Tägliche Lektion22. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 6 (1986) (31.01.2002)

Rabash. Artikel 6 (1986) (31.01.2002)

22. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Morgenlektion vom 31.01.2002

Buch „Die Schriften des Rabash”, Band 1, S. 216, Artikel: „Über das Vertrauen”¹

Rav: Wir haben einen Teil des Artikels „Über das Vertrauen” gelesen, aus „Shlawej haSulam”², Band 1, Seite 175.

Vertrauen ist eine sehr komplexe Sache. Zunächst einmal können wir nicht genau definieren, was dieses Phänomen selbst ist und woher das Gefühl fehlenden Vertrauens kommt. Fehlendes Vertrauen kann heißen, dass ein Gefäß sich leer fühlt. Oder das Gefäß fühlt, dass es voll sein kann, aber voll mit Genuss, ohne die Gegenwart der Quelle des Genusses zu spüren. Und es kann auch sein, dass es die Quelle des Genusses spürt, aber so, dass auch sie ihm kein Gefühl von Vertrauen ausstrahlt.

Natürlich kommen alle unsere Gefühle vom Licht: ob es in uns ist oder nicht, ob es als Genuss da ist oder als Gefühl des Schöpfers. Was genau heißt dann Mangel an Vertrauen oder Vertrauen im Gefäß? Wenn Vertrauen ein Mangel ist, dann ist die erste Korrektur bei jedem Mangel, sich über ihn zu stellen und ihn nicht zu spüren. Und danach geht es weiter, denn der Schöpfer hat keine einzige Neigung in uns einfach so erschaffen, nur damit wir sie auslöschen, sondern damit wir sie in Übereinstimmung mit Ihm benutzen.

Offenbar ist es also so: Der Mensch macht zuerst die Korrektur am Mangel an Vertrauen. Er erhebt sich darüber und spürt darin kein Bedürfnis und keinen Mangel mehr. Er ist sich seiner selbst sicher, von Seiten seines Verlangens zu empfangen gibt es keinen Mangel an Vertrauen mehr. Das heißt, er hat einen Zimzum darauf gemacht und geht jetzt zum Verlangen zu geben über. Dann holt er den Mangel an Vertrauen wieder aus seinem Sack hervor, wo er geblieben ist, aber eingeschränkt, und fängt an, ihn zu benutzen, um zu geben. Er will also die Mängel an Vertrauen wieder spüren, aber jetzt mit ihnen auf die umgekehrte Weise arbeiten, für den Schöpfer³. 3:11

So müssen wir mit allem in uns verfahren, mit jedem Mangel, den wir haben können: Zuerst macht man einen Zimzum darauf, und danach benutzt man ihn sogar, um zu geben. Alles muss dahin kommen, auf diese Weise benutzt zu werden. Wir können uns nicht vorstellen, wie man mit einer Neigung zu töten, zu vergewaltigen oder zu stehlen in der Absicht zu geben arbeiten kann. Aber wenn wir sie mit dem Zimzum korrigieren und sie dann erforschen, werden wir sehen, dass sie eine ganz besondere und große Verwendung haben, auch in der Absicht zu geben, zum Guten.

Deshalb ist die erste Korrektur beim Vertrauen die allgemeine Korrektur des Verlangens zu empfangen. Ein Mensch, der am Schöpfer anhaften will, muss als erste Korrektur einen Zimzum machen und zu dem Gefühl kommen, dass ihm niemals etwas fehlen wird. Wie kann es so etwas geben, dass mir niemals irgendetwas fehlt? Offenbar muss ich vorher das ganze Gegenteil spüren, was mir alles fehlt. Und mir können Millionen von Dingen fehlen, Unterscheidungen, die ich noch nie unterschieden und nie gespürt habe.

Wie kann ich sicher sein, dass mir niemals etwas fehlt? Muss ich jetzt erst alle Mängel spüren und danach ihre Korrektur erlangen? Oder genügt es mir, das Gefühl des Schöpfers allgemein zu erlangen, sodass es alle Mängel bei mir abdeckt, noch bevor sie kommen und in mir erwachen? Hier hat jeder und jede, je nach Art der Seele, eine eigene, persönliche Arbeit. Das ist ungefähr die Hälfte des Artikels, die wir durchgenommen haben; er ist noch nicht zum eigentlichen Thema Vertrauen gekommen. 6:11

Allgemein kann man aber sagen: Wenn ein Mensch noch an sich selbst denkt, noch daran, was ihm fehlt, wenn er bedauert, dass er in irgendeinem Zustand ist, bedauert, dass … kurz, irgendetwas, das ihn betrifft, dann ist das ein Zeichen, dass er kein Gefühl von Vertrauen hat. Vertrauen ist nämlich eine Folge des Lichts des Glaubens, das der Mensch von oben empfängt: das Gefühl im Gefäß, dass es mit Or Chassadim gefüllt ist und nichts braucht. Dann denkt der Mensch nicht einmal, dass der Schöpfer das zum Wohl des Menschen tut oder nicht zum Wohl des Menschen. Diese Denkrichtung, dass irgendetwas zu seinem Wohl ist, gibt es überhaupt nicht. Alle Gedanken fangen an, extrovertiert zu sein, vom Menschen nach außen.

