Tägliche Lektion3 אוק׳ 2026(Morning)

Part 1 Sukkot 2003. Lesson 13 (17.10.2003)

Sukkot 2003. Lesson 13 (17.10.2003)

3 אוק׳ 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Achtung: Das ist eine vorläufige Abschrift, die noch nicht redigiert und korrekturgelesen wurde. Sie kann daher Fehler und Ungenauigkeiten enthalten. Im Laufe des Tages wird die vollständige, redigierte Abschrift der Lektion veröffentlicht. Bis dahin darf ohne Bearbeitung und Genehmigung der Verbreitungsabteilung von „Kabbala laAm" nicht daraus zitiert und nichts davon verbreitet werden.

Morgendliche Abschrift 17.10.2003

Sukkot 2003, Lektion 13

Vorleser: „Matan Tora"¹, Kabbala, „Arwut".

Rav: Wer etwas nicht versteht, hebt die Hand, und wir versuchen, es gleich an Ort und Stelle genauer zu erklären. Wir haben keine Eile. Wir wollen all diese Begriffe so tief wie möglich verstehen. Bitte.

Matan Tora

„Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Levitikus 19,18).

„Rabbi Akiva sagt: ‚Das ist eine große Regel in der Tora'" (Bereshit Rabba, Abschnitt 24). In der Kabbala.²

„1. Rabbi Akiva sagt, dass die Korrektur des Egoismus bis zur Stufe ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' eine große Regel in der Kabbala ist. Diese Aussage braucht eine Erklärung. Denn das Wort ‚Regel' bezeichnet eine Summe von Einzelheiten, die zusammen diese Regel bilden. Das heißt: Die übrigen 612 Korrekturen, die der Mensch an seinem Egoismus machen muss, sind insgesamt nur Einzelkorrekturen. Alle zusammen bilden sie diese eine Korrektur ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst', und sie hängen von ihr ab.

Das mag für die Beziehungen des Menschen zu seiner Umgebung stimmen. Aber wie können diese Beziehungen die Verbindung des Menschen mit dem Schöpfer einschließen, die doch eigentlich das Wesen und den Sinn der Schöpfung bestimmt? Warum ist die Korrektur bis zur Eigenschaft ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' gleichwertig mit der Korrektur bis zur Eigenschaft ‚Und du sollst den Schöpfer, deinen Schöpfer³, lieben und Ihm anhaften'?"

Rav: Wir wissen, dass das Ziel der Schöpfung ist, am Schöpfer anzuhaften. Das heißt: Seine Stufe zu erreichen, die Übereinstimmung mit Ihm, Ihm auf Seiner Stufe völlig ähnlich zu sein, in der Handlung, im Gedanken, in den Eigenschaften und Absichten, in allem. Wenn das so ist, was verbindet dann all die Korrekturen, die wir an uns gegenüber dem Nächsten machen müssen, mit der Verbindung, die wir zum Schöpfer herstellen müssen? Warum wurde uns kein Gebot gegeben, also keine Anweisung, alle unsere Korrekturen gegenüber dem Schöpfer zu machen, sondern gegenüber dem Nächsten? Das ist die Frage.

Wo ist dann die Verbindung, durch die wir allein durch Korrekturen gegenüber dem Nächsten zu unserer Korrektur gegenüber dem Schöpfer kommen können? Was verbindet all die Mizwot, die ich mache, also die Korrekturen an meinem Verlangen zu empfangen gegenüber dem Nächsten, mit meiner Beziehung zum Schöpfer? Wieso entspricht jede einzelne Korrektur gegenüber dem Nächsten dem, was sich in meiner Beziehung zum Schöpfer vollzieht? Was ist die Verbindung zwischen dem Nächsten und dem Schöpfer, dass diese Dinge einander so sehr entsprechen?

Ja.

3:22

„2. Wie groß und umfassend die Korrektur bis zur Eigenschaft ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' ist, sehen wir an der Frage, die Hillel dem Alten gestellt wurde. Man bat ihn, die ganze Tora, die ganze Methode der Korrektur, auf einem Bein zu lehren. Hillel antwortete: ‚Was dir verhasst ist, das tue deinem Freund nicht an.' Daraus ist klar, dass es unter diesen 612 egoistischen Verlangen kein einziges gibt, dessen Korrektur dem Erreichen von ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' vorzuziehen wäre.

Sie alle dienen nur dazu, diese Eigenschaft zu erreichen, um den Menschen auf die Erfüllung von ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' vorzubereiten. Das heißt, alle übrigen Korrekturen sind Teile der Eigenschaft ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst'. Ohne sie wäre die Erfüllung von ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' im vollen Umfang nicht möglich." 4:42

Rav: Noch merkwürdiger ist Folgendes. Wenn ich schon „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" erfülle, muss ich danach vielleicht noch etwas hinzufügen? Vielleicht ist das nur eine Art Sprungbrett, eine Zwischenstufe zwischen meinen Korrekturen und meiner Beziehung zum Schöpfer? Aber man sagt: Nein, du musst gegenüber dem Schöpfer nichts tun. Lass Ihn, lass Ihn ganz. Fang nicht an, deine Beziehung zu Ihm zu korrigieren. Du willst Ihm näher sein, besser zu Ihm sein, aber das hilft dir nicht. Du kannst Ihm gegenüber sozusagen nichts machen.

Stattdessen hast du den Nächsten. Mach alle Korrekturen gegenüber dem Nächsten, bis du zur Stufe der Nächstenliebe kommst, und zwar so weit, dass es dir egal ist, ob es um dich oder um den Nächsten geht. Damit korrigierst du deine Beziehung zum Schöpfer vollständig und steigst zur Stufe des Schöpfers auf. Dieses Gebot, diese Bedingung, dieses Gesetz „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" ist also nicht nur das allgemeine Gesetz der ganzen Wirklichkeit. Es ist sozusagen auch dasselbe Gesetz, nach dem sich der Schöpfer zu den Geschöpfen verhält. Wir sagen ja über den Schöpfer, dass Er gut ist und Gutes tut, den Bösen und den Guten. So verhält Er sich zu den Geschöpfen.

Er ist also gut und tut Gutes, den Bösen und den Guten. Das ist Seine Liebe zu den Geschöpfen. Für mich heißt das, Seiner Liebe zu den Geschöpfen ähnlich zu werden. Dem Schöpfer ähnlich zu werden, liegt für mich in diesem Satz, in diesem Gesetz „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst". Es ist also dasselbe: dieselbe Losung, derselbe Satz, dasselbe Gesetz. Wenn ich diese Korrektur erfüllt habe, brauche ich keinen Zusatz mehr, um zur Übereinstimmung mit dem Schöpfer zu kommen. Damit entspreche ich Ihm völlig, bin Ihm ähnlich und gleich.

Gibt es Fragen? Nein.

Eigentlich ergeben sich daraus viele Fragen. Ist die Allgemeinheit⁴, der gegenüber ich diese Korrektur machen muss, wie der Schöpfer vor mir, wirklich in derselben Größe, derselben Höhe, demselben Verhältnis? Wozu brauche ich dann überhaupt … Warum ist dann das letzte Gebot trotzdem „Und du sollst den Schöpfer, deinen Schöpfer, lieben", nicht als Gebot, sondern als das Ziel, zu dem ich komme? Warum soll ich nicht zur Dwekut mit der Allgemeinheit kommen, sondern zur Dwekut mit dem Schöpfer? Lassen wir doch den Schöpfer ganz und kümmern uns nur um die Allgemeinheit. Vor mir steht die ganze Menschheit, und ich muss zu absoluter Liebe kommen, richtig? Warum steht dann trotzdem der Schöpfer als Ziel vor mir? Nu, und so weiter.

Ja, bitte.

7:55

Schüler: Am Anfang steht dort: „Was dir verhasst ist, tue deinem Nächsten nicht an."

Rav: Ja.

Schüler: Was ich hasse, heißt aber nicht, dass er es auch hasst, richtig?

Rav: Ja, das stimmt. Auch das ist eine der Fragen: Ist Hillels Satz „Was dir verhasst ist, tue anderen nicht an" derselbe Satz wie „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"? „Tue anderen nicht an, was dir verhasst ist" verstehe ich so: Tue nichts Schlechtes. Das ist weit entfernt von Liebe, ja? Es ist sozusagen eine passive Erfüllung: dem Nächsten nichts Böses antun. „Und du sollst lieben" bedeutet sozusagen, dass ich dem Nächsten mein Herz ausschütten muss. Ich muss mich um ihn kümmern, ihn wirklich lieben und mich um seine volle Erfüllung kümmern, so wie ich mich jetzt darum kümmere, mich selbst zu erfüllen.

„Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und „Tue dem Nächsten nicht an, was dir verhasst ist" sind also sicher nicht derselbe Satz. Stimmt, das klären wir auch gleich.

Noch etwas? Nein.

Die Fragen bleiben also Fragen: Warum ist die Liebe zum Nächsten der Liebe zum Schöpfer so ähnlich? Nicht nur ähnlich, sie ist wirklich dasselbe, sodass ich keine weitere Korrektur brauche, wenn ich zur Nächstenliebe gekommen bin. Angenommen, ich habe eine Gruppe, und man sagt mir, die Gruppe sei eine Art Mini-Modell der ganzen Menschheit. Wenn ich in diesem Modell wirklich dazu komme, sie im vollen Sinn des Wortes zu lieben, so wie sie es verlangen, in Ordnung, dann bin ich angekommen. Damit bin ich zu meiner Endkorrektur gekommen und erwerbe wirklich alle vollkommenen, ewigen Eigenschaften, alles, was der Schöpfer hat. 10:11

Dann ist es sehr einfach. Wir bauen jetzt eine Gruppe, klein oder groß, egal. Ich weiß ja, dem Schöpfer sei Dank, dass ich nichts über Welten, Sefirot, Parzufim, den Schöpfer und all die Dinge wissen muss, die mir verborgen sind. Ich habe jetzt ein paar Leute, mit ihnen zusammen mache ich diese Handlung, fertig, ich bin zur Endkorrektur gekommen. Wenn das so ist, ist es sehr einfach.

Liegt das wirklich so in meiner Reichweite? Uns scheint es so: dort der Machsom, die Welten, irgendwelche Geister und Dämonen, wer weiß, Engel, Stufen irgendwo. Und hier eine Gruppe, die Beziehung zu meinen Freunden, die ich sehe und so gut spüren kann. Sie sind vor mir, ich kann mich und sie prüfen, in welcher Art Verbindung wir stehen.

All die große Spiritualität, alle Welten, diese unendlichen Entfernungen, das alles sammelt sich und schrumpft in der kleinen Gruppe zusammen, und damit soll ich vielleicht alles abschließen? Irgendwie kommt mir das nicht so vor. Ist es wirklich so?

