Tägliche Lektion14. Juli 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 30 (1990) (25.06.2002)

Rabash. Artikel 30 (1990) (25.06.2002)

14. Juli 2026

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Morgenunterricht 25.06.2002

Buch „Kitwej Rabash", Band 2, S. 1103: „Was bedeutet es, dass „Gesetz und Statuten“ der Name des Schöpfers ist, in der Arbeit?"

Rav: Wir haben einen Artikel aus „Schlawej haSulam", Band 2, Wochenabschnitt „Bechukotaj" gelesen: „Was bedeutet es, dass „Gesetz und Statuten“ der Name des Schöpfers ist, in der Arbeit?". Worum geht es bei Gesetz und Recht? Diese beiden gehen im Grunde aus dem Din hervor. Denn damit der Wille zu empfangen in seinem ewigen Zustand für seine Aufgabe geeignet wird, muss er Korrekturen auf sich nehmen; und Korrekturen sind Einschränkungen und Veränderungen – das nennt man Gesetz und Recht.

In Wahrheit ist es so: All die Dinge, von denen wir denken, dass wir gegen uns selbst, gegen unseren Willen handeln – es stellt sich heraus, dass es genau umgekehrt ist. Wir sagen: Der Mensch muss die Namen des Heiligen, gepriesen sei Er, erlangen – dass Er gut ist, dass Er Gutes tut, dass Er barmherzig, gnädig ist und so weiter. Aber diese Worte sind nicht präzise. Wenn ein Mensch die heiligen Namen erlangt, wirkt das anders: Er kann sie nämlich nur durch die Gleichheit der Form erlangen.

Deshalb bedeutet das Erlangen der heiligen Namen, dass man diese Korrekturen auf sich nimmt, die man heilige Namen nennt. Wenn ein Mensch erfasst, was „barmherzig" heißt, was die Eigenschaft des Schöpfers „barmherzig" ist, dann wird er in diesem Maße selbst barmherzig. Und um, sagen wir, „gnädig" zu erlangen, muss er selbst schon gnädig sein. Alles erlangt man nach der Gleichheit der Form.

Das heißt: Den Namen des Schöpfers¹ zu erlangen bedeutet schon, dass der Mensch zum Träger des Namens des Schöpfers wird. Das nennt man „und der Name des Schöpfers wird über dir sein" – und dann, so steht geschrieben, fürchten sich die Klipot vor dir: „und sie werden sich vor dir fürchten". Das heißt: Der Mensch, der erlangt, nimmt selbst diese Eigenschaften an. Wenn die Tora uns also sagt, die heiligen Namen zu erlangen – „Schmeckt und seht, dass der Schöpfer gut ist" –, dann macht dieses „Schmeckt und seht" den Menschen am Ende selbst gut und gleich dem Schöpfer.

Denn der Schöpfer ist das allgemeine Licht, das sich in alle 613 Korrekturen kleidet, die der Mensch an seinen 613 Verlangen vollzieht – und all diese Handlungen zusammen nennt man die 613 Mizwot. In jeder Mizwa ist ein besonderes Licht hinterlegt, das dieser einen Korrektur zugeordnet ist. Und wenn der Mensch alle Korrekturen vollendet, dann heißt das allgemeine Licht, das sich in ihn kleidet – das allgemeine NaRaNCHaJ –, der Schöpfer. Das schreibt Baal HaSulam in einem Brief auf Seite 64. [3:39]

Was macht man dazu? Seir Anpin heißt Recht, und Malchut heißt Gesetz; das Gesetz muss also wie das Recht werden. Malchut muss dieselben Eigenschaften, die es in Seir Anpin gibt, über dem Verstand auf sich nehmen – also auf einer Stufe, die höher ist als sie selbst. Das nennt man „über ihrer Stufe", das nennt man „über ihrem Verstand"; denn der Verstand (Daat) bestimmt das Wesen der Stufe. Deshalb muss man verwirklichen, dass das Recht wie das Gesetz wird.

Was bedeutet „Recht wie Gesetz"? Dass dieselben Eigenschaften, die es in Seir Anpin gibt, wie das Gesetz sein sollen – (…) wie das Gesetz, das heißt wie die Eigenschaften von Malchut. Das ist es, was er uns hier sagt. Was ist Gesetz und Recht? „Was bedeutet es, dass Gesetz und Recht der Name des Heiligen, gepriesen sei Er, ist". Denn diese Vereinigung zwischen Gesetz und Recht, zwischen Seir Anpin und Malchut, offenbart im Ganzen alle Namen – das heißt alle Eigenschaften des Schöpfers im Geschöpf.

Gibt es Fragen? Ja?

[5:06] Schüler: Sie haben vorhin gesagt, dass ein Mensch die Namen des Schöpfers nach dem Maß seiner Korrektur erlangt – „gut" und „Gutes tuend".

Rav: Ich gebe gewöhnlich ein Beispiel: Um eine Radiowelle einzufangen, musst du im Radioempfänger selbst eine Welle erzeugen, die derselben Frequenz gleicht wie die Welle von außen. Das nennt man den Resonanzeffekt. Sonst fängst du nichts von draußen ein. Außerhalb des Empfängers gibt es Millionen Wellen aller möglichen Frequenzen – wie fängst du da etwas Bestimmtes ein?

Deshalb ist jeder Empfänger zugleich sozusagen auch ein Sender. Er erzeugt, er empfängt nicht nur. Er muss zuerst die Welle erzeugen, die du von draußen empfangen willst – dieselbe bestimmte Frequenz –, und dann fängst du das, was draußen ist, nach der Gleichheit der Form ein, nach der Gleichheit der Frequenzen. Und dann fängst du das, was in dieser Welle von draußen steckt – auf der noch allerlei kleine Zeichen sitzen –, als Ton ein. Aber in dir muss die Gleichheit der Form mit dem bestehen, was du fühlen willst.

Meine Augen, meine Ohren – sie alle sind so gebaut, dass ich einen bestimmten Bereich der äußeren Einwirkung¹ einfange, weil ich innen einen Mechanismus habe, der sozusagen dieselben Frequenzen erzeugen kann, die es draußen gibt. Das sind ja alles Nerven, und am Ende der Nerven sitzen besondere Sensoren für jede einzelne Frequenz – für Wärme, für Kälte, für Druck. Das sind alles Frequenzen, die ich nach der Gleichheit der Form zwischen meinem Gefäß und dem, was draußen ist, einfange.

