Tägliche Lektion2. Aug. 2002

Rabash. Art. 36 (1990). What Is, “The Children of Esau and Ishmael Did Not Want to Receive the Torah,” in the Work?

Rabash. Art. 36 (1990). What Is, “The Children of Esau and Ishmael Did Not Want to Receive the Torah,” in the Work?

2. Aug. 2002

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

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Morgenunterricht 02.08.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 2, S. 1135, „Was bedeutet „Die Kinder Esaus und Ishmaels wollten die Tora nicht empfangen“ in der Arbeit?"

Rav: Der Rebbe spricht vom Aufbau des Kli. Er sagt Folgendes: Wir haben einen kleinen Mangel, mit dem wir in die Spiritualität eintreten. Solange wir diesen Mangel nicht haben, spricht man überhaupt nicht vom Menschen. Vom Menschen spricht man ab dem Anfang des Willens des Menschen. Der Wille des Menschen – „Adam" kommt ja vom Wort Edame la Elion, dem Höheren ähnlich sein, dem Schöpfer ähnlich. Und die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer beginnt daraus, dass man sich nach dem Schöpfer sehnt, dass man Ihn will – daraus entsteht der Wille.

In unserer Welt sehen wir die Körper, den Körper des Menschen, der sich schon so viele tausend Jahre durchwälzt, Hunderttausende von Jahren, manche sagen eine Million Jahre. Wir werden jetzt nicht über diese Epochen sprechen, in denen der Mensch aus den Höhlen kam und all das – für uns ist das nicht wichtig. Warum? Weil es in den Menschen damals keine Wünsche gab außer dem Wunsch zu existieren. Damit fängt es an.

Vor etwa 5.700 Jahren, was man nach dem hebräischen Kalender die Geburt von Adam haRishon nennt, begann sich im materiellen Menschen – dem, der auf zwei Beinen in dieser Welt steht – ein Wille zur Spiritualität einzunisten. Ein Anfang, und auch der war noch nicht spürbar. Nur bei ganz Einzelnen, bei dem, der Adam genannt wird, und bei seinen Nachkommen. Und so war es bis Abraham; bei Abraham war dieser Wille zur Göttlichkeit schon deutlicher spürbar.

Das heißt: Nur einzelne Menschen dieser Welt hatten einen Willen zur Spiritualität, und von ihnen wird erzählt, von diesen Seelen – also von Seelen, die sich in einen Körper einkleiden. Die Seele nennt man „ein Teil Gottes von Oben"; wer diesen Teil hat, fühlt einen Willen zum Schöpfer, und wer ihn nicht hat, fühlt keinen Willen zum Schöpfer. Nach der Geschichte sehen wir also, wie wenige Menschen es insgesamt waren, Einzelne, in denen der Wille zum Schöpfer war. 2:56

Dort Adam und alle seine Nachkommen, insgesamt nur einige wenige bis Abraham. Ab Abraham wurde dieser Wille schon geprüfter.¹ Abraham entdeckte aus sich selbst heraus, dass es Spiritualität gibt; sicher hat man ihm einen Willen gegeben, das zu entdecken. Aber man gab ihm auch eine Methode, wie er gehen und die Spiritualität entdecken kann, die Göttlichkeit entdecken, sich mit Ihm verbinden. Und in dieser Verbindung mit dem Schöpfer die ganze Schöpfung sehen, auf eine andere Ebene der Existenz herauskommen – über der Zeit, über dem Tod, über der Verhüllung, wo wir nur diese Welt fühlen.

Von Abraham an begann der Mensch, den Willen zur Spiritualität zu entwickeln, den sechsten Sinn systematisch zu entwickeln. Und da sehen wir: Schon ab Abraham wollte Abraham selbst sich Ihm nähern und nicht warten, bis ihm von Oben etwas offenbart wird. Da sagte der Schöpfer: Ich mache es so, dass deine Nachkommen, deine Kinder, nach Ägypten hineingehen. Und da beruhigte sich Abraham; er verstand, dass man durch den Eintritt nach Ägypten etwas Gutes erwirbt, und dass das genügt, um zum Ziel der Schöpfung zu kommen.

Das heißt: Mängel, Kelim, das Gefühl der Versklavung im Willen zu empfangen. Was man in der ägyptischen Knechtschaft fühlt – mehr braucht man eigentlich nicht. Diese Erkenntnis des Bösen bringt den Menschen danach bis zum Ende der Korrektur, ohne dass er sich irrt. Aber wir sehen: Der Eintritt nach Ägypten und der Auszug aus Ägypten – also der Eintritt in den Willen zu empfangen, mit dem der Mensch anfängt – heißt nicht, dass wir in Ägypten sein müssen und jetzt nach Ägypten reisen, um dort spazieren zu gehen.

Sondern ein Mensch, der anfängt, die Methode zu lernen. Abraham fragte den Schöpfer, und der Schöpfer sagte: Du wirst anfangen, Meine Methode zu lernen, und du wirst sehen, wie deine Nachkommen – also die Verlangen, die jetzt bei dir kommen – dich in einen Zustand bringen, der Ägypten heißt, und dann wirst du wirklich zur Erlösung herauskommen, die Spiritualität entdecken. Denn der Mensch wird mit einem sehr kleinen Mangel geboren. „Der Mensch wird geboren" – gemeint ist: Ein Mensch mit 20, 30, 40 Jahren wird geboren, weil in ihm ein Wille zur Spiritualität geboren wird. Das nennt man den Menschen in uns. Alles Übrige in uns ist wie bei den Tieren. 6:05

Wenn ein Wille zur Spiritualität geboren wird, ist dieser Wille sehr klein. Und außer dass er klein ist, ist er auch entgegengesetzt zur Spiritualität. Das heißt, hier braucht man zwei Dinge: erstens, dass er groß wird wie die Spiritualität selbst, und außerdem, dass er in der Absicht wie die Spiritualität ist, in „um zu geben". Also im Gebrauch so, wie man in der Spiritualität den Willen gebraucht. Unser Wille ist ja von vornherein „um zu empfangen", egoistisch und klein. Er muss aber groß egoistisch sein, und danach muss er sich in „um zu geben" verwandeln, altruistisch – das nennt man Spiritualität. Das Gegenteil von dieser Welt.

