Tägliche LektionSep 20, 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 27 (1989) (30.09.2003)

Rabash. Artikel 27 (1989) (30.09.2003)

Sep 20, 2026

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Morgentranskript 30.09.2003

Buch „Schriften von Rabash", Band 2,
Artikel „Rabash, Welche Rolle spielt das Leiden in der Arbeit?"

Wir haben einen Artikel aus Shlavei HaSulam gehört, Band 4, der zum Teil über Jom Kippur gehört. Der Artikel „Welche Rolle spielt das Leiden in der Arbeit?": Geht es ohne Leiden? Was ist die Quelle der Leiden? Wodurch entstehen sie, und wodurch werden sie geheilt? Wir bestehen aus dem Verlangen zu genießen, aus dem Verlangen, Freude und Genuss zu empfangen. Wenn wir also die Freude und den Genuss nicht bekommen, die wir nach der Natur unserer Erschaffung wollen, dann fühlen wir dementsprechend das Gegenteil, und das nennt man Leiden.

Das heißt: Fehlende Fülle ist Leiden, das Gefühl der Fülle ist Genuss. Wir bestehen aus dem Material des Verlangens zu empfangen, und dieses Material wurde vom Licht erschaffen. Die Anwesenheit des Lichts, das Gefühl des Lichts im Verlangen zu genießen, wird als Genuss empfunden. Anders gesagt: Das Gefühl des Schöpfers im Geschöpf wird als Genuss empfunden, und die Verhüllung des Schöpfers im Geschöpf wird als Leiden empfunden. Und so muss es auf allen Ebenen sein, in allen Welten — das ist im Grunde die Verbindung zwischen dem Licht und dem Verlangen. Das gibt es schon, bevor wir uns selbst kennen. Das ist die Natur: Alle unsere Korrekturen und alle Verderbnisse, die kommen, kommen auf diese Natur, und diese Natur kann man nicht ändern. 02:29

Dazu sagt Baal HaSulam im Artikel „Die Gabe der Tora": Woher kommen zu uns Leiden und Genüsse? Er sagt, nach dem Gesetz von Wurzel und Zweig. Weil wir durch das Direkte Licht aus der Wurzel erschaffen wurden, durch die 4 Bchinot des Direkten Lichts, wird alles, was es in der Wurzel gibt, von uns als angenehm, als Genuss empfunden. Und alles, was sich in der Wurzel nicht findet, was es in der Wurzel nicht gibt, empfinden wir als Leiden.

Aber der Schöpfer wollte das Geschöpf nicht auf einer solchen Stufe lassen, dass es nur Leiden oder Genüsse empfängt oder nur Genüsse empfängt. Es soll durch das Gefühl der Genüsse oder Leiden zu etwas Höherem kommen. Deshalb hat der Schöpfer das Geschöpf so erschaffen, dass es Genüsse oder Leiden empfindet. Denn durch diese eine Unterscheidung kann der Mensch, kann das Geschöpf sich bis zur Höhe der Stufe des Schöpfers selbst ausrichten².

Die, die einen Antrieb bekommen, bis zur Stufe des Schöpfers aufzusteigen, empfinden Genüsse und Leiden nicht daraus, dass sie ihrem Material nach erfüllt oder leer sind, sondern aus etwas anderem. Was heißt „aus etwas anderem"? Wenn unser Material nur fühlt, ob es mit dem Gefühl des Schöpfers gefüllt oder davon leer ist, und ob das für es gut oder schlecht ist — was soll es denn noch geben? Es soll noch etwas geben: nicht ein Gefühl, sondern eine Koma³. Um das Geschöpf auf die Stufe des Schöpfers zu bringen, in den Zustand, in den Rang des Schöpfers, muss es seine Unterscheidung in Genuss und Leiden austauschen: Genuss und Leiden sollen nicht aus dem Gefühl des Schöpfers kommen, sondern zum Genuss oder zum Leiden soll ihm die Angleichung der Form werden, also die Dwekut mit dem Schöpfer. 06:03

Und sein früheres, natürliches Gefühl — den Schöpfer selbst zu fühlen oder nicht zu fühlen — soll ihm als Kraftquelle dienen, um höher zu kommen, zur Angleichung der Form. Wenn ein Mensch anfängt, die Offenbarung des Schöpfers in sich als Treibstoff zu fordern, als Erkenntnis der Größe, sodass ihm daran nicht wichtig ist, was er fühlt, sondern er es fühlen muss, um seine Entwicklung weiterzuführen — wenn er also aus dem Gefühl der Größe des Schöpfers, aus dem Genuss, den er vom Schöpfer bekommt, dem Schöpfer zurückgeben und geben will und auf diese Weise zur Angleichung der Form kommen will, dann kommt er wirklich zur Angleichung der Form voran, zur Dwekut.

Dann öffnet sich ihm der Schöpfer wirklich und hilft ihm, indem er dem Menschen Wichtigkeit gibt, ihm hilft voranzukommen. Und das gilt nicht für alle, sondern, wie Rabash hier sagt, für die, die in gewissem Maß, in gewissem Sinn schon „Israel" heißen. Das heißt, sie haben ein Sehnen, eine Richtung, zur Angleichung der Form an den Schöpfer zu kommen. Nicht solche, die den Schöpfer suchen, damit es ihnen gut geht, um irgendwelche Leiden zu vermeiden, um der Ungewissheit zu entkommen, um Sicherheit zu finden. Sondern die, die den Schöpfer nicht aus der Ausrichtung auf sich selbst suchen, damit sie etwas davon haben, sondern nur um der Angleichung der Form willen, nur damit sie Dwekut haben. 08:40

Auch die Dwekut und die Angleichung der Form stellen wir uns vorerst trotzdem als Genüsse für uns selbst vor, als angenehme Dinge für uns selbst — anders können wir es uns vorerst nicht vorstellen. Später bekommt das nach und nach einen anderen Charakter. Und wer vorankommt und schon „Israel" heißt, dem offenbaren sich entsprechend dem Stand seines Fortschritts seine Wurzeln. Für den Fortschritt, um „Israel" zu sein: Die Wurzeln, die über dem Zustand „Israel" stehen, heißen „Jakob", und Jakob ist eigentlich der Kleine, und danach wird „Israel" groß. Wodurch wird aus Jakob, der ein Ergebnis von Abraham und Isaak ist, „Israel"? Durch Esau. Das heißt, im Menschen muss sich die positive Kraft offenbaren, also die Anziehung zur Spiritualität, die „Jakob" heißt. Und in ihm muss die negative Kraft sein, die sozusagen negative, die ihn zieht, ihn verwirrt, die ihn vom Weg zum Schöpfer abbringen will, davon, sich anzuhaften, dem Schöpfer ähnlich zu werden — und das heißt „Esau".

