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Morgenunterricht 19.07.2002
Buch „Ktawim Rabash", Band 1, S. 147, Artikel „Die Kundschafter"
Rav: Wir haben einen Artikel gelesen und gehört, aus Band 3 von „Schlawej haSulam", Seite 121, Wochenabschnitt „Schlach", den Artikel „Die Kundschafter". Nu. Unsere Grundannahme muss zuerst einmal sein: Alles, was der Heilige, gepriesen sei Er, in seiner Welt geschaffen hat – nichts Überflüssiges hat er geschaffen, denn vom vollkommenen Wirkenden gehen keine unvollkommenen Handlungen aus. Und dann ist es sicher, dass die bösen Kräfte und die guten Kräfte zusammen wirken, wie zwei Zügel, um uns zum Ziel der Schöpfung zu bringen.
Denn eigentlich gibt es gegenüber dem Schöpfer oder gegenüber dem korrigierten Zustand keinen Unterschied zwischen den bösen Kräften und den guten Kräften. Der Unterschied liegt nur in unserem Gefühl – wie wir es fühlen, wie es im Gefühl auf uns wirkt. Und wir wissen es auch aus dieser Welt: Kräfte, die einem Kind, sagen wir, böse erscheinen, sind in Wirklichkeit gute Kräfte und nützen ihm. Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was man fühlt und versteht, und der Wahrheit.
Der Unterschied ist einfach: Das Gefühl ist auf der jetzigen Stufe, dort, wo ich mich befinde. Und dieses Gefühl heißt „Daat" – mein Verstand, mein Gefühl, mein Verstehen. Aber den Zustand, zu dem ich kommen muss, kann ich nicht verstehen, ich kann ihn nicht abwägen, ich kann ihn nicht nach meinem Verstand einschätzen – denn er ist höher, größer, erhabener. Sogar in dieser Welt sehen wir das: Kinder – und wir selbst, als wir Kinder waren – waren nicht einverstanden und haben all den Druck und das, was man von uns wollte, nicht verstanden. 02:11
Umso mehr in der Spiritualität. In dieser Welt kann man ein Bonbon geben, man kann irgendwelche Ängste machen, irgendetwas. Aber in der Spiritualität müssen wir jede einzelne Stufe selbst erwerben, in unserem Bewusstsein, nach unserem Willen. Wie kann ich dann etwas wollen, das höher ist als ich und mir nicht als gut verständlich ist? Wenn es die wahre Sache ist. Was passiert? Jedes Mal stellen wir uns jede Stufe, die höher ist als wir, so vor, dass sie besser ist als meine Stufe – und zwar in meinem jetzigen Verstehen.
Es kommt mir nie so vor, dass eine höhere Stufe heißt: mehr verzichten, mehr arbeiten, mehr investieren, mehr geben, weniger an mich selbst denken, weniger empfangen, überhaupt nicht in Rechnung stellen, was ich fühle, wie es mit mir ist. Mir kommt eine höhere Stufe immer so vor: mehr „Komfort", bequemer, mehr für mich. So ist es. Was soll man machen?
Deshalb sagt man: Die höhere Stufe wird gegenüber der niederen Stufe „Glaube" genannt. Ein sehr seltsamer Name. Wo ich mich jetzt befinde, das heißt „Daat" – mein Verstand, mein Gefühl, mein Verstehen, meine Wahrnehmung. Und was über mir ist: Wenn ich auf eine Stufe über mir komme und dort auch weiß und fühle und verstehe, was dort passiert, dann wird das mein Verstand, mein Gefühl, mein Verstehen sein. Aber solange ich auf der niederen Stufe bin, heißt die höhere Stufe „Glaube". Und wie kann ich zu ihr aufsteigen? 4:21
Um zu ihr aufzusteigen, um sie zu erobern, brauche ich dafür einen Willen. Ohne Willen geht es nicht, denn in der Spiritualität gibt es keinen Zwang. Es ist nicht wie in dieser Welt, wo man dem Kind ein paar Schläge gibt und es dann, der Arme, in die Schule geht und die Erziehung irgendwie durchmacht. In der Spiritualität gibt es Schläge, richtig, aber nach den Schlägen muss ich trotzdem zur Zustimmung kommen. Ja? Je mehr ich mich also bemühe, die höhere Stufe zu verstehen, und je wahrhaftiger ich sie zu verstehen versuche, desto weniger anziehend erscheint sie mir.
Gepriesen sei der Schöpfer, dass wir uns in der Verhüllung befinden und man uns die höhere Stufe nicht sehen lässt – sonst würden wir alle davonlaufen. Was denn für eine Spiritualität? Wenn ich gewusst hätte, dass das Spiritualität heißt, hätte ich sofort den „Rückwärtsgang" eingelegt. Das war's. Aber gepriesen sei der Schöpfer, es gibt eine Verhüllung: Die höhere Stufe erscheint mir in meinem Sinne glänzender, und ich sehne mich nach ihr. Das nennt man den Zustand „lo liShma".
