Tägliche Lektion6. Nov. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 4 (1986) (14.01.2002)

Rabash. Artikel 4 (1986) (14.01.2002)

6. Nov. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht

redaktionell bearbeitet.

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Morgenlektion, 14.01.2002

„Die Schriften des Rabash“, Band 1, Artikel „Über Chessed“
Deutsche Fassung in der Bibliothek: 1986/04 Über Chessed

Rav: Wir haben einen Artikel aus „Shlavei HaSulam“, Band 1, gelesen – Entschuldigung, ab Seite 83: „Über Chessed“, also was Chessed ist.

Der Mensch ist Verlangen zu empfangen, das Geschöpf ist Verlangen zu empfangen. Alle Maße des Verlangens zu empfangen sind insgesamt die ganze Schöpfung, außer dem Schöpfer. Chessed ist die Kraft, die die Schöpfung empfängt, um sich zu korrigieren und zur Korrektur zu kommen. Dann empfängt sie in sich das höhere Chessed, das „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ heißt. Denn der Schöpfungsgedanke ist, das Geschöpf zum größten Guten zu bringen, das es geben kann.

So ergibt sich: Chessed ist sowohl die Korrektur der Schöpfung als auch das Ziel der Schöpfung. Denn der Schöpfungsgedanke selbst heißt ganz und gar, insgesamt, Chessed. Wie geschrieben steht: „Die Welt wird auf Chessed gebaut.“ Alle Zustände, die die Geschöpfe durchlaufen, kommen nur aus Chessed, aus diesem Schöpfungsgedanken, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und nur durch Chessed und zu Chessed hin werden sie bedrängt (? gestoßen)¹. Warum? Weil zum Ziel der Schöpfung zu kommen heißt, dieselben Eigenschaften anzunehmen wie das Ziel selbst.

Deshalb nimmt die Kraft des Din, das Verlangen zu empfangen, die Eigenschaften von Chessed auf sich. Dementsprechend sagt man, dass es Chessed besitzt, Chessed empfängt und dass auch seine Füllung Chessed ist. Alles wird ein und dasselbe.

Gibt es dazu Fragen? Keine? Nu?

2:46

Schüler: Dass auch während der Korrektur das Verlangen zu empfangen bleibt, dass die Eigenschaften …

Rav: Das Verlangen zu empfangen ist keine Eigenschaft. Eigenschaft ist das, was das Verlangen zu empfangen als äußere Form auf sich nimmt. Das kann man Eigenschaft nennen. Das Verlangen zu empfangen selbst ist der Stoff, der keinerlei Form hat, verstehst du. Deshalb bleibt das Verlangen zu empfangen immer. Es enthüllt sich in dem Maß, in dem der Mensch Korrekturen daran machen kann: Dann enthüllen sich in mir mehr und mehr und mehr Kräfte, ja? Die Kraft der Durchsetzung. Und entsprechend sind die Eigenschaften, die der Mensch annimmt, die Formen, die der Mensch daraus machen kann, größere, höhere, erhabenere Formen von Chessed.

Das heißt: Das Verlangen zu empfangen kleidet sich in die Eigenschaften von Bina. Zuerst besteht seine Korrektur darin, dass es nur die Eigenschaften von Bina nimmt und seine eigenen Eigenschaften unterdrückt. Dieser Zustand heißt „Katnut“. Nachdem es alle Eigenschaften von Bina erworben hat, hört es auf, seine eigenen Eigenschaften zu unterdrücken, und fängt an, auch mit seinen eigenen Eigenschaften zusammen mit den Eigenschaften von Bina zu arbeiten. Das heißt dann schon: „Und die beiden gingen miteinander.“ Dann kommt es zur Stufe Keter.

Ja.

Schüler: Seite 86, die Zeile „Chessed“, er sagt …

Rav: Seite 86, er sagt Chessed. „Chessed aber sagte: Er werde erschaffen, denn er übt Güte.“ Warum? Wenn das Verlangen zu empfangen die Eigenschaften des Verlangens zu geben aufnehmen und wie ein Verlangen zu geben arbeiten kann, dann lohnt es sich gewiss, dass dieses Verlangen zu empfangen von vornherein existiert. Danach durchläuft es die Korrektur und kommt zur Endkorrektur. Weil Chessed über das Verlangen zu empfangen herrschen kann, sagt es: Doch, man kann erschaffen, doch, eine solche Wirklichkeit wie das Verlangen zu empfangen kann es geben.

