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Morgenlektion 26.07.2002
Buch „Schriften des Rabash", Band 2, S. 1296, „Was bedeutet die Reinigung der Asche einer Kuh in der Arbeit?"
Wir haben einen Artikel aus Band 3 gehört, „Schlawej haSulam", „Was bedeutet die Reinigung der Asche einer Kuh in der Arbeit?", aus Bamidbar, Chukat. Das Ziel der Schöpfung ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und „Seinen Geschöpfen Gutes tun" kann nicht weniger sein als die Stufe des Schöpfers. Der Schöpfer kann keine Handlung machen, die unter Seiner Stufe liegt, unter Seinem Niveau. Deshalb kann es nur eine einzige Handlung geben: Wenn Er etwas außerhalb Seiner selbst macht, dann muss es trotzdem eine Handlung sein, die in ihrer Güte wie Er ist. Und deshalb hat Er, als Er das Geschöpf erschuf, es genau in Verschmelzung, in Vollkommenheit, in Ewigkeit erschaffen – gleich Seiner eigenen Stufe.
Damit das Geschöpf zu diesem Gefühl kommt – wer es ist, was es ist, wo es sich befindet, wem es gehört und wem es gleicht –, muss es diesen Zustand in seiner ganzen Fülle erkennen. Und erkennen muss es das aus seiner eigenen Natur heraus, also vom Gegenteil her, von „Etwas aus Nichts" (Jesh mi Ajin) – sonst hätte es keine Erkenntnis seines Zustands. Deshalb muss es alle Stufen durchlaufen, die das Gegenteil von Vollkommenheit, von Ewigkeit, von Verschmelzung sind, und zwar sowohl tatsächlich, in der Handlung, als auch in der Erkenntnis, im Gedanken. Es soll sie tatsächlich sehen, wie sie an seinem Material arbeiten, und es soll sie auch von der Seite „Etwas aus Nichts" erkennen und danach von der Seite „Etwas aus Etwas". 02:17
Und dann, im Unterschied zwischen seinem Gefühl in „Etwas aus Etwas" und in „Etwas aus Nichts", also von der Seite des Schöpfers und von der Seite des Geschöpfs, soll es Unterscheidungen machen, soll es zur Erkenntnis des Bösen kommen. Was genau ist die Erkenntnis des Bösen? Nicht, dass es ihm schlecht geht, sondern dass es schlecht ist, in einem Zustand zu sein, der geringer ist als der Schöpfer. Dann wird es sehen, dass Vollkommenheit nur in dem Zustand möglich ist, in dem „Etwas aus Nichts" zu „Etwas aus Etwas" zurückkehrt. Was heißt das? Dass es innerhalb des Willens zu empfangen keinerlei Vollkommenheit geben kann. Denn der Wille zu empfangen schließt sich in sich selbst ein, er fühlt in sich selbst, er erlangt in sich selbst, und deshalb ist er sowohl in der Qualität als auch in der Quantität begrenzt.
Und was der Rav hier schreibt – „er begnügt sich mit Wenigem" –, das heißt: Jedes Mal, wenn er etwas erlangt, genügt ihm das, was er erlangt, und er will es nicht erweitern. Denn die Erweiterung der Grenze bedeutet, dass er jetzt darunter leiden muss, dass ihm etwas fehlt, und erst nachdem er darunter leidet, dass ihm etwas fehlt, geht er dann zum Erlangen. Wenn man also einem Menschen sagt: „Jetzt füllen wir dir, was du willst, und du wirst nichts mehr brauchen, es reicht und es ist gut" – dann wird er einverstanden sein. Das sehen wir an uns selbst. Sondern jeder einzelne Mangel, den wir erlangen, kommt durch einen Anstoß von oben – durch die Gemeinschaft, durch die Bücher, durch die Führung von oben. Wir bekommen jedes Mal zusätzlichen Willen zu empfangen.
Aber von uns aus wären wir nie aus der Stufe des Tieres herausgekommen, denn das tut weh. Wozu auch? Wenn wir im Zustand der Sättigung bleiben könnten – egal in welchem Zustand, bei den tierischen Dingen: Essen, Paarung, Wärme, Ruhe, Erholung, das Minimale –, dann wären wir auch dabei geblieben. Und wir hätten gar nicht die Kraft gehabt, gegen unsere Natur herauszugehen und zu leiden, denn der Wille zu empfangen hätte uns nicht herausgehen und leiden lassen. Er wäre die ganze Zeit geblieben und hätte diesen Zustand eingefroren. Aber weil die Höhere Vorsehung uns zum Ziel der Schöpfung treibt, dahin, dass wir groß und vollkommen werden, deshalb rollt von oben immer mehr Wille zu empfangen auf uns zu, und wir müssen ihn füllen – und so laufen wir jedes Mal neuen Zielen hinterher. 05:48
Deshalb ist es unmöglich, wirklich zum Zustand der unendlichen Vollkommenheit zu kommen, solange man im Willen zu empfangen bleibt – es sei denn, der Mensch geht aus ihm heraus, nach außen. Das heißt, wir müssen aus unserer Klipa herausgehen und nicht in „um zu empfangen" leben, sondern in „um zu geben", in einer Absicht außerhalb von uns. Und dann, auf diese Weise, haben wir nie eine Begrenzung – weder in der Größe des Kli noch im Empfangen der Fülle. Und die Liebe zum Nächsten – auch das schreibt der Rav in diesem Artikel – ist kein Ziel, sondern ein Mittel, um dorthin zu kommen. Denn daran lernen wir, wie sehr wir das Gegenteil von dieser Regel sind, aus dem Willen zu empfangen herauszugehen. Und am besten lernt man das an denen, die uns umgeben, an unserer Umgebung.
