Tägliche Lektion4. Aug. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 30 (1986) (30.07.2002)

Rabash. Artikel 30 (1986) (30.07.2002)

4. Aug. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohtranskript ohne Endkorrektur. Fehler möglich.

Transkript Morgenunterricht 30.07.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, S. 339, „Die Klipa, die der Frucht vorausgeht"

Rav: Wir haben den Artikel „Die Klipa, die der Frucht vorausgeht" gelesen, Band 3, „Schlawej haSulam", Seite 192, Wochenabschnitt „Balak". Was heißt das: die Schale ging der Frucht voraus? Wir befinden uns an dem Punkt, der dem Ziel der Schöpfung entgegengesetzt ist – es gibt keinen schlechteren und keinen, der weiter vom Schöpfer entfernt ist. Und von diesem Punkt aus müssen wir genau diesen Punkt klären und wirklich fühlen, wo wir uns befinden – denn vorläufig sind wir ja ohne Erkenntnis. Wirklich zu fühlen, wo man ist, das fängt erst ab dem Machsom aufwärts an.

Trotzdem fängt unsere Arbeit mit der Erkenntnis des Bösen in unserem jetzigen Zustand an. Und wenn ein Mensch anfängt, daran zu arbeiten – egal, ob er einen religiösen Hintergrund mitbekommen hat oder weltlich ist, egal, ob er klug und gelehrt ist oder nicht so gelehrt, nicht so klug, gefühlsmäßig, seelisch, verstandesmäßig mehr oder weniger entwickelt –, dann fängt nach einiger Zeit das Or Makif an, auf ihn zu wirken. Und dann fängt der Mensch an, sich selbst dem Or Makif gegenüber zu fühlen, das heißt, er fängt an, seinen Willen zu empfangen zu fühlen, der dem Or Makif in jeder Eigenschaft und in jedem Willen entgegengesetzt ist.

Dann hat er wirklich eine Spaltung: Einerseits fühlt er ein wenig das Göttliche, im Leuchten des Makif. Er fühlt es nicht wirklich, er fühlt irgendein Ergebnis – was Spiritualität sein könnte, so, wie er es sich vorstellt. Sicher ist das noch sehr weit von der wahren Spiritualität entfernt; die wahre Spiritualität ist milliardenfach größer, als er sich vorstellen kann – aber trotzdem fühlt er etwas. Und zusammen mit diesem Gefühl fühlt er, wer und was er ist, wie sehr er das Gegenteil ist. Und jedes Mal wächst die Kluft zwischen dem Gefühl der Spiritualität und ihm selbst.

Der Mensch denkt aber nur aus dem Gefühl heraus, wir sind Wesen des Gefühls. Unser Verstand ist nur dazu da, das Gefühl zu entschlüsseln. Unser Verstand ist so gebaut, dass er das Gefühl besser ausnutzt, den Willen zu empfangen besser füllt. Der Wille zu empfangen ist das Geschöpf, und der Verstand ist ein Hilfssystem dafür, wie man den Willen zu empfangen füllt. Deshalb hilft der Verstand fast nichts, wenn ein Mensch sich schlecht fühlt. Zwar muss man sich sagen: Nein, was ich fühle, kommt daher, dass ich jetzt wirklich die Wahrheit sehe, und vorher habe ich die Wahrheit nicht gesehen. Aber all diese Klugheiten wirken nicht so sehr – das Gefühl herrscht. 3:27

Und wirklich, ein Mensch muss große, lange Erfahrung sammeln, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass ihn Fälle gefühlsmäßig nicht mehr mitreißen, sondern dass er sie auf eine nützliche Weise nimmt und mit den Abstiegen in diesem Verständnis arbeitet: Je weiter er darin fortschreitet, für den Schöpfer zu arbeiten, desto mehr sieht er das Schlechte in sich, desto mehr sieht er sich als schwach. Und das, obwohl er, als er anfing, Kabbala zu lernen, so für die Spiritualität brannte – wirklich, alles war nichts wert außer der Spiritualität, endlich! Und dann: Was habe ich gedacht, wohin bin ich gekommen.

Jeder Anfänger kommt zu mir und sagt: Endlich, das habe ich mein ganzes Leben lang gewollt. Er fängt an zu lernen, und nach einem halben Jahr sieht man ihm schon an, dass er das doch nicht sein ganzes Leben lang gewollt hat, dass es noch etwas anderes gibt, was er wollte – und jetzt ist das klar. Warum? Weil der Wille zu empfangen wirklich wächst; man öffnet ihn, man fängt an, dem Menschen alle möglichen Köder zu zeigen und ihn nach allen Seiten zu ziehen, mit tierischen Genüssen, die man ihm zeigt. Und tatsächlich fängt er an, in all diesen tierischen Dingen viel größere Genüsse zu bekommen, als er sie je vorher bekommen hat.

Das ist zu bestimmten Zeiten so – nicht in der Zeit des Aufstiegs, sondern in der Zeit des Abstiegs. Und das darum, weil man in ihm den Punkt im Herzen vergrößern will, damit er sich bis zu zehn Sefirot ausdehnt. Deshalb ist das der Weg. Wir lernen, dass die Lichter die Kelim bewegen, dass das Licht das Kli baut, das Kli gebiert. Auch hier: Das Or Makif, das auf den Punkt leuchtet, bewegt ihn und macht aus ihm ein Kli, bis es wirklich ein Kli in zehn Sefirot ist. Und die Arbeit des Menschen ist es, Beobachter zu sein, zu betrachten, was das Licht mit ihm macht, mit dieser Arbeit einverstanden zu sein, sie richtig zu fühlen und eine richtige Einstellung dazu festzulegen, was Sünde genannt wird und was Mizwa genannt wird – und nicht vor dem Gefühl zu erschrecken, dass er sich die ganze Zeit entfernt. 6:36

Und nach und nach bekommt er auch andere, veränderte Definitionen: was Sünde ist, was Übertretung ist, was es heißt, um dem Schöpfer zu geben. Er bezieht sich nicht so sehr auf tierische Übertretungen, sondern darauf, was ihn in die Verbindung mit dem Schöpfer bringt. Deshalb freut er sich darüber, dass in ihm unkorrigierte Kelim aufsteigen, und sieht darin, dass er wirklich jedes Mal würdig wird, größere Kelim zu korrigieren oder wenigstens zu erkennen – ein Zeichen, dass er stärker wird, dass er größer wird.

