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Morgenunterricht 14.02.2002
Buch „Kitvej Rabash" Band 1, Artikel „Die Wichtigkeit des Gebets der Vielen"
Rav: Wir haben einen Artikel aus Band 1 gelesen, „Schlawej haSulam", Seite 279, Gebet der Vielen. Was ist das Gebet der Vielen? Ein Mensch, der sich vorläufig im Status der Vielen befindet, der noch aus 70 Nationen und dem Aspekt Israel zusammengesetzt ist, der hat alle möglichen tierischen Wünsche, wie alle, und er hat auch eine Art Funken, einen Punkt im Herzen, der erwacht ist – dann nennt man es, dass er das Gebet der Vielen betet.
Die Vielen, das sind zwei. Für sich selbst, und er hat etwas für den Schöpfer. Und dann zerplatzt er, er ist in zwei geteilt und weiß nicht wie und was. Wie soll er seinen Zustand wirklich festlegen, dass es der wahre, ewige, vollkommene Zustand sei? Der Mensch muss verstehen, dass die Wirklichkeit überhaupt nicht darin liegt, dass wir empfangen oder geben, oder geben, nehmen.
Die Wirklichkeit umfasst zwei Zustände, nicht Handlungen, zwei Zustände. Entweder den Zustand des Geschöpfes oder den Zustand des Schöpfers. Und hier müssen wir wählen, in welchem Stand wir sein wollen. Nicht in der Handlung selbst, geben, empfangen. Sondern geben, empfangen, das ist etwas Äußeres. Das Innerlichere ist, wer wir sein müssen, sein wollen. 02:03
Und die Wahl ist zwischen dem, der Empfangende zu sein – und dann ist der Mensch nur ein Punkt von Etwas aus Nichts, nicht mehr als ein Punkt. Alles Übrige, was es rund um den Punkt gibt, das kommt alles vom Licht. Oder er kann aus diesem Punkt heraus nur eines machen: wählen, Schöpfer zu sein, wie der Schöpfer. Das ist alles.
Und wie wählt man, anstelle dieses schwarzen Punktes, Etwas aus Nichts, an seiner Stelle Schöpfer zu sein? Die Wahl liegt in der Wichtigkeit, dass es besser ist, wichtiger, größer, ewig, vollkommen. Was soll man wählen? Wenn man schon davon spricht, was man wählen soll, dann fängt der Mensch schon an abzuwägen. Er hat nichts, woran er sich festhalten kann – am Wesen des Schöpfers, an Seiner Essenz. Er muss schon wählen, was besser ist – aus der Kluft zwischen ihm und dem Schöpfer heraus.
Und hier beginnt schon die Sache mit „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt". Wie die Taten des Schöpfers und die Taten des Menschen sich in Gegensätzlichkeit der Form befinden – nur wegen der Absicht, um zu empfangen oder um zu geben. Abgesehen davon gibt es keinerlei Unterschied. Warum? Weil alle Taten des Menschen – die macht der Schöpfer. Und alle Taten des Schöpfers macht der Schöpfer.
Also was ist der Unterschied? Der Unterschied liegt nur in der Absicht. Dass beim Menschen diese Taten, die der Schöpfer in ihm veranlasst, mit der Absicht um zu empfangen sind, dem Menschen zugewandt; und beim Schöpfer sind dieselben Taten um zu geben, ebenfalls dem Menschen zugewandt. Also liegt die Wahl eigentlich im Stand: zu sein entweder Geschöpf oder wie der Schöpfer.
Und die Handlungen – das ist wahr – haben keinerlei Wert in sich, sondern dadurch, dass wir alle möglichen Gebote tun, setzen wir auf all unsere verschiedenen Willen einen Massach um zu geben. Wir haben, in uns, 613 Willen. Auf jeden einzelnen Willen setzen wir einen Massach, arbeiten mit diesem Willen um zu geben – das nennt man Taten der Gebote, Taten von Tora und Geboten, Korrekturen. Und insgesamt, wenn man all diese Korrekturen beendet, die ganze Arbeit beendet, dann gleichen wir dem Schöpfer. Das heißt, Seinem Stand. 05:41
Und dann haben wir schon keine Verbindung mehr zu diesen Taten von Geboten und diesen Korrekturen, die wir gemacht haben, sondern wir steigen auf eine Stufe, auf der wir wie Er sind, und das war's. Wenn wir reden – ich versuche hier diesen Punkt ein wenig hervorzuheben – dass die Sache im Stand liegt, den wir wählen, und ähnlich zu werden ist nur ein Mittel, indem wir durch alle möglichen Taten ähnlich werden wollen.
Sondern als hätte der Schöpfer so gesagt: Du willst mir ähnlich sein, dann komm, zum Beispiel mache ich solche und solche Taten, dann werde mir in diesen Taten ähnlich, und das war's. Taten, die Er uns gegeben hat, Willen, die Er uns gegeben hat – das ist einfach nur sozusagen etwas, worin wir ähnlich werden können. Sonst hätten wir nichts, worin wir Ihm ähnlich werden könnten. Wir hätten uns nicht an Ihm festhalten können, sondern nur am Äußeren, an unseren Taten.
Wir reden über die Kluft zwischen dem Stand des Geschöpfes und dem Stand des Schöpfers, dass der Mensch es vorziehen muss, wie der Schöpfer zu sein. Also verstehen wir, dass die Sache unserer ganzen Arbeit nicht einmal darin liegt, die Korrekturen zu erfüllen. Die Korrekturen zu erfüllen ist ein Mittel, sondern das Wichtigste ist die Wichtigkeit des Standes des Schöpfers, vor allem. Aus der Wichtigkeit des Standes des Schöpfers kommt schon ein Ergebnis. 07:42
Wodurch kann ich zu diesem Stand kommen? Nun, durch das Errichten des Massach auf irgendeinen Willen, um zu geben, das… Aber vor allem, einfach in abstrakter Form, Seine Wichtigkeit. Und das ist die hauptsächliche und einzige Sache, an der man arbeiten muss. Darüber sagt er eigentlich, dass das Gebet der Vielen darin besteht, die Wichtigkeit des Schöpfers zu enthüllen.
Dass sich dann als Ergebnis daraus mir gewiss Kräfte von oben enthüllen werden, das Licht, das zum Guten zurückbringt – „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Würze erschaffen". Alle Dinge werden sich enthüllen, aber sie werden sich nur enthüllen, wenn ich wirklich zu Seinem Stand kommen will. Und nicht so: „Ich will Dir in irgendeiner Handlung ähnlich werden, gib mir Kraft, irgendeine Handlung zu machen". Das ist schon etwas Nebensächliches, das ist schon ein Ergebnis, aber was willst du unterm Strich. Ich will ähnlich werden, wie Du sein.
Jetzt, wodurch? Durch Taten der Gebote, irgendwelche Korrekturen auf irgendwelchen Willen. Deshalb steht nicht ohne Grund geschrieben „Ich habe den bösen Trieb erschaffen" – das hat Er als Mittel erschaffen – „Ich habe die Tora als Würze erschaffen". Das heißt, der Heilige, gesegnet sei Er, wollte Israel würdig machen, sie auf Seine Stufe bringen, erschuf für sie Tora und Gebote. Das heißt, dass diese Dinge nur Mittel sind, um zum Stand des Schöpfers zu kommen.
Was will ich damit sagen – ich habe viele Worte gesagt. Dass wir über die Erkenntnis der Göttlichkeit reden müssen, über die Wichtigkeit der Göttlichkeit, über den Stand des Schöpfers in abstrakter Form. Ohne „um zu geben", „um zu empfangen" gibt uns das irgendein Geschwätz im Ohr. Dabei verlieren wir den hauptsächlichen Punkt, den Stand. Die Wichtigkeit. Und das muss an der Spitze all unserer Pläne, Handlungen, Gespräche, Gedanken, Diskussionen und gewiss unseres Lernens stehen. Alle Anstrengungen, alle Mittel müssen nur dafür da sein. In dem Maße, wie der Mensch ein wenig das Gefühl der Wichtigkeit des Schöpfers erlangt, danach ist er schon fähig, etwas zu machen, etwas in der richtigen Richtung auszuführen, auf diesen Stand zu. Das ist eigentlich… der Rabash weiß, wusste, in den Artikel wirklich enorm viele Dinge hineinzubringen.