Deshalb beschleunigen die Übungen, die wir hier in dieser Welt gegenüber dem Nächsten machen können¹, unsere Entwicklung. Dann erkennen wir mehr, sowohl im Mocha als auch im Liba, wie begrenzt wir sind, und kommen zu einem Zustand, in dem wir das Vorankommen wirklich mit dem richtigen Willen fordern. Das heißt: die Wirklichkeit außerhalb von uns zu fühlen, das zu leben, was außerhalb von uns ist, dass unsere Verlangen und unsere Absichten außerhalb von uns sind. Dass wir nie in uns selbst leben. Dass das Selbstgefühl nur so etwas wie der Ausgangspunkt ist, von dem der Mensch ausgeht, und er lebt und fühlt das, was außerhalb davon ist. Nur so fängt er an, sich von diesem seinem zentralen Punkt, seinem Ich, zu entfernen und seinen Aufnahmeraum zu erweitern, bis er die Größe der Unendlichkeit erreicht. 08:18
In diesem Artikel gibt es viele Einzelheiten. Er umfasst ziemlich viele Dinge. Glaube über dem Verstand, unter dem Verstand und innerhalb des Verstandes – das sehen wir auch in unserer Welt. Die ganze Welt lebt im Glauben innerhalb des Verstandes². Warum nennt man das Glaube? „Glaube" heißt die Kraft, die mich zum Handeln verpflichtet. Das heißt: Was ich fühle, was ich verstehe, was ich als Tatsache angenommen habe, das nennt man „Verstand" (Daat). Und wenn ich danach handle, wenn allein das mir Kraft zum Handeln gibt, dann nennt man das „Glaube innerhalb des Verstandes". So handeln wir. Und dabei spielt es keine Rolle, dass mein Verstand sich auf den Unsinn von jemand anderem stützen kann, dass man irgendwelche Dinge erzählt, die überhaupt nicht stimmen. Aber wenn ich sie in meinen Verstand aufnehme und sie sich in meinem Verstand festsetzen, dann ist das für mich eine Tatsache, und danach handle ich. Es gibt viele solcher Stigmen in der Welt, nach denen die Welt sich richtet und die sie annimmt: ja, das stimmt. Tatsache. Wahrheit.
Es gibt den Glauben unter dem Verstand, bei dem ich nicht weiß, wovon man mir erzählt. Das sind keine Tatsachen vor Ort, sondern ich nehme eine Bedingung auf mich – meist ist das Erziehung –, dass ich gar nicht nachprüfe. Was man mir sagt, unterziehe ich überhaupt keiner Prüfung, sondern ich erfülle es unterhalb der Prüfung, ich lasse es gar nicht erst hinein. Man sagt ja: „unter aller Kritik", ja? Das heißt: Wenn ich das ganz und gar so annehme, dann setze ich überhaupt keinen Sinn ein, keinen meiner Sinne, nicht meinen Verstand, gar nichts. Sondern alles, wozu ich mich entscheide, es unter dem Verstand anzunehmen, kommt als Tatsache in mich hinein, setzt sich so in mir fest, und so handle ich. 10:48
Das nennen wir gewöhnlich „Fanatismus", ja? Dinge, die ohne eigene Prüfung angenommen werden. Das können Dinge sein, die man überhaupt nicht prüfen kann, und es können Dinge sein, bei denen wir im Voraus entscheiden: Was auch immer kommt, wir nehmen sie auf diese Weise an. Das kann auch mit der Meinung der Gemeinschaft zusammenhängen. Aber wie dem auch sei – darin liegt auch ein großer Teil der Entscheidungen der Menschheit. Ich rede nicht nur über religiöse, ultraorthodoxe Kreise oder über alle möglichen anderen Religionen, ja? Nicht nur davon ist die Rede, sondern sogar in der öffentlichen Meinung gibt es solche Dinge, die man unterhalb der Prüfung annimmt und mit denen man lebt.
Also sowohl unter dem Verstand als auch innerhalb des Verstandes, die einen wie die anderen, auch in einer gewissen Vermischung, die einen so und die anderen so – aber letztlich benutzt die ganze Menschheit diese beiden Zugänge zum Leben. Ich bekomme Information von außen, und dann handle ich nach dieser Information, entweder unter dem Verstand oder innerhalb des Verstandes. Es gibt keinen Menschen, in dem nicht beides wäre; es hängt nur davon ab, in welchem Verhältnis zwischen diesen beiden Unterscheidungen er handelt. Und manche sagen, es gibt das, was man „über dem Verstand" nennt. Das ist wirklich etwas Unverständliches. Das ist etwas, das über unserer Natur liegt, über dem Verstand. 12:45
Wenn ich zum Beispiel in der Bank stehe und, wie er dort sagt, ja, tausend Dollar verlange, und man zählt mir das ab, und ich sehe, dass er neunhundertneunundneunzig zählt, ja? Was soll ich dann machen? Ich kann die Augen schließen und gar nicht hinsehen, was er zählt, das Geld nehmen und gehen. Das nennt man „unter dem Verstand", ohne Prüfung. Ich kann auch hinschauen und sehen: Das sind doch neunhundertneunundneunzig, ja? Und danach handeln, was ich sehe – „Der Richter hat nur das, was seine Augen sehen", ja? Und dann entweder nicht einverstanden sein oder doch einverstanden sein, aber wissen, dass ich darin bin, dass ich neunhundertneunundneunzig bekomme. Das war's.
