Tägliche Lektion20. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Ein Gebet von Vielen. 15 (1986)

Rabash. Ein Gebet von Vielen. 15 (1986)

20. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
—

Rohtranskript ohne abschließende Korrektur. Fehler möglich.

Morgenlektion, 29.04.2002

Buch „Schriften des Rabash”, Band 1, S. 262, „Gebet der Vielen”

Rav: Wir haben den Artikel „Gebet der Vielen” gehört, Band 2, Shlavei haSulam, Seite 101. Was er hier sagt, ist etwas sehr Besonderes: dass es so etwas überhaupt gibt, einen Begriff namens „Gebet der Vielen”. Wie kann das sein? Wir sagen doch: Jede einzelne Seele ist ein Verlangen für sich, das sich auf seinen eigenen Wegen entwickelt. Nu, natürlich kann es mit anderen Verlangen in Verbindung stehen, mit anderen Seelen, aber trotzdem ist es für sich. Und jeder hat seine eigene Verbindung mit der höheren Kraft, mit dem Schöpfer – lo liShma, danach liShma, wer nicht. Die Wege der Entwicklung. Eine Seele steigt von einem besonderen Ort herab, wo sie sich als Wurzel befindet, als Punkt, der am Schöpfer haftet. Sie steigt in diese Welt herab, das heißt, sie bekommt einen Zusatz an Verlangen, den Körper, das Tierische.

Und wenn der Mensch gegen das Tierische arbeitet, damit dieses Tierische keine Trennwand zwischen ihm und dem Schöpfer ist, dann kehrt er sozusagen in denselben Zustand zurück wie vorher, als sie aneinander hafteten. Und wenn er trotz des Widerstands des Körpers zur Dwekut zurückkehrt, erwirbt er so viel, wie der Körper widersteht: Er erwirbt dagegen Kraft, die Stärke der Dwekut, die Stärke der Nähe, des gegenseitigen Erkennens. Und das alles ist für jeden Einzelnen so persönlich. Und hier spricht man vom „Gebet der Vielen” – als hätte der Mensch die Möglichkeit, den anderen zu fühlen, Mängel von ihm zu übernehmen, am Leid des anderen zu leiden, für dieses Leid zu beten. Wie kann das sein? Vielleicht hat es einen Nutzen, aber wie ist das möglich?

Möglich ist es gerade deshalb: wenn der Mensch den Zusatz des Körpers annulliert … „Körper” ist ein spiritueller Begriff, nicht unbedingt unser tierischer Körper, ja? Der Zusatz des Körpers ist das, was der Schöpfer als Gewand auf den Punkt der Seele legt. Wenn der Mensch diesen Zusatz neutralisieren und ihn sogar in den Dienst der Seele stellen will – das heißt, auf diese ganze Awiut des Körpers nicht nur einen Zimzum machen, sondern ihn auch benutzen und empfangen, um zu geben –, dann muss er mit diesem Körper, auf seinem Weg, ihn mit all seinen Eigenschaften zu benutzen, mit allen Seelen verbunden sein. Gerade der Körper ermöglicht der Seele, sich mit allen übrigen Seelen zu verbinden. 04:09

Davor haftet die Seele für sich allein am Schöpfer und fühlt sich als Punkt, als Samen, wirklich ein einziger Punkt, allein. Dadurch, dass sie gegen die Verlangen des Körpers arbeitet, fängt sie an, mit allen übrigen Punkten verbunden zu sein. Das verleiht ihr den endgültigen Status: nicht ein Punkt zu sein, sondern eine allgemeine, umfassende Seele. Indem jede Seele die Verbindung mit den übrigen Seelen erwirbt, wird sie wie ein einziges Gefäß gegenüber dem Schöpfer – und dann kommt man wirklich zum Gebet der Vielen. Das heißt, in diesem Punkt, in dieser Seele, gibt es nicht nur den Mangel, den sie von Natur aus durch ihre Erschaffung hat, sondern sie erwirbt alle Mängel aller Seelen. Und das ist wirklich das Gebet der Vielen.

Wann also ist es das Gebet der Vielen? Ehrlich gesagt: am Ende der Korrektur. Wenn es eine Verbindung zwischen allen gibt und jede Seele alle übrigen Seelen fühlt, mit ihnen ohne jede Begrenzung verbunden, ohne jede Trennwand des Körpers, und alle einen gemeinsamen Mangel haben. Das war’s. Wenn der Mensch auf seinem Weg zum korrigierten Zustand an sich arbeitet, um sich mit den Seelen zu verbinden, mit den Mängeln anderer, dann wächst ständig sein Gebet, also das Gefühl seines Mangels, seine Hinwendung zur Quelle der Erfüllung. Und deshalb – obwohl er sich mit den übrigen Seelen verbindet und in einem größeren Mangel steht – bekommt er auch Erfüllung, sowohl zuerst als auch größer¹, und nur so kommt er voran. 07:24

Zum Gebet der Vielen zu kommen heißt also, sich so weit wie möglich mit den übrigen Verlangen einzuschließen – das ist das Mittel zur Entwicklung. Der Punkt, mit dem der Mensch geboren wird, bleibt ein Punkt. Woher sollten noch mehr Verlangen kommen, die sich in ihm offenbaren, wenn sie nicht da sind? Sondern die Trennwand des Körpers, die der Schöpfer auf die Seele legt – dass der Mensch gegen den Körper anfängt, mit allen übrigen Seelen verbunden zu sein –, das gibt der Seele Volumen. Das gibt der Seele zusätzliche Mängel. Dann fängt jede Seele an, aus 600 000 Mängeln zusammengesetzt zu sein. Und so erlangt sie das Ende der Korrektur. Das heißt: Für sich allein wächst der Punkt nicht. Er wächst nur durch seine Verbindung mit allen übrigen Punkten, bis zur Zahl 600 000, sechzig Myriaden.

Je mehr sie also von allen Seelen zu sich hinzufügt – noch ein wenig von ihnen, noch ein wenig, noch ein wenig –, entsprechend sagen wir, dass diese Seele ein „Gebet der Vielen” hat. Sie hat ein Gefäß, das aus sehr, sehr vielen sozusagen fremden Mängeln besteht, die sie anfängt, als ihre eigenen Mängel in sich aufzunehmen. Und dann wird ihre Forderung, der Mangel in ihr, „Gebet der Vielen” genannt.

Ja.

09:28

Schüler: Er schreibt doch, dass der Allgemeinheit Gefäße fehlen. Woher ist er dann trotzdem in diesem seinem Gebet voller Mängel, wenn der Allgemeinheit Gefäße fehlen?

Rav: Ich weiß nicht genau, was er dort schreibt. Gemeint ist, dass der Einzelne und die Allgemeinheit … Es geht hier um Folgendes: In dem Maß, wie die Allgemeinheit dem Einzelnen ihre eigenen Mängel und ihre Unterstützung liefern kann, wird sie auch würdig, vom Einzelnen zu empfangen. Sagen wir, es gibt einen großen Kabbalisten, und du weißt nur eines: dass du ihm Kleider nähst. Und wenn er diese Kleider trägt, macht er seine spirituelle Arbeit, und du hoffst, dass du von seiner spirituellen Arbeit etwas Spirituelles bekommst, weil du ihm mit den Kleidern geholfen hast. Das ist „Gebet”, und das ist die spirituelle Arbeit, die du machst. Es geht also nicht darum, dass du nähst – das ist eine Sache des Stoffs, aus dem du irgendein Gewand machst. Sondern du steckst Mühe hinein, damit du darauf irgendeine spirituelle Antwort bekommst, ja?

Und du verhältst dich zu diesem Menschen wie zum höheren Parzuf: Du erhebst auf ihn (zu ihm?) dein MaN, und du führst das gerade noch in dieser Welt aus – das ist sehr wichtig –, auf solchen wirklich niedrigen, praktischen Stufen. Dadurch wirst du wirklich einer Antwort würdig. Das ist die ganze Sache, einem großen Menschen zu dienen. Aber unter der Bedingung, dass es wirklich eine solche Absicht gibt. Wenn es keine Absicht gibt, dann …

11:35

Schüler: Muss es eine Forderung von der Allgemeinheit geben, damit es ein Gebet gibt …?

Rav: Dann muss es eine Forderung von der Allgemeinheit geben. In der Allgemeinheit muss es das Verständnis geben, dass sie eine wichtige und große Arbeit machen, indem sie zur spirituellen Entwicklung gehören, auch für Menschen, die immer mehr Einzelne sind. Denn in der Spiritualität gilt: „nach dem Einzelnen neigen”. Und wenn die Allgemeinheit dem Einzelnen folgt, ist sie mit ihm verbunden und empfängt von ihm. In der Materialität gilt: „nach der Mehrheit neigen”. Also umgekehrt: Wenn dieser Einzelne zu materiellen Gesetzen geht, muss er sie so anpassen und so machen, wie die Allgemeinheit sie fähig ist einzuhalten. Das war’s. So ist das.

Das heißt, man kann diese Handlungen sowohl in der Spiritualität als auch in der Materialität machen – ihr Inhalt ist derselbe. Nur wenn man sie in der Materialität ausführt, liegt darin eine zusätzliche Kraft, denn das ist trotzdem die letzte Stufe, die auf die Absicht hinweist. Und was interessant ist – vielleicht kann ich es noch nicht erklären –: Wenn du irgendeine spirituelle Handlung gemacht hast und sie danach aufhört, dann bist du nicht in ihr, sie wirkt nicht auf dich, und sie verschwindet. Das heißt, Spiritualität kann nur in ewiger Form sein. Wenn du schon auf eine Stufe aufgestiegen bist und dich dort befindest, hast du sie erworben, sie gehört dir. Weniger als das kann es nicht geben.

Aber wenn du irgendeine spirituelle Handlung machst und sie mit einer materiellen Tat verbindest, dann hält die materielle Tat, allein dadurch, dass sie stattgefunden hat, den spirituellen Inhalt darin fest und lässt ihn dir nicht entfliehen. Das ist etwas … Er erklärt das ein wenig dort im Artikel zum Abschluss … wie heißt das?

14:05

Schüler: „Artikel zum Abschluss des Sohar”.

