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Morgentranskript 20.09.2002
Buch
„Schriften
des
Rabash",
Band
1,
Teil
„Shlavej
haSulam"¹
Artikel
„Das
Ziel
der
Gemeinschaft
–
1"
Rav: … über „Das Ziel der Gemeinschaft", ab Seite 142 in „Kabbala für Anfänger".
Als ich zum Rebbe kam, fragte ich ihn nach einem Jahr, anderthalb Jahren – ich weiß es nicht mehr genau –, ich war ihm schon etwas nahe, ich fuhr ihn schon an alle möglichen Orte und diente ihm. Schon nach einem halben Jahr war ich einen Monat lang mit ihm im Krankenhaus, er lag dort wegen einer Ohrentzündung. Nach einem Jahr spürte ich, dass da etwas ist, das mich vielleicht abkühlt, mich am Fortschritt hindert. Da fragte ich ihn, was man weiter macht, denn es gibt da so eine Art, wie soll ich sagen, Routine. Der Körper ist damit vielleicht einverstanden, aber wenn ich mich ein wenig objektiv von der Seite betrachte, dann sehe ich: So kann man vielleicht noch zwanzig, dreißig Jahre bleiben – und was macht man unterm Strich?
Eigentlich ist alles in Ordnung: Ich komme, ich habe einen Rav, ich fahre mit ihm ans Meer, komme zurück, lerne mit ihm, frage ihn immer, was mir gerade einfällt, und bekomme mehr oder weniger Antworten. Es kommt sozusagen so eine Art Chassidut dabei heraus, Chassid und Rav, vielleicht etwas besonders, aber trotzdem legt sich so eine Art Ruhe über mich.
Und er sagte, es reicht nicht, wenn es nur ihn und mich gibt. Es gibt eine Stufe – bei jedem Schüler, außer in besonderen Fällen, die es in der Geschichte gab –, auf der der Mensch Eindruck, Begeisterung und ein zusätzliches Verlangen aus seiner Umgebung bekommen muss. Denn was man ihm von oben gibt, also das Reshimo, das man in ihm erweckt, reicht nicht aus. Jeder von uns ist ja ein Teil von Adam haRishon, von der allgemeinen Seele, und wir müssen in den Zustand zurückkehren, in dem wir gemeinsam in jenem allgemeinen Gefäß verbunden sind, das „Adam", „Seele" oder „Geschöpf" heißt. Um zu diesem Zustand hingezogen zu werden – wirklich wie ein Stück Eisen zum Magneten –, muss dieser Magnet, zu dem wir hingezogen werden, unsere Wurzel, aus seiner Natur heraus auf dich wirken.
Du bist allein, also muss er mit allen übrigen Kräften auf dich wirken, die in all den Seelen sind, die ihn ausmachen. Und wie bringt der Mensch eine solche Kraft auf sich zum Wirken? Nur indem er sich in dieser Welt zusätzlich mit Menschen verbindet, die in derselben Richtung sind, in demselben Verlangen, deren Ansicht der seinen ähnlich ist. So … kann er vorankommen. 3:50
Das heißt, das Verlangen zur Wurzel zu verstärken, zur Wurzel zurückzukehren. Als ich ihn fragte: „Nu, was macht man also?" – „Nu, wir warten ab und werden sehen." Denn alle, die dort in der Synagoge waren, waren Chassidim, die dem Rebbe als Erbe von den Schülern Baal HaSulams geblieben waren, die Söhne bekommen hatten; diese Söhne blieben übrig, und sie sind eigentlich keine Schüler, die ein Ziel vor sich haben. Dann ging ich nach Tel Aviv, ins Institut, und fing dort an zu unterrichten. Von dort kamen viele Menschen, und daraus wurde eine Gruppe. Wirklich durch die Gruppe – ich erzähle nur von mir – bin ich eine sehr wichtige Stufe vorangekommen. Danach gibt es dann Stufen, auf denen der Mensch auch allein vorankommen kann.
Warum schreibt er hier einen Artikel „Das Ziel der Gemeinschaft" und nicht „Das Ziel des Menschen"? Weil ein Mensch, der in einer Gemeinschaft ist und sich ein Ziel setzt, das vom Ziel der Gemeinschaft abweicht, einfach wissen muss: Dabei kommt für ihn nichts heraus. Denn die Gemeinschaft um ihn herum wirkt trotzdem so auf ihn, dass er ihr Ziel annimmt – ob er will oder nicht. Er wird sich der Gemeinschaft unterordnen müssen, bewusst oder unbewusst.
Deshalb muss der Mensch mit der Gemeinschaft arbeiten und eine Gemeinschaft finden, bei der es ihm nach seinen eigenen Prüfungen – soweit er überhaupt urteilen kann – so scheint, dass ihr Ziel ein wahres Ziel ist. Denn das Ziel der Gemeinschaft wird am Ende sein Ziel sein; ob er will oder nicht, er nimmt es an. Deshalb schreibt er „Das Ziel der Gemeinschaft". Und wenn der Mensch eine solche Gemeinschaft findet, hat er schon eine andere Arbeit: wie er möglichst viel Begeisterung von der Gemeinschaft bekommt.
6:25
Wir wissen: Wir sind in unserer Gemeinschaft, es gibt Dinge, die wir von der Gemeinschaft annehmen, und Dinge, die wir nicht so annehmen, und irgendwie begeistern wir uns am einen oder am anderen. Im Artikel „Freie Wahl" (Artikel „Die Freiheit") schreibt Baal HaSulam, dass die einzige Wahl, die der Mensch hat, die ist, sich von der Gemeinschaft begeistern zu lassen. Das heißt, aus dieser Begeisterung eine zusätzliche Kraft zum Ziel hin zu bekommen.
Warum? Weil wir über alle Generationen, über alle unsere Inkarnationen⁵ einen Entwicklungsprozess durchgemacht haben. Jeder hat viele Male inkarniert, bis wir in der jetzigen Inkarnation angekommen sind, in der wir hier sitzen. Wodurch haben wir uns in jeder einzelnen dieser Inkarnationen entwickelt? Wir haben ein allgemeines Verlangen zu empfangen, das „Herz" heißt, und in diesem Verlangen zu empfangen, im Herzen, sind alle möglichen Verlangen.
Der Mensch tritt in eine Gemeinschaft ein, jedes Mal, in jeder Inkarnation, und bekommt von der Gemeinschaft zusätzliche Verlangen, zusätzliche Richtungen für die Entwicklung. Bis er zu einer Inkarnation kommt, in der man ihm die Gelegenheit gibt, eine Gemeinschaft zu wählen – eine Gemeinschaft, die sich zur Spiritualität hin entwickelt, im Gegensatz zu allen möglichen anderen Zielen. Und Baal HaSulam sagt dort in diesem Artikel, im Artikel „Die Freiheit", „Freie Wahl", dass das die einzige Wahl des Menschen ist.
Denn wir haben ein Reshimo, das „Punkt im Herzen" heißt. Dieses Reshimo wird von oben erweckt, durch das allgemeine und das private Umgebende Licht, das auf den Menschen herabkommt, und dann erwacht der Mensch zum Schöpfer hin. Der Schöpfer gibt ihm eine Erleuchtung von oben, und der Mensch erwacht zum Schöpfer hin. Das ist Erweckung von Oben. Jeder von uns hat das gespürt: Plötzlich will er wissen: „Wofür lebe ich?", „Was lebe ich?" Diese Frage entspringt daraus, dass der Schöpfer ihm leuchtet und ihn zu sich zieht. 9:00
Aber das reicht nicht. Nach der Erweckung von Oben muss der Mensch losgehen und zusätzliche Kräfte für den Fortschritt erlangen, und zwar auf seine Rechnung und nicht auf Rechnung des Schöpfers. Nach dieser Erweckung von Oben kann der Schöpfer den Menschen verlassen. Er gibt ihm noch eine Erweckung und noch eine, hält ihn einige Monate, manchmal einige Jahre, gibt ihm jedes Mal Erweckungen – aber das sind Erweckungen, die den Menschen eigentlich fast nicht voranbringen.
Vorankommen kann man nur dadurch, dass der Mensch selbst eine Gemeinschaft sucht, von der er sich begeistern lässt und von der er Kräfte bekommt, ja? Und dass er diese Kräfte nutzt, um selbst voranzukommen, um ein paar Schritte zum Schöpfer hin zu gehen. Wie funktioniert das, warum kann der Mensch Kräfte von der Gemeinschaft bekommen? Weil er in einer Gemeinschaft ist: Er findet eine Gemeinschaft, in der es sagen wir zwanzig, dreißig Freunde gibt, von denen jeder eine Erweckung von oben bekommen hat, genauso wie er sie vom Schöpfer bekommen hat. Diese Menschen haben also alle einen Punkt im Herzen, der brennt, der sie zum Schöpfer stößt oder zieht.