Wie kann ich also sagen, dass Er gnädig oder barmherzig ist, wenn ich mich nicht vorher mit einer solchen Eigenschaft ausstatte, durch die ich erkenne, was gnädig und was barmherzig ist? Das heißt: Ich muss zuerst eine Korrektur an mir selbst vollziehen, und entsprechend werde ich dann fühlen, dass Er tatsächlich so ist. Es passiert uns ja, dass wir über einen Menschen sagen: Er hat kein Herz. Und tatsächlich hat er kein Herz – seine Gefühle sind einfach nicht so entwickelt. Er sieht jemanden weinen oder in Kummer sein, und er empfindet kein Mitleid und versteht es nicht. Das ist es.

Nehmen wir ein Baby: Wenn jemand weint, versteht es nicht, was das ist. Es hat noch nicht die gefühlsmäßige Entwicklung, um zu verstehen, dass mit einem Erwachsenen etwas geschieht und dass der wirklich in solcher Erregung ist. Später, wenn es größer wird und entsprechend entwickelte Gefäße bekommt, sodass es auch fühlt, was Kummer ist oder, sagen wir, was Freude ist – dann kann es, wenn es nach draußen schaut, wirklich aufnehmen, was draußen geschieht. Und so fangen wir alle Dinge nur nach der Gleichheit der Form ein. Ja.

[8:25] Schüler: Wie entwickelt man diesen Sensor denn wirklich?

Rav: Oh – wie entwickeln wir den Sensor, um geistiges Geben aufzunehmen? Der Schöpfer gibt uns, Er wirft alles Gute über uns aus, endlos, wir sind unter einem Haufen Seines schönen Gebens – und wir fühlen nichts. Weil dieses Gefühl bei uns nicht entwickelt ist, sind wir wie Babys. Was Er übergibt, verstehen wir nicht, wir fühlen es gar nicht wirklich – das nennt man Verhüllung. Das heißt: Die Verhüllung liegt in uns, im sechsten Sinn, der noch nicht entwickelt ist.

Den sechsten Sinn zu entwickeln – das nennt man die Weisheit der Kabbala, die Weisheit, wie man empfängt, was Er gibt. Aber wir wissen nicht zu empfangen. Wie also? Nur durch das zur Quelle zurückführende Licht. Das heißt: Während des Studiums erweckt man die umgebenden Lichter, und sie läutern den Menschen. Was heißt „läutern"? Sie machen dieses Gefühl rein, fein, empfindsam. Und dann fängt man wirklich an zu fühlen.

In dem Maße, wie das umgebende Licht mich läutert, gibt es mir ständig Geben. Es lehrt mich sozusagen – ein bisschen von dieser Unterscheidung, ein bisschen von dieser Unterscheidung, noch ein Tröpfchen davon, noch ein Tröpfchen davon – so, wie man ein Baby lehrt. Nur will ich das schnell machen, nicht warten. Bei einem Baby dauert es zwanzig Jahre. Beim Menschen dauert es manchmal Tausende von Jahren, bis er sich vervollkommnet. Also will ich es schnell machen, also erwecke ich das umgebende Licht, damit es mir das schnell macht.

Nicht im Tempo, in dem es durch die Geschichte geht, Tausende von Jahren – ich will es innerhalb von fünf, zehn Jahren. Ja? Ich will es schneller, aber es klappt nicht, es ist zu schwer. Also will ich im Grunde die Entwicklung dieses sechsten Sinnes beschleunigen. Das Höchste, was ich brauche, ist, so gut ich kann das umgebende Licht auf mich zu ziehen – das ist meine ganze Arbeit.

Und je schneller es mich lehrt – also in einem schnellen Tempo, in dem sich jedes Mal allerlei Erscheinungen in mir verändern –, desto schneller durchlaufe ich das Studium, ja? „Das Ausbreiten des Lichts und sein Rückzug machen das Gefäß für seine Aufgabe geeignet", ja? Das heißt: Ich muss möglichst viel von Zustand zu Zustand übergehen, von Veränderung zu Veränderung – Aufstiege, Abstiege, allerlei Dinge, ja, aus der Gruppe, aus den Büchern, aus allem. Und dann komme ich schneller in einen Zustand, in dem innen genug Unterscheidungen da sind, und dann fange ich an, dementsprechend Dinge von außen zu fühlen und einzufangen. Ich, der ich mich schon vor dem Machsom befinde, fange an zu unterscheiden.

So ist es auch bei uns von Tag zu Tag: Wir unterscheiden immer mehr allerlei Dinge, gegenüber denen wir früher völlig gleichgültig waren oder die wir mit diesem sechsten Sinn einfach nicht erfasst haben. [11:35]

Nun, während sich der sechste Sinn in jedem Einzelnen entwickelt – auch wenn er noch nicht die Schwelle erreicht hat, an der er sich wirklich zur Geistigkeit öffnet –, spüren wir in ihm trotzdem schon allerlei Veränderungen: Er schwillt an, und es gibt in ihm schon allerlei Unterscheidungen. Das nennt man Seele, die wir durch unsere Tätigkeit tatsächlich entwickeln. Und nur hierin, im Entwickeln der Seele, befindet sich der Mensch in freier Wahl, und er muss es selbst tun.

Es kommt kein Licht von oben zu dir, wenn du nicht bewusst willst, dass es kommt und dir die Seele korrigiert. Das heißt: dass es ihr Unterscheidungen gibt, dass es dir Empfindsamkeit gibt, um eine geistige Welt zu fühlen. Dieses Licht wird dir Leiden geben, damit du fühlst, dass es dir fehlt – und mehr und mehr und mehr fehlt. Aber es wird dich niemals korrigieren, ohne dass du MaN erhebst, wie wir lernen; ohne dass du bittest, dass du das fühlen willst, dass du dem nahe sein willst, sagen wir es so. Danach in Gleichheit der Form damit, in Anhaftung daran.

Die Seele kann sich nicht ohne die Arbeit des Menschen entwickeln. Worin besteht die Arbeit? In der Bitte, im Gebet – dem, was man das Erheben von MaN nennt. Und das umgebende Licht korrigiert dann die Seele. Und je nachdem, was es korrigiert, je nach den Eigenschaften, die du in der Seele zu fühlen beginnst, fängst du dementsprechend Eigenschaften im Schöpfer ein. Das heißt: Wenn du irgendeine Eigenschaft von den 620 Eigenschaften der Seele korrigiert hast, dann fühlst du in dieser korrigierten Eigenschaft den Schöpfer.

Das heißt: Die Mizwa, die du tust – also eine Handlung in der korrigierten Eigenschaft –, dadurch vereinigst du dich mit dem Schöpfer. Du sagst, dass Er diese Eigenschaft füllt: Das Licht füllt das Gefäß, den korrigierten Teil. Es sind immer dieselben Worte, wir drehen uns die ganze Zeit darum herum, mehr gibt es nicht als das.