Worüber gibt es dann überhaupt eine Frage? Wenn das Verlangen zu empfangen die Eigenschaften von Chessed annehmen kann, worüber wird hier gestritten? Es kann annehmen, fertig, es gibt keine Frage. Ja? Die Frage ist, dass nicht jedes Verlangen zu empfangen die Eigenschaften von Chessed annehmen kann – das Lew haEwen nicht. Deshalb muss man einen Teil des Verlangens zu empfangen zur Erde werfen und mit dem Übrigen arbeiten, und danach: „Wahrheit sprießt aus der Erde“². Das heißt: Am Ende wird man auch es korrigieren können. Der Streit geht nur um das Lew haEwen, nicht um den Teil des Verlangens zu empfangen, der die Eigenschaft Chessed aufnehmen kann – darüber gibt es keinen Streit. Deshalb sagt Chessed über das Übrige ja: Es soll sein, wir werden es korrigieren und zur Vollkommenheit bringen können.

Schüler: … kann man noch ein paar Worte lesen?

Rav: „Denn durch die Mizwa der Werke der Barmherzigkeit³, die er erfüllt und die notwendigerweise eine klar auf das Geben gerichtete Handlung ist, wird er nach und nach korrigiert,“ – was heißt nach und nach? … dass wir es nach und nach machen – „bis er sich mit allen Mizwot befassen kann, um zu geben.“ Das heißt: Alle Verlangen zu empfangen, die man benutzen kann, außer dem Lew haEwen, kann man in die Form „um zu geben“ bringen. „Um zu geben“ heißt die Eigenschaft Chessed in der Tat. „Und dann ist sicher, dass er am Ende sein Ziel erreicht, liShma (um des Gebens willen) zu wirken. Darum machte Chessed geltend, dass er erschaffen werden soll.“

Schüler: Was ist dann die Mizwa Gmilut Chassadim? …

Rav: „Gmilut Chassadim“ heißt: Das sind die Eigenschaften von Bina, bei denen man das Verlangen noch nicht benutzt, um zu empfangen, um zu geben, sondern gibt, um zu geben – ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten.

Ja.

Schüler: …

Rav: Chessed sind die Eigenschaften von Bina. Was ist Bina? Bina ist ein Name. Wenn ich einen Namen sage, Moshe, Yaakov, was sagt das? Nichts. Aber wenn ich Bina sage – das ist auch ein Name –, was ist die Eigenschaft dieser Kraft? Ihre Eigenschaft ist Chessed. Wo empfängt man Chessed? Auf dem Verlangen zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen empfängt die Eigenschaft Chessed, wenn Bina auf es einwirkt. Aber eigentlich, mit der Kraft von Chochma – das ist in der Gematria Chessed⁴.

Ja.

8:58

Schüler: …

Rav: Oh, das ist nicht hier. Bitte geh dorthin und lies.

Schüler: …

Rav: Diese Engel, die vier Engel, ja, sagen uns einfach, in welcher Reihenfolge man die Welt korrigieren kann. Wenn wir direkt gegen das ganze Verlangen zu empfangen angehen, kann man nichts tun. Wenn wir aber dieses Verlangen zu empfangen vermischen, es mit dem Verlangen zu geben von Bina vermischen und dann das Lew haEwen beiseitestellen, dann können sie nach und nach anfangen, einen Zimzum auf das ganze Verlangen zu empfangen zu machen und es in die Eigenschaften von Bina hineinzubringen. Das heißt, dass Eigenschaften von Bina aus ihm hervorkommen: Nach der Vermischung kann es nach und nach die Eigenschaften seines Verlangens zu empfangen einfrieren und nur das Verlangen zu geben wachsen lassen. So kann es sich korrigieren.

Der Streit der vier Engel ist kein Streit. Er erklärt einfach, auf welche Weise: Auf direktem Weg kann man nicht zur Korrektur gehen, sondern nur durch das Zerbrechen und all das, was nach dem Zerbrechen mit dem Verlangen zu empfangen geschieht. Dann kann man doch zur Endkorrektur kommen.

Deshalb darf ein Teil der Engel – die sagen, man solle sozusagen auf wahre Weise gehen – nicht mitmachen. Man muss sie zur Erde werfen, das heißt, sie vorläufig nicht arbeiten lassen. Danach, bei der Endkorrektur, wird das ganze Verlangen zu empfangen doch arbeiten.

Schüler: …

Rav: Die Wahrheit steht dem Verlangen zu empfangen selbst gegenüber, das ist Or Chochma. Deshalb darf man mit ihr nicht gegenüber dem Verlangen zu empfangen arbeiten.