Diese Punkte, diese Kräfte, die der Schöpfer ihnen gegeben hat, all seinen Freunden – es können auch sehr schwache Freunde sein, die selbst nicht vorankommen und sich nicht zum Schöpfer stoßen können, aber der Schöpfer hat jedem Einzelnen von ihnen eine Erweckung von Oben gegeben –, diese Erweckungen kann der Mensch bei jedem seiner Freunde auflesen, einsammeln, und sie werden für ihn zu zusätzlichen Kräften. Durch sie heißt es wirklich, dass er sich selbst voranbringt, sich dem Schöpfer annähert. Darum geht es.
Was heißt das, dass er sich dem Schöpfer annähert? Der Schöpfer heißt das Obere Licht, das das Gefäß von Adam haRishon füllt, und dieses Gefäß umfasst alle Seelen, ist aus allen Seelen zusammengesetzt. Wenn der Mensch also sagen wir seine Gruppe nimmt, zwanzig, dreißig Leute, wo es schon in jedem einzelnen Gefäß eine Erweckung gibt, und sich ihnen so annähert, dass sie wie eins werden, dann hat er schon irgendeinen Teil von Adam haRishon, von der allgemeinen Seele. Und der Schöpfer kümmert sich um diesen Teil und will ihn besonders korrigieren und ihn sich annähern. Was gibt es Besseres? 11:53
Wir sehen also, dass hier alles davon abhängt, dass der Mensch sich in einer richtigen Gemeinschaft den Freunden annähert, in denen er ebenfalls Erweckungen zum Göttlichen, zur Spiritualität gefunden hat. Das ist unser ganzer Trick. Das heißt, wir haben in unserem Leben eigentlich nichts weiter zu tun als diese eine Handlung: uns jedem Einzelnen anzunähern, in dem es ebenfalls einen Funken von oben gibt, einen Punkt im Herzen, den der Schöpfer erweckt – diesen Punkt erweckt er und zieht den Menschen nach oben.
Wen ich nach meinem eigenen Augenschein als jemanden sehe, den der Schöpfer zieht – mehr braucht es nicht –, mit dem muss ich mich so weit wie möglich verbinden. Das heißt dann, dass ich mir eine Gemeinschaft mache. Und dann habe ich Kräfte, durch die ich vorankommen kann. 12:51
Es ist eine völlige Illusion, wenn der Mensch denkt, er könne durch eigene Kräfte, ohne sich mit anderen zu verbinden, einen Schritt nach vorn machen, eine Stufe höher zum Ziel hin steigen. Vielleicht wird er klüger sein, vielleicht wird er mit seinem Verstand mehr verstehen, aber das wird „Weisheit bei den Völkern – glaube es" sein. Er erwirbt einfach Weisheit, Wissen, und nicht Spiritualität. Spiritualität kann man nur dadurch bekommen, dass ich an mein Gefäß ein zweites, drittes, viertes Gefäß von den anderen Menschen anschließe.
Denn Adam haRishon ist ein Gefäß, das alle Seelen umfasst. Wenn ich meiner Seele nicht andere Seelen anschließe, kann ich einfach auf keine andere Weise wachsen. Ich kann es nicht. Wir sehen das auch am Prozess zwischen Oberem und Unterem. Wodurch wächst der Obere? Er wächst dadurch, dass er sich die Mängel des Unteren anschließt. Er schließt die Mängel des Unteren in sich ein, und durch sie kann er von oben MaD bekommen, zusätzliche Fülle, und so seine Stufe⁷ vergrößern. Das heißt, es gibt keine Möglichkeit voranzukommen außer auf Rechnung der Freunde, von denen ich Teile nehme, ihre Seelen, und sie an meine Seele anschließe.
Am Ende der Korrektur verbinden sich alle Seelen zu einem allgemeinen Gefäß, das Adam heißt. Aber wenn ich jetzt wenigstens ein bisschen, ein Stück weit mein Gefäß durch die Verbindung mit anderen vergrößere, dann wird mein Gefäß größer, und dann kommt in ihm jedes Mal mehr Fülle hinzu, und das heißt, dass ich aufsteige. Der spirituelle Aufstieg heißt einfach die Vergrößerung seines Gefäßes auf Rechnung der Verbindung mit anderen.
Wenn wir aber in einer Gemeinschaft sind, von der wir sehen, dass sie nicht auf Verbindung hinwirkt, dass es in ihr umgekehrte Kräfte gibt, die auf Zerstörung hinwirken, die die Verbindung zerstören; wenn man in einer Gruppe oder Gemeinschaft ist, die anfängt, sich andere Ziele zu setzen als die Verbindung mit dem Schöpfer; wenn der Kopf der Gruppe die Menschen zu sich zieht, statt sie zum Schöpfer hin auszurichten, oder selbst ein Guru ist oder so etwas – dann sind das völlig, völlig untaugliche Dinge. Aus solchen Gemeinschaften müssen wir fliehen und wirklich Freunde suchen, die nur auf den Schöpfer ausgerichtet sind, um die zusätzliche spirituelle Kraft zu suchen. 15:48
Ja. Willst du etwas sagen? Ja.
Schüler: Sie haben gesagt, dass man bewusst oder unbewusst immer Einfluss⁸ von der Gemeinschaft bekommt. Wie kann der Mensch bewusst …
Rav: Der Mensch bekommt bewusst oder unbewusst Einfluss von der Gemeinschaft, das sehen wir an unserem Leben. Im Artikel „Freie Wahl" oder Artikel „Die Freiheit" – mal heißt er so, mal so – sagt Baal HaSulam, dass unsere Wahl nicht die Wahl ist, wie wir uns von der Gemeinschaft begeistern lassen. Unsere Wahl ist die Wahl der Gemeinschaft.
Nachdem du eine Gemeinschaft gewählt hast und in sie eintrittst, dich also mit ihr verbindest, ergießt sich das, was in ihr ist, in dich – ob du willst oder nicht. Darüber hast du überhaupt keine Kontrolle mehr. Das ist nicht deine Wahl. Noch einmal: Woher kommt das? Das kommt von der oberen Wurzel, daher, dass wir in Adam haRishon alle verbunden sind.
Und was ist der Unterschied zwischen Adam haRishon und unserem Zustand? In Adam haRishon sind alle Seelen zusammen, miteinander verbunden. Wir aber sind getrennt, zwischen uns gibt es solche Trennwände, weißt du, wie … Hast du schon einmal ein Bienenhaus gesehen? Wie heißt das? Ein Bienenstock, ja, hast du gesehen? Lauter, lauter Zellen. Das ist es.
Der Unterschied zwischen Adam haRishon und uns ist also: Auf unserer Stufe ist dasselbe Gefäß von Adam haRishon wie ein Bienenstock. Jeder in seiner Zelle. Wenn wir unsere Grenzen durchbrechen, heißt das, dass wir Korrekturen machen und in den Zustand zurückkehren, wie er in der Wurzel war. Dieser Zustand heißt Ende der Korrektur. 17:35
Dorthin müssen wir zurückkehren: die Schirme⁹ durchbrechen, die jeden vom anderen trennen, die Schirme in der Seele. Diese Schirme sind unser Ego, das ist das Verlangen zu empfangen in uns. Der Mensch kommt in seiner Entwicklung über alle Inkarnationen hinweg dahin, und auch in der jetzigen Inkarnation, sagen wir: Du hast dich durch die Gemeinschaften entwickelt, von denen du dich unbewusst begeistern ließest.
Du wählst nicht die Eltern, nicht wo du geboren wirst, nicht wie, nicht welche Eigenschaften, nichts. Bis hierher bist du gekommen, ohne zu handeln, ohne zu erschaffen, ohne irgendetwas an dir selbst aus dir selbst zu machen. Jetzt gibt man dir eine Erweckung zum Ziel hin – auch die nicht deine.
Und jetzt bringt man dir das Wissen, dass es etwas in deinem Leben gibt, was du tun kannst. Wenn du dein Leben beendest, bevor du etwas aus eigener Wahl getan hast, dann ist es, als hättest du nicht gelebt. Das ist klar, ja? Von deinem Leben bleibt nichts übrig. Alles geht auf Rechnung des Oberen. Das heißt nicht, dass du in der Spiritualität existiert hast, dass etwas existiert, dass in der Spiritualität etwas Selbstständiges entstanden ist.
Sondern die mittlere Linie, der Mensch, das Geschöpf, beginnt damit, dass er anfängt zu wählen, wovon er sich begeistern lassen will. Und nicht nur, wovon er sich begeistern lassen will, sondern ob meine Begeisterung mich ein Stück nach oben zum Schöpfer hin springen lässt. Wenn er die richtige Wahl trifft, dann hat er Begeisterung auf Rechnung der Gemeinschaft, die er um sich herum gemacht hat. Diese Begeisterung, dieses Maß, um das er nach oben gesprungen ist – das heißt „der Mensch", das heißt „mittlere Linie". Das ist eigentlich der Aufbau deiner Seele. Das hast du gemacht. Wenn nicht, dann ist es, als hättest du nicht gelebt, und du existierst noch nicht. Das „Du" gibt es nicht, das „Ich", wie man sagt.