Diese beiden Kräfte, die beide nützlich sind, können im Menschen nur nach der Methode richtig angewandt werden, die „durch Tora und Mizwot" heißt. Was heißt „durch Tora und Mizwot"? Alle Mittel, die ein Mensch aus Büchern und von Autoren lernt und die ihm nützen und helfen können, zur Spiritualität zu kommen, die erste Obere Kraft zu bekommen, um dem Schöpfer ähnlich zu werden — das heißt in unserem Zustand „Tora und Mizwot". 11:05

Später, wenn man schon zur Spiritualität kommt, fängt man an, spirituelle Kräfte zu bekommen, schon einen Massach, also jenseits des Machsom. Dann fängt man wirklich an, spirituelle Kräfte zu benutzen, spirituelle Unterscheidungen, Obere Lichter. Alle Mittel, die wir dann machen, heißen „Mizwot", und dazu das Licht, die Tora, das Obere Licht, das uns hilft, sie zu erfüllen. Alle Gefäße, die wir von Esau bekommen, können wir dann durch die Absicht, um zu geben, von Jakob korrigieren, und so werden Esau und Jakob zusammen bei uns zur Bchina „Israel".

Das kommt nach einem großen Kampf, in dem Jakob mit dem Engelsfürsten Esaus kämpft. Aber gerade in den Menschen, die vorankommen, die vorankommen wollen, die „Israel" sein wollen — Jaschar-El, hin zur Vereinigung mit dem Schöpfer —, gerade in diesen Menschen erwachen die gegensätzlichen Kräfte: Jakob und Esau, Israel und die Völker der Welt und so weiter. Und beide sind nützlich. Es kann keine Tora und keine Mizwa geben außer in der Arbeit an der Bchina Esau, an der Bchina der Völker der Welt. Ohne sie gibt es keine Gefäße für Jakob, also für die Absicht, um zu geben, um tatsächlich zum Geben zu kommen, zur Angleichung der Form.

Deshalb bekommt ein Mensch, der den Weg anfängt, sicher sehr viele Störungen. Störungen auf allen möglichen Ebenen. Vorerst, bis er zum Machsom kommt⁴, liegen diese Störungen auf der Ebene, auf der er sich befindet. Es sind Störungen aus denselben Verlangen: aus Essen, aus Sex, aus dem Sehnen nach Geld, nach Ehre, nach Wissen, nach Herrschaft, nach was auch immer in dieser Welt. Und plötzlich sieht er, dass er von hier und von dort geworfen wird, und fängt richtig an, verrückt zu werden vor lauter Verwirrungen, die plötzlich durch ihn hindurchgehen. Und man muss wirklich daran denken: Nur den Menschen, die tatsächlich Kraft und Fähigkeit haben, die das richtige Verlangen haben, für die die Zeit schon gekommen ist, zur Anhaftung an den Schöpfer zu kommen, zur Angleichung der Form, zur Dwekut — nur diesen Menschen werden von oben die Kräfte Esaus geschickt, und indem er sie überwindet, kommt der Mensch voran.

In der Arbeit mit diesen Kräften der linken Seite, mit den Gefäßen des Empfangens, gibt es mehrere Arten. Es gibt die Art, dass ein Mensch wartet, bis diese Kräfte in ihm erwachen, und bis er dann vielleicht eine Antwort auf sie findet. Eine andere Art ist, dass er schon im Voraus sucht, wodurch er vorankommen kann, wo diese Kräfte sind, die ihn stören können, wo er noch nicht in Vollkommenheit mit dem Schöpfer ist. Das ist wie ein Alter — Rabash sagt, wie ein Alter, der schon im Voraus sucht, was ihm sozusagen verloren gegangen ist, und dabei so aufrecht geht… nein, aufrecht geht, ja. 15:36

Schüler: Gebeugt.

Rav: Gebeugt, Entschuldigung, genau. Dann wartet er nicht, bis in ihm die Gefäße Esaus erwachen, sondern sucht schon jetzt im Voraus, womit er seine Verbindung zum Schöpfer noch vervollständigen kann. Und wenn er das sucht, erweckt er wirklich alle Schritte nach vorn, alle Zustände, die auf ihn warten. So spart er Zeit, wie es heißt: Israel beschleunigt die Zeiten.

Das ist im Grunde unsere ganze Arbeit. Wenn wir warten, bis die Zustände über uns hereinrollen, dann handeln wir sozusagen nicht, sondern reagieren nur. Anders, wenn wir suchen, wo wir uns noch vervollständigen können, also Verlangen zu entdecken, die in der Verbindung zum Schöpfer in uns noch nicht korrigiert sind: Damit beschleunigen wir die Zeiten, und das ist wirklich hauptsächlich unsere Arbeit. Und sicher kann ein Mensch dazu nur erwachen und das nur nötig haben, wenn die Umgebung ihn unterstützt, wenn sie dieses Verlangen in ihm erweckt. Nur unter dieser Bedingung kann ein Mensch die Zeit wirklich verkürzen und in dem Gilgul⁵, in dem er den Weg anfängt, den Weg auch zu Ende bringen, also zur wahren und vollkommenen Dwekut mit dem Schöpfer kommen. 17:46

Dann ergibt sich: Das ganze Material, das durch das Licht und durch das Gefühl des Schöpfers erschaffen wurde, füllt sich mit dem Gefühl des Schöpfers — aber es füllt sich dafür, um mit dem Schöpfer selbst zu verschmelzen, und nicht nur, um Ihn als angenehm zu fühlen. Der Mensch erwirbt damit auch die ganze Fülle des Schöpfers in sich, sodass der Schöpfer sich in das Geschöpf kleidet, und er erlangt auch die Stufe des Schöpfers. Wie geschrieben steht: „Kehrt zurück, Söhne Israels, bis zum Schöpfer, eurem Schöpfer."⁶ Das war's.