Ja. Was willst du?
Schüler: Woran kann man sich denn wirklich festhalten, wenn ich über die Wichtigkeit des Schöpfers spreche, ohne Bezug zu Geben und Empfangen? Wie kann ich … die Wichtigkeit? Man gibt sie einem nicht.
Rav: Du sagst – du bist klug – du sagst: Wenn wir über Gefäße des Gebens reden, dann verstehe ich, dass sie wichtig sind. Oder Gefäße des Empfangens, dann sind sie nicht wichtig. Aber wenn ich ganz ohne Bezug zu Gefäßen rede, dann habe ich nichts, worüber ich bei der Wichtigkeit des Schöpfers reden könnte. Also ich sage dir: Es stimmt, dass wir uns nicht an Ihm festhalten können, sondern nur an Seinen Taten. Und an Seinen Taten, in dem Maße, wie wir anfangen können, die Taten „um zu geben" zu erkennen – das ist die eine Seite. Andererseits darf unsere Arbeit nicht damit anfangen, dass ich Taten des Gebens und Taten des Empfangens abwäge, denn dabei kann ich trotzdem nicht… gewiss werde ich mich dabei irren. 12:45
Ich werde nicht sagen, dass Taten des Gebens gute Taten sind und Taten des Empfangens schlechte Taten – das ist eine Lüge. Für mich ist das Gegenteil richtig. Sondern ich muss wirklich an der Größe des Schöpfers arbeiten – wie arbeitet man daran. Also sagt er: in künstlicher Form. Sagen wir, ich zahle tausend Schekel im Monat an Leute um mich herum, damit sie die ganze Zeit über die Wichtigkeit des Schöpfers reden. Ich meine das ernst. Und sie reden: „Du weißt schon…" ta-ta-ta-ta-ta-ta. Immer wenn ich unter ihnen bin – ich habe sie bezahlt – müssen sie darüber reden. Glaub mir, ich bin von ihnen beeindruckt. Und dann fange ich wirklich an, darüber nachzudenken, fange an, darüber zu reden, fange an, es erlangen zu wollen.
Glaubst du, jemand macht Werbung für irgendeine Marke Mayonnaise, ich weiß nicht, irgendein Name. Ist der davon wirklich begeistert? Oder ein Mann von vierzig, fünfzig macht Werbung für Windeln, ist ihm das etwa wichtig? Der eine saugt mehr auf, der andere weniger, verstehst du, das… Sondern? Er macht das, weil man ihm Geld zahlt, ja. Das erreicht jemanden, der einen Punkt im Herzen hat, ja. Was heißt, er hat einen Punkt im Herzen? Dass er ein Baby hat, dem er Windeln kaufen muss, ja, dann hört er zu. Und je mehr man für diese Werbung zahlt, fürs Radio, für irgendein Medium, desto mehr hört er es, und es wirkt. Ist da irgendjemand mittendrin davon beeindruckt? Nur der, der es hören muss. So ist es mir egal. Ich bin bereit, den Leuten Geld zu zahlen, damit sie diese ganze… diese ganze Werbung auf mich anwenden, das war's. Wenn deine Gruppe dazu fähig ist, ja. Wenn nicht, müssen wir zahlen.
15:09
Schüler: Einfach Gehirnwäsche.
Rav: Das… zu nehmen… klar, Gehirnwäsche, ja. Andere Leute zu nehmen, gegen Bezahlung, ob mit Geld oder mit etwas anderem. Hier in der Gruppe geschieht das als Tausch. Sie wollen auch über die Wichtigkeit des Schöpfers hören, also gibst du ihnen, und sie geben dir. Also spielen alle einer gegenüber dem anderen. Aber wenn es einen Punkt im Herzen gibt, dann ist er beeindruckt von dem, was andere darüber reden, das ist alles. Und hier liegt die ganze Anstrengung des Menschen darin, sich eine solche Umgebung zu organisieren. Das nennt man, jedes Mal eine bessere Umgebung zu wählen.
Ja. Ja, Schulem, nu.
Schüler: Wenn ein Schauspieler nicht in Ordnung ist, stößt das ab.
Rav: Wenn ein Schauspieler nicht in Ordnung ist, das…
Schüler: Das stößt ab.
Rav: Ich weiß nicht, was ein Schauspieler, der nicht in Ordnung ist, sein soll.
Schüler: Die Wichtigkeit des Schöpfers künstlich. Einer bemüht sich, es aus dem Herzen zu sagen, obwohl…
Rav: Dein Tier wird nicht unterscheiden, ob das künstlich ist oder nicht. Ich sage dir das im Ernst. Auch wenn er spielt und du weißt, dass er spielt, wirkt es trotzdem auf dich. Das war's. So sind wir gebaut. Denn in der Aufnahme des Materials sind wir Tiere. Und ein Tier unterscheidet nicht – unterscheidet ein Tier, eine Kuh, zwischen gut und schlecht im nicht-gefühlsmäßigen Aspekt, im verstandesmäßigen Aspekt, zwischen Wahrheit und Lüge, das heißt? Nein.
Ja.
Schüler: Was bedeutet „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt"?
Rav: „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt" – der Schöpfer will, dass der Punkt von Etwas aus Nichts Ihm ähnlich wird. Wodurch? Nun, Er machte eine Art neun Erste, Seine Eigenschaften des Gebens, und sagte: „Du willst mir ähnlich werden, mach diese neun Ersten so, wie ich sie habe. So wie ich dir gebe, mach dasselbe mir gegenüber." Dann wird der Punkt im Herzen, oder das steinerne Herz, letztendlich mir ähnlich. Das ist alles. Wodurch hätte ich das sonst machen können? Es gab nichts anderes dafür. Das nennt man: „Der Heilige, gesegnet sei Er, wollte Israel würdig machen, darum gab Er ihnen reichlich Tora und Gebote." Was bedeutet Tora und Gebote? Die neun Ersten – wenn du sie machst, lernst du vom Schöpfer „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt". Und nachdem „wir Dich erkannt haben" – was? Und wie „haben wir Dich erkannt"? Durch die Gleichheit der Form, durch das… dadurch, dass ich dasselbe mache.
18:00
Schüler: Und in dieser Welt?
Rav: In dieser Welt gibt es keine Erkennbarkeit des Schöpfers, wovon redest du, diese Welt. Ich rede über… ich rede darüber, dass wir in der Unendlichkeit (Ejn Sof) lernen, dass der Schöpfer aus Etwas-aus-Nichts einen Punkt gemacht hat. Und dieser Punkt kam zum ersten Mal in einen Zustand, in dem er sich selbst als getrennt vom Schöpfer fühlt und einen Zimzum macht. Was geschieht danach? Wenn… und nach dem Zimzum muss man an diesem Punkt noch alle möglichen Vorbereitungen machen, dass in ihm wirklich Vorbereitungen für die neun Ersten sind, sie zu verstehen, dass er alle Reshimot hat – dann bringt man diesen Punkt zu einer völligen Entfernung vom Schöpfer, das nennt man, dass er sich schon in dieser Welt befindet. Der geeignete Ort, wie er sagt.