Das Unbewusste ist dir jetzt klar: wie wir uns von der Gemeinschaft begeistern lassen. „Bewusst" heißt, dass ich entschieden die richtige Gemeinschaft wähle. Wenn du dich dabei irrst, geht das noch nicht auf deine Rechnung; da verwirrt dich der Schöpfer noch, um dir weitere richtige Gefäße zu klären, für die künftige Klärung. 20:04
Deine Wahl heißt, dass du wirklich schon zwischen Menschen unterscheiden kannst, die auf dich zum Schöpfer hin einwirken können, und Menschen, die dir alle möglichen anderen Lehren oder alle möglichen anderen Dinge eingeben können. Hier, in dieser freien Wahl, gibt es einen sehr großen Kampf im Inneren des Menschen: wonach genau er sich sehnt. Ob er bereit ist zu leiden und von der Gemeinschaft Dinge anzunehmen, die gegen seinen Geist sind. Und …
Das heißt, ob er versteht, dass er dadurch die Kräfte des Gebens und des Verzichts erwerben wird – Dinge, denen man schwer zustimmen kann, wenn überhaupt. Das ist es. Aber wie auch immer: Nur dadurch, dass ich zusätzliche Kräfte aus der Umgebung anschließe, kann ich nach oben steigen – so weit, wie ich anschließe. Es gibt keine andere Lösung.
Und nachdem ich mir die Verlangen der Gemeinschaft angeschlossen habe, gehe ich heran. Was mache ich mit ihnen, mit diesen zusätzlichen Verlangen? Ich gehe mit ihnen an die Verwirklichung. Dann öffne ich das „Talmud Esser haSfirot", auch mit richtiger Anleitung, und fange mit meiner Gruppe zusammen an, es zu lernen – mit dem Verlangen, mit der Absicht, die ich von ihnen bekommen habe, zusätzlich zu dem, was ich habe. Und dann rufe ich zusätzliche Lichter auf mich herbei, die Umgebenden, die eigentlich auf sie herabkommen, auf alle meine Freunde, dass sie auch auf mich herabkommen.
Denn das private Gefäß jedes Einzelnen bekommt sein eigenes privates Umgebendes Licht. Wie kann also ein Umgebendes Licht, das zu deiner Seele kommt, um deinen Punkt im Herzen zu erwecken, kommen und meinen Punkt im Herzen erwecken? Das kann es nicht. Es ist einfach nicht dieselbe Frequenz, das ist wie zwei verschiedene Radiowellen, verstehst du, die stoßen nicht zusammen. Nur wenn ich von dir genommen habe, wenn ich in dein Verlangen einbezogen wurde, dann rufe ich schon ein Umgebendes Licht auf mich herbei. Das ist es. Es ist sozusagen dasselbe Umgebende Licht, das du bekommst, nur dass es schon zu einem meiner privaten Lichter geworden ist. So kommt man voran. Dann habe ich sozusagen zwei Umgebende Lichter, drei, vier, und daraus wirkt schon das Licht, das zum Guten zurückführt, auf mich, sodass ich aufsteige.
22:47
Schüler: Der Mensch hat doch auch eine innere Gemeinschaft: die Kabbalisten, die Bücher, die er liest, ja? Sie haben das einmal gesagt.
Rav: Ja.
Schüler: Wie kann er das auch vergrößern? Welche Möglichkeit gibt es, das zu vergrößern? Er liest doch dieselbe Seite zehn Mal, ja? Er liest …
Rav: Außer der Gemeinschaft kann ich mir gar nichts hinzufügen. Es ist unwichtig, ob ich im „Talmud Esser haSfirot" mehr oder weniger verstehe. Es ist unwichtig, ob ich überhaupt in einer Sprache lese, die ich gut oder schlecht verstehen kann. Wenn du also ein Sabre bist und gut Hebräisch verstehst und ich weniger als du – auch das ist unwichtig. Meine Stimmung ist völlig unwichtig, mein Auffassungsvermögen, meine Fähigkeit, mein IQ – nichts davon ist hier wichtig. Wichtig ist, ob ich mir noch ein zusätzliches Verlangen angeschlossen habe. Nur entsprechend diesem zusätzlichen Verlangen kommt das Licht, das zum Guten zurückführt.
23:41
Schüler: Ich meine die Gemeinschaft, von der wir in den Büchern lesen – der Maggid von Dubno, der Rambam, alles, was er erwähnt. Wie kann ich mit ihnen, mit der inneren Gemeinschaft … kann …
Rav: Nein, nein, nein, wir sprechen nicht über die innere Gemeinschaft, dass du dir die großen Kabbalisten anschließen kannst, die großen Chassidim, die sich mit Kabbala beschäftigt haben. Du schließt sie an, während du aus ihren Büchern lernst, so wie du mit Baal HaSulam bist, während du sein Buch lernst. Das ist schon etwas anderes, das ist eine Verbindung zur Quelle. Das ist nicht die Gemeinschaft in deiner Umgebung. Durch ihn bekommst du das Licht schon von der Quelle. Er bringt dir eine Bekleidung durch seine Bücher – das ist schon etwas anderes. Daran musst du nicht arbeiten.
Ja.
24:27
Schüler: … eine Frage: Wenn ich schon eine Gemeinschaft habe, die zum Schöpfer hin geht, und ich will aber, dass mein Bruder zum Beispiel, der nicht den Weg des Schöpfers geht, der dieses Gefühl noch nicht hat … Kann man auf einen Menschen einwirken, damit er dieses Gefühl bekommt, oder kommt das an irgendeinem Tag …
Rav: Du fragst schon, ob wir auf fremde Menschen einwirken können, die keine Erweckung von Oben haben, die noch nicht erweckt wurden und die der Schöpfer einstweilen nicht persönlich heranzieht, ja? Ob du das machen kannst. Wie kannst du das anstelle des Schöpfers machen? Sag mir.
Wenn wir davon sprechen, dass jeder von uns … Wie bist du erwacht? In der Regel erwacht der Mensch dadurch, dass er in seiner inneren Entwicklung in einen Zustand kommt, in dem er spürt, dass von oben eine Art Licht auf ihm ist. Was heißt, er spürt etwas von oben? Er spürt von oben gar nichts, sondern er hat irgendeine Neigung, eine Erweckung. Er erwacht, er will etwas. Er kennt die Richtung noch nicht, aber er will etwas und findet um sich herum nicht die Quelle dieser Anziehung. Weder Ehre noch Geld noch Wissen, nichts befriedigt ihn.
Die Erweckung kommt also sozusagen aus einer anderen Welt. Wenn sie kommt, dann … Deshalb schreibt Baal HaSulam in der „Einführung in das Talmud Esser haSfirot", dass derjenige zur Kabbala kommt, um zu lernen, der fragt: „Was ist der Sinn unseres Lebens?" Also: Was ist der Sinn unseres Lebens? Nachdem ich mich prüfe und sehe, dass ich in meinem Leben – was auch immer sei, selbst wenn ich alle Möglichkeiten hätte, die die ganze Menschheit in der ganzen Geschichte hatte – mir vorstellen kann: Kann mich das füllen oder nicht?
Wenn ich sehe, dass … wenn ich spüre, dass das alles schal ist und mich nicht füllen kann, dann komme ich in einen Zustand, in dem ich Kabbala brauche. Durch sie komme ich wirklich zu dem, wofür ich jetzt entbrannt bin, zu dem, was ich jetzt will. Wenn der Mensch jetzt aber noch nicht darin ist, in seiner inneren Entwicklung noch nicht zu dieser Frage gekommen ist, also zur Enthüllung dieses Gefäßes – kann man auf ihn einwirken? Zunächst einmal: Eigentlich müssen wir uns darum nicht kümmern. 26:47
Unsere Verbreitung ist nur dazu da, allen Menschen das Wissen zu bringen, was Kabbala ist und wann du Kabbala brauchst. Dass du, wenn du wirklich die brennende Frage nach dem Sinn unseres Lebens hast und wir in unserem ganzen Leben keinerlei Befriedigung finden können, durch die Kabbala dorthin kommst, es finden kannst. Alle sollen es wissen. Das heißt, wir suchen solche Menschen, die diese Frage haben. Nur die. Wir sagen nicht einfach: Kommt alle zu uns, kommt, wir lernen alle. Sie brauchen das noch nicht. Wenn einer Ehre will, wenn er Ministerpräsident werden will, wenn er reich werden will – das hilft nicht.