Und es kann sein, dass ich sehe, ich habe neunhundertneunundneunzig bekommen – und nicht, dass ich entscheide: „Gut, in Ordnung, es soll wie tausend sein", oder ich verzeihe, oder ich ergänze irgendwo, was fehlt –, sondern dass ich neunhundertneunundneunzig zu hundert Prozent wie tausend annehme, weil ich meinen Verstand dem Verstand dessen unterwerfe, der mir gibt, dem Kassierer, ja? Das ist eine sehr große Arbeit. Dafür muss ich aus mir selbst herausgehen, auf meinen Verstand verzichten und seinen Verstand annehmen. Das ist nicht einfach. Man kann das nicht einfach mit irgendeinem inneren Trick machen. Und dann heißt es, dass ich „über dem Verstand" gehe. 14:36
Vielleicht klingt das leicht, aber es ist unmöglich zu machen. Dafür müssen wir den Verstand des Gebenden kennen, den Gebenden selbst. Wir müssen an ihm haften, ich muss mehr Glauben an ihn haben als an meinen eigenen Verstand. Dazu brauche ich sehr, sehr viele Hilfssysteme und Wissen und Arbeit und Anstrengung, die der Entscheidung vorausgehen, dass man über dem Verstand gehen kann. Und das ist so, wenn wir von einem einzigen Dollar sprechen, der zwischen seinem Verstand und meinem Verstand liegt.
Und wenn wir sagen wir vom Gegenteil sprechen: Er gibt mir einen Dollar und sagt: „Nu, du hast tausend bekommen", und die neunhundertneunundneunzig sind das, was fehlt – oder es fehlt überhaupt alles, und ich verhalte mich, als hätte ich tausend bekommen. Aber nicht so, dass ich zustimme und ein Spiel spiele, sondern ich muss diesen Mangel in meinem Verstand auffüllen, sodass es im Gefühl, im Mocha und im Liba, Tatsachen sind, dass ich die tausend Dollar bekommen habe.
Das heißt, ich brauche hier eine Füllung, die mich befriedigt – das ist keine Einbildung –, eine Füllung, die mich anstelle der Tatsachen befriedigt, anstelle des tierischen Gefühls. Und zu diesen Dingen kann man nicht kommen, außer wenn der Mensch wirklich zur spirituellen Erlangung und Empfindung kommt, die ihn füllen und ihm das geben. Das ist keine Entscheidung der Art: Von jetzt an entscheide ich, dass ich mich so verhalte, oder von jetzt an spiele ich irgendwie ein Spiel mit mir selbst.
Das ist es nicht – verzichten kann man nicht, ein Verzicht lässt sich nicht ausführen³. Deshalb sind das Handlungen, die wir nach und nach zu verstehen anfangen, und bis wir dazu kommen, sie zu erfüllen, dauert es. Wer denkt, dass er eine Handlung über dem Verstand ausführen kann – nach und nach sehen wir, dass diese Dinge davon abhängen, dass man aus dem Körper des Menschen heraustritt, aus unserem Bewusstsein heraustritt.
Nu, und beim nächsten Mal sprechen wir darüber, wie er die Asche der roten Kuh beschreibt; das ist wirklich dasselbe, was er auch beschreibt, verunreinigt und …
Gibt es Fragen?
17:46 Schüler: Welchen Zusammenhang stellt er her zwischen der inneren Arbeit im Mocha und im Liba und dem Über dem Verstand?
Rav: Sagen wir so: Ich weiß nicht, ob ich das jetzt erklären kann, das ist eine ziemlich tiefe Sache. Es gibt eine Arbeit an der Korrektur der Kelim und es gibt eine Arbeit an der Aufnahme der Lichter; sie heißen Arbeit im Mocha und Arbeit im Liba. Beide müssen über dem Verstand sein. Ich bin sehr begrenzt darin, darauf einzugehen, das ist ein sehr feines und weites Thema.
Noch etwas einfachere Fragen? Ja.
18:58 Schüler: Leute sagen, über dem Verstand sei nur, wenn ein Mensch in spiritueller Erlangung ist. Das heißt, in der Vorbereitungsperiode haben wir eigentlich keine Möglichkeit, über dem Verstand zu arbeiten. Was heißt es dann, dass wir innerhalb des Verstandes und unter dem Verstand können, also dass ich bereit bin … … … was ich Glauben nenne – dort, wo ich bin, sagen wir in der Vorbereitungsperiode, handle ich eigentlich unter dem Verstand?
Rav: In unserer Welt sind wir so, dass ich zuerst sehe und fühle und danach entscheide und handle. Das kann sein – aus guten Dingen oder aus schlechten Dingen⁴, das kann durch Schläge kommen, das kann durch Bonbons kommen, egal wodurch, ja. Aber wie auch immer, ich entscheide, ich benutze meinen Verstand.
Es kommt nie vor, dass ich den Verstand von jemand anderem übernehme, ohne dass ich entscheide, dass er an die Stelle meines Verstandes tritt. Was in der Spiritualität geschieht, lässt sich nicht erklären. In der Spiritualität kannst du eine Stufe, den Verstand einer Stufe, die höher ist als du, nicht erlangen, bevor du deinen eigenen Verstand annullierst. Denn wenn du noch etwas aufnimmst, was über dir ist, dann ist es nicht mehr über dir.
Der Unterschied zwischen den Stufen in der Spiritualität besteht darin, dass du auch das austauschst, was du im Herzen hast – Kelim im Herzen und Kelim im Verstand. Wie kann man also mit dem jetzigen Verstand und Herzen eine Stufe erwerben, die höher ist, die du einfach nicht erfassen kannst? Jede Stufe, die auch nur im Geringsten höher ist als meine Stufe, wird in mir als unendlich empfunden, weil ich sie nicht erfassen kann. Sie ist ein bisschen mehr als mein Kli – fertig, sie wird als unendlich empfunden, was soll man machen.