[14:01] Schüler: Was hilft dabei, dass irgendein Mangel sich in eine Bitte verwandelt? Was ist vielleicht der Unterschied zwischen dem Mangel, der Größe und der Bitte? Denn nicht jeder Mangel schreitet als Bitte um Korrektur voran, oder …

Rav: Wir bitten die ganze Zeit. Es gibt also einen Mangel – soll es einen Mangel geben – und wir bitten um allerlei Dinge. Auch das Bitten hängt ab … Was ein Mensch will, das nennt man Gebet. Was ich im Herzen will, das nennt man Gebet, denn mein Herz ist mit dem Schöpfer verbunden, ohne irgendetwas dazwischen. Was ich also jetzt fühle – ich fühle jetzt einen Wunsch², mich auszuruhen, zu essen, zu stehlen, mich in etwas zu verlieben, was weiß ich.

All diese Wünsche werden sofort im Schöpfer gefühlt, und entsprechend bekomme ich als Antwort eine Korrektur – eine Korrektur der Ausrichtung der Wünsche – durch allerlei innere Mittel, die Er mir im Herzen bewirkt, oder äußere. Aber im Ganzen lehrt Er mich, durch ein sowohl inneres als auch äußeres, umgebungsbezogenes System, nach und nach, welches Verlangen das richtige ist.

Wo ist meine Arbeit? Meine Arbeit ist, dass auch ich selbst suche, welches die richtigen Verlangen sind, wonach genau. Und wenn ich dann zu diesen Verlangen komme, die schon in meinem Herzen sind, dann heißt das, dass ich bete. Ich bete das, was ich fühle, was ich will, ohne dass ich es kontrollieren kann. Der Wille wird vor mir erschaffen. Was heißt das? Bevor ich ihn fühle, bevor ich mir dessen bewusst bin, bevor ich ihn kennenlerne, bevor ich ihn unterscheiden und ihm einen Namen geben kann – ist er schon in mir.

Die Schöpfung ist Wille, Wille zu empfangen. Deshalb kann ich ihn nicht verändern; ich kann nur an ihm unterscheiden, was dieser Wille ist und inwieweit er dem Ziel der Schöpfung entspricht. Und dann kann ich dementsprechend allerlei äußere Kunstgriffe anwenden – das sind Gemeinschaft und Bücher –, damit sich dieser Wille, der mir nicht so sehr auf das Ziel der Schöpfung ausgerichtet erscheint, austauscht. Aber nur durch äußere Kunstgriffe – nicht dadurch, dass ich innen mit irgendeinem Schlüssel in mein Herz gehe und es mit irgendeinem Schraubenzieher drehe; das kann ich nicht. Über den Willen selbst bin ich nicht Herr.

[17:11] Schüler: Worauf richten sich denn diese Kunstgriffe, bei jedem Willen ohnehin …

Rav: Die Kunstgriffe sind ganz einfach: Ich schaue auf irgendein Ding und verliebe mich. Um nun den Wunsch auszutauschen, fange ich jetzt an, Musik zu hören. Nun bringt mir auch Musik irgendeinen Wunsch, aber vielleicht einen feineren, doch auch der ist nicht genau auf das Ziel gerichtet. Ich schlage ein Buch auf. Von den Büchern, die ich aufschlage – Kabbala-Bücher –, nehme ich mir also irgendein Buch, das jetzt auf mich einwirken kann, das mir einen feineren, reineren, gezielteren Wunsch bringt und so weiter. So bewirke ich durch die umgebungsbezogenen Mittel eine Veränderung im Willen, aber nicht, dass ich selbst den Willen verändern könnte.

Schüler: Und wann wird der Wille oder der Mangel zu meiner Bitte?

Rav: Genau der Wille, der im Herzen ist – das ist die Bitte. Er braucht kein weiteres Mittel, um zur Bitte zu werden. Ich nehme diesen Willen nicht aus dem Herzen, stecke ihn in einen Umschlag und schicke ihn mit der Post. Genau der Wille, der bei mir im Herzen ist, ist das, was sofort beim Schöpfer ankommt, denn in meinem Herzen sind Er und ich zusammen. Er ist in meinem Herzen, ob ich will oder nicht.

Schüler: Ist jede meiner Bitten auch MaN, ist das dasselbe?

Rav: Alles, was ich im Herzen fühle, nennt man MaN. Wie die Kibbuzniks im Negev: Sie fühlen, dass ihnen Regen fehlt – das nennt man Gebet.

[18:54] Schüler: Aber in unserer Sache, über die wir gerade gesprochen haben – über das umgebende Licht, das kommt und seine Eigenschaften überträgt.

Rav: Durch das umgebende Licht korrigiere ich gezielt, in meiner freien Wahl, fortlaufend meinen Willen, sodass er immer mehr ausgerichtet, schärfer, richtiger auf das Ziel der Schöpfung, auf das Ziel des Lebens wird – und nicht auf allerlei falsche Ziele, mit denen ich mein Leben nicht verschwenden will. Das umgebende Licht hilft mir, den Willen auf das Nötige auszurichten, auf Ihn. Dieses umgebende Licht ist sozusagen eine Quelle besonderer Wellen, und ich will, dass mein Herz nur das … – wie ein Radar – dass mein Herz nur diesen Bereich einfängt, diesen Wellenbereich, und nichts anderes. Es gibt noch Millionen Wellen um mich herum, ja, die auf mich wirken können, aber ich will nur diese eine Welle. Wie mache ich das also? Durch eben dieses umgebende Licht – ich will, dass es in mir den Mangel darauf aufbaut. Auf Ihn.

Schüler: Auf Ihn. Ist es also dasselbe, dass ich Ihn will und dass ich Ihn zur Korrektur will?

Rav: Dass ich Ihn will und dass ich Ihn zur Korrektur will – das ist nicht ganz dasselbe, aber es ist schon auf dem Weg dorthin. Am Anfang will ich einfach nur genießen; danach unterscheide ich schon, welche Art von Genuss ich will; und schließlich wird die Korrektur bei mir selbst zum Genuss. Und danach, bis das Ergebnis der Korrektur bei mir Genuss ist. Was heißt das – das Ergebnis? Dass schon das Geben aus der Korrektur, das Ergebnis der Korrektur, ein Geben an den Schöpfer ist.

Ja.

[20:56] Schüler: Wenn die Verlangen vor mir existieren und ich, sagen wir, im Lauf des Tages eben diese Verlangen fühle – weil sich das die ganze Zeit an die Umgebung wendet, die ich mir aufgebaut habe, um das Verlangen mehr auf Ihn hin zu bekommen –, und dann komme ich zum Studium, zum Buch: Warum sagen wir immer, dass ich fühlen muss, dass ich im Lauf des Tages so viel Forderung wie möglich halten muss? Mein Herz ist doch schon mit Ihm verbunden, und alles, was ich geschaffen habe, ist schon in mir. Worum geht es hier, die Forderung während des Studiums zu verstärken?

