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04 - 05 вересня 2022

Lesson 14 вер 2022 р.

Lesson on the topic of "I to my Beloved, and my Beloved to me"

Lesson 1|4 вер 2022 р.
To all the lessons of the collection: I to my Beloved, and my Beloved to me

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Rohabschrift ohne abschließende Korrektur. Fehler sind möglich.

Abschrift des Morgenunterrichts 04.09.2022

„Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein" – ausgewählte Abschnitte aus den Quellen

Vom Anfang bis Minute 00:29:06

Vorleser: Unterricht zum Thema „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein", ausgewählte Abschnitte aus den Quellen zu diesem Thema. „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein"

Rav: „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein" – hier geht es um das Verhältnis des Menschen zum Schöpfer. Zuerst „Ich bin meines Geliebten", und dann entdecke ich, dass der Geliebte von vornherein schon auf mich ausgerichtet ist, auf mich. „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein" – das ist im Grunde unsere Arbeit, unser Streben: ein Verhältnis zum Schöpfer zu entwickeln, in dem wir innerhalb unseres Verhältnisses das Verhältnis des Schöpfers zu uns entdecken. In dem Maße, wie ich meinem Geliebten gehöre, entdecke ich darin, dass der Geliebte mir gehört, mir zugewandt ist. Und das ist das Wesen des Monats Elul.

Elul ist außerdem ein Akronym von „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein". Genau das müssen wir in dieser Zeit besonders entwickeln, in diesem Monat, mit dem näher rückenden Rosch haSchana, wo wir die Beziehungen unter uns prüfen und die Beziehung zum Schöpfer, und prüfen, inwieweit wir richtig ausgerichtet sind – damit alles auf die Verbindung ausgerichtet ist, auf die Dwekut, dass ich Ihm gehöre und Er mir.

Deshalb ist die Zeit, in der wir uns jetzt befinden, eine ganz besondere Zeit: eine Zeit, in der wir unser Verhältnis zum Schöpfer entwickeln, in der wir uns innerhalb der Verbindung zwischen uns auf Ihn ausrichten können. Sicher ist das Kli, aus dem heraus wir uns auf Ihn ausrichten und uns Ihm nähern, die Verbindung zwischen uns – die kommt zuerst. Aber wir können schon auch über unsere Ausrichtung auf die Annäherung an den Schöpfer und die Dwekut mit Ihm sprechen.

Fangen wir also mit den Versen an, sehen wir, was die Kabbalisten uns sagen.

02:55

Vorleser: „Ich bin meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein", Abschnitt Nr. 1. Baal HaSulam schreibt:

„Damit kann erklärt werden, was geschrieben steht: „Annulliere deinen Willen vor Seinem Willen“, das heißt: Annulliere den Willen zu empfangen, der in dir ist, vor dem Willen zu geben, welcher der Wille des Schöpfers ist. Dies bedeutet, dass der Mensch die Eigenliebe vor der Schöpferliebe annullieren möge. Und das heißt, dass er sich selbst vor dem Schöpfer annullieren möge, was Dwekut (Anhaftung) genannt wird. Danach kann der Schöpfer in deinem Willen zu empfangen scheinen, da er nun schon in der Form des Empfangens, um zu geben, korrigiert ist.

Dies ist die Bedeutung von „damit Er Seinen Willen vor deinem Willen annullieren möge.“ Was bedeutet, dass der Schöpfer seinen Willen annulliert, das heißt die Einschränkung (Zimzum), die aufgrund der Ungleichheit der Form bestanden hat. Da es nun schon eine Angleichung der Form gibt, gibt es bereits eine Ausdehnung des Lichtes in den Willen des Niederen hinein, der eine Korrektur zum Zwecke des Gebens erfahren hat. Denn dies ist das Ziel der Schöpfung, den Geschöpfen Gutes zu tun, und nun kann dies verwirklicht werden." (Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 42, „Was bedeutet es, dass das Akronym Elul – ‚Ich bin meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein' – in der Arbeit andeutet") 04:34

Lies noch einmal.

Vorleser: Noch einmal Abschnitt Nr. 1. Baal HaSulam schreibt:

„Damit kann erklärt werden, was geschrieben steht: „Annulliere deinen Willen vor Seinem Willen“, das heißt: Annulliere den Willen zu empfangen, der in dir ist, vor dem Willen zu geben, welcher der Wille des Schöpfers ist. Dies bedeutet, dass der Mensch die Eigenliebe vor der Schöpferliebe annullieren möge. Und das heißt, dass er sich selbst vor dem Schöpfer annullieren möge, was Dwekut (Anhaftung) genannt wird. Danach kann der Schöpfer in deinem Willen zu empfangen scheinen, da er nun schon in der Form des Empfangens, um zu geben, korrigiert ist.

Dies ist die Bedeutung von „damit Er Seinen Willen vor deinem Willen annullieren möge.“ Was bedeutet, dass der Schöpfer seinen Willen annulliert, das heißt die Einschränkung (Zimzum), die aufgrund der Ungleichheit der Form bestanden hat. Da es nun schon eine Angleichung der Form gibt, gibt es bereits eine Ausdehnung des Lichtes in den Willen des Niederen hinein, der eine Korrektur zum Zwecke des Gebens erfahren hat. Denn dies ist das Ziel der Schöpfung, den Geschöpfen Gutes zu tun, und nun kann dies verwirklicht werden." (Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 42, „Was bedeutet es, dass das Akronym Elul – ‚Ich bin meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein' – in der Arbeit andeutet") 06:16

Kiew.