Jetzt, von diesem Ort aus, wenn ich will, wenn ich fühle, dass ich ich bin und Er Er, so sehr, dass ich Ihn nicht fühle. Wenn ich Ihm ähnlich werden will, wie Er sein, ja, dann habe ich vor mir die Möglichkeit, dass ich erwerbe, was… dass ich in meinen Taten, wenn ich Ihm ähnlich werde, dann bin ich genau wie Er, in meinen Taten. Denn in meinem grundlegenden Punkt bin ich gewiss nicht wie Er. Ich bin Etwas aus Nichts, und Er ist Etwas aus Etwas. Aber nachdem wir all diese Handlungen machen, das heißt, ich erwerbe neun Erste über diesem Punkt, und aus diesem Punkt heraus, auf dem ich wirklich stehe, mache ich alle Handlungen in den neun Ersten – das nennt man, dass ich das Gefäß der Seele erschaffe.
Und am Punkt selbst arbeite ich nicht, sondern nur in den neun Ersten über ihm, ja, das nennt man, dass ich mich Ihm völlig zu hundert Prozent angeglichen habe, ich habe die Korrektur beendet – was kommt danach? Danach ist dieser Punkt überhaupt nicht… denn er ist nicht mehr Etwas aus Nichts, er kehrt sich um und wird wirklich… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es gibt hier schon keine Worte mehr, das ist oberhalb des Endes der Korrektur. Das war's.
Also müssen wir Tora und Gebote und die Mittel, Tora und Gebote zu tun, das heißt den Zustand der Vorbereitung und all die Dinge drumherum – wir müssen sie als Mittel sehen, um dem Schöpfer ähnlich zu werden. Also was ist die Hauptsache? Nicht diese Mittel, sondern die Angleichung an Ihn herzustellen, ja, dass ich wie Er sein werde. Was heißt, wie macht man das, wie wird man wie Er? Zu wollen, dass es wichtig ist – daran muss man arbeiten. All diese Dinge sind Mittel.
Also wenn man darüber nachdenkt, worüber man in der Gruppe reden soll, was man machen soll, worüber man überhaupt nachdenken soll, dann hast du die einzige Sache, auf die es sich überhaupt zu konzentrieren lohnt, nur darauf. Denn wenn man an „um zu empfangen", „um zu geben" denkt, so und so, und „drei Linien" und all die Dinge – das kommt alles danach, denn dabei wirst du gerade durcheinanderkommen und nicht… du wirst denken, dass du schon drin bist. Sondern in der Unterscheidung der Wichtigkeit, ich und Er, hier legst du diese eine scharfe Richtung fest, dass sie auf Seinen Stand gerichtet sein muss.
Ja.
22:12
Schüler: Auch wenn eine Sache wie die Liebe der Freunde ebenfalls erst kommt, nachdem wir…
Rav: Was ist die Liebe der Freunde, wozu die Liebe der Freunde? Das ist eine große Regel in der Tora, die Liebe der Freunde. Das ist im Grunde die umfassende Korrektur. Ist das ein Ziel an sich? Muss ich jemanden lieben? Ist es etwa das Ziel der Schöpfung, jemanden zu lieben?
Schüler: Nein, das ist ein Mittel…
Rav: Nu, also was fragst du, klar ist das ein Mittel. Ein starkes Mittel, das alle Dinge umfasst. Aber es umfasst im Grunde als die Korrektur, aber nicht, dass diese Tat der Endzweck ist. Welcher Endzweck, was ist daran? Wenn ich es schaffen könnte, wie der Schöpfer zu sein, ohne diese Korrektur „Und liebe deinen Nächsten wie dich selbst", dann würde ich es nicht machen. Das ist eines der… „Das ist eine große Regel in der Tora", richtig, das ist eines der 613 Gebote, das umfassende Gebot, nicht mehr. Und so muss man sich dazu verhalten. Nicht es an die Spitze aller Dinge stellen. Von allen Korrekturen ist das die wichtigste Korrektur, aber es ist eine Korrektur, also ein Mittel.
23:49
Schüler: In der Arbeit der Erkenntnis der Göttlichkeit gibt es wohl viele Schritte. Also was ist der erste Schritt, auf dem ein Mensch anfängt, daran zu arbeiten, sagen wir, in künstlicher Form. Das heißt, was?
Rav: Der erste Schritt, an dem der Mensch arbeiten muss, ist die Erkenntnis der Größe der Göttlichkeit, das heißt, er muss um sich herum alles nur Mögliche organisieren, was ihm hilft, davon beeindruckt zu werden, sich damit einzuschließen. Mehr nicht. Also ich sage dir: Zahl den Leuten, dass sie die ganze Zeit an dir arbeiten. Zahl. Entweder du zahlst mit Mühe oder du zahlst mit Geld. Mach Werbung im Radio, im Fernsehen, mach es mit Büchern, die vor dir liegen, mit allen möglichen Dingen. Nu, dazu habe ich nichts zu sagen, arbeite einfach du an deinem Tier, damit es anfängt, diese Message aufzunehmen, diese Botschaft als das Wichtigste. Das war's.
Der Schöpfer will das nach und nach durch die Leiden machen, gibt Schläge über Tausende von Jahren, sodass wir nach und nach erkennen, dass unser Problem wirklich von Ihm kommt und dass wir anfangen müssen, Ihn zu berücksichtigen und zu sehen, dass Er der Wichtigste von allem ist. Und danach zu sehen, dass das Wichtigste nicht einmal ist, mit Ihm zurechtzukommen, damit es mir gut geht, sondern wie Er zu sein – das ist ein langer Weg im Lernen durch Schläge. Das Lernen durch die Gemeinschaft kann mir sogar all diese Schritte überspringen. Und mir direkt zu sagen: „Weißt du, oh weh weh" – fertig.
Schau, wie viele Schritte auf dem Weg der Leiden ich durchmachen muss, bis ich lerne, zu Seiner Wichtigkeit komme – enorm viele Schritte. Sondern? Der erste Einwand: Warum ist Er verborgen – wenn Er einen Schlag gibt, soll Er uns zeigen, dass Er den Schlag gibt, dann werden wir wissen, dass es von Ihm kommt. Wissen wir, dass es von Ihm kommt, dann wissen wir, mit wem wir zurechtkommen müssen, damit es keine Schläge gibt. Also wirst du daran arbeiten, dass du keine Schläge bekommst. Aha, mein Lieber, hier ist das Ziel ein anderes, nicht dass du an Schläge denkst. Dass du anfängst, darüber nachzudenken, wer hinter ihnen steht, ob es sich lohnt, sich auf Ihn zu beziehen, und nicht auf die Schläge, die von Ihm kommen.
Also dich dazu bringen, durch die Schläge an Ihn zu denken, und nicht an Ihn so zu denken, dass Er dich auslöst, nu, dass Er dich von den Schlägen befreit, sondern dass du, selbst wenn es Schläge gibt, gerade mit Ihm verbunden sein willst, trotz der Schläge, die du von Ihm bekommst. Bis man dahin kommt, braucht man wirklich einige Tausend Jahre der Entwicklung und danach noch sehr große Umläufe auf dem Weg der Leiden. Sogar nach dem Punkt im Herzen, wenn der Mensch die Methode nicht so in die Hand nimmt. Das ist sehr schwer, der Weg der Schläge, der Weg der Probleme, der Weg der Verbergung.
Und Schläge verstärken nur die Verbergung – dahin zu kommen, dass ich gerade nach Ihm verlange und nicht das Aufhören der Schläge. Ihn will, obwohl ich Schläge bekomme. Sollen es Schläge geben, nur dass ich Ihn nicht vergesse, und alles Mögliche dieser Art, weißt du, Unterscheidungen. Dass der Mensch, bis er zu einem Zustand kommt, in dem er überhaupt nicht auf die Schläge achtet, sondern sich nur an den Schöpfer hält, und das war's, das heißt Seine Wichtigkeit, das ist das Wichtige.
Diese Dinge müssen sich nach und nach entwickeln, über wirklich enorm viele Schläge und bittere Zustände hinweg. Das ist wirklich „Brot mit Salz sollst du essen", das ist eine schreckliche Entwicklung. Also deshalb haben die Kabbalisten besondere Korrekturen gemacht, dass „das Licht darin ihn zum Guten zurückbringt", sodass wir durch das Lernen, durch die Methode, zum selben Ergebnis schnell kommen können, auf eine leichtere Weise.