Ich höre.

11:37

Schüler: Was ist mit der Zeit außerhalb der Gruppe? Verstehen Sie, die 8–10 Stunden, in denen ich außerhalb der Gruppe bin?

Rav: Darüber haben wir auch schon oft gesprochen. Außerhalb der Gruppe, also all die Stunden, all die Gemeinschaften⁵ und die Umgebung, in der ich mich außerhalb der Gruppe befinde, betrachte ich als Umgebung. Dort muss ich nach den Gesetzen funktionieren, nach denen diese Umgebung existiert und funktioniert. Wenn ich zur Arbeit komme, funktioniere ich so, wie es in dieser Gemeinschaft⁶ bei der Arbeit üblich ist. Ich fange dort nicht an, Liebe zu den Freunden zu üben, gehe zu meinem Chef und küsse ihn, oder helfe irgendeinem Freund – nicht Freund, irgendjemandem, der neben mir arbeitet – bei etwas. Ich muss überall nach den Regeln funktionieren, die an diesem Ort gelten.

Wie ist das? Ich gebe dir ein anderes Beispiel. Du bist verheiratet, hast eine Frau und Kinder, richtig? Soweit ich weiß. Ich war bei ihm in Österreich zu Besuch. Trägst du die Beziehungen und alles, was du in der Familie hast, nach außen und verhältst dich so zu anderen, oder nicht? Nein. Genauso ist es mit der Gruppe. Die Gruppe ist meine private, persönliche, innere Angelegenheit, noch innerer als die Familie, innerer als alles. Unter uns: Wie viele Stunden und wie viele Sorgen gibt uns die Familie, und wie viel denken wir an sie, verglichen damit, wie viel wir in unserer Gemeinschaft denken, diskutieren und uns darin befinden? Die Familie ist eigentlich eine äußere Gemeinschaft.

13:38

Schüler: … die Beziehung den ganzen Tag. Ich meinte meine Absicht: Was sind meine Absichten während der Arbeit?

Rav: Meine Absichten während der Arbeit sind alle in meiner Gruppe, die dort ist. Oder genauer: die bei mir ist, innen in meinem Herzen. Ich bin mit ihr. Der Mensch muss sich daran gewöhnen, aus mehreren Schichten zu bestehen. Die innerste Schicht ist der Schöpfer, darüber die Gruppe, darüber die Familie und darüber die Arbeit und die ganze umgebende Welt. Er muss in allen zugleich leben und spüren, dass er innerlich gespalten ist. Soweit er in seiner inneren Arbeit vorankommt, wird er nach und nach entdecken, dass das in Wahrheit eins ist. Er wird sehen, dass eine Kraft all das vereint und darin wirkt, und dann hat er kein Problem mehr.

Problem.⁷

14:42

Vorleser: Absatz 3.

„3. Der Ausdruck ‚wie dich selbst' zeigt, dass man den Nächsten im selben Maß lieben muss, wie man sich selbst liebt, und auf keinen Fall weniger. Das bedeutet: Man muss ständig wachsam sein und die Bedürfnisse jedes Menschen aus Israel nicht weniger erfüllen⁸, als man über die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse wacht. Aber diese Forderung ist überhaupt nicht erfüllbar, denn der Mensch hat nicht einmal genug Zeit, um für seine eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Wie kann man ihm dann die Pflicht auferlegen, zu arbeiten und die Bedürfnisse des ganzen Volkes zu befriedigen?

Aber die Forderungen des Schöpfers an die Geschöpfe sind immer absolut genau formuliert. Deshalb muss man verstehen, wie diese Forderung des Schöpfers an den Menschen trotzdem erfüllt wird." 15:56

Rav: Wir dachten also, die Endkorrektur zu erreichen, Welten zu erwerben, wie der Schöpfer zu sein, der Herrschende, Vollkommene und Ewige, sei durch Liebe zu den Freunden ganz einfach. Wir dachten, ich könne das wirklich in einer kleinen Gruppe tun und dazu kommen. Das stimmt. Aber schauen wir, inwieweit diese Regel wirklich erfüllbar ist. Es zeigt sich, dass sie nicht so leicht zu erfüllen ist. Sie schrumpft plötzlich zusammen: statt aller Welten diese Welt, statt der ganzen Menschheit die kleine Gemeinschaft, als läge alles vor mir wie eine kleine Arbeit. Trotzdem kann ich es auch in diesem kleinen Labor nicht erfüllen.

Warum? Wenn ich nicht fähig bin, für meine eigene Erfüllung zu sorgen, wie kann ich dann für jemanden außerhalb von mir sorgen, geschweige denn ihn wirklich erfüllen? Ich habe auch keinen Willen⁹ dazu. Und selbst wenn ich den Willen hätte, und es steht ja geschrieben „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", dass ich für den anderen sorgen soll wie für mich selbst, könnte ich diese Liebe trotzdem nicht erfüllen. Ich kann sie ja auch mir selbst gegenüber nicht erfüllen. Wie komme ich also zur Erfüllung? Gib mir auch nur einen Einzigen außer mir.

Die Gemeinschaft muss nicht groß sein, so groß, dass ich nicht für zehn, zwanzig oder hundert Menschen sorgen kann. Ich kann nicht einmal für einen einzigen Menschen außer mir sorgen, nicht einmal für mich selbst. Es zeigt sich also, dass der Schöpfer sozusagen sagt: Spring auf die nächste Stufe. Aber die nächste Stufe ist sozusagen nicht wirklich, sie ist an die Wand gemalt, als könne man nicht zu ihr hinaufsteigen.

Gibt es Fragen? Ja.

18:17

Schüler: Hier steht „jeder Mensch aus Israel".

Rav: Nein, dass dort „jeder Mensch aus Israel" steht, betrifft auch die Gruppe, in der ich das tue. Mit Israel sind immer diejenigen gemeint, die sich danach sehnen, zu demselben Ziel zu kommen. Nur unter ihnen muss ich diese Handlungen ausführen, und nicht einfach in der allgemeinen Gemeinschaft¹⁰, und erst recht nicht gegenüber der ganzen Menschheit. Denn es ist unmöglich, eine Gruppe zu umfassen, die größer ist als einige Einzelne oder höchstens einige Dutzend.

Ja.

Schüler: Eine Frage: „Jeder Mensch aus Israel" – können wir sagen, dass das jeder Mensch ist, der Kabbala lernt?

Rav: Ich habe gesagt, dass es nicht jeder Mensch ist, der Kabbala lernt. Ich habe es dir gesagt, hör zu. Es ist nur die Gruppe, die ich für mich festgelegt habe: Das ist die Gruppe, und wir stehen miteinander in dieser gegenseitigen Arbeit. Wir entwickeln uns jetzt sozusagen immer weiter und versuchen festzulegen, dass unsere Gruppe eine große Gruppe ist, die alle Gruppen auf der ganzen Erde umfasst. Trotzdem fällt es dem Menschen schwer, so zu denken.

Nach und nach werden wir uns an diesen Gedanken gewöhnen: Ich will mich vereinen und muss mit all denen zusammen und in sie eingeschlossen sein, die sich mit mir nach demselben Ziel sehnen. Aber wenn ich sie nicht in meinem Blickfeld halten kann, genügt es mir, einfach an eine kleine Handvoll Menschen zu denken. Auch das genügt. Wünschenswert ist es allerdings auf jeden Fall, und ich hoffe, dass wir in unserer Arbeit zu einem Zustand kommen, in dem wir an die ganze Gruppe denken und sie spüren.

Das hängt einfach nicht so sehr von jedem Einzelnen und seiner Anstrengung ab, sondern davon, wie stark die ganze Gruppe zusammen jedem Einzelnen ihre Kraft ausstrahlt. Wer das spürt, wird fühlen, dass er in eine Kraft, einen Gedanken, ein großes Sehnen zum Schöpfer eingeschlossen ist. Das muss bei uns nach und nach entstehen, sozusagen von innen herauskommen. Das wird kommen. Aber ich setze das nicht jedem Einzelnen als Ziel. Ich sage: Jeder muss, wo immer er ist, für sich eine begrenzte Zahl von Menschen festlegen, mit denen er versucht, zur Nächstenliebe zu kommen.

Ja.

21:32

Vorleser: Absatz 4.

„4. Wie unerfüllbar die Anweisung ‚Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst' ist, wird durch die Forderung betont, die Bedürfnisse deines Nächsten deinen eigenen vorzuziehen. Hat ein Mensch etwas, und sein Nächster braucht es, dann muss er den Wunsch seines Nächsten erfüllen, auch wenn der Besitzer die Sache selbst braucht. Das heißt, der Mensch müsste sich von seinem ganzen Besitz trennen, denn es wird sich immer jemand finden, der braucht, was er hat."

Rav: Wir müssen also verstehen: Ob diese Bedingung der Nächstenliebe gegenüber der Menschheit gilt, gegenüber dem Schöpfer, gegenüber einer kleinen Gruppe oder auch nur gegenüber einem Einzigen außer mir, sie liegt trotzdem nicht in unserer Reichweite. Wir können sie nicht erfüllen. Und wenn wir es nicht können, wozu dann dieses ganze Spiel: statt des Schöpfers den Nächsten lieben, statt der ganzen Menschheit nur einen kleinen Teil, sogar nur einen Einzigen? Wozu all diese Spiele? Sag doch … Wozu gibt man uns überhaupt eine Regel oder ein Gesetz, das ich nicht erfüllen kann?

Vorerst führen wir euch also dahin zu sehen, wie wenig wir fähig sind, es zu erfüllen. Denn wenn ich erkenne, dass mir die Mittel, die Vorbereitung und die Fähigkeiten fehlen, um diese Bedingung zu erfüllen, dann heißt das: Ich selbst kann das Gefäß nicht bauen, in dem das Höhere Licht wohnen wird und das der Schöpfer erfüllen wird. Ich kann es nicht. Warum steht dann trotzdem für mich „Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" geschrieben? Das ist sehr, sehr wichtig. Warum? Weil die Menschen trotzdem denken, sie könnten zu einer spirituellen Handlung kommen, sie müssten sich anstrengen und sie mit aller Kraft ausführen. 24:09

Wir aber müssen einen ganz anderen Weg gehen. Nicht ganz anders, aber daneben. Wir führen keine Handlung aus. Wir müssen zu dem Mangel kommen, schon nach der Handlung zu sein. Wenn wir diesen Mangel haben, dann weiß ich, welches Ergebnis es geben muss. Ich weiß, wie wenig ich es tun kann und wie sehr ich es tun will. Und ich stelle mir den Zustand richtig vor, in dem ich wäre, wenn ich es ausführen könnte. Das genügt.