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Hier steht, dass ich zuerst meinen Willen vor dem Schöpfer annulliere und Er dann in eben diesem Willen von mir leuchten kann, weil er schon korrigiert ist. Was ist das für ein interessanter Prozess?

Rav: Das ist ein einfacher Prozess: Vom Willen zu empfangen um zu empfangen aus machst du auf dich selbst einen Zimzum auf das „um zu empfangen". Am Willen selbst kannst du nichts machen, verändern kannst du nur die Absicht, die Nutzung des Willens, aber nicht den Willen selbst. Also machst du auf seinen ganzen Willen einen Zimzum, um ihn nicht für dich selbst zu nutzen, sondern du willst deinen Willen so weit wie möglich zum Nutzen des Schöpfers gebrauchen. Das ist dein Geben, dein Verhältnis zum Schöpfer in der korrigierten, richtigen Form: wie Er zu dir, so auch du zu Ihm. Und dann kommt ihr auf diese Weise in die Angleichung der Form und verbindet euch miteinander.

Und in dem Maße, wie du dich dann mit Ihm in der Angleichung der Form befindest, geht die Füllung, die im Schöpfer ist – das Höhere Licht –, zu dir über, und du füllst dich damit, füllst dich mit Ihm, und so kommt man zur Angleichung der Form. Wie viel Füllung du empfängst, das bestimmt deine spirituelle Stufe, das bestimmt, wie viel du in der spirituellen Welt verstehst und fühlst, denn es füllt deine Sinne. Und dadurch kommst du wirklich zur Dwekut, zur Identifikation, zur Verbindung mit dem Schöpfer.

Was das für uns symbolisiert, ist der Monat Elul: das Streben des Menschen zum Schöpfer hin, nachdem er das Zerbrechen und alle möglichen Klärungen des Bruchs durchgemacht hat, Enttäuschungen, und dann zu den Korrekturen übergeht. Das symbolisiert der Monat Elul. Darüber gibt es viel zu reden, aber das nach und nach.

Der Monat Elul ist gewöhnlich ein Monat der Slichot. Dass wir um Vergebung bitten, ist sozusagen so: Wir befinden uns im Willen zu empfangen um zu empfangen und wollen uns darüber erheben, zum „um zu geben".

Latin 12.

09:31

Schüler (Übersetzung aus dem Spanischen): Hallo, lieber Rav, danke. Also, ich fühle, dass der erste Schritt zur Veränderung des Kli des Empfangens das Empfangen ist und der Zimzum.¹ Wie kann man im Prozess des Zimzum in der Freude bleiben?

Rav: Das hängt davon ab, worauf du zugehst. Wenn ich meinen Willen zu empfangen einschränke – in dem ich mich sehr begrenzt befinde, in der sogenannten Wahrnehmung dieser Welt, der allerniedrigsten, der allerschlechtesten Stufe, die es überhaupt gibt – und anfange, meine Kelim auf andere Weise zu öffnen, im Geben, das heißt in der Verbindung mit der Höheren Kraft, mit den Kelim des Schöpfers – und die Kelim des Schöpfers sind „um zu geben", Absichten „um zu geben" –, dann bin ich dabei in der Freude und komme voran.

Und in dem Maße, wie ich meinen Willen zu empfangen mit Absichten „um zu geben" verbinden kann, komme ich voran und fange an, den Schöpfer zu fühlen, die Welt des Schöpfers, die Welt des Gebens. Dadurch erlange ich die Welt der Wahrheit, Geben, Liebe, Verbindung – dahin müssen wir uns bemühen zu kommen. Und der Monat, den wir jetzt anfangen, symbolisiert uns diese Arbeit. So eine Zeit ist das.

Weiter, Niv.

Vorleser: Abschnitt Nr. 2, Baal HaSulam schreibt:

„Ich bin meines Geliebten.“ Es bedeutet: Dadurch, dass das „Ich“ seinen Willen zu empfangen vor dem Schöpfer annulliert, in der Form des vollkommenen Gebens, erlangt es „und mein Geliebter ist mein“. Das heißt „und mein Geliebter“, welcher der Schöpfer ist, „ist mein“. Er gibt mir das Gute und das Vergnügen, das im Schöpfungsgedanken ist. Das heißt, was vorher verborgen und eingeschränkt war, wurde jetzt zur Enthüllung des Angesichts (Panim), da nun der Zweck der Schöpfung offenbart wurde, welcher darin besteht, den Geschöpfen Gutes zu tun.

Und man muss wissen, dass die Gefäße des Gebens mit dem Namen Yud-Hej des Namens HaWaYaH benannt werden, und diese sind reine Gefäße. Dies ist die Bedeutung von: „Jeder Empfangende empfängt in einem reineren Gefäß.“ Dann wird er mit „und mein Geliebter ist mein“ gewürdigt. Und Er lässt ihm die ganze Fülle zuteil werden, das heißt, er wird der Enthüllung des Angesichts würdig.