Nur wenn ich Kraft von oben bekomme, die mir hilft, anstelle meines Verstandes und Herzens, Verstand und Herz von der nächsten Stufe zu erwerben, zu bekommen – und danach arbeite ich dann daran, die Füllung in ihnen zu erlangen.
21:35 Schüler: Ist es in der Vorbereitungsperiode gesünder, innerhalb des Verstandes zu arbeiten …
Rav: In der Vorbereitungsperiode lernen wir nur, wie begrenzt wir sind, wenn wir mit unseren Kelim innerhalb des Verstandes arbeiten, und wie wenig wir fähig sind, uns von dieser Methode zu befreien, jedes Mal innerhalb des Verstandes zu sein. Und wirklich über dem Verstand zu arbeiten – das anzustreben fangen wir erst Richtung Machsom an. Aber wirklich: „Und die Söhne Israels seufzten wegen der Arbeit", das heißt unmittelbar vor dem Auszug aus dieser Welt, vor der spirituellen Erlangung – da wollen wir dann tatsächlich nur noch das.
Das heißt: Über dem Verstand zu gehen, das wird für den Menschen – nur das wird direkt vor seinen Augen zum wahren Ziel. Denn er sieht: Sonst ist er in sich selbst begrenzt, er begnügt sich immer mit dem, was er hat, man kann ihn füllen und ihn zustopfen, und er kommt nie hinauf zu einem Ziel, das wirklich höher ist, als sich mit einer Füllung zu begnügen, egal mit welcher.
Das heißt: Es gibt keine Möglichkeit zu wachsen und jedes Mal dahin zu kommen, dass das Kli größer wird, wenn man sich diese Methode nicht aneignet – Glaube über dem Verstand. Das heißt, dass du jedes Mal einen Mangel außerhalb von dir erwerben willst. Wir fühlen das nicht. Wenn ich jetzt, sagen wir, auch das dazunehmen könnte, was in ihm und in ihm und in ihm ist, und in jedem Einzelnen hier – wie viel reicher wäre ich.
Nu, ich glaube nicht so recht, dass sie groß sind, also ist es mir nicht so wichtig, es tut mir nicht weh. Aber wenn ich sehen würde, dass jeder von ihnen wirklich mindestens so viel bekommt wie ich, und dass wirklich das, was ich jetzt fühle – wie ich lebe, mein Lebensgefühl, Wissen, Erlangung und alles –, wenn ich wirklich fühlen würde, wie viel ich noch dazu erwerben kann, dann würde ich wirklich zur Verschmelzung mit den anderen kommen wollen, ja. 24:03
Deshalb schreibt er, dass die Liebe zum Nächsten ein Mittel ist, durch das wir nach und nach zu fühlen anfangen, wie notwendig die Erlangung des Kli außerhalb von uns ist, um Vollkommenheit und Ewigkeit zu erlangen. Was ist Ejn Sof (Unendlichkeit)? Ejn Sof meint, dass du irgendein Maß erlangst, das Ejn Sof heißt⁵. Ejn Sof meint, dass du zu einer unendlichen Aufnahmefähigkeit kommst, und dann bekommst du tatsächlich jedes Mal eine unendliche Füllung.
Das heißt, du bist schon nicht mehr … wie soll ich sagen, es ist ein Problem, all diese Dinge auszudrücken. Du begrenzt nicht mehr, bist nicht mehr begrenzt, sagen wir so, weder in den Kelim noch in den Füllungen. Und das wächst jedes Mal ohne jede Begrenzung und sogar ohne jede Prüfung. Denn beim Hinausgehen über den Verstand wird der Massach in „um zu geben" unbegrenzt – so weit, wie sich die Kelim sammeln.
Es kommt also so heraus, dass du deinen Punkt, dein Kli, sozusagen ins Gegenteil verkehrst. Du drehst es so nach außen, ja, das Kli wird zum Anti, zum Gegenteil seiner selbst. Das nennt man, dass das Lew haEwen sich wirklich zu „um zu geben" umkehrt. Denn es wurde von Anfang an vom Licht in „um zu empfangen" gebaut; und wenn es sich wirklich umkehrt und wie das Licht wird, dann bekommt es genau dieselbe Natur.
Ja.
26:06 Schüler: Das heißt, „oben" ist nicht nur das Materielle gegenüber dem Spirituellen, also …
Rav: Nein, „über dem Verstand" ist nicht das Materielle gegenüber dem Spirituellen; „über dem Verstand" ist ein Gesetz des spirituellen Kli. Ich rede nur über die Spiritualität. Im Materiellen haben wir das nicht: In keinem der materiellen Verlangen, in unseren fünf Sinnen, können wir „über dem Verstand" erfüllen. „Über dem Verstand" meint nur das spirituelle Kli, den sechsten Sinn, gegenüber dem Höheren Licht, gegenüber dem Schöpfer, gegenüber den Verlangen, die außerhalb der Genüsse dieser Welt liegen.
Was die Genüsse dieser Welt angeht: Hier bleibt das Material dasselbe Material, es genießt auf dieselbe Weise und leidet auf dieselbe Weise. Da kann einer ein sehr großer Kabbalist sein – wenn du ihn stichst, wird er weinen, verstehst du. Die Kelim bleiben dieselben tierischen Kelim. Das ändert sich nicht, nur der sechste Sinn, von dem wir sprechen, der ändert sich. Die fünf Sinne, der Körper, all diese Dinge – darin existiert das nicht, sie bleiben in derselben Natur, das ändert sich nicht, ja.
