was lernen wir? Wir empfangen seine Natur. Es geht nicht anders: Das sind so viele Unterscheidungen, und jede ist so tief, und die Verbindung zwischen ihnen ist so kompliziert, dass es nur so geht, dass du immer weiter hinzufügst, immer weiter hinzufügst, und nach und nach sammelst du dieses Kli zusammen. Es geht nicht anders. Sei kein Kind, das auf einmal ein großes Bonbon will – du wirst es nicht hinunterschlucken.

Ja.

45:02 Schüler: Ich komme gerade auf die nationale Frage zurück. Der Herr hat uns das Land der Völker gegeben, und wir sind in ein Problem hineingeraten, in dem wir bis heute leben. Vielleicht stimmen die Gojim zu, dass der Herr uns vielleicht erwählt hat – aber man hat uns auch ins Exil geschickt und danach sie erwählt. Das hat hier diesen Knoten erzeugt, in dem wir bis heute leben. Andererseits ist das Volk Israel der Wille zu geben und die Gojim sind der Wille zu empfangen. Und wenn wir das trotzdem so nehmen, wie wir es lernen, in den Verlangen zu empfangen und zu geben – wie korrigieren wir diese Sache als ein einziges Erlebnis, als ein einziges Schöpfungswerk, und was liegt uns ob und was liegt den Gojim ob?

Rav: In diesen Monaten wird ein Buch herauskommen, in dem das für das auserwählte Volk erklärt wird. Ich weiß nicht, welchen Namen es haben wird, vielleicht einen anderen, ja? Das weiß Benzi. Wenigstens im Internet haben wir es.

Schüler: Achtzehn?

Rav: Ah? Ja, achtzehn – aber welches?

Schüler: „Ein Erlebnis namens Kabbala".

Rav: Ja, „Ein Erlebnis namens Kabbala". Nationales Problem, Problem mit den Gojim, mit dem Volk Israel, mit Erez Israel – alle diese Dinge sind kein Problem, das sind überhaupt keine Probleme. Was es in unserer Welt gibt, kommt alles von oben. Unsere Welt ist unbelebt, hier gibt es nichts Neues. Was aus der Höheren Welt kommt, kommt und geschieht hier auf endgültige Weise. Wir bestimmen hier in dieser Welt gar nichts, und die Gojim bestimmen für uns gar nichts, und weder sie noch wir sind schuld, und auf der Ebene dieser Welt gibt es für uns überhaupt nichts zu besprechen.

Wir sprechen nur auf der spirituellen Ebene, wo wir etwas ändern können; hier gibt es für uns nichts zu ändern. Und alles, was hier geschieht – so sehr es uns mit den Augen scheint, dass wir sozusagen etwas machen könnten: Wir machen nichts, wir sind nicht fähig, etwas zu machen. Alle Dinge, die hier passieren, sind das Ergebnis einer Veränderung im spirituellen Stand zwischen uns, zwischen ihnen, zwischen allen Teilen der Schöpfung. Dieses ganze Drama, ja, geschieht oben in der spirituellen Welt, in einem bestimmten Gleichgewicht der Kräfte. Und danach ist es hier schon die Ausführung, im Stoff. Danach werden wir verstehen, wozu das ist; es könnte sozusagen überhaupt auch ohne das sein. Du verstehst. 47:54

Du fragst also nach unserer Welt – das beunruhigt mich überhaupt nicht, weil hier nichts Neues geschieht. Für mich ist das eine Kopie, so wie du die Bilder siehst und es davon auch an irgendeinem anderen Ort eine Kopie gibt. Sagen wir, ich zeichne hier auf der Tafel, und eine Kamera überträgt jetzt das, was ich zeichne, tausend Kilometer weit an irgendeinen anderen Ort. Du schaust also tausend Kilometer weiter weg auf jenes Bild – und du willst es ändern? Ändere es hier, wo gezeichnet wird, dann wird es sich dort ändern.

Deshalb ist diese Welt für mich nicht – ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll –, hier gibt es nichts zu ändern, hier gibt es nichts anzuschauen. Und du siehst schon, und wir sehen schon, wie orientierungslos wir darin sind, und dass uns überhaupt das Verständnis fehlt, wo wir uns befinden und auf welche Weise man die Welt führen kann. Alle fragen danach, alle Großen der Welt, überhaupt auch die Führer – sie wissen und verstehen nicht, wie man es machen soll und was man machen soll. Danach gibt es überhaupt nichts zu fragen, nach dieser Welt. Wir müssen unsere Diskussion auf die spirituelle Ebene heben, wo wir wirklich doch etwas ändern können.

Und in der Spiritualität erklärt uns die Kabbala, was „Israel" heißt, was „die Gojim" heißt, wie das Gleichgewicht der Kräfte sein muss, wozu sich das sozusagen ändern muss. Wie es also in dieser Welt geschehen ist – das sind unbelebte Dinge, das sind Dinge, die zur Ausführung kommen. Darüber spreche ich nicht. Wir in der Kabbala lernen darüber, dass Israel und die Gojim zwei Teile desselben Kli sind, das Adam haRishon heißt, eine einzige Seele; und dass sie sich für die Korrektur in diese zwei Teile aufteilen: Israel und die Völker der Welt. Und sowohl Israel als auch die Völker der Welt vermischen sich miteinander und teilen sich auch noch in viele weitere Teile auf. 50:08

Und danach kommt jeder einzelne Teil, auch im Zusammenhang mit allen übrigen Teilen, zur Korrektur. Die allgemeine Korrektur ist, dass Israel zuerst zu ihrer Korrektur und zu ihrer Erfüllung kommt, als Galgalta weEjnaim vom ganzen allgemeinen Kli, und danach gehen durch sie hindurch die Korrekturen und Erfüllungen zum zweiten Teil der allgemeinen Seele über, der Gojim heißt, die Völker der Welt. Israel muss sich zuerst selbst korrigieren, und deshalb liegt Israel wirklich die Pflicht zu korrigieren ob. Deshalb heißt es das auserwählte Volk – auserwählt zur Korrektur, verpflichtet, an sich selbst die Korrektur zu machen und danach allen zu zeigen, wie man sie machen muss.