Rav: So heißt er heute: „Artikel zum Abschluss des Sohar”. Genau. Dort erklärt er das. Das ist sozusagen wie ein Schüler gegenüber seinem Rav. Aber allgemein müssen wir es genauso machen – wir gegenüber dem Schöpfer. Wir müssen uns bemühen, dass auch unsere Tat in der Materialität zusammen mit der spirituellen Tat geschieht. Das ist die ganze Sache: dass man eine Mizwa ausführen und auch eine Absicht darauf richten muss. Das war’s. Wenn du das zusammen machst, hat es mehr Vollkommenheit und hält besser. Das war’s. Nur sagt Baal HaSulam, dass man 99 % Gewicht und Wichtigkeit dem geben muss, was du innen hineinsteckst – deiner Absicht, deinem Verlangen², dem, wozu du kommen willst –, und ein Prozent dem Wissen und der äußeren Ausführung, ja? Mehr wird wirklich nicht gefordert. Das war’s.

Und äußerliche Menschen machen Folgendes: Sie sind pedantisch bei der äußeren Tat und lassen die innere Sache ganz liegen, die man nur aus der Kabbala lernen kann.

Sie verstehen nicht, dass Kabbala Arbeit für den Schöpfer ist, ganz einfach. Alle schreien „Arbeit für den Schöpfer, Arbeit für den Schöpfer” – sie wissen nicht, dass das nur in der Kabbala zu finden ist, nirgendwo sonst. Sie, sie ist die Arbeit für den Schöpfer, das war’s. Es steht geschrieben: Gebet ist Arbeit für den Schöpfer. Was ist Gebet? Erheben von MaN. Wie viel muss man dafür arbeiten, wie viele Vorbereitungen braucht man dafür? Es stimmt, dass das das Ende der ganzen Sache ist: die richtige Hinwendung, die Bitte um den Massach.

Gut, ja.

16:10

Schüler: Was heißt es in unserem Zustand, für die Allgemeinheit zu bitten? Jetzt, nicht … … …, sozusagen jetzt.

Rav: Was heißt es in unserem Zustand, für die Allgemeinheit zu bitten? Das kann ich dir nicht sagen. Das ist etwas, das entweder im Menschen ist oder nicht. Entweder kommt er auf dem Weg seiner Entwicklung dahin, dass es ihm um die Allgemeinheit wehtut, oder nicht. Wie? Du fragst, was es heißt, für die Allgemeinheit zu bitten? Wenn ich dir jetzt erkläre, was das heißt – wirst du dann bitten? Kann man überhaupt nach dem Intellekt bitten, weil man es dir erklärt hat, verstehst du?

Bitten heißt, die Forderung zu verwirklichen, den inneren Mangel, ja, das war’s. Vielleicht kannst du so fragen: Wie komme ich in einen Zustand, in dem ich eine Bitte für die Allgemeinheit habe? Das ist schon etwas anderes. Weißt du, wir können uns selbst helfen, zu bestimmten Mängeln zu kommen – dass ich keinen Mangel nach irgendeinem Film oder Steak habe, sondern einen Mangel nach erhabeneren Dingen.

Es gibt eine bestimmte Entwicklungsstufe, von der an der Mensch auf seinem Weg der spirituellen Entwicklung anfängt, sich um die Allgemeinheit zu sorgen. Das ist so, wie er schreibt: Das Umgebende Licht, das während des Lernens kommt – in der Absicht, so sehr man sich darum bemüht –, dieses Umgebende Licht bringt dem Menschen „Chen de Kedusha”³. „Chen de Kedusha” ist etwas sehr, sehr Umfassendes. Was ist ein Sinn für Kedusha? Ein Sinn für Kedusha ist das, was jenseits meines Körpers liegt, jenseits der fünf Sinne, mit denen ich mein Ego befriedige.

Nu, noch Fragen. Ja.

18:30

Schüler: Sie haben gesagt: Wenn ein Kabbalist eine spirituelle Handlung macht und sie mit einer materiellen Handlung verbindet, dann bleibt die materielle Handlung sozusagen ein spiritueller Inhalt? Wenn ich richtig verstanden habe, ja?

Rav: Er schreibt das auf andere, vielleicht abweichende Weise. Er sagt so: Weil wir uns unter dem Machsom befinden, sind all unsere Absichten und all unsere Sehnsüchte nicht beständig, nicht ewig, denn sie sind nicht im Massach korrigiert. In der Spiritualität fällst du nicht, wenn du auf eine Stufe kommst. Richtiger gesagt: Du steigst von ihr ab, um noch höher aufzusteigen. „In der Kedusha erhebt man, und man senkt nicht.”⁴

Anders in unserer Welt: Du siehst Menschen kommen, lernen, und danach fallen sie, gehen weg, gehen und verschwinden. Ja, das war’s. Es stimmt, dass bei ihnen auf irgendeine Weise bleibt, was hier war, was sie erfasst, was sie erworben haben. Aber das sind Dinge, über die sie jetzt nicht sprechen, die sie nicht voranbringen. Die Materialität ist also nicht wie die Spiritualität. Sie kann sich sozusagen auch zurück verändern.

Deshalb brauchen wir irgendeine Stütze, um nicht von der Stufe abzusteigen. Dafür muss ich um mich herum einen Rahmen organisieren: eine Gruppe, einen Rav, Bücher, einen Wecker, vielleicht eine Frau, die mich an die Spiritualität erinnert, alle möglichen Dinge. Das ist die eine Seite, die negative: Unsere Materialität, unser Zustand kann uns wirklich zurückziehen. Was ist die positive Seite an unserem Zustand?

Die positive Seite ist folgende: Ich bin zwar nicht beständig in der Spiritualität, aber manchmal habe ich wirklich Sehnsucht nach Spiritualität. Sagen wir einmal im Monat für fünf Minuten, und danach verschwindet sie. Aber wenn ich in diesem einen Mal im Monat, in diesen fünf Minuten, jetzt zu einem großen Kabbalisten gehe, ihm die Schuhe putze und damit mit ihm vorankommen will – dann wird das ewig, das wird beständig. 21:10

Denn mein Gedanke ist nicht ewig, mein Verlangen ist nicht ewig, aber ich habe eine Tat in der Materialität gemacht, die nicht verschwindet. Das habe ich getan, du kannst nicht sagen, dass nicht. Die Schuhe sind geputzt, und ich habe ihnen eine Absicht angeheftet – fertig. Das ist eine ewige Tat. Auch eine spirituelle Tat, die an der Materialität haftet. Das ist im Grunde, was er uns dort sagt; ich spreche darüber sehr einfach.

Das erklärt er uns dort im „Artikel zum Abschluss des Sohar”: Ein Schüler, der seinem Rav dient, kann davon profitieren, dass der Rav in der höheren Welt ist. Er selbst ist in der unteren Welt, aber durch sein Dienen überträgt er seine Sehnsucht – wenn es keine Sehnsucht gibt, wozu dann dienen, ja? –, durch sein Dienen kann er die Botschaft übertragen, sodass sie ihm gutgeschrieben bleibt.

Ich sage das also nicht über Rav und Schüler, sondern über uns gegenüber dem Schöpfer – das ist dasselbe: Wenn wir der Tat eine Absicht hinzufügen, dann gewinnen wir damit ganz bestimmt auf ewige Weise diese Absicht, die bleibt. Das war’s. Ich lege Tefillin. Wenn ich sie einfach ohne Absicht gelegt habe, bewirkt das nichts in der Spiritualität. Es ist der Kedusha ähnlich, es wirkt, aber auf unbelebte Weise, und das war’s. Es existiert, mehr nicht. Es lässt nichts daraus wachsen.

Man muss es machen, denn alles kommt aus der Erde, alles kommt vom Unbelebten. Aber das ist nur eine Grundlage, aus der noch nichts ist. In dem Maß, wie ich dieser Tat eine Absicht hinzufügen kann, fängt diese Tat an, eine Grundlage zu sein, aus der wirklich etwas zu wachsen anfängt. Die Absicht habe ich zwar heute und morgen nicht – aber weil ich sie heute zusammen mit der Tat gemacht habe, existiert sie auch am nächsten Tag. Denn die Tat habe ich gemacht, sie existiert schon, und der Gedanke kommt mit ihr.

Das ist also die ganze Sache: Man muss Taten machen, die uns in die Hände kommen und eine Art Taten der Mizwot genannt werden, ja – aber sie nicht als „angelerntes Menschengebot” machen, wie man es ihnen im Kindergarten, in der Yeshiva, im Cheder beigebracht hat, und mit dieser Tat machen sie ihr ganzes Leben lang weiter. Das nennt man „angelerntes Menschengebot”. Sondern sie mit der Absicht machen, die sich schon die ganze Zeit gegenüber dem Schöpfer verändert, um zu geben, um zu „liShma” zu kommen und so weiter.

24:09

Schüler: Vor dem Machsom beherrscht der Mensch seine Absicht nicht.

Rav: Vor dem Machsom – auch wenn du deine Absicht nicht beherrschst: Soweit in deiner Absicht trotzdem irgendein Antrieb ist, zur Spiritualität zu kommen, bleibt das mit der Tat verbunden und bleibt bestehen. Deshalb gibt es keinen Zweifel, dass man die Mizwot mit Absicht machen muss, das war’s, und sie machen muss. Damit legst du fest, damit sammelst du wirklich ständig deine Absichten. Dafür braucht es diese Welt – sonst verstehen wir jedes Mal nicht, wozu wir hierher geraten sind, was der Nutzen ist.

Was ist der Nutzen davon, dass man uns trotzdem Mizwot gegeben hat? Was, ist das irgendein Irrtum, dass Menschen plötzlich von Mizwot gehört haben, die man auf spirituelle Weise machen muss, und das dann kopiert haben und es auf materielle Weise machen wie Tiere? Nein. Der Irrtum entstand seit der Zerstörung: Man verlor die Absicht, um zu geben, und machte weiter dieselben Taten, aber ohne jede Absicht oder um zu empfangen.

Das ist der Abstieg – aber er betrifft nicht die Tat, sondern die Absicht. Bei der Tat sagen die Kabbalisten: „Füge nichts hinzu und nimm nichts weg.” Das heißt, man darf nicht alle möglichen Übertreibungen machen, wie man sie dort macht – Verschönerungen und noch alles Mögliche, weißt du, Dinge, aus denen man einen ganzen Kult macht. Nein, das nicht. Aber in der Absicht braucht es jedes Mal Vervollkommnung, das war’s.