Dein Körper und der Körper von Rabbi Schimon sind derselbe Körper, man kann Transplantationen machen, egal was, ja, Organe austauschen. Darin ist nichts Heiliges. Deshalb bezieht sich alles, worüber wir sprechen – die Korrekturen und die Erlangungen und diese Methode des Über dem Verstand, „um zu geben", mit den Massachim, mit allem –, nur auf das spirituelle Verlangen. Also auf den sechsten Sinn, den der Mensch erwirbt, den er aus dem Punkt im Herzen entwickelt.
Ich kann nicht über dem Verstand sehen und über dem Verstand hören, das gehört nicht dazu. „Über dem Verstand" – was durch Sehen, Hören, Riechen, Sprechen, Tasten in mein Verlangen hineinkommt, das kommt in mein tierisches Verlangen hinein⁶. Es wird auf die gewöhnliche Weise aufgenommen, entweder unter dem Verstand oder innerhalb des Verstandes. Und der Punkt im Herzen ist das, womit ich anfange zu arbeiten und was ich anfange zu entwickeln, denn das ist der Verbindungspunkt mit dem Licht, mit dem Schöpfer.
Darin, wenn ich ihn entwickeln will, gilt das Entwicklungsgesetz nur über dem Verstand, nur außerhalb davon. Er selbst wächst nicht, er wächst nur dadurch, dass ich aus ihm heraus nach außen gehe. Es gibt hier keine Worte, ich würde das wirklich gern schön darstellen, es geht nicht.
28:49 Schüler: Wenn der Unterschied zwischen der Arbeit über dem Verstand und der Arbeit unter dem Verstand eigentlich nur in meiner Prüfung liegt und das Ergebnis in beiden Fällen die Annahme der Meinung des Höheren ist – warum ist meine Prüfung dann überhaupt wichtig, wenn ich im Voraus weiß, dass sie falsch ist? Warum ist es für mich wichtig zu prüfen?
Rav: Warum wollen wir die ganze Zeit prüfen, wo wir sind – innerhalb des Verstandes, über dem Verstand? Wir wollen es nicht, sondern nach und nach lernen wir, dass wir das tun. Damit prüfe ich, welches Verhältnis ich zur Göttlichkeit habe, das heißt, damit prüfe ich, ob ich in der richtigen Aufnahme der Wirklichkeit bin.
Die Wirklichkeit um uns herum nehmen wir mit den fünf Sinnen auf. Wenn wir sie wahrhaftig aufnehmen wollen, im sechsten Sinn – also nicht so, wie sie in unsere fünf Öffnungen hineinkommt, sondern so, wie sie wirklich außerhalb von mir existiert –, dann kann ich sie nur nach dem Gesetz der Gleichheit der Form aufnehmen. Und Gleichheit der Form heißt, dass ich diesen sechsten Sinn, den Punkt im Herzen, dem angleiche, was draußen ist. Aber woher weiß ich, was draußen ist? Damit ich weiß, was draußen ist, muss ich den sechsten Sinn korrigieren, sodass er wie das Draußen ist. Wie also doch? Dafür ist diese Methode „über dem Verstand" da: Ich nehme von vornherein Korrekturen auf mich, die sich außerhalb von mir befinden, und das gibt mir die Angleichung des sechsten Sinnes an die äußere Welt.
Wenn der Kassierer mir sagt: „Das sind tausend Dollar", dann prüfe ich nach meiner Tierhaftigkeit: „Das stimmt nicht." Aber ich muss diese Tatsache als Tatsache für den sechsten Sinn annehmen. Und dann wird der sechste Sinn in Gleichheit sein, in Angleichung an das, was außerhalb von mir ist. Dann komme ich aus meiner schwarzen Kiste heraus und fühle schon, was draußen ist. Das heißt: „Über dem Verstand" ist der Verstand des Höheren. Einfach die höhere Stufe, in der dieses Gesetz gilt, das er jetzt ausspricht. Er sagt mir darüber: „Das heißt weiß." Aber das ist doch schwarz, braun! – Nein, bei mir heißt das weiß. Also: Wenn du mich richtig fühlen willst, dann stelle dein Gerät auf die Aufnahme ein, dass das „weiß" heißt.
Weißt du, es gibt Geräte, die vor der Arbeit eine Nullstellung brauchen, ja: das ist so, das ist so, das ist so. Du weißt schon, das Level dort, wie viele Kilo – sogar eine Waage im Laden, ja, die muss man erst auf null stellen. Wie stelle ich also mein Kli, das „Neshama" oder „sechster Sinn" heißt, richtig auf null, damit es aufnimmt? Dafür muss ich ihm einige Daten über die äußere Welt geben. Und dann heißt „über dem Verstand", dass ich meinen sechsten Sinn nach dem einstelle, was draußen ist.
Und dann fange ich nach dem Gesetz der Gleichheit der Form an aufzunehmen – wie ein Radioempfänger: Ich fange irgend eine Welle auf, die außerhalb von mir ist, wenn ich den Knopf richtig gedreht habe, ja. Das heißt: Wenn ich drinnen dieselbe Welle erzeugt habe wie draußen, dann lese ich schon die Welle von draußen, ich fange sie auf. Dabei hilft uns diese Methode „über dem Verstand". Es ist gut, dass der Höhere mir diese Unterscheidung gibt, sonst hätte ich nie irgendetwas außerhalb von mir fühlen können. Ich würde nur fühlen, was in meinem Körper passiert, durch die fünf Sinne, so wie die fünf Sinne von etwas beeindruckt werden. Das war's.