Diese Spannung, in dem Zustand sein zu wollen, in dem ich nicht sein kann, nennt man Erheben von MaN. Dann geschieht es von oben: Die Lichter korrigieren die Gefäße und erfüllen die Gefäße, nur die Lichter. Von mir aus gibt es nur unsere Pflicht, eigentlich die Pflicht jedes Einzelnen: zur Erkenntnis des jetzigen Zustands zu kommen und den nächsten Zustand richtig vorzustellen, der mir als das Allerbeste erscheint. So sehr, dass mir der jetzige¹¹ Zustand völlig verhasst ist und jener der Zustand, ohne den ich nicht leben kann.

Diese Kluft nennt man Erheben von MaN, Gebet. Nur dieses Verlangen genügt, und es gibt nichts außer diesem Verlangen. Dieses Verlangen bewirkt schon, dass das Licht an mir handelt. Deshalb sprechen wir hier so oft und aus allen möglichen Blickwinkeln darüber, wie wenig dieses Gesetz eigentlich erfüllbar, nicht durchführbar ist. Und das, obwohl wir es erfüllen müssen, obwohl es das einzige Gesetz ist, auf allen Stufen dasselbe, und es nichts außer ihm gibt. Ich muss immer nur an eine Sache denken und mich nur anhand einer Regel prüfen.

Ja.

26:19

Vorleser: 5.

„5. Man muss verstehen, warum die Kabbala nur dem Volk Israel gegeben wurde und nicht allen Völkern. Ist das etwa eine Bevorzugung einer Nation? Es ist doch klar, dass nur ein Narr so denken kann. Die Weisen sagen, dass der Schöpfer allen Völkern die Methode zur Korrektur des Egoismus angeboten hat, aber keines sie annehmen wollte. Die Erklärung der Weisen wirkt kindisch, und es ist schwer, ihr zuzustimmen. Wenn kein Volk die Kabbala annehmen wollte, warum wird das Volk Israel dann ein vom Schöpfer auserwähltes Volk genannt?

Wie kann man sich vorstellen, dass der Schöpfer zwischen alten, wilden Völkern umhergeht und versucht¹², ihnen etwas zu übergeben, wovon sie nicht die geringste Vorstellung haben? In der Geschichte der Völker wird nichts über ein solches Ereignis berichtet." 27:39

Rav: Die Tora erzählt uns also wie ein Märchen für Kleinkinder: Der Schöpfer ist so groß, so gut, Er hatte ein schönes Geschenk und wollte es allen Völkern geben. Wo auch immer Er sie damals fand, Er wandte sich an sie und fragte jedes einzelne. Keines war bereit, die Tora anzunehmen, weil es darin alle möglichen Einschränkungen und Gebote gab, und niemand will ein schweres Leben auf sich nehmen.

Dann kam Er zum Volk Israel und sagte: Bitte, wenn ihr schon wollt – es gibt keine Wahl, keiner will sie annehmen –, dann nehmt ihr sie. Und sie riefen und freuten sich: Ja, bitte, wir sind bereit. Wirklich, eine Geschichte, die man gut Kindern erzählen kann. Aber ihr hört sie vielleicht nicht nur von Kindern. Das nennt man: Was soll man mit Kindern machen, die alt geworden sind? Wir haben solche Weisen, die sie sogar Erwachsenen erzählen und meinen, damit etwas Weises zu sagen.

Was uns die Tora erzählt, betrifft immer Dinge, die in der Spiritualität oberhalb des Machsom geschehen. Und nicht nur oberhalb des Machsom: In der Regel geht es darum, was in den Welten BYA oder in der Welt Azilut geschieht und wie die Welt Azilut den Welten BYA gibt. Das erzählt und erklärt uns der Sohar. Überhaupt sind alle Definitionen aus den heiligen Büchern in der „Einführung in das Buch Sohar"¹³ erklärt.

Dort erklärt uns Baal HaSulam, dass in den heiligen Büchern immer von der spirituellen Welt die Rede ist. Spirituell bedeutet nicht, dass sich all diese Begriffe oben jenseits der Wolken oder hinter dem Horizont befinden. Und sicher nicht in einem räumlichen, geografischen Sinn, hinter irgendwelchen Galaxien. Gemeint ist, dass sie unserem gewöhnlichen menschlichen Empfinden verborgen sind, dem Empfinden des Menschen in dieser Welt. 30:25

Deshalb wird die Spiritualität „Kodesh"¹⁴ genannt. Kodesh heißt besonders, etwas Besonderes, und um es zu spüren, brauchen wir besondere Sinne. Dann werden wir es in diesen Sinnen spüren. Nah und fern wird in Bezug auf diesen Sinn etwas anderes bedeuten als nah und fern im tierischen Sinn. Auch oben und unten, stärker und schwächer, alle möglichen Arten des Empfindens werden so erscheinen, wie dieser Sinn gebaut ist.

Dieser zusätzliche Sinn heißt „Neshama". Man kann ihn entwickeln und dann in ihm spüren, was man spürt. Was man in ihm spürt, nennt man „spirituelle Welt", „Höhere Welt". Denn jeder von uns, von den „in die Welt Kommenden", wie man sagt, muss zur Dwekut mit dem Schöpfer kommen. Und nicht nur jeder Einzelne muss das, sondern wir alle zusammen. Und nicht nur wir alle zusammen müssen es, sondern wir müssen alles Unbelebte, Pflanzliche und Tierische mit uns zu dieser Stufe ziehen, denn es ist in uns eingeschlossen und kommt ebenfalls zu einer spirituellen Erhebung.

So erklärt es uns Baal HaSulam in der „Einleitung zu …" – nicht in der Einleitung, am Anfang der „Pticha"¹⁵. Dann stellt sich die Frage: Es gibt doch eine Methode, den sechsten Sinn zu entwickeln und in ihm zu leben, so sehr, dass alles andere völlig nebensächlich wird. So sehr, dass ich einfach aufhöre, das Leben in dieser Welt als das wichtige Leben zu empfinden. Ich fragte meinen Rav: „Nu … wie ist das, wenn ein Mensch zum spirituellen Empfinden kommt, zur spirituellen Welt, und den Machsom überschreitet – wie fühlt er dann seinen Körper? 32:52

Wie fühlt er sein Leben hier?" Er erklärte es mir, und ich wiederhole es immer wieder, weil es wirklich eine einfache Erklärung ist. Er sagte: Wie wenn du nach Hause kommst, duschst, ein neues Hemd aus dem Schrank nimmst und es anziehst. So ist es bei uns üblich. Genauso ist es beim Menschen, der zur Stufe der spirituellen Welt kommt und das Leben auf einer anderen Ebene spürt.

Er sieht, dass er mit all seinen tierischen Eigenschaften, die er bei der Geburt bekommen hat, die Reshimot in seinem spirituellen Gen von jetzt an bis zur Endkorrektur nicht mehr weiter erfüllen kann. Dann weiß er, dass jetzt seine Zeit gekommen ist, sich von diesem Körper zu lösen und eine Art Dusche zu nehmen. Er steigt zur Stufe Bina auf, taucht dort in die „Höheren Wasser", wie man sagt, steigt danach wieder hinab und bekommt einen Körper mit neuen tierischen Eigenschaften.

Er wird also geboren und setzt diesen Weg in dieser Welt fort, bis er nach und nach zur Endkorrektur kommt. Man kann sie in einem Gilgul¹⁶ erreichen. Es kann aber sein, dass du den Machsom schon überschritten hast und trotzdem noch alle möglichen Aufgaben hast und dieses Leben nicht abschließt. Dann wechselst du das Hemd und kehrst in diese Welt zurück.

Es kann auch sein, dass du deine Korrekturen wirklich abgeschlossen hast und weißt, dass die Zeit gekommen ist, von hier aufzubrechen und deine Handlungen hier zu beenden. Und es kann sein, dass du schon zur Endkorrektur gekommen bist und keine Handlungen mehr auf solchen Stufen wie dieser Welt brauchst: zusammen zu sein, im Körper und in einer festen Seele, die schon völlig korrigiert ist.¹⁷

Und es gibt eine Aufgabe für den ganzen allgemeinen Körper, der „Adam" heißt: Du musst auch in beiden Welten sein. Dann verstehst du das und steigst mit Freude hinab, um eine Aufgabe zu erfüllen. Trotzdem lebt der Mensch nach der höchsten Stufe, auf der er seine Existenz empfindet. Wo die Gedanken des Menschen sind, wo sein Herz ist, so fühlt er sich. Danach lebt er, und nicht nach den niedrigen Stufen. 35:19

Das Unbelebte in uns spüren wir nicht, nicht einmal das Pflanzliche. Was ist das Pflanzliche in uns? Zum Beispiel Nägel und Haare. Wir schneiden sie und spüren es nicht, es tut uns nicht weh, und erst recht nicht beim Unbelebten in uns. Nur das Tierische in uns spüren wir, denn dem Körper nach sind wir auf der tierischen Stufe. Nach unserem biologischen Aufbau sind wir ein Tier.

Aber wenn wir uns von der tierischen Stufe zur Stufe des Menschen erheben, und Mensch bedeutet Seele, dann hören wir auf, unser ganzes tierisches Leben als etwas Bestimmendes, Wichtiges zu empfinden. Wir schneiden es ab, so wie wir jetzt Nägel und Haare schneiden. Dasselbe Gefühl.

All diese Korrekturen müssen wir durchlaufen, die ganze Menschheit und wir alle zusammen oder einer nach dem anderen. Vielleicht ist es dabei so wie beim Embryo im Mutterleib, wie er sich entwickelt. Wir wissen zum Beispiel, dass es drei Tage der Aufnahme des Samens gibt: Der Samen gelangt in die Mutter, und dann gibt es drei Tage der Aufnahme des Samens.

Nach drei Tagen gibt es also rechts, links und Mitte, die ersten drei Linien, aber noch punktförmig. Dann gibt es eine Verbindung zwischen dem Höheren und dem Unteren: Es gibt einen Ort in der Mutter, an dem dieses Reshimo genau seine Verbindung mit der Mutter gefunden hat. Die Mutter hat einen Mutterleib. Gemeint ist ein sehr großes ACHaP, das alle Reshimot aufnehmen kann, die sich noch unter ihr befinden. Und der Mensch hat genau nach seinem ersten Rechts, Links und Mitte den Ort in der Mutter gefunden, der nur ihm entspricht. 37:39

Das nennt man „drei Tage der Aufnahme des Samens": Sein Verlangen ist jetzt zumindest ein wenig geklärt, sodass es punktförmig schon mit dem Höheren verbunden ist. Danach fängt es an, sich zu entwickeln. Es gibt 40 Tage der Formung des Embryos, in denen in ihm alle möglichen Verlangen und Eigenschaften zu entstehen anfangen. Das sehen wir auch beim Embryo.