Aus „lo liShma" kommt nach und nach „liShma". Warum? Ich sehne mich nach meiner eigenen Lüge, die ich mir gebaut habe – dass das die höhere Stufe sei. Und solange ich diese Lüge erreichen will, leuchtet sie auf mich. Aber sie leuchtet auf wahre Weise, mit Umgebendem Licht (Or Makif). Und dieses Or Makif gibt mir nach und nach, was man „Anmut der Kedusha" nennt. Ich fange tatsächlich irgendwie an zuzustimmen – ich weiß nicht, wie, aber irgendwie doch: dass es so sein soll. Zuzustimmen zu dem, was da ist, dass Spiritualität das sein soll, was da ist.
Auch das ist nicht in klarer Form, alles ist in Verhüllung. Aber es gibt hier einen Punkt: dass ich schon anfange zu bitten – obwohl mein Verstand es so versteht und obwohl der Glaube, also die höhere Stufe, über dem Verstand ist. Und es gibt hier noch einen Punkt: Aus meinen eigenen Kräften bin ich nicht fähig, im Glauben über dem Verstand (Daat) zu gehen, also mich gegenüber der höheren Stufe, gegenüber meinem zukünftigen Zustand zu annullieren. Sondern um diese höhere Stufe zu erwerben, einen spirituelleren Zustand, brauche ich dafür eine äußere Kraft.
Diese äußere Kraft heißt „Hilfe des Schöpfers". Wozu brauche ich sie? Denn die höhere Stufe bedeutet in Wirklichkeit nicht, dass ich mehr verstehe und mehr beherrsche und mehr erwerbe. Und auch nicht, dass ich mehr verzichte und mehr gebe. Sondern sie bedeutet: Ich bin dem Ausströmenden ähnlicher, dem Schöpfer, der Höheren Kraft, dem wirklich Höheren. Deshalb heißt es eine höhere Stufe: Auf ihr befinde ich mich in größerer Übereinstimmung mit der Göttlichkeit. 08:15
Deshalb wird der nächste Zustand, den ich mit seiner Hilfe, mit Hilfe der Höheren Kraft erwerben werde, wirklich nicht einfach nur „Kommende Welt" sein, sondern eine höhere, spirituellere Welt oder Stufe. Und wenn der Mensch, nach allem, was ich erzählt habe, sieht, welche Beziehungen zwischen ihm und seinem zukünftigen höheren Zustand bestehen – dann sieht er, nachdem er den höheren Zustand erworben hat, wie sehr all die trennenden Kräfte (Kochot dePeruda), die ihn scheinbar vom Weg abschneiden und den ganzen Fortschritt zunichtemachen wollten, in Wirklichkeit nützlich waren und ihn tatsächlich zum höheren Zustand gebracht haben. Und so werden die Kundschafter wirklich zu nützlichen Kräften.
Deshalb hat in der Kabbala jeder Zustand – ein höherer wie ein niedrigerer – bestimmte Definitionen. Sagen wir: Die Kundschafter verursachen einen Abstieg, und das heißt dann „Sünde der Kundschafter". Aber ohne dass der Mensch in diese Sünde hinabsteigt und sie überwindet, hat er nichts zu machen: ohne das kann er das Land Israel nicht erobern. Deshalb haben die Kundschafter ihren Platz in der Tora, und sie haben eine sehr wichtige Aufgabe.
Was haben sie gemacht, die Kundschafter ? Sie haben aus dem Land Israel sehr große Früchte gebracht, das heißt: Was die spirituellen Früchte betrifft, ist der Mensch bereit. Sie haben so etwas gebracht – ihr seht es auf dem Bild, ja? So einen großen Zweig mit … das … Weintrauben, irgendein Gemüse, so jeder eines. Es steht geschrieben, dass jeder nur eine einzige Frucht auf seinen Schultern getragen hat. So groß war da eine Birne oder ein Apfel. Das heißt: Für die Früchte des Landes Israel sind wir bereit. Aber dass es dort große und sehr erschreckende Völker gibt und dass alles nicht einfach ist, dass es schwer ist, das zu erwerben – das stimmt auch. Genau diese beiden Angaben sind es, die dem Menschen helfen, ins Land Israel zu kommen. Wären es nur die Früchte, dann würde er mit demselben Willen zu empfangen dorthin rennen.
Und ohne Problem – sein Wille zu empfangen wäre nur größer, er wäre in eine noch größere Klipa hineingeraten. Dass er sich mit den Völkern dort auseinandersetzen muss, kämpfen muss, das Land Israel erobern muss – „Eroberung des Landes" heißt, dass er die Absichten „um zu empfangen" in Absichten „um zu geben" verwandelt. Das heißt: Die sieben Völker, die sich im Land Israel befinden, Gojim, also mit der Absicht „um zu empfangen" – das ist eigentlich im Menschen selbst, in seiner Seele. 12:09
Sieben Hauptverlangen, von Chessed bis Malchut, die sieben Unteren (SaT) der Stufe – die korrigiert er, sodass an ihrer Stelle das Volk Israel kommt. „Volk Israel" heißt: die Absicht um zu geben. Auf demselben Land, auf demselben Verlangen wird dann die Absicht des Volkes Israel sein, um zu geben – anstelle der sieben Völker, die Absichten „um zu empfangen" heißen. Das ist die Sache mit der Eroberung des Landes.