Nur das Gefühl von Vertrauen, das aus der Gegenwart des Lichts im Gefäß entsteht, gibt dem Menschen eine solche Eigenschaft. Dann wird er für sich frei⁴ und kann in der Absicht zu geben arbeiten. Im Artikel „Die Arwut”⁵ sagt er statt Gefühl des Vertrauens das Gefühl von … wie heißt das Wort? Arwut, scheint mir. Nein, nicht Arwut. Wie heißt es, dass er sicher sein muss, dass die ganze Welt für ihn sorgt?

8:23

Schüler: … …

Rav: Hm?

Schüler: …

Rav: Nein, aber nicht Vertrauen. Welches andere Wort benutzt er dort? Im Grunde kommt das als Folge der Arwut: Er spürt, dass alle, wirklich alle, an ihn denken und ihm nichts fehlen wird. Natürlich kommt das auch nicht von der ganzen Welt zu ihm, sondern von oben. Ein Mensch kann einem anderen niemals etwas verschaffen, das muss immer über den Schöpfer laufen.

Schüler: „Denn er weiß und ist sich sicher, dass sechshunderttausend treue Liebende in seiner Umgebung sind und bereitstehen, für ihn zu sorgen.”

Rav: Einfach „sicher”. Nu, er weiß und ist sich sicher, dass die sechshunderttausend Liebenden, ja, nur um ihn besorgt sind und so weiter. Gut, auch Wissen und Vertrauen, Glaube und Vertrauen, Wissen und Vertrauen. Das gehört also auch zu derselben Korrektur.

Ja.

Schüler: Ein Mensch kann einem anderen niemals etwas verschaffen, das muss über den Schöpfer laufen. Wo ist dann hier das Vertrauen, das ich dem Freund gebe?

Rav: Warum habe ich diesen Satz gesagt, dass ein Mensch einem anderen niemals etwas verschaffen kann, sondern dass es über den Schöpfer gehen muss? Bei der wahren Korrektur ist es nicht so wie in der Menschheit, wo wir, sagen wir, Sicherheiten austauschen. Wenn wir wirklich gemeinsam wahre Korrekturen füreinander bewirken wollen, müssen wir den dritten Partner einbeziehen, den Schöpfer, das ist alles. Nur durch Ihn und nur nach den Gesetzen, die Er festlegt und nicht wir, kann es eine Verbindung zwischen uns geben. Nur zu Seinen Bedingungen können wir uns verbinden, Hilfe annehmen und einander helfen.

Schüler: Im Grunde gibt Er das Vertrauen, und was gibt Er danach?

Rav: Der Schöpfer gibt das Vertrauen entsprechend deiner Beziehung zum Freund. Der Schöpfer kann dir keine Kräfte geben, bevor du in der Arbeit mit dem Freund anfängst, sie zu fordern.

Schüler: Gibt Er das Vertrauen im Maß der Verbindung? Im Maß des Gebets? Nach welchem Maß?

Rav: Nach dem Mangel. Nach dem Mangel, den ich habe, darin, dass ich … Sagen wir, wir sind jetzt in einem Zustand – auch im Internet schreiben mir Leute, die vielleicht auch hier in Gruppen sind –, dass sie nicht wissen, wie sie in der Gruppe zurechtkommen sollen. Sie haben keine Lust und verstehen es nicht. Und wenn sie heute zurechtkommen, kommen sie morgen plötzlich nicht mehr zurecht. Man denkt, wir kommen durch gute Dinge voran. Wir kommen nur durch Mängel voran. Ihr seid in Gruppen gegangen, habt angefangen zu arbeiten. Wenn sich alles beruhigt, gibt es nichts zu tun. Die Ruhe muss davon kommen, dass es keine Ruhe gibt, dass es ständig Probleme gibt. Wie kann man vorankommen, ohne dass ständig neue Probleme kommen? Das größte Problem ist Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit. Das ist das größte Unglück der Welt, Baal HaSulam schreibt darüber. 12:24

Aus all diesen Gegebenheiten, die sich vor uns offenbaren, muss man also richtige Mängel machen. Was heißt richtige Mängel? Immer beim Schöpfer prüfen: Ist es so oder nicht? Hat das, womit wir uns beschäftigen und was zwischen uns passiert, überhaupt etwas mit Ihm zu tun? Sind das überhaupt Dinge, in denen wir mit Ihm sein müssen, oder nicht? Oder sind wir völlig von Ihm abgeschnitten? Deshalb sage ich: Beziehungen sind Beziehungen zwischen uns. Statt mich an Ihn zu wenden, wende ich mich an die Gruppe, an den Freund. Aber gleichzeitig muss ich Ihn darin einbeziehen. Er ist das Ziel und der, der die Bedingungen gibt: wer Er ist, was Er ist, ja. Seine Eigenschaften sind der Status, den ich erreichen will. Deshalb sind all diese Bedingungen, die Er sind, die Bedingungen, nach denen ich den Charakter meiner Gemeinschaft festlegen muss: ihre Grenzen, ihren Rahmen, die Beziehungen.