Ihr habt bestimmt alle die Zeichnungen und Aufnahmen gesehen, wie sich der Embryo im Mutterleib entwickelt. Danach gibt es drei Madorim¹⁸: den ersten, zweiten und dritten. Drei Monate, drei Monate, drei Monate, bis neun Monate. Monate (Chodashim) sind Erneuerungen (Chidushim), die über den Menschen gehen, während er sich in all diesen Phasen unter dem Geben¹⁹ des Höheren befindet.

Dadurch kommt er zu seiner vollendeten Form, so sehr, dass er herauskommen und anfangen kann, frei zu existieren. Das heißt, er fängt schon an, einen Massach von Awiut Alef und höher zu haben. Die Frage ist nun Folgende: Wir sehen, dass sich beim Embryo, auch beim einzelnen Embryo, nicht alle Organe gleichzeitig entwickeln. Manche früher, manche später.

Genau diese Entwicklung im Embryo verstehen wir irgendwie auch aus der Medizin, der Anatomie und der Physiologie. Und natürlich auch daraus, dass alles, was mit uns in unserer tierischen Form geschieht, aus unserer Wurzel in der spirituellen Form stammt. Auf der spirituellen Stufe haben wir eine Seele und durchlaufen in ihr alle möglichen Korrekturprozesse. Genauso vollzieht sich das bei uns auf der tierischen Stufe.

Es zeigt sich also: Die Teile, die wir mit eigenen Augen sehen, entwickeln sich im Embryo nicht gleichmäßig. Genauso entwickeln sich diese Teile in der ganzen Menschheit nicht gleichmäßig, sondern nacheinander. Die Menschheit ist ja eine Seele, ein Embryo, oder danach ein Säugling oder ein Großer, klein und groß. Und darin gibt es Gruppen, sagen wir, auf der Erde, die früher oder später in ihre Arbeit und ihre Korrektur eintreten. 40:30

Natürlich kommen wir nicht zur Endkorrektur, solange die Korrektur aller insgesamt nicht vollständig ist. Aber es gibt sicher eine bestimmte Ordnung, und wir sehen das. Wir wissen nicht, warum diese Ordnung so festgelegt ist. Aus der Weisheit der Kabbala kann man lernen, nach welcher Awiut, Dalet, Shoresh oder Shoresh, wie sie sich zur rechten, linken oder mittleren Linie verhält, was dieser Teil ist und wohin er gehört. Darauf zielt diese Frage.

Warum wurde die Kabbala dem Volk Israel gegeben und nicht allen anderen Völkern, und das gerade sozusagen zum Guten oder zum Schlechten? Der Schöpfer hat offenbar die Tora und Kab… oder Kabbala zugeteilt. Das ist dasselbe, ich sage es einfach, um uns nicht zu verwirren, denn der Begriff Tora ist bei uns ein sehr verzerrter Begriff. Warum also wurde die Methode, sich selbst zu korrigieren und zur Endkorrektur, zur Übereinstimmung mit dem Schöpfer zu kommen, nur einer besonderen Gruppe unter den alten Völkern gegeben?

Und warum, wenn die Weisen gleichzeitig schreiben, dass der Schöpfer diese Methode offenbar eigentlich den übrigen Völkern übergeben wollte, jedem Volk auf der Erde? Aber nein, sie waren nicht einverstanden. Er wollte, dass sie sie annehmen, und sie wollen sie nicht annehmen. Was ist das für eine Geschichte? Wie ist das wirklich, was ist ihr innerer Inhalt?

Und warum gab Er sie danach trotzdem einer Gruppe, für die diese Methode offenbar entweder gar nicht passt oder nicht bestimmt sein sollte? Warum heißt es, dass Er diese Nation den übrigen Völkern vorzieht? Hat Er gewählt, oder haben sie gewählt? Was für eine sehr, sehr … Geschichte. Als hätte ich für jemanden ein Geschenk vorbereitet, und er will es nicht annehmen. Nu … er will nicht? Was soll man machen, ich gehe zum Zweiten: „Willst du es vielleicht?" Und er freut sich sehr und nimmt es an. 42:49

Danach sagt er plötzlich über sich, dass er das auserwählte Volk ist, das besondere Volk, und dass der Schöpfer für ihn sorgt und ihn will. Ursprünglich war die ganze Geschichte anders. Wir müssen hier also all diese Dinge klären. Natürlich schreibt Baal HaSulam sofort: Ist das etwa eine Auswahl nach Nationalität? Was heißt Nationalität – nach besonderen Eigenschaften in dieser Welt, tierischen?

Es kann sicher nicht sein, dass der Schöpfer eine Gruppe den anderen vorzieht, die Er ja selbst sozusagen auf der Erde gepflanzt hat. Worum geht es hier? Und wenn es wirklich bei bestimmten Völkern einen Vorrang gibt, die Methode der Korrektur anzunehmen? Wenn sie sie nicht annehmen und Er danach zu einer anderen Gruppe kommt und ihr diese Methode doch gibt, wie kann es dann sein, dass das überhaupt nicht an die richtige Adresse geht?

Wir müssen das gut, gut klären. Warum? Auch jeder von uns besteht aus den „Völkern der Welt", wie man sagt, und aus Israel. Auch in uns selbst müssen wir verstehen, wie diese Dinge funktionieren. Denn die ganze Methode der Korrektur ist wirklich für Eigenschaften bestimmt, die von vornherein überhaupt nicht in Verbindung mit der Kabbala stehen können.

Deshalb fängt unser Sehnen von der Kabbala an – zur Kabbala²⁰, wissen wir. Wir haben einen Punkt im Herzen, der „Bina" heißt. Wir sehnen uns nach der spirituellen Welt und wollen am Schöpfer anhaften. Nicht dass wir wissen, dass wir am Schöpfer anhaften wollen, aber wir haben eine Art Sehnsucht. Diese Sehnsucht gehört nicht zu all unseren Handlungen, unseren Verlangen, unseren tierischen Sehnsüchten nach Geld, Ehre, Wissen, Sex, Essen, irgendwelchen tierischen Dingen, nein. Wir fühlen, als wollten wir uns losreißen, uns von all diesen Verlangen dieser Welt trennen und wirklich zum Himmel fliegen.

Das ähnelt dem, was hier geschrieben steht: Die Methode der Korrektur ist wirklich für alle unsere tierischen Verlangen bestimmt. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite ist es unmöglich, dass sie die Methode der Korrektur annehmen. Man kann sie ihnen nur übergeben, in sie einpflanzen, und zwar durch den Punkt der Bina, der „ein Teil des Schöpfers von oben"²¹ heißt. Dieser Punkt gehört nicht zu ihnen und überhaupt nicht zum Menschen. Dieser Punkt, der Punkt im Herzen, durch den wir uns plötzlich nach Spiritualität sehnen, kommt überhaupt nicht von uns. Er stammt nicht aus unserer Natur. Der Schöpfer hat durch das Zerbrechen der Gefäße einen solchen Funken in uns gepflanzt, der ein Teil des zerbrochenen Massach heißt, ein Teil von Or Choser. Dieser Teil heißt in uns „Israel", und deshalb heißt er „ein Teil des Schöpfers von oben". 46:23

Er gehört überhaupt nicht uns, keinem Einzelnen, der diesen Teil hat. Er ist ein Teil des Schöpfers, ein Teil der Bina. Aber durch diesen Teil fangen wir an, eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und dem Verlangen zu empfangen selbst zu bauen. In diesem Punkt fängt die Verbindung an. Und die Verbindung in diesem Punkt ist so: Unter diesem Punkt ist unser ganzes großes Verlangen zu empfangen, und über diesem Punkt sind der Schöpfer und die spirituelle Welt. Dieser Punkt ist also der verbindende. Dann kann er, wie man sagt, die Methode der Korrektur annehmen, die Tora oder Kabbala heißt. Und er kann irgendwie anfangen, die Verlangen zu empfangen, jedes auf seiner bestimmten Stufe der Awiut, mit Eigenschaften des Gebens zu verbinden, indem er zwischen dem Verlangen zu empfangen und dem Schöpfer dient²². Diesen Punkt nennen wir später NeHJ des Höheren, ACHaP des Höheren, NeHJ de Ima.

Gestern haben wir das gelernt, beim Thema Hoshana Rabba²³. Es zeigt sich also Folgendes. In der Spiritualität haben wir das Einzelne und das Allgemeine, und in jedem gibt es einen Punkt der Bina und einen Punkt der Malchut. Genauso gibt es auch unter den Gruppen und unter allen Völkern, in der ganzen Menschheit, eine bestimmte Gruppe, die sozusagen die Korrektur machen muss, wie dieser Punkt der Bina. Dann heißt sie „Israel" und muss diese Aufgabe gegenüber allen Völkern erfüllen. Und das müssen wir jetzt ausführen. 48:19

Auch hier gibt es Allgemeines und Einzelnes. Das ganze Volk Israel hat eine Pflicht, also das, was in der Tierhaftigkeit, in dieser Welt, „Israel" heißt, wo „Jude" steht. Es muss die Methode der Korrektur auf sich nehmen, sich korrigieren und, wie man sagt, ein „Licht für die Völker" sein, ein Licht für alle Völker. Es muss ihnen diese Methode bringen: wie man die Welt korrigiert und sie mit dem Licht des Schöpfers füllt. Das heißt, wirklich Israel gegenüber den Völkern zu sein. Und jeder, zu dem dieses Verlangen kommt, das „Israel" heißt, der Punkt seines Sehnens zum Schöpfer, besteht schon aus beiden Teilen: aus dem Teil Israel, der sich sehnt, und aus dem Teil der Völker der Welt, der in ihm ist.

Was ist nun trotzdem das Besondere am Volk Israel im Vergleich zu allen übrigen Völkern? In der Tierhaftigkeit gehört es trotzdem mehr zur Weisheit der Kabbala, hat sie empfangen, sich mit ihr entwickelt und gehört in allen Generationen zu ihr, oder sie zu ihm. Man nimmt sie zwar nicht so sehr an, man will sie nicht und liebt sie nicht, aber trotzdem wird die Weisheit der Kabbala durch es weitergegeben. Das sehen wir, wenn wir die Reshimot lernen: wie sie sich nach dem allgemeinen Zerbrechen von Adam haRishon aufgeteilt haben.