Rav: Das Problem ist, dass wir ein einziges Mittel haben, um das umgebende Licht einzuladen, damit es uns verändert: die Bücher. Und die Absicht während des Lernens. Was ist die Absicht? Eben jener Mangel im Herzen – ja, dieser Mangel ist ein künstlicher Mangel. Was heißt das? Ich sitze während des Studiums und will, dass das umgebende Licht mich korrigiert. Hätte ich schon so ein Verlangen, dann müsste ich mich nicht anstrengen, müsste ich keine Mühe geben.

Man sagt: Nein. Du musst Mühe geben. Was ist Mühe? Wenn es schon da ist, wenn ich schon will – muss ich mich darum abmühen? Das heißt: Die Mühe besteht darin, es dahin zu bringen, dass während des Studiums das Verlangen, korrigiert zu werden, das umgebende Licht aufzunehmen, durch es verändert zu werden, das Bestimmende von allem ist. Das heißt: Dass ich lerne, dass ich über das nachdenke, was ich lerne – das sind Mittel.

Dass ich weiß, was dort genau geschrieben steht, welche Zahlen, was dort geschieht, Galgalta, AB SaG – das ist alles nur dazu da, mich an die Sache zu binden. Um schon in diesem Film zu sein, und innerhalb dieses Films zu wählen, was genau ich von ihm will. Verstehst du? Ich schlage ein Buch auf, ich fange an zu lernen, und hier erzählt man mir von allerlei Dingen, die sich sozusagen in der geistigen Welt abspielen oder sozusagen in mir, ich weiß nicht was – aber im Ganzen: Was will ich davon? Daraus? Das muss ich schon bereit sein zu fordern, und so viel wie möglich in der richtigen Form. Die Mühe liegt also sowohl vor dem Studium als auch während des Studiums.

Siehst du – wenn wir die „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot" aufschlagen, Punkt 17, dann schreibt er so: „Und deshalb ist der Lernende verpflichtet, sich vor dem Studium im Glauben an den Schöpfer und an Seine Aufsicht über Lohn und Strafe zu stärken, wie unsere Weisen sagten: Zuverlässig ist dein Arbeitgeber, dass Er dir den Lohn für dein Tun zahlt." Das heißt: dass du dafür, dass du dich abmühst, willst, dass Er dir eine Korrektur bringt. Ja. „Und er richte seine Mühe darauf, dass sie um der Mizwa der Tora willen sei. Und auf diesem Weg wird er es verdienen, vom Licht in ihr zu genießen" – das zur Quelle zurückführende Licht, das ist das umgebende Licht – „sodass auch sein Glaube" – das heißt der Wille zu geben – „sich stärkt und wächst durch die Segenskraft dieses Lichts, wie geschrieben steht: Heilung wird es für deinen Nabel sein und Labung für deine Gebeine. Und dann wird sein Herz zuversichtlich fest sein, denn aus dem Lo LiShma kommt man zum LiShma." Und so weiter.

[24:35] Das ist das, was vor dem Studium kommt – das brauchen wir wirklich, das ist die Vorbereitung. Aber davor, ja, sagt er, dass unser ganzes Problem, ja, in Punkt 18, weiter, danach – ja, dass das Problem nicht nur ist, sich vor dem Studium im Glauben und in der Vorbereitung zu stärken, sondern schau, was er schreibt, ich lese hier aus der Mitte, ja: sondern „dass man nachlässig war, die Mühe und die Anstrengung zu geben, die man im Beschäftigen mit der Tora geben muss, wie geschrieben steht: Ich habe mich nicht gemüht und doch gefunden – glaube es nicht."

Oder es kann sein, dass man die geforderte „Menge" an Mühe erfüllt hat, aber in der „Qualität" nachlässig war – das heißt, dass man nicht seinen Sinn und sein Herz während der Zeit der Beschäftigung mit der Tora darauf gerichtet hat, es zu verdienen, das Licht in der Tora herabzuziehen, das den Glauben ins Herz des Menschen bringt." Glaube nennt man das Licht von Chassadim. Die Eigenschaft von Bina, das, was wir eigentlich wollen: die Korrektur für den Willen zu empfangen. Das heißt: Du hast Arbeit sowohl vor dem Studium als auch während des Studiums, „während der Beschäftigung mit der Tora".

Und das ist die Hauptsache, es gibt nichts außer dem – das heißt gar nichts. Der Rest ist alles nur Beiwerk.

[25:59] Schüler: Wenn ich jetzt sage, dass der Wille sozusagen – meine Verlangen, also mein Gefäß – nicht … ich kann nur fühlen, was mit mir geschieht, ich habe eigentlich keine Kontrolle darüber. Denn es kommt von Ihm. Und Er antwortet mir eigentlich auf meine Mängel, das heißt auf meine Verlangen. Wenn ich mich dann sozusagen mitten im Unterricht in eine künstliche Forderung hineinversetze, dann wirkt das überhaupt auf meine Verlangen. Was ist da der Zusammenhang? Wenn Er meinem Mangel gegenüber arbeitet, ohne Bezug zu mir, richtig? Er gibt mir Verlangen. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt zum Buch komme und sage, was weiß ich, ich will eine Million Dollar – die werde ich wohl nicht bekommen. Warum? Weil das nicht wirklich das ist, was ich brauche. Das ist nicht in meinem Gefäß. Warum verbindet es mich dann sozusagen mit meinem Gefäß und gibt mir …, wenn ich komme und jetzt diese Sache fordere – wie, warum ist das …

Rav: Du fragst so: Was heißt „er richte sein Herz aus"? Das, was hier steht. Was heißt das – dass ich es einfach mit dem Mund sage, mündlich sage, mit dem Mund, dass ich will, aber das Herz will noch nicht – was tun? Die Sache ist: Mit dem Mund sagen bedeutet nicht, dass du den Mund aufmachst und redest. Sondern mit dem Mund sagen bedeutet, dass du allerlei äußere Handlungen vollziehst, die dir helfen, das Herz zu verändern.

Du gehst hin, um zu hören, um dich von den Freunden beeindrucken zu lassen – und der Schöpfer hat den Menschen in einer Umgebung erschaffen, sodass die Umgebung auf uns wirkt. Also wähle ich eine bessere Umgebung, eine, die mehr auf das Ziel ausgerichtet ist. Und wenn ich mich in irgendeiner Umgebung befinde, muss ich Druck auf sie ausüben und bewirken, dass sie jedes Mal mehr auf das Ziel ausgerichtet ist, denn sie ist im Grunde die einzige Quelle, die auf mich wirken und mir die Verlangen im Herzen verändern kann.