Ja.

Schüler: Jedes Mal, wenn ich von Ihnen etwas darüber lese oder höre, dass es im Menschen zwei Kräfte gibt und die eine Kraft ihm Störungen bereitet — so wie in dem Zustand, über den wir heute gesprochen haben —, nehme ich mir daraus eine Rechtfertigung für meine innere Faulheit. Was kann ich tun, damit mir das nicht so einen Trost gibt und mir die Zeit verlängert?

Rav: Du sagst, jedes Mal, wenn du hörst, dass auch die negative Kraft von oben, vom Schöpfer kommt, bringt dir das eine gewisse Faulheit. Denn wenn beide Kräfte vom Schöpfer kommen, dann ist sie nicht so schlecht, sie ist auch eine gute Kraft, eine nützliche Kraft. Dann wird sie sich offenbaren, so wie die gute Kraft sich offenbart, so offenbart sich sozusagen auch die schlechte Kraft. Vom Schöpfer aus gibt es wirklich keine schlechte und keine gute Kraft, von Seiner Seite sind es zwei gleiche Kräfte. Aber bei uns werden diese Kräfte so übersetzt, gemäß meinen Gefäßen.

Wenn sich mir Verlangen offenbaren, durch die, mit deren Hilfe ich mich an den Schöpfer anhaften kann, dann heißen sie gute Verlangen, und ich freue mich und verbinde mich mit der Elokut⁷, mit dem Schöpfer. Wenn diese Verlangen das Gegenteil sind und sich in mir als Störungen offenbaren — vorerst sind sie Störungen, und zwar Störungen, die mich wirklich vom Schöpfer trennen —, dann bin ich einfach… Warum sollte ich sie nicht hassen? Weil ihre Quelle der Schöpfer ist.

Deshalb sind sie in ihrer Quelle sozusagen gut, aber ich bin noch nicht dahin gekommen, wohin ich kommen muss. Im Gmar Tikun, in der Welt Ejn Sof, vereinigt sich sicher alles: Es gibt kein Schlecht und kein Gut, keinen Nichtjuden und keinen Juden, kein Israel und keine Völker der Welt, alles vereinigt sich zu einem. Und gerade umgekehrt: In den schlechtesten Gefäßen gibt es dort die größte Offenbarung des Lichts. Aber das ist im Gmar Tikun. Wenn du fühlen würdest, dass das von zwei fremden, verschiedenen, entgegengesetzten Kräften kommt, die miteinander kämpfen, und du wirklich entweder an der Kraft des Schöpfers haftest, dorthin geworfen wirst, oder an der schlechten Kraft, der, sagen wir, Pharao gegenübersteht⁸, dann hättest du in dir einen gewissen Zorn und eine gewisse Wucht zu kämpfen. So aber, weil der Schöpfer mit dir spielt und beide Kräfte schickt und du das nicht vergessen darfst, wirst du in so einem Kampf schwach, weil er dir wie ein Spiel vorkommt, nicht echt. 21:41

Warum hat der Schöpfer das so gemacht? Zunächst einmal verstehen wir das. Wir verstehen es nicht nur, wir dürfen auch nicht vergessen anzuerkennen, dass es so ist. Das verdirbt uns ja wirklich das Verhältnis zum Feind: Er ist schon kein Feind mehr. Er ist nur eine äußere Kleidung desselben Schöpfers, der sich in einer Form offenbart, die uns stört. Alle diese Kräfte sind im Grunde Engel, in die der Schöpfer sich kleidet. Was ist der Schöpfer? Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Die Kraft des Gebens kleidet sich in uns, kleidet sich in all diese verschiedenen, entgegengesetzten Formen, und dadurch bewegt sie uns.

Wenn ich also weiß, dass sagen wir die linke Hand mir einen Schlag gibt und die rechte Hand mich umarmt, die linke Hand aber vom selben Schöpfer kommt — warum sollte ich sie dann nicht küssen, obwohl sie mir einen Schlag gibt? Das ist im Grunde die Frage, ja? Der Schöpfer gibt uns dieses Verständnis, dass Er sowohl im Bösen als auch im Gerechten ist. Auch in dem, der die Sintflut macht — wie geschrieben steht, dass Er in der Kraft der Sintflut saß —, dort ist der Schöpfer. Wir müssen das wissen und gerade die ganze Zeit Seine Einzigkeit bewahren, wie er im Artikel „Es gibt keinen außer Ihm" schreibt: Ich muss wissen, dass alles, was zu mir kommt, von Ihm kommt.

Und ich muss sehen, wo diese Dinge in mir nicht in Vollkommenheit sind. Ich muss nicht mit Esau kämpfen oder mit irgendeinem anderen Bösen, in welcher Form auch immer, egal welcher. Esau ist sozusagen die Wurzel der nicht… die Gefäße sind nicht korrigiert. Sondern ich muss damit kämpfen, dass ich in ihm nicht die positive Kraft sehe und dass ich mich auch durch ihn an den Schöpfer anhafte. Das heißt, ich muss ihn nicht hassen. Ich muss meine unkorrigierten Eigenschaften hassen, wegen derer ich in diesem Esau noch nicht den Schöpfer selbst sehe. 24:25

Das ist vielleicht ein feiner Punkt, aber der charakteristischste Punkt auf unserem Weg. Es kann sein, dass die ganze Welt die Idee versteht, sie aber nicht richtig umsetzt. Und das erklärt er uns in diesem Artikel „Es gibt keinen außer Ihm", der die Grundlage unserer ganzen Arbeit ist. Wir müssen nicht die Kräfte selbst hassen. Nicht umsonst sagt man, dass unsere Arbeit innerlich ist, mit all diesen inneren Kräften in uns. Es gibt keine Kräfte von außen. Jemand tut mir Schlechtes — was heißt, jemand tut mir Schlechtes? Jemand außer mir, das ist der Schöpfer.

