Das Buch Sohar erzählt vom Aufbau unserer Seele. Jedes Wort dieses Buches spricht entweder von einer inneren Eigenschaft, einem Zustand der Seele, von der Beziehung zwischen ihren Eigenschaften oder von Einflüssen von außen und innen. Daher sollte jeder von uns versuchen, einen spirituellen „anatomischen Schnitt“ in sich selbst zu machen – seine Seele zu öffnen, in sie hineinzublicken und studieren, wo sich das befindet, worüber wir lesen. Das Buch Sohar hat eine einzigartige Eigenschaft: Es zieht das Höhere Licht zu uns an – eine Art spirituelle Nahrung, durch deren Einfluss unser kleines punktuelles spirituelles Verlangen, das „Punkt im Herzen“ genannt wird, sich allmählich zu einer großen Sphäre entwickelt, in der wir das Höhere Leben wahrnehmen. Dieses Endziel, das uns von der Natur vorbereitet ist, wird „Shabbat“ („Sabbat“) genannt; das bedeutet „Ende der Arbeit“. Die Aufgabe unserer spirituellen Arbeit besteht darin, egoistische Wünsche in altruistische zu verwandeln, unseren Hass in Liebe zum Nächsten zu transformieren. Am Ende dieser Arbeit erreichen wir die endgültige Korrektur, und der Sabbat tritt ein – der beste und vollkommenste Zustand der Verschmelzung mit dem Schöpfer. In der materiellen Welt gibt es einen Zyklus aus sechs Wochentagen und dem Sabbat – ein Abbild der Stufen der spirituellen Korrektur. Die sechs Tage sind die Eigenschaften der Sefirot Chesed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jesod, die wir in uns aufnehmen, während wir die Stufen der spirituellen Korrektur erklimmen. Der letzte Tag der Woche, der dem Zustand „Shabbat“ entspricht, ist dadurch gekennzeichnet, dass alle sechs Sefirot in Malchut eingeschlossen und ihre Eigenschaften den höheren Eigenschaften des Gebens dabei ähnlich werden. Daher wird der Sabbat – der Zustand, in dem unser „Ich“, unser Verlangen vollständig von Egoismus gereinigt ist – als „heilig“ bezeichnet.