Schüler: …

Rav: Ja, Chessed ist die Korrektur der Schöpfung, das ist gewiss Bina. Und die Wahrheit ist das Ziel der Schöpfung.

Ja.

Schüler: …

Rav: Keter ist Verlangen zu geben, das keinerlei Verbindung mit dem Verlangen zu empfangen hat. Man kann es nicht einmal mit dem Wort „Verlangen“ bezeichnen, wie es bei uns ein Verlangen ist⁵. Verstehst du? Es ist kein Stoff; der Schöpfer hat keinen Stoff. Er hat einfach die Eigenschaft des Gebens, das war’s. Deshalb können wir nicht sagen, ob es einen Mangel gibt oder nicht. Hier gibt es ein sprachliches Problem, wie wir das ausdrücken. Das Geschöpf versteht die Eigenschaft von Keter schon in Bina – genauer in Malchut, die Bina erlangt, aber wenigstens in Bina.

Das heißt: Im Verlangen zu empfangen, das anfängt zu verstehen, was Verlangen zu geben ist – das ist Bina am Anfang, das ist Chochma an ihrem Ende, die fühlt, dass sie Keter ähnlich werden will. Dann ist sie Bina, dann versteht sie, was Bina ist. Ich verstehe, was Bina ist – Chochma an ihrem Ende –, und das heißt schon Geschöpf. Worüber sollen wir sonst sprechen? Das ist eine verborgene Eigenschaft, die du nicht … Alles, worüber du so sprichst, ist abstrakte Form, verstehst du. Du musst über etwas sprechen, das an irgendeinem Ort geschieht. Was ist elektrischer Strom? Was ist elektrischer Strom – einfach theoretisch? Wo ist er, wo fließt er, wodurch fließt er? Es gibt irgendeine Eigenschaft an sich, aber sie wirkt durch Elektronen, die dort von Plus nach Minus laufen und so weiter. Du musst irgendwie … Wir erfassen diese Dinge nicht außerhalb einer Einkleidung in Stoff.

So kann das Geschöpf nicht erfassen, was Keter ist; das ist die Spitze des Yud. Was ist die Spitze des Yud? In ihr ist etwas vom Schöpfer, das nicht erfasst wird, sondern nur als Sein Verhältnis zum Geschöpf erfasst wird: dass Er gibt. Deshalb erlangt Malchut das doch, nachdem sie alle Eigenschaften von Bina erworben hat. Was erlangt sie dann? Jenen Punkt des Jesh mi Ajn, der aus Keter hervorgeht – bis dorthin erlangt Malchut. Das heißt, sie erlangt wirklich, sie steht nach all ihrer Arbeit wirklich an der Grenze. Sie arbeitet wirklich an der Grenze, wo Schöpfer und Geschöpf sich im Schöpfungsgedanken treffen, wo das Geschöpf hervorgeht.

Ja.

14:31

Schüler: Wie kann sie …

Rav: AB⁶ kann insofern Chessed sein, als es gibt. Erstens: Chochma an ihrem Ende will Bina sein. Also kannst du nicht sagen, dass es in Chochma kein Verständnis davon gibt, was Bina ist. Chochma an ihrem Ende bringt die Eigenschaft Bina hervor. Das ist das eine. Das heißt: Schon in AB hast du Mängel, aus denen Bina hervorgeht. Nicht in AB selbst, in seinen Taamim, aber am Ende seiner Entwicklung, in den Reshimot, die aus der Hisdakchut von AB hervorgehen, wird dort schon ein Mangel von Bina gefühlt. Das ist das eine.

Zweitens: Das Or Chochma selbst, das in das Kli des Empfangens gibt, weckt, wie wir sehen, im Kli ein Verlangen nach Bina. Or Chochma ist AB selbst. Indem es in jedes Kli des Empfangens gibt – das ist AB –, bewirkt es am Ende, dass im Kli das Bedürfnis entsteht, nicht sich selbst ähnlich zu sein, sondern der Quelle des Lichts. Denn im Licht selbst enthüllt es, was die Parzufim sind, die kommen, und was bei der Hisdakchut des Parzuf geschieht. Wenn sich der Massach vom Tabur zum Pe verfeinert – was enthüllt er?