Wie macht man das? Nehmen wir an, ein Mensch ist ein kleines bisschen vorangekommen, einen Schritt, und hat etwas mehr Willen zu empfangen erworben, mehr Ego, und will die Welt mehr verschlingen – und wir geben ihm sofort die Möglichkeit, eine Korrektur zu machen, sodass er wie in der Spiritualität „um zu geben" ist. Dann gibt sich der Mensch damit zufrieden. Denn die Spiritualität ist Vollkommenheit; und wenn ein kleiner Wille, bei dem jetzt alles vorhanden ist, sagen wir um 10 % gewachsen ist gegenüber vorher, oder doppelt so groß wie vorher – gegenüber der Spiritualität ist das trotzdem nichts.

Und wenn wir ihm auf diesen Willen die Absicht „um zu geben" geben, und er benutzt sie und fühlt gegenüber diesem Willen Vollkommenheit, Ewigkeit, Spiritualität, dann will er nicht mehr weiter vorankommen – das verstopft ihn. Deshalb kann man dem Willen, den wir haben, keine Korrektur und keine Füllung geben. Und auch wenn wir ein wenig zur Spiritualität hin vorankommen, also unseren egoistischen Willen etwas größer machen, kann man ihm nicht sofort Korrektur und Füllung geben – dann verstopft er sich eben auf einer etwas höheren Stufe.

Sondern man muss nach Ägypten hinabsteigen und vierhundert Jahre in Ägypten sein. Vierhundert nennt man eine vollständige Stufe, vier Bchinot des Willens zu empfangen – bis man zum Gegenteil von Bina kommt, denn Bina ist ebenfalls vierhundert. Er hat hier gesagt, ja?, dass die Einer in Malchut sind, die Zehner in Seir Anpin und die Hunderter in Bina. Das ist das umgekehrte Verhältnis von Lichtern und Kelim. Daraus ergibt sich, woher wir diese Zahlen in den Buchstaben überhaupt haben: Nach den Lichtern sind die Einer in Bina, die Zehner in Seir Anpin und die Hunderter in Malchut. In Malchut sind es nur die Buchstaben Kuf, Resh, Shin, Taw. Bis maximal vierhundert. Das nennt man ein vollständiges Kli. 9:30

Der Schöpfer sagte ihm also: Du wirst nach Ägypten hinabsteigen und vierhundert Jahre in Ägypten sein. Und Baal HaSulam schreibt, dass wir nicht vierhundert Jahre in Ägypten waren, sondern insgesamt zweihundertzehn Jahre. Dieser Mangel – dass wir nicht bis vierhundert Jahre dort waren – hat alle übrigen Exile verursacht: Wir haben das Kli in Ägypten nicht fertiggestellt und sind vor der Zeit hinausgegangen. Gut, wir werden lernen, warum und wie das passiert.

Wie auch immer: Wir müssen verstehen, dass wir zuerst ein sehr großes Kli erwerben müssen – in der Höhe der Spiritualität, in der Größe der Spiritualität, im Volumen wie das Spirituelle. Und erst dann es korrigieren und darin die Offenbarung der Göttlichkeit empfangen, Spiritualität, Ewigkeit, Vollkommenheit. Der Schöpfer wird dieses Kli füllen; das nennt man, dass der Shochen sich in der Shechina befindet, oder dass die Shechina sich in den Seelen befindet, und dann ist der Zustand da, den man das Ende der Korrektur nennt. Aber wenn wir durch das Lernen anfangen voranzukommen und ein größeres Kli zu erwerben, sehen wir uns jedes Mal schlechter, gröber, egoistischer.

Und wir fühlen darin das Gegenteil von dem, was wir brauchen und wohin wir gehen müssen – und das verwirrt uns. Wir vergessen, dass wir zuerst ein Kli erwerben müssen. Unser Ziel ist doch, die Spiritualität zu entdecken; stattdessen entdecke ich, wie schlecht meine Eigenschaften sind und wie sehr ich das Gegenteil der Spiritualität bin. In meinem Gefühl scheint es mir dann: Wenn ich mich immer mehr entgegengesetzt zur Spiritualität fühle, dann entferne ich mich immer mehr. Der Abstand zwischen uns wächst. Und der Mensch schafft es trotzdem nicht – so sehr er sich auch bemüht, es sich jedes Mal selbst zu erklären –, zu erfassen: Nein, dass ich schlechter werde, das ist gerade das Vorankommen. 12:06

Denn das Gefühl, dass ich das Gegenteil der Spiritualität bin, beherrscht uns. Denn während wir lernen, ziehen wir Umgebendes Licht an – ein Licht, das von unserer Seele zu uns kommt, die schon im Ende der Korrektur steht, wo wir schon sind. Und jetzt sind wir in unserem Gefühl im Zustand dieser Welt. Vom Zustand des Endes der Korrektur her leuchtet das Licht durch das Lernen also in unseren jetzigen Zustand in dieser Welt, und dann fühlen wir uns immer gegenüber diesem Umgebenden Licht.

Wir fühlen es nicht wirklich, sondern wir fühlen sozusagen den Abstand zwischen uns und ihm. Und wenn ich mich jedes Mal schlechter fühle, dann fühle ich mich immer weiter weg vom Umgebenden Licht. Ich bin egoistischer – gemeint ist gegenüber diesem Umgebenden Licht –, also bin ich weiter entfernt. Dieses Gefühl beherrscht den Menschen, und der Mensch gerät regelrecht in Verzweiflung. Warum braucht man so einen Weg? Wieder aus demselben Grund: Das Ziel der Schöpfung ist nicht, dass du „um zu geben" bist. Der Schöpfer braucht deinen Altruismus nicht, von Ihm aus, sozusagen, bleib Egoist. Nur kann man in einem egoistischen Kli nicht viel empfangen. Und Sein Ziel ist zu geben, und unendlich zu geben.