Ja. Gibt es Fragen? Nein. Entweder ist es unverständlich oder … oder … Ja.
13:04
Schüler: *Wie kann der Mensch gegen die 70 Lichter kämpfen?*¹ Er weiß es nicht. Er sieht nur, dass es ein Zustand ist, von dem er nicht will, dass er ihn voranbringt, und trotzdem muss er gegen ihn kämpfen. Weiß er am Ende, auf schärfere Weise zu klären, was ihn stört?
Rav: Wir müssen nicht klug sein. Du fragst: Wie kann ein Mensch wissen, kann er klären, gegen wen er kämpfen soll? Wie kämpfen? Wir können nie mehr wissen als den Zustand, in dem wir uns befinden. Der zukünftige Zustand ist uns immer verborgen. Was wir aber können, ist: Anstrengung geben in dem, was möglich ist.
Das heißt: die Gemeinschaft wählen, die Bücher, die Anstrengung in ihnen, so weit wie möglich mit dem Thema selbst verbunden zu sein. Aber genau zu wissen, was ich jetzt mache, welche Sefira ich mit welcher Sefira verbinde und in welchem Maß, in welcher Awiut, mit welcher genauen Absicht ich darauf Vereinigungen (Jichudim) mache – das kann ich nicht wissen. Das ist noch nicht meine Stufe.
Auf höheren Stufen, wenn ich schon in der spirituellen Welt bin und auch nicht im Zustand von Ibur oder Yenika, im Zustand Katnut, sondern im Zustand Gadlut, wo ich Massachim auf allen Verlangen habe, und Verständnisse, und alles – dann gehe ich über dem Verstand (Daat). Trotzdem gibt es dort Dinge, wo du in Abtrennung von deiner Innerlichkeit gehst, sondern in Anhaftung an den Höheren, wie ein Embryo (Ubar) oder wie ein Kleiner, und dann erhebt man dich eine Stufe.
Aber sogar nicht das: dass du, sagen wir, deinen Zustand beherrschst – deine Herrschaft ist dann … dort ist es schon etwas anderes. Du kennst deinen Aufbau, wer du bist, den Aufbau der Seele. Welche Dinge und in welchen Anhäufungen du korrigieren kannst – und dementsprechend bittest du dann um Kräfte. Das heißt: Das Gehen ist ein völlig anderes. 15:30
In unserem Zustand befinden wir uns in dem Zustand, der „doppelte Verhüllung" heißt: Wir sehen überhaupt nichts außer uns selbst, aber wir wissen, dass wir nichts außer uns selbst sehen. Das heißt „doppelte Verhüllung". Es ist nicht so, dass ein Tier oder ein Mensch, der einfach in dieser Welt ist, in „doppelter Verhüllung" wäre. Sie befinden sich nicht einmal in Verhüllung.
„Doppelte Verhüllung" heißt, dass du schon fühlst, dass du in irgendeiner Verhüllung bist, aber du weißt nicht einmal, in Verhüllung wovor. Und danach verwandelt sich dieser Zustand in einen besseren Zustand: Du fühlst, dass du in Verhüllung bist, dass es eine Höhere Kraft gibt, die dir all die Dinge, die dir passieren, so herumdreht. Gute, schlechte, egal. Aber sie richtet dir etwas ein. 16:29
Das heißt dann schon „gewöhnliche Verhüllung"². In diesen Zuständen können wir also nicht genau festlegen, was zu tun ist und in welcher Form, und ich kenne mich selbst nicht und kenne das System nicht, in dem ich bin, mit dem ich arbeite. Ich habe davon überhaupt keine Vorstellung. Was ich machen kann, ist das, was mir wirklich in der Verhüllung gegeben ist. Das heißt: Bücher, Gruppe und Verbreitung. Das war's.
17:00
Schüler: Aber dann macht es den Eindruck, dass du doch wissen kannst, ob du in gewöhnlicher Verhüllung oder in doppelter Verhüllung bist. Dann ist es vielleicht besser, in gewöhnlicher Verhüllung zu sein?
Rav: Der Mensch legt nicht fest, in welcher Verhüllung er sich befindet, oder in welcher Offenbarung er sich befindet. Das hängt davon ab, wie das Licht wirklich von oben auf ihn leuchtet. Der Schöpfer ist vor uns verborgen hinter hundertfünfundzwanzig Trennvorhängen, solchen Gardinen. Das sind hundertfünfundzwanzig Stufen: fünf Welten, mal fünf Parzufim, mal fünf Sefirot in jedem Parzuf. Hinter ihnen ist der Schöpfer. Ich bin hier.
Zwischen mir und ihm gibt es hundertfünfundzwanzig Stufen der Verhüllung, der Verbergung, Welten. Und ich lege nie fest, in welchem Zustand ich sein soll. Das wird durch den Aufbau meiner Seele bestimmt, den ich schon von vornherein bekommen habe, und nach diesem Aufbau muss ich zu einem bestimmten Zustand im Ende der Korrektur (Gmar Tikun) kommen – ich zu meinem korrigierten Zustand und du zu deinem korrigierten Zustand.