Er enthüllt die Stufen des Lichts, die in den Parzuf eingetreten waren. Das Licht, das vom Rosh in den Guf eingetreten ist, geht jetzt vom Guf zurück zum Rosh. Was ist der Unterschied, wozu brauchen wir diesen ganzen Vorgang von oben nach unten, vom Pe bis zum Tabur und vom Tabur zurück? Dass jetzt Licht vom Tabur zurückgeht – in diesem Licht ist schon ein Geschöpf, und das Geschöpf enthüllt darin das Verhältnis des Schöpfers zu ihm. 17:00

Das heißt: Ich habe nicht nur das Licht erlangt, das mich füllt; in diesen Nekudot erlange ich, wer mich füllt. Als Ergebnis davon habe ich in diesen Reshimot, die nach der Hisdakchut bleiben – daraus wird ein Mangel geboren, mehr an den Schöpfer angehaftet zu sein, an den, der mich jetzt füllt, sagen wir in AB. Deshalb ist das Ergebnis von AB, dass ich Keter ähnlich sein will.

Und so ist es eigentlich nach jedem einzelnen Parzuf: Nachdem sich ein Parzuf verfeinert, kommt eine größere Awiut. Ja? Die allgemeine Hisdakchut selbst, 4/3, 3/2, 2/1, ist keine Hisdakchut … das ist eine Verkleinerung des Massach. Sie sagt uns nichts über das Sehnen. Die große Awiut enthüllt sich doch am Ende, ja? Dann kommt eine größere Awiut, und diese Awiut ist dazu da, mehr und mehr und mehr den Grund der vorangegangenen Ausbreitung zu enthüllen. Jedes Mal enthüllen die Nekudot, was im Rosh des Parzuf ist.

Ich will wissen, wer es ist, der mich gefüllt hat. Das ist es, was wir am Ende der Entwicklung von AB bekommen, und deshalb geht Bina hervor. Und Bina fängt schon an zu entscheiden, wie sie die Form angleicht. Deshalb ist AB in der Gematria Chessed. Das Ergebnis von AB am Ende ist, dass es das erkennen will: Das Geschöpf, das mit Or Chochma gefüllt ist, erwacht, seine Ursache zu erkennen. Ja.

Ja, Doron.

19:24

Schüler: … es steht geschrieben … man muss verstehen, was Chessed ist … es geht doch nur um das Wohl des Menschen gegenüber seinem Freund. Warum heißt die Eigenschaft Chessed die Eigenschaft Bina? Wenn es eine Eigenschaft der Beziehung zwischen den Teilen der Schöpfung ist – Bina ist doch das Verhältnis des Geschöpfs zum Schöpfer und nicht die Korrektur, die die Beziehungen zwischen den Teilen der Schöpfung korrigiert, um den Parzuf zu empfangen.

Rav: Du fragst: Der Schöpfer verhält sich zum Geschöpf mit der Eigenschaft Chessed. Das Geschöpf muss die Eigenschaft Chessed aufnehmen und sich korrigieren, um Ihm darin ähnlich zu werden. Was hat dieses Verhältnis zwischen Geschöpf und Schöpfer mit dem Verhältnis des Geschöpfs zu den übrigen Geschöpfen zu tun? Ja?

Weil das Geschöpf nicht allein ist, sondern es noch andere Geschöpfe gibt. Und nur gegenüber den übrigen Geschöpfen kann das Geschöpf sein Verhältnis zum Schöpfer ausdrücken. Dann gibt es keinen Unterschied, ob man sich zu den übrigen Geschöpfen oder zum Schöpfer verhält. Wer ist der Schöpfer? Der Schöpfer ist der, der die allgemeine Seele füllt. Darüber hinaus weiß ich nicht, wer Er ist. Ja?

Wir sprechen von der wahren Form, wer der Schöpfer ist, nicht davon, was sich die Seelen oder Menschen in allen möglichen Zuständen vorstellen, in denen sie noch nicht in der Korrektur sind. Das Licht, das das Kli vollständig füllt, heißt gegenüber dem Kli „Schöpfer“. Dieses Licht füllt das ganze Kli und verhält sich zum ganzen Kli gleich. Wenn ich in Gleichheit der Form mit diesem Licht sein will, muss ich genau dieselbe Handlung machen. Diese Handlung kann ich nicht gegenüber dem Schöpfer machen; ich muss Ihm ähnlich sein. Worin kann ich Ihm ähnlich sein? Wenn der Schöpfer dieses Glas gemacht hat, muss auch ich dieses Glas machen. Ja? Das war’s.