32:39 Schüler: … ich prüfe selbst?
Rav: Das ist keine Prüfung, das nennt man Nullstellung. Kalibrierung – ich hatte das Wort vergessen, ja. Kalibrierung meines Geräts. Kalibrierung des Empfangsgeräts.
Schüler: … oder muss ich das auch kalibrieren?
Rav: Nein, ich will vom Höheren, dass er mir diese Unterscheidungen gibt, die bei mir „über meinem Verstand" heißen, weil es sein Verstand ist, eine höhere Stufe. Er gibt sie mir und sagt mir: Bei mir heißt das so und so und so und so. Ich sehe: Bei mir ist das etwas ganz anderes. Entweder bin ich verrückt oder er ist verrückt. Was soll man machen, ja? Wenn ich das auf mich nehme – das ist keine einfache Methode, das ist nicht einfach so, du kannst das ja nicht ohne Weiteres annehmen, ja. Du brauchst eine Verbindung mit dem Höheren, dass er wirklich der Höhere ist, dass er es wirklich tut und dass es bei ihm so ist. Es ist nicht so, dass du dich mit irgendeinem Trick selbst belügen kannst. Du nimmst es an, es wird zu deiner Natur. Verstehst du – das ist keine Nebenhandlung, bei der ich sage: „Ich nehme an", und schauen wir mal, was ich dabei gewinne. Aber ohne das geht es nicht.
Ja.
Schüler: Nach dem, was ich verstanden habe, müssen wir unsere Eigenschaft dem Schöpfer entsprechend ändern … Rav: Ja.
Schüler: … um ihm zu geben … Rav: Ja.
Schüler: … unsere Eigenschaften zu ändern. Rav: Ja.
Schüler: Ich habe verstanden, danke.
Rav: Wir denken von vornherein gar nicht daran, irgendjemandem zu geben. Auch wenn es uns so scheint, als würden wir etwas zum Geben machen, gibt das nicht, das ist klar. Das ist alles mit der Absicht, sich auf irgendeine Weise selbst zu füllen. So macht es der Mensch, er kann nicht anders. Wirklich an den anderen zu denken, zum Nutzen des anderen – er schreibt in diesem Artikel, dass das insgesamt nur ein Mittel ist, um zur Verschmelzung mit dem Schöpfer zu kommen, also um zur Vollkommenheit zu kommen. Auch die Vollkommenheit erscheint uns ja wie ein egoistisches Ziel, ja: Vollkommenheit, Ewigkeit, ich weiß alles, kann alles, wie Er. Das sind Worte, die man nicht veranschaulichen kann. Aber sagen wir so: Anstelle all dieser Worte ist „Gleichheit der Form" das Beste. Das gibt die genauere Unterscheidung: „Er ist barmherzig, so sei auch du barmherzig", und so weiter. 35:25
Und dann zieht sich ein Mensch, der den Glauben über dem Verstand auf sich nimmt – der also über dem Verstand den Verstand des Höheren annimmt –, nach und nach jedes Mal, weißt du, sozusagen selbst hoch, immer weiter nach oben, und so steigt er auf.
Schüler: Jedes Mal ändert er sich. Die ganze Zeit ändert er sich.
Rav: Er ändert sich so, dass sich in ihm alle Tatsachen ändern, alle Kelim. Das heißt: Wenn er auf sich selbst von gestern schaut, sieht er, dass er mit dem, was gestern war, einfach überhaupt nicht einverstanden ist.
Gut, was … Hä? Ja.
Schüler: Daraus folgt, dass ein Kabbalist praktisch die ganze Zeit über dem Verstand lebt.
Rav: Ein Kabbalist lebt die ganze Zeit über dem Verstand, ja. Das heißt …
Schüler: … seine Handlungen praktisch in Verbindung … Rav: Wir … Schüler: … mit dem Schöpfer, um …
Rav: Jetzt fangen wir an, Zimzum Bet zu lernen, und bald kommen wir zu dem Stoff, wie wir von unten nach oben wachsen. Die minimale Verschmelzung mit dem Höheren nennt man die erste spirituelle Stufe. Wenn wir aus dieser Welt durch den Machsom in die Spiritualität hinausgehen, dann heißt die minimale Stufe „Ubar" (Embryo). „Ubar" heißt: So wie du bist, ein Mensch mit all deinem Wissen und deiner Lebensphilosophie und der Lebensweisheit, die du erworben hast, mit dem Wissen, mit der Erfahrung, mit allem, allem, was du hast – du bist bereit, alles, was du hast, zu annullieren, auf alles, was du hast, zu verzichten, um am Höheren zu haften, ohne Verstand, ohne Wissen, während du mit Verstand und Wissen und allem, was in dir ist, bleibst. Du haftest an ihm wie ein Samen in der Gebärmutter, das nennt man „Ubar", und von da an fängt man an zu wachsen. 37:35
Wie ein Embryo im Mutterleib in unserer Welt – das ist einfach eine Folge von „Etwas aus Nichts", eine Folge, die bei uns dem Spirituellen entspricht: So wächst in der Spiritualität unsere Seele, von da an fängt sie an zu wachsen. Unsere Seele hat nur ein Reshimo, mit dem sie sich an die höhere spirituelle Stufe anheftet; das nennt man, dass wir den Machsom überschreiten. Und dann ist dein Zustand so, dass du wie dieser Punkt bist, wie ein Samen, der am Höheren haftet, und der Höhere wirkt zu hundert Prozent auf dich. Du – so groß und schon weise und alles in diesem Leben – annullierst das alles, alles, alles. Das heißt, du lebst weiter und alles, aber gegenüber seinem Verstand annullierst du dich völlig, völlig, völlig, wie ein Samen in der Gebärmutter. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll, verstehst du.