Dann sehen wir: Die Reshimot derer, die in der Tierhaftigkeit zum Volk Israel gehören, sind die kleinsten Reshimot, das heißt die reinsten. Wenn sie die reinsten sind, ist das sicher etwas Besonderes. Aber warum ist das gut? Gut ist, dass sich diese reinsten Reshimot verhältnismäßig näher am Machsom befinden. Deshalb können in ihnen diese Punkte der Bina leichter hervortreten und wirken. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite muss sich jede Sache mit ihrem Gegenstück offenbaren. Deshalb zeigt sich auch das Verlangen zu empfangen in Israel, obwohl es nahe am Machsom ist, in der wildesten, schlimmsten Form. 51:02

Das Volk Israel hat also einerseits Punkte der Bina, die hervorstechen und es sozusagen mehr zur Spiritualität ziehen, und andererseits Punkte der Malchut, die schlimmer sind als die der anderen. Nicht dass es selbst gröber wäre als andere Völker, nein, sondern sie offenbaren sich in ihm vor allen anderen. Diese Gruppe ist also darin besonders, dass ihre Gefäße beim Zerbrechen der Gefäße auf die Stufe direkt unter dem Zerbrechen gefallen sind, unter den Machsom. Diese Gefäße sind eigentlich die oberste Schicht, und sie heißt „Israel".

Deshalb heißen die Körper hier in unserer Welt Körper des Volkes Israel, Juden. Und das Besondere ist, ich sage es noch einmal, dass sich sowohl Bina als auch Malchut deutlicher und früher klären und hervortreten als in allen übrigen Gefäßen, denn sie befinden sich weiter unten, tiefer als alle übrigen Reshimot.

Noch einmal (Zeichnung): Adam haRishon zerbrach, und alle Reshimot fielen hinab: Stufen der Awiut Shoresh, Alef, Bet, Gimel und Dalet. Was zur Stufe Awiut Shoresh gehört, heißt „Bnei Israel", und der Rest sind die übrigen Völker. Nach der Awiut Shoresh sind sie also einerseits eigentlich die reinsten Gefäße. Das heißt, hier gibt es Bina und Malchut, und Bina und Malchut klären sich bei ihnen schneller als bei allen übrigen Völkern. Es genügt ein kleines Licht, das auf sie wirkt, und schon springen sie. Was die Bina betrifft: Wenn man die Bina falsch benutzt, dann sind wir, wie wir wissen, die Ersten bei allen möglichen Dummheiten, die die Menschheit macht. 53:19

Alle Revolutionen machen wir, alle Entdeckungen machen wir, und niemand braucht sie. Aber wir machen das aus der Bina in uns heraus, das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite zieht es uns auch zu allem Reichtum und aller Ehre. Das Schlechte wie das Gute sticht also sozusagen stärker hervor, weil sich die Awiut Shoresh durch das Or Makif zuerst offenbart. Als Adam haRishon zerbrach, hat sich also jede einzelne Schicht schon nach ihrer Awiut aufgeteilt und ist entsprechend dieser Awiut gefallen.

Das lernen wir in Teil 7 von Talmud Esser haSefirot: wie die Teile, die Seelen, nach dem Zerbrechen hinabgefallen sind. Jeder einzelne Teil fiel von den Reshimot. Zuerst gab es die Stufe der Engel und danach TaNHJM. Das ist der Erste Tempel, der Zweite Tempel, egal. Sie fielen, und jeder Teil, der fiel, drängte tiefere Teile zum Wirken, das heißt, noch weiter hinabzufallen. Wie es auch ausging: Alle Stürze geschahen so, dass sie in Bezug auf die Eigenschaft der Bina fielen.

Dann blieben diejenigen, in denen die Eigenschaft der Bina stärker hervortritt, näher am Machsom, und das nennt man „Verdienst der Väter"²⁴. Was bedeutet „die Väter"? Das sind diese Eigenschaften der Bina, Chessed, Gwura, Tiferet, die sich im oberen Teil von Adam haRishon befinden. Es zeigt sich also, dass diese Besonderheit keine Besonderheit ist. Es gibt darin nichts Besonderes. Diese Reshimot kommen in unserer Welt in einem Gewand, das „Israel" heißt, und sie kommen zuerst zur Korrektur. Diese Reshimot müssen die Methode der Korrektur weitergeben, und das ist unsere Aufgabe.

Außerdem gilt: Das Allgemeine und das Einzelne sind gleich, und die Reshimot haben sich alle vermischt. Deshalb gibt es auch in allen übrigen Schichten, Alef, Bet, Gimel und Dalet, also außer in der Awiut Shoresh, in jeder Awiut ebenfalls Shoresh, Alef, Bet, Gimel, Dalet, sogar in Dalet de Dalet. Wir können sogar Chinesen und Japaner finden, oder ich weiß nicht, egal, welche Völkergruppen, wie man sagt, in denen es auch diese Teile der Bina gibt, dieselbe Wurzel, die in ihnen „Israel" heißt. Oder man nennt sie „Chassidei Umot haOlam"²⁵, egal, wie man es nennt. In jedem einzelnen Volk gibt es Menschen, die sich nach Spiritualität sehnen.

Und umgekehrt gibt es in Israel, wo es in der Awiut Shoresh ebenfalls Shoresh, Alef, Bet, Gimel und Dalet gibt, Menschen, die fern von Spiritualität sind, obwohl sie zu Israel gehören. Denn alles besteht aus allem. Hier sehen wir plötzlich Leute aus Deutschland, und man sagt mir, aus wie vielen Ländern – aus 25?

56:32

Schüler: Ja.

Rav: Aus 25 Ländern waren hier Leute bei uns, und sie gehören alle zu Israel, zum Begriff Yashar-El²⁶: Sehnen zum Schöpfer. Und wir können hinausgehen und Menschen sehen, die der Nationalität nach zu Israel gehören und daran überhaupt kein Interesse haben: Lass mich in Ruhe, und das war's. So verhalten sie sich zu dieser Aufgabe. Das liegt daran, dass sie nicht zum Teil der Bina in ihnen gehören.

Deshalb schreibt Baal HaSulam einerseits, dass sicher nur jemand, der nicht bei Verstand ist, denken kann, dass das zu irgendeinem Volk gehört. Andererseits muss das Volk Israel in dieser Welt diese Methode der Korrektur trotzdem weitergeben: sie selbst anwenden und an die anderen Völker weitergeben.

Gibt es Fragen? Nein. Nu, wenn das Volk Israel versteht, braucht man nicht mehr. Wir werden sehen. Von hier aus verstehen wir natürlich, warum wir in der ganzen Geschichte die am meisten Geschlagenen sind und warum uns das zusteht. Und warum der Schöpfer uns durch alle übrigen Völker solche Schläge arrangiert: weil wir uns nicht korrigieren und ihnen die Methode der Korrektur nicht weitergeben, die auch für sie die Rettung ist.

Diese Presse der Korrektur, dieses große Rad der Geschichte, verpflichtet also sicher vor allem uns, die Handlungen der Korrektur auszuführen. Und gegenüber den übrigen Völkern nicht, sondern gerade durch sie²⁷. Weil wir schuld sind, dass sie in diesem Zustand sind, kommt der „Stock" zuerst auf uns. Es steht so geschrieben, dass Israel an allen schrecklichen Dingen schuld ist, die in der Welt geschehen. Denn alles, was geschieht, kommt aus dem Fehlen der Korrektur, und am Fehlen der Korrektur sind wir schuld.

Wenn es irgendwo einen Krieg gibt oder eine Katastrophe, egal wo, dann wegen des Fehlens der Korrektur, das eigentlich wir verursacht haben. Das betrifft Israel in jedem Einzelnen, wenn er dieses Verlangen hat und es nicht verwirklicht hat. Und es betrifft Israel als das tierische Volk, das „Israel" heißt und schuld ist, dass es nicht ausgeführt hat, was ihm auferlegt ist. Verständlich. 59:19

Schüler: Ist dann die Zeit der Endkorrektur des tierischen Volkes Israel gekommen?

Rav: Die Endkorrektur muss sich in der ganzen oberen Schicht aus allen Völkern vollziehen, die sich nach Spiritualität sehnt, falls es solche gibt. Daraus bauen wir unsere Gruppe, und sie heißt „Israel" in der spirituellen Form. Außerdem gibt es das tierische Israel, dieses Volk, das in der tierischen Form „Israel" heißt, wie es genannt wird. Es muss auch auf der Erde seine Aufgabe in der Tierhaftigkeit erfüllen. Und solange es sie nicht erfüllt, werden alle auf es einschlagen. Das sind eigentlich die Schläge, die es selbst bestellt und selbst an sich ausführt. Wer von oberhalb des Machsom das wahre Bild sieht, für den ist es einfach so, als nähmst du einen Stock und schlügst dich selbst.

Ob nun andere Völker kommen und dich töten wollen oder irgendwelche Katastrophen und Unglücke über dich kommen, bei all diesen Mitteln siehst du mit eigenen Augen, wie sehr du das selbst tust, an dir selbst. So ist das.

Alle anderen außer dir befinden sich noch auf der Stufe unterhalb der freien Wahl. Deshalb gibt es dort nichts Wirkliches, dem man etwas zuschreiben könnte … nur du. Du tust nichts, und du verursachst all diese Katastrophen, die dir und allen geschehen.

Ja.

61:19

Schüler: Ein Mensch, der keinen Punkt im Herzen bekommen hat, kommt nicht, um Kabbala zu lernen; das erreicht ihn nicht. Hat das Volk Israel, das einfache Volk, diesen Punkt?

Rav: Ob das Volk Israel diesen Punkt hat? Er ist da, er ist näher am Machsom und deutlicher als bei allen übrigen Völkern. Das sehen wir daran, wie dieses Volk in der Geschichte überhaupt funktioniert: wie sehr es sich in allen Dummheiten dieser Welt hervortut, ja? Alle möglichen Entdeckungen in der Physik und in allen möglichen Dingen zu machen, der Reichste zu sein, in allem der Schlimmste zu sein. Hätte es seine spirituellen Eigenschaften genutzt und entwickelt, hätte es sicher schon die allgemeine Korrektur der ganzen Welt bewirkt.

Die Eigenschaften sind da, die Voraussetzungen sind da. Wäre das nicht so, dann kämen all diese Katastrophen nicht über uns, wenn wir die Korrekturen nicht schon längst hätten ausführen können. Es sind die fehlenden Korrekturen, die wir nicht rechtzeitig gemacht haben, die in negativer Form zu uns kommen, nichts weiter. Dieselbe Korrektur, dasselbe Reshimo: Wenn ich es nicht ausführe, kommt Awiut von unten an meinen Punkt im Herzen, und aus dieser Awiut muss ich Reinheit machen, ja? Wenn ich das nicht tue, wird diese Awiut zu einer zusätzlichen Verhüllung über dem Punkt im Herzen. Diese zusätzliche Verhüllung spüren wir als Katastrophen, als schwereres Leben, als Krankheiten, wie du willst.