Er schreibt das am Ende der „Einleitung zum Buch Sohar”: Es muss eine sehr wichtige, sehr große Innerlichkeit über der Äußerlichkeit geben. Über die Einhaltung der Mizwot hinaus muss man so viel wie möglich Absicht und Sehnsucht entwickeln: wozu und was man macht. Das war’s. Sonst ist die Ordnung der Welt überhaupt nicht zu verstehen. Wozu müssen wir trotzdem einhalten, wozu müssen wir auf eine andere, besondere äußere Weise existieren als andere Völker und so weiter?

Warum müssen wir überhaupt in der Materialität alles machen, von der Beschneidung bis zum Tempel, vom Aufenthalt in Ägypten bis dazu, tatsächlich unter allen Völkern zerstreut zu sein? Machen wir es in der Innerlichkeit, und fertig! Warum müssen wir das in der Materialität machen, diese Dinge durchmachen? Um Innerlichkeit und Äußerlichkeit zusammenzubinden. 27:10

Gerade weil sich die Innerlichkeit auf die äußere Einhaltung stützt. Wir wissen nicht, was es heißt, einfach in der Materialität einzuhalten, im Vergleich dazu, zusammen mit Absicht einzuhalten. Damit gibst du dem wirklich spirituelles Gewicht, du verkürzt die ganze Schöpfung von Anfang bis Ende, von einem Ende zum anderen. Nur sieht man das jetzt nicht, man sieht es nicht. Was soll ich dir sagen?

Ich habe zum Beispiel gesehen, wie der Rebbe alle möglichen Dinge machte. Manchmal hat er es nicht verborgen – wir waren zusammen dort in Tiberias oder an irgendeinem Ort, und überhaupt, im Krankenhaus, an allen möglichen Orten –, wo er Taten der Mizwot zusammen mit Absicht machte und sie nicht verbergen konnte, aus seiner Schwäche heraus oder aus besonderer Anstrengung … Nicht, dass ich ein Chassid bin – vielleicht hast du schon gesehen, dass ich kein Chassid bin und nicht extremen Dingen hinterherlaufe –, aber das war wirklich auch äußerlich spürbar. Das heißt, in der ganzen Gestalt des Körpers war es auch spürbar. Ich weiß nicht, darüber zu sprechen, das ist nicht … Ich bin es nicht gewohnt, darüber zu sprechen.

Ja.

Schüler: Gibt es eine spezifische Absicht für jede Mizwa, oder wir …?

Rav: Was heißt eine spezifische Absicht für jede Mizwa? Was ist Absicht? Das ist die Ausführung derselben Mizwa auf spirituelle Weise, das war’s. Tefillin zum Beispiel auf spirituelle Weise auszuführen, ja: Das heißt, ein bestimmtes Leuchten in GaR de Seir Anpin anzuziehen, ja, wenn er groß ist, wenn er im Siwug mit Nukwa ist und so weiter. Dort gibt es das Leuchten von hinten, das Leuchten von vorne, Tefillin des Kopfes, Tefillin der Hand, Krone der Tefillin und so weiter. 29:56

Von dem Menschen, der diese Tat auf der Ebene der Welt Azilut macht – auf dieser Ebene ist alles, was bei uns in diesen Büchern erzählt wird –, sagt man, dass er Absicht macht. Was ist Absicht? Absicht ist genau die Arbeit mit dem Massach beim Empfangen der Lichter, um zu geben, sagen wir auf der Stufe SoN de Azilut, in Gadlut – das nennt man „Tefillin legen”. Das war’s. Wenn du das jetzt zusammen damit im Körper machst, dann hast du einfach eine Tat in beiden Welten gemacht.

Das ist die Absicht. Was nennt man Absicht? Wir denken uns das so: Wir wissen nicht, was Absicht ist, was es heißt, Tefillin in der spirituellen Welt zu machen, also denken wir so: Während ich diese Schachtel hier an die Hand binde, denke ich darüber nach, wie ich etwas gewinne. Dann ist das keine Absicht. Wahre Absicht ist die reine Ausführung dieser spirituellen Tat auf der Stufe, wo das geschieht, ja.

Massach, Or Choser, Or Yashar, Empfangen, um zu geben – vorher natürlich die Korrektur, damit du zu dieser Stufe kommst. Das nennt man Absicht. So das „Beit Shaar haKawanot”, so das „Shaar haKawanot”, so die Gebete, der Siddur des RaShaSh mit all diesen Absichten – du wirst sehen, was das ist. Sagen sie dir dort etwa, dass du aus dieser Welt etwas beabsichtigst, das du in der spirituellen Welt haben wirst? Nein.

Du musst auf dieser Stufe sein und die Tat machen – das nennt man Absicht. Diese innere, spirituelle Arbeit heißt Absicht. Was ist Absicht? Absicht ist genau deine jetzige Anstrengung in deinem Herzen: womit du jetzt gehst zu empfangen, zu geben oder zu geben, um zu geben⁵. Kurz gesagt: Die Rechnung des Massach nennt man Absicht, das war’s.

Wenn du das jetzt mit einer Tat in dieser Welt machst, ist das wirklich Vollkommenheit. Das eine zusammen mit dem anderen. Deshalb existiert diese Welt wirklich. Was heißt, sie existiert? Dass es so einen Stoff auf einer so schlechten und niedrigen Stufe gibt, in dem es nicht einmal irgendeine Absicht geben kann, das war’s. Was heißt das? Wenn in mir keine Seele wäre, würde mein Tier mit all seinen Sinnen, mit all seinen Verlangen an seinen eigenen Genuss denken.

Weil ich eine Seele habe, beabsichtige ich schon in ihr und führe in ihr eine spirituelle Handlung aus – empfangen, um zu geben –, und im Körper mache ich dieselbe Tat wie vorher. Im Körper ändert sich das nicht. Wenn ich dem Körper keinen Treibstoff gebe, bewegt er sich nicht. Derselbe Körper, beim Kabbalisten wie beim gewöhnlichen Menschen. Nichts ändert sich, das war’s. Du machst die Handlung also in zwei Teilen von dir: in der Seele das eine und im Körper das andere.

33:22

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Absicht beim Lernen – wenn wir lernen, haben wir eine Absicht – und der, wenn wir danach eine Mizwa machen?

Rav: Dass wir lernen und durch das Lernen die Absicht haben, zur Spiritualität zu kommen, das ist nicht die Absicht der Ausführung einer Mizwa. Du kannst sagen, das ist die Absicht der Ausführung der Mizwa des Tora-Lernens. Das stimmt, aber das ist keine wirkliche Ausführung einer Mizwa, bei der du die Mizwa des Händewaschens ausführst, die Mizwa des Tischsegens, die Mizwa des Tefillin-Legens, die Mizwa, sich in den Tallit zu hüllen, ja, Mizwot bestimmter Speisen mit den Segenssprüchen davor und so weiter. Nein.

Damit ziehst du einfach allgemein Licht der Korrektur auf dich, ja. Es gibt also Taten, durch die ich Or haPessek⁶ anziehe und mich korrigiere. Das nennt man eine Tat der Korrektur, und die Absicht dabei ist, dass ich korrigiert sein will – dass eine höhere Kraft zu mir kommt und mich korrigiert, nur mich korrigiert, ja. Damit bereite ich mich auf die Mizwa vor. Und danach, wenn ich irgendeine Kraft des Massach von oben bekommen habe, habe ich eine andere Absicht.

Jetzt gehe ich daran, diese Tat auszuführen, um zu geben. Vorher war die Absicht zu korrigieren, jetzt ist die Absicht, auszuführen, um zu geben. Das sind die zwei Absichten, das war’s.

In den Gebetbüchern der Kabbalisten, worüber sie in den Büchern sprechen, sprechen sie in der Regel nicht über die Korrekturen, die du vor der Tat der Mizwa machen musst, vor der spirituellen Tat, vor der Arbeit mit dem Massach. Sondern sie sprechen über die reine Arbeit der Massachim, und daraus weißt du schon, was du machen musst, wie du reagieren musst, wie du dahin kommen kannst. Und es gibt Dinge, bei denen sie dir sagen, auf welche Weise du dahin kommst. Oder sie erzählen dir den ganzen Weg, wie du in Etappen dahin kommst – Ibur, Yenika, Mochin –, in welchen Formen du all die Handlungen machen musst.

Mit den Absichten dort ist es wie mit dem, was du im „Shulchan Aruch” liest – der Shulchan Aruch ist bei uns nicht so sehr üblich, aber nimm zum Beispiel den „großen Shulchan Aruch” oder die „Arbaa Turim” oder alle möglichen solchen Bücher, die wirklich davon sprechen, wie man eine Mizwa macht. Dort steht, dass du, sagen wir, nachdem du mit den Tefillin und allem fertig bist, noch mit der rechten Hand öffnen musst, sie verschieben, sie genau gegenüber dem Herzen platzieren. Den Knoten so machen, dass du ihn siehst, ja, und anfangen zu wickeln, sagen wir drei, danach sieben und noch einmal drei, und so und so.

All diese Dinge sind auf diese Weise geschrieben. Wenn du dagegen zum Beispiel den Siddur des RaShaSh oder von jemand anderem nimmst, steht dort, dass du diesen Buchstaben mit jenem Buchstaben verbinden und diese drei Buchstaben lesen musst. Nicht lesen – du liest sie, indem du sie ausführst. Danach solche Buchstaben ausführen. Das heißt, in anderen Zeichen, so wie jemand auf Musiknoten schaut, ja, und Musik ausführt, das war’s. So schaust du auf diese Buchstaben und führst in der Innerlichkeit dasselbe aus, was du laut „Shulchan Aruch” in der Äußerlichkeit ausführen musst – mit dem tierischen Riemen, mit dieser tierischen Schachtel, an deiner tierischen Hand. Das ist dasselbe. 37:31

In der Seele musst du das mit den Kräften der Seele machen, und am Körper mit den Gefäßen des Körpers, also mit den Händen und diesen Gegenständen, die „Tefillin” heißen. Aber das ist eine Aufzeichnung, wirklich dieselbe Aufzeichnung. Woher hat man genommen, wie man das in dieser Welt macht? Aus dem, was man sah: wie diese Dinge in der spirituellen Welt sind, was dort in der Spiritualität ist und was die Zweige in der Materialität sind. Ein Mensch, der die Spiritualität kennt, liest zum Beispiel das Buch „Shulchan Aruch” und kann es dir nach dem Shulchan Aruch genauso ausführen, wie er es im Buch des RaShaSh liest – wo es Buchstaben sind, alle möglichen Zeichen, weißt du, alle möglichen Punkte, Buchstabenverbindungen, von denen wir nicht verstehen, was das ist, ja. Wie Noten in der Musik, wenn du nicht weißt, was Noten sind, das war’s. Man muss also verstehen, dass wir verbunden sind, zusammengesetzt aus zwei Teilen, Körper und Seele: Das Dasein in der Seele nennt man „Spiritualität”, das Dasein im Körper nennt man „Materialität”, das ist alles.