Das heißt: vom Bewusstsein, von allem, was da ist – gegenüber der Spiritualität hast du keinerlei Meinung, und nichts bleibt übrig. Du willst nur eines: dass er über dich herrscht. Und du annullierst dich und bittest mit all deinen Kräften, dass es so sein soll, dass er über dich herrscht. Das nennt man, dass du eintrittst, um „Ubar" im Höheren zu sein. Und die weiteren Stufen liegen darüber hinaus.
Darüber hinaus heißt: Jetzt fängt man an, dir Fleisch hinzuzufügen, ja, das heißt Wille zu empfangen. Und sogar in diesem Willen zu empfangen, den man dir hinzuzufügen anfängt – und man fügt dir nicht den Willen zu empfangen für alle möglichen Dinge dieser Welt hinzu, sondern gegenüber dem Höheren alle möglichen Zweifel, alle möglichen Dinge gegen den Höheren, die sagen: „Wieso gibt er dir plötzlich nicht tausend Dollar, sondern neunhundertneunundneunzig, neunhundert achtundneunzig, und so weiter und so weiter, bis er null gibt⁷", und es scheint dir … und du musst dich annullieren, als wäre es tausend, sagen wir, ja.
Man gibt dir also Verlangen – das sind schon Klipot, ja, gegen den Höheren –, und du musst trotzdem durch sie hindurch an ihm haften, sie annullieren, und so wächst du. So wächst schon Fleisch um dieses Reshimo herum, und dann wird ein Embryo daraus.
40:07 Schüler: Und in welchem Stadium bist du völlig …
Rav: So also wächst du. Und wenn du den Willen zu empfangen mit dem Massach bekommst, gibt dir der Höhere Blut, das Blut wird zu Fleisch – kurz gesagt. Bis bei dir zehn Sefirot anfangen sich zu bilden; das nennt man vierzig Tage von der Bildung des Kindes an, und so weiter. Vierzig ist die Stufe von Bina: Du kommst zur Stufe von Bina „um zu geben", die du dort erwirbst, die minimale Kraft. Dann heißt es schon, dass es eine Bildung des Kindes gibt, dass du irgendeine Gestalt hast, ja. Dass du dem Höheren gleichst, der Kraft von Bina, Mem, vierzig Tage; dass du schon eine Art Wesenheit bekommen hast, noch nicht selbstständig, aber etwas, worin du dem Schöpfer in einer ersten Form gleichst, ja. Noch immer Ubar, aber es gibt dort schon diese zehn kleinen Sefirot. Aber …
Und weiter wächst du bis zu den neun Monaten der Schwangerschaft. Und dass er geboren wird, heißt, dass du eine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erlangt hast, auf der Stufe des kleinsten Verlangens, mit dem du nach außen treten kannst. Und wenn du nach außen trittst, bist du natürlich genauso abhängig wie bei uns in dieser Welt: Du bist vom Höheren abhängig, er versorgt dich mit Milch, also die ganze Zeit auch mit der Kraft von Bina, die man in Yenika vom Höheren, von seiner Brust (Chase), bekommt, genau wie in dieser Welt. Was will ich sagen? Dass all diese Stufen und alle Handlungen über dem Verstand sind. Alle Stufen bestehen darin, dass du – so viel Kraft man dir gegen den Höheren hinzufügt, so sehr willst du aus dieser Kraft heraustreten und sozusagen außerhalb von ihr, im Höheren, sein.
Es gibt keine Worte. Lass uns lernen.
Ja.
42:22 Schüler: … Ich sehe, dass die Lektion gefilmt und aufgezeichnet wird. Und wir hören auch, dass das Lernen mehr Makifim bringen soll. Hat es einen Sinn, sich das auf den Bildschirmen anzusehen, die Aufnahmen anzuhören … ist die Hauptsache die Erlangung der umgebenden Lichter?
Rav: Als ich zum Rabash kam – vorher hatte ich drei, vier Jahre lang gesucht, wo man Kabbala lernen kann, und war an allen möglichen Orten. Als ich das erste Mal kam, kam ich ohne Tonbandgerät, aber beim zweiten Mal hatte ich schon eins. Danach ging ich hin und kaufte ein hochwertiges Tonbandgerät, ein Sony, das damals sehr viel Geld kostete, ich weiß es nicht mehr genau. Das war im Jahr neunundsiebzig. Und ich fing ab der zweiten Lektion an aufzunehmen, als ich verstand, dass ich den Ort gefunden hatte. Und danach habe ich die ganze Zeit wiederholt – ohne den Stoff zu wiederholen, ist das gar nichts.
Jetzt scheint es uns: Wie kann ein Buch oder eine Kassette – und erst recht Video, Video ist gerade das Richtige … Wir brauchen diese Dinge ja gar nicht, wir erwecken durch diese Dinge die Reshimot, die in uns sind. Für die, die eine Lektion wiederholen, bei der sie schon dabei waren, ist es das eine. Und für die, die nie etwas gesehen und gehört haben, ist es etwas anderes. Aber trotzdem, das eine wie das andere – ich glaube nicht, dass es ohne das geht, ich glaube es nicht.
Alles in allem baue ich hier in diesen Lektionen eine Brücke zwischen dem modernen Menschen und den Büchern von Baal HaSulam. Denn wenn du diese Bücher nimmst, verstehst du überhaupt nichts. Und Audiokassetten, Video – das ist einfach etwas Notwendiges. Ich verstehe nicht, wie es ohne das gehen soll. Deshalb weiß ich nicht, was ich sagen soll.