Das heißt: Jedes Mal, wenn ein Mensch einen Abstieg bekommt, muss er eigentlich dafür danken, dass er dessen würdig wurde – dass der Schöpfer ihm noch ein unkorrigiertes Kli gibt, ihm noch ein unkorrigiertes Kli aus seiner Seele öffnet. Anscheinend hat er vorher wirklich gearbeitet, und es steht ihm sozusagen zu. Wie Baal HaSulam dort in den Briefen schreibt: „Das Verderben liegt in der Hoffnungslosigkeit verborgen." Denn wenn sich einem Menschen noch kein Kli geöffnet hat, wer weiß dann, wann es sich öffnet. Wenn es sich aber öffnet, ist das ein Zeichen, dass er es schon in diesem Umlauf korrigiert – das heißt schon in diesem Zustand, in dem er ist: bis zum nächsten Aufstieg und Abstieg hat er das schon korrigiert.

Deshalb muss man sich „über alle Bösewichte freuen, die sich offenbaren", und sich bemühen, durch das Lernen schnell festzustellen, dass das Bösewichte sind, dass das Mängel sind, die uns vom Ziel trennen – und sich dann so zu ihnen zu verhalten, dass es ihm für das Ziel nützt.

Gibt es Fragen? Ja.

9:12 Schüler: Warum schreibt der Rambam, dass „dein Lohn in dieser Welt und in der kommenden Welt sein wird", und schreibt nicht: in der kommenden Welt?

Rav: Dieser Lohn in dieser Welt oder in der kommenden Welt – wir lernen ja, dass es außer Lichtern und Kelim gar nichts gibt. Also heißt Lohn in dieser Welt, dass ich jetzt die Kelim korrigiere, und kommende Welt heißt, dass ich sie auf die Füllung vorbereite, nachdem ich den Machsom überschreite. Es steht geschrieben: „Für eine Mizwa gibt es in dieser Welt keinen Lohn." Was heißt das? Es gibt einen Lohn für eine Mizwa, den man hier auf der Stelle bekommt; es gibt einen Lohn für eine Mizwa, den man bekommt, wenn man die spirituellen Stufen schreitet; und es gibt einen Lohn für eine Mizwa, den man nach dem Ende der Korrektur bekommt. Es hängt davon ab, was der Lohn ist.

Den wahren Lohn für eine Mizwa kann man nur im wahren Kli bekommen, dem des Willens zu empfangen, und das wird als Lew haEwen erst nach dem Ende der Korrektur korrigiert. Hier in dieser Welt ist unser Lohn nur, zu dem zu kommen, was geschrieben steht: „bis es mich nicht schlafen lässt, ich bin krank vor Liebe" – zu einem Verlangen nach dem Schöpfer, um zu empfangen. Von liShma ist noch nicht die Rede, nur von lo liShma. Aber das größte lo liShma, von dem aus ich über den Machsom springe und das kleinste liShma bekomme.

Und nach dem Machsom ist der Lohn so: Es gibt eine erste Stufe nach dem Machsom, und diese Stufe selbst heißt Lohn und Strafe. Denn dann klärt der Mensch nach seinem Gefühl schon sein Kli, und bei jeder Handlung, die er um zu geben macht, bekommt er sofort ein Ergebnis, das Lohn genannt wird. Jetzt dagegen können wir noch nicht feststellen, dass es so ist. Also sind Lohn und Strafe jedes Mal Dinge, die sich nach dem Verständnis des Menschen ändern.

In Wahrheit bekommt er immer Lohn. Aber manchmal erscheint ihm dieser Lohn als Strafe, und manchmal erscheint dieser Lohn als Lohn. Und wer weiß, was das Richtige ist – dieses oder das Umgekehrte? Verstehst du, das sind eben Dinge, die sich ändern. Für uns jetzt, in unserem Zustand vor dem Machsom, müssen wir nur glauben, dass alles, was wir bekommen, Lohn ist. Denn wenn ein Mensch lernt und seinen Tagesablauf so macht, dass sich am Ende alles um das Gehen zum Ziel der Schöpfung dreht, dann ist alles, was ihm unterwegs begegnet, eigentlich zum Nutzen des Ziels.

Er hat schon eine persönliche Abrechnung mit dem Schöpfer, nicht die allgemeine Abrechnung wie die ganze Menschheit. Das ist es. Was ist der Unterschied? Der Unterschied ist, dass die ganze Menschheit alle möglichen Zustände auf allgemeine Weise bekommt – die ganze Nation oder alle möglichen Gruppen oder alle möglichen Dinge; nicht der Mensch persönlich, sondern Massen, die so mehr steigen, mehr fallen, so sind bei ihnen alle Zustände. Und du siehst draußen, wie sie sich alle von einer Sache begeistern lassen, von einer anderen Sache fallen, und so weiter.