Das ist es. Und das nennt man, dass ich mit dem Mund das Gebet spreche. Das heißt: Der Mund heißt der Ort des Massach, denn hier kann ich sozusagen selbst etwas bestimmen. Aber wohl kaum, indem ich den Mund aufmache – was ist das schon, weißt du, alle lügen und alle reden, und was ist das – der Mensch weiß überhaupt nicht, was sein Herz ist und was sein Mund ist, und kennt den Unterschied zwischen ihnen nicht. Wir haben nur eine einzige Handlung, durch die wir das Verlangen im Herzen verändern können: gezielt irgendein Geben von außen zu hören. Also muss ich meinen Mund verschließen, mein Ohr verschließen, ja, und es nur am richtigen Ort öffnen, nur für die richtigen Dinge. Und für die übrigen Dinge verschlossen sein. Das ist es.

[29:02] Schüler: Das ist vor dem Studium.

Rav: Und das ist vor dem Studium.

Schüler: Und jetzt während des Studiums – was hilft dabei, dass ich einen Gedanken festhalte an …

Rav: Jetzt – das war vor dem Studium; während des Studiums: Kann ich während des Studiums mein Herz festhalten, nicht nur den Gedanken – „ihren Sinn und ihr Herz", steht geschrieben, ja? –, um das Licht in der Tora zu verdienen, das zur Quelle zurückführt? Das heißt: Was bedeutet das – muss ich während des Studiums die ganze Zeit im Mangel sein, dass das Licht kommt und mich korrigiert, um zu geben? Weißt du, nach dem ersten Wort vergesse ich schon, dass ich lese, und ich bin schon ganz in der Sache drin, die ich lese, und dort arbeite ich mit dem Verstand, und wo ist das …

Wie also, kurz gesagt, knüpfe ich – wenn ich etwas vom Leben will – an das an, was ich lerne? Hier muss ich dann nach und nach auch von der Gemeinschaft hören, nochmal, von der Gemeinschaft hören. Verstehst du, ich kann es mir auch selbst sagen, so eine Gehirnwäsche funktioniert auch, aber hauptsächlich kommt es aus der Umgebung – dass das, was im Buch geschrieben steht, von mir handelt, und dass das die Handlungen sind, die es gibt, dass wirklich meine Seele sie durchläuft, das, was geschrieben steht.

Zehn Sefirot – wir lernen „Studium der Zehn Sefirot" – die zehn Sefirot sind der Aufbau der Seele, und was ich über sie lerne, ist das, was in der Seele geschieht. Und ich, der ich das lerne, lerne genau über das, was in mir innen geschieht, nur dass ich es jetzt nicht fühle. Also will ich es fühlen, will ich es verstehen, denn wenn ich mich damit verbinde, trete ich in das ewige Leben ein, denn das ist das Leben der Seele, das ist ewiges Leben.

Also muss ich die ganze Zeit wirklich mich daran gewöhnen, so zu denken, zu hören, zu hören, zu hören. Und dann wird auch während des Studiums mein Mangel nicht genau der sein, zu wissen, sondern zu erkennen, was hier über mich geschrieben steht – ich verbinde das Buch schon mit mir und lerne nicht über irgendeine Welt, die tausend Parsaot von mir entfernt ist.

Sie ist nicht tausend Parsaot von mir entfernt – es gibt keine Welten außerhalb von mir, sie sind alle bei mir innen, in meinen 620 Verlangen, ja? Es gibt Verlangen, die zu der einen Welt gehören, zur zweiten Welt, zur dritten Welt; so ist das aufgeteilt, das ist die ganze Sache. All meine 620 Verlangen sind 620 Stufen von mir bis zum Ende der Korrektur, und all diese 620 Stufen, diese 620 Verlangen, teilen sich in fünf Gruppen, wobei jede Gruppe auf bestimmte Weise verborgen ist, sich durch eine bestimmte Handlung offenbart, ein bestimmtes Licht empfängt, eine Füllung – deshalb nennt man sie „Welt". Das ist alles, all diese Dinge sind innen; außerhalb Seines Wesens befindet sich nichts. Ja.

[32:12] Schüler: Die Frage ist so: Wenn ein Mensch, sagen wir, zum Reservedienst geht, dann zieht er Uniform an, und einen Monat lang wird er nur vom Militär beeinflusst, denkt Militär, Ausrüstung des Militärs; man sagt ihm: „Vergiss dich überhaupt völlig, nur um dessentwillen."

Rav: Ich erinnere mich, ja.

Schüler: Wenn ein Mensch ins Ausland reist, dann reist er einen Monat lang ins Ausland, spricht kein Hebräisch, gar nichts, in irgendeiner Umgebung. Warum ist uns das so wichtig – lasst uns doch einen Monat Urlaub von der Arbeit nehmen, jeden Tag lesen, uns an irgendeinem Ort einschließen, oder in der Natur, was weiß ich, jeden Tag zehn Stunden TES lesen, noch sechs Stunden Sohar, nur über Punkt 17 sprechen und darüber, welche Wichtigkeit man aus den Büchern herausholen muss, und wir kommen zu irgendeiner kritischen Handlung, die irgendeine Veränderung bewirkt – anstatt es so Tag für Tag hinzuziehen und es langsam wirken zu lassen.

Rav: Warum machen wir nicht so einen Kunstgriff wie: für irgendeine kurze Zeit aus dieser Welt zu fliehen, nicht ganz?

Schüler: Klar, nicht ganz.

Rav: Warum nicht? Ich verstehe es auch nicht – das ist irgendeine Art von Unvollkommenheit. Wenn es eine gute Sache ist und wenn es zu geistiger Erhebung führt, dann musst du damit gehen, und Schluss – was machst du hier für Kompromisse?

Schüler: Wir bringen das danach hierher zurück, in unsere Welt, um es umzusetzen.

Rav: Ah, das heißt, wir gehen hinaus, um Kräfte zu sammeln, die richtige Richtung zu erfassen, uns darin zu stärken, und danach fügen wir diese Welt dem Zustand hinzu, den wir erlangt haben.

Schüler: Wir gehen hinaus, um gemeinsam den Machsom zu überqueren.

Rav: Das heißt: Lasst uns jetzt hinausgehen, um den Machsom zu überqueren, und danach kehren wir in diese Welt zurück und fangen an, sie ebenfalls mitzuziehen, sie hinüberzubringen? Nun, was soll ich dir sagen – lass es uns zuerst mal versuchen. Die Sache ist die: Diese Frage entspringt einem Mangel an Sicht – dass alles, worin wir uns überhaupt befinden, eine Stufe ist, die man „diese Welt" nennt; das ist eine der Stufen, einfach die niedrigste, die geringste, die vergessenste – wie soll ich sagen? – sie befindet sich in der Dunkelheit.