Ich muss die Eigenschaften des Schöpfers nehmen und sie nach und nach meiner Gemeinschaft aufprägen. Und wo ich sehe, soweit ich sehe, egal … wo ich sehe, dass es dem entspricht oder nicht, muss ich diese Kluft in meinen Augen vergrößern, damit sie groß wird, damit sie schrecklich wird. Dann bringt mein Gebet Korrektur. Es bringt Korrektur, und eine noch größere Kluft offenbart sich, noch größere Probleme zwischen mir und meiner Gemeinschaft auf der einen Seite und dem Schöpfer auf der anderen. Die Gesetze in der Gemeinschaft zwischen den Freunden sind dieselben Gesetze, die im Schöpfer sein müssen. Denn das ideale Gesetz in der Gemeinschaft ist das des Gebens. Es muss genau dem entsprechen, was im Schöpfer ist, den Eigenschaften, die im Schöpfer sind. Wo es, soweit ich sehe, noch nicht so weit ist, genau darauf muss ich zusammen mit meinen Freunden achten. Und schon während des Lernens habe ich etwas, worüber ich nachdenken, wofür ich beten und worum ich bitten kann.

Ja.

15:45

Schüler: … wo kann ich zum Schöpfer kommen?

Rav: Die Gruppe ist nicht nur ein Mittel, um zum Schöpfer zu kommen. Die Gruppe ist das allgemeine Gefäß, in dem du die Offenbarung des Schöpfers sehen wirst, und durch sie wirst du wirklich alles spüren, die …

Schüler: Verbindung.

Rav: Ja, die Verbindung.

Schüler: Wenn sich Reibereien zwischen Menschen zeigen, wie kann man … Ich muss das … im Streit selbst …

Rav: Bei allem Schlechten, das sich zeigt, ob in mir oder zwischen mir und meinen Freunden, ist die erste Korrektur, es zu löschen. Löschen heißt nicht ausradieren, sondern es beherrschen, sozusagen einen Zimzum machen. Wir müssen jetzt also mit Gewalt dafür sorgen, dass keine Reibung da ist, egal, was sie im Inneren ist. Denn was sie im Inneren wirklich ist: Heute scheint es mir so, morgen so. Vielleicht erklärt man es mir später, und es ist gar keine Reibung zwischen mir und dir, sondern das sind Dinge, die … Auch die Nerven und alle möglichen Umstände, vielleicht aus der Umgebung, beeinflussen uns, sodass wir heute zu empfindlich sind … Also zuerst so tun, als gäbe es die Reibung nicht.

Wenn wir dann in einen Zustand kommen, in dem wir beide so handeln, als gäbe es sie überhaupt nicht, als wäre alles rosig, muss man sie danach nach und nach öffnen und aus ihr lernen, von der Seite, ja. Denn wenn wir sie schon gelöscht haben, ist es, als gehöre sie nicht zu uns. Dann lernt man von der Seite aus ihr, was man uns damit zeigen wollte und was wir wirklich korrigieren müssen. So kann man daraus Nutzen ziehen. Aber wir müssen … wie soll ich sagen … wir müssen das Gesetz der Einheit über allem annehmen.

18:45

Schüler: Was heißt das?

Rav: Was heißt das? Nur wenn ein Mensch mit Sicherheit ein Loch in die Wand unseres Bootes macht, muss man ihn von hier hinauswerfen. Wenn er das mit Sicherheit tut, absichtlich, indem er nicht bereit ist, sich der Gemeinschaft als Ganzer zu unterwerfen, sagen wir auch mir – wenn er nicht bereit ist, dann hat er hier keinen Platz⁶. Er kann einen Platz als Zuschauer haben, ja, als Außenstehender, der kommt und zuhört. Aber wenn es irgendwelche vorübergehenden Probleme zwischen ihm und uns gibt, heute so, morgen so, dann muss man zuerst mit Gewalt die Einheit hineinbringen. Wenn wir heute streiten, stoppen wir diese Streitereien jetzt wirklich mit Gewalt und besprechen sie in ein paar Tagen. Und jetzt tun wir, was der Schöpfer von uns verlangt, also als gäbe es überhaupt nichts. Und danach, wenn man irgendwie anders darüber sprechen kann, holt man es wieder hervor und muss daraus lernen. Das ist es, was zu tun empfohlen wird.

Niemals im selben Moment etwas klären. Die erste Korrektur ist Zimzum. Ihr könnt euch ein paar Minuten anschreien, euch aufregen, und dann mach einen Zimzum, so wird er sogar noch deutlicher. Aber man muss es sozusagen unbedingt am selben Tag schön abschließen. Keine Sulcha⁷, keine Kompromisse, gar nichts, sondern ich mache das absichtlich, um zur richtigen Klärung dessen zu kommen, was sich gezeigt hat.

Ja.

21:28

Schüler: … einen Zimzum machen …

Rav: Schau, ich will keine … Überhaupt will ich in den Gruppen nicht so viele Ratschläge geben. Das ist eine Arbeit, durch die alle durchmüssen. Es geht hier auch darum, ob man psychologisch oder zielgerichtet damit umgeht. Das sind nicht dieselben Dinge, sondern verschiedene Ansätze. Nach und nach wird jede Gruppe sicher den richtigen Weg finden. Ihr müsst euch nicht aufregen.