Kabbalisten in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts, ja, um 1920, 1930, riefen zum Beispiel, dass es in zehn oder zwanzig Jahren regelrechte Katastrophen für das Volk Israel geben wird, wenn wir … Denn es gab wirklich einen sehr scharfen Übergang: vom tierischen Leben, das man in allen möglichen Ländern des Exils lebte, zu einem Leben, in dem wir das Land bekamen und anfingen, uns aufzubauen. Und wir fingen an, es in tierischer Form aufzubauen, nicht in spiritueller. Alle riefen, auch Baal HaSulam, und es gibt darüber Zeugnisse und alles, wie sehr sie warnten, was passieren kann und was passieren könnte. Und es ist passiert.

Denn du bekommst so viele Bedingungen, die Korrekturen auszuführen, und eine innere Vorbereitung. Wenn du sie dann nicht ausführst, wird diese Awiut, die unter der Bina ist, zu etwas über der Bina: Malchut steigt über Bina, und dann geht natürlich schon alles zugrunde. Ich will nicht sagen, was noch passieren kann, aber es lohnt sich, sich zu beeilen. In Ordnung?

Ja, Itzik.

64:44

Schüler: Wie kann es sein, dass der Teil, der dem Licht, der Korrektur, am nächsten ist, sich in der größten Verhüllung befindet?

Rav: Wie kann es sein, dass das Volk Israel in größerer Verhüllung ist als die übrigen Völker? Es ist nicht in größerer Verhüllung. Es ist einfach seine Awiut jetzt … Die Frage ist gut. (Zeichnung) Du fragst so: Wie kann es sein, dass seine Malchut so groß ist, wenn das Awiut Shoresh ist? Dieses Volk ist grausam, jagt Ehre, jagt Geld, will die ganze Welt verschlingen. Fünfzehn Millionen, schau, was für einen Lärm sie in der ganzen Welt machen. Überall ist einer von ihnen, und er muss der Erste sein, ja? Das liegt daran, dass seine Awiut jetzt nach außen kommt, das heißt, sie ist jetzt in Aktion.

Die übrigen Völker zum Beispiel, die Chinesen, kennen wir nicht. Wir denken: Was braucht er schon? Eine Schale Reis am Tag bekommt er, und dem Schöpfer sei Dank braucht er sonst nichts. Das ist so, weil noch kein Or Makif auf ihn kommt und er noch nicht zur Verwirklichung gekommen ist. Wenn er zur Verwirklichung kommt und sich sein Verlangen zu empfangen offenbart, wirst du sehen, was für ein Verlangen zu empfangen das sein wird.

In uns allen muss sich ja ein Verlangen zu empfangen von Ejn Sof offenbaren. Was sich uns jetzt offenbart, ist die allgemeine Awiut Shoresh. Weil sie sich bei uns offenbart und bei den anderen nicht, scheint es uns, als wären wir die Schlimmsten. Unsere Awiut Shoresh ist jetzt im Vergleich zu den anderen die schlimmste. Deshalb treibt sie uns zu allen möglichen Dingen, ja? Zur Revolution, zu Entdeckungen, zur Technik, in allem: der Erste beim Geld sein, der Erste bei der Ehre, der Erste in der Wissenschaft, in allem.

Aber wenn das anfängt, sich in den tieferen Schichten des Verlangens zu empfangen zu offenbaren – oho, was dann sein wird, dann gibt es Explosionen.

Aber diese Explosionen wird es nicht mehr geben, weil wir das durch die Awiut Shoresh weiter vorbereiten. Deshalb heißt es, dass dieses Volk, diese Schicht, der Vermittler zwischen dem Schöpfer und den übrigen Völkern ist. Deshalb können alle übrigen, tieferen Reshimot von vornherein ihre Korrektur nicht ohne die Awiut Shoresh anfangen. Die Entfernung ist einfach gewaltig.

Ja.

67:15

Schüler: (fragte auf Russisch)

Rav: Oh, er fragt schön. Er fragt, wie wir alle, die wir heute hier versammelt sind, Israel aus allen Völkern, das Volk Israel erwecken können … Das ist die schwerste Arbeit, obwohl das wirklich insgesamt eine Schicht der Awiut Shoresh ist. Aber nur durch das Or Makif, das wir auf uns ziehen. So steht es am Ende des Vorworts zum Buch Sohar²⁸, ja? Wo ist das? Oren. Gleich. Nu.

Schüler: 66.

Rav: Ja, ja, einen Moment. Oh, hier steht es so. Beim Propheten Jesaja heißt es: „Und Völker werden sie nehmen und sie an ihren Ort bringen, und das Haus Israel wird sie in Besitz nehmen auf dem Boden des Schöpfers." Und: „Sie werden deine Söhne im Arm bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden." Die anderen Völker werden also die Söhne Israels auf ihren Flügeln nehmen und sie nach Jerusalem bringen, damit sie ihre Arbeit tun, in Ordnung? Nicht umsonst sehen wir wirklich, dass die Korrektur so kommt. Es kommen sozusagen „die anderen Völker", wie man sagt; wir sind ja wirklich aus 25 Ländern, ja? Es waren Vertreter hier. Letztlich müssen wir die nächste Schicht, also die ganze Awiut Shoresh, dazu bringen, sich zu korrigieren. Durch sie wird sich dann die ganze übrige Masse in der Welt korrigieren.

Das heißt: Auf das spirituelle Volk Israel, so nennen wir uns alle auf der ganzen Erde, wird dann die Schicht folgen, das Unbelebte²⁹, das tierische Volk Israel, und danach die übrigen Völker, jedes schon nach seiner Awiut. Nur durch das Or Makif, das wir erwecken, ja, da ist nichts zu machen. 69:56

Wer sind wir? Wir gehören sozusagen nicht … Was heißt, wir sind das Volk Israel? Wir sind das Volk Israel in der spirituellen Form, ja? Jener Punkt aus allen Völkern, der sich sehnt. Wir sind die Wurzel in all diesen, ja? (Zeichnung) Shoresh de Shoresh, Shoresh de Alef, Shoresh de Bet, Shoresh de Gimel, Shoresh de Dalet.

Wir werden noch sehen, wie die Chinesen, die Japaner, alle kommen. Es wird kein Volk fehlen, in dem sich nicht jemand dafür interessiert und kommt. Dann wird das wirklich die Gruppe sein, die alle einschließt. Aber das ist der Begriff Volk Israel in der Spiritualität, nicht in der Materialität. In der Materialität sind das die, die sich außerhalb von Kfar Sitrin³⁰ befinden.

Gut, ja. 70:51

Du weißt, dass wir innerhalb Israels, wir, die Gruppe Bnei Baruch Israel, dieses Jahr als Jahr der Verbreitung auf Hebräisch festlegen. Denn wir müssen anfangen, den Machsom hier zu durchbrechen. Ohne das kann es nicht sein, dass wir … Wir müssen das tun. Das war's. Jede Gruppe würde das an ihrem Ort tun, aber wir haben die schwerste Aufgabe.

71:26

Schüler: Und das soll die Absicht während des Lernens sein?

Rav: Darin soll die Absicht während des Lernens bestehen. Ich würde es so sagen: Ich erwarte natürlich die größte Gruppe, die es nur geben kann, unsere Gruppe Israel, von uns allen, so wie die, die hier waren. Und dass noch mehr Menschen auch aus weiteren Ländern kommen, und so wird es sein. Du siehst, plötzlich tauchen Leute aus Chile, Brasilien und Mexiko auf, ein Mensch fühlt plötzlich etwas und findet plötzlich eine Verbindung. Und so wird es sein. Das sind wirklich sehr besondere Seelen, und das ist ihre Aufgabe. Und unser aller Aufgabe, unbedingt, von uns allen und besonders von der Gruppe Bnei Baruch Israel, ist es, in diesem irdischen Volk ein spirituelles Erwachen zu bewirken.

Denn wir müssen trotzdem vom Geist aus anfangen, zu den übrigen Schichten hinabzusteigen. Das heißt: Von Shoresh de Shoresh, Alef, Bet, Gimel, Dalet muss jeder in seiner Schicht anfangen. Und wenn wir das in der Schicht der allgemeinen Awiut Shoresh nicht ausführen, wird es sicher nicht auf die übrigen Schichten übergehen.

Gut, die Frauen schweigen heute. Ja, bitte.

72:59

Vorleser: Wir sind bei Absatz 6.

„6. Die Weisheit der Kabbala ist eine Methode zur Korrektur des Egoismus. Das Ergebnis dieser Korrektur ist das Erreichen des Ziels der ganzen Schöpfung, der Dwekut mit dem Schöpfer. Die Welt wurde so erschaffen, dass sie dem Menschen ermöglicht, die Gesetze der Kabbala zu erfüllen und zum Ziel der Schöpfung zu kommen. Der Plan des Schöpfers ist, sich dem Menschen zu offenbaren, und das empfindet der Mensch als absoluten Genuss. Wenn sich der Mensch mithilfe der Kabbala allmählich entwickelt, erhebt er sich spirituell bis zum Erreichen des Schöpfers, bis zur vollendeten Vollkommenheit. Diese Vollkommenheit nennt man Dwekut." 73:57

Rav: Ich habe hier alle Wörter und jeden einzelnen Satz von Baal HaSulam zusammengefasst und bereinigt. Ich habe daran wirklich viel verändert, aber insgesamt ist das der Inhalt. Das Ziel des Schöpfers ist also, sich dem Menschen zu offenbaren. Diese Offenbarung geschieht entsprechend der Gleichheit der Form. Zur Gleichheit der Form kommt der Mensch durch eine Korrektur an all seinen Verlangen. Alle unsere Verlangen bleiben, wie sie sind. Man muss die Verlangen nicht korrigieren, auch wenn wir so sagen, dass wir die Verlangen korrigieren müssen. Wir müssen auf jedem einzelnen Verlangen einen Massach errichten, das heißt die Art, wie das Verlangen genutzt wird, die Absicht, mit der es genutzt wird. Ja.

74:58

Vorleser: Absatz 7.

„7. Aber warum wurden wir nicht von vornherein vollkommen und am Schöpfer anhaftend erschaffen? Wozu und für wen sind unsere Anstrengungen in der Selbstkorrektur nötig? Antwort: Wer Gnadenbrot³¹ isst, empfindet Scham bis zum Verlust seines Ichs. Der Schöpfer will, dass sich die Geschöpfe vollkommen und Ihm ähnlich fühlen. Deshalb gab Er uns die Möglichkeit, durch unsere Anstrengung in der Selbstkorrektur zur Vollkommenheit zu kommen."

Rav: Weiter.

Vorleser: Absatz 8.