Schüler: Die dunkelste.

Rav: Die dunkelste, so heißt sie, sie hat einen besonderen Namen: „diese Welt", aber sie ist eine Stufe von allen Stufen. Wie kann ich aus ihr hinausgehen, wenn ich nicht mit dem arbeite, was in ihr ist? Das heißt: Man hat mir hier umgebungsbezogene Bedingungen gegeben, und das sind im Grunde meine Eigenschaften, nur in einer Kopie von mir nach außen. Ich sehe die Welt so, wie ich innen geordnet bin. Wenn ich innen meine Eigenschaften anders ordne, werde ich anstelle dieser Welt Geistigkeit sehen – wobei auch die Geistigkeit das ganze Bild dieser Welt verdrängen wird, so wie sie wirklich die unterste Stufe von aller Sicht sein wird, die ich über ihr haben werde. [35:27]

Wie also kann ich mich von der Stufe befreien, auf der ich mich befinde, wenn alles, was jetzt in ihr ist, meine unkorrigierten Eigenschaften sind – und wenn ich sie nicht korrigiere, steige ich nicht auf eine höhere Stufe auf; wie kann ich davor fliehen? Ich kann irgendwelche Handlungen vollziehen, durch die ich mich sozusagen absondere, um mich ein bisschen zu stärken, aber ich muss doch wieder zu dieser Stufe zurückkehren, um mich mit ihr zu verbinden, um von ihr noch mehr Grobheit zu nehmen, und wieder mit der zusätzlichen Grobheit zum Lernen zu kommen, und wieder sie läutern zu wollen, und wieder zur Arbeit zu gehen, und wieder zur Familie zu gehen, und mit Kindern zu sein, und mit einer Frau, und mit Problemen, und mit allerlei umgebungsbezogenen Dingen, und wieder für ein paar Stunden zum Lernen zurückzukehren und zu korrigieren, was ich von dort aufgesogen habe.

Aber wenn ich die Dinge nicht aufsauge, wenn meine Grobheit ihn nicht zur Korrektur bringt – wozu komme ich dann zur Korrektur, wozu komme ich zum Lernen, worauf soll das umgebende Licht wirken, was soll es korrigieren gehen? Wenn ich rein bin, womit soll sich das umgebende Licht überhaupt vereinigen, was soll es einfangen? Das heißt: Wir haben keine andere Wahl, als die ganze Zeit von Zeit zu Zeit hinzugehen und uns in diese Welt einzutauchen und das zur Korrektur zu bringen, uns wieder in diese Welt einzutauchen, das wieder zur Korrektur zu bringen.

Unsere ganze Tätigkeit umfasst also im Ganzen drei Hauptzustände: Da ist diese Welt mit all der Gehirnwäsche, die sie mir verpasst; danach komme ich und will meinen Verstand mit meiner Gemeinschaft reinwaschen – nicht die äußere Gemeinschaft, sondern eine, die mir hilft; und wenn das, was die äußere Welt mir gibt, Grobheit ist, und meine Gemeinschaft mir das Verlangen gibt, mich von dieser Grobheit zu befreien, ja, sie zu läutern, dann komme ich zum Studium.

Wir haben drei Zustände, drei Mittel, sagen wir; so bauen wir auch unseren Tagesablauf auf. Das ist es. Und das nennt man, dass du für ein paar Stunden in die Höhle fliehst und dort Tora lernst – das ist jetzt, während du sitzt.

[38:02] Schüler: Wir fliehen für eine Woche oder einen Monat in die Höhle und kehren dann zurück.

Rav: Ich glaube nicht, dass es dir hilft, wenn du für eine Woche oder einen Monat fliehst, denn du wirst sehr schnell wieder die Störungen aus dieser Welt brauchen – du hast ihre Störungen noch nicht genug von ihr aufgesogen. Wie kann man das prüfen? Geh an einen äußeren Ort, in irgendein Dorf, sagen wir, ja? Sondere dich ab, fang dort an, dich mit unserer Weisheit zu beschäftigen, mit der Kabbala, mit dem Lernen mit Freunden und allem – du wirst sehen, dass ihr nach höchstens einem, zwei Tagen zur Langeweile kommt und nichts zu tun habt. Das wird so sein, ganz sicher.

Schüler: Bieten die einen den anderen keinen Stoff?

Rav: Die einen bieten den anderen keinen Stoff.

Schüler: Neid, Begierde, Ehre.

Rav: Ihr werdet nicht einmal das Bedürfnis haben, euch miteinander zu beschäftigen. Ich muss die ganze Zeit Störungen aus dieser Welt bekommen, damit ich das Bedürfnis habe, mich mit den Freunden zu verbinden, um mich vor diesen Störungen zu retten, um zur Geistigkeit zu kommen – sonst brauche ich nicht einmal die Gemeinschaft, geschweige denn das Studium. Wenn du denkst, das Studium wäre besser, wenn du dich von dieser Welt absonderst? Nein, es wird nicht besser sein, nicht wirksamer, es wird überhaupt nicht sein, es wird völlig, völlig theoretisch sein, so rein, ohne jede Forderung an es. Wir haben keine andere Möglichkeit, als so mit diesem ganzen Leben verbunden zu leben. Das ist es. Und auch ich bin nicht für lange Zeit mit dem Rabbi hinausgegangen. Manchmal waren es drei Tage. Manchmal. Gut, im Lauf des Tages war ich auch viele Stunden verbunden, aber trotzdem war ich mit dem gewöhnlichen Leben verbunden.

[40:32] Schüler: Wie kommt es, dass zu Pessach eine Woche Pessach so …

Rav: Zu Pessach schaffen wir uns selbst einen besonderen Zustand, und auch Pessach selbst ist ein besonderer Zustand von oben. Und wir geben vorher sehr, sehr große Mühe, und dann genießen wir das ganze Pessach von der Mühe, die wir vor Pessach und an Pessach gegeben haben. Verstehst du? Pessach ist etwas … etwas anderes, und du siehst, dass es nur Pessach ist. Denn kein Fest verlangt von uns solche Mühe. Auch an Geld, auch an Anstrengung. So ein Monat, der davor liegt, und was für ein … darin steckt. Abgesehen davon, dass man wie an Pessach dreihunderttausend Schekel ausgibt. Wo hört man so etwas? Deshalb verdient man so etwas. Deshalb lohnt es sich. Ich … du weißt, wie sehr ich auf alles Druck ausübe, und Pessach, alles, was sein wird. Das ist etwas, das man anders nicht kaufen kann. Ja.