Dafür gibt es jedoch eine Bedingung, denn der Mensch kann den Zustand der Enthüllung nicht erlangen, bevor er nicht den Zustand Achoraim (Rückseite) erhält, den Zustand der Verhüllung des Angesichtes, und sagt, dass ihm dies so wichtig sei, wie die Enthüllung des Angesichtes. Das heißt, man muss voller Freude sein, als hätte man schon die Enthüllung des Gesichtes erlangt." (Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 42, „Was bedeutet es, dass das Akronym Elul – ‚Ich bin meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein' – in der Arbeit andeutet") 13:40

Rav: Das heißt, wir müssen zu einer solchen Absicht kommen, dass die Hauptsache ist, was der Schöpfer von mir empfängt, was Er von mir genießt, in welcher Form. Und in genau der Form, in der Er maximal genießt, bin ich bereit zu bleiben, darin will ich sein. Deshalb denke ich schon nicht mehr daran, wie viel ich genieße, sondern wie viel ich in meinem Zustand dem Schöpfer Genuss bereite – und das heißt „Ich bin meinem Geliebten". Und in dem Maße, wie ich mich vom eigenen Genuss löse und daran denke, wie sehr ich auf den Schöpfer ausgerichtet bin, in diesem Maße kann der Schöpfer mir schon geben, und so fange ich an, Ihn zu entdecken – nach dem Gesetz der Angleichung der Form.

In Ordnung? Asien.

14:52

Schüler: Danke, Rav, hallo an alle. Rav, wenn ich fragen darf: Warum „mein Geliebter" und nicht „mein Vater" oder „mein Lehrer und Meister" oder „mein König" oder „mein Herr"?

Rav: Das sagt etwas über eine bestimmte, besondere Nähe aus. So sehen die Kabbalisten es: dass das die richtigste Anrede ist. Ja.

Schüler: Das zeigt eine besondere Verbindung?

Rav: Ja, das schon, das kommt noch aus dem „Hohelied".

Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Darf ich eine Frage stellen?

Rav: Ja.

Schüler (Übersetzung aus dem Englischen): Dieser Abschnitt, dieser Artikel, den wir gerade gelesen haben, scheint in der Umsetzung etwas kompliziert, wenn wir über die Umsetzung im Zehner sprechen. Normalerweise sprechen wir über die Arbeit im Zehner, und hier sieht es scheinbar so aus, als würde ich direkt dem Schöpfer gegenüber arbeiten. Kannst du das erklären?

Rav: Nur am Anfang scheint es uns, dass das zwei verschiedene Dinge sind. Danach sieht es so aus, als wären es zwei Dinge nacheinander: dass man sich zuerst mit den Freunden verbinden und ihnen geben muss und danach durch sie zur Empfindung des Schöpfers kommt und Ihm durch die Freunde gibt. Und wenn sie dem immer näher kommen, wird daraus wirklich eine einzige Arbeit, auch wenn sie zwei Teile umfasst. Und es gibt immer die Vorbereitung in der Arbeit mit den Freunden, um sich richtig an den Schöpfer zu wenden. Aber die Kabbalisten sind beim Schreiben manchmal nicht so genau darin, weil es für sie schon bekannt und klar ist, dass es so geschieht, so sein muss, so eingerichtet ist.

Petach Tikwa 30.

17:04

Schüler: Danke. Wenn ich es richtig verstehe, muss ich den Willen zu empfangen vor dem Willen zu geben annullieren. Die Frage ist: Wie prüfe ich, dass ich den Willen zu empfangen gegenüber dem Willen zu geben annulliert habe und nicht gegenüber einem größeren Willen zu empfangen?

Rav: Erfahrung, mein Herr.

Baltikum 2.

17:36

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Das Angesicht des Schöpfers – ist das die Absicht des Schöpfers … das Geben?

Rav: … (Rav sagt, dass man schlecht hört)

Wiederhole.

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): In den Augen des Schöpfers – ist das die Absicht des Schöpfers, die Absicht zu geben?

Rav: Ja.

Noch Fragen? Haifa 1.

18:17

Schüler: Es steht geschrieben: „Doch dafür gibt es eine Bedingung: Man kann des Aspekts der Offenbarung nicht würdig werden, bevor der Mensch den Aspekt der Rückseite annimmt." Und ich wollte fragen: Was ist diese Bedingung?

Rav: Diese Bedingung ist, dass der Mensch zuerst alle Kelim verdorben bekommen muss. Er muss sie fühlen, er muss sich bemühen, sie zu korrigieren, indem er um die Kraft der Korrektur bittet, und danach kommt er schon zum Angesicht.

Schüler: Das fängt an mit einem Als-ob, er …

Rav: Als ob, ja.

Petach Tikwa 33.

19:16

Schüler: Auch zu derselben Bedingung: Wenn ein Mensch die Verbergung wirklich als genauso wichtig empfindet wie die Offenbarung des Angesichts, so wie diese Bedingung es sagt – was passiert dann mit seinem Mangel, zur Spiritualität zu kommen? Wo ist da der Mangel, die Forderung nach dem Durchbruch, wenn beide schon dieselbe Wichtigkeit bekommen, die Verbergung und die Offenbarung?

Rav: Ich verstehe nicht, sag es kurz und klar.

Schüler: Die Bedingung am Ende ist, dass Verbergung und Offenbarung gleich wichtig sind. Das ist die Bedingung, die er erklärt. Die Frage ist: Wenn man in diesen Zustand kommt, hebt das dann nicht den Mangel des Menschen nach dem Geben auf, den Mangel nach der Spiritualität?

Rav: Nein. Denn der Mangel nach der Spiritualität ist gerade, in der Angleichung der Form mit dem Schöpfer zu sein. Und deshalb ist das, dass er sich dem Schöpfer im „um zu geben" nähert, im Grunde das Wichtige für ihn.

Tel Aviv 4.

20:20

Schüler: Danke, Rav, guten Morgen. Was gibt dem Willen zu empfangen die Fähigkeit, den Willen zu geben zu erkennen und sich ihm gegenüber zu annullieren?