Bei uns dagegen fängt ein Bewegtsein an, das heißt Aufstiege und Abstiege oder irgendwelche Beziehungen. Und soweit diese Beziehung auf den Schöpfer ausgerichtet ist, tritt er aus dem Rahmen der allgemeinen Massen heraus, und es wird zu etwas Persönlichem. Nicht allgemeine Vorsehung, sondern persönliche Vorsehung, eine persönliche Verbindung mit dem Schöpfer. Und dann sind sowohl Aufstiege als auch Abstiege, und persönlich für den Menschen, alle danach ausgerichtet, wie man ihn zum Ziel bringt. Schon daraus muss der Mensch fühlen, dass er sich wirklich in den richtigen Zuständen befindet, egal, welche Zustände es sind.

Ja.

13:51 Schüler: Warum ist es in der Vorbereitungsphase überhaupt so, dass wir eigentlich nur das Verlangen nach Spiritualität großziehen müssen – ein Verlangen, das so eine Art theoretisches ist, kein Verlangen…?

Rav: Wir sind insgesamt eine Schachtel mit fünf Öffnungen. Durch diese fünf Öffnungen kommt Information herein, und sie kommt in das Genusszentrum, in unser Kli, in das spirituelle Kli. Was wir in uns entdecken können, in unserem Gehirn: Elektrizität, ja? chemische Vorgänge, und letztlich, ja? Aber wo ist der Genuss selbst? Wir wissen: Wenn wir darauf drücken, ein bisschen Potenzial auf irgendein Areal geben, dann genießt der Mensch. Nicht nur der Mensch, auch ein Affe, egal wer. Das ist es. Aber was heißt Genuss? Wie wird aus chemischen Reaktionen, ja, aus elektrischen, aus allen möglichen, wie wird daraus ein Gefühl? Das wissen wir schon nicht mehr.

Das befindet sich schon in der zweiten Hälfte der Schöpfung, im Willen zu empfangen. Und an den Übergang zwischen dem einen und dem anderen kommt die Wissenschaft nicht heran. Das heißt, sie kann nur den Übergang sehen, bis hierher. Sagen wir mal so: Danach gibt es eine Trennwand, und jenseits der Trennwand befindet sich der Wille, und mit dem Willen selbst kannst du nicht in reiner Form arbeiten. Das gehört schon zur Spiritualität. Spiritualität der Klipa, der Kedusha – egal, aber zur Spiritualität. Das heißt, nicht zu den Kleidern, sondern schon zur spirituellen Kategorie.

Außer den fünf Öffnungen, durch die du ein Geben empfängst und es als Genuss oder als Leiden entschlüsselst¹, gibt es noch eine Öffnung, die sechster Sinn genannt wird – der Punkt im Herzen. Auch durch ihn kommt zu mir, zu dir, zum Menschen Information, nur eben Information, die nicht in äußere Kleider gekleidet ist. Ich bekomme sie nicht durch Essen oder durch irgendetwas, oder auch durch Elektrizität – statt zu essen kann ich einen Punkt im Gehirn berühren, und dann denke ich, dass ich jetzt ein Steak esse. So etwas gibt es. 16:37

Beim Or Makif gibt es so etwas nicht. Das Licht wirkt in einer Form, in der es schon nackt ist, sagen wir mal. Es hat sein eigenes Kleid, aber sein Kleid sind ebenfalls spirituelle Kleider. Und auch es kommt in das Genusszentrum, ja? Und dann bin ich einer, der zwei Arten von Genüssen empfängt: Genüsse, die man Genüsse aus dieser Welt nennt, und Genüsse, die man Genüsse aus der spirituellen Welt nennt. Und dann muss ich den einen dem anderen vorziehen.

Wenn ich im Lauf von allen möglichen Handlungen, Übungen, sagen wir Trainings, in den Zustand komme, dass ich nur auf den Genuss warte, der durch den sechsten Sinn kommt, und die Genüsse, die ich durch die fünf Sinne bekomme, mich nicht so anziehen – obwohl man mir, wie wir eben im Artikel gelesen haben, die ganze Zeit die Genüsse durch die fünf Sinne vergrößert, und wie! und ausgerechnet welche Genüsse: die allertierischsten. Der Genuss des Tastens. Du hast Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten. Tierischer Genuss, Sex, sagt er, ja? Das ist im Allgemeinen. Das ist der Genuss des Tastens, das Allertierischste und sozusagen das Nächstliegende. Das ist es.

Wenn ich diesen abstrakten spirituellen Genuss all den tierischen Genüssen vorziehe, die man mir milliardenfach größer macht als das, was ein normaler Mensch hat – und dabei ist es egal, ob ich religiös oder weltlich bin –, wenn ich in dieser Arbeit gehe, dann trete ich schon aus dem Rahmen dessen heraus, was zum Unbelebten gehört; ob ich ein weltliches Unbelebtes war oder ein religiöses Unbelebtes, das ist egal. Wenn ich also in den Zustand gekommen bin, dass ich nur das Or Makif will, ist das ein Zeichen, dass ich ein starkes Verlangen danach habe – unkorrigiert, richtig, nicht um zu geben, aber ein Verlangen allein nach ihm.

Das nennt man: „Ich bin krank vor Liebe, bis es mich nicht schlafen lässt." Wenn ich dahin komme, bin ich mit meinem Kli maximal so weit vorbereitet, wie ich es vor dem Machsom vorbereiten konnte. Was fehlt diesem Kli jetzt? Diesem Kli fehlt nur ein Massach. Einen Massach kann ich niemals selbst machen, den Massach macht das Licht. Wenn ich so einen guten, das heißt großen Willen zu empfangen habe, um zu empfangen, dann gibt man mir einen Massach, und ich werde zum kleinsten spirituellen Kli.