Weißt du, du hast einen Bruder, der nicht will – ich habe auch einen Bruder. Ich war jetzt in Kanada, war bei ihm. Ein vierstöckiges Haus, dort habe ich einen Keller, wo ich sein kann, ich habe dort meinen festen Platz, drei, vier Zimmer, mehr als meine Wohnung hier. Das ist eine Ecke, die er für mich frei lässt, verstehst du, mit Sauna drin, eine Ecke in seinem Haus. Ich kann nicht mit ihm reden. Ich kann nicht mit ihm reden, er will nicht einmal zuhören.
Wenn ich mich einmal abends mit ihm hinsetzen wollte, damit er zuhört¹¹, läuft er weg. Er sagt: Nein, ich habe heute beschlossen, dass ich im Pool bin. Er hat einen Pool, weißt du, einen Abgang zum Pool unter der Erde, du musst diesen Wahnsinn sehen. Und dann sitzt er im Pool. Er läuft davon, um nicht zuzuhören. Wie kannst du mit solchen Menschen reden? Das geht nicht. Aber es gibt Menschen, die sozusagen auf der Suche sind und die gleich zur Erweckung kommen müssen. Mit denen kann man zwar auch nicht reden, aber sie können neben dir sitzen, quasi in deiner Nähe sein und schneller erwachen.
Das heißt, Stufen zu durchlaufen. Sagen wir, du hast 25 ½ Inkarnationen gebraucht, um in den Zustand von heute zu kommen. Und er ist sagen wir in Inkarnation 18 und muss in Inkarnation 21 zum Punkt im Herzen kommen, zu diesem Gefühl. Dann kannst du sagen, dass du ihm diese drei Inkarnationen verkürzen kannst, wenn er neben dir sitzt, wenn er in irgendeiner Form neben dir ist. Wenn du ihn für alle möglichen Dinge interessieren kannst. Wenn er dir einfach bei allem Möglichen hilft, egal ob er versteht oder nicht. Das ist, als würde er sich eine Gemeinschaft bauen und von dieser Gemeinschaft Erweckung, Erhebung bekommen. 29:36
Dann wird er es wissen, wird anfangen, es zu schätzen, und verkürzt seine Entwicklungszeit. Aber trotzdem: Er verkürzt die Entwicklungszeit, und bis er sich entwickelt hat, kannst du trotzdem nicht mit ihm reden. Sagen wir, ihm fehlen drei Inkarnationen – in fünf oder zehn Jahren entbrennt er, nu, er macht sie durch, er absolviert sie …
Schüler: Er holt den Abstand auf.
Rav: Er holt den Abstand auf, ja? Dann kannst du in zehn Jahren mit ihm reden, aber vorher nicht. Das ist einfach ein Mangel an Gefäß. Wie kannst du … verstehst du, worin ist der Unterschied zwischen mir und den Fischen? Du siehst sie, Fische im Aquarium – was ist der Unterschied zwischen uns? Ihnen fehlen die Gefäße, die ich habe.
Aus derselben Welt, er lebt und ich lebe, der Fisch, verstehst du? Ein Mangel an Gefäß. Füge ihm das Verlangen zu empfangen bis zu meiner Stufe hinzu, dann wirst du sehen, wie er aufsteht, wie er anfängt zu fragen, wie er anfängt … Es ist nur ein Mangel. Das ist es. Es ist also in jedem von uns, nur auf welcher Stufe es sich entwickelt hat oder nicht. Das ist die Frage.
Deshalb ist das Hauptgesetz, das wir in der Spiritualität haben: „Es gibt keinen Zwang in der Spiritualität." Wir dürfen bei einem Menschen nicht mit Zwang, mit Gewalt eine vermeintliche Entwicklung bewirken, denn das wäre keine Entwicklung. Das darf nur nach seiner Forderung gehen, nach seiner Stufe, seinem Verständnis, auf keine … der Schöpfer bewahre, auf keine solche Weise, mit Gewalt. Nicht mit Gewalt.
Äh?
31:24
Schüler: Was macht man mit einem Partner, der Widerstände hat¹²?
Rav: Auch zwischen Partnern. Wenn der Mann lernen will oder heutzutage schon die Frau lernen will – du kannst dich nicht in einen anderen einmischen, das sind zwei Seelen.
Schüler: Gibt es nicht irgendein …?
Rav: Dass sie einander verstehen, ist vielleicht nicht möglich¹³. Man muss irgendwie bewirken, dass sie einander schätzen und verstehen, wo sie einen Verbindungspunkt haben und wo nicht. Was kann man machen? Da gibt es nichts … Hier braucht es einfach einen schönen Umgang, Verständnis, dass jeder versteht, was … Gegen eine Seele kann man nichts machen. Man muss jedem einfach die Freiheit lassen, sein inneres Leben zu leben. Auf welcher Stufe der Verbindung mit dem Schöpfer ein Mensch sein muss – da soll er sein. Darin gibt es keine Nötigung, keinen Zwang.
Das heißt: Wenn ich mit dem Schöpfer noch auf einer Stufe bin, auf der ich so bin, noch nicht¹⁴ entwickelt, keine wirklich ausgerichtete, zielgerichtete Anziehung zu Ihm habe – dann darf man nicht auf mich einwirken. Man darf mir das nicht eingeben, das verdirbt es einfach. Deshalb: nichts mit Gewalt machen. Äußerlich kannst du mit Gewalt machen, was du willst – auch das ist nicht von der guten Seite, nicht von der Seite der Kedusha. Aber innerlich funktioniert das überhaupt nicht. Wenn es kein Verlangen gibt, kann man nichts machen. Das Verlangen ist die Schöpfung. Wenn ein Mensch kein Verlangen hat, ist er noch …
Ja.
33:14
Frage: Wie kann der Mensch eigentlich wissen, ob die Erweckung, die er bekommen hat, ob sogar der Antrieb, den er spürt, eigentlich von oben kommt oder von ihm selbst? Oder ob das durch etwas hinzukommt, durch …?
Rav: Wie kann der Mensch wissen, ob die Erweckung, die er jetzt hat, von oben kommt oder …?
Schüler: Oder ob das …
Rav: Oder was, von ihm oder aus der Umgebung? Was macht das für einen Unterschied? Wichtig ist nicht, wovon und von wem er sie bekommen hat, wichtig ist, wohin diese Erweckung geht, worauf sie ausgerichtet ist.
33:53
Schüler: Ich spreche von einer Erweckung zum Schöpfer, ja? Angenommen …
Rav: Nu, eine Erweckung zum Schöpfer. Ich habe jetzt eine Erweckung zum Schöpfer – was kümmert es mich, wovon ich sie bekommen habe? Um eine Erweckung zum Schöpfer zu bekommen, gehe ich mal an die Bücher, mal höre ich Musik, mal mache ich hier irgendeine Arbeit in der Küche, mal gehe ich einen Vortrag halten. Ich suche alle möglichen Quellen, woher ich zum Schöpfer erwachen kann. Und woher, ist mir nicht wichtig – was macht das schon aus? Ich suche mir die ganze Zeit eine „Umgebung", wie man sagt, die mir eine Erweckung gibt. Verstanden?
Ja.
34:31
Schüler: (Russisch)
Rav: Er fragt, ob ein Mensch in eine Gruppe kommt und seine Anwesenheit in der Gruppe am Ende zum Schaden der Gruppe wirkt, sodass die Gruppe überhaupt … wie heißt das, zerbrechen kann? Äh?
Schüler: Zerfallen.
Rav: Zerfallen – er wirkt sozusagen gegen die Vereinigung der Gruppe. Wir hatten hier Beispiele mit Freunden, die jahrelang bei uns waren und plötzlich abgestiegen sind. Sie haben der Gruppe durch keine einzige Handlung Schaden zugefügt, aber sogar ihre passive Anwesenheit hat ihre Freunde geschwächt, die sich früher von ihnen begeistert hatten, die früher mit ihnen zusammen waren. Verstehst du?
Dieser Teil in der Gruppe ist jetzt also gefallen, und er will nicht erwachen, kann nicht und ist nicht bereit – es geht nicht. Baal HaSulam sagt auch, er schreibt darüber: In der Materialität haben wir das Gesetz, dass jemand, der nicht stiehlt, ein guter Bürger ist. Er geht Geld verdienen und bekommt dafür eine Gegenleistung. Das heißt, er gibt Arbeit, bekommt, gibt auch … Er kann sogar zu Hause sitzen und nichts tun, aber er schadet nicht. 36:27
In der Spiritualität ist derjenige, der nichts beiträgt, ein Schaden. Denn unsere Kraft teilt sich auf, sie teilt sich auf viele Menschen auf. Wir bekommen von oben als Gruppe eine Art Kraft, sagen wir 10 Kilo Anziehung. Und wenn es unter uns Menschen gibt, die wirklich in nichts wirken, die einfach dasitzen und der Gemeinschaft nichts hinzufügen – weder durch körperliche Tätigkeit noch durch Verbreitung noch durch Vorträge noch durch die Verbreitung von Büchern oder so, noch im Lernen, indem er im Lernen wirklich die anderen Menschen erweckt …
Jeder gemäß der Art seiner Seele. Ich sage nicht, dass jeder in allen Dingen so viereckig-standardisiert sein muss, nein. Jeder hat irgendein eigenes Feld, auf dem er hervorsticht. Und dann fügt jeder dem anderen etwas hinzu, und in der Gemeinschaft entsteht schon eine Art Vollkommenheit. Aber wenn ein Mensch der Gemeinschaft nicht gibt – nicht einmal schadet, sondern einfach nicht gibt –, darf er nicht in der Gemeinschaft sein. Baal HaSulam sagt, das ist, wie wenn man ein Loch in ein Boot bohrt. Ist das in „Matan Tora"? Im Artikel „Matan Tora" schreibt er das so.