Und unendlich geben kann man in einem egoistischen Kli nicht. Ganz einfach: Das egoistische Kli verstopft sich sofort, sobald es empfängt, und will nicht mehr. Und wenn es nicht mehr will, kann es auch nicht mehr wachsen. Sondern man muss es so machen, dass das Kli jedes Mal ohne jede Begrenzung wächst und sich ohne jede Begrenzung immer mehr mit Genüssen füllen kann: mit Wissen, mit dem Gefühl der Ewigkeit, dem Gefühl der Vollkommenheit, dem Gefühl des Lebens, dem Gefühl des Erlangens. Das ist nur einem Kli möglich, das jedes Mal wächst. Und wachsen kann es nur unter der Bedingung, dass man Mängel von außen erwirbt, dass man die Mängel die ganze Zeit vergrößert.

Und wie kann man Mängel von außen vergrößern? Dadurch, dass ich an den Nächsten denke – damit erwerbe ich die Kelim des Nächsten. Ich fühle, dass ihm etwas wehtut, also will ich, dass es ihm nicht wehtut. Damit will ich schon etwas, und dadurch ziehe ich mehr Fülle zu mir. Ich will, dass es ihm gut geht – zu meinem Willen, in dem ich vorher nichts wollte, kommt plötzlich hinzu: Ich will, dass es ihm gut geht. Also habe ich seine Kelim zu mir hinzugefügt. Damit wächst mein Kli schon, ich kann mehr empfangen, es zu ihm hinüberleiten und unterwegs empfangen. Und so weiter. 15:20

Das heißt: Die Lösung, „um zu geben" zu sein, kommt aus dem Willen des Schöpfers, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Denn wenn es nicht darum ginge, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, hätte Er die Natur „um zu geben" nicht erschaffen. Weil Er Seinen Geschöpfen unendlich, ohne Begrenzung, Gutes tun will, muss das Kli „um zu geben" sein – das hilft ihm nämlich, jedes Mal mehr und mehr Mängel zu erwerben.

Und hier gibt es noch ein Problem. Dass wir gehen und durch das Lernen unsere Kelim vergrößern, unsere Mängel vergrößern – das reicht nicht, denn Mängel gibt es für alles auf der Welt. Wie können wir das Vollkommenste wollen und nicht auf irgendwelchen Nebenwegen stecken bleiben? Bis wir sehen, dass es das nicht ist, und wieder wählen, welches Ziel vorzuziehen ist, und wieder in irgendeiner Sackgasse hier und da suchen, ob das richtig ist oder nicht – so wie wir es in dieser Welt machen. Man steigt in so ein Geschäft ein, interessiert sich dafür, und so vergeudet sich das ganze Leben mit solchen Dingen; bis man müde ist, ist alles vorbei, und das war's.

Wie können wir vom Anfang des Weges an die richtige Richtung festlegen, um nicht auf Nebenwege zu geraten und dort stecken zu bleiben, keine Zeit zu verpassen und die Zeit der Entwicklung gerade zu beschleunigen? Die Sache ist die: Außer dass der Mangel groß sein soll, brauchen wir einen besonderen, bestimmten Mangel, der einen bestimmten Charakter hat. Das heißt: wonach genau man sich sehnen soll. Und wenn wir auf das Ende der Handlung schauen, sehen wir: Am Ende der Handlung ist unser Kli, die Seele, sehr groß, in der Absicht „um zu geben", und gefüllt mit dem Höheren Licht, das alles Gute und Genuss und Erlangen und Vollkommenheit und Ewigkeit und alles gibt. 18:12

Dieses Licht heißt insgesamt Schöpfer. Wie können wir also unseren Gang vom jetzigen Zustand zu diesem Endpunkt genau festlegen und nicht mit allerlei Geplapper unterwegs? So: Wenn ich mich jetzt an jedem Ort, also in jedem Zustand, in dem ich bin, so darstelle, als wäre ich im Endzustand. Das heißt: dass ich in einem Mangel bin und in der Bitte bin, dass dieser Mangel groß sein möge, korrigiert und mit dem Schöpfer gefüllt. Also meinen Mangel auf den Zustand auszurichten, wie ich am Ende bin.

Dann verirre ich mich nicht, dann gehe ich genau in diese Richtung und nicht in irgendwelche anderen Richtungen, auf irgendein Ziel oder einen Zustand zu, der von diesem Zustand des Endes der Korrektur verschieden ist. Deshalb: Wenn wir lernen und das Umgebende Licht auf uns rufen, und dieses Licht baut in uns alle Mängel und die ganze Grundlage auf, um voranzukommen – dann müssen wir von vornherein schon während des Lernens, während unserer Handlungen, bei allem, bei der Verbreitung, in unserem Leben in der Gemeinschaft daran denken, wie wir unseren Willen genau in die richtige Richtung ausrichten, um den Norden nicht zu verfehlen. Das nennt man, dass ich mich jetzt schon darauf ausrichte, zum großen Willen zu kommen, zum Ende der Korrektur, wo ich in Vereinigung mit dem Schöpfer sein werde. Und dann kommt man schnell voran.

Ja.

20:18

Schüler: Was ist ein Jude?

Rav: Äh?

Schüler: Was ist ein Jude?

Rav: Jude? Als Jehudi bezeichnet man den, der sich nach der Vereinigung mit dem Schöpfer sehnt. „Jehudi" kommt vom Wort Jichud. Jichud heißt, sich zu vereinen, sich anzuhaften.

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen Jehudi und Israel?

Rav: Der Unterschied zwischen Jehudi und Israel? Israel ist schon das Erlangen dieses Zustands. Israel – Jashar El. Er hat den Willen zu dieser Sache. Israel nennt man Seir Anpin im Zustand der Gadlut. Seir Anpin de Azilut im Zustand der Gadlut heißt Israel, denn er erlangt diesen Willen schon. Im Zustand der Katnut heißt Israel Jakob, der kleine Jakob, der noch Korrekturen braucht. Das heißt, es geht hier die ganze Zeit um den Willen zu empfangen, der in der Seele ist – nur in all den verschiedenen Zuständen, die es gibt.

Jehudi nennt man den, der sich sehnt. In der Spiritualität, sagen wir, wirst du Kabbalist genannt. Wieso denn bist du ein Kabbalist? Du warst doch erst ein paar Mal im Unterricht und hast noch überhaupt kein Empfangen von Oben. Es gibt noch kein Kli, in dem du mithilfe des Schirms die Offenbarung der Spiritualität, die Offenbarung der Göttlichkeit empfängst. Die Kabbala ist eine Methode, wie man die Göttlichkeit entdeckt – die Höhere Kraft, die herrscht, die erschafft, die alles lenkt und über alles wacht.