Ich muss mein Verhältnis korrigieren, durch meine innere Korrektur diese Sache als gut sehen und annehmen. Es ergibt sich, dass Esau, der Todesengel, zum Engel des Lebens wird, zum heiligen Engel — dadurch, dass ich mich anders zu ihm verhalte, und nicht dadurch, dass er anders wäre. Die Gefäße des Empfangens, die mich jetzt zu allen möglichen Genüssen ziehen und mich vom Schöpfer trennen wollen — sie wollen mich gar nicht vom Schöpfer trennen. Sie offenbaren sich als Gefäße des Empfangens, aber weil ich keinen Massach habe, keine Fähigkeit, sie richtig zu benutzen, werden sie in mir, mir gegenüber, so empfunden, dass sie mich vom Geben trennen. Aber sobald ich einen Massach habe, offenbaren sich dieselben Gefäße zum Guten, zur Dwekut, zum Licht.

Das heißt: Dass mir ein Massach fehlt, dass mir Kräfte, Einsichten, schöpferische Kräfte⁹ und Mittel fehlen, um die linke Seite richtig zu benutzen, heißt nicht, dass die linke Seite schlecht ist. Die linke Seite ist nicht schlecht; sie erscheint von meiner Seite aus schlecht, aus dem Mangel meiner Gefäße, aus dem Mangel meiner Fähigkeiten. Deshalb darf es uns nicht schwächen, dass wir sehen müssen, dass sowohl links als auch rechts vom Schöpfer kommen. Wir dürfen nicht vergessen, dass sie aus einer Quelle kommen. Sie kommen aus einer Quelle, aber bei mir sieht es so aus, als würden sie sich noch nicht zusammenfügen — und das ist schlecht in mir, nicht in ihnen, in rechts und links.

Du sagst zu Recht: Hätte ich einen natürlichen Hass auf den Feind, auf links, so wie ich natürlichen Hass auf den habe, der mir in dieser Welt schadet, dann würde ich darin sehr viele Kräfte finden. Aber du würdest Kräfte im Netz des Empfangens¹⁰ herausholen, nicht im Netz des Gebens. Du würdest Kräfte finden, weil es gegen mein Ego geht, gegen mein „Ich". Er will mich zerstören, er kommt, weil er mich töten will. Hier aber kommt dieser Esau gegen die Einzigkeit des Schöpfers in deinen Augen. Du kämpfst hier also für die Einzigkeit des Schöpfers in deinen Augen, du kämpfst darum, mit dem einzigen Schöpfer verbunden zu sein, du kämpfst darum, eine Verbindung mit Ihm zu haben, mit dem Einzigen, der alle Kräfte schickt, die dir entgegengesetzt erscheinen. 28:59

Deshalb heißt dein Krieg „Krieg des Schöpfers gegen Amalek"¹¹ und nicht, sagen wir, Krieg Michaels gegen Amalek, nein. Ich kämpfe darum, dass die Einzigkeit bei mir nicht auseinanderfällt, dass gerade aus dem Schöpfer beide Kräfte hervorgehen. Und dass ich kein natürliches Verlangen habe, keinen solchen Hass auf den, der mir Schlechtes tut, und richtig Ambitionen und… es stimmt, dass ich das nicht habe, weil er nicht mein „Ich" trifft, sondern meine Verbindung mit dem Schöpfer. Sicher habe ich auf natürliche Weise keine Kräfte dafür, aber gerade hier brauche ich den Schöpfer, ich brauche so etwas wie die Hände des Schöpfers, die Hände Moses. Denn er braucht jetzt die Kräfte von oben.

In ihrem Krieg gegen Amalek? Ich muss mich also wirklich mit dem Schöpfer verbinden. Es ist nicht so, dass ich natürliche Gefäße hätte, dass das der Feind aller meiner Feinde wäre, den ich mit meiner Kraft und meinem Stolz richtig zerschmettere, nein. Jetzt sehe ich, dass es mir nicht einmal wichtig ist, ob er sich so offenbart oder nicht. Das heißt: Hätte ich die Wichtigkeit des Schöpfers, wäre mir Seine Einzigkeit und der Punkt der Dwekut mit Ihm das Allerwichtigste, dann würde ich in Ihm die Kräfte finden, ich würde die Kräfte von Ihm fordern, die Kräfte des Glaubens, und würde mit ihnen gegen Esau kämpfen. Jakob kann das nicht, er ist klein, er ist schwach. Das war's.

Das ist der ganze Punkt: dass ich dann zu meiner Forderung an den Schöpfer komme. Denn für diesen Punkt, den Punkt des Krieges, den Punkt, alles auf Ihn hin zu vereinen — ja, dass auch links kommt, dass Esau von Ihm kommt —, dafür habe ich selbst überhaupt keine Kraft. Das ist sozusagen nicht mein Feind, das ist Sein Feind, der Feind des Schöpfers. Er wird unter der Bedingung zu meinem Feind, dass mir der Punkt der Einzigkeit über alles wichtig ist. Dann fordere ich dafür Kräfte. Und durch das Fordern der Kräfte verbinde ich mich zuallererst mit dem Schöpfer, denn ich fordere die Kräfte von Ihm, weil es keinen außer Ihm gibt. Er schickt diese Störungen, und bei Ihm sind alle Kräfte, um zu kämpfen und zu siegen.