Ein Mensch, der ein paar Momente hat und den Stoff wiederholen kann – das ist Pflicht, würde ich sagen. Ich habe es immer mehrmals wiederholt. Nun, ich bin von Rechovot nach Bnei Brak gefahren und von Bnei Brak nach Rechovot – ich wohnte damals in Rechovot. Da habe ich wirklich die ganze Zeit meine Aufnahmen gehört. Und auch bei der Arbeit setzte ich einen Kopfhörer auf und hörte zu. Und so kommt das hinein. Und auch wenn ihr jetzt bei irgendeiner Arbeit seid und es nicht hineingeht, ist das nicht wichtig. Ihr wisst ja, es gibt solche Versuche von Ärzten, Fachleuten, allen möglichen, dass man im Schlaf, sagen wir, ein Tonband anstellt, und der Mensch hört alle möglichen Stimmen und Klänge, oder man bringt ihm im Schlaf Englisch bei, und so weiter. Diese Dinge setzen sich innen fest, und die ganze Zeit arbeitet das. Deshalb: Auch wer nicht zuhören kann – es ist trotzdem irgendwo da. Weißt du, es gibt so …
Schüler: …
Rav: Hä?
46:00 Schüler: …
Rav: Ja. Es gibt solche Techniken. So geht es sogar noch besser hinein, ohne Begrenzung, ohne irgendeinen Schirm dazwischen, ohne Widerstand des Menschen. Es ist also wünschenswert, dass es die ganze Zeit irgendwo da läuft. Und es zu Hause anzuschauen – nu, zwischen dem Fußball und irgendeinem Film auch mal unseren Film anzuschauen, das ist keine Sünde. Ja.
Schüler: Wenn wir über die Gleichheit der Form sprechen – wenn ich es richtig verstehe, bezieht sich das nur auf den Aspekt des Willens zu geben. Von allen übrigen Dingen, allen übrigen Aspekten Seines Wesens, haben wir doch keinerlei Begriff?
Rav: Kabbala ist die Methode der Offenbarung des Schöpfers an Seine Geschöpfe in dieser Welt. Das heißt, wir sprechen nicht über die Seelen, die sich außerhalb des Körpers befinden, wenn die Körper schon tot sind und die Seele in irgendeiner Form außerhalb des Körpers existiert und dann eine andere Existenz und eine andere Füllung hat. Darüber sprechen wir nicht. Darüber spricht die Kabbala überhaupt nicht. Es gibt das, das existiert, aber nicht in diesen Büchern, und überhaupt nicht in Büchern, wenn man das so sagen darf. Das ist das eine.
Das Zweite: Wir sprechen nicht darüber, was Menschen jenseits der Korrekturen erlangen. Wir lernen nur, wie wir uns innerhalb unseres Lebens korrigieren, um die Göttlichkeit zu fühlen, bis zu einer bestimmten Stufe, die Gmar Tikun heißt. Diese letzte Stufe des Gmar Tikun ist nicht eingeschlossen. Das war's. Denn die Stufe des Gmar Tikun geht schon in eine Handlung über ihr hinein. Das war's.
Und was danach kommt, heißt schon „Sitrei Tora". Das heißt: Wir haben eine Methode für das, was wir in dieser Welt tun müssen, in diesem Leben. Das war's. Du fragst so: Erlangt man Sein Wesen (Azmuto), und noch und noch und noch etwas. Darüber sprechen wir nicht. Wir sprechen darüber, was man im Lauf der sogenannten sechstausend Jahre erlangen kann. Sechstausend Stufen, die Welten BYA, in denen sich die Seele des Menschen befindet. Bald lernen wir das. Wir lernen das auch in Teil 16 mitten in der Woche. Ihr könnt kommen, das ist nicht schwer zu verstehen. Und nur das lernen wir hier.
Das ist nicht deshalb so, weil man dir nichts darüber hinaus zeigen will. Es ist einfach so: Bevor du die Kelim von sechstausend Stufen erwirbst, oder 125 Stufen, oder 620 Stufen – egal, wie man diesen Weg der Korrektur der Seele einteilt –, insgesamt gilt: Solange du nicht die ganze Seele korrigierst, kannst du nicht verstehen, was geschieht, kannst du nicht verstehen, was jenseits der Stufe geschieht, die Gmar Tikun heißt. Und wie man dann überhaupt in jenen Empfindungen und in jener Wirklichkeit existiert und fühlt und aufnimmt und lebt.
Deshalb ist es in der Kabbala unmöglich, oder verboten – das nennt man so, das ist dasselbe. Es ist einfach unmöglich. Der Mensch hat es nicht; das ist einfach so, als würdest du jetzt den Fischen erzählen, was du lernst. Aber wir sind in derselben Welt, und wir leben und sie leben. Der Unterschied zwischen uns ist kleiner als der zwischen uns und der ersten spirituellen Stufe. Verstehst du. Und du siehst, wie sehr du nicht mit ihnen kommunizieren kannst. Was für ein Verhältnis gibt es da, wie kann man einander verstehen? Verstehst du.
Und der Abstand zwischen uns und der Spiritualität ist noch größer, und zwischen der Spiritualität und dem, was nach dem Gmar Tikun ist, lässt sich überhaupt nicht vergleichen. Denn dort kehrt sich das ganze Kli zu „um zu geben" um, sogar das Lew haEwen. Das heißt, du korrigierst das „Etwas aus Nichts", du überspringst es, den Anfang der Schöpfung. Das können wir nur so in Worten sagen, aber was es ist … Deshalb rühren wir daran nicht.
Gut, gehen wir zum Lernen über.
(Ende der Lektion)