„8. Das gleicht einem Reichen, der einen Armen in sein Haus brachte. Er gab ihm zu essen und zu trinken und schenkte ihm alles, was dieser sich nur wünschen konnte. Je mehr die Geschenke umsonst wuchsen, desto größeren Genuss empfand der Armen, aber im selben Maß wuchs auch die Scham. Als der Reiche den Armen fragte: ‚Sag, habe ich alle deine Wünsche³² erfüllt?', antwortete ihm der Arme: ‚Ein Wunsch ist mir geblieben: dass all das Lohn für meine Arbeit sei und ich es nicht als Almosen aus deiner Hand empfange.' Darauf sagte ihm der Reiche: ‚Dieses Bedürfnis kann niemand erfüllen.' Das ist ein Naturgesetz unserer Welt: Der Empfänger empfindet Scham und Ungeduld, wenn er ein Geschenk umsonst empfängt, das ihm der Gebende aus Gnade oder aus Mitleid gibt.

Daraus folgt das zweite Gesetz: Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der die Wünsche seines Nächsten bis zum Ende erfüllen könnte. Denn er kann sein Geschenk nicht in eine eigenständige Errungenschaft des Empfängers verwandeln, und nur das könnte ihm das Gefühl vollkommenen Genusses geben. Deshalb hat uns der vollkommene Schöpfer die Möglichkeit bereitet, die Vollkommenheit aus eigenen Kräften zu erreichen, durch Anstrengung und Mühe in der Selbstkorrektur nach der Methode der Kabbala. Dann wird all das Gute und die Wonne, die von Ihm zu uns kommen, also alles, was im Begriff Dwekut mit dem Schöpfer enthalten ist, unsere eigene Errungenschaft sein, die wir dank unserer Anstrengungen erreicht haben. Nur so können wir uns als Hausherren fühlen und die Vollkommenheit spüren." 78:21

Rav: Gibt es Fragen?

Der Schöpfer hat also das Verlangen zu empfangen erschaffen, und außer dem Verlangen zu empfangen hat Er die Scham erschaffen: das Empfinden des Unterschieds zwischen dem Empfänger und dem Gebenden. Hätte der Schöpfer nicht die Scham erschaffen, also etwas zusätzlich zum Verlangen zu empfangen, dann hätten wir uns nie verändern wollen, wie das Vieh, wie die Tiere. Alles, worin wir uns verändern wollen, kommt aus dem Empfinden des Unterschieds zwischen uns und dem Schöpfer, ob wir es spüren oder nicht. Was steht über das Vieh geschrieben? „Ein Kalb, einen Tag alt, wird Stier genannt."

Ein Tier kann also schon stehen, auch wenn es heute geboren wurde. Es kann schon fressen, weiß schon, was schlecht und was gut ist, und irrt sich nie. Es weiß, wohin es gehen soll und wohin nicht, dass es nicht von einer Höhe springen und nicht ins Feuer gehen soll. Es weiß alles und braucht für seine Entwicklung nichts mehr. So bleibt es bis zum Ende seines Lebens bei demselben Charakter, denselben Gewohnheiten, derselben Natur, die sich nicht ändert.

Der Mensch ist völlig anders als das Tier. Er wird ohne jede Vorbereitung auf das Leben geboren. Bis er weiß, wie man existiert und wie man sich in der Welt hält, vergehen zwanzig Jahre, nur damit er einigermaßen weiß, keine Dummheiten zu machen, und auch danach hilft es nicht. Muss man ein Tier erziehen, es irgendwie halten, damit es nicht zu Drogen flüchtet und keine Dummheiten macht, unter denen es danach selbst leidet und der Umgebung schadet? So etwas gibt es nicht, nur beim Menschen. 80:44

Woher kommt das? Alles kommt aus dem Empfinden des Unterschieds zwischen dem Menschen und dem Schöpfer, aus dem Punkt der Scham. Dieser Punkt treibt uns zu allen schlimmsten Errungenschaften. Hätten wir den Schöpfer gespürt, also verstanden, worin wir uns von Ihm unterscheiden, dann würde uns dieses Empfinden wirklich einen Antrieb und eine klare Richtung zur Entwicklung und Korrektur geben. Deshalb geschehen die wahre Scham und auch die wahre Korrektur der Scham nur oberhalb des Machsom. Unterhalb des Machsom haben wir eine Art Kopie davon in unseren tierischen Verlangen, und leider verursacht uns das natürlich alles Schlechte, das es gibt.

Die Korrektur besteht nur darin, dem Gebenden ähnlich zu werden, sonst können wir die Scham nicht loswerden. Und diese Scham ist, wie gesagt, eine eigene Schöpfung. Der Schöpfer erschuf Bchina Alef in den vier Bchinot von Or Yashar. Hätte Er Bchina Alef nur erfüllt und ihr nicht das Empfinden gegeben, dass es Bchina Shoresh gibt, den Gebenden, dann hätte Bchina Alef nicht gespürt, dass sie der Bchina Shoresh ähnlich werden will, der Bchina über ihr, dem Gebenden. Dann hätte es keine weitere Entwicklung gegeben. Alles hätte in Bchina Alef der vier Bchinot von Or Yashar geendet.

Die ganze Entwicklung kommt also aus dem Empfinden des Unterschieds zwischen dem Unteren und dem, der höher ist als er: Der Untere will dem Höheren ähnlich werden. Und warum? Das erklärt er uns im nächsten Punkt.

83:02

Vorleser: 9.

„9. ‚Jedoch aus dem Naturgesetz kommt die Scham' …"

Rav: „Aus welchem Naturgesetz …"

Vorleser: „9. Aus welchem Naturgesetz kommt die Scham, die wir empfinden, wenn wir von jemandem aus Gnade empfangen? Die Scham ist eine Folge des Naturgesetzes …"

Rav: Lass mich korrigieren, danach: „Jedoch aus welchem Gesetz …"

Vorleser: „Die Scham ist eine Folge des bekannten Naturgesetzes, nach dem die Natur jeder Folge, jedes Zweiges, ihrer Ursache, ihrer Wurzel, nahe und ihr ähnlich ist. Dieses Gesetz wirkt zwischen jeder Wurzel und ihrem Zweig und wird nie verletzt. Daraus folgt: Alles, was in der Wurzel existiert, ist im Zweig begehrt, geliebt, nützlich und angenehm und ruft ein Gefühl von Genuss hervor, und der Zweig strebt zur Wurzel. Alles, was der Wurzel nicht eigen ist, ist für den Zweig unannehmbar, unerträglich und schädlich und ruft ein Gefühl von Leiden hervor, und er strebt danach, sich davon zu entfernen.

Daraus verstehen wir die Quelle aller Genüsse und Leiden in der Welt. Der Schöpfer hat alles erschaffen und ist die Wurzel aller Geschöpfe. Deshalb zieht uns alles an und ist uns angenehm, was in Ihm enthalten ist und direkt von Ihm zu uns herabkommt. Alles, was dem Schöpfer nicht eigen ist, was nicht direkt von Ihm kommt, sondern als Folge davon entsteht, dass sich die entgegengesetzten Eigenschaften des Geschöpfs selbst offenbaren, ist unserer Natur entgegengesetzt und verursacht Leiden." 85:16

Rav: Genau hier habe ich die Frage bekommen.

Frage: Wenn die Scham ein Teil der Schöpfung ist, in welchem Teil von ihr befindet sie sich? Wenn die Scham Licht ist, wie spürt das Geschöpf es?

Rav: Ich habe klar gesagt: Die Scham ist eine eigene Schöpfung. Was bedeutet das? Das Verlangen zu empfangen, das genießen will, will von dem Licht genießen, das es erschaffen hat, als eine Kopie. Es gibt ein Licht, die Eigenschaften des Schöpfers, der dem Geschöpf Gutes tun will. Durch diese Eigenschaften prägt Er dem Geschöpf Verlangen nach genau den Empfindungen ein, die Er dem Geschöpf bereiten will. Und das Geschöpf fängt zwangsläufig an, das zu wollen, was im Schöpfer ist. Es will vom Schöpfer genießen, vom Empfinden des Schöpfers.

Wenn der Schöpfer mich erfüllt, geht es mir gut. Wenn nicht, geht es mir schlecht. Je mehr Er erfüllt, desto besser, und je weniger Er erfüllt, desto schlechter. Das war's. So existieren das Unbelebte, das Pflanzliche und das Tierische. Mit der Stufe des Sprechenden meine ich nicht den Sprechenden auf der Straße, den Menschen auf der Straße, sondern den Begriff Mensch, den Begriff des Sprechenden. Das Sprechende befindet sich nicht auf einer Stufe, auf der es nur von der Gegenwart des Schöpfers Gutes und von Seiner Abwesenheit Schlechtes fühlt.

Darüber hinaus spürt es noch einen zusätzlichen Parameter, der überhaupt nicht zu dem gehört, was der Schöpfer dem Geschöpf einprägt. Der Schöpfer hat dem Geschöpf gemäß den Genüssen, gemäß Seiner Form, die entgegengesetzte Form eingeprägt. Darüber hinaus hat Er ihm ein zusätzliches Empfinden Seiner selbst gegeben: Wer bin Ich, der dir das gibt. Das Unbelebte, Pflanzliche und Tierische spüren den Gebenden nicht. Die Stufe des Menschen bedeutet, dass man den Gebenden spürt. Wir sind noch keine Menschen, wir sind noch nicht Adam. 88:10

Adam heißt, dass man den Gebenden spürt, also den Schöpfer als den Gebenden. Und dadurch spürt man sofort, zwangsläufig, Scham. Entsprechend der Stärke des Schamgefühls erwacht man, um sie um jeden Preis zu beseitigen, denn sie hebt alle Genüsse völlig auf. „Mein Tod ist mir lieber als mein Leben": Ich will dieses Leben nicht, nicht Geld und nicht Ehre, nicht Wissen, keinerlei spirituelle Genüsse, wenn ich Scham spüre.

So sehr, dass Malchut de Ejn Sof mit allen Lichtern erfüllt war und einen Zimzum machte. Sie will all das Licht nicht, das sie erfüllt. Warum? Das Schamgefühl ist stärker als alle unendlichen Genüsse, die in ihr sind. Das heißt, das Schamgefühl kommt von einer höheren Stufe. Wenn der Mensch die Scham korrigiert, wird er einer Stufe würdig, die höher ist als sein eigenes Gefäß des Empfangens³³. Er kommt also von der Stufe des Geschöpfs zur Stufe des Schöpfers. Denn von der Stufe des Schöpfers kommt dieses Empfinden: der Unterschied, das Schamgefühl, das Empfinden des Gebenden.

Ist das klar? Fragt. Ja.

89:37

Schüler: …

Rav: Dem Gebenden ähnlich zu werden oder Scham, das ist dasselbe. Nur kannst du dann sagen … Oh, du fragst schön. Du sagst Folgendes: Ich sehe, dass Er gibt und ich der Empfänger bin. Ich will mich nicht als Empfänger fühlen, weil es mir damit schlecht geht. Nur deshalb führe ich irgendwie irgendwelche Handlungen aus, um keine Scham zu spüren und mich nicht als Empfänger zu fühlen. Heißt das dann, dass ich es aus Liebe tue, um Ihm wirklich ähnlich zu werden? Ich will das Unangenehme³⁴ loswerden, ja? Der Anfang ist so, denn wir befinden uns in der dem Schöpfer entgegengesetzten Form.