Ja.

Schüler: …

Rav: Zusammen, gut, schön. Nu.

Schüler: Wenn es zu jeder materiellen Handlung irgendeine spirituelle Wurzel gibt, warum dann gerade …

Rav: Moment, was heißt, zu jeder materiellen Handlung gibt es eine spirituelle Wurzel? Woher hat man diese materiellen Handlungen genommen? Was, hat da einfach jemand gesessen und Lust bekommen: „Komm, legen wir diesem Volk noch alles Mögliche auf, sollen sie Tefillin legen”? Einfach so? Sag schon, nu! Woher hat man all diese Dinge? Das sieht wirklich seltsam aus, an nichts ist etwas Rationales, an keinem Gebet, an gar nichts. Ich habe einen Freund, der sagt so: „Nu” … – und ich erinnere mich, dass ich auch so einen Gedanken dazu hatte: „Nu, der Tischsegen ist gut. Warum? Nach dem Essen muss man ein bisschen sitzen, bis das Essen verdaut ist, also braucht man fünf Minuten für den Tischsegen.” Kluge Menschen, die etwas von Medizin verstehen, haben das offenbar als gut festgelegt. Und so kannst du über jede einzelne Mizwa sprechen. Darüber gibt es ganze Bücher, die so geschrieben sind: Es sei sozusagen sehr gesund, die Mizwot einzuhalten.

40:09

Schüler: „Taamej Mizwot”.

Rav: Ja, das nennt man „Taamej Mizwot”, gut. Du verstehst. Aber eigentlich ist das alles abstrakt und gehört alles nicht zur Wirklichkeit. Weißt du, das deutlichste Beispiel ist das „Kaddish Jatom”. Mein Vater ist gestorben, und ich sage „gepriesen sei der Schöpfer”⁷, ja, „wie groß Du bist, wie gut Du bist” – nu? So etwas können vielleicht nur Juden wirklich erfinden? Keine Mizwa hat eine Wurzel in dieser Welt, eine rationale Wurzel. Man nimmt die vier Arten – schau nur von außen, wenn du das nicht kennen würdest: Das ist überhaupt … Oder das sind Barbaren, die denken, dass sie damit verwirklichen … wie soll ich sagen?

Schüler: Dämonen vertreiben.

Rav: Dämonen, ja. Sie vertreiben die Dämonen, oder was machen sie? Schau, das ist wirklich … Was für Bräuche, etwas wirklich Uraltes, ja. Nu, da gab es Menschen, Schüler, und auch wir halten so daran fest, ja. Sie haben dort vor tausend Jahren in der Sukka gesessen, also sitzen auch wir so – Tradition, sozusagen um uns an sie zu erinnern. Man kann das so sagen, aber wirklich …

Schüler: Die ganze materielle Wirklichkeit, die nicht verbunden ist …

Rav: Kashrut, Shabbat – das sowieso. Was ist daran rational? Was ist daran schlecht? Daran ist gar nichts. Was? Schweinefleisch essen ist ungesund? Fleisch mit Milch ist ungesund? Wer sagt das? Siehst du etwa, dass Gojim krank sind? Und Juden, die das essen – was sind die? Nein, wieso denn. Gibt es nicht. Ich sage dir: Alle Mizwot stammen von Kabbalisten, die höhere Wurzeln erlangt haben, ja – das geht doch auf Abraham, unseren Vater, zurück. Er hat die spirituelle Welt erlangt, und entsprechend dem Spirituellen in der spirituellen Welt fing man an, auch in der Materialität entsprechend einzuhalten. Es steht geschrieben: „Unsere Väter hielten die ganze Tora ein” – es gibt so eine Aussage. Was heißt das? Aus der Erlangung heraus, daraus, dass man die höhere Welt fühlt, hält man das auch auf natürliche Weise, von den Wurzeln zu den Zweigen, in der unteren Welt ein.

Ja.

43:01

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Wurzel … einer Mizwa und der Wurzel … einer materiellen Handlung, die keine Mizwa ist?⁸ Beide haben doch eine spirituelle Wurzel?

Rav: Du sagst also: Jede Tat in dieser Welt hat eine spirituelle Wurzel, und die Tat selbst in dieser Welt ist ihr materieller Zweig, ja? Das war’s. Was ist der Unterschied zwischen einer Tat in dieser Welt, von der ich sage, sie ist eine Mizwa, und einer Tat in dieser Welt, von der ich sage, sie ist keine Mizwa? Das sage ich dir. Eine Tat in dieser Welt, die keine Mizwa ist, hat eine spirituelle Wurzel, die sich bis in die Materialität erstreckt, und hier in dieser Welt gibt es ihr gegenüber einen materiellen Zweig. Dagegen gibt es von keiner Wurzel einer Mizwa – die eine spirituelle Tat ist – einen Zweig in der materiellen Welt. Gibt es nicht. Das sind nur reine spirituelle Taten, für die ich auch eine Abbildung in der Materialität finden will.

Sag mir: Wachsen Tefillin am Baum, oder gibt es sie auf irgendeine natürliche Weise? Einfach alles – sogar dass ich vor dem Essen den Tischsegen sage, oder danach oder davor irgendetwas. Es gibt in dieser Welt keinen Zweig. Die Kabbalisten haben sie einfach aus der spirituellen Welt genommen und eingeführt, haben es für das Volk aufgeschrieben und gesagt: „Leute, komm, machen wir das.” Und sie haben es zusammen mit … erklärt; das kam zusammen mit der spirituellen Wahrnehmung. Die Verkettung in den Generationen ist auch eine Verkettung von oben nach unten. Die früheren Generationen waren reiner und fühlten die Spiritualität mehr als wir.

Das heißt also: Keine Mizwa in unserer Welt hat eine Rechtfertigung, hat einen materiellen Zweig. Deshalb habe ich gesagt, dass das etwas ist, das in dieser Welt nicht real ist, also nicht rational, nicht rational. Wirklich, von Seiten der Gojim kann man über diese Bräuche lachen. Gut, solche Bräuche gibt es auch bei allen Völkern, aus allem möglichen Glauben an Kräfte. Aber unterm Strich sind das solche Dinge, und bis zu solchen Spitzfindigkeiten. Schau, was man da macht. 46:00

Wir wissen ja noch nicht einmal, was zum Beispiel Trumot und Maassrot sind. Das ist eine ganze Tora, weißt du, so eine Buchhaltung, etwas Schreckliches … wenn wir wüssten, was das ist. Bei uns gibt es das jetzt nicht, weil es keine Kedusha des Landes gibt, es gibt keine Kohanim, keine Leviten. Aber das ist alles nach den Gesetzen der Spiritualität: dass du ein Gefäß so in solche Teile aufteilen musst, es so benutzen musst – dass man in deinem Gefäß einen Teil gibt, der „Kohen” heißt, und was der Levi ist, und das Israel, und so … dem Armen geben und dies und … etwas Schreckliches. Und das haben sie erlangt, weil sie mit spirituellen Gefäßen arbeiten; also wissen sie, dass man jedes Gefäß so klären und auf diese Weise einen Massach darauf errichten muss. In dieser Welt hält man diese Dinge entsprechend ein, wenn es einen Staat gibt. Aber sonst gibt es für solche Dinge überhaupt keine Rechtfertigung. Das heißt: Jede Tat in dieser Welt hat eine höhere Wurzel, außer dem, was Juden machen.

Ja.

Schüler: Nach all dem gehe ich jetzt am Ende des Unterrichts und nehme Tefillin. Was mache ich …

Rav: Du hast vor dem Fernsehen versprochen, dass nicht. Nu, nu.

Schüler: … ganz praktisch: Was muss ich denken, … wollen, was will ich unterm Strich damit, wenn ich komme, das zu machen? Muss ich … machen?

Rav: Wir müssen all die Dinge machen, die im „Shulchan Aruch” stehen. Schlagen wir das Buch „Kabbala für Anfänger” auf, du wirst sehen, was Baal HaSulam schreibt, „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot”. Nicht, dass ich aus dir einen … wie heißt das, nu, Chosser biTshuwa machen will oder so, sozusagen schön.

Schüler: … die Frage ist letztlich: Welche Absicht, welches Verlangen muss ich ergänzen (?), während ich … welche Bitte, welche Haltung muss ich …

Rav: Baal HaSulam schreibt, dass du lernen musst. Er schreibt das nicht, um die Charedim loszuwerden, die jetzt kommen und über ihn herfallen werden. Er schreibt dir wahre Dinge. Er sagt: Du musst lernen, wie man die Mizwot einhält, wenigstens in Kurzform. Und er sagt dir, welche Mizwot – die anfallen … wie sagt er dort? Oren, wie sagt er, die anfallen bei …

48:44

Schüler: …

Rav: Hä? Die dir im Lauf des Tages anfallen, kurz gesagt, unterwegs. Das heißt, entsprechend deinem Leben. Gott bewahre – wenn ich noch keine Waise bin, muss ich nicht alle Trauergesetze und all diese Dinge kennen, ja. Und wenn ich keine Frau bin, muss ich nicht alle möglichen Dinge kennen, die mit einer Frau zusammenhängen. Wenn ich kein Kohen und kein Levi bin, lass mich auch damit in Ruhe, verstehst du, und noch alle möglichen Dinge. Ich muss wissen, was ich unterm Strich praktisch einhalten muss. Diese Dinge muss man lernen und einhalten.

Das sagt er also über die Einhaltung. Wie viel man der Einhaltung an Absicht hinzufügen muss, das hängt schon vom Menschen ab. Aber jeder muss wissen: „Eine Mizwa ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele” – tot. Du musst diesen toten Körper beleben. Aber wenigstens: Er ist jetzt tot, und du musst das wissen und darüber Leid empfinden, dass er tot ist. Fang jetzt an, ihn zu beleben. Die erste Absicht ist also: Wie erwerbe ich das Leben? Ich will Leben, damit dieser Körper aufhört, tot zu sein. Und was machst du dann eigentlich? Das sage ich dir.