Dadurch, dass ich mich mit Ihm verbinde, also mich mit dieser Quelle verbinde, die die einzige ist — weil ich die Kräfte zur Vereinigung von Ihm fordere —, baue ich selbst diese Eigenschaft, baue ich diese Korrektur: einer, einzig und einzigartig. Ich verstehe auch, worin Er bei mir nicht einzig ist, und gegen diese Nicht-Einzigkeit kämpfe ich. Das heißt, ich fange wirklich an, Ihn zu verstehen: wie bei Ihm diese beiden Kräfte nicht als entgegengesetzt erscheinen, und so komme ich wirklich auf Seine Stufe. Und das wieder nur unter der Bedingung, dass ich Ihn von vornherein nicht nur als die gute Kraft ansehe. Auch die schlechte Kraft, die bei Ihm einzigartig ist, zusammen vereint, ja? Bei Ihm vereinigt sie sich, bei mir nicht. Mir gegenüber ist es nicht so. Das war's. 33:24

Das ist etwas sehr Grundsätzliches, das ist im Grunde der ganze Punkt unserer Arbeit. Außer diesem Punkt gibt es nichts, alles Übrige ist nur seine Umsetzung. Außer der Vereinigung des Schöpfers müssen wir nichts tun: die ganze Wirklichkeit, die sozusagen um uns herum ist, zu vereinen und uns selbst in diese Vereinigung einzuschließen.

Das ist ein Punkt, der die ganze Zeit verschwindet. Um gerade zu ihm voranzukommen und nicht zu allen möglichen anderen Unterscheidungen, müssen wir wirklich wie ein Alter so gebückt gehen und ihn suchen. Diesen Punkt suchen: Wo finde ich ihn? Was heißt, wo ich ihn finde? Wo sind die entgegengesetzten Verlangen… Plötzlich, wenn du anfängst, dich auf ihn zu beziehen, verschwinden dir plötzlich die entgegengesetzten Verlangen. Plötzlich vereinigt sich alles, und du fragst schon: Wo ist denn mein Esau? Nu, er soll kommen und mir helfen. Er ist schon verschwunden. Auch das fängt an, ein Problem zu sein. Nicht umsonst geht der Weise gebückt und sucht.

Ja.

35:09

Schüler: Was soll man machen…

Rav: Was soll man mit so großen Leiden machen, dass man nicht an den Schöpfer denken kann. Es kann nicht sein, dass der Schöpfer so große Leiden schickt, dass man nicht an Ihn denken kann. Das kann nicht sein. Denn alles, was Er schickt, ist zielgerichtet. Und auch wenn du in irgendeinem Fall für eine begrenzte, bestimmte Zeit an gar nichts denken kannst, sondern unter den Leiden bist — die Frage ist so:

Wenn man in den Leiden ist und dabei völlig vom Gefühl des Schöpfers abgeschnitten ist, völlig vom Verständnis abgeschnitten, sich überhaupt nicht erinnert, dass Er existiert, dann heißt das wirklich doppelte Verhüllung¹², auf der letzten Stufe. Oder man fühlt dabei, dass Er mir die Leiden wohl schickt, wobei mir dieses Thema, dieses Wissen einen Moment verschwindet und einen Moment nicht verschwindet.

Dann heißt es nicht, dass die Leiden groß sind, sondern dass sich zusammen mit den Leiden der Geber der Leiden offenbart. Das ist also schon eine Offenbarung der Verhüllung, und das heißt einfache Verhüllung, nicht doppelte Verhüllung. Er offenbart dir, dass Er verhüllt ist. Das ist schon etwas. Doppelte Verhüllung heißt, dass Er vor dir überhaupt verbirgt, dass Er verhüllt ist. Und auch dort gibt es viele Arten, es ist trotzdem Arbeit. 37:06

Wenn ein Mensch fühlt, dass die Zeit nicht vergeht, dass die Zustände nicht vergehen, ist das ein Zeichen, dass er sich nicht investiert. Er investiert sich nicht in die Gruppe, ins Lernen, in die Verbreitung. Er schließt sich nicht mit weiteren Kräften um ihn herum ein.

Ja.

37:28

Schüler: Wenn ich zum Beispiel fühle, dass der Zustand von Ihm kommt, und ich die Versüßung nicht fühle, und wenn da etwas in der Arbeit fehlt — soll man in so einem Zustand die Kraft von der Gruppe erbitten oder direkt vom Schöpfer, was ja von der Gruppe kommt, um die Kraft zur Überwindung zu bekommen und alles auf Ihn hin zu vereinen? Also diese Kraft der Überwindung, die…

Rav: Kannst du die Frage in einem kurzen Satz stellen?

Schüler: Gut, die Frage ist: Wenn ich die Versüßung nicht fühle, nachdem ich sozusagen… ich fühle den Zustand, dass er von Ihm ist, ich fühle, dass es… ich fühle es nicht, aber ich fühle sozusagen, dass es von Ihm ist, aber danach habe ich keine Versüßung, das Gefühl ist trotzdem schlecht, mir fehlt etwas.

Rav: Du sagst also: Ich bin in einem Zustand, mal so, mal so, in dem der Schöpfer sich offenbart und verbirgt und mir dabei Schlechtes tut, und ich fühle, dass Er mir dieses Schlechte tut, aber es gibt nicht… ich kann diesen Zustand vorerst beenden und ihn zum Guten bringen¹³. Und jedes Mal fühle ich es so: Mir geht es schlecht, ich fühle, dass es von Ihm kommt. Es verschwindet, wieder geht es mir schlecht, ich fühle, dass es von Ihm kommt, es verschwindet, und so weiter.

Was soll man tun? Beschleunigen können wir nicht, und jede einzelne Handlung zu löschen ist verboten¹⁴. Wir müssen bei jeder einzelnen Handlung nur ihre Entwicklung zum richtigen Zustand beschleunigen. Und beschleunigen kannst du nur durch eines: jeden deiner Zustände auf diese eine Kraft hin zu vereinen, die einzig und einzigartig ist, das ist alles. Das heißt, dass du alles zur Dwekut überführst.

41:00

Schüler: Auch wenn es danach keine Versüßung gibt…?