Rav: Der Wille zu empfangen – dadurch, dass er anfängt, wenigstens ein bisschen mit den Verlangen der Freunde verbunden zu sein, löst er sich schon in etwas von sich selbst und ist mit ihnen verflochten, mit den Verlangen der Freunde. Dadurch wird er schon fähig, etwas außerhalb von sich zu erfassen, etwas Fremdes – und nicht nur zu hören, was in ihn hineinkommt, was in ihm ist, was aus ihm herauskommt, was aus seiner ganzen Natur in seinen Kopf aufsteigt. Sondern er fängt schon an, mit fremden Verlangen und Gedanken verbunden zu sein, mit denen der Freunde, und dadurch fängt er schon an, sich mit ihnen einzuschließen, und hat davon schon eine andere, neue Aufnahme, eine andere Empfindung.

Er versteht, dass es etwas außerhalb von ihm gibt. Das ist nicht einfach. Es dauert lange, bis ein Mensch erfasst, dass es eine Wirklichkeit außerhalb von ihm gibt, und dass das auch die Wirklichkeit der Freunde ist. Überhaupt eine Wirklichkeit außerhalb von uns – woher kommt sie, wozu? Ich habe keine Kelim, um sie zu erfassen. Und in dem Maße, wie er sich dann mit den Freunden verbindet, entwickelt er dadurch im Grunde Kelim für die Enthüllung der fremden Kraft, der Kraft außerhalb von ihm. Und so nähert er sich dem Schöpfer.

Diese Regel, „von der Liebe zum Schöpfer zur Liebe zum Schöpfer" [im Original vermutlich: „von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer"]², das ist eine physikalische Formel, eine wissenschaftliche Formel: Es ist unmöglich, die Kelim für die Aufnahme einer Kraft, die höher ist als unsere, anders zu entwickeln. Er heißt nicht einfach so „der Höhere" – Er ist höher als unsere Aufnahme. Deshalb kann ich Ihn nur dadurch aufnehmen, dass ich mir Kelim aus der Umgebung baue. Und das geschieht dadurch, dass ich mich vor der Umgebung annulliere und in sie eingeschlossen werde. In dem Maße, wie ich in ihr eingeschlossen bin, ziehe ich ihre Kelim zu mir, schließe sie in mich ein, und dadurch kann ich schon anfangen, die Höhere Kraft aufzunehmen, den Schöpfer – weil ich diese Methode schon verstehe. Ja.

Und all das nennt man „Ich bin meinem Geliebten und mein Geliebter ist mein".

Schüler: Was … mit Kraft, ich fühle sozusagen, dass es wirklich einen vollen Widerstand geben muss.

Rav: Ja, sicher. Deshalb steht geschrieben: „Wer größer ist als sein Freund, dessen Trieb ist größer als er." Wenn ein Mensch eine hohe Seele hat, dann ist sein böser Trieb sehr groß, der Widerstand sehr groß. Er muss lange daran arbeiten und darf nicht daraus herausgehen.

Schüler: Aber erst wenn sich der Widerstand enthüllt, gibt es die Fähigkeit, sich selbst zu annullieren?

Rav: Letzten Endes ja, aber bei jedem ist es in seinem eigenen Stil.

Almaty.

25:00

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Am Anfang drückt der Mensch seine Liebe zum Schöpfer dadurch aus, dass er Seiner Schöpfung dient. Aber wie drückt er die Liebe zum Schöpfer selbst aus – vom einzelnen Menschen her und von der ganzen Schöpfung her? Kannst du diesen Übergang erklären: von der Liebe eines einzelnen Menschen zum Schöpfer dahin, dass die ganze Schöpfung den Schöpfer liebt?

Rav: Ich kann nicht, dafür gibt es keine Worte. Man muss anfangen, das zu fühlen. Man muss anfangen, das zu fühlen. Man kann das nicht in Worten ausdrücken.

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Ist der Gedanke selbst richtig?

Rav: Ich würde nicht sagen, dass wir so gehen müssen. Wir müssen verstehen, dass wir zuerst die Kelim bauen müssen. Und unsere Kelim sind, dass wir uns mit den Freunden verbinden und an ihnen lernen, wie man ihnen gibt, wie sie mir geben, ob ich fühle, dass sie mir geben, oder ob ich ihr Verhältnis zu mir verstopfe. Und das geschieht über lange Zeit; der Mensch wird dabei wie verstopft, er fühlt nicht, dass es ihm gegenüber irgendein besonderes Verhältnis gibt. Er glaubt nicht einmal, dass so etwas passiert.

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Aber danach fängt der Mensch an, den Prozess der Beziehungen aller Freunde zum Schöpfer zu lernen.

Rav: Das wird kommen. Verwirre dich nicht in der Technologie.

Petach Tikwa 29.

27:00

Schüler: Vielen Dank, Rav. Zu dem, was nach oder vor der Offenbarung ist: Es steht geschrieben „und sagt, dass das bei ihm genauso wichtig ist wie die Offenbarung des Angesichts, nämlich dass er im Aspekt der Freude ist, als hätte er schon den Aspekt der Offenbarung des Angesichts erlangt." Warum ist auch nach dieser Bedingung das In-der-Freude-Sein wichtig?

Rav: Weil es für mich nicht wichtig ist, in welcher Form ich die Verbindung mit dem Schöpfer habe – die Hauptsache ist, dass ich eine Verbindung habe.

Bulgarien 1.

27:42

Schüler (Übersetzung aus dem Russischen): Rav, was bedeutet es, dass der Schöpfer Seinen Willen annulliert?