Wem gegenüber kann ich also sein? So wie Er gegenüber allen übrigen Seelen ist, muss auch ich, der ich diese Eigenschaft von Ihm empfangen oder verstanden habe, was Chessed ist, sie gegenüber allen übrigen Seelen ausdrücken und verwirklichen. Am Ende fängt ein Mensch, der in den Korrekturen vorankommt, an, das zu verstehen, und bekommt danach einen inneren Antrieb, sich so zur ganzen Welt zu verhalten. Baal HaSulam schreibt: Je entwickelter er ist, desto mehr verhält er sich so zur Gruppe, zur Gemeinschaft⁷, zum Volk, zur ganzen Welt. Das war’s.

Danach drückt sich das schon in spirituellen Stufen aus, sodass er auch anfängt, unter ihnen zu leiden und sie zu korrigieren. Die Angleichung an den Schöpfer verlangt also einfach vom Menschen, wirklich so zu sein, wie der Schöpfer gegenüber allen übrigen … ist. Das ist es, was der Mensch erwirbt. In Ordnung?

Ja.

23:53

Schüler: Wenn ich richtig gehört habe, was Sie gesagt haben – vielleicht habe ich etwas nicht richtig gehört –, sagten Sie, dass Chessed sowohl die Korrektur der Schöpfung als auch der Schöpfungsgedanke ist, das Ziel der Schöpfung. In welchem Sinn ist es das Ziel der Schöpfung?

Rav: Das Ziel der Schöpfung ist zu genießen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, ja? Was heißt, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun? Dass die Geschöpfe auf der Stufe der Vollkommenheit und Ewigkeit sind wie der Schöpfer. Nicht dass sie nur Sein Gutes genießen und gefüllt sind – das ist schon Zustand 1. Sondern dass sie in Gleichheit der Form mit Ihm sind und Seine Stellung, Seinen Zustand selbst genießen: dass sie wie Er sind. Wer ist Er? Was heißt „wie Er“? Der Gebende.

Das nennen wir, sagen wir, die Eigenschaft Chessed. Deshalb heißt das Ziel der Schöpfung Chessed. „Die Welt wird auf Chessed gebaut“: In dieser Eigenschaft hat Er die Welt gebaut, und zu dieser Eigenschaft müssen auch wir kommen – aber in ihrem vollen Gebrauch, mit unserem ganzen Verlangen zu empfangen.

Schüler: Dann heißt das eigentlich, dass es verdoppelte Chochma ist.

Rav: Gewiss ist alles darin. Du kannst dieses Chessed nicht bis zum Ende verwirklichen, wenn du hier nicht dein ganzes Verlangen zu empfangen einsetzt. Ja.

Ja.

Schüler: Was bedeutet es dann, dass die Geschöpfe einander Chessed erweisen?

Rav: Was heißt es, dass die Geschöpfe einander Chessed erweisen? Das heißt, dass sie sich korrigieren und sich miteinander durch die Eigenschaft Chessed vermischen – und nicht durch das Verlangen zu empfangen, bei dem jeder den anderen nur zum eigenen Genuss benutzen will. Ich weiß nicht, was du fragst. Die allgemeine Korrektur, wie er⁸ im Artikel „Die Bürgschaft“ sagt: dass die ganze Welt schon in einer solchen Verbindung ist, in der jeder für alle sorgt. Dahin werden wir kommen müssen, ob im Guten oder im Schlechten, egal.

26:40

Schüler: Wurde die Welt dafür erschaffen?

Rav: Dafür wurde die Welt erschaffen.

Schüler: Das ist es, was er schreibt: dass die Welt für Chessed erschaffen wurde.

Rav: Ja.

Schüler: Warum hat Er dann …

Rav: Dafür wurde die Welt erschaffen.

Schüler: Warum wurde sie dann in der Verhüllung erschaffen …, sodass es keine Enthüllung von Chessed gibt, damit ich allen gebe?

Rav: Auf drei Dingen steht die Welt, ja? Auf der Tora – Rechte Linie. Auf der Arbeit – Linke Linie. Und auf Gmilut Chassadim – Mittlere Linie. In Ordnung? Nein?

Nu, nu, nu.

Schüler: Noch einmal. Wenn uns das Gute und der Genuss, die darin sind, nicht enthüllt sind, und … was fehlt uns dann, damit wir uns mit Tora und Mizwot beschäftigen können, wie Sie sagen? Nur die Enthüllung. Das heißt, dass uns das Gute und der Genuss enthüllt sind, die in ihnen gegenwärtig und verborgen sind. Dass wir die Enthüllung sehen, dass Geben gut ist. Warum ist das vor uns verborgen, wenn er schreibt, dass die Welt dafür erschaffen wurde?