Zwischen mir und meinem korrigierten Zustand gibt es also hundertfünfundzwanzig Stufen, und innerhalb dieser Stufen gibt es einen ganz genauen Pfad, so einen dünnen: für mich meinen und für dich deinen. Wir müssen also nur „aufs Gas drücken", wie man sagt. Außer dem nichts.
Wenn ich mit dem Fortschreiten einverstanden bin, mit diesem Gehen einverstanden bin, auch mit dem, was auch kommen mag, und nur das Tempo steigern will und mich auf nichts anderes einlasse außer auf das Tempo – dann heißt das, dass ich das richtige Fortschreiten wähle, die richtige Art des Fortschreitens. Und dann fühle ich das wirklich ausgezeichnet. Dann verwirkliche ich mich in jedem einzelnen Zustand maximal und gehe wirklich den ganzen Weg auf optimale, nützlichste Weise.
Fertig?
19:40
Schüler: Wie kann ein Mensch wissen, zu welchem, also zu welchem Volk er gehört?
Rav: Zu welchem?
Schüler: Zu welchem Volk er gehört.
Rav: Was?
Schüler: Was seine Heimat ist, nu, in diesem Artikel?
Rav: Sprichst du über uns oder über die Kundschafter?
Schüler: Nein, über die Kundschafter.
Rav: Das ganze Geschöpf insgesamt, das, was vom Schöpfer geschaffen wurde, heißt „Seele" oder „Adam". Diese Seele teilt sich in zwei Hauptteile, die Galgalta Ejnaim und ACHaP heißen, Gefäße des Empfangens, Gefäße des Gebens³, Gefäße der Vorderseite, Gefäße der Rückseite – egal, wie man sie nennt, zwei Teile.
Der erste Teil, der feiner ist und weniger Awiut hat und der in Wahrheit die Integration der Eigenschaften des Schöpfers in die Eigenschaften des Geschöpfes ist, heißt „Volk Israel". Und weil dieser Teil die Integration der Eigenschaften des Schöpfers im Willen zu empfangen ist, hat er die Aufgabe, den übrigen Teil des Geschöpfes zu korrigieren, der die Eigenschaften des Geschöpfes selbst sind. Ja? 21:04
Deshalb ist in jedem – jetzt so, nach dem Zerbrechen der Gefäße. Also, was habe ich gesagt? Schauen wir. (Zeichnung) Ich habe es so gesagt: Der Schöpfer hat ein Geschöpf geschaffen, und in diesem Geschöpf gibt es einen Teil, der „Volk Israel" heißt, und … wie schreibt man das? „Völker der Welt", sagen wir so, Völker der Welt.
Volk Israel heißt Galgalta Ejnaim, Völker der Welt ACHaP. Was ist Galgalta we Ejnaim? Das sind die ersten neun, kann man so sagen, das sind die Eigenschaften des Schöpfers, die in das Geschöpf eingegangen sind. Ja? Das ist also von Anfang an dem Schöpfer ähnlich, und das hier ist das Geschöpf selbst. Ja?
Deshalb steht geschrieben, dass der Schöpfer zu allen Völkern gegangen ist und ihnen die Tora geben wollte. Sie wollten die Tora nicht. Warum? Weil das Gefäße des Empfangens sind, sie wollen empfangen. Was steht in der Tora? Gib, gib – das wollen wir nicht. Ihr habt diese Geschichte gehört: Sie wollen nicht. Sie wollten die Tora also nicht annehmen, und Israel sagte: „Bring sie her." Denn die Natur von Israel ist der Natur des Schöpfers ähnlich. Und all das heißt, dieser ganze Aufbau heißt „Seele" oder „Adam", Adam haRischon.
Danach macht dieser Aufbau ein Zerbrechen durch, und dann ergibt sich, dass Israel und die Völker der Welt alle durcheinander vermischt sind und man zwischen ihnen nicht unterscheiden kann, was das eine und was das andere ist. Und in jedem einzelnen Teil, den wir von hier nehmen, ja? Jeder Teil – egal, ob oben oder unten – wird immer einen Teil haben, der zu Israel gehört, und immer einen Teil, der zu den Völkern der Welt gehört. In jedem einzelnen Detail. Das ist nach dem Zerbrechen. Und das ist, was wir korrigieren müssen. 23:42
Jetzt, in dieser Welt, in der Abbildung – wenn wir nicht von Spiritualität sprechen, sondern davon, wie sich das in die Körperlichkeit einkleidet: Da gibt es das Volk Israel und es gibt die Völker der Welt. Auch das Volk Israel ist eine Folge des Zerbrechens; es war nicht von Anfang an das Volk Israel, sondern es gab einfach Völker in dieser Welt. Und die Klärung darin begann von oben: Einer, ein einzelner Mensch, fing an zu fühlen, dass er eine Anziehung zur Spiritualität hat, dass der Teil des Volkes Israel in ihm anfängt zu suchen, wie er korrigiert werden kann. Und dann wurde er sozusagen zur Wurzel für das Volk Israel; der Erste hier in dieser Welt heißt „Awraham".