[41:42] Schüler: Warum sagen wir, dass wir Druck auf die Gemeinschaft ausüben müssen, damit sie mehr auf das Ziel ausgerichtet ist? Nicht sozusagen aus dem Herausziehen des … Was heißt gerade „Druck ausüben"? Das heißt, dass die Gemeinschaft von vornherein die ganze Zeit sozusagen sich dem widersetzt?

Rav: Nein, aber die Gemeinschaft, das sind Menschen wie du, die du brauchst – das ist auch deine freie Wahl. Denn außer dass du dich unter ihre Wirkung stellst, wie unter eine Dusche, damit sie auf dich wirken, dich reinwaschen – so musst du auch prüfen, worin sie auf dich wirken. Vielleicht Leichtfertigkeit? Vielleicht ist es ein „Sitz der Spötter"? Jedes Mal musst du fordern, dass die Gemeinschaft sich verbessert. Gut. Ja, Jaakow.

[42:30] Schüler: Hier schreibt er im Artikel, den wir gerade gelesen haben … es gibt die Beschäftigung mit der Tora. Er schreibt hier „Mizwot der Tora", dass man bei den Mizwot der Tora ausrichten muss, dass ein Wille zu geben da sei – wie ist das, wozu ist das? Was nennen wir, sagen wir, bei uns in der Gemeinschaft „Mizwot der Tora"?

Rav: „Mizwot der Tora" heißt: Wozu lerne ich? Was will ich davon? Will ich einfach nur wissen, was dort geschrieben steht? Es gibt Menschen, die lernen … Ich erinnere mich, ich gab meinen Sohn zum Lernen in den Cheder von Jizchak Silberman in Jerusalem. Er ist ein Kabbalist, ein großer Rabbiner und alles. Bei ihm war das Lernen nach der Methode des Ramchal.

Mein Sohn war sieben Jahre alt, ich holte ihn aus einem Cheder in Rechowot und brachte ihn nach Jerusalem. Er wohnte bei ihm im Haus und … einige Monate und lernte dort. Das Lernen war alles auswendig. Man lernt einfach Chumasch auswendig, Newiim auswendig, Mischna auswendig, Gemara auswendig, alles auswendig. Man wiederholt tausendmal. Nachdem man es im Herzen, im Kopf hat, fängt man an, darüber zu sprechen. Man fängt an: „Ah, siehst du? Dort steht das so, und hier steht das so, und das ist so und das ist so." Wenn das schon in der Schachtel im Kopf liegt, dann fängt man an. Das … es gibt so ein Lernen. Da fordert man vom Lernen, dass ich es wissen, mich daran erinnern muss. Das ist in Ordnung. [44:15]

Wir lernen nicht dafür. Es ist mir egal, wie viel ich mir merke. Solange ich nicht sehe und nicht fühle, ist das, was ich mir merke, für mich nichts wert. Warum schreibt Baal HaSulam, dass ich trotzdem jedes Mal, tausendmal, die Definitionen wiederholen und sie auswendig wissen muss, als lägen sie in einer Schachtel? Das ist dazu da, dass wir anfangen, mit diesen Definitionen zu arbeiten – nicht daraus irgendwelche Bilder zu machen, sondern in sie einzudringen und die geistige Bedeutung zu fordern. Anstatt die Kreise, die gerade Linie, was aufsteigt und was absteigt und so weiter zu zeichnen – die innere Empfindung zu fordern, was uns jede solche geometrische Form genau versinnbildlicht.

Das heißt: Das Wichtige ist, was ich vom Lernen fordere. Siehst du, jeder kann den „Sohar" aufschlagen. Was? Sohar liest man nicht? Die Gemeinschaften des Ostens haben ihn all die tausend Jahre gelesen, aber man lehrte sie … es gab große Kabbalisten. Ah … aber das einfache Volk lehrte man: „Du schlägst auf und liest, einfach so, als Segensmittel." Denn wirklich, dem einfachen Volk gibt es nichts zu geben. Wenigstens so. Aber diejenigen, die einen Punkt im Herzen fühlen, dass sie etwas haben, womit sie sich beschäftigen können, die fordern mehr. Es geht also darum, was man fordert.

[45:50] Schüler: Was man fordert, und welche … zunächst gibt es eine Mizwa, und es gibt das, was man von der Mizwa will.

Rav: Ja.

Schüler: Er schreibt hier: Es gibt die Mizwot der Tora, und es gibt das, was man von den Mizwot der Tora will. Die Frage ist also: Was genau sind die Mizwot der Tora? Was meint er?

Rav: Mizwot der Tora heißt, aus der Tora den Begriff „Tora des Lebens" herauszuholen. Zum Leben zu kommen. Er schreibt darüber dort im TES.

Schüler: Meint er das Lernen, welche Handlung genau?

Rav: Er meint nicht das Lernen, sondern das Ergebnis des Lernens.

[46:29] Schüler: Wenn ein Mensch, sagen wir, irgendeinen Boden fegt, was weiß ich, in der Küche oder in … heißt das, dass er Tora lernt, oder was? Wenn er davon will, dass er das fegt …

Rav: Wenn ich in unserer Küche arbeite und dabei beabsichtige, dass ich dort lerne, dort arbeite, dass ich etwas aus meinem Leben erlangen will, dann wird eben jenes Verlangen, das ich dort erfasse, multipliziert mit denselben guten Dingen, die ich der Gemeinschaft bewirke – das heißt multipliziert mit dem allgemeinen Verlangen der Gemeinschaft, die zur Geistigkeit kommen will –, zu meinem Verlangen; ich erwerbe dadurch die Verlangen der anderen, werde in sie eingeschlossen. Dadurch, dass ich ihnen diene, werde ich in sie eingeschlossen. Und dann wirken diese Verlangen auf mich, richten mein Verlangen richtiger aus. Und während des Studiums beabsichtige ich dann, aus der Tora, aus dem, was ich lerne, das Licht in der Tora, das zur Quelle zurückführt, herauszuholen – und nicht, ein großer Rabbi oder etwas anderes zu werden. Ja.

[47:47] Schüler: Eine kleine Frage, die mich beschäftigt. Wir lernen die ganze Zeit: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen." Plötzlich hatte ich da etwas, das mich störte, denn wir sagen ja: „Er erschafft Dunkelheit und bildet Licht." Also im selben Maße: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, ich habe die Tora als Würzmittel gebildet." Zuerst „erschaffen" – das ist etwas, das … das ist nicht …

Rav: Du fragst: Der Schöpfer hat den bösen Trieb erschaffen und hat auch die Tora erschaffen. Was heißt also „Erschaffung der Tora"?

Schüler: Diese Schöpfung, das ist, wie der Schöpfer zu sein.