Ja.

Schüler: Ich habe nicht verstanden, was die Rechte Linie ist. Sie haben gesagt, dass man als Erstes die Rechte Linie bewahren muss und man nur in dem Maß, in dem man an ihr haftet, ein wenig … erlangen kann.

Rav: Baal HaSulam schreibt, dass der Mensch 23½ Stunden in Freude in der Rechten Linie sein muss und eine halbe Stunde am Tag in Kritik in der Linken Linie. Die Kritik und die Linke Linie, wenn es denn eine Linke Linie sein soll, müssen eine zielgerichtete Kritik sein. Was heißt das? Ich gehe jetzt daran, meinen Zustand zu kritisieren: wo ich stehe, meine Beziehung zum Schöpfer, die Beziehung des Schöpfers zu mir, wie weit wir überhaupt miteinander zurechtkommen, ich und Er, oder ich und die Gruppe und die Gruppe zu mir, meine Freunde und so weiter und so fort.

Meine Prüfung jetzt darf auf keinen Fall am Ende dieser halben Stunde oder Viertelstunde – egal, wie viel ich mir nehme – zu einem Abstieg führen, sondern zu einem Aufstieg. Die Kritik muss so sein, dass ich 23½ Stunden an der Rechten Linie hafte. Was heißt, an der Rechten Linie haften? Alle Probleme, die zu mir kommen, alle Gedanken, alle Dinge beurteile ich, indem ich sie ausschließlich an die Rechte Linie hefte. Das geht nicht nach der Uhr, dass ich 23½ Stunden in der Rechten Linie bin, sondern ich löse alle meine Probleme in der Rechten Linie.

Und dann, wenn ich die ganze Zeit in der Rechten Linie bin – Rechte Linie ist Katnut –, gehe ich nach links zur Kritik, zu meinen Gefäßen des Empfangens: Ich habe, ich habe nichts; ich verhalte mich gut zu Ihm, nein, wie ein Egoist; Er verhält sich zu mir, auch nicht in Ordnung, und so weiter. Da fangen Fragen an, und die Prüfungen müssen zielgerichtet sein. Was heißt zielgerichtet? Dass das Gehen in die Linke Linie niemals zu einem Fall führt, sondern nur dazu, dass ich aus der Linken Linie so viel nehme, wie ich kann, und es an die Rechte Linie hefte, sodass auch das ACHaP sind, die zu Galgalta we Ejnaim zurückkehren. 25:20

Dann ergibt sich: Diese Kritik ist eine halbe Stunde. Und er sagt – schau, was für ein Verhältnis er angibt –, 23½ Stunden und eine halbe Stunde, verstehst du? So wenig kann man sich mit unseren Gefäßen des Empfangens beschäftigen, in Kritik, mit Beschwerden, wir haben nicht mehr Kräfte dafür. Ich kann also mein Gehen zur Kritik in die Linke Linie festlegen, mich ihr zuwenden, mir einen Anlass geben, mit kritischem Auge hinzuschauen – nur unter der Bedingung, dass ich Vertrauen habe, dass ich Kraft habe, dass ich mindestens auf dieser Stufe bleibe oder von ihr aus weiter aufsteige.

Aber nicht so, dass es mich in einen Abstieg der Stimmung bringt, gegenüber den Freunden, gegenüber dem Schöpfer, überhaupt, Gott bewahre⁸. Dann darf ich nicht nach 23½ Stunden und auch nicht nach 23½ Tagen in die Linke Linie gehen. Verstehst du? Man muss sehen, wofür man Kritik machen muss. Es ist nicht so, dass man dir jetzt eine halbe Stunde am Tag gibt, damit du die Freunde verfluchst, den Schöpfer verfluchst, auf sie spuckst, so, weißt du, wie die Japaner auf eine Puppe einprügeln, ja? Das hat man empfohlen.

Ist es das, was man dir gibt? Heißt das, in die Linke Linie zu gehen?

Ja.

27:04

Schüler: Also heißt Rechte Linie, die Freude zu bewahren?

Rav: Rechte Linie heißt nicht, in Dummheit und Engstirnigkeit zu sein. Rechte Linie heißt: Öffne deinen ganzen Verstand, deinen ganzen Intellekt und alles, nur öffne es durch den Schöpfer und nicht durch all deine Impulse und egoistischen Gefäße, in denen du trotzdem nichts Gutes und Richtiges sehen kannst. Durch sie, in deinem Egoismus, kannst du nichts sehen.

Wenn du deine Gefäße des Empfangens nimmst, sie durch die Rechte Linie korrigierst und aus ihnen eine Mittlere Linie baust, fängst du in dieser Mittleren Linie an, wie ein Mensch zu denken und nicht wie ein Tier. Daraus ergibt sich: Erst nach allen Korrekturen wirst du richtiges Denken in den Gefäßen des Empfangens haben, eine richtige Beziehung, und nicht vorher.

Die Kritik soll man als etwas sehr, sehr Törichtes betrachten: Du lässt deinen Esel, deinen Körper, dein Tier losgehen und den Schöpfer anklagen, warum Er nicht in Ordnung ist. Verstehst du? Sieh es also so, dass du dir erlaubst, das mit Bedacht zu tun: Von der Rechten Linie aus öffnest du die Linke Linie.