Wie wenn du ein Loch machst und alle ertrinken – nur weil du nichts hinzufügst. Verstehst du, wie sehr eine Gemeinschaft nur dazu da sein muss, dass jeder Kräfte von den anderen bekommt. Und ich meine nicht, dass wir jetzt und von hier an eine Selektion machen und alle hinauswerfen, die uns so oder so erscheinen – nein. Man muss daran arbeiten, dass alle erwachen und sich verbinden und jeder gibt, jeder das Seine und so weiter. Aber wer schadet – der Schöpfer bewahre.
Du bist aus New York, weißt du, in Amerika ist das gerade sehr gut gemacht. Dort bewegen sich die Gesetze die ganze Zeit, sie leben. Ich habe gehört, dort sind es bis zu 30.000 Gesetze im Jahr, alle möglichen wechselnden Korrekturen. Das heißt, dass eine Gemeinschaft¹⁵ lebt; in einer jungen Gemeinschaft wird das in der Regel so gemacht.
Das heißt, entsprechend der Entwicklung der Gemeinschaft müsst ihr dort hinzufügen. Und die ganze Zeit muss man arbeiten und die ganze Zeit prüfen, ob wir dem entsprechen. Und die erste Bedingung, um in der Gemeinschaft zu sein, ist wirklich, ihr die ganze Zeit etwas hinzuzufügen. Das ist es.
Ja.
39:17
Schüler: Wir haben gesagt, dass man nur vorankommen kann, wenn ich mir weitere Gefäße anschließe, also weitere Menschen, die eine Erweckung haben. Wie kann ich überhaupt prüfen, dass ich weitere Gefäße anschließe oder dass ich mich verbinde? Wie kann man das prüfen, woher weiß ich, dass ich angeschlossen habe?
Rav: Du kannst nicht prüfen, ob und wie viele Gefäße, wie viele Kräfte du dir von der Gemeinschaft anschließt. Du machst es dadurch, dass du an der Verbindung mit den Freunden arbeitest. Es ist absichtlich vor dem Menschen verborgen, wie viel er dabei gewinnt, denn später müssen diese Dinge um zu geben sein. Dabei fängt er an, den Gewinn daraus zu lernen, dass er in der Verbindung zum anderen verzichtet.
Mit dem anderen verbinden kann ich mich nur dadurch, dass ich anfange, seine Verlangen, sein Leben wie mein Leben zu fühlen, dass ich anfange, mich um ihn zu sorgen, dass ich anfange, seine Sorgen zu leben. Das heißt, dass ich mich mit ihm verbinde. Warum ist das so gemacht? Damit wir einmal ein einheitliches Gefäß herbeiführen, zu Adam zurückkehren, zu Adam haRishon, zu einer Seele. Deshalb arbeiten wir eigentlich vom Anfang unserer Arbeit in der Kabbala bis zum Endpunkt am Ende des Weges nur an einem einzigen Prinzip.
Nichts ändert sich: auf das Ego zu verzichten, sich mit den übrigen Seelen zu verbinden, bis es eine Seele gibt, wie ein Körper und ein Herz. Das ist alles. Denn nur durch diesen Verzicht erwirbst du weitere Gefäße, und in ihnen enthüllt sich dir alles – in den zusätzlichen Gefäßen, nicht in deinem Gefäß, sondern in den Gefäßen, die du dir angeschlossen hast; in ihnen enthüllst du Spiritualität. Der Schöpfer enthüllt sich niemals in dir, in deinem privaten, persönlichen, ursprünglichen Gefäß. Ursprünglich hast du nur den Punkt im Herzen. Außer dem Punkt im Herzen – das, was du ihm anschließt –, nur dort enthüllst du die Spiritualität, dort sitzt der Schöpfer.
Deshalb ist das Prinzip des Verzichts, von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – eine große Regel", Regel, und Masach und Zurückkehrendes Licht, und alles, was wir lernen – das ist alles einfach eine einzige Handlung, es gibt hier nichts außer dem. In der Arbeit, in der Gemeinschaft – warum schreibt er das: das Ziel der Gemeinschaft, Liebe der Freunde, all diese Dinge als die wichtigen Dinge? Wie viele Artikel und Briefe haben wir darüber? Weil es hier vollzogen wird: Hier wird die einzige Handlung vollzogen, die du in der Spiritualität zu tun hast.
42:17
Schüler: Und wenn man, so viel man auch daran arbeitet, nicht … Denn wenn man, so viel man auch daran arbeitet, das stört nicht, man fühlt keine Verantwortung … von anderen Menschen …
Rav: Wenn dir, so viel du auch daran arbeitest, die anderen Menschen gleichgültig sind, kann das ein Zeichen sein, dass du nicht in der richtigen Gemeinschaft bist. Was heißt das? Dass du von ihr nicht die richtige Reaktion bekommst, dass es auch ihnen etwas ausmacht, dass es ihnen nichts ausmacht.
Du sagst: Ich arbeite an den Menschen um mich herum, ich will mich mit ihnen verbinden, und nach all den Anstrengungen sehe ich, dass es mir gleichgültig ist, ob ich mich verbinde oder nicht. Warum ist es mir gleichgültig, obwohl ich viele Kräfte hineingesteckt habe? Weil ich von ihnen offenbar keine zusätzlichen Kräfte dafür bekomme. Ich arbeite die ganze Zeit mit meiner privaten Kraft. Vielleicht bist du in einer nicht richtigen Gemeinschaft, in der sie dir gegenüber nicht dieselbe Arbeit machen.
Wenn ihr zurück eine Art Reaktion spüren würdet, dass auch sie das wollen … Ein bisschen war das bei ihnen so, als ihr in Gruppen verbunden wart und plötzlich gespürt habt: Wenn ich mich jetzt in der kleinen Gruppe nicht verbinde, gegenüber all den anderen Gruppen … Das Ziel war nicht genau spirituell, es war ein falsches Ziel, aber es stand wenigstens vor Augen. Da wusstest du: Wenn ich mich jetzt nicht mit ihnen verbinde, ist das wirklich eine Katastrophe. Da hast du gespürt, dass sie in dieselbe Richtung wirken wie du. Da gab es wirklich ein Ergebnis, nur kann man das nicht lange halten.
Aber es gab ein Ergebnis. Und das sehen wir auch bei vielen Dingen einfach so in der Welt, in Kriegszeiten, in Zeiten, in denen die Menschen die Vereinigung brauchen. Das heißt, vielleicht bist du mit Menschen zusammen, die nicht in dieselbe Richtung wirken. Vielleicht muss man eine andere Gemeinschaft finden. Suchen wir gemeinsam.
Ja.
44:24
Schüler: Wie kann man definieren, wo die Linie verläuft, die im Zustand eines Abstiegs trennt – welche Linie trennt zwischen einem Abstieg, der zeitweilig ist, irgendeine Störung im Zustand, … jetzt weiß ich nicht … ich bin durcheinander, weiß nicht, was mit mir los ist – und einem Zustand, wie Sie ihn vorhin beschrieben haben, … der der Gemeinschaft schadet? Ich entdecke bei mir, dass ich der Gemeinschaft schade, ich entdecke es bei mir selbst oder bei einem Freund – gibt es irgendeinen Weg …
Rav: Du fragst, was ich machen soll, wenn ich entdecke, dass ich der Gemeinschaft schade?
Schüler: Nein.
Rav: Was?
Schüler: Nein, ich habe anders gefragt: Was ist ein Abstieg?
Rav: Was ein Abstieg ist, einfach so. Weißt du, in der Buchhaltung gibt es Plus und Minus, Debit, Kredit, solche Dinge, ja? Wie viel Haben ich habe und wie viel Soll. Es hängt also davon ab, woran gemessen ich fühle, was ich messe: wie sehr ich im Aufstieg bin oder wie sehr im Abstieg. Ich habe mehr Geld verdient – ich bin im Aufstieg. Ich habe verloren – im Abstieg.