Also wie? Nicht mit den Schlägen arbeiten, nicht gegen den Willen zu empfangen arbeiten, nicht… ihn loslassen, nicht in ihm versunken sein, nicht Kritik an ihm üben, an gar nichts, nur an der Wichtigkeit des Schöpfers arbeite. Überhaupt: Geh von deinem Spielfeld auf Sein Spielfeld über, sei nur dort. Das nennt man „Ich habe die Tora als Würze erschaffen". So sehr es möglich ist, sei verbunden, zugehörig, nah am Licht, und dann nennt man das „das zum Guten zurückbringt".
Ja.
29:57
Schüler: Der gute Trieb hier – was meint er damit? Meinen Willen, Seinen Willen, oder eine besondere Zeit, oder eine Zeit des Wohlgefallens?
Rav: Gibt es hier so etwas?
Schüler: Es steht geschrieben: „Ich, mein Gebet, eine Zeit des Wohlgefallens".
Rav: Nein, wo steht das, in Bezug worauf, „Zeit des Wohlgefallens"? Ich kenne den Vers, nu?
Schüler: Auf der ersten Seite, auf 279: „Denn es sagte Rabbi Jochanan im Namen von Rabbi Schimon ben Jochai: Was bedeutet das Geschriebene ‚Und ich – mein Gebet sei Dir, o Herr, eine Zeit des Wohlgefallens'? Wann ist eine Zeit des Wohlgefallens? In der Stunde, in der die Gemeinschaft betet."
Rav: Ja, wann ist eine Zeit des Wohlgefallens? Ja, er sagt: das Gebet der Vielen. Wann ist eine Zeit des Wohlgefallens? Zu der Zeit, in der die Gemeinschaft betet – das ist also die Bedingung, dass es eine Zeit des Wohlgefallens gibt, ja? Was nennt man Gemeinschaft? Alle Willen des Menschen. Wenn sie zu einer einzigen Entscheidung kommen, dass sie eines brauchen, und alle versammelt sind, um das Ziel zu erreichen, das nennt man eine Zeit des Wohlgefallens.
Nu, also was fragst du?
Schüler: Ich frage hier: dieser Wille – ist es der Wille des Heiligen, gesegnet sei Er, mein Wille, oder…
Rav: Im Menschen gibt es zwei Willen. Gemeinschaft, das nennt man zwei. „Das Mindeste von ‚Vielen' sind zwei". Das, die siebzig Nationen der Welt, ist ein Wille, und der zweite Wille ist der Wille Israels. Wenn beide das Erreichen einer einzigen Sache wollen, ja, dann kann das der Schöpfer sein, es kann nicht anders sein, denn der Punkt im Herzen gibt nicht nach. Dann nennt man es, dass es ein einheitliches Gebet gibt, ein Gebet der Vielen.
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Wichtigkeit des Schöpfers und der Größe des Schöpfers?
Rav: Was ist der Unterschied zwischen der Wichtigkeit des Schöpfers und der Größe des Schöpfers? Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich dir sagen soll. Das sind Dinge, die der Mensch jedes Mal danach misst, wie er beeindruckt ist. Das heißt, jedes Mal danach, wie viel Kraft es ihm gibt, den Weg fortzusetzen. Das messen wir eigentlich. Ich kann Ihn nicht messen, ich kann Ihn nur danach messen, ob ich für Ihn einen kleinen oder großen Koffer schleppen kann. Das war's. Es hängt vom Gewicht des Koffers ab. Ich sehe Ihn, Er ist 5 Meter hoch, dann kann ich für Ihn 20 Kilo 100 Meter weit schleppen. Er ist 500 Meter hoch, dann schon 30 Kilo und einen Kilometer. Das war's, so messe ich nach meiner Fähigkeit, für Ihn zu arbeiten. Das nennt man, dass Er größer oder weniger groß ist, wichtiger oder weniger wichtig. Alles aus der Beeindruckung in meinen Gefäßen. 32:45
Jetzt, was ist der Unterschied zwischen Größe und Wichtigkeit? Das sind Arten der Beeindruckung, die einander sehr nah sind. Größe, da geht es darum, wie ich Ihn messe. Wichtigkeit, wie ich Seine Größe aufnehme und sie gegenüber der Größe aller übrigen Dinge in mir messe, inwieweit Er bei mir wichtig wird, gegenüber den übrigen Dingen, die mir wichtig sind. Du verstehst. Sagen wir, du bist in meinen Augen 10 Meter groß, das gibt mir das Gefühl deiner Größe. Das Gefühl deiner Größe gibt mir das Gefühl deiner Wichtigkeit gegenüber allen meinen übrigen Dingen. Ich will etwas für mich machen, und hier sagst du, mach etwas für mich. Also fange ich schon an zu messen, das eine gegen das andere, das nennt man, dass ich Wichtigkeit unterscheide.
33:52
Schüler: Muss der Mensch den Schöpfer beneiden, wie Er sein wollen?
Rav: Muss der Mensch den Schöpfer beneiden und wie Er sein? Dem Schöpfer gegenüber gibt es keinen Neid, weil die Erkenntnis des Schöpfers zusammen mit der Erkenntnis Seiner Demut kommt, und mit der Erkenntnis der Demut im Inneren des Menschen, gemäß der Gleichheit der Form. Also gibt es keinen Neid auf den Stand des Schöpfers, es kann keinen bösen Neid auf den Stand des Schöpfers geben. Sondern es kann nur ein Sehnen danach geben, wie Er zu sein.
Es gibt im Menschen gewiss alle Willen, wie soll ich sagen, den Schöpfer zum eigenen Genuss zu benutzen, das gibt es gewiss. Das ist ein Wille der Störung. Das heißt, dass die Göttlichkeit mir dient – das wollen wir, warum nicht. Bei allem, was du „um zu empfangen" denkst – wen willst du benutzen? Ihn. In der Klipa willst du gewiss gegen Ihn rebellieren, du willst Ihn benutzen, du willst über Ihn herrschen, gewiss. Wenn ich jetzt sicher wäre, dass mir nichts Schlechtes daraus entsteht, dass ich Ihn ergreife und Ihn zu 100% zu meinem Genuss benutze, und das unter meiner vollen Herrschaft steht, dass es niemals anders ausgeht, Gott behüte, dass ich danach teuer dafür bezahle – dann würde ich das nicht machen. Sondern was, ich bin so gut, schön, ich bin das…
Was?
36:08
Schüler: Wie sorgt man dafür, dass in der Gemeinschaft ein Wille besteht, sich vor Ihm aufzuheben, mehr als wie Er zu sein, mehr als Ihn zu ergreifen?
Rav: Ehrlich gesagt, das ist nicht wichtig. Die Wichtigkeit des Schöpfers fängt davon an, wenn es über die Schläge geht, dass ich von Ihm abhängig bin, dass jeder einzelne Schlag, was in mir ist, von Ihm kommt. Also gibt es zuerst eine gewöhnliche Furcht, eine Furcht aus dieser Welt und eine Furcht aus der kommenden Welt, wie er uns am Ende des „Vorworts zum Buch Sohar" sagt, dort in den „Wegen der Tora", ja? Das sind die Gebote der Tora. Das erste Gebot ist schon Furcht. Das zuerst. Also Seine Wichtigkeit erlange ich zuerst danach, wie ich einschätze, was das wichtig ist gegenüber meinen Gefäßen des Empfangens. Wenn ich sehe, dass Er über mich völlig und ganz herrscht und über die ganze Welt mit voller Herrschaft, habe ich keine Wahl, ich ergebe mich: Du bist wichtig. Das war's.