Rav: Warum ist vor uns verborgen, dass Geben gut ist? Damit der Dieb nicht vor allen herläuft und „Haltet den Dieb!“ ruft. Wüsste ich, dass Geben gut ist, was würde mich dann das Geben kümmern? Dann würde ich es tun, Hauptsache, es geht mir gut. Es kann nicht sein, dass du zur Eigenschaft des Gebens kommst, bevor du dich von jedem Ergebnis abschneidest, das daraus kommen könnte. Sonst heißt es nicht Geben.

Was heißt „Geben ist gut“? Geben ist gut – ah, wie gut es mir tut, dass ich gebe, das heißt gut. Was heißt gut? Wo wird dieses Gute gefühlt? Das kommt noch. Deshalb muss man zuerst auf jede einzelne Handlung einen Zimzum machen. Was heißt das? Dass das Ergebnis der Handlung in meinen Gefäßen des Empfangens, des eigenen Genusses, in keiner Form gefühlt wird. Und danach gib bitte und sieh, wie gut das ist.

Wo werde ich sehen, dass es gut ist? In welchen Kelim werde ich fühlen, dass es gut ist? Das heißt, das Gute in den Gefäßen des Gebens zu fühlen. Aber wo sind die Gefäße des Gebens? Ich habe keine solchen Gefäße des Gebens. Dann wirst du sehen, dass du sie hast – im Or Choser. Was heißt eigentlich im Or Choser? In den Kelim, die du aus den Mängeln anderer erwirbst, denen du gibst – sie werden deine Kelim sein. Aber auf deine eigenen Kelim, auf das Lew haEwen, machst du einen Zimzum und benutzt es nicht. In dir gibt es heute außer dem Punkt im Herzen kein Kli, in dem du in der Spiritualität arbeiten kannst. Wo sind diese Kelim, mit denen du in der Spiritualität arbeiten wirst? In ihm, in ihm, in ihm, in jedem, der hier sitzt. In allen, in allen sind deine Kelim.

Schüler: Aber er hat doch keine Teile seiner Seele, wie wir gesprochen haben.

Rav: Das sind seine Teile aus dem Zerbrechen der Kelim. Du musst sie einsammeln, sie zusammentragen – aus allen, aus allen, aus allen. Aber nicht so, dass du mir mein Herz herausnimmst, Gott bewahre, oder irgendjemandem. Das kannst du tun, ja, das war’s – sondern du wirst alle so fühlen, dass sie alle zu dir gehören, wirklich in deinem Herzen sind, so wie sie wirklich sind. Wie willst du diese Kelim sonst nehmen? Sieh, auf welche Weise du mit allen verbunden sein musst. Denn du hast heute kein Kli, das du korrigieren und mit dem du in die Spiritualität eintreten kannst.

Du wirst mit dem Kli in die Spiritualität eintreten, das in allen ist, in der Gruppe. Nichts wird dir helfen. Vorher wirst du nicht eintreten. Womit willst du eintreten? Was willst du empfangen? Wo soll sich deine Spiritualität enthüllen? Nur in den Kelim, die du von allen einfängst. Das heißt, du musst so in allen sein wie dieser Krake⁹, nu, mit acht Beinen. In allen, in allen, in allen, das Herz jedes Einzelnen fühlen. Dort nimmst du – nur dort sind deine Kelim. Das kommt aus dem Zerbrechen der Kelim. Was ist jedem Einzelnen geblieben? Der Punkt im Herzen. Den gibt man dir von oben. So ist es, das war’s. Das ist etwas Schreckliches und Furchtbares, aber es gibt keine Wahl.

Ja.

31:38

Schüler: Stimmt es nach dem Artikel, dass wir enthüllen, dass der Schöpfer uns entgegenkommt und …

Rav: Bis man anfängt, das zu hören – weißt du, wie viele Jahre vergehen? Bis man überhaupt anfängt zu hören, dass ich sie brauche, dass in ihnen wirklich … Das heißt, ich werde arbeiten und arbeiten, und die Spiritualität werde ich in ihnen empfangen. Wie kann das sein? Das heißt, dort, bei ihm, bei ihm, bei ihm, bei ihm … auf ihrem Bankkonto wird mein Lohn liegen. Wie soll ich dann darüber verfügen? Nu, das …

Schüler: Wie ein Treuhandfonds, von dem man nichts abheben kann, ja?

Rav: Dann richten wir einen Dauerauftrag ein, einer für den anderen. Du für mich und ich für dich. Bist du einverstanden? Ja. In Ordnung. Das heißt, einen Bund zu schließen, ja.

Schüler: Das heißt Bürgschaft.