Rav: Dass Er den Zimzum annulliert. Nicht dass Er annulliert – die Bedingung des Zimzum besteht nicht³ –, sondern dass sie sich in den Beziehungen zwischen ihnen über den Zimzum erheben.

Petach Tikwa 2.

Schüler: Rav, was genau bedeutet es, sich in die Kelim der Freunde einzuschließen? Wo ist dieser Anhaltspunkt? Wir kennen uns ja schon und versuchen es, aber wo – was heißt „sich einschließen"?

Rav: Sich einschließen heißt, in gemeinsamen Empfindungen zu sein. Wenn wir uns nach der Verbindung mit dem Schöpfer sehnen, fangen wir dadurch auch an, einander zu verstehen. Denn im Grunde sind unsere Neigungen ähnliche Neigungen. Zwar habe ich meinen eigenen Willen zu empfangen und der Freund seinen eigenen Willen zu empfangen, aber wenn wir uns nach dem Schöpfer sehnen, dann fangen wir auch an, einander zu verstehen.

Fortsetzung – Morgenunterricht 04.09.22, Rav Dr. Michael Laitman (redigierte Fassung)

Anschluss an die Stelle nach der Antwort „Sich einschließen heißt, in gemeinsamen Empfindungen zu sein …"

Schüler: Hat das, eine neue Welt zu sehen, mit der persönlichen Korrektur zu tun – damit, dass wir danach uns selbst korrigieren?

Rav: Spring nicht, bevor du dort ankommst. Du redest gern über Dinge, zu denen wir noch nicht gekommen sind. Eine neue Welt, wie wir das machen werden – lasst uns genau klären und genau das tun, was wir jetzt brauchen. Und daraus kommen wir dann dahin und klären, was „die neue Welt" genannt wird.

Schüler: Ist die Liebe zu den Geschöpfen irgendwie dem Waw-Hej zugeordnet? Denn er schreibt, dass Jud-Hej „und mein Geliebter ist mein" ist, das ist die Offenbarung.

Rav: Ja. Wir kommen gleich dazu.

Schüler: Gibt es zeitliche Abstände zwischen der Selbstannullierung und der Füllung des Lichts in unserem Kli?

Rav: Sicher ist das nicht zur selben Zeit, nicht sofort. Woher weiß ein Mensch, dass er sich annulliert hat, dass er in der Vorbereitung der richtigen Kelim ist?

Schüler: *Gibt es auch einen Bezug dazu, dass „die Rettung des Schöpfers im Nu kommt"? Dann gibt es also einen Abstand.*¹

Schüler: Wie kann ich entdecken, womit ich dem Schöpfer mehr Genuss bereite?

Rav: Das geht nach deiner inneren Empfindung. Dort, wo du dich mehr annullieren kannst, dort kannst du dem Schöpfer mehr Zufriedenheit bereiten.

Schüler: Was bedeutet es, dass der Schöpfer die Begrenzung aufhebt?

Rav: „Der Schöpfer hebt die Begrenzung auf" heißt, dass wir das unterwegs sehen. Die Verbindung zwischen uns wird schon immer weniger begrenzt.

Schüler: Im ersten Abschnitt haben wir gelesen, dass der Schöpfer Seinen Willen annulliert. Aber wie kann der Schöpfer Seinen Willen annullieren und Seine Eigenschaften ändern, wo Er doch vollkommen und absolut ist und sich nicht verändert?

Rav: Der Schöpfer annulliert Seinen Willen nicht. Er senkt den Zimzum und gibt uns mehr Licht, das heißt, Er nähert sich uns mehr – entsprechend unseren Kelim, entsprechend unseren Massachim.

Schüler: Wie sollen wir es uns vorstellen, als hätten wir die Offenbarung des Angesichts erlangt, wie es in Zitat 2 steht?

Rav: Wenn wir den Schöpfer im Streben nach dem Geben von uns zu Ihm entdecken können, dann entdecken wir, inwieweit Er in Seinem Geben zu uns ist. Das nennt man „die Offenbarung Seines Angesichts".

Schüler: Um des Lichts des Angesichts würdig zu werden, müssen wir es zuerst in der Rückseite empfangen. Ist damit gemeint, dass wir zuerst zur Enthüllung kommen müssen, dass alles der Schöpfer ist und dass Er aus Liebe zu uns wirkt – aber davor müssen wir Ihn gerade aus dem Bösen heraus entdecken?

Rav: Ich muss Ihn nicht aus dem Bösen heraus entdecken, sondern ich muss entdecken, dass meine Natur böse ist.

Schüler: Manchmal stoße ich auf Widerstand und fühle, dass ich nicht bereit bin und nicht weiß, was ich tun soll. Wie erhebt man sich über so einen Zustand?

Rav: Ich denke, das sicherste und schnellste Mittel ist, an den Freunden zu haften. Dann verbinden sich alle Dinge – die guten, die schlechten, egal was – sofort mit der Verbindung, in der die Freunde sind. Und dann füge ich dieser Verbindung auch Awiut hinzu, auch Zakut, alles, was ich habe. Und wenn ich mich ihnen gegenüber annulliere, dann trete ich in der richtigsten Form in sie ein.

Schüler: Kann man sagen, dass ein Teil der Angleichung der Form darin besteht, dass Offenbarung und Verbergung ein und dasselbe sind und mir alles enthüllt ist und ich es nur durch mein Verhältnis zu den Freunden entdecken muss, im Geben mit den Freunden?

Rav: Ja.

Schüler: Beeinflusst das Verhältnis jedes Einzelnen von uns zu den Freunden im Lauf des Tages, ob er zum Morgenunterricht kommt oder nicht?