Du kommst noch nicht in einen solchen Zustand, dass du Ihn entdeckst. Aber nach deinem Willen, nach deiner Sehnsucht, nach dem, wohin du kommen willst, nach dem Ziel, das du dir so vor dich hinstellst, wirst du schon Kabbalist genannt. So ist in der Kabbala die Definition nach den Namen. Deshalb heißt Israel einerseits der Zustand, in dem man zur Gadlut und zur Anhaftung an den Schöpfer kommt; andererseits die Worte Israel, Jashar El: dass es eine Richtung gibt, direkt, „direction" zum Schöpfer, und in diese Richtung geht man – auf das Zukünftige zu.² Im Allgemeinen sind die Namen entweder nach der Stufe selbst benannt, oder danach, dass ich diese Stufe meine und zu ihr kommen will.

22:56

Schüler: Kommt „Jehudi" hier vom Wort „jichudi"?

Rav: Nicht jichudi. Jichudi heißt bestimmt, besonders, abgesondert. Jehudi kommt vom Wort Jichud, das ist etwas anderes. Jichud – dass er sich mit dem Schöpfer vereint.

Ja.

Schüler: Wenn ich mich in jedem einzelnen Moment mit dem Ziel, mit Ihm, verbinden muss – wenn ich das nicht tue, wäre es dann vielleicht überhaupt besser, gar nichts zu tun? Es kommt ja heraus, dass ich vielleicht ein oder zwei Prozent von dem tue, was ich überhaupt tun will.

Rav: Du sagst Folgendes: Ich bin jetzt unterhalb des Machsom, über mir ist der Machsom, der Eintritt in die spirituelle Welt, und danach das Gehen in der spirituellen Welt, bis ich zum Ende der Korrektur komme. Also ein langer Weg. Und besonders jetzt, wo ich unterhalb des Machsom bin: Bis ich zum Machsom komme, ist das ein Weg in der Verhüllung, ich sehe nicht, wohin ich gehe. Was heißt das, dass ich nicht weiß, wohin ich gehe? Der Weg ist innerlich, im Menschen drin. Ich habe nicht irgendeine Straße mit mehreren Spuren, auf der ich meine Fahrbahn wählen müsste.

Die Wege sind innen, in meinen Verlangen. Wie richte ich diese Verlangen aus, wie füge ich sie zusammen, wie unterscheide ich genau, was mehr oder weniger das Ziel ist. Das ist, wie wenn du in der Wüste bist und überhaupt nichts weißt und nur irgendwelche Vermutungen hast, wohin: Fahren wir mal so oder so, du weißt nicht wie. Einfach so. Da sagt man dir: In dieser Dunkelheit, wo du die Augen zumachst, willst du wissen, wie du gehen sollst, in welche Richtung – so viel weißt du, wie wenn Kinder einen im Kreis drehen, und nach diesen Drehungen sollst du gehen.

Wie soll ich wissen, wohin ich gehen soll? Ich muss innen diesen Kontakt herstellen: ich und der Zustand, in dem ich jetzt bin, und die Handlung, die ich jetzt mache, meine nächste Handlung, und der Schöpfer – also der Endzustand, in dem ich mit Ihm vereint sein werde, zusammen mit Ihm –, dass das alles schon jetzt zusammen ist. Wenn ich sie zusammen ausrichte, ist das, wie wenn ich meinen Lauf ausrichte, ja, eine Waffe, in die richtige Richtung. Das heißt: Ich habe ein Auge, es gibt den Lauf, und es gibt das Ziel, und alle sind in einer Linie. So vereine ich all diese Verlangen miteinander, und dann irre ich mich nicht.

25:41

Schüler: Aber sagen wir, sagen wir einfach ...

Rav: Du sagst also: Aber woher kann ich sicher sein, wenn ich so in der Dunkelheit bin? Was heißt „in der Dunkelheit"? In der Vernebelung der Sinne, in einem Nichtwissen ohne Klarheit. Wer ist der Schöpfer? Das weiß ich überhaupt nicht, ich stelle Ihn mir so vor oder so oder so. Man sagt mir: die Höhere Kraft, die herrscht – vielleicht groß, klein, wer, was; gar nichts weiß ich, ja? Das war's. Oder ich habe irgendwelche Stigmen von der Großmutter, ja? Das ist das eine.

Das Zweite: Ich kenne nicht einmal meinen eigenen Zustand. Wo ich bin, was genau meine Gedanken sind – ich weiß es nicht. Später entdecke ich es. Es geht so weit, dass ich vielleicht Psychologie lernen gehen sollte, damit ich etwas mehr über mich weiß. Aber danach sieht man, dass auch das nicht stimmt. Kurz gesagt: Was soll ich machen, wenn ich in der Dunkelheit bin?

Da sagt man dir ganz einfach: So, wie du jetzt in der Dunkelheit bist, so mach weiter. Sei nicht klüger, als man dir von Oben gibt. Du musst genau in dem Zustand zurechtkommen, in dem du bist. Und das ist wie bei einem Baby: Es fällt hin und steht auf, bemüht sich, etwas zu machen, macht etwas kaputt, macht noch etwas und macht Fehler. Und man gibt ihm Spielzeug, damit es einfach spielt und daran etwas lernt. Und so wächst es.

Also bemüh du dich nur wie ein Baby. Du siehst, wie es keinen Moment Ruhe gibt – sonst würde es sich nicht entwickeln. Wir sind schon faul. Nu, schau dir die Kinder an: Die ganze Zeit legt die Natur eigens die ganze Zeit Mängel in sie hinein, damit sie sich entwickeln. Also mach du es auch so: Die Hauptsache ist, dass du tust. Deshalb steht geschrieben: „Alles, was in deiner Hand und in deiner Kraft ist zu tun, das tu." Wenn das zusammen mit dem Lernen kommt, führt es am Ende zur Entwicklung.

Und wenn du dich hinsetzt und wartest: „Bis ich klug bin, und dann mache ich irgendwelche Handlungen" – dann wirst du nie klug werden, ohne vorher die Handlungen ohne Verstand zu machen, wie Kinder. Und unser Weg bis zum Machsom, bis zum Eintritt in die Spiritualität, heißt deshalb Zeit der Vorbereitung. „Mechina"³ – wie du verstehst, wie Kinder: Genau so müssen wir uns entwickeln.