Wenn der Mensch zu dieser Erkenntnis der Wichtigkeit kommt, nur zu dieser Erkenntnis der Wichtigkeit, und das war's, dann kann er in Verzweiflung geraten, er kann die Kabbala verlassen, überhaupt den Weg des Fortschritts, und einfach um zu vergessen, dass der Schöpfer über alles herrscht – weil ihn das völlig aus dem Leben wirft – dann wird er sich bemühen, eine solche Gemeinschaft zu finden, in der er das vergisst, und es läuft ihm. Wenn es ihm im Leben läuft, dann wird er das vergessen und einfach wie ein Tier leben, wenigstens wird er nicht leiden. Wenn es ihm nicht läuft, wenn der Schöpfer ihn trotzdem an sich erinnert, dann verbringt er so sein Leben, der Arme, bis er stirbt. Es gibt viele solche. Ich sehe jetzt an Glizerin, was los ist – hat uns verlassen, ist nach Amerika gereist, auch dort hat er keine Ruhe, will zur Kabbala gehören. Lass schon los, lebe doch dein Leben, was, du wolltest Erfolg haben, nu, dann hab Erfolg. Das war's. Nein. Du siehst, der Arme.
Also, du verstehst, das ist immer noch, das ist immer noch ein schlechter Zustand. Deshalb müssen wir dafür sorgen – und das ist ein Problem und das ist sehr wichtig – dass ich in dem Maße, wie ich anfange zu verstehen, dass der Schöpfer über alles herrscht, auch Seine Größe erkennen muss, Ihn dafür wertschätzen muss, dass Er über alles herrscht. Dann werde ich daran Genuss haben, dass – Gott sei Dank – Er über alles herrscht, und dann werde ich in zwei Linien zusammen voranschreiten. Und ich werde keine Verzweiflung haben, sondern das Gegenteil. Jedes Mal, wenn sich mir mehr Nöte und mehr Schläge enthüllen, entdecke ich, dass Er der Wichtige, der Ewige, der Große ist, der alles macht, Gott sei Dank. Mir wird schon wohl, dass es von Ihm kommt. Verstehst du?
Deshalb ist die Arbeit an der Größe der Göttlichkeit, an der Wichtigkeit der Göttlichkeit das Erste, und danach, dass sich alle anderen Dinge enthüllen – das ist schon nicht mehr wichtig, sie werden sich immer schon in der für den Fortschritt nützlichen Form enthüllen. Ich werde nicht hinausgeworfen, ich werde nicht in Depression geraten, ich werde nicht aufgeben.
40:26
Schüler: Also quasi, kann es sein, dass Er – dass Er groß ist, das ist in Ordnung. Dass Er herrscht, damit gibt es ein Problem?
Rav: Dass Er groß ist und dass Er herrscht – diese zwei Dinge müssen sich zusammen enthüllen. Nicht groß, dass Er wichtig ist. Dass Er gut ist und Gutes tut, sagen wir. Das war's. Positives von Ihm und Negatives von Ihm müssen zu mir auf einmal kommen, beide. Was ist Negatives von Ihm? Im Gefühl. Was ist Positives von Ihm? Im Verstand. Im Gefühl bekomme ich Schläge, prima, ich habe einen Schlag bekommen. Und im Verstand sehe ich, das kommt zu meinem Besten, das kommt von Ihm, der groß ist, und so weiter. Aber noch einmal: Wir müssen nicht an den Schlägen arbeiten, wir müssen nur an der Wichtigkeit arbeiten.
Nu, beenden wir es damit. Ja.
41:25
Schüler: Wie kann es sein, dass der Schöpfer – der Geben und Geben ist – trotzdem über uns herrscht? Wie ist das, scheinbar ist das doch so…
Rav: Wie kann es sein, dass Er – im Geben und Geben – trotzdem über uns herrscht? Weil das nicht – quasi nicht passt? Bist du nicht zufällig Pole? Bist du nicht zufällig Pole? Nein, aber es gibt so einen Begriff, „die polnische Mutter", weißt du? Nu, was gibt es da hinzuzufügen? Du weißt, wer das ist – sie erdrückt das Kind mit ihrer Liebe, und es ist wirklich arm dran… nu? Wenn der Schöpfer in Seinem „gut und Gutes tuend" uns zu diesem „gut und Gutes tuend" bringen will, dann benutzt Er alle möglichen Enthüllungen des „gut und Gutes tuend" uns gegenüber, um uns zu zeigen, dass das „gut und Gutes tuend", das, was Er uns geben will, noch nicht in uns ist. Das ist es, was wir als Leiden fühlen. 43:18
Ich habe dir all die guten Dinge vorbereitet, die wirklich die guten Dinge für dich sind. Ja? Das war's. Milch und irgendein Ei und Suppe und ein Stück Hühnchen und alle möglichen Dinge – du willst nur Bonbons. Was soll ich mit dir machen? Also muss ich dir jetzt zeigen, was… Schläge, womit? Damit, dass du weder Milch noch Eier noch Fisch noch Fleisch noch – die gesunden Dinge sozusagen – willst. Das ist es, was Er macht, das heißt die Enthüllung der Schläge, das ist genau die Enthüllung des Guten, nur in der umgekehrten Form, die nicht in uns ist. Deshalb geht von Ihm nur Gutes aus. Wenn unsere Gefäße in Inversion zu Ihm stehen, dann fühlt man dem gegenüber wirklich schlecht. Kehr die Gefäße um, dann fühlst du Sein Geben in direkter Form. Deshalb nennt man es „direktes Licht". Wodurch macht man das? Durch zurückkehrendes Licht.
Schüler: Das heißt, das ist eigentlich ein Zustand, in dem wir uns von Ihm entfernen und Seine Herrschaft fühlen.
Rav: Das ist nicht… Entfernung ist die Gegensätzlichkeit der Gefäße. Ich bin Ihm weder nah noch fern, wenn man so von Entfernung reden kann. Meine Gefäße – je mehr sie zu Seinem direkten Geben passen, nennt man es näher, je weniger sie passen, nennt man es ferner. Das war's.
Schüler: Das ist keine gewöhnliche Herrschaft, das ist eine Herrschaft von… weil wir uns von Ihm entfernen, dann …
Rav: Das ist eine Herrschaft in der Erziehung. Auf solche Weise erzieht Er uns.
Schüler: Keine Herrschaft der Tierheit. Eine andere Herrschaft.
Rav: Nein, auch in der Materialität habe ich es so mit meinem Sohn mehr als einmal gemacht. Wenn ich will, dass er wie ich denkt, dann mache ich irgendeine Übung, damit er versteht, dass er, wenn er weiter wie er denkt, in ein Problem gerät. Und dann muss ich nach und nach das System so aufbauen, dass er selbst entdeckt, dass es das Allerrichtigste ist, wie ich zu denken. Nu… wenn du Erziehung auf solche Weise aufbaust, das ist Erziehung. Das Übrige ist Unterdrückung. Und das ist keine Unterdrückung, denn er entwickelt sich. Er versteht selbst schon aus dem Ergebnis die Wurzel und kommt zur Wurzel. Es ist sehr schwer, das aufzubauen, mir ist es nicht gelungen. Denk nicht so über mich, aber jetzt verstehe ich es. Damals war ich… ich erinnere mich nicht, das war nach fünf Jahren, die ich beim Rabash war, als er schon nach Kanada gereist ist, glaube ich. Das Jahr '75 wahrscheinlich. '85. Da war noch nicht… diese Dinge noch nicht, das ganze System hatte ich noch nicht wirklich im Griff.
46:10
Schüler: Er sagt: Wie wird er die Größe des Schöpfers geben. Es gibt viele Mittel, es gibt das Überzeugen, es gibt Werbung, wir haben hier viele Mittel. Eines der Mittel sind die Bücher, aus denen wir praktisch die Weisheit aufsaugen, die Kabbalisten geschrieben haben. Jetzt, wenn ein Mensch lernt, dann aus welchem – es gibt alle möglichen Arten, es gibt „Schlawej haSulam", es gibt „Schamati", es gibt „Talmud Esser Sefirot", es gibt Baal HaSulam.