Wenn du jetzt bei jeder Tat, die du machst, daran denkst, welche Tat in der Spiritualität dem entsprechen kann, was du in der Materialität machst, dann denkst du schon an die wahre Absicht, die es geben muss. Absicht ist die spirituelle Ausführung. Sagen wir, ich lege jetzt, nu, Tefillin. Und während ich sie lege, denke ich: „Was kann Tefillin-Legen in der Spiritualität sein?” Es muss eine Absicht geben, um zu geben, auf der Stufe, auf der ich wirklich Or Chochma empfange, im Rosh de Seir Anpin, wenn er groß ist. Was für eine gewaltige Stufe!

Dann bedauerst du schon, du willst schon, du sehnst dich schon irgendwie danach. Das ist schon deine Absicht. Das ist schon der Anfang der spirituellen Ausführung, dass du einmal dahin kommst. Und wenn du das mit der Tat verbindest, ist es etwas Vollkommenes. Und so ist es bei allen Dingen. Beim Gebet haben wir ein Problem, denn man kann nicht immer mit dem Gebet gehen, wie es dort geschrieben steht: „Gepriesen seist Du …” und so weiter.

Wir befinden uns in allen möglichen Zuständen, Aufstiegen, Abstiegen, in allen möglichen Dingen, in denen ich mich nicht genau wiederfinden kann. Darin liegt also eine Arbeit: Wenn ich lese – identifiziere ich mich mit dem Text oder nicht? Das heißt, du musst eine Seele hineinlegen, deine persönliche Beziehung zu dem, was da steht. Denn trotz allem haben das alles Kabbalisten geschrieben. 52:05

Wenn du es auf belebende Weise benutzt … ein toter Körper – man muss ihm erklären, wie man ihn belebt. Aber wenn du siehst, dass du tot bist im Vergleich zu dem, was dort geschrieben steht, ist das schon Arbeit. Doch beim Gebet ist es ein wenig anders. Es kann sein, dass dein Gebet in diesem Moment ein anderes ist als das, was du liest. Deshalb kann man nicht sagen: „Führe jedes Mal aus, was im Buch steht.”

Zwinge das Herz nicht – es kann sein, dass dein Herz jetzt anders spricht. Aber bei Dingen, die zur Materialität gehören, also zur praktischen Ausführung, wie dort die Tefillin: Wenn du dabei auch erforschst, was es offenbar heißt, sie in der Spiritualität auszuführen, und dafür um Korrektur bittest, dann ist das schon Gebet, das bringt schon Korrektur, und das hilft sehr.

Und am Ende der „Einleitung zum Buch Sohar” schreibt er, dass es eine Ausführung geben muss – minimal, normal, „nominal”, sagen wir, wie man so sagt; gibt es so etwas auf Hebräisch? Das heißt eine Norm: Was man machen muss, machen. Und wie viel du dem die richtige Absicht hinzufügen kannst, also die spirituelle Ausführung – umso besser. Das heißt, diese Welt nicht von der spirituellen Welt abschneiden, sondern im Gegenteil, sie miteinander verbinden.

Ja.

53:54

Schüler: Wenn das so sehr für unser Vorankommen helfen kann …

Rav: Das kann für unser Vorankommen nicht helfen. Oh … Das ist das ganze Problem: dass man mich nicht versteht. Die materielle Ausführung kann dir beim spirituellen Vorankommen nicht helfen. Versteh es richtig. Das ist fein, sehr fein. Sie kann helfen, aber nur unter der Bedingung, dass du durch sie nachdenken und Absicht hinzufügen willst. Wenn du keine Absicht hinzufügst, bringt sie dich in nichts voran, und ich will gar nicht sagen, dass sie sogar das Gegenteil sein kann:

dass du anfängst, mit dem zufrieden zu sein, was du machst, und anfängst, ein Gerechter zu sein, indem du es vielleicht übertreibst, und überhaupt die Äußerlichkeit der Innerlichkeit vorziehst. Dann verdirbst du damit dich selbst und das Volk und die ganze Welt und verursachst all die Schäden, die es in der Welt gibt – das heißt, „die Schüssel auf den Kopf zu stellen”.

Das ist schon etwas anderes. Ich sage noch einmal: Diese Dinge müssen zusammen sein, und die Innerlichkeit viel, viel, viel mehr als die Äußerlichkeit. Die Äußerlichkeit: Leg sie, fertig. Mach daraus kein Geschäft. Und so viel du kannst – schau, was er im Siddur zum Tefillin-Legen schreibt, … RaShaSh⁹ oder jemand anderer. Dort sind fünfzig Seiten Absicht.

Was ist Absicht? Die Ausführung dieser Tat in der Spiritualität, auf der Stufe SoN de Azilut, in Gadlut, verstehst du? Diese Ausführung, bei der du durch all die Taten und Fälle gehst, und diese Anstrengung beim Weiterleiten der Lichter und alles. Schau einfach, was dort steht – zähl die Buchstaben dort und die Buchstabenverbindungen dort. Schau, was das ist: zu Rachel, Israel, gegenüber Jakob – wie man diese Lichter dort in den Parzufim weiterleitet. Oh … Darin, sagt er, steck das ganze Gewicht deiner Anstrengung hinein. Und hab auch diese Schachtel an der Hand.

Ja.

56:14

Schüler: Wenn man nicht auf der Stufe … von Seir Anpin dort ist – ist das, was man macht, nur, um sich zu erinnern, dass es existiert, um es zu beabsichtigen, es zu suchen?

Rav: Nein, nein, nein, nicht nur das. Nicht nur, um sich zu erinnern, dass es existiert, und es zu beabsichtigen und zu suchen. Die materielle Handlung muss auch sein, weil es eine Verbindung zwischen zwei Welten geben muss und jede Wurzel zu einem Zweig gelangen muss. Und der Zweig muss durch die Absicht zur Wurzel aufsteigen. Im selben Menschen, der sowohl Absicht als auch Tat hat, verbindet er damit die zwei Welten.

Ich sage dir: Sonst kann man unserer Welt, dem Verlangen zu empfangen in unserer Welt, keine Absicht, um zu geben, hinzufügen. Das ist ein Verlangen zu empfangen, das „tot”, „unbelebt” genannt wird. Zion, hörst du mich? Das Verlangen zu empfangen in unserer Welt, das sich unter dem Machsom befindet, ist ein Verlangen zu empfangen, auf das man keine Absicht, um zu geben, machen kann.

Dieses Verlangen zu empfangen hat man jetzt der Seele beigefügt. Man hat es über die Seele gekleidet, und dieses Gebilde zusammen nennt man „Mensch”. Wenn der Mensch jetzt Handlungen in der Seele und Handlungen in der Tat macht, korrigiert er sozusagen die Tat sogar in diesem Verlangen, auf das man überhaupt keine Absicht machen kann. Das heißt, in so einem Punkt, in den das Höhere Licht nicht hineinkommt, in so einem Verlangen. Denn in dem Verlangen, das der Schöpfer erschaffen hat, gibt es auch einen Teil, zu dem das Höhere Licht nicht gelangen kann. 58:03

Dort kann es nicht das Gefühl des Hausherrn geben. Und deshalb kann dieses Verlangen nicht reagieren. Es kann nicht fühlen, dass es Scham gibt, dass es einen Hausherrn gibt, dass ich ihm gegenüber etwas machen muss. Das heißt, dieses Verlangen zu empfangen unter dem Machsom ist von Korrekturen ausgeschlossen. Man kann es zu keiner Korrektur bringen.

Es reagiert nicht, verstehst du? Nu, wie wenn du zu deinem Kater sagst: „Du bist nicht in Ordnung, du bist nicht so und so. Warum hast du mir ein Stück Wurst geklaut? Schäm dich!” und so weiter. Nu …? Du verstehst. Das war’s. So ist das Verlangen zu empfangen. Wie korrigiert man also trotzdem diesen Teil der ganzen Wirklichkeit? Alle übrigen Teile können wir korrigieren. Das nennt man „Spiritualität” – dort fühlt man den Hausherrn. Ein anderes, höheres Verlangen zu empfangen.

Aber unser Verlangen zu empfangen, das in dieser Welt genannt wird, kann man nur korrigieren, indem man es auf diese Weise der Spiritualität beifügt: Man macht damit eine Tat, und zusammen mit der Tat macht man die Absicht in der Seele. Und deshalb ist der Mensch aus diesen zwei Teilen zusammengesetzt, aus dieser Welt und der spirituellen Welt. Diese zwei Teile sind der Mensch. Denn außerhalb, außer dem Menschen, gibt es nichts. Stell dir vor, du bist so groß, dass in dir die spirituelle Welt und die materielle Welt sind, und außer dir gibt es nur Azmuto, das war’s.

59:43

Schüler: Nicht klar.

Rav: Nicht klar?

Schüler: Wenn es etwas gibt, das man nicht korrigieren kann – was ändert es dann, ob man es der Absicht beifügt oder nicht? Es versteht diese Sprache überhaupt nicht. Es weiß nicht, was das ist.

Rav: Baal HaSulam schreibt: Dadurch, dass der Mensch sich in der Zeit seiner Katnut in diesem Verlangen zu empfangen befindet und danach in der Zeit seiner Gadlut auch die spirituellen Verlangen erwirbt, verbinden sich diese Dinge miteinander, und auch zu diesem Verlangen kommt Korrektur.

Ich kann das noch nicht klarer erklären. Der Mensch kann das, weil er sich in beiden Zuständen befindet. Es gibt keine Worte dafür, aber wir haben schon angefangen, darüber zu sprechen; es wird kommen. Sonst – diese Welt, also dieser ganze Bereich im Verlangen zu empfangen, in den das Licht nicht hineinkommt – mit ihm kann man einfach nichts machen. Ihn so zu lassen, geht aber nicht, sonst gibt es gerade kein Ende der Korrektur.