Dadurch, dass ich hasse … Ich hasse das Empfangen, weil ich mich schäme. Das brennt mich, das tötet mich einfach, ich spüre wirklich: „Mein Tod ist mir lieber als mein Leben", bis zu diesem Punkt. Das ist so erschaffen, denn es ist ein Empfinden von einer höheren Stufe als ich, und es ist stärker als alle Genüsse. Das gibt mir die Möglichkeit, Zimzum Alef an mir zu machen: Ich höre auf, alle Genüsse zu empfangen, ich will sie nicht. Wenn ich aufhöre, alle Genüsse zu empfangen, kann ich danach anfangen, die Eigenschaften der Bina in mich aufzunehmen.

Dann fange ich an zu verstehen: Wenn es nicht gut ist, Empfänger zu sein, weil das Verlangen zu empfangen leidet, aha, dann fange ich damit an … Das ist schon ein Übergang dazu, zu verstehen, wie viel besser es vielleicht ist, der Gebende zu sein. So weit, dass das Verlangen zu empfangen selbst anfängt zu verstehen, dass es sich lohnt, der Gebende zu sein. Dann hat es schon eine Verbindung mit der Bina. Woher kommt die Verbindung von Bina und Malchut? Daher, dass Malchut am Anfang die Bina einschränkt und sagt: Ich will sie nicht. Du willst mich nicht, ich will dich nicht. 91:51

Und daraus fängt es an: Dann werden wir einander brauchen, du mich und ich dich, ja? Dann fängt jede an, sich mit den Eigenschaften der anderen zu verbinden, ja? In dieser gegenseitigen Verbindung entstanden völlig neue Gedanken, die es im Geschöpf nicht gab: dass man sich durch das Geben erfüllen kann. Diese Erfüllung durch das Geben ist vollkommen. Und diese Erfüllung ist überhaupt keine Erfüllung, sondern ihr ganzer Inhalt ist das Geben, die Übereinstimmung mit dem Gebenden. Verstehst du.

All das fängt mit dem Schamgefühl an. Es hilft dem Verlangen zu empfangen auf diese unangenehme Weise, anzufangen, sich von sich selbst zu befreien und sich von sich selbst zu entfernen. Durch die Scham fängt der Mensch an, eine Entfernung von sich selbst zu sehen. Er geht aus sich selbst heraus, er stößt seine eigene Natur zurück. Die Scham hilft, damit anzufangen. Aber danach kommt natürlich statt der Scham schon die Liebe, das Sehnen gegenüber dem Gebenden, auch wenn es überhaupt keine Scham mehr gibt.

Danach kommst du zu einem Zustand, in dem alles erlaubt ist und der Schöpfer dir alles gibt. Wie im Beispiel in Baal HaSulams Brief: Der König ist verborgen, irgendein Grausamer fällt über den Schatz des Königs oder überhaupt über sein Königreich her, und der arme, unglückliche Diener muss kämpfen. Alles ist also in der Hand des Menschen, und es gibt kein Problem, denn es ist schon völlig freie Wahl: dem Gebenden ganz ähnlich zu sein oder ganz alles zu empfangen wie in Malchut de Ejn Sof und keine Scham zu spüren.

Der Mensch hat danach die Wahl, die Scham sozusagen auszulöschen und im Empfangen, um zu empfangen, zu bleiben, im ganzen Verlangen zu empfangen, in dieser ganzen Freiheit ohne den Schöpfer. Hier liegt unbedingt der Punkt seiner freien Wahl, der das mittlere Drittel von Tiferet heißt, Klipat Noga. Ein Mensch, der sich in diesem Zustand befindet … Hier ist die Frage: Wie können wir auf diese freieste Weise wählen, wie der Schöpfer oder wie das Geschöpf zu sein? Was treibt uns dann an, gerade Ihm ähnlich zu werden? Das ist schon nicht mehr so einfach zu erklären.

Ja.

94:52

Schüler: Vorher haben wir gesagt, dass nur das Spüren des Gebenden Scham empfinden lässt. Dann macht der Mensch einen Zimzum und fängt mit der Arbeit an.

Rav: Die Scham kann nur kommen, wenn wir den Schöpfer sehen, also den Schöpfer als den Gebenden spüren. So wie hier beim Armen und beim Reichen. Viele Menschen empfangen, empfangen und empfangen Gefälligkeiten, und wir sagen: Schäm dich, wie kannst du dich nicht schämen? Er spürt nicht, dass er empfängt. Spürt ein Kind, dass es von den Eltern empfängt? „Man schuldet es mir." Es ist das Familienoberhaupt, es wickelt sie um den Finger.

Wenn es dann wächst und Selbstständigkeit bekommt, kann es in diesem Maß nicht mehr mit Forderungen zu seinen Eltern kommen. Ich bin der Sohn meiner Eltern, auch mit 30 bin ich ihr Sohn, ich lebe mit ihnen zusammen, ich komme zu ihnen, ich bin ihr Sohn. Wenn ich schon geheiratet habe und eine Frau habe, dann komme ich die Eltern besuchen. Ich bin schon eine eigene Einheit, ich schäme mich schon. Wohin gehst du? Ich gehe die Eltern besuchen. Und bevor du geheiratet hast: Ich gehe nach Hause zu Papa und Mama.

Schon fängst du an, dich zu schämen. Warum? Du bist selbstständig geworden, getrennt. Das Empfinden, dass der Mensch empfängt, gibt ihm also die Fähigkeit, selbstständig zu sein.

Ja.

Schüler: Kann man sagen, dass die Scham aus der Gegensätzlichkeit der Form … ist, oder kommt danach noch zusätzliche Scham aus dem Fehlen des Sehnens hinzu?

Rav: Scham aus dem Fehlen des Sehnens kann nur von der Gemeinschaft kommen, nicht aus dem Menschen selbst. Das ist ein Thema für sich: wie wir durch die Gemeinschaft Scham entwickeln können. Das ist sehr wichtig, aber heute schaffen wir das nicht mehr. Vielleicht heute schon, aber nicht in dieser Lektion.

Ja.

97:11

Schüler: … nur wenn der Schöpfer etwas verdienen und es mir dann geben würde. Aber der Schöpfer hat das doch von Natur aus. Warum soll ich mich schämen, von Ihm zu nehmen?

Rav: Du sagst also: Der Schöpfer hat alles Gute, Ihm fehlt nichts, Er hat unendlich viele Genüsse, unendlich viele Dinge. Was macht es Ihm überhaupt aus, wenn ich ein bisschen von Ihm empfange? Warum spüre ich dann Scham, wenn ich so denke, ja? Nu. Das ist so, wie jeder sagt: Was, ich stehle? Alle sind Diebe. Was stehle ich schon? Sie haben selbst gestohlen, ich nehme es von ihnen, das ist sogar eine Mizwa, kein Diebstahl. „Wer von einem Dieb stiehlt, ist frei", ja? Über all diese Klugheiten redet man gut, bevor man den Gebenden wirklich spürt.

Mehr noch, ich sage dir: Alles, was du in deiner menschlichen Form mehr hast als ein Tier, mehr als ein Säugling, kommt aus der Entwicklung der Stufe der Scham. Schau dir einen Säugling an: Er kommt zu jedem, packt jeden, er nimmt sogar mit beiden Händen. Siehst du, wie sie essen? Sie stopfen sich den ganzen Mund voll. Alles. Und er schämt sich nicht, das entspricht nicht seiner Entwicklungsstufe. Danach fängt er an zu sehen: das nehmen, das empfangen, ein bisschen, und schon ist Scham da.

Wir können nicht festlegen, wie man sich verhält, ob die Scham als Empfinden des Höheren oder als Empfinden des Gebenden kommt, da ist nichts zu machen. Die ganze Erziehung der Generation muss eigentlich nur durch, wie soll man sagen, eine erhöhte Empfindlichkeit für Scham geschehen. Alles, was du im Leben erreichst, Beruf, Arbeit, in allen Dingen immer mehr zu sein, kommt aus der Scham. Scham gegenüber deiner Frau, gegenüber den Eltern, gegenüber den Verwandten, gegenüber der ganzen Welt, gegenüber dir selbst. Das ist die Motivation, ja? Sie verpflichtet dich zu allem, in jeder Hinsicht. Sonst wärst du wie ein Tier geblieben, ohne jede Entwicklung.

Ich habe aufgehört … Das war's, vorbei, meine Kraft zu sprechen ist zu Ende. Nein, lies weiter. Sind wir bei Absatz 9 oder 10?

Vorleser: 9, hier ist ein Beispiel.

Rav: 9, dann bitte. Also 9 und 10, lies sie zu Ende. Lies Absatz 9, 10 und 11 zu Ende, und ab 12 machen wir weiter.

100:29

Vorleser: Wir waren in Absatz 9 bei der Zeile „Zum Beispiel", oben am Anfang der Seite.

„Zum Beispiel lieben wir Ruhe und hassen Bewegung, so sehr, dass jede Bewegung, die wir machen, dazu dient, Ruhe zu erreichen. Das ist so, weil sich unsere Wurzel, der Schöpfer, in absoluter Ruhe befindet. Aus demselben Grund lieben wir Weisheit, Stärke, Reichtum und so weiter. Denn all das ist in Ihm, weil Er unsere Wurzel ist. Und wir hassen alles, was dem entgegengesetzt ist, Dummheit, Schwäche, Armut, weil es in unserer Wurzel völlig fehlt."

„10. Der Schöpfer, unsere Wurzel, gibt nur und empfängt nicht. Deshalb empfinden wir, Seine Zweige, Genuss, wenn wir geben, und Scham, wenn wir aus Gnade empfangen."

„11. Was ist also das Ziel der Schöpfung, die Dwekut mit dem Schöpfer? Tatsächlich ist die Dwekut, deren Erreichen uns das Lernen der Kabbala zusichert, die Gleichheit der Zweige mit ihren Wurzeln. Alles Angenehme und Erhabene, das von Natur aus im Schöpfer ist, können wir nur entsprechend dieser Gleichheit spüren. Der Genuss ist also die Gleichheit der Form mit dem Schöpfer. Wenn wir in unseren Handlungen allem ähnlich werden, was unserer Wurzel eigen ist, empfinden wir Genuss. Alles, was nicht in unserer Wurzel ist, verursacht uns Leiden. So hängt alles vom Maß der Gleichheit unserer Eigenschaften mit unserer Wurzel ab und gründet darauf."

(Ende der Lektion)