Rav: Du wirst sehen, wie alle Bücher nur über eine Sache reden, nur darüber.
Schüler: Egal aus welchem Buch?
Rav: Egal. Und überhaupt egal auch… überhaupt, du liest Artikel, Briefe, egal was. Das Problem ist, dass das, was wir lesen – wir lesen Schriften, die in den früheren Generationen geschrieben wurden, als diese Sache verborgen war. Und auch heute ist es ein Handbreit Enthüllung und zwei Handbreit Verhüllung, das bleibt auch so, nur ist es in einer anderen Dimension, ihr fühlt überhaupt nicht, wo das existiert. Als ob man über alles reden könnte. So viel wir auch über alles reden, du wirst danach entdecken, dass man das Doppelte verbirgt. Und was heißt doppelt? Das ist nicht, dass es im doppelten Maße ist, das war's. Also, aber dieser Punkt der Wichtigkeit der Göttlichkeit und die Arbeit daran – wenn du es jetzt weißt, einfach gehört hast, dann schlag jetzt alle Artikel und Briefe auf und du wirst sehen, dass er nur über diesen Punkt schreibt. Nur darüber. Denn alle übrigen Dinge sind, wie man das ausführt, wie man dahin kommt.
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Morgenunterricht 14.02.2002
Buch „Schriften von Rabash", Band 1 Artikel „Die Wichtigkeit des Gebets der Vielen"
Rav: Wir haben einen Artikel aus Band 1 gelesen, „Stufen der Leiter", Seite 279, „Gebet der Vielen". Was ist das Gebet der Vielen? Ein Mensch, der sich vorläufig im Status der Vielen befindet, der noch aus den siebzig Völkern und dem Aspekt Israel zusammengesetzt ist, hat alle möglichen tierischen Wünsche, wie alle, und er hat auch eine Art Funken, einen Punkt im Herzen, der erwacht ist – dann nennt man ihn jemanden, der ein Gebet der Vielen betet.
„Viele", das sind zwei. Für sich selbst, und er hat etwas für den Schöpfer. Und dann zerplatzt er, er ist in zwei geteilt und weiß nicht, wie und was. Wie kann man seinen Zustand wirklich so festlegen, dass es der wahre, ewige, vollkommene Zustand ist? Der Mensch muss verstehen, dass die Wirklichkeit überhaupt nicht darin liegt, dass wir empfangen oder geben, geben oder nehmen.
Die Wirklichkeit umfasst zwei Zustände, nicht Handlungen – zwei Zustände. Entweder den Zustand des Geschöpfs oder den Zustand des Schöpfers. Und darin müssen wir wählen, in welchem Rang wir sein wollen. Nicht in der Handlung selbst – geben, empfangen. Sondern geben, empfangen, das ist etwas Äußeres. Das Innerlichere ist: Wer wollen, müssen wir sein. 02:03
Und die Wahl liegt zwischen: der Empfangende zu sein – und dann ist der Mensch nur ein Punkt von Etwas aus dem Nichts, nicht mehr als ein Punkt. Alles Übrige, was es rund um den Punkt gibt, kommt alles aus dem Licht. Oder er kann aus diesem Punkt heraus nur eine Sache machen: wählen, Schöpfer zu sein, wie der Schöpfer. Das ist alles.
Und wie wählt man, anstelle dieses schwarzen Punktes, des Etwas-aus-dem-Nichts, an seiner Stelle Schöpfer zu sein? Die Wahl liegt in der Wichtigkeit – dass das besser ist, wichtiger, größer, ewig, vollkommen. Was soll man wählen? Wenn man schon davon spricht, was man wählen soll, dann fängt der Mensch schon an abzuwägen. Er hat nichts, woran er sich festhalten kann – am Wesen des Schöpfers, an Seiner Essenz. Er muss schon wählen, was besser ist, aus dem Abstand zwischen ihm und dem Schöpfer.
Und hier fängt schon die Sache von „An Deinen Taten haben wir Dich erkannt" an. Wie die Taten des Schöpfers und die Taten des Menschen sich in der Gegensätzlichkeit der Form befinden – nur aufgrund der Absicht, um zu empfangen oder um zu geben. Außer dem gibt es keinen Unterschied. Warum? Weil alle Taten des Menschen – das macht der Schöpfer. Und alle Taten des Schöpfers macht der Schöpfer.
Also was ist der Unterschied? Der Unterschied liegt nur in der Absicht. Dass beim Menschen diese Taten, die der Schöpfer in ihm hervorruft, in der Absicht um zu empfangen sind, in Bezug auf den Menschen, und beim Schöpfer dieselben Taten in der Absicht um zu geben sind, ebenfalls in Bezug auf den Menschen. Also liegt die Wahl eigentlich im Rang – entweder Geschöpf oder wie der Schöpfer zu sein.
Und die Handlungen – das ist wahr, sie haben keinerlei Wert, sondern dadurch, dass wir alle möglichen Gebote ausführen, setzen wir auf alle möglichen unserer Verlangen einen Massach auf, um zu geben. Wir haben in uns 613 Verlangen. Wir setzen auf jedes einzelne Verlangen einen Massach, arbeiten mit diesem Verlangen um zu geben – das nennt man die Ausübung der Gebote, das Ausüben von Tora und Geboten, Korrekturen. Und insgesamt, wenn man all diese Korrekturen abschließt, die ganze Arbeit abschließt, dann gleichen wir dem Schöpfer. Das heißt, Seinem Rang. 05:41
Und dann haben wir schon keine Verbindung mehr zu diesen Taten der Gebote und diesen Korrekturen, die wir gemacht haben, sondern wir steigen auf eine Stufe, auf der wir wie Er sind, und das war's. Wenn wir sprechen – ich versuche, diesen Punkt hier etwas hervorzuheben –, dass es um den Rang geht, den wir wählen, und Ähnlich-Sein ist nur ein Mittel: dass wir uns durch alle möglichen Taten angleichen wollen.
Sondern als hätte der Schöpfer so gesagt: Du willst mir ähnlich sein, dann komm, ich mache zum Beispiel solche und solche Taten, dann gleiche dich mir in diesen Taten an, und das war's. Die Taten, die Er uns gegeben hat, die Verlangen, die Er uns gegeben hat – das ist einfach nur etwas, worin wir uns angleichen können. Sonst hätten wir nichts, worin wir uns Ihm angleichen könnten. Wir hätten uns nicht an Ihm festhalten können, sondern nur am Äußeren, an unseren Taten.
Wir sprechen über den Abstand zwischen dem Rang des Geschöpfs und dem Rang des Schöpfers, dass der Mensch es vorziehen muss, wie der Schöpfer zu sein. Also verstehen wir, dass es bei unserer ganzen Arbeit nicht einmal darum geht, die Korrekturen zu erfüllen. Die Korrekturen zu erfüllen, das ist ein Mittel; das Wichtigste aber ist vor allem die Wichtigkeit des Ranges des Schöpfers. Aus der Wichtigkeit des Ranges des Schöpfers kommt dann schon ein Ergebnis. 07:42
Wodurch kann ich zu diesem Rang kommen? Also durch das Aufsetzen des Massach auf irgendein Verlangen, um zu geben, das… Aber vor allem, einfach in abstrakter Form: Seine Wichtigkeit. Und das ist die hauptsächliche und einzige Sache, an der man arbeiten muss. Dazu sagt er eigentlich, dass das Gebet der Vielen darin besteht, die Wichtigkeit des Schöpfers zu enthüllen.
Sodass sich als Ergebnis davon mir gewiss Kräfte von oben enthüllen, das Licht, das zum Guten zurückführt – „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Würze erschaffen". Alle Dinge werden sich enthüllen, aber sie enthüllen sich nur, wenn ich wirklich zu Seinem Rang kommen will. Und nicht: „Ich will dir in irgendeiner Handlung ähnlich sein, gib mir die Kraft, irgendeine Handlung zu machen." Das ist schon eine Nebensache, das ist schon ein Ergebnis – aber was willst du letztlich? Ich will ähnlich sein, wie Du sein.