Rav: Zum Morgenunterricht zu kommen heißt, dass du mit den Freunden zum „Angriff" kommst. Ihr seid zusammen und wollt alle Störungen angreifen, die auf dem Weg zwischen euch und dem Schöpfer sind. Das ist wie zur Schlacht zu kommen, und deshalb ist der, der nicht kommt, wirklich ein Verräter.

Schüler: Welches Verhältnis muss im Lauf des Tages zwischen uns sein, damit eine Kraft entsteht, die den Freund zwingt, ihn dazu drängt, zum Morgenunterricht zu kommen?

Rav: Zeigt allen, dass ihr die Freunde nur nach ihrer Anwesenheit im Morgenunterricht bewertet.

Schüler: Wie zeigt man so ein Verhältnis?

Rav: Über die Wichtigkeit reden, denn es kann nicht sein, dass ein Mensch nicht zum Morgenunterricht aufsteht. Es gibt Menschen und Freunde von uns, die an solchen Orten auf der Erdkugel sind, dass sie beim Unterricht nicht anwesend sein können. Aber wenn es beim Freund Abend oder Nacht ist, dann kann er teilnehmen – das heißt, es ist nur eine Frage der Wichtigkeit. So wie Rabash schreibt: Wenn man schreien würde, dass es brennt und gleich alles in Flammen steht, dann würde er sicher aus dem Bett springen. So ist es bei uns – alles hängt von der Wichtigkeit ab.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nicht zum Unterricht aufstehen kann. Vielleicht muss man im Lauf des Tages allerlei nicht so wichtige Dinge streichen und früher schlafen gehen. Es gibt Menschen, denen 4 Stunden Schlaf reichen, und es gibt Menschen, denen auch 8 Stunden nicht reichen – alles hängt von der Natur des Menschen ab. Aber zusätzlich dazu, dass man die Schlafstunden verkürzt, muss man auch die Wichtigkeit des Unterrichts erhöhen.

Schüler: Ich dachte, wenn wir dem Freund ein wärmeres, herzlicheres Verhältnis geben, dann fühlt er plötzlich, dass es ihn zum Morgenunterricht zieht – und es stellt sich heraus, dass es vielleicht nicht so ist.

Rav: Wir haben all diese Dinge zu Rabashs Zeiten geprüft und gesehen, dass die Menschen einfach nicht wissen, wie sie ihre Zeit einteilen sollen. Bei Rabash habe ich gelernt: Entweder du arbeitest am Buch oder am Computer, oder du arbeitest in deiner Arbeit, oder du isst, ruhst, schläfst – das ist alles, etwas anderes gibt es nicht.

So haben wir unser Leben eingerichtet. Es gab keine überflüssige Zeit, in der man einfach herumsitzt und redet, sondern alles stand genau unter der Definition „Was machst du jetzt?". Das ist sehr wichtig, denn das „Was ist schon dabei", die überflüssige Zeit, das „Freie", wie man es bei uns nennt – das ist das Allerschlimmste.

Vorleser: Abschnitt Nr. 3. Baal HaSulam schreibt:

„Wir müssen bewirken, dass es oben einen Willen gibt, nach unten hin zu geben. Denn es genügt nicht, dass wir ein Verlangen haben; es muss auch seitens des Gebenden ein guter Wille vorhanden sein.

Und obwohl es oben einen allgemeinen Willen gibt, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, wartet Er dennoch auf unser Verlangen, damit dieses Seinen Willen wecke. Wenn wir nicht in der Lage sind, Seinen Willen zu erwecken, ist das ein Zeichen dafür, dass das Verlangen des Empfangenden noch nicht vollkommen ist." (Baal HaSulam, „Shamati", Artikel 57, „Er bringe es dar nach seinem Willen")

Schüler: Wir lernen, dass der Schöpfer einen beständigen Willen zu geben hat und dass wir nur uns selbst verändern müssen. Was heißt es dann, ein Verlangen von oben zu erwecken?

Rav: Der Schöpfer hat den Willen, Seinen Geschöpfen zu 100 % Gutes zu tun – aber allen. Wenn du vom Schöpfer ein besonderes Verhältnis dir gegenüber willst, dass der Schöpfer dich besonders behandelt, dass Er dich korrigiert, dass Er dich näherbringt und aus dir ein korrigiertes Kli macht, dann musst du Seinen Willen erwecken.

Schüler: Wie erweckt man Seinen Willen?

Rav: Du musst bitten und allerlei Handlungen machen, die Ihm gefallen und die Er liebt. Dann wird Er auf dich achten, Er wird darauf hören, worum du bittest, und tun, worum du bittest.

Schüler: Was heißt es, das zu tun, was Er liebt?

Rav: Du weißt nicht, was Ihm gefällt? Der Schöpfer liebt es, wenn du die Freunde liebst, dich mit ihnen verbindest, dich ihnen näherst, ihnen hilfst, das Wissen über Ihn in der ganzen Welt verbreitest, auf die ganze Welt einwirkst², sich der Verbindung und der Dwekut zu nähern und zum System von Adam haRishon zurückzukehren. All diese Dinge gefallen Ihm. Und wenn du sie tust, fängst du an, Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen, und dann bitte um Korrektur. Um welche Korrektur? Dass Er dir mehr Kräfte gibt, mehr Möglichkeiten, Ihm näherzukommen, eine wichtigere Aufgabe zu erfüllen – und so kommt man voran.

Schüler: All die Handlungen, die du beschrieben hast – die Annäherung an die Freunde, die Verbreitung –, geben sie dem Menschen zusätzlich das Gefühl, dass der Schöpfer ihn hört?