Awraham war einfach ein Beduine, wie alle Völker, die es damals gab, ein Iraker, kein Jude. Er wurde dadurch zum Juden, dass er anfing, sich mit dem Schöpfer zu verbinden. Und dann fing er auch an, Schüler zu sammeln, und auch von Jizchak, Jaakow, begann das Volk. Was ist ein „Volk"? Eine Gruppe von Kabbalisten. Außer dem gibt es keinen Unterschied zwischen ihnen und all den benachbarten Beduinen. Er saß am Eingang des Zeltes und sammelte Menschen: Kommt, lernen wir. Ja? Er sprach mit ihnen über die Göttlichkeit, über den Schöpfer, über Erlangen – so machte er es, Verbreitung. Dadurch wurde er zum Juden, nichts, gar nichts anderes. 25:41
Du fragst also, wie man weiß, woher ich bin. Wenn in dir dieselbe Sehnsucht nach Spiritualität ist, nach Annäherung, nach Verbindung mit dem Schöpfer – dieser Wille in dir heißt „Jude". Wenn du andere Wünsche hast, die allerbesten, egal welche, die es in dieser Welt geben kann, aber nicht in Verbindung mit dem Schöpfer, dann heißt das der Goj-Teil in dir.
Awraham war am Anfang ein Goj. Er wollte einfach, weißt du, mehr Ziegen haben, mehr Kühe, so wie alle Beduinen. Und danach fing er außerdem an, Spiritualität zu wollen – so weit, dass er seine Ziegen und Kühe schon verließ, das war schon nicht mehr so wichtig, nur noch das. Und dadurch wurde er zum Juden. „Jude" kommt vom Wort Jichud – Vereinigung mit dem Schöpfer.
Jeder kann sich also selbst prüfen. Das kann ein Friseur aus Italien sein oder irgendein Fußballspieler aus Brasilien, ja? Oder irgendein Mafioso aus Israel, ja, so ein Prolet⁴ dort, egal, wer und was: Wenn in ihnen der Wille ist, sich mit dem Schöpfer zu vereinigen, dann heißt er „Jude", und wenn nicht, dann heißt er „Goj".
Aber bei den Nachkommen Awrahams, den schon tierischen, biologischen Nachkommen, da läuft die Vereinigung mit dem Schöpfer bei ihnen schon als verpflichtendes Gesetz. Das heißt: Sie sind verpflichtet, weil sie Nachkommen Awrahams sind. So wie Parzufim aus einem Parzuf hervorgehen, spirituelle Parzufim einer aus dem anderen – so sind auch schon die biologischen Parzufim, die aus dem Menschen hervorgegangen sind, also seine Nachkommen, die er gezeugt hat, ja? – so sind sie schon verpflichtet, als Erste zur Spiritualität zu kommen, gegenüber all den übrigen biologischen Völkern in dieser Welt. Das heißt: Es gibt schon eine Entsprechung zwischen den Seelen, den Verlangen, die sich in die Körper eines Juden in dieser Welt und eines Gojs in dieser Welt einkleiden.
Ein Jude in dieser Welt muss, muss sich mit dem Schöpfer verbinden, sonst bekommt er Schläge. Auch der Goj wird es am Ende müssen, aber nach dem Juden. Und der Jude muss außerdem, dass er sich mit dem Schöpfer verbindet, diese Lehre der Verbindung zum Goj bringen. 28:48
Das heißt, dass das Volk Israel gesagt hat: „Wir werden tun und hören", dass sie diese Methode genommen haben, wie man sich mit der Göttlichkeit verbindet, und sie an die übrigen Völker weitergeben. Denn eigentlich wollte der Schöpfer die Tora den übrigen Völkern geben, weil sie die Korrektur brauchen, und das Volk Israel braucht von Anfang an keine Korrektur. Also zerbricht man das Volk Israel, senkt es auf die Stufe der Völker der Welt herab und schickt es ins Exil. Und im Exil gibt es eine Vermischung, eine Assimilation unter den Völkern. Und als Folge des Exils kann man dann von den Gojim einsammeln und auch ihnen geben⁵.
Und dann zieht das Volk Israel auf diese Weise am Ende des Exils das Licht zu sich, verbindet sich mit dem Schöpfer und gibt auch allen Gojim die Sache der Verbindung zum Schöpfer weiter. Das ist, was wir tun müssen. Das war's. Deshalb – Kabbalisten – es steht auch geschrieben, dass am Ende der Generationen … Baal HaSulam schreibt das im Artikel „Arwut" (Bürgschaft), und überall, auch im Sohar: dass es schon keine … nicht nur, dass es keine Einschränkung der Weisheit der Kabbala mehr gibt, sondern dass die Sache der Verbreitung wirklich allen gehört, die sich in einem solchen Zustand befinden, dass es schon nicht mehr auf Nation und gar nichts ankommt, dass er schon nicht mehr begrenzt ist. Wir sind spät dran⁶.