Warum ist die ganze Weisheit der Kabbala dazu da, die heiligen Namen zu enthüllen, also die ganze Spiritualität dem Geschöpf zu offenbaren, das sich in dieser Welt befindet? Was kümmert es uns, wozu brauchen wir einen Körper und diese Welt? Soll es eine Seele geben: Die Seele fängt von einem schwarzen Punkt an und fängt an aufzusteigen und Spiritualität zu erlangen. Wozu braucht man einen Körper und diese fünf Sinne? Was ist unser Körper? Unser Körper und wir in dieser Welt – das nennt man das, was wir mit den fünf Sinnen wahrnehmen. Diese fünf Sinne sind eine Abbildung der fünf Stufen der Awiut, der fünf Stufen des Massach, die es in der Spiritualität gibt – nur gibt es in ihnen schon keinen Massach, und es kann ihn auch nicht geben.

Schüler: Darf ich?

Rav: Nu.

Schüler: Wenn also, entsprechend Innerlichkeit und Äußerlichkeit, sagen wir, die Gojim keine Mizwot einhalten müssen, dann auch der Körper, der … …

Rav: Die Gojim – deshalb müssen Gojim keine Mizwot einhalten, weil sie nach Zweig und Wurzel in unserer Welt zu dem Teil gehören, den man nicht korrigieren kann: ACHaP, die man seit Zimzum Bet nicht benutzen darf. Wenn man die Juden korrigiert, Galgalta we Ejnaim, können sich die Gojim ihnen anschließen, auch Unterstützer sein und einhalten, so viel sie können – und das müssen sie zusammen mit den Juden machen. Deshalb gibt es im Tempel auch einen Vorhof der Gojim, ja: Es gibt einen für den Kohen und für den Levi und für Israel und für die Frauen und für die Völker der Welt. Die Arbeit für den Schöpfer gibt es für alle Teile des Verlangens zu empfangen. ACHaP de Alija – das sind die Gojim, die sich der Arbeit anschließen; das nennt man „sie brachten auf ihren Schultern”.

Schüler: Es bleibt immer die Mehrheit, die sich nicht anschließen kann. ACHaP de Alija ist ein sehr kleiner Teil, die Mehrheit …

Rav: Der Teil, der sich nicht anschließen kann, wird dadurch korrigiert, dass er sich nicht anschließt – dass er sich nicht anschließen will, weil er nicht fähig ist, sich anzuschließen. Er macht sozusagen einen Zimzum auf sich, das ist seine Korrektur. Wodurch ist das Lew haEwen korrigiert? Dadurch, dass ich es nicht benutze. Ist es korrigiert? Das ist eine Korrektur: Ich kann es nicht benutzen, aber ich begrenze es und benutze es nicht. Unter den Völkern der Welt gibt es solche, die sich zurückgehalten haben, zum Beispiel nicht zu stehlen – und das ist eine Korrektur, mehr braucht es nicht. Damit schließen sie sich dem heiligen Volk an, wie man sagt, dem ganzen Teil, der sich in Korrektur befindet.

Wenn jeder Mensch auf der Erde, sagen wir, das Maximum macht, das er kann, um der Kedusha angeschlossen zu sein, dann ist der eine vielleicht zu hundert Prozent dabei, wie Rabbi Shimon, und der andere nicht einmal zu einem Prozent: Er macht nur einen Zimzum auf sich, sein Böses nicht zu benutzen, ja – und das ist die Korrektur. Dann gibt es eine vollständige Korrektur bei ihm und bei Rabbi Shimon. In Bezug auf die Korrektur sind sie gleich: Der eine hat sich zu hundert Prozent korrigiert, und der andere hat sich zu hundert Prozent korrigiert. Nur wurde der eine so rein erschaffen und der andere so grob. Was kann man machen? Darüber urteilt man nicht, man urteilt über das Maß der Korrektur. Deshalb gibt es am Ende der Korrektur keinerlei Minderwertigkeit – Gojim, Juden, alle benutzen … Wenn alle die Korrektur beendet haben, jeder Einzelne, was ist dann wichtig, wer ich bin und wer du bist? Von vornherein ist das nicht unser Problem, das geht auf Rechnung des Schöpfers. Deshalb kommt man zur Gleichheit.

65:11

Schüler: Wie ist dann zu verstehen, dass ein Goj, der den Shabbat hält, den Tod verdient?

Rav: Ein Goj, der den Shabbat hält, verdient den Tod – das heißt, du kannst nicht … „Verboten” heißt in der Kabbala „unmöglich”. Ein Goj, der den Shabbat hält, verdient den Tod, das heißt: weil er zum Tod kommt¹⁰. Was heißt, er verdient ihn? Dass er wirklich den Tod bekommt. Was heißt das? Er hält den Shabbat, er erhebt sich mit seinem Verlangen zu empfangen nach Azilut – das nennt man „Shabbat halten”, ja, „Shabbat” ist Azilut. Wie kann man mit dem Verlangen zu empfangen in Azilut sein? Er verbrennt sich selbst – das ist Tod.

65:52

Schüler: Darf ich?

Rav: Ja.

Schüler: Sie haben ein Beispiel gegeben: Wenn ich einem Kabbalisten die Schuhe putze und dem eine Absicht anhefte, wird diese Tat ewig, sie wird zu etwas Ewigem. Ich wollte fragen: Was heißt eine ewige Tat?

Rav: Was heißt ewig?

Schüler: Was heißt eine ewige Tat, eine Tat, der man eine Absicht angeheftet hat?

Rav: „Ewige Tat” nennt man eine Tat, die sich in der spirituellen Welt befindet. In der materiellen Welt sind all unsere Taten Taten, die keine Spur hinter sich lassen, ganz einfach – sie haben keinerlei Nutzen. Es ist erstaunlich, den Menschen anzuschauen: wie sehr er bewahren will, was er gemacht hat, was er erlangt hat, was er beigetragen hat; er will, dass nach ihm etwas bleibt. Er versteht nicht, dass diese Dinge keinen ewigen Wert haben.

In der Spiritualität ist es umgekehrt. Warum? Weil sie von vornherein verdorben ist, die Spiritualität: Du korrigierst sie, füllst sie mit Licht, hast daraus einen Parzuf gebaut – das bleibt schon. Danach verfeinert sich das, das heißt, es kommt zu immer weiter fortgeschrittenen Stadien, aber was war, bleibt. Du hast einen Massach erworben – das bleibt. Du baust damit Gefäße und gehst jedes Mal zum letzten Gefäß über, in dem du dich befindest, identifizierst dich mit ihm, und die anderen bleiben hinter dir, wie eine Kette, die du geboren hast, das war’s. In der Materialität gibt es so etwas nicht, denn der Stoff wechselt nur seine Form, und die vorherige Form verschwindet völlig.

Also, was fragst du dazu?

Schüler: …

Rav: In Ordnung.

Gut, das war’s?

68:02

Schüler: Sie haben gesagt, dass dieser Stoff in dieser Welt … dass die Tat mit Absicht sein muss. Welche Tat …

Rav: Welchen Taten kann man Absicht hinzufügen? Nur Taten der Mizwot, ob Verbote oder Gebote.

Schüler: Und einfache Taten, die wir in dieser Welt machen?

Rav: Bei einfachen Taten, die ich mache, gibt es überhaupt keinen Bedarf, ihnen eine Absicht aufzulegen. Welche Absicht? Das ist wie in Kotzk, wo man gesagt hat, ja: Welche Absichten braucht es beim Essen? Kau gut. So etwas, gut kauen.

Schüler: Wie korrigiert man sie dann trotzdem?

Rav: Man muss sie nicht korrigieren. Du hast in dieser Welt nichts zu korrigieren. Sagen wir, ich esse jetzt einen Cracker. Welche Absicht muss es bei einem Cracker geben? Wenn ich anfange, das mit etwas zu verbinden, das zur Arbeit für den Schöpfer gehört, ja – aber in dieser Tat an sich gibt es nichts. Was nennt man Absicht? „Absicht” heißt, dass ich nicht die Tat in dieser Welt nehme, sondern ihre Wurzel in der spirituellen Welt, und diese Wurzel jetzt ausführen will – das nennt man „Absicht”.

Das heißt: Ich habe Tefillin genommen, an die Hand gelegt, auf den Kopf gelegt, ja? Das war’s, die Tat habe ich gemacht. Was ist jetzt die Absicht bei dieser Tat? Die Absicht ist: Ich stelle mir jetzt vor, was es heißt, Tefillin in der spirituellen Welt zu machen – also auf die Höhe der Welt Azilut aufzusteigen. Sagen wir, ich bin allmächtig, ich habe Massachim, ich habe alles: Ich steige auf die Höhe der Welt Azilut auf, trete auf die Ebene des Parzuf Seir Anpin de Azilut in der Zeit seiner Gadlut ein, mache diese Handlung, führe sie von Anfang bis Ende aus – diese ganze spirituelle Ausführung nennt man „Absicht”. Die ganze materielle Ausführung, ja, nennt man Tat in dieser Welt; die ganze spirituelle Ausführung, die spirituelle Tat, nennt man „Absicht”. Was ist also Absicht? Ausführung in der Spiritualität – denn dort hast du keine Hände und Füße, nur deine innere, seelische Anstrengung. Das nennt man „Absicht”. Warum heißt das Absicht? Weil sie auf den Schöpfer ausgerichtet sein muss, um zu geben – deshalb hat man diesen Namen genommen¹¹.

70:56

Schüler: Man macht auch den Tischsegen über etwas, das man gegessen hat – man hat einfach Essen gegessen, wie jeder, und fügt dem den Tischsegen hinzu. Der Tischsegen ist doch nichts, was man machen muss, es ist einem nicht geboten – das ist keine Mizwa?

Rav: Doch, es steht geschrieben: „Und du sollst essen und den Schöpfer, deinen Schöpfer, segnen.”¹²

Schüler: Man muss das über etwas machen, das jedes Tier macht – das ist nicht wie Tefillin.

Rav: Nein, nein …

Schüler: Also etwas, das ohnehin … das heißt, es braucht keine Korrektur; Essen braucht keine Korrektur, oder?

Rav: Gibt es den Tischsegen in dieser Welt oder nicht?

Schüler: Nein.

Rav: Nein – aber ich mache ihn. Warum? Ich mache bla bla bla bla, nachdem ich mit dem Essen fertig bin, man schaut mich von der Seite an: Mit dem ist etwas passiert – weil das nichts Natürliches ist. Warum mache ich das? Weil ich eine spirituelle Wurzel habe, mit der ich mich verbinde, und so etwas mache ich auch in der Spiritualität.