Denn insgesamt ist mein größter Wille zu empfangen für das Or Makif, der unterhalb des Machsom möglich ist, die Rückseite der ersten Stufe über dem Machsom, deren Rückseite in diese Welt herabsteigt. Es gibt dort trotzdem auch Arbeit um zu geben, über dem Verstand, aber trotzdem – das ist es, was ich gesagt habe: Das ist einstweilen verständlicher. Das ist es. In Ordnung? 20:12

Schau, was ist das? Es ist ja nicht so, dass man uns nicht mehr sehen lässt. Wir können in denselben Kelim sehen, die wir korrigieren. Wir haben so eine Vorstellung, dass ich viel mehr sehen kann, als ich fähig bin. Und das stimmt nicht. Verstehst du? Es gibt keinen Hokuspokus.

All diese Zauberer können dir hier etwas vorführen, weißt du, wie dort Copperfield und all die, verstehst du? Nach allem sieht man, dass das … Und sie selbst – es ist eine große Weisheit, wie sie das alles machen, mit allen möglichen Technologien, aber es gibt nichts, was wirklich „magisch" ist, so ein Zauberer. So etwas gibt es nicht. Sondern der Mensch sieht gemäß seinen Korrekturen.

Du kannst also sagen: „Ich will von hier auf einen anderen Stern springen, ich will dies und das …" Du kannst sozusagen wollen. Wenn du wirklich wolltest und dieses Verlangen wirklich ein richtiges Verlangen wäre, dazu bereit, dann würdest du dafür die Korrektur bekommen und würdest es tun. Aber du redest und willst nicht. Das sind nur Worte. Man muss also unterscheiden: Spiritualität heißt „Verlangen". Ein Verlangen, das tatsächlich im Herzen ist.

Und gemäß diesem Verlangen arbeitet der Mensch und empfängt, und nicht gemäß dem, was ihm nur so scheint. Deshalb gibt es bei uns immer so eine Art Verzweiflung, irgendwelche Dinge, die wir denken, und … kurz gesagt: Es gibt das Angenommene, und es gibt das, was wirklich im Gelände ist. Das kommt einfach daher, dass wir unser Herz nicht verstehen. Wenn wir unser Verlangen genau sehen würden, hätten wir überhaupt keine Enttäuschung. Wir würden wissen, wo wir sind und was kommt und was zu tun ist und was … alles wäre klar. 22:25

Insgesamt ist unser ganzes Lernen also eigentlich ein Prozess der Selbsterkenntnis. Und wenn ich dahin komme, dann fühle ich mein Kli und durchaus auch das, was in ihm ist. Und was ich dann in diesem Kli zu entdecken anfange, kann nur eines sein: der Schöpfer. Nur das kann sich in meinem Kli offenbaren.

Solange ich das Kli nicht fühle, fühle ich anstelle des Schöpfers alle möglichen anderen Erscheinungen, eingebildete Bilder. Verstehst du? Wenn ich in die Spiritualität eintrete, fühle ich sie nicht. Ich fühle gemäß meinen Korrekturen, dass der Schöpfer mein Kli füllt, meine Seele. Und dann fange ich an, diese ganze Welt als eingebildete Welt zu sehen.

Ja.

23:26 Schüler: Aber trotzdem, es ist nicht klar. Wenn die Genüsse in dasselbe Genusszentrum eintreten – dann ist doch klar, dass die materiellen Genüsse so etwas sind wie: der Schöpfer hat einen Genuss gegeben, und der spirituelle Genuss ist dagegen wie eine Tonne Genüsse. Liegt der ganze Unterschied in der Stärke, oder gibt es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen ihnen?

Rav: Das Genusszentrum ist eines, der ganze Unterschied liegt nur im Volumen. Ganz einfach. Und es ist egal, wovon man genießt. Verstehst du? Alles kommt … das heißt, was heißt egal? Alles kommt in dasselbe Zentrum, in dieselbe Empfindung des Genusses – wenn von Genuss um zu empfangen die Rede ist. Wenn von Genuss mit der Absicht um zu geben die Rede ist, wird auch er in demselben Genusszentrum gefühlt, nur in Verbindung mit dem, der den Genuss gibt. Und das nennt man „Or Choser".

24:31 Schüler: Was macht das für mich für einen Unterschied?

Rav: Was das für dich für einen Unterschied macht? Es macht für dich einen Unterschied, ganz einfach. Der Schöpfer hat nur ein einziges Kli erschaffen, den Willen zu empfangen. Er hat nicht ein Kli erschaffen, das in dieser Welt ist, und ein zweites Kli in jener Welt, und dies und das. Nein. Ein Kli. Das ist es. Es ändert sich nur, wieweit du in diesem Kli fühlst und unter welchen Bedingungen. Wenn du nur so fühlst, wie du jetzt fühlst, heißt das, dass du dich in dieser Welt befindest.

Auch in dieser Welt gibt es eine Art Leiter. Das ist es. Wenn du in den spirituellen Zustand kommst, dann wirst du auch diese Welt fühlen und zusammen damit die spirituelle Welt fühlen. Was ist der Unterschied? Das Genusszentrum, dasselbe Genusszentrum – nur ist die Sache die: So wie du jetzt von mehreren Arten von Genüssen beeindruckt sein kannst, wirst du auch dann von mehreren Arten von Genüssen beeindruckt sein. 25:27

Du wirst sowohl von der Spiritualität als auch von der Materialität beeindruckt sein. Das heißt, das sind verschiedene Kleider über derselben Lichtquelle. Die Kleider, die sich über das Licht kleiden, die materiellen Kleider, machen unsere Welt zur eingebildeten Welt. Was heißt eingebildet? Der Genuss innerhalb dieser Welt ist nicht eingebildet. Die Kleider sind eingebildet, denn es scheint uns, dass wir die Genüsse vom Kleid bekommen und nicht von dem Licht, das im Kleid ist.