Und die Völker der Welt brauchen vorerst gar nichts, es liegt keinerlei Pflicht auf ihnen. Dort sind es die sieben Gebote der Noachiden, das … du verstehst.

Nun: In dem Maße, wie Israel seinen Teil in der allgemeinen Seele korrigiert, Galgalta weEjnaim, in dem Maße befinden sie sich in einem einigermaßen erträglichen Zustand. Aber in dem Maße, wie sie sich gegenüber dem allgemeinen Plan verspäten, wie sie mit ihrer Korrektur hinter dem allgemeinen Plan zurückbleiben, werden ihnen entsprechend jene Zustände, die sie nicht rechtzeitig korrigiert haben, als Leiden gefühlt. Große Leiden, bis hin zur Vernichtung und … was immer du sagst. Und wenn wir auch jetzt zurückbleiben, dann werden wir große Nöte haben, nicht weniger als im vorigen Jahrhundert. Denn im Ganzen ist das das Gleichgewicht der Kräfte, und nicht mehr.

Wir müssen uns also so sehr wie möglich bemühen, unsere Korrekturen schnell zu machen, und fühlen, dass wir wirklich verantwortlich sind, besonders auch wir – dass wir sowohl für unseren Zustand verantwortlich sind als auch für den Zustand des ganzen Volkes und der ganzen Welt. Denn du hast keine Möglichkeit, etwas zu ändern, außer nur in der Spiritualität, nur im Gleichgewicht der korrigierten und der nicht korrigierten Kräfte in deiner Seele. An keinem anderen Ort. Korrigiere deinen Teil, damit hast du es abgeschlossen. 52:44

Nachdem wir unsere Teile korrigiert haben, oder entsprechend dem, gehen wir nach und nach dazu über, die Methode der Korrekturen den Gojim, den Völkern der Welt, zu reichen. Und dann kommen wir alle zum Gmar Tikun. Und noch einmal: In dem Maße, wie du diese Methode der Korrekturen nicht an die Gojim weitergibst, fühlst du auch von ihnen dieselben Schläge, die du fühlst. Denn eigentlich sind es nicht sie, die dir die Schläge zufügen: Es sind dieselben Verlangen, dieselben Absichten, die du noch nicht korrigiert hast – sie wirken auf diese Weise in dir.

Das heißt: Wer sind die Gojim? Die nicht korrigierten Kräfte, die als Gojim zu dir kommen, ja, gegen dich – das sind eigentlich dieselben Eigenschaften von dir, die du noch nicht korrigiert hast und die du schon hättest korrigieren müssen. Für das, was du noch nicht korrigieren musst, gibt es keine Frage an dich. Es kommt also heraus, dass alles Leiden, das jeder Einzelne hat, und alles Leiden, das es in der Welt gibt, dieselben Kräfte sind, die wir in unseren Seelen nicht korrigiert haben.

Deshalb steht geschrieben, dass Israel an allem Mord und Töten und was es sonst in der Welt gibt, schuld ist. Daran ist nur Israel schuld. Denn sie sind eben diese negativen Kräfte; negativ sind sie deshalb, weil wir sie in unserer Seele nicht korrigiert haben. Diese Kräfte sind in unserer Seele. Korrigiere sie, dann wirst du die ganze Welt als gut sehen. Ich habe also keine Frage, wie die Gojim kommen, ob sie so wollen oder so nicht wollen; darüber frage ich nicht. Sie sind nicht die Ursache, sie sind das Ergebnis. Was habe ich über sie zu fragen?

Das ist so, als würde ich nach einer Biene fragen, die kommt und mich sticht. Nu, was kann ich über sie sagen? Es ist Natur, dass sie kommt und mich sticht, sie muss das tun. Das ist der innere Plan, dass sie jetzt kommt; mir steht so eine Ausführung zu. Du willst es ändern, damit sie dich nicht sticht? In Ordnung: Geh in den Plan hinein, verändere ihn, dann wird es in Ordnung sein. Was kann sie dafür? Nu. Das ist so, als würdest du zu den Tieren sagen: Warum reißt dieses jenes, und dieses frisst jenes, und dieses macht es so, und das so? Das ist Natur. Man muss über sie hinaufsteigen, um Veränderungen zu machen. 55:40

Wir wollen das nicht auf eine tiefere Weise anschauen. Warum? Weil es uns verpflichtet. Es verpflichtet uns, alles, was mit dem Staat passiert, für den, der hinschauen will. Ich schaue, was im Fernsehen läuft – das ist etwas Furchtbares. Was für Sendungen, die das Volk wirklich verwirren, nur um das Volk von der Wirklichkeit abzuschneiden. Je schlimmer, desto mehr macht man es dir an – schau dir so etwas an, etwas Furchtbares.

Und das heißt dann, dass man sozusagen heilt, dass man sozusagen für Freude sorgt, dass man dir so mehr Kräfte geben, die Stimmung mehr heben will. Was denn? Ich weiß nicht – man führt dich zur Hinrichtung, ja, und unterwegs legt man dir etwas Musik auf, alle möglichen Dinge, ja, so ist das. Und statt die Wahrheit zu zeigen und … nu, was soll man machen.

Gut, wir lernen die „Pticha", ja?

(Ende des Unterrichts)