30:22
Schüler: In meinem jetzigen Zustand entdecke ich plötzlich, in mir erwacht irgendein neuer Wille: Ich will irgendein bestimmtes Ziel. Ich kann es im Moment nicht definieren, und es befindet sich in Verhüllung, und ich weiß, dass ich es will. Die Wahrheit ist: Eigentlich will ich dieses Ziel nicht, weil mir plötzlich ein neues Ziel gekommen ist, sondern einfach, weil ich den Platz, an dem ich mich jetzt befinde, nicht mehr ertrage – ich kann darin im Moment nicht mehr leben. Wenn ich jetzt auf die Geschichte der Kundschafter schaue: Die Kundschafter kommen und erzählen mir, wie schwer es ist, jenes Ziel zu erreichen, wie sehr ich es nicht erreichen kann. Warum war es nicht … Wenn sie gekommen wären und mir erzählt hätten, wie lohnend es ist, dort zu bleiben, wo ich mich jetzt befinde, und nicht sozusagen … mir zu erzählen, wie lohnend es ist, an meinem jetzigen Platz zu bleiben?
Rav: Eine sehr schöne Frage: Warum erzählen mir die Kundschafter einerseits, dass es dort gut ist, dass es gute Früchte gibt, aber andererseits, dass es schwer zu erreichen ist? Weil die Kundschafter Boten sind, Engel. Sie sind Boten, und sie sagen dem Menschen zwei Dinge. Wir kommen zu allem, was wir wollen, durch zwei Dinge voran: durch die negative Kraft im jetzigen Zustand – dass es mir im jetzigen Zustand nicht gut geht oder dass irgendetwas mich schon nicht mehr befriedigt – und durch die positive Kraft, das Positive im zukünftigen Zustand, das anzieht, das glänzt, ja, sodass ich dazu hingezogen werde. Zwei Kräfte: eine negative hier und eine positive dort. Durch diese zwei Kräfte renne ich also vorwärts zu dem Zustand, den ich will, und fertig.
Aber das genügt nicht, denn das Erlangen des neuen Zustands ist immer ein Erlangen, das heißt: Du musst mehr Kelim bekommen. Was heißt es, dass ich zu einem besseren Zustand komme? Ein besserer Zustand heißt: dass ich mehr wollen werde, dass ich mehr verstehen kann, dass ich mehr fühlen kann, dass ich reicher an Unterscheidungen sein werde. Wer hat einmal einen Spritz mit französischem Wein gemacht – ich erinnere mich nicht, bei uns, von den Ministern, äh?
32:36
Schüler: Weizman, Ezer Weizman.
Rav: Ezer Weizman, ja. Er kam nach Frankreich, dort öffnete man eine Flasche von vor zweihundert Jahren, ein ausgezeichneter Wein, und er hat Gas hineingegeben, weißt du, Soda gemacht. Er sagt: Ich bin es gewohnt, einen Spritz zu machen. Die Franzosen sind verrückt geworden, sie … Du verstehst, so ein Wein, und man hat sie geöffnet – ich weiß nicht, was diese Flasche kostet. Was heißt das also? Er versteht es nicht, vielleicht versteht er auch noch viele andere Dinge nicht, aber egal. Was heißt das also: Man braucht Unterscheidungen, um die Dinge zu unterscheiden, innere Kultur, solche reichen Verlangen. In allem Möglichen sehen wir, ja, wie … Und das heißt „Fachmann". Was ist ein Fachmann?
Nimm zum Beispiel einen Dreher – was weiß ein Dreher im Leben? Aber wenn er das Stück Eisen nimmt und einspannt, dann fühlt er, wie gespannt dieses Eisen ist, wie viel er jetzt den „Kwetsch"⁷ von ihm wegnimmt – du verstehst, diesen Druck, wie er sich verändern wird. Er lebt es wirklich, dieses Eisen ist sozusagen in ihm.
Und du – du kannst ein sehr guter Computerfachmann sein, aber du kommst zu diesem Stück Eisen und hast überhaupt keinen Zugang. Und bei deinen Sachen arbeitest du ganz fein, wirklich mit der … wirklich mit der Pinzette. Was soll man machen? Das heißt: In allem brauchen wir Unterscheidungen. Wenn du auf eine höhere Stufe aufsteigst, fehlen dir all die Dinge, durch die diese höhere Stufe höher ist als das, wo du dich befindest. Das heißt: Die Empfindlichkeit muss höher sein, die Anzahl der Unterscheidungen in allem – also nicht nur Empfindlichkeit, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, nu, in der Technik gibt es all diese Begriffe. Weißt du, so wie du auf eine Landkarte schaust: Es gibt eine Karte, auf die du schaust, und die ganze Welt ist in zehn Zentimetern, und dann die Auflösung – ich weiß nicht, wie das auf Hebräisch heißt.
34:45
Schüler: Maßstab.