Das nennt man „Einbildung". Mir scheint, dass du mir Genuss gibst: Dadurch, dass ich dich anschaue, dieses schöne Gesicht, genieße ich. Nicht richtig. Sondern in dir ist ein Funke des Schöpfers, von dem ich sicher genieße. Deshalb also genieße ich, und nicht von dieser Verpackung. Hast du verstanden? Das Problem liegt also nur bei mir, woran ich meinen Genuss hänge. Wenn ich meinen Genuss an den Funken hänge, der in dir ist, dann ist es völlig in Ordnung, dann bin ich mit der Spiritualität verbunden. Wenn ich ihn an dein schönes Gesicht hänge, dann bin ich mit dem Kleid verbunden, mit dem Tierischen, mit der Materialität, und das nennt man „eingebildet".

„Eingebildet" heißt ein Irrtum in Bezug auf die Quelle des Genusses. Das ist alles. Hier ist nichts eingebildet, verstehst du? Sondern „eingebildet" heißt sozusagen der spirituelle Irrtum, dass ich mich in der Quelle des Genusses geirrt habe. Es ist nicht so, dass diese Welt verschwindet.

Hört denn ein Kabbalist, der die spirituelle Welt fühlt, auf, diese Welt zu fühlen? Er lebt in dieser Welt. Die fünf Sinne bleiben. Er fühlt mit ihnen – glaub mir, man fühlt sehr gut: essen und trinken und all die übrigen Dinge. Man fühlt sehr gut, und nichts verschwindet. Nur bindet er sich dadurch schon an die Quelle der Genüsse, die es nur im Schöpfer gibt, und all diese Kleider dazwischen stören ihn schon nicht mehr, sozusagen. Sie führen ihn nicht in die Irre … wie? äh? Sie lenken ihn nicht ab. Er sieht schon durch sie hindurch, so.

Ja.

27:57 Schüler: Auf Seite 194 … im zweiten Abschnitt spricht er über die Arbeiten zum Thema unserer Arbeit im Lauf von siebzig Jahren.

Rav: Das ist das, was er hier auf der Seite sagt, auf Seite 194, Einteilung 1, 2, 3, 4, über … über unsere Arbeit; das nimmt er aus dem „Vorwort zum Buch Sohar". Also lohnt es sich, dorthin zu gehen und nachzuschauen. Hier …

Schüler: Hier bringt er nur zwei.

Rav: Ja. Hier nennt er nur zwei, und dort spricht er über alle vier und auch über mehr, als hier steht. Er sagt, wo es ist: „Und das ist die Sache, die im Vorwort zum Buch Sohar (Punkt 29) gebracht wird." Darüber kann man viel reden, ja. Insgesamt will er hier dahin bringen, dass wir in den Zustand kommen, in dem wir die Spiritualität mehr wollen als die Materialität und nur sie wollen. Danach treten wir in sie ein. Und dieses Verlangen kann man nur aus der Arbeit mit den Or Makif bekommen. Das Licht bringt uns Anmut der Kedusha, und die Beschleunigung in der Arbeit geschieht nur durch die Gruppe, durch gemeinsames Lernen und so weiter.

Ja.

29:29 Schüler: Ich bin nicht sicher, ob ich den Begriff Übertretung und Übertreter ganz verstanden habe.

Rav: Wie?

Schüler: Den Begriff Übertretung – und was sind Übertreter?

Rav: Der Begriff „Übertretung" heißt, dass ein Mensch den Willen zu empfangen um zu empfangen benutzt. Und wenn man ihm ein Verlangen gibt, irgendeinen Genuss, und er kann ihn nicht überwinden – das kann ein Genuss dadurch sein, dass man mir irgendetwas bringt, was eine Übertretung ist, und dann gehe ich darauf zu –, dann steht so geschrieben: „Hat er eine Übertretung begangen und sie wiederholt und ein zweites Mal getan, wird sie ihm wie erlaubt." Was heißt „wie erlaubt"? Er steigt schon auf diese Stufe herab, wo diese Übertretung ist; er steigt eine Stufe herab und befindet sich dort. Das ist es.

Das kann nicht nur in Bezug auf den Genuss sein, das kann auch in Bezug auf … das heißt, nicht nur in Bezug auf die Gebote „Tue nicht", sondern auch in Bezug auf die Gebote „Tue". Sagen wir, du bist in einem Zustand, in dem du jeden Tag Tefillin legst, und man bringt dir so eine Faulheit, so einen Fall, ja? So eine Geschmacklosigkeit, dass du keine Tefillin legen kannst. Dann legst du einen Tag keine, am zweiten Tag auch nicht, und dann steigst du auf eine Stufe herab, auf der du unter … es geht nicht um die Tefillin, sondern du bist unter dem Genuss der Ruhe, dass du dich ausruhst, indem du diese Arbeit nicht machst.

Das heißt, was will ich hier sagen? Es kann auch in Bezug auf tierische Genüsse sein, sagen wir, die in dieser Welt sind, und es kann auch in Bezug auf … nicht auf Genüsse, sondern auf … auf die Faulheit sein, ja? Sowohl in Bezug auf das Tun – tue und gewinne –, als auch in Bezug auf „tue nicht und gewinne, dann hast du etwas", das heißt aus Faulheit und so weiter, weg von guten Dingen. Entweder du nimmst von den guten Taten weg, oder du gehst hin und tust schlechte Taten. Beides wirkt so, dass es den Menschen herunterzieht, wenn er sich nicht überwindet.