Schüler: Eine Wurzel für den Segen, nicht für das Essen?

Rav: Für den Segen, nicht für das Essen. Was ist Essen? Mizwot sind etwas nicht Reales; sie sind das, was in der spirituellen Welt geschieht, und in dieser Welt machen wir davon einfach eine Abbildung. Wenn es keine Kabbalisten gegeben hätte, die uns erzählt haben, dass es so etwas in der Spiritualität gibt, hätten wir es nicht gewusst und es nie gemacht. Schau andere Völker an – sind sie dümmer, verstehen sie nicht? Warum wissen sie nichts von diesen Mizwot? Oder sie wissen ein wenig, haben es von uns genommen; dann können sie vielleicht auch hier und da segnen oder alle möglichen solchen Dinge – sie haben alles von uns genommen. Denn auf natürliche Weise kommt das dem Menschen nicht. Das war’s, was soll man sagen: Nimm den ganzen „Shulchan Aruch”, und du wirst sehen, nichts davon ist natürlich.

Schüler: Es gibt also Mizwot, die ganz … sagen wir, auch vor den Tefillin sagt man einen Segen, und auch während der Tefillin und so – das alles ist aus einer spirituellen Wurzel. Und das Essen selbst ist korrigiert, nur sein Segen ist das, was … das ist die Mizwa …

Rav: Sicher.

Schüler: … an sich, das ist die Wurzel?

Rav: Eine Tat, die du in dieser Welt machst und die „Mizwa” heißt, hat in dieser Welt keine Rechtfertigung – nur die Rechtfertigung, dass sie eine spirituelle Wurzel hat. Das war’s: der Segen. Natürlich: Du isst einen Apfel und sprichst davor einen Segen, dann segnest du über den Apfel. Ein Apfel ist etwas Greifbares, alle essen ihn, aber ein Goj spricht keinen Segen, du schon. Warum? Weil du ihm gegenüber eine spirituelle Wurzel erlangt hast, also führst du diese Sache auch in dieser Welt aus. Wenn es keine spirituelle Wurzel gäbe, würdest du es nicht machen.

Das heißt: 620 – das sind 613 und noch sieben deRabbanan –, 620 Handlungen sind spirituelle Handlungen, die der Mensch ausführen muss, um seine Seele zu korrigieren. Und wir in dieser Welt fügen sie einfach allen möglichen natürlichen Taten hinzu. Ich muss in dieser Welt alle möglichen Taten machen: essen und arbeiten und schlafen gehen und Kinder zeugen und mich um alle Dinge kümmern, und dies und das und dies und das. Und ich füge meinem Leben noch … eigentlich, wie viele muss ich hinzufügen? Noch 620 Mizwot. Diese 620 Mizwot, die ich hier in dieser Welt mache, sind wirklich … wie soll ich sagen? Sie widmen vielleicht, ich weiß nicht, dadurch …

Schüler: Heiligen.

Rav: Heiligen. Dadurch heilige ich alle meine übrigen Taten, in denen es keine spirituelle Wurzel gibt, die nur zum Tierischen gehören.

Vielleicht finden wir einmal eine Möglichkeit, wirklich leicht darüber zu erzählen.

Ja.

75:05

Schüler: Was ist der Unterschied zwischen den 613 und den sieben …?

Rav: Ja, das ist deRabbanan, wir werden sehen, was das ist, ja. Die sieben sind auf einer anderen Stufe. Ja.

Schüler: Und was entspricht dem Siwug, der spirituellsten Handlung? Es gibt keinen Segen, den der Mensch darüber sagt?

Rav: Ich verstehe dich nicht. Du fragst so: Bevor ich einen Apfel esse, spreche ich den Segen über die Frucht des Baumes. Bevor ich gehe, den Körper einer Frau zu benutzen, spreche ich über nichts einen Segen. Das ist sozusagen ein Genuss, und das ist ein Genuss. Warum hat man dafür keinen Segen gegeben? Ich weiß es nicht. Auf den ersten Gedanken denke ich: weil das der allgemeine Genuss ist, der alle anderen Genüsse in sich einschließt. Der Siwug, die Verbindung – in der Spiritualität wie in der Materialität – ist das Allgemeinste, das Natürlichste. Deshalb gibt es darauf vielleicht sozusagen keine Absicht. Obwohl es alles Mögliche gibt … es gibt alle möglichen Ratschläge, vielleicht, sie gehören nicht zu …

Dagegen sage ich dir: In der spirituellen Welt nennt man jedes Empfangen des Lichts, um zu geben, oder Geben, um zu geben, jede Berührung mit dem Licht, einen Siwug, verstehst du. Wenn du in dieser Welt einen Apfel isst und genießt und darauf eine Absicht, um zu geben, spirituell machen willst, sagen wir, dem entsprechend – auch das heißt Siwug. In dieser Welt beißt du in den Apfel, und in der spirituellen Welt, auf der spirituellen Stufe, machst du einen Siwug mit dem Höheren Licht im Massach, verstehst du. Das heißt in der Spiritualität immer Siwug: Genuss mit dem Verlangen, eine Begegnung. Aber warum es gerade darauf keinen Segen gibt …

77:49

Schüler: …

Rav: Jetzt kann ich nicht, sofort.

Schüler: Damit es kein unnützer Segen ist?

Rav: Nein, nein, nein. Das ist eine ernste Sache, das kann ich nicht sagen. Eigentlich ist es wie einen Apfel essen, wie alle möglichen anderen Dinge, das war’s. Auch hier muss man es machen, um zu geben, und die Tat heiligen und so weiter – wie jede andere Sache. Auch ein Apfel ist dir in den ersten drei Jahren verboten und so weiter. Das heißt, es gibt Korrekturen vor jeder Tat. Darüber muss man noch nachdenken. Ich sage dir … Ich habe viel zu sagen, aber ich glaube nicht, dass … ich muss es prüfen, mich so damit beschäftigen. Ziemlich verschwommen. Mit dem Skopwei¹³ habe ich auch um ein Uhr nachts gearbeitet. Ja.

Schüler: Ich verstehe dort: Schöpfer, Mizwot. Aber warum gibt es so viele Millionen Handlungen, als ob … nicht sitzt, einfach … ein Mensch sammelt Briefmarken. Was ist das, wozu all diese Handlungen, die der Mensch im Lauf des Lebens macht?

Rav: Oh, du fragst so: Es gibt in unserer Welt seltsame Handlungen, die uns die Kabbalisten aufgetragen haben. Unnatürliche Handlungen, ja. Das war’s. Sie haben gesagt: Macht gerade das. Nimm irgendein Leder, mach daraus eine Schachtel, leg in die Schachtel irgendeinen Text, ein Pergament, und binde das an die Hand. Und das mach so. Also irrationale, unnatürliche Dinge. Gut, in Ordnung, das hören wir von ihnen. Und es gibt in unserer Welt natürliche Handlungen: Aus der Erfahrung in dieser Welt sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir sie brauchen, oder der Körper selbst zieht uns dazu, sie auszuführen. Ja, das war’s.

Entweder ist das eine wirklich tierische Tat – Essen, Trinken, Siwug, Schlaf, alle möglichen solchen Dinge. Oder es sind etwas weiter entwickelte Taten, zu denen uns der Körper ebenfalls in der Entwicklung gedrängt hat. Du fragst also: Nu, für die Taten der Mizwot, die wir in dieser Welt künstlich machen, gibt es eine Rechtfertigung in der spirituellen Welt. Die anderen Taten, die wir in dieser Welt machen, haben auch eine Wurzel in der spirituellen Welt – natürlich haben sie das. Natürlich. Was nützt es, dass wir sie machen – müssen wir auf sie irgendeine Absicht machen? Auf alle Dinge, ganz ohne Ausnahme, brauchen wir eine allgemeine Absicht: dass ich sie ausführe, dass ich lebe, wie man sagt, um zum Ziel der Schöpfung zu kommen. Das war’s.

„Ich fahre jetzt Auto, um zu geben”, ja, oder etwas Ähnliches – so etwas gibt es nicht. Du kannst nichts machen, um zu geben, was es in der Spiritualität nicht gibt. Welche Absicht kannst du hinzufügen, wenn du kein spirituelles Verlangen hast, auf das du so eine Handlung machst? In der Spiritualität gibt es so etwas nicht, Autofahren, verstehst du, das war’s. Sondern es geht darum, was du genau als dieselbe Tat in der Spiritualität ausführst. Das sind künstliche Dinge. Ja.

81:53

Schüler: Und wenn ein Mensch eine Verbreitungsaktion macht …

Rav: Aber es gibt so etwas wie ein Haus bauen, und dann gibt es Korrekturen beim Hausbau – ein Geländer auf dem Dach, alle möglichen Dinge –, das schon; ein allgemeiner Zustand.

Schüler: Wenn ein Mensch, sagen wir, jetzt zu einem Stand geht, um dort unsere Bücher zu verkaufen, ist das nicht …

Rav: Eine allgemeine Absicht, zum Ziel der Schöpfung zu kommen, das ist alles.

Schüler: Das ist nicht wie jetzt einfach Auto fahren.

Rav: Das ist nicht wichtig. Insgesamt gibt es in allen Mizwot, die du machst, eine besondere Absicht, weil das klare spirituelle Handlungen sind, ja? Und alle übrigen Dinge, die Wurzeln in der spirituellen Welt und Zweige in dieser Welt haben – sie alle, die Mizwot eingeschlossen, haben insgesamt die Absicht, zur Spiritualität zu kommen, zur Ausführung, um zu geben. Sowohl diese als auch jene – sowohl gewöhnliche, tierische Taten, die alle machen, Gojim wie Juden, als auch Taten, die nur Juden machen, also Mizwot –, sowohl diese als auch jene haben nur das Ziel, zum Ende der Korrektur zu kommen, zur Dwekut.

Bei jeder einzelnen Tat kannst du also diese Absicht hinzufügen. Was ist nur das Besondere an den Taten der Mizwot? Das Besondere ist, dass es reine Handlungen in der Spiritualität sind, die man macht, dass es Stufen sind. Und die übrigen Taten in dieser Welt, die du machst, sind Taten nur in dieser Welt; in der Spiritualität haben sie nur eine allgemeine Absicht, um zu geben. Ich würde noch mehr sagen: Diese Handlungen sind natürliche Handlungen, Handlungen, die für die allgemeine Existenz des Gefäßes kommen.