Rav: Ja, gerade dadurch fühlt der Mensch, dass er sich dem Schöpfer nähert. In dem Maße, wie er sich den Freunden nähert, muss er darin fühlen, dass er sich dem Schöpfer nähert.

Schüler: Warum kann ich meinen Willen zu empfangen nicht zu meinem eigenen Nutzen gebrauchen und trotzdem vollkommen sein?

Rav: Weil du damit nicht zur Verbindung mit den anderen zurückkehrst. Der Schöpfer hat den allgemeinen Willen zu empfangen in Teile zerbrochen, damit alle diese Teile fühlen, dass sie sich verbinden müssen. Und in der Verbindung untereinander erkennen sie den Schöpfer, der die Kraft ist, die sie verbindet, und so kommen sie zur Stufe des Schöpfers. Das ganze Zerbrechen geschah, um den Menschen zu erheben – jeden Einzelnen und alle zusammen – auf die Stufe des Schöpfers, und das ist ein Zeichen, dass der Schöpfer sie liebt. Er will ihnen den höchsten Stand geben, den es überhaupt gibt.

Schüler: Wenn wir Seinen Willen erwecken, können wir dann bitten, Seiner Schöpfung Genuss zu bereiten?

Rav: Ja.

Schüler: Wenn ein Zehner das erfüllt, was die großen Kabbalisten sagen – wird dann die ganze Welt korrigiert?

Rav: Ja. Wenn es einen Zehner in der Welt gibt, der sich ganz und gar korrigieren kann, zu hundert Prozent – wobei er alle Zehner in sich einschließt, denn so ist es in unserem Kli –, dann ist das ein Zeichen, dass wir alle korrigiert sind.

Schüler: Kann man den Schöpfer um alles bitten, ist das nicht eine Frechheit? Denn der Schöpfer ist der Gebende, und deshalb müsste man in Dankbarkeit für das sein, was man hat – oder kann man um mehr bitten?

Rav: Unser ganzes Vorankommen, unsere ganze Größe, dass wir wachsen und vorankommen – das ist dafür da, dass wir immer mehr geben können, lieben, alle umarmen, dem Schöpfer mehr Zufriedenheit bereiten. Deshalb ist daran überhaupt keine Scham.

Vorleser: Abschnitt Nr. 4. Rabash schreibt:

„Zum Vers ‚Mein Geliebter gleicht einer Gazelle.‘ Wie die Gazelle, wenn sie flieht, ihr Gesicht nach hinten wendet, so wendet auch der Heilige, gepriesen sei Er, wenn Er Sich, Gott behüte, von Israel zurückzieht, Sein Gesicht nach hinten. Da wurde das Panim (Gesicht/Vorderseite) zu Achoraim (Rückseite). Das heißt, dass Er Sich danach sehnt und danach verlangt, wieder an Israel angehaftet zu sein. Und daraus werden auch in Israel Sehnsucht und Verlangen geboren, an den Schöpfer, gepriesen sei Er, angehaftet zu sein, wobei das Maß der Sehnsucht und des Verlangens in Wahrheit das Panim selbst ist.“ (Rabash, Artikel 44, „Was ist der freigestellte Krieg, in der Arbeit – 2", 1990)

Rav: Dass der Schöpfer sich von uns entfernt, sich vor uns verbirgt – in Seiner Verbergung liegt auch die Absicht, dass Er uns dadurch dazu zieht, Ihn zu suchen, Ihn zu entdecken. Und auf diese Weise vergrößern wir uns selbst, unseren Mangel, unser Streben zu Ihm. Deshalb ist auch Seine Flucht zu unserem Nutzen: damit wir die Kelim entdecken, die Mängel für Seine Enthüllung.

Schüler: Warum genießt der Schöpfer ein raffinierteres Ego? Wenn wir den Schöpfer eigentlich auf egoistische Weise wollen, uns zu verbinden, damit es uns gut geht – was „lo liShma" genannt wird.

Rav: Richtig, „Wer größer ist als sein Freund, dessen Trieb ist größer als er." Deshalb hat ein Mensch, je größer sein Ego ist, umso mehr potenzielle Kraft, an den Schöpfer gebunden zu sein, mehr in den Schöpfer hineinzugehen, sich mehr mit dem Schöpfer zu verbinden. Nur muss man es korrigieren, wie geschrieben steht: „In Zukunft wird der Todesengel ein heiliger Engel sein." Denn der Todesengel ist das Ego in seiner vollständigsten und schlimmsten Form, und diese Form wird sich in die heiligste verwandeln.

Schüler: Was ist dann der Unterschied zwischen der Grobheit eines gewöhnlichen Egos und dieser Raffinesse, die auch alles für sich selbst ergreifen will?

Rav: Das ganze Ego in all seinen Formen, von den leichtesten bis zu den schlimmsten, das ganze Ego kommt unter die Absicht um zu geben. Und dann werden aus den bösesten, schlimmsten, grausamsten Kräften die beste Kraft – so muss es sein. Ein Mensch, der einen großen Willen zu empfangen hat, gerade er kann zu den höchsten Stufen der Kedusha kommen.

Schüler: Muss der Schöpfer sich entfernen, damit wir uns nach Ihm sehnen?

Rav: Ja. Erst nachdem wir den Schöpfer nicht sehen, nicht fühlen, fangen wir an, uns nach Ihm zu sehnen. Und diese Sehnsucht richtet uns gerade, richtet uns aus, stellt uns in der richtigen Form auf, um uns dem Schöpfer zu nähern.