Um zu wissen, dass ich in einem spirituellen Aufstieg oder Abstieg bin, muss ich also definieren, was Spiritualität ist – worin ich aufsteige oder absteige. Beim Geld weiß ich es, bei der Ehre spüre ich es, aber in der Spiritualität, was ist das? Spiritualität heißt Kräfte des Gebens, Kräfte des Gebens, zu geben.
Wenn ich spüre, dass das wichtig ist, dass es sehr gut wäre, so etwas zu haben. Dass der Schöpfer der Gebende ist, und um Ihm ähnlich zu werden, will ich … muss ich von irgendwoher diese Fähigkeit erlangen, auf alles zu verzichten, nicht an mich selbst zu denken. Er schreibt dort im Artikel zum Abschluss des Sohar, dass es keine größere Trennung zwischen Mensch und Schöpfer gibt als die, dass der Mensch an sich selbst denkt.
Denn so wie der Schöpfer einen solchen Gedanken nicht hat, so darf er zuallererst auch im Menschen nicht¹⁶ sein. Damit fängt Spiritualität an. Das heißt Chafez Chessed. Zimzum, der erste Masach. Dass der Mensch nicht nach innen, introvertiert, auf sich selbst hin denkt. Alle seine Gedanken und alle seine Handlungen gehen nach außen. Wenn du schon in einer solchen Aufgabe, in einer solchen Ausrichtung bist, heißt das, dass du im spirituellen Aufstieg bist.
47:16
Schüler: Diese Rechnung, die ich mir selbst gegenüber machen kann, mein Verhältnis in der Arbeit mit den Freunden, dass ich einen Freund in der Gruppe habe …
Rav: In der Arbeit mit den Freunden ist das noch deutlicher. Denke ich in meinem Leben an den Freund? Was heißt „an den Freund"? Anstelle meines Verlangens, anstelle meines Herzens, anstelle meiner Seele, anstelle von dem, was ich, ich, ich bin, nehme ich von ihm das Innere – weißt du, wie eine Platte im Computer. Du tauschst die Platte aus, sagen wir die Festplatte, dann verändert sich der ganze Computer, dreht sich um, ja?
Ich kann deine Seele in einen Computer einsetzen, und der Computer arbeitet mit deiner Seele. Ich kann meine Seele einsetzen, und so weiter. Wenn du also die Diskette austauschst, deine herausnimmst und seine hineinsetzt, heißt das, dass du in Verbindung mit ihm arbeitest. Ganz einfach. Wie? Das ist ein Problem. Aber: mit seinen Verlangen arbeiten statt mit deinen Verlangen.
Ich sage nicht, dass wir dazu fähig sind. Ich weiß, dass unser Verlangen zu empfangen diese Dinge nicht akzeptiert. Der Mensch stößt das ab. Aber diesen Krisenpunkt zu überschreiten, zuzustimmen, dass Spiritualität so ist und dass wir umgekehrt sind – das braucht es.
Das ist der Punkt der Wahrheit: dass ich nicht Spiritualität bin. Dass Spiritualität das Umgekehrte ist. Und sich nicht anstelle von Spiritualität irgendein falsches Bild vorzustellen – dass ich dort im Himmel fliege, dass ich dort, ich weiß nicht, irgendwelche schönen Bilder bekomme. Sich nicht anstelle des Gebens noch etwas anderes vorzustellen. Spiritualität ist Geben. Das ist es.
Man kann dahin nicht kommen. Richtig, aus eigenen Kräften kann man nicht dahin kommen. Muss es ein Wunder vom Himmel geben? Ja. Will ich das nicht? Ich will es nicht. Hasse ich es? Ich hasse es. Das ist alles Wahrheit, die du entdeckst. Nachdem du die ganze Wahrheit entdeckt hast, wird es kommen.
Es kommt wider Willen. Du wirst es niemals wollen, bevor du es bekommst. So etwas kann man nicht wollen. Aber die Wahrheit zu klären – dass du gegen die Spiritualität bist, die dir entgegengesetzt ist –, damit klärst du eigentlich, was sie ist. Und dann bist du … Das nennt man Berührung, aber Berührung an den Achoraim. Nicht Angesicht zu Angesicht, nicht Verlangen an Verlangen, sondern umgekehrt. Und das ist schon ein Zustand, von dem aus man dorthin springt. Auch wenn man springt, will man nicht springen. Nur das nicht – niemand will das. Deshalb heißt es Wunder, und deshalb geht es wirklich mit einem Sprung. „Ich bin gekommen und habe gefunden." Nur so. Ich hoffe, wir werden während Sukkot viel darüber sprechen.
Warte, vielleicht gibt es noch neue Leute. Ja.
Schüler: Wo bleibt bei der Liebe der Freunde … Wenn die Gruppe hilft, sich gemeinsam entwickelt, und dann hat einer in der Gruppe einen Abstieg oder trägt der Umgebung nichts mehr bei, und dann fängt die Gruppe an, ihn hinauszuwerfen. Wo kommt in einer solchen Situation die Liebe der Freunde in der Gruppe vor? Und wie wägt die Gruppe diese Dinge ab, um zu sehen, dass es wirklich …
Rav: Das ist schon ein großes Problem: wie man innerhalb der Gruppe in dieser Sache mit dem Freund arbeitet, der sich nicht ganz ordentlich nach unserer Satzung verhält und so weiter. Das ist schon ein Problem. Aber erwartet nie, dass ihr in einem guten Zustand sein werdet. Dass du einen Moment lang etwas gemacht hast – ah, Ruhe. So etwas gibt es nicht, verstehst du?
Zuerst muss man sich daran gewöhnen, dass wir von vornherein immer in einem unkorrigierten Zustand sind. Und, wie soll ich sagen, unsere Empfindlichkeit für das Verdorbene steigt die ganze Zeit. Verstehst du, es gibt Geräte, da ist die Empfindlichkeit eins zu zehn, eins zu hundert, eins zu tausend.
Jedes Mal, wenn der Mensch vorankommt – was heißt vorankommen? Er sieht in seinem Verhältnis zur Spiritualität, in seiner Verbindung mit dem Schöpfer, einen noch größeren Abstand, noch größer, noch. Das liegt nicht daran, dass er in einen größeren Abstand geraten ist. Man öffnet ihm einfach, wie weit er wirklich entfernt ist – und auch vorher war. 52:19
Deshalb kann man den Fortschritt in Wahrheit richtig daran messen, wie sehr du dich selbst als den Umgekehrten siehst, den Verdorbenen, den, der nicht will. Denn das gibt man dem Menschen nach seiner Bereitschaft zu leiden. Es ist ein Zeichen, dass du schon ein Mann bist, wenn man dir das Bild zeigen kann, wie schwach du bist, wie verächtlich du bist, wie sehr du wirklich …
Baal HaSulam schreibt dort, in Teil 1 des TES, in der „Inneren Betrachtung", dass die Scham ein Gefühl ist, das besonders für die hohen Seelen vorbereitet wurde. In der „Inneren Betrachtung", Teil 1. Dass es nicht einfach ist, Scham zu fühlen. Scham heißt … Scham ist der Abstand zwischen mir und dem Schöpfer. Das sind schon hohe Seelen.
Das heißt: Wenn du wirklich Scham vor dem Schöpfer fühlst, bist du schon auf eine Ebene der Verbindung mit Ihm gekommen, auf eine ansehnliche Ebene. Dann bist du schon auf einer guten Entwicklungsstufe der Seele. Und wer noch nicht dahin kommt – das heißt nicht, dass er nicht … dass er in einem besseren Zustand ist, weil er sich nicht schämt. Wer sich nicht schämt, ist wie ein Säugling, der sich nicht schämt. Er nimmt von jedem, und wir verzeihen es ihm, weil das ein Mangel an Entwicklung ist.
Wir werden während der Feiertage noch über all diese Dinge sprechen. Wir werden uns bemühen, während der Feiertage solche allgemeinen Dinge zu lernen, denn es sind hier Leute von überall her. Der ist aus Österreich, der dort aus New York, heute kommen welche aus Moskau, aus Estland, vielleicht noch aus einigen Orten. Der ist aus Matitjahu, ja. Ja, Nissi, nu.
54:10
Schüler: Wie kann man während des Lernens mit den Verlangen der anderen arbeiten? Und wie kann man im Alltag, wenn man nicht mit den Freunden zusammen ist, arbeiten …
Rav: Während des Lernens lernt man nicht mit den Seelen der anderen. Die Zeit des Lernens ist eine ganz andere Zeit. Das ist die Zeit, in der man sich mit der Wurzel verbinden will, von der zu dir kommt, was du lernst. Es geht darum zu wissen, was mit mir geschieht. Ich lerne, wie ein Masach mit Zurückkehrendem Licht auf das Verlangen zu empfangen kommt und eine spirituelle Handlung macht, zieht, aufsteigt, absteigt.