Damit eine Seele auch in der Spiritualität existieren kann, muss sie eine eigene Stufe der Existenz haben. Sagen wir, ich befinde mich auf irgendeiner Stufe der Existenz, sagen wir in der Mitte von Yezira, der Welt Yezira. Dann erhalte ich mich durch den festen Massach, durch all die festen Taten, die ich auf der Stufe der Welt Yezira mache. Und jetzt gehe ich, noch eine höhere Tat zu machen, auf eine noch höhere Stufe aufzusteigen – dann setze ich schon irgendeine zusätzliche Mizwa in Gang, die ich vorher nicht gemacht habe, verstehst du.

Das ist so, wie ein Mensch in dieser Welt arbeiten, lernen, Kinder zeugen muss – all die Dinge, bei denen er eine einfache Absicht hat: zu existieren, um zum Ziel zu kommen. So wie ich in der Mitte von Yezira stehe – und darüber hinaus schon eine Mizwa ausführe.

Nu, genug davon. Gut, Nissi, nu, in Ordnung.

85:14

Schüler: Eine Frage, die ein wenig damit zusammenhängt. Alles, was es hier gibt, hat einen Zweig und eine Wurzel oben. Aber es gibt trotzdem Dinge wie … oder wie eine Klimaanlage, die man trotzdem hier gemacht hat – wie kann das sein?

Rav: Wie kann es sein, dass es in unserer Welt solche Dinge gibt, die keine Wurzeln oben haben? Es gibt kein …

Schüler: …

Rav: So etwas, das oben keine Wurzel hat, gibt es nicht. Es kann nicht sein, dass dir der Gedanke kommt, eine Schraube zu erfinden, wenn es so etwas in der Spiritualität nicht gibt. Woher kommt der Gedanke?

Schüler: …

Rav: Aber wo ist die Schraube in der Spiritualität, von der es zu mir kommt, dass mir der Gedanke in den Kopf fällt, in der Materialität eine Schraube zu machen? Ja?

Schüler: Wie stellt der Mensch das her, wenn es das oben nicht gibt? Sie haben doch selbst gesagt …

Rav: Nein, nein, nein, nein, Gott bewahre. Es gibt keine Tat unten, die keine Wurzel oben hat. Aber ich sage: Das sind natürliche Taten, um den Körper zu erhalten – den spirituellen Körper, den materiellen Körper. Natürliche Taten; keine Taten, durch die dieser Körper nach oben vorankommt, und noch höher, und noch höher.

Vorankommen von Stufe zu Stufe geschieht nur durch eine Tat der Mizwa. Durch eine besondere Tat: Du nimmst einen Teil des Verlangens zu empfangen und erwirbst darauf einen Massach, um zu geben. Du hast ein bestimmtes Maß vom Verlangen zu empfangen genommen, darauf einen Massach erworben, um zu geben, empfängst jetzt damit Licht, um zu geben, sagen wir, ja, in diesem Teil – das nennt man: Du hast eine Mizwa gemacht. Das war’s. Das sind Taten, durch die du vorankommst, von unten nach oben schreitest.

Dagegen gibt es Taten zur Existenz, und auf jeder Stufe, auf die du aufsteigst, gibt es neue Taten zur Existenz. Ich befinde mich, sagen wir, in Nezach de Yezira. Dann erhalte ich mich selbst: Ich muss essen, trinken, ein Haus haben, um mich herum irgendein Feld mit Tieren, mit Vieh, ja? Das war’s. Und meine Stufe der Existenz ist, dass ich dort all das habe: die Erde pflügen und machen. Das ist meine Stufe der Existenz im Chase, im Hod oder da, sagen wir in Nezach de Yezira.

Ich muss von Nezach zu Tiferet de Yezira aufsteigen. Oh, in Tiferet de Yezira muss ich jetzt irgendeine Mizwa machen, ja? Eine spirituelle Tat, die ich vorher nicht ausgeführt habe, um aufzusteigen. Sagen wir, um von hier nach dort aufzusteigen, muss ich jetzt anfangen, ich weiß nicht, einen bestimmten Segen zu sagen, ja – ich habe das gemacht, bin aufgestiegen. Ich sage das alles nur ungefähr, damit ihr seht. Ich bin auf eine andere Stufe aufgestiegen, jetzt bin ich auf die Stufe Tiferet de Yezira aufgestiegen. 88:23

Um jetzt auf dieser Stufe Tiferet de Yezira zu existieren, reicht es nicht mehr, dass ich auf dem Feld mit Kühen, mit dem Vieh, mit allen möglichen Dingen lebe. Dort habe ich viele Dinge, über die ich keine Segen spreche, ja – das ist wie bei einem gewöhnlichen Menschen, wie bei einem Goj, auch bei einem Juden. Aber jetzt, wo ich auf eine höhere Stufe aufgestiegen bin, lebe ich in der Stadt. Ich habe ein Auto, ich habe einen Bus, alle möglichen Dinge, ich lebe auf andere Weise. Auch damit leben Goj wie Jude gleich, ja, und auch darüber spreche ich keine Segen und gar nichts. Ich muss sie einhalten, um auf dieser Ebene zu existieren, die jetzt Tiferet de Yezira heißt. Verstehst du. Das war’s.

Um jetzt von Tiferet de Yezira aufzusteigen, sagen wir zu Gwura, muss ich noch irgendeine Mizwa machen, ja. Sagen wir, dort habe ich irgendeinen Segen über etwas gesprochen; hier muss ich noch irgendeine besondere Tat machen, ich weiß nicht, sagen wir, etwas bewahren. Und als ich zu Gwura de Yezira aufgestiegen bin – oh, jetzt ist es nicht einfach die Stadt, jetzt brauche ich auch einen Kühlschrank, auch eine Waschmaschine. Oh, was für künstliche Dinge! Vorher wusste ich davon gar nichts. Auf der vorherigen Entwicklungsstufe wusste ich es nicht, jetzt weiß ich es, jetzt kommt es mir, verstehst du, und dann erfinde ich sie sozusagen.

Schüler: Das heißt, die Menschheit entwickelt sich schon entsprechend …

Rav: So entwickelt sich die Menschheit, natürlich. Natürlich. Das Problem ist, dass unsere technische Entwicklung in dieser Welt jedes Mal von höheren spirituellen Stufen zu uns kommt, aber unsere innere, seelische Entwicklung bleibt dahinter zurück. Und deshalb fühlen wir Nöte. Jede Sache, die ich erfinde, erfinde ich mit Weisheit, die mir aus dieser Welt¹⁴ herabkommt, nach dem Tempo derselben Maschine, die sich bewegt. Aber ich muss wenigstens im selben Tempo mein inneres, seelisches Vorankommen machen – und das mache ich nicht. Deshalb sind all meine Erfindungen am Ende zu meinem Schaden und nicht zu meinem Nutzen.

Heute kommen Menschen zu mir und sagen: Der Chef zwingt mich, 15 Stunden am Tag zu arbeiten. Weißt du, ich habe in der Geschichte gelesen, dass man zur Zeit der technologischen Entwicklung vor 200 Jahren, als die Dampfmaschinen als Industrie anfingen, 10 bis 12 Stunden gearbeitet hat. Heute höre ich, man muss 15 Stunden arbeiten. Was haben wir gewonnen? Was haben wir gewonnen? Verstehst du. Das hast du davon: Das Rad, das uns dreht, bringt uns Erfindungen nach seinem natürlichen Tempo, und wir halten in unserem Tempo, dem auch eine Seele beizufügen, nicht damit Schritt.

91:15

Schüler: Dann bewegen die Kabbalisten das große Rad?

Rav: Nicht die Kabbalisten bewegen es. Das große Rad bewegt sich mit seiner eigenen Geschwindigkeit, 6000 Jahre dreht es sich, ja? Das war’s. Aber wir müssen eigentlich entsprechend vorankommen – und wir kommen nicht voran. Das heißt, ich bekomme jetzt meine Materialität, meine Entwicklung, sagen wir nach Hod oder Tiferet de Yezira, und befinde mich in meiner seelischen Entwicklung noch in Assija. Du verstehst also, wie sehr die Materialität im Vergleich zur Spiritualität voranschreitet – und dann wird das alles zu meinem Schaden.

Ja.

Schüler: Deshalb entsteht bei uns hier wegen der Nichtübereinstimmung mehr Druck.

Rav: Diese Nichtübereinstimmung führt dazu, dass es beim Atom zuerst darum geht, wie man vernichtet, bei der Chemie, wie man vernichtet. Alles kommt nur aus dem Bedürfnis, einander zu vernichten.

Schüler: Ich spreche sogar von uns: Deshalb verlassen Menschen die Arbeit, weil er fühlt, dass er mit … arbeitet, und hier kommt sozusagen noch mehr Arbeit von außen dazu; also gibt es hier eine Nichtübereinstimmung, … draußen.

Rav: In Ordnung. Das hat viele Folgen, aber was soll man machen. Auch die, die vorankommen und vorankommen wollen, haben in so einer Umgebung ein großes Problem, ja – aber das ist ein Leid der Vielen.

Schüler: …

Rav: Nein, nein – lasst mich, ich bin schon seit zwei Uhr nachts auf. Der Unterricht ist vorbei.

Was?

Schüler: Kann man sagen, dass die Wurzel der …

Rav: Der Unterricht ist vorbei. Nu.

Schüler: Die Wurzel der Mizwot liegt im Or Choser, im Gegensatz zu anderen Dingen, die nicht vom Or Choser kommen, ja?

Rav: Die Wurzel der Mizwot – was ist eine Mizwa? Eine Handlung, durch die ich eine spirituelle Stufe erwerbe. Es gibt 620 Stufen, deshalb gibt es 620 Handlungen, um zu jeder Stufe aufzusteigen, und diese Handlung nennt man Mizwa. Dem entsprechend haben die Kabbalisten gesagt: Macht in dieser Welt solche Handlungen, und solche, und solche – das entspricht dem, was man in der Spiritualität macht. Das war’s.

Bis zu welcher Stufe muss sich unsere Welt in der Materialität entwickeln, im Vergleich zum Ende der Korrektur? Das ist interessant. Ja. Die letzte Stufe der materiellen Entwicklung, die dem spirituellen Ende der Korrektur entspricht, ja? Gut.

(Ende der Lektion)