Rav: Maßstab, ja, du verstehst. Du gehst hinein und unterscheidest immer mehr Dinge. Die Kundschafter helfen dir also dabei, sie liefern dir die Dinge, die dir fehlen. Sie sagen: Mein Lieber, es wird schwer für dich. Warum? Dir fehlt dies und dies und dies und dies. Du musst sieben Völker überwinden, ja, die Völker, die sich dort im Land Israel befinden. Jedes Volk hat solche großen Kelim, solche großen Verlangen; du musst gegen sie kämpfen. Durch diesen Kampf wirst du klüger. Durch diesen Kampf wirst du überwinden müssen, Kraft geben und auf alles Möglliche verzichten.
Dadurch, dass du diese Völker erwirbst, die Eroberung des Landes machst, eroberst du ein Verlangen – das Land ist ein Verlangen. Du eroberst ein neues Verlangen, ein neues Kli, in dem du diese Früchte wirklich essen wirst. Die Früchte, die wir dir jetzt aus dem Land Israel an den Platz gebracht haben, an dem du dich befindest, auf die niedere Stufe – die kannst du nur sehen, sie zu genießen bist du nicht fähig. Die Früchte des Landes Israel genießen kannst du erst, wenn du zum Verlangen des Landes Israel kommst; zu diesem Kli – dann kannst du genießen.
Deshalb sind die Kundschafter und überhaupt all die negativen Dinge, die wir auf dem Weg fühlen, genau jene Kelim, die mir jetzt fehlen, und ich muss sie aufnehmen, ich muss sie erwerben, sie in mich hineinbringen – und dann bekomme ich es. Das war's. Und so ist es auch bei uns in dieser Welt: Ich lerne in der dritten Klasse und muss in die vierte Klasse aufsteigen; in der vierten Klasse muss ich sehr viele Kräfte investieren, ich muss verstehen, und dann werde ich in der vierten Klasse sein, wie man sagt, mit allen Verständnissen und Unterscheidungen und der Größe gegenüber der dritten Klasse.
36:40
Schüler: Nur dass in dieser Welt das, was dich mehr antreibt, ist, dass du dir selbst ein Ziel setzt, weil du verstehst, warum es gut für dich ist, dorthin zu kommen.
Rav: In dieser Welt setzt du ein Ziel und siehst es. Du siehst Menschen, die sich in diesem Ziel befinden, und irgendwie kannst du sehen, woran sie Genuss haben und sogar, wie viel sie darin investieren. In der Spiritualität dagegen ist es nicht so. Warum? Es gibt in der Spiritualität ein Gesetz: Die Kelim müssen den Lichtern vorausgehen. Sonst wirst du das, was du von den Lichtern erwirbst, „um zu empfangen" erwerben, du wirst in die Klipot hinabsteigen. Du musst dich vorher mit der Absicht „um zu geben" ausrüsten, damit es wirklich Spiritualität ist. Sonst wirst du alles noch schlucken müssen, noch schlucken, noch schlucken, und nie wirst du befriedigt sein. Denn ein Licht, das du empfängst, wird dich, wenn es vor dem Kli kommt, sofort ersticken; es füllt dir das jetzige Kli, und dann hörst du sofort auf, Genuss zu fühlen. Denn wenn der Genuss das Verlangen füllt, dann ist das Verlangen nicht da; ist das Verlangen nicht da, genieße ich nicht. Du verstehst. 37:59
Den Genuss kann man nur an der Grenze fühlen, beim Eintritt des Genusses in das Verlangen: Wenn ich anfange, etwas in den Mund zu nehmen, dann ist der Genuss da; danach, nach fünf Minuten, ist es schon vorbei, nichts mehr. Ich erinnere mich irgendwie noch an den ersten Genuss, und davon lebe ich. Sonst würde der Mensch nach ein paar Minuten aufhören zu empfangen. Ich muss also ein Kli schaffen, bevor der Genuss eintritt, damit der Genuss dann das Kli nicht auslöscht, und dann kann es einen Zustand geben, in dem ich immer im ständigen Gefühl des Genusses bin. Und das heißt dann schon Spiritualität.
Was ist Spiritualität? Dass man zu keinem spirituellen Gefühl kommen kann, wenn ich mir dafür nicht einen Massach erwerbe, die Schutzkraft: dass ich ohne diesen Genuss sein kann und ihn nach meiner eigenen Bestimmung empfange, und nur in der Form, wie ich es will, und wenn nicht, dann nicht. Dann verwalte und bemesse ich schon den Eintritt des Genusses in mich, und dann verschwindet der Genuss nicht und wird unendlich – sowohl in der Menge als auch in der Zeit ist er wirklich ewig.