Ich lerne über eine Seele, die alle möglichen solchen Handlungen macht. Ich will es wissen. Was heißt wissen? In dieser Handlung selbst zu leben, mit meinen Gefühlen, mit meinem Verständnis, mit meinem ganzen Bewusstsein. Das ist es, was ich während des Lernens tun muss.
Aber woher will ich das? Woher soll ich das wollen? Nicht philosophisch damit umzugehen oder einfach von der Weisheit her, sondern in diesem Zustand leben zu wollen. Ein solches Verlangen kann ich nur aus der Verbindung mit den Freunden bekommen, die dem Lernen vorausgeht. Wenn ich vorher in der Gemeinschaft gewirkt habe, dann habe ich während des Lernens ein Verlangen, mich mit der Spiritualität zu verbinden.
Schüler: Wo wird dann im Lauf der ganzen vierundzwanzig Stunden das Verlangen des anderen genutzt?
Rav: Ich muss die ganze Zeit dafür sorgen, dass ich ein Verlangen zur Spiritualität habe, denn entsprechend dem Verlangen – das ist das Gefäß – komme ich voran, nähere ich mich an. Dieses Verlangen kann nur auf Rechnung der anderen kommen, nur auf Rechnung der Freunde. Soweit ich also wirklich darum bemüht bin, nach oben zu steigen, muss ich mich mit ihnen auf meiner Ebene verbinden.
Schüler: … Mängel … (Ton unklar)
Rav: Was heißt, Mängel von ihnen zu nehmen? Wenn ich mich mit dem Freund verbinde, wenn ich anfange, mich um ihn zu sorgen, heißt das, dass alle seine Mängel zu mir übergehen. Was heißt, seine Mängel, seine Verlangen gehen zu mir über? Höre, was er will, hör zu, was er will. Dann bekommst du von ihm auch einen Eindruck zur Spiritualität.
Ich spreche nicht von der Stufe der Liebe, das ist schon die Korrektur einer tatsächlichen Verbindung. Aber all diese Dinge … Was erklärt er uns hier in „Das Ziel der Gemeinschaft"? All diese Dinge brauchen wir, um ein Gefäß für den Empfang der Fülle zu schaffen. Denn der Mensch selbst kann nichts empfangen, nur in der Verbindung, dort, wo man sich mit anderen verbindet, in eben jenen Berührungspunkten. 57:13
Ja.
Schüler: Wovor muss sich der Mensch hüten und worauf muss er achten, um der Gemeinschaft nicht zu schaden?
Rav: Das größte Problem für den Menschen in der Gemeinschaft ist, wenn er ihr schadet, sie schwächt. Rabash schreibt, dass Leichtsinn¹⁷ alles zerstört. Man muss sich vor Leichtsinn hüten. Man kann Witze machen, Freude machen, gute Stimmung, aber sehr darauf achten, dass es kein Leichtsinn wird. Dass innen …
Wenn ein Mensch solche Dinge macht, Freude und alles in der Gemeinschaft, das herbeiführt, aber innen ein brennendes Herz für das Ziel hat, dann macht er doppelt gute Arbeit: Er hebt die Stimmung und bringt zugleich innen ein Sehnen nach Spiritualität hinein. Und es kann auch umgekehrt sein. Kurz gesagt: Leichtsinn, das ist das Problem.
Was ist Leichtsinn? Die Wichtigkeit des Ziels zu senken, die Wichtigkeit des Schöpfers in aller Augen zu senken. Sogar durch sein eigenes Beispiel. Ich komme hierher, sitze, mir ist alles gleichgültig, ich lerne, mir ist alles gleichgültig, ich sitze überhaupt abseits, beteilige mich nicht, zeige den anderen auch nicht, dass es mir wichtig ist. Damit bewirke ich, dass auch sie sich nicht begeistern. Sehr klare Dinge.
Ja.
Schüler: Der Mensch soll eigentlich … sich um den Freund sorgen, um seine Verlangen sorgen. Geht es darum, sich um seinen spirituellen Fortschritt zu sorgen, oder um alle seine übrigen Verlangen, oder um beides?
Rav: Zuerst muss ich mich um den Freund kümmern, dass er … wie soll ich sagen, ich muss mich um seine Stimmung kümmern. Auch darüber gibt es einen Artikel. Alles, was ich sage, steht hier einfach schwarz auf weiß. Man muss nicht einmal … Wir haben diese Arbeit schon gemacht. Du hast all diese Artikel vor dir. Es gibt dazu eine Frage, und er antwortet darauf. 59:35
Was muss ich zuerst machen, wenn ich nicht weiß, was ich für den Freund tun soll? Sorge dafür, dass es ihm gut geht. Das ist es. Bring ihn in gute Stimmung. Damit kannst du immer etwas hinzufügen, ohne Zweifel. Es gibt keinen Menschen, der sagen kann: Lasst mich, ich brauche keine bessere Stimmung. Und wenn doch, dann ist er in einer solchen Verzweiflung, dass er schon nicht mehr reagieren und nichts mehr hören will.
Von diesem Punkt aus kannst du also anfangen, Beziehungen zu ihm zu entwickeln. Das Problem ist nicht, was man macht und wie man es macht. Das Problem ist, nicht zu vergessen, dass davon mein spiritueller Fortschritt abhängt – auf egoistische Weise. Ich muss die ganze Zeit daran denken: Wenn ich in meiner Gemeinschaft keinen Klebstoff schaffe, uns alle so weit wie möglich zusammenfüge, in einer Aufgabe, im Fortschritt, in einem Lernen …
Es macht nichts, wenn wir dabei auch Streit und Geschrei haben und alle möglichen Dinge, die nichts mit Spiritualität zu tun haben, die nichts mit dem zwischen uns zu tun haben, sondern mit unserer Tätigkeit. Das ist schon etwas anderes, verstehst du, das ist wie in einem Betrieb, wie bei allem Möglichen … Das ist nicht wichtig. Streitgespräche, die wird es geben. Aber die ganze Zeit soll ich dafür sorgen, dass es zwischen uns möglichst viele zielgerichtete Zusammenstöße gibt. Daraus klären wir die Verbindung. Und in dieser Verbindung werden wir schnell Spiritualität spüren.
Der Rebbe sagte, dass sogar … Wir hatten einmal ein Sukkot, bei dem wir in sehr großer Begeisterung waren. Und ich fragte ihn am zweiten oder dritten Tag von Chol haMoed: Nu, wir sind in einem so guten Zustand. Was fehlt uns? Er sagt: Es fehlen wirklich noch ein paar Gramm des Angriffs. Und ihr könnt jetzt wirklich in der Gruppe – es geht um dreißig, vierzig Leute, Schüler, die ich mitgebracht hatte. Das war im Jahr 85 oder 86. Da sagte er wirklich: Um diese ganze Gruppe jetzt in die Spiritualität herauszubringen, fehlt nur ein Angriff. Ein paar zusätzliche Gramm der Kraft des Schubs. Das ist es. Ihr müsst nur einen Angriff hinzufügen. Der Feiertag kann das auch bewirken. 62:14
Nu, es ist uns damals nicht gelungen, das mit Dutzenden von Menschen zusammen zu machen. Aber ich sage dir, das sind Dinge, die uns sehr nahe sind. Baal HaSulam gibt ein solches Beispiel: Es ist sehr leicht, dorthin zu springen, nur ist dieser Faden, über den man springen muss, sozusagen direkt an der Wand. Diese Wand ist unser innerer Widerstand.
Ja.
Schüler: …
Rav: Ich höre nicht.
Schüler: …
Rav: Lew haEwen nennen wir jenen Punkt, den wir nicht korrigieren können. Der Punkt von Jesh mi Ajn, den der Schöpfer erschaffen hat. Ihn zu korrigieren ist unmöglich. Man kann auf ihn einen Zimzum machen und über dem Zimzum alles Übrige verbinden – wie ich sagte, Verlangen, Seelen, weitere fremde.
Das heißt, ich arbeite niemals mit meiner persönlichen Malchut. Ich arbeite mit den ersten 9, wie man sagt. Ich schließe mir alle möglichen zusätzlichen Gefäße an. Und gerade in ihnen – ich habe es heute schon gesagt – in ihnen empfange ich die Enthüllung des Göttlichen, in ihnen empfange ich das Licht.
Ich empfange das Licht nicht in meiner Seele, sondern in deiner Seele und deiner und deiner und in allen Seelen, die ich mir angeschlossen habe. Deshalb heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – eine große Regel in der Tora." Dass du die Liebe machst, „deinen Nächsten wie dich selbst", dass du all diese Gefäße verbindest, diese Seelen – „Regel", alles zusammen umfassend, dass es ein Gefäß gibt, das alles zusammen umfasst. Das ist „eine große Regel der Tora". Was heißt das? Für die Enthüllung des Lichts im Gefäß, ja?
Ja, Eli.