Rav: Das gibt dir sofort Versüßung. Wenn du ein gutes Gefühl suchst.

Schüler: Nein.

**Rav:**¹⁵ Du wirst sofort ein gutes Gefühl haben. Sag mir nicht nein. Wofür arbeitest du denn sonst? Um der Vereinigung willen? Dann gibt dir die Vereinigung Versüßung. Der Artikel „Es gibt keinen außer Ihm" muss der Artikel sein, von dem ein Mensch nicht weggeht. Und mindestens alle paar Tage geht er ihn wieder durch.

Ja.

Schüler: Hier gibt es vier Spieler: Esau und Jakob, den Schöpfer und mich. Wenn ich jetzt versuche zu unterscheiden: Sind diese drei Spieler in Bezug auf mein Ich innerlich für mich oder äußerlich? Ist Esau meiner, oder bekomme ich Esau von oben?

Rav: Es gibt hier nicht vier Spieler, wie du sagst: Schöpfer, ich, Jakob, Esau. Sondern Jakob, Esau und der Schöpfer sind derselbe Spieler, und ich bin sozusagen der zweite Spieler. Sozusagen, vorerst — bis ich mich wirklich als ebenfalls einzigartig im Schöpfer entdecke. Hier gibt es keine vier Spieler, vielleicht zwei. Vorerst, für den Moment, solange ich nicht korrigiert bin.

42:32

Schüler: Vorerst sind sie äußerlich für mich, und die Korrektur ist, dass sie innerlich für mich werden?

Rav: Was heißt, dass Jakob, Esau und der Schöpfer äußerlich für mich sind? Sie alle spielen mir gegenüber, sie alle verwirren mich. Nu, und was? Ich muss sie vereinen. Sie vereinen. Dadurch, dass ich sie vereine, baue ich damit mein Gefäß. Es ist nicht so, dass ich es dort im Schöpfer mache. Wenn ich sie als eins ansehe, baue ich damit mein Gefäß. Ich bilde in mir die Eigenschaften ihnen gegenüber aus¹⁶.

Schüler: Entdecke ich sie als innerlich für mich?

Rav: Hätte ich diese Eigenschaften nicht, die dem Schöpfer, Jakob und Esau gegenüberstehen, würde ich sie nicht so fühlen, als wären sie draußen. Es ist klar: Alles, was wir als existierend fühlen, fühlen wir, weil es in uns existiert.

43:50

Schüler: Und am Ende, im Gmar Tikun, wird der Schöpfer dann in uns existieren? Das ist…

Rav: Im Gmar Tikun füllt der Schöpfer das Geschöpf. Sie sind in Dwekut, in einer Verbindung ohne Unterbrechung, in gleicher Koma, also in voller Fülle.

Schüler: Und was passiert dann mit Jakob und Esau?

Rav: Dann vereinigen sich Jakob und Esau zu einem Parzuf. Jakob sind die Gefäße des Gebens, Esau die Gefäße des Empfangens.

Schüler: Und dann gibt es weder Jakob noch Esau, weder mich noch den Schöpfer, es gibt nur Israel?

Rav: Dann gibt es dieses ganze Gefäß aus Jakob und Esau zusammen, Zehn Sefirot, und ich bin der Punkt der Malchut, und das Licht, der Schöpfer, füllt diese ganze Struktur. Das heißt Zustand Malchut de Ejn Sof.

Ja.

Schüler: Ein Mensch kommt normalerweise auf den Weg, weil er im Grunde nur vor seinen Leiden fliehen will. So fängt er an zu suchen und findet. Wie kann es später auf dem Weg eine Prüfung oder einen Hinweis geben, dass er nicht nur weiter vor den Leiden flieht, sondern wirklich um des Schöpfers willen ankommen will?

Rav: Die Frage ist also: Wie kann ich sicher sein, dass jeder meiner Schritte auf dasselbe Ziel gerichtet ist? Nimm einen Brief aus den „Briefen" von Baal HaSulam, Seite 63, und schau, dort steht es genau. Wenn du Israel, die Tora und den Schöpfer¹⁷ zusammen vereinst — also deinen Punkt, und die Richtung auf den Schöpfer hin, also die Handlung, die du jetzt ausführen wirst, und Ihn, alles zusammen —, dann ist der Schritt in die richtige Richtung und nach vorn getan.

Wir sprechen also wieder über Vereinigung. Was heißt, einen Schritt in dieser Vereinigung zu machen? Die Bedingungen, die du hast: Wenn du sie vereinst, heißt das, dass du einen weiteren Schritt gemacht hast. In einem anderen Moment haben sich die Bedingungen geändert: Vereine auch sie, und wieder heißt es, dass du einen Schritt gemacht hast. Schritte sind also jedes Mal die Vereinigungen, von denen geschrieben steht, die die Kabbalisten machen. Das sind diese Vereinigungen. Du hast vielleicht gedacht, es wäre etwas anderes.

Ja.

Schüler: Mir scheint, um den Leiden wirklich zuvorzukommen, um wie dieser Alte zu sein, brauchen wir die Größe des Schöpfers. Woher nehme ich den Mangel nach der Größe des Schöpfers? Manchmal scheint mir, dass ich ein gewisses Maß davon habe, und dabei bleibe ich stehen.

Rav: Wenn ein Mensch fühlt, dass er stehen bleibt und kein Bedürfnis nach der Größe des Schöpfers hat, überhaupt keines… dann träumt er, nu, er schläft. Das ist ein Zeichen, dass er sich nicht mit der Gemeinschaft einschließt. Das ist meistens das Hauptproblem. Denn alle Gefäße, die wir bekommen müssen, sind Gefäße, die in anderen Seelen sind — nur durch die Gemeinschaft.