Ja?

28:18

Schüler: Wenn Israel ... vier spirituelle Bchinot, wie ist sie dann ... über die spirituelle Bchina von Israel ... hauptsächlich Israel in der materiellen Hinsicht von Israel?

Rav: Du fragst also: In der Kabbala lernen wir nur über spirituelle Bchinot. Israel, Abraham, das Land Israel, das Volk Israel – all das, was wir in der Tora lesen, unsere ganze Geschichte: All das passiert im Inneren des Menschen, all das sind Unterscheidungen im Inneren des Menschen. Und was ist damit, dass wir dieselben Dinge auch in unserer Welt haben, nur in der Materie, ja? Ägypten, Israel, Jordanien, Jerusalem, der Tempel, all diese Dinge, Menschen und alles.

In der Spiritualität haben wir also eine Seele, und in dieser Seele gibt es alle möglichen Teile. Es gibt in dieser Seele Teile von vier Bchinot, vier Stufen, ja? Entsprechend heißen sie Unbelebtes, Pflanzliches, Tierisches, Sprechendes. Oder das Sprechende im Menschen, in dieser Seele, in Adam haRishon – das nennt man Adam; danach gibt es dort Lebewesen, die Engel genannt werden, Nefashot, Ruchot und so weiter. Das werden wir lernen. Das ist alles in der Seele, und wir lernen über sie, über die Seele. Woher fangen wir an, uns zu verwirren? Daher, dass wir diese Teile in unserer Seele mit den Namen der Gegenstände dieser Welt zu benennen anfangen, mit den Namen der Dinge dieser Welt.

In der Spiritualität gibt es keine Namen. Man könnte all diese Dinge auch mit Zahlen benennen, aber mit Zahlen ist es sehr schwer. Dann müsste ich mich mit allen Kabbalisten auf tausendundein Zahlen einigen, dass ich jeden einzelnen Teil der Seele so benenne. Für Kabbalisten, die in zwei Welten leben, ist es leicht, die Namen der Teile der Seele nach ihren Zweigen in dieser Welt festzulegen. Diese Welt ist ja als Folge der Seele erschaffen worden. 30:56

Schauen wir mal. (Zeichnung) Wir haben das einzige Geschöpf. Es gibt den Schöpfer, und der Schöpfer erschuf ein Geschöpf; dieses Geschöpf heißt Adam haRishon oder Seele. Dieser Adam haRishon teilt sich in sechshunderttausend Teile und danach in weitere Millionen und Milliarden Teile. Jeder Teil in Adam haRishon, der sich geteilt hat – es gibt also insgesamt 600.000 Hauptteile, und auch die haben sich geteilt. Jeder Teil, der sich geteilt hat, heißt eine private Seele.

Diese private Seele ist genauso aufgebaut wie die allgemeine Seele und teilt sich in sich ebenfalls in alle möglichen Teile. Zwischen dieser Seele und dieser Welt liegt die Entfernung der Welten BYA – Brija, Yezira, Assija. Sagen wir, das ist es. Das ist eine Entfernung, die 6.000 Jahre heißt. Warum Jahre? Es gibt 2.000 Stufen in jeder Welt, insgesamt 6.000 Stufen, die Jahre genannt werden. 33:00

Jetzt: Deine Seele, die hier in Adam haRishon ist, fällt in den Zustand hier in dieser Welt (siehe Zeichnung). Und diese Seele fängt an, sich sehr, sehr viele Jahre zu durchwälzen, tausende Jahre, bis sie in den Zustand kommt, in dem du schon anfängst, den Punkt im Herzen zu fühlen. Du fängst an, ihn ab diesem Zeitpunkt zu fühlen, sagen wir im Jahr 2002. Bis hierher hast du dich durchgewälzt, ohne das zu fühlen; das waren nur materielle Genüsse. Materielle Genüsse. 34:16

Und von jetzt an willst du auch – von jetzt an – einen spirituellen Genuss. Du weißt noch nicht, was das ist, aber du siehst schon, dass er will. Jetzt sagt man: Wenn du die Weisheit der Kabbala richtig benutzt, kannst du in drei bis fünf Jahren zum Machsom kommen. Und danach, nach dem Machsom, wirst du die Stufen hinaufsteigen müssen, um zum Ende der Korrektur zu kommen. Was ist das Ende der Korrektur? Dass du genau in denselben Zustand kommst, wo deine Seele ist, wo sie war.

Aber du musst in den Zustand des Endes der Korrektur kommen, während du auch am Leben in dieser Welt bist. (siehe Zeichnung) Das heißt, diesen ganzen Weg musst du von hier bis hier innerhalb deines Lebens durchlaufen – innerhalb des Lebens, gemeint ist: innerhalb einer Inkarnation. Innerhalb einer Inkarnation. Das war's. Schaffst du es diesmal nicht, wirst du dich noch einmal inkarnieren und es machen. Du wirst trotzdem mehr Vorbereitung haben und schaffst es vielleicht beim nächsten Mal; wenn nicht, dann noch einmal. Aber vom Punkt im Herzen bis zum Ende der Korrektur muss man es im Lauf eines Lebens durchlaufen. 36:07

Jetzt: Wenn Kabbalisten an irgendeinem Ort in der spirituellen Welt sind, sagen wir hier unterwegs, oder erst recht im Ende der Korrektur, dann schreiben sie uns Bücher. Ich weiß nicht, wie – ich bin kein Zeichner. Sie schreiben uns ein Buch. Wenn wir dieses Buch hier in dieser Welt lesen, erwecken wir Umgebendes Licht von Oben auf uns, von genau dem Ort, an dem dieses Buch geschrieben wurde. Bis hierher kommt Licht, wirklich Höheres Licht, und von hier bis zu mir kommt schon Umgebendes Licht – denn Licht kann nicht unter den Machsom hinabgehen, also steht es oberhalb des Machsom und leuchtet mir hierher als Umgebendes Licht. Und dann bin ich hier in meinem Zustand, ja?, und rufe Umgebendes Licht auf mich. Das ist der ganze Sinn davon, dass sie uns ein Buch geschrieben haben; sonst hätten sie nicht geschrieben. Was schreiben sie im Buch? Sie schreiben, was sie auf der Stufe sehen (siehe Zeichnung), auf der sie das Buch geschrieben haben, ja? Auf dieser Stufe.