Und nur in dieser Welt, nur beim „Ner dakik", dem dünnen Licht, das es in dieser Welt gibt, das in diese Welt herabgestiegen ist, habe ich die Möglichkeit zu empfangen, zu genießen – und wieder … und sofort verschwindet es, und ich renne wieder hinter etwas her; und wenn ich es erreiche, verschwindet es wieder, und so weiter. Ich bin also die ganze Zeit im Rennen. Im Rennen nach irgendeinem eingebildeten Genuss. Warum eingebildet? Man fühlt ihn einen Moment, und er verschwindet. Für wie viele Momente in meinem Leben lebe ich? Mach eine Rechnung, so eine wirklich verstandesmäßige Rechnung, dann wirst du sehen, dass das … In der Spiritualität aber lebst du in jedem Zustand, denn das Kli erlischt nie und der Genuss verschwindet nie. Es ist nicht wichtig, in welcher Form du dich befindest, in welcher – ob in der rechten Linie oder in der linken Linie, in der mittleren Linie –, das ist nicht wichtig: In jedem Zustand befindest du dich in der Rechtfertigung und in der Ausrichtung⁸.
Ja.
40:48
Schüler: Gibt es einen detaillierten Ausdruck all dieser Veränderung der Eigenschaften, also dieser Verlangen?
Rav: Was die Kabbalisten uns geschrieben haben, haben sie aus dem geschrieben, was sie selbst innerhalb des Kli erlangen. Es gibt nichts anderes zu erlangen als nur das Kli des Geschöpfes. Außerhalb des Kli des Geschöpfes hast du den Schöpfer, ein abstraktes Höheres Licht, das sich um das Kli herum befindet. Was man also fühlt: Man fühlt alle Erscheinungen innerhalb des Kli der Seele, in uns, und darüber schreiben die Kabbalisten.
Die Seele ist ein Kli, das zehn Sefirot umfasst. Deshalb schreibt er dir ein Buch, das „Talmud Esser haSefirot" heißt, in dem er dir mehr oder weniger in allgemeiner Form ausdrückt, was dein Kli ist. Das war's. Innerhalb dieses Kli geschehen alle möglichen Erscheinungen, aber alles innerhalb des Geschöpfes. Alle Welten befinden sich innerhalb des Geschöpfes, alle Kelim, alles innerhalb des Geschöpfes; außerhalb des Geschöpfes fühlen wir nichts und sprechen wir nicht. So wie wir jetzt nicht fühlen, was sich außerhalb von uns befindet.
Wie weit wir zwischen all diesen Völkern unterscheiden können – sicher: bis zur letzten Ebene fühlst du wirklich all diese siebzig Unterscheidungen. Denn in jede einzelne Unterscheidung musst du bis in ihre Tiefe hineingehen und genau ihren Charakter klären, und welche Massachim du geben kannst, wie du sie erwirbst und wie du sie füllst. Sodass du jedes Detail von diesen siebzig Sefirot zu seiner Korrektur erhebst. Und das heißt das Erlangen. Wo erlangst du die Dinge? Wir sind insgesamt aus fünf Unterscheidungen gebaut: Kuzo schel Jud, Jud-Hej-Waw-Hej, und das heißt „der Name des Schöpfers". Das war's.
Wenn du jetzt dieses Kli – Kuzo schel Jud, Jud-Hej-Waw-Hej, fünf Teile – mit Hilfe des Massach mit irgendeinem Licht füllst, dann bekommt dieses Kli … es ist dann schon kein Skelett mehr, es bekommt eine Füllung (Milui). Dieses Skelett zusammen mit der Füllung heißt ein Name. Warum „Name des Schöpfers"? Weil ich in dieser Füllung eine Übereinstimmung mit einer der Eigenschaften des Schöpfers fühle. Nach meinem inneren Gefühl sage ich dann: Oh, der Schöpfer ist schön. Und mit demselben Kli, das ich mit einem anderen Massach mit einem anderen Licht fülle, sage ich: Der Schöpfer ist ewig. Und so weiter. So habe ich also siebzig korrigierte Unterscheidungen, die „siebzig Namen des Schöpfers" heißen; und wenn sie nicht korrigiert sind, heißen sie „siebzig Völker der Welt". Das war's.
43:59
Schüler: Ist alles im „Talmud Esser haSefirot"?
Rav: Alles … Nein, nicht alles ist im „Talmud haSefirot". Was er geschrieben hat, hat er geschrieben; was er nicht geschrieben hat, hat er nicht geschrieben. Dann wirst du es entdecken, das war's. Warum muss er dir über alles schreiben? Wenn du entdeckst, wirst du diese Dinge trotzdem so entdecken, wie du sie entdecken wirst. Er hat es auf diese Weise entdeckt. Die Regeln sind dieselben Regeln, denn unser Aufbau ist ein einheitlicher Aufbau, und jeder erlangt es auf demselben Weg. Aber das private Gefühl jedes Einzelnen kann man nicht vergleichen – so wie du mir nicht genau erklären kannst, was du beim Tee oder beim Kaffee fühlst. Es gibt irgendein gemeinsames Gefühl: süß, feucht, warm und so weiter. Aber das Gefühl selbst, außer seiner äußeren Zeichnung, kann man nicht übermitteln, denn es ist eine Erregung innerhalb des Kli, und das Kli gehört bei jedem ihm selbst. Deshalb geben sie uns Regeln, wie man es macht, wie man zum Gefühl kommt. Aber zu dem Gefühl, zu dem jeder kommt: Jeder kommt und fühlt sein Eigenes, so wie es bei ihm ist.
Gut.
(Ende der Lektion)