Rav: Ah … und andererseits steht geschrieben: erschafft … oder „bildet Licht und erschafft Dunkelheit." Dass „Beria" heißt „außerhalb der Stufe". Es ist von der Dunkelheit die Rede. Und wenn es „erschafft Dunkelheit" heißt, warum, wie kann es sein, dass dasselbe Wort „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen" sein kann? Es steht in Bezug auf die Tora. Denn „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen" – das ist schon nicht mehr die Tora selbst, sondern wie ein Würzmittel.

Das heißt: Das ist schon eine Korrektur, die sich innerhalb des Willens zu empfangen befindet. Schöne Frage. Es gibt Licht, und es gibt eine Handlung des Lichts, die es innerhalb des Willens zu empfangen bewirkt. „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen" – gemeint ist, dass innerhalb des Willens zu empfangen das Licht wirkt und den Willen zu empfangen verändert, sodass er um des Gebens willen sei. Und das Ergebnis der Handlung, „um des Gebens willen zu empfangen", ist ein Ergebnis, das dem Licht ähnlich ist.

Das heißt: Auch das Licht erschafft den Willen zu empfangen, und auch das Licht erschafft innerhalb des Willens zu empfangen die Korrektur „um des Gebens willen". Das ist alles innerhalb des Willens zu empfangen. Deshalb heißt es „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen." Denn von der Tora, die das Licht ist, kann man sagen „Ich habe erschaffen". Es ist also nicht von der Tora die Rede, sondern von ihrer Handlung innerhalb des Willens zu empfangen.

Richtige Frage. Deshalb steht geschrieben „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen", das man dem Willen zu empfangen hinzufügt. Das heißt: die Handlung, die innerhalb des Willens zu empfangen vollzogen wurde. Deshalb heißt auch sie „Schöpfung". Das ist etwas Neues. Warum ist das etwas Neues? Wir lernen dies als etwas Neues, und noch dazu was für ein Neues. [50:14]

Das Licht erschafft den Willen zu empfangen; danach, dadurch dass es das Licht des Genusses ist, erschafft es den Willen, Genuss zu empfangen; danach, entsprechend dass es der Wille zu geben ist, erweckt es innerhalb des Willens zu empfangen das Gefühl der Scham. Der Schöpfer gibt mir einmal Speisen, und ein zweites Mal – völlig, völlig unverbunden mit dem ersten Mal – zeigt Er mir, dass Er mir das tut, dass Er das zu meinem Wohl tut, und erweckt in mir allerlei damit verbundene Scham und Reaktionen und so weiter. Auch das ist eine Schöpfung für sich. Ich habe das viele Male gesagt, dass Scham eine Schöpfung für sich ist. Und sie ist eine Handlung aus dem Licht. Das nennt man „Ich habe die Tora als Würzmittel erschaffen", denn dadurch durchläuft der Wille zu empfangen eine Korrektur, das nennt man „Würzmittel". Ja.

[51:15] Schüler: Das ist zusätzlich zu dem, worüber wir gesprochen haben, dass die Beschäftigung mit der Tora so sein muss, dass der Mensch zum Willen kommen will, dem Schöpfer zu geben. Nun, wann tritt in Kraft – oder ist das dasselbe –, dass „aus dem Lo LiShma kommt man zum LiShma"? …

Rav: Es steht geschrieben, dass man die Beschäftigung mit der Tora im Zustand des Lo LiShma nicht anerkannte – das heißt, solange ein Mensch egoistisch ist, wozu muss er sich mit der Tora beschäftigen? Du bist ein Tier, lebe wie ein Tier. Sondern nur wenn ein Mensch das Licht in der Tora dazu gebraucht, korrigiert zu werden und sich zur Quelle zurückzuführen, dann kann er sich wirklich mit der Tora beschäftigen. Und wer sich nicht auf solche Weise beschäftigt, das heißt nicht zu diesem Ziel, für den ist es das Gegenteil: Die Augen erblinden, und ihm wird das Licht zur Dunkelheit und die Dunkelheit zum Licht. Was fragst du dazu?

Schüler: Ich frage: Wenn ein Mensch ausrichtet, dass alle Verlangen um des Gebens willen sein sollen,

Rav: Ja.

Schüler: ist das dann schon LiShma oder ist das Lo LiShma? Wann kommt er zum LiShma von …

Rav: Du hast keine Frage …

Schüler: Wie?

Rav: Du hast keine klare Frage.

Schüler: Ich habe eine Frage, ich werde sie stellen: Was heißt dann „aus dem Lo LiShma kommt man zum LiShma"?

Rav: Schlag die „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot" auf, lies sie ein bisschen. Ich habe sie vielleicht …

Schüler: Dass LiShma …

Rav: … vielleicht zweihundertmal gelesen. Also lies du sie zwanzigmal.

Schüler: Er schreibt, dass LiShma nur zum Nutzen des Schöpfers ist, LiShma. Und Lo LiShma ist auch ein bisschen für sich selbst. Wenn ein Mensch also nur für den Schöpfer will, heißt das dann schon LiShma?

Rav: Ich weiß nicht, was du fragst. Wenn ein Mensch nur für den Schöpfer will – was heißt „für den Schöpfer", will ich nicht oder will ich doch? Was heißt „für den Schöpfer"? Was will ich davon? Was willst du von Ihm?

Schüler: Ihm zu geben.

Rav: Ah. Wenn ein Mensch dem Schöpfer geben will, das nennt man LiShma. LiShma. Das ist es.

[53:42] Schüler: Dann lerne ich also schon LiShma?

Rav: Wie?

Schüler: Dann lerne ich also schon LiShma?

Rav: Wenn du wirklich zum Schöpfer kommen willst?

Schüler: Aber woher soll ich wissen, dass das …?

Rav: Oder Ihm zu geben? Oder Ihm zu geben?

Schüler: Das ist genau die Frage: Woher weiß ich genau …?

Rav: Ah, ob du es weißt oder nicht weißt, das sage ich dir nach … nach dem Öffnen der Augen in der Tora. Wenn der Schöpfer sich öffnet und du als Ergebnis deines Willens in Anhaftung mit Ihm bist, wenn Er dich in eben dem Willen, in dem du Ihm geben willst, mit Seiner Gegenwart, mit Licht füllt – das nennt man, dass dein Wille wirklich um des Gebens an Ihn willen ist, nach der Gleichheit der Form. Und wenn nicht, dann sagst du uns einfach, dass du dem Schöpfer geben willst. Lügst wie gewöhnlich, nach deiner Gewohnheit.

Schüler: „Die Welt geht ihren gewohnten Gang."

Rav: Ja. Komm, komm, lass uns lernen. Das …

(Ende des Unterrichts)