64:58
Schüler: …
Rav: Was heißt Angriff? Angriff heißt, dass alle, alle zusammen sozusagen eine Vereinbarung treffen: Jetzt, sagen wir, fangen wir heute den Feiertag an, wir haben vor uns von Schabbat zu Schabbat eine Woche. Ja? Nu, der eine etwas weniger, der andere etwas mehr, aber eine Woche.
In dieser Woche trennen wir uns von allen übrigen Gemeinschaften in der Welt, von allen übrigen fremden Gedanken, und jeder investiert so viel wie möglich an Anstrengung darin, dass wir gemeinsam nur an eines denken: wie wir uns der Spiritualität annähern, und dass wir wollen, dass jeder von uns ebenfalls dasselbe denkt. Wenn wir das machen, werdet ihr jeden Tag, jeden Moment spüren, wie die Spannung wächst, wie ihr anfangt, die Dinge von innen tiefer zu erfassen, wie die allgemeine Empfindlichkeit so wird, dass es wirklich schon ein Eindringen in die Spiritualität gibt.
Auch wenn wir den Machsom nicht überschreiten, werdet ihr anfangen, das in den Umgebenden Lichtern zu bekommen, das spirituelle Gefühl. Zwar kann es danach wieder entschwinden, aber ihr könnt für eine Weile, für kurze Zeit auch Verständnis, Erkenntnis und das spirituelle Gefühl bekommen. Das ist möglich. Durch eine so starke gemeinschaftliche Anstrengung, durch einen Angriff – auch wenn danach ein Abstieg kommt. Und man kann es so machen, dass danach kein Abstieg kommt, eine Art unumkehrbaren Sprung zu machen; das heißt, wirklich den Machsom zu überschreiten.
Und es ist auch möglich, ihn nicht zu überschreiten, unterhalb des Machsom zu bleiben, aber eine so große Erleuchtung von oben zu bekommen, dass sie danach auch als Zeugnis (?), als Kräfte dient. Das geht nur durch die allgemeine Anstrengung, durch das allgemeine Aufheizen.
Ja.
67:10
Schüler: …
Rav: Was? Ich habe nicht verstanden.
Schüler: Warum macht man nicht sagen wir eine solche Woche, die man unter uns, innerhalb der Gruppe, machen kann, um über das … zu sprechen, oder so etwas?
Rav: Warum machen wir nicht solche Angriffe, die …?
Schüler: Intensiv.
Rav: Eine intensive Woche, so eine Art Marathon, ja? Aus Furcht davor, dass die Sache beim nächsten Mal zur Routine wird und dass es dann beim nächsten Mal schon unmöglich ist, damit Erfolg zu haben. Am besten bindet man das an die Feiertage, an Pessach oder Sukkot, denn dann gibt es die Erleuchtung der Umgebenden Lichter, es gibt eine allgemeine Erweckung. Es gibt auch eine äußere Gelegenheit zur Verbindung. Und jeder Feiertag ist sozusagen eine neue Erweckung; auch wenn du am vorigen Feiertag keinen Erfolg hattest, hast du am nächsten Feiertag eine neue Erleuchtung, eine neue Bedingung, du kannst Erfolg haben.
Anders, wenn du es mitten in der Woche machst, wenn du die ganze Sache selbst anstößt und nichts Besonderes dabei spürst – dann, weißt du, zerstört die Gewohnheit alles, und beim zweiten Mal geht es schon nicht mehr. Deshalb bin ich nicht dafür, solche Dinge zu machen. Sondern an den Feiertagen, ja. Und ich hoffe, dass wir diesen Feiertag so nützlich wie möglich nutzen. Das ist es.
69:16
Schüler: Aus meiner Klasse in der Gemeinschaft und in der Gruppe, in der ich bin, will ich so viel wie möglich Kräfte geben, um den Freunden, die mit mir sind, zu helfen, sie zu ziehen, sie zu schleppen, alle Bedürfnisse zu decken, also alles, was nötig ist – ich will alles. Gibt es irgendeinen Punkt, an dem, sagen wir, wenn ein Freund in irgendeinem Abstieg ist, eine bestimmte Grenze liegt, an der ich sage: Ab hier gefährde ich mich selbst und bin nicht mehr bereit zu helfen? Irgendein Punkt von „lieber sterben als übertreten", an dem ich ihm nicht helfe, an dem ich mich auf diesen ganzen Bereich nicht einlasse?
Rav: Ohne jeden Zweifel ist der Mensch in allen möglichen Zuständen, in denen er entdeckt, dass er fähig ist und nicht fähig, will und nicht will. Nach großen Anstrengungen und relativ großen Aufstiegen, ja, kommen wir in Zustände, in denen wir zu gar nichts fähig sind – und wenn du mich umbringst, ich kann keinen Finger rühren. Und wirklich so … Kurz gesagt, man macht vieles durch, besonders Schwäche im Verhältnis zur Arbeit, zum Leben in der allgemeinen Gemeinschaft¹⁸, Geringschätzung der Arbeit, der Familie, überhaupt so eine Apathie gegenüber dem gewöhnlichen Leben. Und ebenso überhaupt Schwäche und Hoffnungslosigkeit in der Spiritualität.
Diese Dinge enthüllen sich als Dinge, die dem Menschen nützen sollen. Woher kommt das besonders? Daher, dass jeder von uns als Verlangen zu empfangen entsprechend der Erleuchtung von oben wirkt. Gibt es mehr Erleuchtung, sind wir froh, alles ist uns gleichgültig. Weißt du was, bring mich um, egal. Wenn ich an dieser Erleuchtung hafte, ist mir weder Leben noch Tod noch irgendetwas wichtig. Was im nächsten Moment passiert, ist mir nicht wichtig.
Diese Erleuchtung erlischt, verschwindet, ich falle, ich bin schon zu nichts mehr fähig, mir ist alles gleichgültig. Auch da: Bring mich um, mir ist alles egal, ich bin jetzt schon sozusagen unter der Lebenslinie. Alles hängt von der Intensität der Erleuchtung von oben auf das Verlangen zu empfangen ab, auf die Seele.
Die Aufstiege und Abstiege, Erleuchtungen und Zimzumim brauchen wir, um ein Gefäß zu bauen. „Die Ausbreitung des Lichts und sein Entschwinden machen das Gefäß für seine Aufgabe geeignet" – so schreibt er.[1] Und vor allem: Wann können wir wirklich arbeiten? Nicht in der Zeit, in der wir eine Erweckung bekommen und die Spiritualität uns zieht und ich dann ein großer Held bin, ja? Das geht nicht auf meine Rechnung, das gibt man mir – weißt du, man hält mir so etwas vor die Nase und ich laufe dahin. Sondern in der Zeit, in der die Spiritualität gerade entschwindet, in der der Schöpfer sich einschränkt. Damit gibt er mir die Gelegenheit, dass ich irgendwie Kräfte suche, um mich anzunähern. Oder wenigstens, wenn schon nicht anzunähern, die Verhüllung zu rechtfertigen.
Wo schreibt er hier darüber, dass der Obere sich absichtlich verbirgt?
Äh?
Da ist es, auf Seite 106 in … ja, „Das Maß der Verbindung der Barmherzigkeit mit dem Gericht", dass in der Zeit der Verhüllung … Es ist hier in „Shamati", auf Seite 106, „Die Sache der Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Gericht".
Hier erklärt Rabash also, dass die Abstiege absichtlich zu uns kommen, damit der Mensch in der Zeit des Abstiegs rechtfertigt, sich bemüht, den Schöpfer zu rechtfertigen – dass Er es absichtlich macht, damit der Mensch durch eigene Kräfte vorankommt, ein Stück nach vorn geht. Der Baal Schem Tov gibt dafür folgendes Beispiel: wie eine Mutter mit einem kleinen Kind, das sie das Gehen lehren will. Sie entfernt sich, und es steht da, weint, weiß nicht, wie es einen Schritt machen soll. Ja? Und danach macht es ihn doch, weil es die Mutter will. Und sie entfernt sich wieder, und wieder muss es einen machen, und so fängt es an zu gehen – es bleibt ihm nichts anderes übrig.
Bei uns ist es dasselbe: Durch die Verhüllung zieht man uns eigentlich nach vorn. Und wenn wir aufgeben und schreien wie ein Kind, das sich nicht einmal einen kleinen Schritt bewegen will, dann hilft gar nichts. Dann bist du eben noch ein Säugling, dem nur zusteht zu sitzen und nicht zu gehen. Dann einmal, zweimal, dreimal – und man lässt den Menschen los. Danach gibt man wieder eine Erweckung. Aber dadurch zieht sich die Zeit. Und unsere ganze Arbeit besteht darin, die Zeiten zu verkürzen: von Inkarnationen, von Jahrhunderten der Entwicklung, auf Jahre und sogar Tage und Stunden.
Gut.
(Ende des Unterrichts)
[1] Fußnote im Original: Baal HaSulam, „Vorwort zur Weisheit der Kabbala"