Aber sie können nicht schreiben, was sie fühlen, denn das Gefühl hat keine Sprache: „Ich fühle, mir ist gut." Erklär mal, was „gut" ist – dafür braucht man tausendundein Worte, und der andere stellt es sich trotzdem nach seinem Verständnis vor, nach seinen Kelim. Wie kann man uns also einen spirituellen Zustand so genau wie möglich beschreiben, damit wir das Umgebende Licht richtiger auf uns rufen, näher an ihm? 38:28

Also haben die Kabbalisten Worte aus dieser Welt genommen. Ja, sie nehmen von hier Worte (siehe Zeichnung), und hier ist das, was sie sehen, ja? Die Wirklichkeit – oder wie soll man das sagen, was man sieht. Und dann nehmen sie ein Wort und kleben es auf das, was sie sehen, und so schreiben sie. In ihrem Buch erscheint also irgendein Wort, ja, sagen wir, sie schreiben „der Tempel". Bei ihnen heißt „der Tempel" ein besonderes Kli, das sich auf der Stufe Bina an irgendeinem Ort befindet.

Wir verstehen unter dem Tempel irgendein Gebäude in Jerusalem, ja? Aber beim Lernen kannst du dich darauf ausrichten, wirklich verstehen zu wollen, was „der Tempel" genannt wird, was der Tempel in der Spiritualität ist – weil du dich nicht danach sehnst, dort in Jerusalem spazieren zu gehen, sondern zu einem wirklichen Sehen zu kommen, was das ist. Und in dem Maß, in dem du dich danach sehnst, den spirituellen Tempel zu sehen – was das innen ist, in mir, welche Unterscheidungen, was es heißt, diesen Zustand zu fühlen –, in dem Maß rufst du das Umgebende Licht gerade von dem Punkt „Tempel", über den er schreibt, zu dir herunter, der du hier unterhalb des Machsom bist und das Buch liest.

Du verstehst jetzt, wie wenig einfach es ist, in der Kabbala Bücher zu lesen. Aber während du liest, ziehst du wirklich von Oben eine Höhere Kraft an, die dich korrigiert.

40:21

Schüler: *Wir ... dass alles, was sozusagen ... Gruppe ... die Entsprechung zwischen dem Oberen, also dem, was im Buch geschrieben steht, und dieser materiellen Welt – ist das nur wegen des Prinzips „Gesetz in den Oberen", oder Entschuldigung, „Prinzip in den Oberen und Gesetz in den Unteren", und nicht ...?*⁴

Rav: Nein, nein, nein, nein, nein, Gesetz – nicht das. Das Prinzip: Zweig und Wurzel. Was es in dieser Welt gibt, was du in dieser Welt unterhalb des Machsom siehst, was auch immer, dieses ganze Volumen – das nennt man diese Welt, und das alles ist aus der Spiritualität herabgestiegen. Und alle Objekte, die du hier siehst, alles Unbelebte, Pflanzliche, Tierische, Sprechende – jedes Ding hat eine Wurzel in der Spiritualität. Wir sind in dieser Welt, und in dieser Welt nennen wir irgendein Ding „Baum", irgendein Ding „Stuhl", irgendein Ding „Mensch", irgendein Ding „irgendein Tier", egal was.

Schau, wie viele Arten und Sorten und was nicht alles es in dieser Welt gibt. Allein bei den Vögeln, allein bei den Tieren, allein bei irgendeiner Pflanze – was für Dinge. All diese Dinge haben also oben eine Wurzel. Wir nehmen hier ein Wort, einen Namen des Dings, und benennen mit diesem Namen die Wurzel – denn in der Wurzel gibt es keinen Namen. In der Spiritualität gibt es keine Namen. Nur in dieser Welt haben wir eine Sprache erfunden; in der Spiritualität braucht man keine Sprache. Was nennt man Spiritualität? Spiritualität nennt man ein offenbartes Verlangen, eine offenbarte Füllung.

Wenn ich zur Spiritualität komme, brauche ich keine Sprache mehr, denn ich fühle einfach, was es ist. Ich fühle dich, ich brauche keine Worte. Unser Gefühl ist gemeinsam, wir sind zusammen, innen. Du bist in meinem Willen mit meiner Füllung, ich bin in deinem Willen mit deiner Füllung. Deshalb brauchen wir keine Worte. Das ist, wie wenn wir eine Art Telepathie hätten, verstehst du? Die Verbindung im Gedanken, die Verbindung im Willen, einfach so, ohne Worte, ohne es in Worte zu fassen, sodass diese Worte durch die Luft in dein Ohr kommen und von deinem Ohr in deinen Verstand. So etwas gibt es in der Spiritualität nicht. In der Spiritualität geht es von meinem Willen von innen direkt in deinen Willen, und umgekehrt. Verstehst du?

Deshalb gibt es dabei keine Worte. Wir brauchen die Worte nur, weil wir in unserer Verbindung untereinander nicht in der Spiritualität sind. Weil jeder Egoist ist, trennt eine egoistische Klipa den einen vom anderen. Wenn wir diese egoistische Klipa zerbrechen, nennt man das, dass man einen Schirm bekommt und sich dann ohne den Egoismus direkt verbinden kann. In der Verbindung untereinander – in der Liebe nennt man das –, nach der Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Das ist die Regel in der Spiritualität. Dann braucht man überhaupt keine Worte. 43:41

Wie soll man also für uns trotzdem in Worten ausdrücken, was man ohne Worte fühlt? Da nehmen die Kabbalisten Worte aus unserer Welt und benutzen sie. Sonst hätten sie nichts zu schreiben, hätten sie nichts zu tun. Denn was sie fühlen, ist ihnen klar, sie haben kein Problem in der Kommunikation. Für uns haben sie also eine Sprache erfunden, die „Sprache der Zweige" heißt. Wir sind wie Zweige aus der Spiritualität, wir sind noch nicht zu den Wurzeln gekommen, so wie sie sind – in ihrer Verbindung untereinander, in der Verbindung mit dem Schöpfer. Und deshalb, um uns zu helfen, Umgebendes Licht anzuziehen, schreiben sie in Worten über das, was in der Spiritualität passiert.