Schüler: Ich verstehe nicht, was die Rechte Linie ist. Sie geben ein Beispiel für die Kritik, aber ich verstehe nicht, was die Rechte Linie ist.

Rav: Nach und nach. Aber hast du wenigstens verstanden, wie man mit der Linken Linie umgehen soll?

Schüler: Mit der Linken Linie, ja.

Rav: Das war’s, das reicht für heute.

Schüler: Aber wie kann man … ?

Rav: Versuch es, dann wirst du gezieltere Fragen haben, und wir sprechen darüber.

Schüler: Was heißt, Verstand und Intellekt durch den Schöpfer zu öffnen?

Rav: Verstand und Intellekt durch den Schöpfer öffnen heißt: von der Richtung der Rechten zur Linken hin. Das war’s. Nur dadurch, dass ich sehr fest in der Rechten Linie stehe, öffne ich absichtlich die Linke und kritisiere: Nu, was kann mein Tier zu dem sagen, was passiert? Hören wir uns den Esel an, das Pferd da.

30:15

Schüler: Und was ist vorher? Bevor …

Rav: Vorher höre ich ihn nicht. Rechte Linie heißt, dass ich mich selbst überhaupt nicht höre.

Schüler: Mich selbst nicht höre?

Rav: Meine Natur, natürlich.

Schüler: Wen höre ich dann?

Schüler: Rechte Linie, …

Schüler: Nein, wen höre ich dann? Und wer gibt mir hundertprozentig⁹ diese Vollkommenheit, diese Freude?

Rav: Rechte Linie ist Embryo, Rechte Linie ist ein Kleiner: Alles, was im Höheren ist, ist gut für mich. Wen höre ich? Die Großen, die mir erzählen, was das ist, wer das ist, wer über mir ist, wer mein ganzes Leben ordnet. Das war’s: „Es gibt niemanden außer Ihm”. Das ist die Rechte.

Schüler: Das heißt, er nimmt, um … statt …

Rav: Was heißt denn Embryo oder Kleiner? Dass er das, was man ihm von oben sagt, als Tatsache nimmt. Er hat keinen Intellekt, er benutzt den Intellekt des Höheren. Hat ein Parzuf im Zustand Embryo und Katnut einen Rosh? Sein Rosh ist der Höhere, er selbst ist nur Guf.

Ja.

Schüler: … 179, zweiter Absatz … da steht: „Bevor jedoch der Mensch zum Gefühl der Größe des Schöpfers gekommen ist,”. Die Frage: Ist die Größe des Schöpfers eine Frage der Menge – wenn es einen Abstieg gibt, … eines Abstiegs, kann man das messen – oder ist das überhaupt Qualität?

Rav: Du fragst, wie ein Mensch die Größe des Schöpfers entdeckt: was das ist, in welchen Gefäßen, in Gefäßen des Empfangens, in Gefäßen des Gebens, in Menge, in Qualität, womit man die Größe wiegt. Die Größe des Schöpfers in Wahrheit, und überhaupt alle Erscheinungen von oben, können wir nur gegenüber unserem Gefäß wiegen. Wann sage ich, dass Er groß ist? Wenn Er stärker ist als ich, dann ist Er groß, was kann ich machen.

Wenn Er mich unter Druck setzt und ich nichts machen kann und keine Wahl habe – nachdem ich, ah, ah, ah, ein bisschen wollte, aber sehe, dass ich mich nirgends bewegen kann, Er mich von allen Seiten einschließt und mir so von oben die Hand auflegt und nichts zu machen ist –, dann sage ich: Ja, Er ist groß, ja? Mangels Wahl, ja? Und danach verstehe ich, dass gerade das gut ist. Oh, wie gut es ist, dass es wirklich so ist, dass nicht ich der Hausherr bin, sondern Er der Hausherr ist, und so weiter. 33:35

Das heißt, wir erlangen diese Dinge nur gegenüber unseren Gefäßen. Gegenüber jeder einzelnen meiner Eigenschaften: Wenn ich die Eigenschaft des Schöpfers erlange, muss ich prüfen, was mehr und was weniger ist. Danach sage ich, dass Er groß, mächtig, furchtbar, ewig ist, all die Beschreibungen, die es gibt und die ich verstehe. Was Er in mir erschaffen hat, um diese Beschreibungen zu spüren, hat Er absichtlich erschaffen. Er will, dass ich Ihn auf diese Weise spüre, Ihn so nenne, Ihn so kenne.

Er hätte mir noch eine Million andere Unterscheidungen hineinlegen können, vielleicht ganz andere, woher soll ich das wissen? Er hat für mich solche Unterscheidungen gewählt, neun Eigenschaften. Das war’s. Und nur in diesen neun Eigenschaften spüre ich Ihn. Wie viele hat Er noch? Woher soll ich das wissen? Wie kann man überhaupt sagen, ob Er welche hat oder nicht? Nach meinem Gefäß wähle und bestimme ich.

Ja.