Jetzt: wodurch? Durch die Ausübung der Gebote, irgendwelche Korrekturen an irgendwelchen Verlangen. Deshalb steht nicht ohne Grund geschrieben „Ich habe den bösen Trieb erschaffen" – das hat Er als Mittel erschaffen – „Ich habe die Tora als Würze erschaffen". Das heißt, der Heilige, gepriesen sei Er, wollte Israel Verdienst verschaffen, sie auf Seine Stufe bringen, [und] erschuf ihnen Tora und Gebote. Das heißt, dass diese Dinge nur Mittel sind, um zum Rang des Schöpfers zu kommen.
Was will ich damit sagen – viele Worte habe ich gesagt: Dass wir über die Erkenntnis der Göttlichkeit sprechen müssen, über die Wichtigkeit der Göttlichkeit, über den Rang des Schöpfers in abstrakter Form. Ohne „um zu geben", „um zu empfangen" – das ist für uns nur eine Art Gerede im Ohr. Wir verlieren damit den hauptsächlichen Punkt, den Rang. Wichtigkeit. Und das muss an der Spitze aller Pläne, Handlungen, Reden, Gedanken, Diskussionen und gewiss unseres Lernens stehen. Alle Anstrengungen, alle Mittel müssen nur dafür da sein. In dem Maße, in dem der Mensch ein wenig Empfindung der Wichtigkeit des Schöpfers erlangt, ist er danach schon ein wenig befähigt, etwas zu machen, etwas in die richtige Richtung auszuführen, hin zu diesem Rang. Das ist eigentlich… der Rebbe wusste wirklich, enorm viele Dinge in einen Artikel hineinzubringen.
Ja. Was willst du?
Schüler: Woran kann man sich denn wirklich festhalten, wenn ich über die Wichtigkeit des Schöpfers spreche, ohne Bezug zu Geben und Empfangen? Wie kann ich … die Wichtigkeit? Man gibt sie [uns] nicht.
Rav: Du sagst – du bist klug –, du sagst: Wenn wir über Gefäße des Gebens sprechen, dann verstehe ich, dass sie wichtig sind. Oder Gefäße des Empfangens, dann sind sie nicht wichtig. Aber wenn ich ohne jeden Bezug zu den Gefäßen spreche, dann habe ich nichts, worüber ich über die Wichtigkeit des Schöpfers sprechen könnte. Da sage ich dir: Es stimmt, dass wir uns an Ihm nur durch Seine Taten festhalten können. Und durch Seine Taten in dem Maße, in dem wir anfangen können, die Taten „um zu geben" zu erkennen – das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite darf unsere Arbeit nicht damit anfangen, dass ich Taten des Gebens und Taten des Empfangens abwäge, denn damit kann ich trotzdem nicht… gewiss werde ich mich damit irren. 12:45
Ich werde nicht sagen, dass Taten des Gebens gute Taten sind und Taten des Empfangens schlechte Taten – das ist eine Lüge. Für mich ist das richtige Gegenteil der Fall. Sondern ich muss wirklich an der Größe des Schöpfers arbeiten – wie man daran arbeitet. Also sagt er: in künstlicher Form. Sagen wir, ich zahle tausend Schekel im Monat an die Leute um mich herum, damit sie die ganze Zeit über die Wichtigkeit des Schöpfers sprechen. Ich meine das ernst. Und sie sprechen: „Du weißt…" tata-tata-tata. In dem Moment, in dem ich mich unter ihnen befinde – ich habe ihnen gezahlt, sie müssen darüber sprechen. Glaub mir, ich bin von ihnen begeistert. Und dann fange ich wirklich an, darüber nachzudenken, fange an, darüber zu sprechen, fange an, das erlangen zu wollen.
Glaubst du, jemand, der Werbung für irgendeine Mayonnaise-Marke macht – ich weiß nicht, wie sie heißt –, ist der wirklich davon begeistert? Oder ein Mann von vierzig, fünfzig, der Werbung für Windeln macht, dass die… ist es ihm wichtig? Der eine nimmt mehr auf und der andere weniger, verstehst du, das… Sondern was? Er macht es, weil man ihm Geld zahlt, ja. Es erreicht jemanden, der einen Punkt im Herzen hat, ja. Was ist das, dass er einen Punkt im Herzen hat? Dass er ein Baby hat, dem er Windeln kaufen muss, ja, dann hört er zu. Und je mehr man für diese Werbung zahlt – fürs Radio, für irgendein Medium –, desto mehr hört er und das wirkt. Also, ist da jemand dazwischen davon begeistert? Nur der, der zuhören muss. So ist es mir egal. Ich bin bereit, den Leuten Geld zu zahlen, damit sie diese ganze… diese ganze Werbung auf mich anwenden, das war's. Wenn deine Gruppe dazu fähig ist, ja. Wenn nicht, müssen wir zahlen. 15:09
Schüler: Einfach Gehirnwäsche.
Rav: Das zu nehmen, das… klar, Gehirnwäsche, ja. Andere Leute gegen Bezahlung zu nehmen – entweder mit Geld oder mit etwas anderem. Hier in der Gruppe geschieht es als Austausch. Sie wollen auch über die Wichtigkeit des Schöpfers hören, also gibst du ihnen, sie geben dir. Also spielen alle einer dem anderen gegenüber. Aber wenn es einen Punkt im Herzen gibt, wird er davon ergriffen, was die anderen darüber sprechen – das ist alles. Und hier liegt die ganze Anstrengung des Menschen darin, sich eine solche Umgebung zu organisieren. Das nennt man, jedes Mal die bessere Umgebung zu wählen.
Ja. Ja, Shulem, nu.
Schüler: Wenn ein Schauspieler nicht in Ordnung ist, stößt das ab.
Rav: Wenn ein Schauspieler nicht in Ordnung ist, das…
Schüler: Das stößt ab.
Rav: Ich weiß nicht, was das ist – ein Schauspieler, der nicht in Ordnung ist.
Schüler: Die Wichtigkeit des Schöpfers ist künstlich. Der eine bemüht sich, es aus dem Herzen zu sagen, obwohl…
Rav: Dein Tier wird nicht unterscheiden, ob das künstlich ist oder nicht. Ich sage es dir im Ernst. Auch wenn er spielt und du weißt, dass er spielt, wirkt es trotzdem auf dich. Das war's. So sind wir gebaut. Denn wir sind, was die Aufnahme des Stoffes angeht, Tiere. Und ein Tier unterscheidet nicht – ein Tier, eine Kuh, unterscheidet zwischen Gut und Böse auf der nicht-gefühlsmäßigen Ebene; auf der verstandesmäßigen Ebene, zwischen Wahrheit und Lüge, heißt das? Nein.
Ja.
Schüler: Was bedeutet „An Deinen Taten haben wir Dich erkannt"?
Rav: „An Deinen Taten haben wir Dich erkannt" – dass der Schöpfer will, dass ein Punkt von Etwas aus dem Nichts Ihm gleicht. Wodurch? Also machte Er eine Art erste Neun, Seine Eigenschaften des Gebens, und sagte: „Du willst mir ähnlich sein? Mach diese ersten Neun, so wie ich sie habe. So wie ich dir gebe, mach dasselbe mir gegenüber." Dann wird der Punkt im Herzen, oder das Steinherz, am Ende mir ähnlich werden. Das ist alles. Wodurch hätte ich das noch machen können? Es gab keinen [anderen] Weg dafür. Das nennt man „Der Heilige, gepriesen sei Er, wollte Israel Verdienst verschaffen, [darum] gab Er ihnen reichlich Tora und Gebote." Was sind Tora und Gebote? Die ersten Neun – wenn du sie machst, lernst du vom Schöpfer: „An Deinen Taten haben wir Dich erkannt." Und nachdem „wir Dich erkannt haben" – was? Und wie haben „wir Dich erkannt"? Durch die Angleichung der Form, durch das… dadurch, dass ich dasselbe mache. 18:00
Schüler: Und in dieser Welt?