Aber wenn wir nur Worte lesen, dann bleiben wir nur in den Worten, bleiben in etwas Eingebildetem. Dann stellen wir uns Ägypten vor, das Land Israel, alles, was nur hier in dieser Welt bleibt. Das nennt man Pshat. Und dann ziehen wir keine Umgebenden Lichter an. Wir sind nicht mit der spirituellen Wirklichkeit verbunden, aus der Lichter kommen können. Und dann siehst du das Ergebnis: Man lernt tausende Jahre Tora, und man lernt gut, kräftig. Du kannst jetzt durch Bnei Brak gehen und sehen, wie viele Menschen jetzt in der Nacht lernen. Aber sie lernen auf eine Weise, die keine Lichter anzieht. Sie wissen nichts davon. Wenn du aber lernst und aus deiner Welt heraus, in der du Worte liest, ähnlich werden willst, dich erheben willst zu einem Zustand, in dem es keine Worte gibt, in dem die Verbindung ohne Worte ist – dann rufst du die Kraft, die dir hilft, dorthin zu kommen. Diese Kraft heißt Umgebendes Licht. Das war's.

Am Anfang der „Inneren Betrachtung" im Talmud Esser haSfirot – es gibt Teil 1 des Talmud Esser haSfirot, und dort in Teil 1 gibt es einen Teil, der „Innere Betrachtung" heißt. Ganz am Anfang der „Inneren Betrachtung" schreibt er darüber. Du kannst es lesen.

Ja.

46:05

Schüler: Wir sprechen die ganze Zeit parallel über zwei Zustände: einerseits über den unendlichen Zustand, in dem unsere Seele sozusagen die ganze Zeit hier im Ende der Korrektur ist, und andererseits über den Prozess, über den chronologischen Entwicklungsprozess des Willens im Menschen. Gibt es überhaupt irgendeinen Punkt, an dem ich diese beiden Dinge verbinden und ihn verstehen kann? Das heißt: Wenn es Ein Sof gibt, wo ist dann ... denn wir sprechen über die Entwicklung des Kli, also ...

Rav: Ich habe noch nicht verstanden.

Schüler: Wenn wir über die spirituelle Welt sprechen, bevor man dorthin gekommen ist,⁵ noch bevor wir über diese Welt sprechen, wir auch ... wir wissen, dass wir uns befinden, dass es dort Ein Sof gibt, so etwas in der Art. Wir können es überhaupt nicht genug erfassen. Wie kann man dort überhaupt von Entwicklung sprechen? Auf chronologische Weise von irgendetwas?

Rav: Du sagst: Wir sprechen über die spirituelle Welt, in der es einen Zustand gibt, der Ein Sof heißt. Wie kann es sein, dass sich aus dem Zustand Ein Sof heraus etwas entwickelt? Ein Sof heißt doch anscheinend, dass das alles ist. Dann gibt es in Ein Sof anscheinend irgendeinen Mangel, einen Makel, der eine Korrektur braucht. Und deshalb entwickelt sich von dort aus der Prozess weiter, um diesen Makel zu korrigieren und zu vervollständigen. In Ein Sof fehlt nur eines: die Absicht „um zu geben".

Um die Absicht „um zu geben" zu erwerben, macht Ein Sof, Malchut de Ein Sof, diese ganze Runde. Sie steigt von Ein Sof bis zu dieser Welt hinab und steigt von dieser Welt wieder zurück auf. Beim Abstieg von Ein Sof in diese Welt erwirbt sie Selbstständigkeit, die Trennung vom Schöpfer. Sie kann selbstständig sein. Als Selbstständige erwirbt sie nach und nach die Absicht „um zu geben" – denn diese Absicht muss von ihr selbst kommen. Und dann steigt sie zurück nach Ein Sof auf, und dann steht sie in Ein Sof nicht in Annullierung gegenüber der Göttlichkeit, sondern als Selbstständige und als Bestimmende. Und dann kommt sie auf die Stufe des Schöpfers. Sie existiert und kommt auf eine Stufe, auf der sie in jeder Hinsicht wie der Schöpfer ist. Und das ist das Ziel der Schöpfung – Seinen Geschöpfen Gutes zu tun –, und anders kann man das nicht machen.

Ja.

48:25

Schüler: Nach dem, was Sie sagen: Zwei Kabbalisten treffen sich – was, die reden dann sozusagen nicht? Sie treffen sich.

Rav: Kabbalisten? Kabbalisten müssen nicht reden, denn – ich sage dir noch einmal – das ist ein Gefühl. Spiritualität nennt man nackte Verlangen. Was heißt nackt? Nu, sozusagen ohne Körper. Sagen wir, du und ich sind schon ohne Körper. Sagen wir, wir sind unseren Körper losgeworden, baruch haSchem, wir sind so frei, du bist eine Seele und ich bin eine Seele, ja? Dann hast du keinen Mund und ich kein Ohr, um von dir zu hören, und du auch nicht von mir – was machen wir?

Was heißt also, den Körper loszuwerden? Den Körper loszuwerden heißt, das Ego wegzuwerfen, das Ego loszuwerden, das uns trennt. Denn wenn ich an mich selbst denke – das nennt man Egoismus –, dann ziehe ich zu mir; und du denkst an dich, du ziehst zu dir, und dadurch sind wir voneinander getrennt. Wenn diese Absicht fällt, sind wir eins. Wir verstehen nicht, was „eins" ist. Dafür haben wir kein Verständnis. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" heißt nicht: ich und auch dein Nächster, sondern: Ich füge den Willen zu mir hinzu,⁶ und er wird wirklich zu meinem Willen.

Schüler: Wie sieht das praktisch aus?

Rav: Praktisch sieht das ganz einfach so aus, dass es keinen Unterschied zwischen deinen Verlangen und meinen Verlangen gibt.

Schüler: Ja, aber Sie und ich gehen auf der Straße, und was dann ...?