Rav: Das ist genau die Bürgschaft. Ja, ja.

Ja.

Schüler: Ich wollte sagen, ob man aus dem Artikel verstehen kann, dass der Schöpfer uns schon geholfen hat und wir sozusagen verstehen, dass Er für uns schon einen Zimzum gemacht hat. Denn am Anfang hätte die Welt im Din erschaffen werden sollen, und dann hätten wir überhaupt nicht bestehen können. Aber gerade dadurch, dass Er uns Chessed gegeben hat, hat Er schon in Chessed einen Zimzum gemacht. Er hat uns sozusagen mit diesem Zimzum geholfen.

Rav: Stimmt.

Schüler: Dann werden wir dieses Chessed würdig, und dann kann man bestehen, man kann sozusagen um Barmherzigkeit bitten.

Rav: Auch heute bestehen wir dadurch, dass wir ein Ergebnis des Zerbrechens der Kelim sind. Hätte es das Zerbrechen der Kelim nicht gegeben, könnte ich nicht bestehen, denn das Verlangen zu empfangen könnte von sich aus nichts empfangen. So aber kommt durch die Funken des Gebens, die durch das Zerbrechen der Kelim in das Verlangen zu empfangen eingetreten sind, ein wenig Licht durch diese Funken und belebt das Verlangen zu empfangen.

Das heißt: Ohne die Eigenschaft Chessed, selbst in dieser winzigen Form, in der sie sich im Verlangen zu empfangen befindet – ohne diese Eigenschaft wäre das Verlangen zu empfangen völlig vom Licht abgeschnitten und einfach tot.

Schüler: Warum … nach dem Zimzum. Was heißt es bei uns, einen Zimzum zu machen? Wie drückt sich das bei uns aus, einen Zimzum zu machen?

Rav: Einen Zimzum von unten nach oben zu machen heißt: Der Mensch hat die Möglichkeit durch Anstrengung, durch Bitte, wie man sagt – Bitte ist nicht bä, bä, bä, dass ich schreie und weine. Bitte heißt, dass sich im Herzen aus allen Bemühungen eine Forderung ansammelt, und diese Forderung ruft von oben eine Kraft herbei. Dann kommt von oben eine Kraft, die dem Menschen die Fähigkeit gibt, nicht auf die Füllungen in meinem Kli des Fühlens zu achten. Es geht mir gut, es geht mir schlecht – dass ich nicht darauf achte. Das heißt …

35:07

Schüler: Glaube über all seinen Besitz¹⁰?

Rav: Hm?

Schüler: Heißt das Glaube über all seinen Besitz?

Rav: Lass die Verse. Das heißt, dass ich einen Zimzum auf das Kli des Empfangens mache, dass ich nicht darauf achten kann. Das heißt, das ist gewiss eine Korrektur von oben durch das Licht: Dieses Licht bringt mich auf eine Stufe über dem Kli. Dann fühle ich das Bedürfnis in diesem Kli nicht. Ob es Füllung darin gibt oder nicht, was soll’s – ich kann einfach darüber stehen. Das heißt, dass ich es einschränke.

Das sind nicht genau die Worte, denn auch die Definition des Zimzum sagt er auf sehr besondere Weise, aber das ist schwer zu erklären: Jemand, der sich sehnt und sein Verlangen zurückhält, obwohl er sich noch sehnt. Du verstehst, aber das zusammen zu erklären, fällt mir schwer. Du bekommst von oben einfach Kraft, davon nicht beeinflusst zu werden, auch wenn du es willst – davon nicht beeinflusst zu werden, darüber zu stehen. Aber es ist ein Problem, das zu erklären, denn wenn wir an Zimzum denken, denken wir immer nicht an Zimzum, sondern an irgendeinen Erwerb: Es lohnt sich für mich, das nicht zu trinken, das zu bekommen. Verstehst du, hier ist der Zimzum dafür da, statt eines materiellen Kli zum „um zu geben“ überzugehen. Verstehst du? Dafür gibt es schon kein Beispiel mehr.

Ja.

Schüler: Hier bringt er das Beispiel von einem Menschen, der eine Enthüllung bekommt: Er tritt sozusagen gegenüber der Welt in einen Hühnerstall und kann sich nicht mehr mit dem Geben an sie beschäftigen.

Rav: Nu.

Schüler: Wie kommt er jetzt in einen Zustand, in dem er plötzlich all diesen Hühnern geben will?