35:04

Schüler: Vorhin habe ich gehört, dass man in der Gemeinschaft Eigenschaften aufbauen muss, die den Eigenschaften des Schöpfers so nahe wie möglich sind.

Rav: Ja. Die Gemeinschaft muss eine Kopie des Schöpfers sein. Was ist denn ein Gefäß? Es muss dem Schöpfer ähnlich sein, nu, was gibt es da zu sagen.

Schüler: Wie baut man diese Eigenschaften auf, wenn es sie, sagen wir, in keinem der Bestandteile der Gemeinschaft schon gibt?

Rav: Es ist nicht wichtig, dass alle Leute in der Gemeinschaft Egoisten sind und natürlich noch keine Korrekturen haben. Aber sie müssen verstehen, dass sie jetzt dabei sind, zwischen sich eine Art Maschine zu bauen, deren Aufbau, also das Verhältnis zwischen den Teilen, wirklich so sein wird wie bei den sogenannten ursprünglichen Zehn Sefirot: dass das Verhältnis untereinander wie reines Geben sein wird.

Schüler: Wie reines Geben?

Rav: Ja.

Schüler: Warum „wie”?

Rav: „Wie”, weil wir noch Egoisten sind und nichts haben. Wir spielen das sozusagen, als wären wir korrigiert, und wir wollen unbedingt, dass unsere Handlungen ein solches Bild, eine solche Form annehmen.

Schüler: Nach außen …?

Rav: Was heißt nach außen? Nicht gegenüber den Zuschauern um uns herum, sondern wir gegenüber uns selbst, ja. Er schreibt, dass man zeigen muss, dass man den Freund liebt. Warum? Weil das vermehrt, ein Beispiel gibt und so weiter. Davon ist der Mensch beeindruckt. Unser Tier ist von solchen Dingen beeindruckt, das war’s, es kann daraus lernen.

Schüler: Ich habe gehört, dass die Beschäftigung … … nackt. Und wenn ich zu einem Freund komme und so ausschütte, was ich über ihn denke, weil ich spüre, dass es die Verbindung zwischen uns stört, bin ich mir nicht sicher, dass das nicht schadet?

Rav: Zunächst einmal muss trotzdem einer mehr über den anderen wissen. Wenn ich weiß, dass du diese und jene Eigenschaften hast – vielleicht sehe ich sie nicht, dann erzählt man mir davon. Wenn ich weiß, welche Bedingungen du bei der Arbeit und zu Hause hast, kann ich dich leichter verstehen, vielleicht nur mit meinem Intellekt und meinen Eigenschaften, aber trotzdem menschlich. Man muss über die menschliche Verbindung arbeiten.

Es gibt intime Dinge, die keiner dem anderen enthüllt. Und es gibt Dinge, die ein Mensch sich schämt, sogar sich selbst zu erzählen; er rechtfertigt sie, bevor sie ihm überhaupt in den Kopf kommen, das sind bekannte psychologische Erscheinungen. Und es gibt Dinge, bei denen wir dem anderen helfen müssen, über uns Bescheid zu wissen; der andere muss sie über mich wissen, weil ihm das hilft, sich mit mir zu verbinden. Das war’s. Solche Dinge müssen in der Gruppe natürlich klar sein, sie müssen bekannt sein, und das soll Verbindung bewirken.

38:42

Schüler: Ich habe wegen der Kritik gefragt. Wie kann ich sicher sein, dass es nicht schadet, sondern hilft? So wie ich ja nicht mit der Kritik zur Gemeinschaft kommen kann und trotzdem …

Rav: Darin müsst ihr voneinander lernen. Setzt euch zusammen und sprecht darüber. Aber noch einmal: Im Hintergrund muss die ganze Zeit die Verbindung zum Schöpfer sein, die uns dazu verpflichtet, dass ich deswegen überhaupt hier bin und deswegen mit allen in Verbindung trete. Das muss mit dabei sein, nicht vergessen. Sonst ist es einfach … was soll das, eine Gruppe von Psychotherapeuten, soziale Kommunikation? Und solche gibt es hier alle möglichen. Gilad kennt das, „Berühren und Wissen”¹⁰, du …, ja?

Schüler: … …

Rav: Ja.

Schüler: Wie fängt die Arbeit des Ibur in der Gruppe an?

Rav: Ibur in der Gruppe heißt: Nachdem wir mehr oder weniger die wahren Gesetze spüren, die in der Gruppe sein müssen – was ist wirklich die wahre Gruppe? –, annulliere ich mich gegenüber diesen Gesetzen. Ich will wirklich, dass sie mich beherrschen, dass sie bei mir alles bestimmen, von meinen Gedanken bis zu meinen Taten.

Schüler: Vorhin haben Sie gesagt, dass Rechte Linie Embryo ist.

Rav: Nu, sagen wir: Ich weiß, dass ich hier in der Gruppe eine bestimmte Haltung gegenüber den Freunden umsetzen muss, und ich spüre in mir noch Widerstand dagegen und Unwillen, vielleicht für einen Moment ja, aber danach nicht. Natürlich will ich in dem Moment nicht, habe keine Lust und bin schon nicht mehr einverstanden. Wenn ich mich dann diesem Gesetz unterwerfe, dieser Eigenschaft, und zwar mit Gewalt, dann heißt das, dass ich mich in diesem Maß zum Embryo gemacht habe.