Nun, beim ersten Mal kann es sein, dass du es getan hast, dass du sozusagen eine Übertretung begangen hast, aber das heißt noch nicht, dass du eine Übertretung begangen hast, denn beim ersten Mal kommt dieses Hindernis von Oben. Das ist wie bei Adam haRischon – daraus müssen wir lernen –, wo es ein erstes Essen und ein zweites Essen gibt: Beim ersten Mal spielt man mit dir und macht mit dir, was man von Oben machen muss, aber beim zweiten Mal verlangt man schon von dir Vorbereitung und dass du dich dem Zustand stellst, dass du Mocha und Liba ausbalancierst.

Mm…?

32:53 Schüler: Muss ich bei diesem ersten Mal die Übertretung begehen, um das Kli zu bauen? Ist das die Ausbreitung des Lichts und sein Weggehen?

Rav: Schau, es ist nicht einfach, das einfach so zu sagen, weil man es hinterher überall auslegen kann; deshalb will ich nicht so gern zwei Worte sagen, die dann jemand als Gesetz nimmt. Wir haben in Teil 2 vom „Talmud Esser haSefirot", in der „Inneren Betrachtung", gelernt, dass es „möglich" gibt und „wie beabsichtigt", und aus diesen zweien hast du vier solche Kombinationen, ja? Möglich und wie beabsichtigt, unmöglich und nicht wie beabsichtigt, unmöglich und wie beabsichtigt, wie beabsichtigt und unmöglich, ja? Kurz gesagt: vier Stufen und vier Möglichkeiten, ja? Das ist es.

Dementsprechend sehen wir, dass du nicht sofort und nicht überall und nicht bei jeder Sache eine Übertretung hast, ja? Das ist es. Sondern eine wirkliche Übertretung – erinnerst du dich? – ist, wenn er sich trennen könnte und trotzdem beabsichtigt zu genießen; und das geschieht von allen vier Bchinot nur in Malchut. Das ist es. Deshalb sind diese Dinge hier nicht so einfach. Aber wir müssen das nicht berücksichtigen und anfangen zu prüfen: Habe ich beabsichtigt oder nicht? Möglich … nein, das ist so und so. Das ist nichts für uns, für die, die unterhalb des Machsom sind; das ist überhaupt nicht unsere Arbeit. Wir müssen uns einfach in dem bemühen, was man uns gibt: den Zustand zu verstehen und etwas zu tun. Die Hauptsache ist, nicht vom Schlachtfeld wegzulaufen.

Derselbe Prozess des Lernens, der Arbeit in der Gruppe, des Haltens von Vorträgen, all solche Dinge, die du machst – alles Übrige ist wirklich nicht wichtig, was dir passiert, achte nicht darauf. Die Hauptsache ist, dass du nichts von dem verletzt, was du auf deinem Weg festgelegt hast, also den Tagesablauf. Das ist es. Wenn der Tagesablauf steht, wird sich alles Übrige einrenken, achte überhaupt nicht darauf. Es gibt Dinge, bei denen man einfach die Augen zumachen und sie über sich hinweggehen lassen muss, und das war's, so.

35:10 Schüler: Wir sprechen hier die ganze Zeit über die Sache der Gefäße des Empfangens … unsere Arbeit, Gefäße des Gebens …

Rav: Im ganzen Artikel geht es darum, wie man die Gefäße des Empfangens vergrößert, wie man uns das von Oben gibt – denn mit unseren Gefäßen des Empfangens haben wir von vornherein nicht einmal für die Materialität Gefäße des Empfangens, nicht nur für die Spiritualität. Ein Mensch, der einfach auf der Straße ist, ist nicht einmal in der Materialität entwickelt. Hat er denn wirklich so saftige Wünsche? Er will verdienen, er will groß sein, er will berühmt sein, er will Essen genießen, Sex, einen Palast, was auch immer – wie viele solche Menschen gibt es? Wie viele? Normalerweise gibt er sich zufrieden. Warum? Weil der Wille zu empfangen nicht leiden will; also lässt der Wille zu empfangen den Menschen entsprechend seinen Möglichkeiten nicht mehr wollen, als er erreichen kann. Das ist es.

Wenn wir so weitermachen, dann steigen wir jedes Mal weiter und weiter und weiter herab, denn der Wille zu empfangen wirkt insgesamt so, dass ich Ruhe suche. Ja? Gäbe es nicht die Entwicklung von Oben, wo man die ganze Menschheit zum Ziel bringen will – und für das Ziel braucht man dem Volumen nach unendliche Kelim –, dann würden wir uns überhaupt nicht entwickeln; wir würden immer mehr in einen Tiefschlaf fallen, in so eine Bewegungslosigkeit, weniger Bewegung und … verstehst du, Stille.

Sondern nur, weil in uns Reshimot aus dem ganzen Weg sind, den die Seele von oben nach unten gegangen ist – diese Reshimot sind in uns und kommen die ganze Zeit zur Verwirklichung heraus, erwachen in uns, und dann will ich jedes Mal und will und will und will. Das ist es. Wenn ein Mensch also auf der Straße ist und das Or Makif nicht so sehr auf ihn wirkt, weil er keine Handlungen dafür macht, das Or Makif anzuziehen, dann entwickelt er sich eben so weit, wie dieses allgemeine Or Makif auf ihn wirkt, weißt du.