Schau, wie würde ein Mensch in dieser Welt vorankommen, wenn er nicht in der Gemeinschaft¹⁸ wäre? Wie viel muss er essen? Wie viel trinken? Wie viele Frauen? Wie viele Kinder? Wie viel… Im Grunde: Wie viel wird sein Körper verlangen? Nach dem Bedürfnis des Körpers, nu, was? Weil es eine Gemeinschaft gibt, hast du ein Verlangen zu herrschen, von jemandem zu lernen, wie er genießt, mit ihnen zu reden, mit ihnen zu spielen, mit Geld, mit Ehre. Da gibt es schon Wissen, da gibt es schon das Thema Ruhm, mein Ich wächst und so weiter. Das ganze Leben über das Tierische hinaus ist nur Entwicklung durch die Gemeinschaft.

Wenn ich in irgendeinem Dorf bin, was brauche ich dann in so einem Dorf? Nu, wie mein Nachbar, so auch ich. Ich komme in die Stadt: Oho, wie die Leute leben, was sie haben, schau mal, wie er ist und wie er das macht… So sind wir in der Gemeinschaft der Kabbalisten. Wenn die Gemeinschaft der Kabbalisten mir alle möglichen Beispiele geben kann, wie sie zur Spiritualität vorankommt, dann bekomme ich daraus Kräfte und daraus Verlangen. Sie müssen mir diese Sache, die Spiritualität, auf alle möglichen Arten bewerben: dass es sich lohnt und wert ist, und schau, wie ich genieße, und was ich mache, und so. Das muss wirklich eine Gemeinschaft sein, wie eine menschliche Gemeinschaft¹⁸ um den Menschen herum.

Aber wenn es um den Menschen herum keine solche Gemeinschaft gibt, das heißt, er sieht sie nicht, fühlt sie nicht, hält nichts von ihr, verbindet sich nicht mit ihr, will nicht von ihnen lernen, dann bleibt er mit seinem Körper. Das ist wie einer im Dschungel: Mir reicht, was ich habe. Das ist alles. Dann gibt es sicher keinen Fortschritt.

Ja.

49:50

Schüler: Die Frage betrifft das Suchen der schlechten Dinge, um sie zu korrigieren. Es gibt ja das Thema: Ein Mensch darf sich nicht in Gefahr bringen. Und wenn ein Mensch sozusagen… ein Mensch kann darin versinken.

Rav: Ich weiß nicht, wovon du redest. Du bist ein Talmid Chacham¹⁹, du nimmst irgendeinen Satz: „Ein Mensch darf sich nicht in Gefahr bringen." So steht es wirklich geschrieben. Wovon die Rede ist, weiß ich nicht — welche Gefahr? Und was heißt, er darf sich nicht hineinbringen? Sicher: Wenn ich weiß, dass man mich dort bestimmt töten kann, dann verpflichtet mich die Tora, nicht dorthin zu gehen.

Nicht, ob ich Angst habe oder keine Angst habe, ob ich ein Held bin oder schwach oder was — es gibt eine Verpflichtung. Was heißt Verpflichtung? Dass es in der Vorsehung einen Teil des Gesetzes gibt, der sich so erfüllt. Das heißt: Wenn ich dorthin gehe, wird man mich töten. Und ich soll hinterher nicht sagen: „Wenn der Schöpfer will, dass sie töten, werden sie töten; wenn Er nicht will, werden sie nicht töten." Nein. Sondern der Schöpfer lässt an diesem Ort etwas gegen mich wirken und gibt mir den Befehl, nicht dorthin zu gehen. Und wenn ich dieses Sein natürliches Gesetz breche, nicht dorthin zu gehen — das ist die Natur, aber in meiner Wahl existiert es, sagen wir, ja, genau. Wenn ich also meine Wahl nicht nutze, um zu bleiben und das zu erfüllen, was der Schöpfer sagt, und dorthin gehe, dann darf ich hinterher nicht sagen, dass Er es so wollte, dass man mich tötet. Er wollte es nicht, oder Er wollte es doch. Er hat mir gesagt, ich soll nicht hineingehen.

Also was fragst du?

Schüler: Die Frage ist, wo das richtige Gleichgewicht liegt, um überhaupt keinen Schaden zu nehmen²⁰, und diese Probleme, die ich suche, um sie zu korrigieren, sagen wir?

Rav: Ich weiß nicht, wovon du redest.

52:00

Schüler: Ein Mensch sucht Eigenschaften, um sie zu korrigieren.

Rav: Ich suche keine Eigenschaften, um sie zu korrigieren. Wenn ein Mensch im Lernen und in der Gruppe arbeitet, muss er jeden Moment Unterscheidungen bekommen, an denen er arbeiten kann. Nu? Und wenn er das nicht macht, ist das ein Zeichen, dass er nicht genug darauf achtet, was er durchmacht.

Ja.

Schüler: Also ergibt sich, dass mein ganzes … und solche Frames, in denen der Gebende mir zeigen will, dass ich nicht gebe, und deshalb leide ich…

Rav: Mein ganzes Leben besteht aus Frames, Bildern, Zuständen, die der Schöpfer mir liefert, und ich muss jedes einzelne Bild auf Ihn hin vereinen. So komme ich von Stufe zu Stufe voran und schränke immer weiter ein, alles auf Ihn hin, bis ich ganz an Ihm hafte. Jede Stufe heißt ein Teil der Dwekut.

Schüler: Dann ist das ganze Problem…

Rav: Worin besteht die Dwekut? Darin, dass ich in Ihm alle meine Verlangen vereine, und alles, was in den Verlangen ist, und alle Kräfte, die Er mir schickt, und all die Situationen, in denen ich bin — alles, wenn ich es in Ihm vereine. Auch das „Ich" selbst, wie ich denke und wie ich verstehe und wie… Wenn alles, alles drinnen ist, was bleibt mir dann? Wo ist meine Wahl? Meine Wahl ist nur, das durch die Gemeinschaft zu nutzen.