Rav: Dass ich die ganze Welt als Hühner betrachte, als kleine Kinder, die sich mit allen möglichen Dingen beschäftigen, heißt nicht, dass ich sie jetzt geringschätze und es mir egal ist, was mit ihnen geschieht. Sondern was ihr Bewusstsein betrifft, die Höhe ihrer Erkenntnis der Wirklichkeit, ihre Beschäftigungen in ihrem Leben, sind sie für mich Kleine, die nichts verstehen. Sie leben nach der Natur, nach dem Programm, das in ihnen ist, das der Schöpfer ihnen eingibt. Sie wollen sich nicht darüber erheben und können sich nicht darüber erheben, um vielleicht ein bisschen selbständiger zu sein.

Und ich betrachte sie so. Das heißt nicht, dass ich sie nicht liebe und ihre Beschäftigungen verwerfe. Ich kann sie auch nicht verwerfen, denn insgesamt führen sie aus, was sie vorläufig auf den Stufen der Vorbereitung, in einer unbewussten Entwicklung, ausführen müssen. Dasselbe Verhältnis habe ich zu einem Schüler. Es kann sein, dass hier ein Schüler hereinkommt, sitzt und … und all seine Grobheit, all seine Grausamkeit, seinen Egoismus und alles Mögliche in allen möglichen Formen enthüllt. Und du musst ihn ertragen, denn er entwickelt sich.

Wenn er morgens kommt und lernt, dann müssen alle übrigen Dinge, die bei ihm kommen – solange er nicht gegen den allgemeinen Rahmen der Gemeinschaft¹¹ geht –, all seine Ausbrüche, all seine Sachen ertragen werden. Denn das ist Entwicklung, da kann man nichts machen. Und unterwegs kann es alle möglichen Erscheinungen geben. Aber verhalte ich mich deshalb mit Geringschätzung zu ihm oder mit irgendetwas¹²? Das sind Naturerscheinungen, was gibt es hier … Wie kannst du dich irgendwie dazu verhalten? Wir müssen uns mehr oder weniger zu dem verhalten, was in der Hand des Menschen liegt, zu ändern. Aber wenn es nicht in der Hand des Menschen liegt?

Also ein Hühnerstall – stimmt, ein Hühnerstall. Aber tun sie dir dann nicht leid? Außerdem sind sie Seelen, die einfach in einem Augenblick so sein werden wie du, ja? Ohne dich um sie zu kümmern, wirst du auch nicht dahin kommen, dem Schöpfer ähnlich zu werden. Dann fängst du schon an, in jedem Einzelnen Wichtigkeit zu sehen. Denn eigentlich ist er nur in seinem Bewusstsein nicht wie du, aber als Seele ist er in der Endkorrektur. Das war’s.

Und sich selbst gegenüber durchläuft er noch eine Art Entwicklung, eine Art Vor-Entwicklung. Ja, das war’s. Aber das ist nicht … Das Verhältnis muss vielfältig sein, also so und auch so. Das war’s?

Ja.

40:53

Schüler: … welchen Mangel nimmst du von solchen Menschen?

Rav: Hm?

Schüler: Welchen Mangel kannst du von diesen Menschen nehmen?

Rav: Der Kabbalist nimmt den Mangel von der ganzen Welt, sogar Mängel, die sie nicht fühlen. Die Menschen leiden, diese Masse leidet – sie leiden an der fehlenden Enthüllung der Göttlichkeit¹³, woran leiden sie noch? Diese Mängel kann man nehmen und nach oben erheben. Das ist das eine.

Zweitens: von Schülern, die noch zu nichts gekommen sind, sehr große Mängel. Und wenn ein Freund dem Freund gibt, wird er einfach in dessen Mangel eingeschlossen. Das ist schon … das ist klar, das ist bekannt, das sieht man spürbar, wie man in die Mängel eingeschlossen wird. Das heißt, es hängt am Ende nicht davon ab, mit welchem Menschen du zu tun hast. Gewiss kann man bei denen, die der Spiritualität näher sind, größere Verlangen aufnehmen. Aber genauso auch von den Massen.

Ich sage euch: Fühlt den Mangel, der in den Steinen ist – nicht in Tieren und Pflanzen, in den Steinen –, wie sehr sie eine Art stummen Schrei zur Göttlichkeit haben, zum Schöpfer. Wie leer sie sich fühlen, um sich mit dem Fühlen des Schöpfers zu füllen. Das Unbelebte, sage ich dir – du schaust auf die Berge, was weiß ich, und du wirst das fühlen. Die ganze Natur schreit so.

Nu, Gana sagt, dass wir TES lernen müssen.

(Ende der Lektion)