Schüler: Es heißt „Es gibt keinen außer Ihm", aber die Absicht ist der einzige Weg, zur Angleichung der Form zu kommen. Was ist also die Quelle der Absicht, woher kommt sie?

Rav: Die Absicht kommt aus der Verbindung von Schöpfer und Geschöpf, die sozusagen aus einem Punkt hervorgehen, indem der Schöpfer das Geschöpf gebiert. Er gebiert das Geschöpf und erschafft es in der entgegengesetzten Form, als Willen zu empfangen, und erschafft in ihm einen Punkt der Absicht um zu geben. Diese Absicht um zu geben entwickelt sich im Geschöpf über lange Zeit, bis sie sich dem Geschöpf gegenüber enthüllt und anfängt, es dazu zu ziehen, den Schöpfer zu entdecken. Das ist ein sehr großer Prozess unserer Natur, bis man das im Menschen tatsächlich enthüllt.

Schüler: Was kann man aus dem Vergleich des Schöpfers mit der Gazelle lernen?

Rav: Dass Er uns immer mit dem Angesicht zugewandt ist – entweder Angesicht an Angesicht oder Angesicht an Rücken.

Schüler: Was bedeutet es, dass der Schöpfer Sein Angesicht nach hinten zurückwendet, wenn wir doch sagen, dass die Kraft des Schöpfers beständig ist?

Rav: Das heißt tatsächlich, dass Seine Kraft beständig ist und Seine Absicht beständig ist. Nur spielt Er mit uns, als würde Er sich verbergen und sich enthüllen, um in uns Empfindungen von Verbergung und Offenbarung, Verbergung und Offenbarung aufzubauen. Und dadurch kommen wir dann zum „um zu geben" voran: dass nicht Verbergung und Offenbarung auf uns wirken, sondern dass uns wichtig ist, dass es vom Schöpfer kommt. Wenn es keinen Unterschied zwischen Verbergung und Offenbarung gibt, dann können wir sagen, dass wir über dem Zimzum sind.

Schüler: Was bedeutet es, dass wir immer den Schöpfer suchen?

Rav: Wir suchen immer unsere Quelle, die Quelle des Lebens, den Grund, warum wir so sind, in welchem Zustand wir sind, was wir denken und was geschieht. Wir suchen immer das Woher und Wozu, und das nennt man „Schöpfer".

Schüler: Was bedeutet nach Abschnitt 3 ein vollkommener Wille des Empfangenden?

Rav: Ein vollkommener Wille des Empfangenden ist ein Wille, der nur unter der Bedingung vollkommen sein kann, dass er einer ist. Und das kann nur im Ende der Korrektur sein, wo er ganz und gar „um zu geben" ist, ganz offen, ganz arbeitend, bewirkt wird und die Füllung in ihrer Fülle fühlt – das ist im Ende der Korrektur.

Schüler: Welches Verlangen von uns erweckt nach Abschnitt 3 Sein Verlangen?

Rav: Unser Verlangen nach Korrektur, nach Verbindung, Ihn zu entdecken, Ihn aufzunehmen, Ihm nach dem Gesetz der Angleichung der Form ähnlich zu werden – das erweckt den Schöpfer.

Schüler: Wenn wir nicht die Herren des Willens sind, was heißt es dann, dass ich meinen Willen vor Seinem Willen erwecken muss?

Rav: Ich muss den Schöpfer erwecken, dass Er meinen Willen korrigiert, damit mein Wille wie Sein Wille ist.

Schüler: Was bedeutet die Offenbarung des Angesichts des Schöpfers im Zehner?

Rav: Wenn wir anfangen zu fühlen, dass wir im Zehner in der Verbindung untereinander sind – vielleicht sogar im Streben, vielleicht sogar in der Liebe –, das nennt man, dass wir das Geben des Schöpfers zwischen uns entdecken.

Schüler: Wie führt ein Mensch die Begrenzung praktisch durch, wenn er starke Gefühle der Ablehnung gegenüber den Freunden fühlt?

Rav: Ich muss mich bemühen, mich trotz ihres Verhältnisses zu mir mit den Freunden zu verbinden und ihnen gegenüber so offen zu sein, wie ich es kann – um ihnen ein Beispiel zu geben und um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich an mir festzuhalten. Und so kann ich mich mit ihnen verbinden, sie zu mir ziehen. Das ist im Grunde meine ganze Arbeit.

Schüler: Wie kann ich gegenüber dem Geben der Freunde an mich nicht verstopft sein?

Rav: Das ist ein Problem. Ich denke, am besten ist es, wenn ich auf sie höre und mich bemühe, das zu tun, was sie sagen, und mich bemühe, an ihnen zu haften wie ein Säugling an der Mutter. Das heißt, ich annulliere mich so weit wie möglich, und dann kann ich aus dieser Annullierung heraus anfangen, mich selbst dazu großzuziehen, wie sie zu sein. Ich muss mich bemühen, das Verhältnis der Freunde zu mir anzunehmen, das wie das Verhältnis des Schöpfers zu mir ist.

Schüler: Was ist ein Angriff im Lauf des Tages im Zehner?

Rav: Der Angriff des Zehners im Lauf des Tages muss so sein, dass sie sich enger miteinander verbinden und damit an den Schöpfer herantreten wollen. Das muss im Grunde unser beständiges Streben sein: wie wir uns untereinander verbinden und aus dieser Verbindung heraus zum Schöpfer kommen, um uns mit Ihm zu verbinden.

(Ende des Unterrichts)