Embryo zu sein ist eine sehr große Anstrengung: Über sein ganzes Verlangen zu empfangen hinweg nimmt er den Verstand des Höheren an und ist bereit, dass der Höhere ihm zu hundert Prozent gibt¹¹. Sagen wir, nu, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, sagen wir Yaakow: Statt zu sagen, dass er der Kopf der Gemeinschaft sein will, sagt er jetzt: Ich will der Allerkleinste in der ganzen Gemeinschaft sein. Was es in der Gemeinschaft gibt, nehme ich an; was sie denken, werde ich denken; was sie tun, werde ich auch tun – alles, alles, alles, vom Anfang bis zum Ende. 41:59

In Gedanken, in Taten, in allem will ich das, gegen all meine Impulse, die das Gegenteil wollen. Es ist völlig in Ordnung, dass ich nicht einverstanden bin. Dass ich nicht einverstanden bin, ist ein Zeichen, dass ich später groß sein kann. Aber jetzt, in der ersten Phase der Korrektur, muss ich Embryo sein. Die Gruppe ist wie eine Mutter; ich muss in sie hineingehen wie ein Embryo, damit sie mit mir machen, was sie wollen. Was heißt, dass sie mit mir machen? Dass ich mit aller Kraft die Bedingungen und Gesetze aufnehme, die es in der Gemeinschaft gibt.

Und ich habe dazu keinerlei Kritik, keinerlei Kritik. Sich keine Kritik erlauben, nur aufnehmen, so wie ein Embryo nur aufnimmt. Nur aufnehmen, was es in der Gemeinschaft gibt: Eigenschaften, Beziehungen, Gedanken. Lernen, so wie ein Kind lernt, das an einen Ort kommt: „Aha”. Das macht es ohne Intellekt. Sie sagen „la la la”, es sagt „la la la”. „Bu bu bu”, es sagt „bu bu bu”. Warum? Weiß nicht, einfach so. Es ist wie ein Affe, es wiederholt einfach, was die Großen haben; was bei den Großen so ist, wiederholt es und kopiert es auf sich.

In der ganzen Natur gibt es keine andere Art, wie man lernen kann, nur durch Beispiel. Auch hier: Wenn ihr einander ein Beispiel gebt, kann er … Warum sage ich, man muss den größten Betrüger spielen? Wenn er dir vorspielt, dass er dich liebt und dein Bestes will und bla bla bla, dann nimmst du das von ihm auf, dein Tier spürt es als etwas Echtes. Und dann kopierst du es wie ein Affe oder ein kleines Kind. 44:03

Innen ist er ein Betrüger, völlig in Ordnung, jeder in der Gruppe ist ein Betrüger. Aber jeder soll dem anderen eine Rolle vorspielen, ja? Eine schöne Rolle, als wäre er ein Heuchler, sozusagen mit einer schöneren, höheren Maske, von einer höheren Stufe. Dann kopiere ich die höhere Stufe auf mich. Das ist alles. Liebe ich dich? Nein. Wenn ich dich lieben würde, bräuchte ich keine Gruppe und gar nichts; eine solche Gemeinschaft würde sich automatisch bilden.

Wir müssen einander vielmehr ein schönes Verhalten zeigen. Was heißt schön? Von einer höheren Stufe. Wenn ich eine höhere Stufe spiele, ist es bei dir schon kein Spiel mehr: Du bist von mir beeindruckt, als wäre ich wirklich auf einer höheren Stufe, du kopierst das auf dich und steigst dadurch wirklich auf. Ich schaue dich an, oho, und fange auch an aufzusteigen; statt zu spielen, fange ich schon an, das … Das ist alles.

Wie bei Babys, darin gibt es nichts Spirituelles, das ist alles Materialität. Auch zu Hause: Wenn du deinen Kindern Erziehung geben willst, ist die einzige wirklich wahre Erziehung, dass du ein Beispiel gibst. Ein Mensch wächst nur durch das Beispiel des anderen, nichts anderes wirkt auf ihn¹¹, gar nichts. Die Russen dachten, man kann auch ohne Beispiel erziehen: Wir alle werden Betrüger sein, aber der nächsten Generation sagen wir, dass sie ehrlich und wahrhaftig sein soll.

Schüler: …

Rav: Ja, du siehst, was passiert ist. Das hält nicht.

46:19

Schüler: Was kann man tun, damit ein Mensch nicht selbst anfängt, an das Beispiel zu glauben, das er gibt?

Rav: Sehr gut, wenn er anfängt, an das Beispiel zu glauben, das er gibt, na und? Nach und nach wird das zur zweiten Natur.

Schüler: Er wird vergessen, dass er selbst ein Betrüger ist.

Rav: Dann ist er schon kein Betrüger mehr, was gibt es da zu vergessen? Ich frage: Wie lernt ein Kind – vergisst es oder vergisst es nicht?