Trotzdem: wie sich die Menschheit bis zum 20. Jahrhundert entwickelt hat und dann im 20. Jahrhundert – schau, was für ein Unterschied, in allem: Technologien, Leben, Revolutionen, was du willst, zwei Weltkriege, alle möglichen Dinge. Warte ab, was jetzt im 21. Jahrhundert sein wird – besser, wir werden davon keine Zeugen. Ja? Das ist es. Das alles kommt also von den Reshimot. 18:03

Diese Reshimot verpflichten also den Menschen. Aber wer auf unseren Weg kommt, wo du anfängst, das Or Makif mit mehr Kraft auf dich zu ziehen, dessen Reshimot verwirklichen sich sehr schnell – nicht in zwanzig, dreißig Jahren, sondern vielleicht in ein, zwei Tagen, sogar weniger. Uns scheint, dass das nicht sein kann – wie kann das sein? Es ist doch so, das ist die Tatsache. Zweitausend Jahre gegenüber dem 20. Jahrhundert – siehst du, dass sie nichts wert sind? Dasselbe bei uns: ein Tag gegenüber dreißig Jahren von jemand anderem, das ist sicher.

Was macht ein Mensch normalerweise im Lauf seines Lebens? Nu, gar nichts. Und bei dir – welche spirituellen Unterscheidungen durchläufst du? Du weißt es nicht; ein Leben entspricht vielleicht einer Minute oder weniger. Hier ist es also eine einfache Sache: wie man das noch mehr beschleunigt. Denn wir verstehen nicht, wie unvergleichbar das Verhältnis zwischen Materialität und Spiritualität ist. Das heißt: Wenn du im Lauf von dreißig Jahren eine starke Arbeit machst, sodass deine Sekunde wie tausend Jahre ist, dann kannst du dieses Leben gut beenden. Verstehst du? So sehr ist die Spiritualität unendlich viel größer als die Materialität. Das ist es. 39:40

Obwohl wir also schon in einem Prozess sind, in dem wir das schnell durchlaufen, ist es ganz und gar nicht genug. Deshalb sagt er, dass man jedes Mal die Gemeinschaft wechseln muss, als einzigen Faktor, der die Entwicklung beschleunigen kann. Beschleunigen ändert für dich nichts: Die Reshimot sind drinnen, du musst alle diese Zustände durchlaufen, du durchläufst sie nur schnell – und es geht darum, in welcher Einstellung zu ihnen du sie durchläufst. Wenn du den Zustand mit einer positiven Einstellung durchläufst, weil er mit der Entwicklung verbunden ist, dann fühlst du diesen Zustand immer positiv. Wenn du ihn nicht durchlaufen willst, sondern durch Leiden dazu gezwungen wirst, dann fühlst du jeden einzelnen Zustand negativ.

Dein persönliches Gefühl ändert sich entsprechend der Einstellung zur Sache. Wie ich das Beispiel mit der Operation gegeben habe: Ich habe gesucht, wann man mich operiert, ich habe zwei Wochen darauf gewartet, weil ich nicht atmen konnte, wirklich so. Das ist es. Und wenn man diese Leiden nicht gefühlt hätte und man mir gesagt hätte: Du musst dich hinlegen, wir schneiden dich auf – was für ein Unterschied zwischen dem einen und dem anderen! Ihr wärt … Es ist wirklich ein Wunder; ich erinnere mich, wie ich kam, nu, nu, nu, ich habe mich auf diesen Tisch gelegt, bevor man mir die Narkose gibt: ach, schnell, vielleicht wache ich auf und kann … Das ist wirklich ein sehr interessantes Gefühl, verstehst du. Und was für eine Freude! Ich habe keine Angst gefühlt, gar nichts, nur mit diesem Zustand fertig zu werden.

Das beschleunigt die Zeit, und durch die Einstellung fühlst du wirklich Genuss statt Leiden, so. Es gibt Dinge, bei denen es nichts hilft, wie viel ich auch sage, verstehst du; sondern das hat eine bestimmte Gesetzmäßigkeit, das hängt alles von der Entwicklung der Menschen ab. Das ist es. Solange ihr so entwickelt seid, wie ihr seid, ist es eben so; seid ihr anders entwickelt, dann wird es anders sein. Das ist es.

Es steht geschrieben: „Erziehe den Knaben gemäß seinem Weg." Das ist es. Das heißt, du musst den Menschen sehen und ihm so entgegentreten und ihm so geben, wie er kann, wie er will, in demselben Stil, mit denselben Dingen. Das ist es. In Form eines Gesetzes kannst du es machen, aber das hilft nicht; damit verschließt du ihn nur, entfernst ihn, er wird die Sache hassen, die du ihm geben willst, und es kommt ganz einfach nichts dabei heraus. Man muss eine Verpackung finden, die zu dem Menschen passt. Das ist es.

Das nennt man einen guten Lehrer, der weiß, wie man an den Schüler herangeht – ich sage das nicht über mich –, der wirklich weiß, wie man an den Schüler herangeht und ihm genau gemäß den Kelim des Schülers gibt. Das ist es. Und nicht einer, der dem Schüler etwas hineinstecken will, wozu jener nicht bereit ist, was er nicht empfangen kann. Wir sehen, dass alles nach dem Gesetz der Angleichung der Form kommt. Und es gibt Dinge, die ich nicht ertragen kann²: Wenn sie nicht gegen den Weg gehen, sondern einfach nur Störungen an Ort und Stelle sind, die niemanden mitziehen und niemandem schaden und so weiter, dann sage ich nichts, da ist nichts zu machen. Das ist es. Nur Dinge, bei denen einer den anderen ein schlechtes Beispiel geben kann oder so, das ist etwas anderes. Aber normalerweise kannst du überhaupt nichts machen außer gemäß dem, was du hast.

Ja.

43:57 Schüler: Und wenn der Schüler jetzt die anderen stört und sie zu dem hinzieht, was er denkt?