Rav: Wie gehen wir zusammen auf der Straße? Du gehst in San Francisco auf der Straße und ich in Petach Tikwa. Nu, was hat denn dieser materielle Abstand mit einer spirituellen Verbindung zu tun? Diese Entfernung gibt es in der Spiritualität nicht. Dieses innere Gefühl im Menschen gegenüber anderen oder gegenüber dem Schöpfer, das heißt Spiritualität. Und wenn er sich mit dieser Höheren Kraft verbindet, dann fängt sofort, in dem Maß, in dem er sich mit dem Schöpfer verbindet, sein Körper an, sozusagen nicht mehr gefühlt zu werden. Nicht dass er nicht gefühlt wird – er stört ihn nicht. Das ist richtiger, Entschuldigung, so ist es: Er stört ihn nicht. So sehr, dass er, wenn er diesen Körper loswird, nicht fühlt, dass er stirbt; er identifiziert sich schon mit der Seele.

Und wenn man demnach in so einer Kommunikation ist, braucht man sicher keine Worte. Das nennt man – er schreibt darüber im „Artikel zum Abschluss des Sohar" –, er schreibt, dass es ein Lernen von Mund zu Ohr gibt und von Mund zu Mund. „Von Mund zu Ohr" heißt, dass es zwei Stufen gibt, für den Lehrer und für den Schüler. Und „von Mund zu Mund" heißt, dass es schon eine solche Verbindung gibt, dass es einfach einen Übergang ohne jede Begrenzung zwischen beiden gibt – und welche Worte? Es gibt keine Worte. Er schreibt auch im letzten Brief in „Pri Chacham", dass es eine Sprache für die Oberen und eine Sprache für die Unteren gibt. Baal HaSulam hat diesen Brief dort eigens auf Aramäisch geschrieben. Lies also an diesen Stellen, vielleicht siehst du etwas. 52:08

Aber sicher braucht man überhaupt keine Worte. Wie sind die Seelen außerhalb dieser Welt? Da gibt es überhaupt kein Bedürfnis nach Sprache. Auch in dieser Welt: Wenn zwei Menschen einander fühlen, miteinander verbunden sind – wie viele Worte brauchen sie? Sie verstehen einander ohne Worte. Sprache kommt aus einem Mangel in der inneren Verbindung; da haben wir uns so ein Kommunikationsmittel gebaut, nicht mehr. Das spricht von unserem Mangel, nicht von der ...

Man sagt: Er hat eine entwickelte Sprache, er ist so besonders da, ja – Puschkin hat 300.000 Wörter in seinem Wörterbuch. Das stimmt, er kann einerseits mehr Gefühle genauer ausdrücken. Andererseits ist das eine tiefere Materialität, als man sich nur vorstellen kann.

Ja, Eran, was? ... Nu, schön, siehst du, ein bisschen Geduld. Ja.

53:20

Schüler: Dass ich ein Buch lese und Umgebendes Licht anziehe, ... dass irgendein Kli entsteht, ich empfange Umgebendes Licht.

Rav: Du liest ein Buch, und durch das Umgebende Licht entsteht ein Kli – und du liest das Buch von vornherein, weil du ein Kli hast. Du gehst nicht einfach so heran: Du sitzt jetzt hier, jetzt, um vier Uhr morgens. Nu, welcher Verrückte kommt einfach so ohne Willen hierher, um sich um vier Uhr morgens hinzusetzen und zu hören, was ich rede? Sag mir, wie viele solche Menschen gibt es? Das heißt, du hast von vornherein einen Mangel.

Man hat dir von Oben einen Mangel gegeben, der mehr wert ist; dieser Mangel schadet dir mehr als der Schlaf im Bett, ja? Und dann kommst du hierher. Du beabsichtigst, in diesem Mangel eine Füllung zu empfangen, die eine größere Füllung ist als der Schlaf. So hat dein Körper gerechnet. Und dann hat er dich hierher gebracht. Also gibt es von vornherein schon einen Mangel, aber das ist so ein Mangel einfach so, bei dem du noch nicht weißt, was.

Jetzt: Dadurch, dass du liest und hörst und dir nach und nach irgendwie den spirituellen Zustand vorstellst, was Spiritualität ist, wirkt das Umgebende Licht auf dich. Es baut dir schon ein Kli für sich selbst, es baut schon eine Form, damit die Form des Kli genau zu ihm passt. Das heißt – was ist die Form des Kli? Eigenschaften, Absichten, Gefühle, alle möglichen Gedanken, die Einstellung zu allen möglichen Dingen.

Er baut in dir schon eine Form. Und diese Form, die er am Ende bauen wird, diese Form nennen wir den Menschen. Ein bloßer Wille zu empfangen, Rohmaterial, das ist kein Mensch, das ist ein Wille zu empfangen. Der Mensch ist das, was danach mit dem Willen zu empfangen passiert – durch das ganze Licht, das bis zum Ende auf ihn wirkt und ihm eine endgültige Form⁷ aus diesem ganzen Stück Lehm gibt, du weißt schon, wie wenn man mit Knete baut, ja? Das ist es, das wird Mensch genannt.

55:31

Schüler: Und wird Er meine Eigenschaften verändern?

Rav: Er wird die Eigenschaften verändern. Was heißt hier verändern? Deine Eigenschaften bleiben alle, aber sie bekommen eine Form. Das nennt man, dass er verändert. Du bekommst keine neuen Eigenschaften, und man nimmt dir keine einzige Eigenschaft weg. Alles, was in dir ist, ist gut, wenn du darauf die Korrektur „um zu geben" bekommst, und schlecht im jetzigen Zustand, in dem es keine Korrektur gibt und alle „um zu empfangen" sind. Und außerdem wird jede einzelne Eigenschaft wirklich zu einer sehr großen Stärke wachsen.

Das heißt, du bist wie ein Samen, in dem alles drin ist, aber es braucht eine Entwicklung in der Größe und eine Entwicklung in der Qualität. In der Reshima in dir, in dieser Reshimo ist alles da, alle Daten. Es fehlt nur das Umgebende Licht, das wirkt und diesem Tropfen Nahrung gibt und eine Korrektur gibt, nicht mehr. Das Licht baut das Kli, und es gibt schon eine Reshimo, aus der dieses Kli wächst.

Das war's, lasst uns lernen, und dann kommen aus dem Lernen weitere Fragen.

(Ende des Unterrichts)