Ich finde hier also eine Art Gefäß, das nicht in dem liegt, was der Schöpfer mir schickt, und auch nicht in dem, was ich Ihm zuschreibe. Ich habe etwas Seitliches — vielleicht versteht ihr, was ich sagen will, vielleicht kann ich es nicht rüberbringen. Ich baue, erzeuge, gebäre also ein völlig, völlig… ein Verhältnis, das völlig mein eigenes ist, das es in unserer Verbindung von vornherein nicht gibt, sondern das ich jetzt baue. Und das heißt wirklich das „Ich". Denn alles Übrige kommt von Ihm. Gedanken von Ihm, meine Gedanken von Ihm, die ganze Situation von Ihm, positive Kräfte, negative, egal — alles von Ihm.

Schüler: Was ist dann dieses „Ich"?

Rav: Das „Ich" wird daraus geboren, wie ich alles auf Ihn hin vereine. Aber es gibt hier einen Punkt, den man nicht ausdrücken kann.

Ja.

Schüler: Was ist das, wird dieses seitliche Gefäß selbstständig?

Rav: Dieses seitliche Gefäß baue ich.

Schüler: Dann gibt es also eine Verbindung zwischen mir und Ihm — was ist dieses „Ich" noch einmal?

Rav: Warten wir ab. Das war's? Was?

Schüler: Hier auf Seite 34 schreibt er: „Und der beste Rat in der Zeit des Aufstiegs ist: Wenn der Mensch fühlt, dass jetzt ein Zustand der Spiritualität da ist, und er Mängel finden will, dann soll sich der Mensch in die Tora vertiefen und die Verbindung finden, die es zwischen der Tora und dem Menschen gibt, sodass er daraus Wissen nehmen kann, wie man dem Schöpfer dient, wie geschrieben steht: ‚Auch eine Seele²¹ ohne Wissen ist nicht gut.'"

Rav: Nu?

Schüler: Was heißt „nu"?

Rav: Du hast einen Abschnitt vorgelesen. Was denn, was ist das? Das ist ein Teil von dem, was Rabash geschrieben hat. Nu, und was ist damit?

Schüler: Was ist das für ein Rat, … Mängel zu finden, wenn man einen Aufstieg fühlt?

Rav: Was heißt, Mängel zu finden, wenn man einen Aufstieg fühlt? Das ist wie ein Alter, der die ganze Zeit so geht, als würde er etwas suchen. Das heißt: Obwohl ich in der Zeit des Aufstiegs bin und mich mit dem Schöpfer verbunden fühle und wirklich alle Verlangen, Sehnsüchte und Einsichten auf Ihn hin vereint habe, und alles, was von allen Seiten geschehen ist, alle Kräfte — alles habe ich schon so geordnet, dass ich und Er darin wirklich wie eins sind. Was weiter? Jetzt heißt es, dass ich ein Alter sein muss. Jetzt muss ich in diesem Zustand in mir selbst suchen, drinnen, in demselben Zustand: Wo noch nicht… Wo gibt es noch etwas, das ich nicht in die Vereinigung mit Ihm eingebunden habe? Was hilft mir das? Es hilft mir, sehr schnell die nächste Stufe zu entdecken.

Also weitere Mängel, die sicher in mir sind — aber nicht warten, bis sie von oben offenbart werden, sondern dass ich sie entdecke. Jetzt kannst du sagen: Ein Alter geht auf der Straße, vielleicht findet er etwas Geld oder so etwas, ja? Ich gehe jetzt so, das heißt, ich beuge mich in mich hinein, schaue in mich hinein — dort ist diese meine Welt, ja? Wo werde ich finden? Was werde ich finden? Wonach muss ich suchen? Eigenschaften, Verlangen, Kräfte, die noch nicht im Schöpfer vereint sind — wo finde ich sie?

Schüler: Und noch dazu in einem guten Gefühl. Wie?

Rav: Und noch dazu in einem guten Gefühl, wo es mir gut geht: Lass mich ein bisschen genießen, wozu muss ich jetzt nach Schlechtem suchen?

Schüler: Es gibt sozusagen keine Kraft.

Rav: Die Sache ist sehr einfach. Du bist jetzt noch in einem Zustand, in dem es dir gut geht, und weil es dir gut geht, willst du nichts Schlechtes suchen. Aber wenn es dir davon gut geht, dass du mit dem Schöpfer vereint bist, dann wirst du daraus heraus noch mehr mit Ihm vereint sein wollen. Und dann wirst du dich danach sehnen zu finden: Was kann ich noch damit vereinen? Womit kann ich mich noch stärker mit Ihm verbinden? Noch ein Stück Seil? Noch einen Knoten machen? Keine Schleife, sondern richtig… verstehst du? Noch fester. Dann geht es in dieselbe Richtung.

So kommt es dir vor, als würdest du dich jetzt vom guten Gefühl abtrennen und ins Schlechte gehen — wer braucht das, wer kann das? Du kannst so tun als ob, sozusagen irgendeine Arbeit machen, aber das ist nicht richtig. Aber wenn du dich wirklich mit Ihm vereint hast, dann machst du in dieselbe Richtung weiter. Deshalb ist der Alte weise. Man geht nicht gegen die Natur, es ist wirklich nicht dagegen. Was heißt, nicht gegen die Natur? Nicht gegen die vorherige Handlung, in der du dich mit Ihm vereint hast — die Suche geht also in dieselbe Richtung.

59:31

Schüler: Ist das die Wahl, von der Sie vorhin gesprochen haben? Dieser Zusatz?

Rav: Ja. Das ist im Grunde die Wahl, denn hier kann nur die Gemeinschaft mir den Schritt nach vorn liefern. In ihr kann ich sehen, worin ich noch nicht… Aber Wahl ja, allerdings nicht dieser Punkt; dieser Punkt ist innerlicher.

Schüler: Ist das im Grunde auch ein Zustand der Überwindung? Dieser Zustand, über den Sie jetzt gesprochen haben, dass man trotz allem die Mängel sucht?

Rav: Sicher. Das ist Überwindung. Gut, was?

Schüler: Das klingt, als wäre es künstlich, das zu machen.

Rav: Leute, das, worüber wir jetzt anfangen zu grübeln, klingt schon künstlich. Nimm dein Buch, und los.

(Ende des Unterrichts)