Rav: Nu, nu, wir hatten so ein Beispiel: Obwohl er nichts gesagt hat, kamen Leute zu mir und sagten: Dieser Freund war zehn Jahre mit uns, und jetzt zeigt er uns ein Beispiel, wie man geringschätzt und wie man pfeift – auf das Lernen, auf die Gemeinschaft, auf das Ziel und auf alles; wir fühlen in seiner Nähe einfach, dass er uns herunterzieht. Wenn das so ist, dann … Und wenn es vorübergehend gewesen wäre oder so, dann hätten wir geholfen; wir haben uns bemüht zu helfen und ihn auf alle möglichen Arten mitzuziehen. Du weißt nicht, wie viel ich mit ihm gesprochen habe und wie oft ich ihn bei mir zu Hause empfangen habe und alles, und mit seiner Frau und mit allem, und wir haben gesehen, dass es nicht geht. Ja, und bis heute gibt es noch Kontakt, aber bei uns jetzt hier in der Gruppe wäre er wirklich eine schädigende Kraft.

Oder jemand anderer, der dort irgendeine Theorie entwickelt hat, so eine eingebildete über die Kabbala, und damit andere zu Fall gebracht hat – auch damit geht es nicht, einfach … Aber es gibt solche: ein Mensch, der schläft, ein Mensch, der nicht kann, nicht fähig ist, der ein paar Tage fehlt, wie viel … oder er hat so einen Charakter, dass er nicht still sitzen kann und irgendwie ein bisschen stört. Das sind normale Dinge, da ist nichts zu machen.

Ja.

Schüler: Auch beim persönlichen Beispiel – es ist nicht wie eine Gruppe, sondern er zieht den Lehrer im Unterricht regelrecht herunter und macht, was er denkt.

Rav: Ich weiß nicht, schau, vielleicht sprichst du über unsere Schüler, die vielleicht Vorträge draußen halten.

Schüler: Nein.

Rav: Nicht hier?

Schüler: Sagen wir, Sie haben einen Vortrag, ja?

Rav: Ich.

Schüler: Sie haben einen Vortrag, und …

Rav: Ist der Vortrag hier oder an einem anderen Ort? Unterricht oder Vortrag?

Schüler: An einem anderen Ort.

Rav: Ja, ich habe einen Vortrag an einem anderen Ort, nu.

Schüler: Und jemand kommt und will sozusagen bei dem Punkt, anstelle Ihres Punktes, Sie auf seinen Punkt hin umstimmen.

Rav: Jemand aus dem Publikum will mich jetzt stören – du weißt, wie ich es mache: Wenn es eine Frage ist, die ich brauchen kann, dann nehme ich sie und baue etwas darauf auf, aber so, dass es zum Nutzen des Publikums ist; ich richte mich dann sicher nach dem Publikum und nicht nach der einzelnen Person. Aber wenn ich sie nicht brauchen kann, sondern sie völlig vom Thema abliegt, oder ich sie nicht mit dem Thema verbinden kann, oder es überhaupt etwas ist, was sagen wir sogar absichtlich ist oder wie auch immer, dann sage ich ihm, er soll schweigen, und fertig. Denn ich arbeite mit dem Publikum, und einer kann nicht stören, das ist klar. Und wenn er nicht schweigt, dann werfe ich ihn aus dem Saal, ohne Zweifel – na und?

So mache ich das, was denn? Jeder würde das so machen, was heißt das schon. Ein Schüler in der Klasse in der Schule – nicht so? Dich hat man anscheinend nie hinausgeworfen, du weißt es nicht; ich habe das abbekommen, deshalb erinnere ich mich. Wie auch immer, man muss sich nach dem Publikum richten, da ist nichts zu machen. Und je größer ein Mensch seiner Funktion nach ist, desto begrenzter fühlt er sich.

Der Besitzer einer Fabrik – der Direktor einer Fabrik, nicht der Besitzer –, der Direktor einer Fabrik ist begrenzter als jeder einfache Arbeiter. Auf ihm liegen sehr viele Einschränkungen, er selbst geht wirklich einen sehr, sehr engen Weg, er hat sehr viele Bedingungen und Dinge, von denen er abhängt. Und ein einfacher Arbeiter – der kann heute zur Arbeit gehen, morgen nicht. Nein, schau, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Ein Ministerpräsident: Wir denken jetzt, er wird so handeln, morgen wird er so handeln. Du siehst, jeder, der zum Ministerpräsidenten aufsteigt – ob rechts oder links, ob dumm oder klug, oder von wem und was auch immer –, macht dasselbe. Warum? Der Platz verpflichtet ihn, so zu handeln, das ist es, und nicht, weil er es will. 49:26

Sein Wille bleibt draußen, sobald er das Amt antritt. Und er arbeitet gemäß dem, was im Gelände ist, da ist nichts zu machen, das Gelände begrenzt ihn. Das ist es. Letztlich bestimmt der Wille der Menschen oder der Schüler oder der Gruppe, wie der Lehrende, der Lehrer, der Rav sich zu ihnen verhält und wie er sie lehrt. Das ist es. Und nicht dass … Wie viel der Rebbe³ unserer Gruppe dort hätte geben wollen – und nichts davon hat er gegeben. Das ist es. Und umgekehrt: Wenn du siehst, dass irgendeine Gruppe gut lernt, dass es ihnen mit ihrem Lehrer gut geht – egal, ah, ein bisschen so, ein bisschen so, aber ihnen geht es gut, sie haben sich gefunden –, dann lass sie, lass sie, sollen sie sogar ein bisschen in Lügen sein; später werden sie den Weg finden, zumal man auch zu uns lernen kommen kann, und es gibt so eine Vermischung, dass sie auch von uns etwas aufschnappen, das ist nicht …

Aber etwas mit Gewalt zu machen – schrei lieber so wie ich, dann gehen dir alle Nerven raus, und alles bleibt gleich, so, wie es das Publikum will.

Gut.

(Ende des Unterrichts)