Schüler: Ein Kind, auf das man nicht aufpasst, tut, was es wirklich will. Dass nicht … man will einen anderen Lohn. Wenn wir anfangen zu glauben …

Rav: Nein. Dass du das nur wegen der Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer tust und der Schöpfer in all diesen Beziehungen gegenwärtig ist, das sind wir … Muss ich das jedes Mal auch wiederholen? Gut, dann habe ich es wiederholt. Nicht das …

Schüler: Nicht Sie müssen es wiederholen. Sondern wie ein Mensch für sich selbst, innerhalb …

Rav: Was dich verpflichtet, das zu tun, das muss zuerst kommen.

Schüler: Also die Frage: Wie bewahrt man, dass das die Hauptsache bleibt, mit all den Spielen – das ist ja alles in Ordnung –, aber solange es das Spiel gibt, ist doch eigentlich das das Wichtige?

Rav: „Es gibt niemanden außer Ihm”, das muss sein. Was soll man machen. Wie? Ich sage es dir. Man kann keine Handlung anfangen, wenn man nicht spürt, dass man mit dem Schöpfer im Frieden ist. Du musst dich persönlich zuerst in den Zustand bringen, dass „es niemanden außer Ihm gibt” und dass Seine Gegenwart und Seine Herrschaft über die ganze Wirklichkeit mich verpflichten, so und so zu handeln. Und dann handelst du.

Schüler: Ist das im Grunde die ganze Vorbereitung?

Rav: Das ist Vorbereitung. Aber die Gemeinschaft soll dir helfen, diesen Gedanken festzuhalten, diese Vorbereitung. Deshalb – ich höre, dass ihr euch hier gegenseitig an alle möglichen Gruppen, alle möglichen Dinge erinnert, und ihr vergesst, am Anfang des Satzes „mit Hilfe des Schöpfers”¹² zu sagen. Aber „mit Hilfe des Schöpfers” in unserem Sinn, verstehst du, nicht einfach so, weil man das so festgelegt hat. „So der Schöpfer will” und solche Dinge – das ist nicht einfach so, nicht einfach so, sondern du beziehst Ihn wirklich in alles ein, in allem gehst du nach Seinem Weg.

Vorleser: … Sohar.

Rav: Den Sohar schaffen wir heute auch nicht mehr. Nu, kurz.

49:40

Schüler: Kurz. Am Anfang der Lektion haben Sie gesagt, dass wir … das Offenbarwerden schlechter Dinge … auch gegenüber der Gemeinschaft. Wie verbindet man hier diese beiden Punkte …?

Rav: Ich darf jetzt nicht mit der Kritik zum Freund und zur Gemeinschaft kommen, und doch zeigen sich mir ständig schlechte Dinge, alle möglichen Beschwerden. Das ist so, weil ich mich gerade ihnen zum Trotz ständig so verhalte, dass ich keine Kritik zeige, sondern mich der Gemeinschaft unterwerfe. Das ist die Arbeit, die … Was sind die neun Monate bis zur Geburt? Neun Monate ist man in der Mutter, bis man wächst. Was gibt es da zu wachsen, er annulliert sich doch, und fertig?

Man gibt dir mehr Verlangen zu empfangen, und du annullierst; mehr Verlangen zu empfangen, und du annullierst; mehr Verlangen zu empfangen, und du annullierst. Bis die ganze Awiut de Shoresh – darin gibt es Millionen von Unterscheidungen, alle Unterscheidungen, die du von jetzt bis Ejn Sof¹³ hast –, bis all diese Unterscheidungen in der Awiut de Shoresh jetzt in der Zeit des Ibur hereinkommen und du sie annullierst. Was heißt Zeit des Ibur, Awiut de Shoresh? Dass du auf das ganze allgemeine Verlangen von Ejn Sof, das zu dir gehört, jetzt einen Zimzum machst und dich nicht damit beschäftigst, auf jedes einzelne, auf jedes Detail. Das summiert sich zu neun Monaten bis zur Geburt.

Du sagst also: Mir kommt ein nicht guter Gedanke, wie kann ich …? Genau wenn du mit ihm machst, was ein Embryo macht, hast du wieder einen Moment im Leben des Embryos durchlaufen, verstehst du? Und so sammelst du neun Monate.

Nu.

Schüler: Rav, darf ich fragen?

Rav: Nu.

Schüler: Eine kleine Frage. Ist die Meinung des Höheren etwas Festes, oder muss sie etwas Dynamisches sein? Das heißt, der Verstand meiner Gruppe, das Set an Gesetzen, das wir festlegen …

Rav: Die Meinung der Gruppe muss auch ständig … kann sich ändern. Nicht „muss”, sie kann sich ändern, je nachdem, wie weit ihr versteht, was die Struktur des Schöpfers ist, wer Er ist. Was muss man im Grunde wirklich tun? Was sind die ersten Neun des Schöpfers, die Malchut auf sich kopieren muss? Das müssen wir wissen und auf uns, auf die Gruppe, kopieren.

Das Beispiel dafür ist die Chewra Kadisha¹⁴ von Rabbi Shimon: Jeder war ausgeprägt eine bestimmte Eigenschaft von den neun Sefirot – Rabbi Yossi, Rabbi Chija, Rabbi Aba, alle so, jeder einzelne. Rabbi Shimon hat sie sozusagen gesammelt.

(Ende der Lektion)