Rav: In dieser Welt gibt es keine Erkenntnis des Schöpfers, wovon sprichst du – diese Welt. Ich spreche über… ich spreche darüber, dass wir in der Unendlichkeit lernen, dass der Schöpfer Etwas aus dem Nichts gemacht hat, einen Punkt. Und dieser Punkt kam zum ersten Mal in einen Zustand, in dem er sich als getrennt vom Schöpfer empfindet und eine Einschränkung [Zimzum] macht. Was geschieht danach? Wenn… und nach der Einschränkung muss man an diesem Punkt noch alle möglichen Vorbereitungen machen, sodass in ihm wirklich Vorbereitungen für die ersten Neun sind, um sie zu verstehen, sodass er all die Reshimot hat – dann bringt man diesen Punkt zu völliger Entfernung vom Schöpfer, das nennt man, dass er sich schon in dieser Welt befindet. Der passende Ort, wie er sagt.
Jetzt, von diesem Ort aus: wenn ich will – wenn ich empfinde, dass ich ich bin und Er Er ist, so sehr, dass ich Ihn nicht empfinde. Wenn ich Ihm ähnlich sein will, wie Er sein will, dann gibt es vor mir eine solche Möglichkeit, dass ich erwerbe… dass ich in meinen Taten, wenn ich Ihm gleiche, dann bin ich genau wie Er, in meinen Taten. Denn in meinem grundlegenden Punkt bin ich gewiss nicht wie Er. Ich bin Etwas aus dem Nichts und Er ist Etwas aus Etwas. Aber nachdem wir all diese Handlungen machen, das heißt, ich erwerbe die ersten Neun über diesem Punkt, und aus diesem Punkt heraus, auf dem ich wirklich stehe, mache ich alle Handlungen in den ersten Neun – das nennt man, dass ich das Gefäß der Seele erschaffe.
Und am Punkt selbst arbeite ich nicht, sondern nur in den ersten Neun, die über ihm sind, ja – das nennt man, dass ich mich Ihm völlig angeglichen habe, zu hundert Prozent, ich habe die Korrektur abgeschlossen. Was [kommt] danach? Danach ist dieser Punkt überhaupt nicht… denn er ist nicht [mehr] Etwas aus dem Nichts, er verwandelt sich, wirklich zu… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, es gibt hier schon keine Worte, das ist über dem Ende der Korrektur. Das war's.
Also müssen wir Tora und Gebote und die Mittel, um Tora und Gebote zu machen – das heißt den Zustand der Vorbereitung und all die Dinge drumherum –, wir müssen sie als Mittel sehen, um dem Schöpfer ähnlich zu werden. Also was ist die Hauptsache? Nicht diese Mittel, sondern die Ähnlichkeit zu machen, ja, zu Ihm, dass ich wie Er bin. Was bedeutet „wie macht man das, wie ist man wie Er"? Zu wollen, dass das wichtig ist – daran also muss man arbeiten. All diese Dinge sind Mittel.
Also wenn man darüber nachdenkt, worüber man in der Gruppe sprechen soll, was man machen soll, worüber man überhaupt nachdenken soll, dann hast du die eine einzige Sache, auf die man sich überhaupt konzentrieren sollte, nur darauf. Denn wenn man an „um zu empfangen", „um zu geben" denkt, so und so und „drei Linien" und all die Dinge – das kommt alles danach, denn damit wirst du dich gerade durcheinanderbringen und nicht… du wirst denken, dass du schon darin bist. Sondern in der Unterscheidung der Wichtigkeit – ich und Er – hier legst du diese eine scharfe Richtung fest, die auf Seinen Rang ausgerichtet sein muss.
Ja. 22:12
Schüler: Auch eine Sache wie die Liebe zu den Freunden kommt ja auch erst, nachdem wir…
Rav: Was ist die Liebe zu den Freunden, wozu die Liebe zu den Freunden? „Das ist eine große Regel in der Tora" – die Liebe zu den Freunden. Das ist insgesamt die umfassende Korrektur. Ist das ein Ziel an sich? Muss ich jemanden lieben? Ist es etwa das Ziel der Schöpfung, jemanden zu lieben?
Schüler: Nein, das ist ein Mittel…
Rav: Nu, also was fragst du, gewiss ist das ein Mittel. Ein starkes Mittel, das alle Dinge umfasst. Aber es umfasst insgesamt als die Korrektur, aber nicht, dass diese Tat das Endziel wäre. Was für ein Endziel, was ist daran? Wenn ich wie der Schöpfer sein könnte ohne diese Korrektur „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", dann würde ich das nicht machen. Das ist eines der… „das ist eine große Regel in der Tora", richtig, das ist eines der 613 Gebote, das umfassende Gebot, nicht mehr. Und so muss man dazu stehen. Es nicht an die Spitze aller Dinge setzen. Von allen Korrekturen ist das die wichtigste Korrektur, aber es ist eine Korrektur, das heißt ein Mittel. 23:49
Schüler: In der Arbeit an der Erkenntnis der Göttlichkeit gibt es anscheinend viele Stufen. Also was ist die erste Stufe, mit der ein Mensch anfängt, daran zu arbeiten – sagen wir, in künstlicher Form? Das heißt, was?
Rav: Die erste Stufe, an der der Mensch arbeiten muss, ist die Erkenntnis der Größe der Göttlichkeit – die muss er um sich herum organisieren, alles, was nur möglich ist, was ihm hilft, davon beeindruckt zu werden, davon durchdrungen zu werden. Mehr [gibt es] nicht. Also sage ich dir: Zahl den Leuten, damit sie die ganze Zeit an dir arbeiten. Zahl. Entweder du zahlst mit Mühe oder du zahlst mit Geld. Mach Werbung im Radio, im Fernsehen, mach es in Büchern, die vor dir liegen, in allen möglichen Dingen. Nu, dazu habe ich nichts [weiter] zu sagen – arbeite einfach selbst an deinem Tier, damit es anfängt, diese Message aufzunehmen, diese Botschaft, als das Wichtigste. Das war's.
Der Schöpfer will das langsam, langsam durch die Leiden machen, gibt über Tausende von Jahren Schläge, sodass wir langsam, langsam erkennen, dass wirklich unser Problem von Ihm kommt und wir anfangen müssen, Ihn zu berücksichtigen und zu sehen, dass Er der Wichtigste von allem ist. Und danach zu sehen, dass das Wichtigste nicht einmal ist, mit Ihm klarzukommen, damit es mir gut geht, sondern wie Er zu sein – das ist ein langer Weg im Lernen durch Schläge. Das Lernen durch die Gemeinschaft kann mir sogar all diese Stufen überspringen [lassen]. Und [mir] gleich sagen: „Du weißt, oh wei wei", fertig sind wir.
Schau, wie viele Stufen auf dem Weg der Leiden ich durchlaufen muss, bis ich lerne, zu Seiner Wichtigkeit komme – eine Menge Stufen. Sondern was? Der erste Einwand – warum ist Er verborgen? Wenn Er einen Schlag gibt, sollte Er uns zeigen, dass Er den Schlag gibt, dann wüssten wir, dass es von Ihm kommt. Wir wüssten, dass es von Ihm kommt, dann wüssten wir, mit wem man klarkommen muss, damit es keine Schläge gibt. Dann würdest du daran arbeiten, dass du keine Schläge bekommst. Aha, mein Lieber, hier ist das Ziel ein anderes – nicht, dass du an Schläge denkst. Sondern dass du anfängst, daran zu denken, wer hinter ihnen steht, ob es sich lohnt, sich auf Ihn zu beziehen, und nicht auf die Schläge, die von Ihm kommen.
Also dich dazu zu bringen, durch die Schläge an Ihn zu denken – und nicht an Ihn so zu denken, dass Er dich auslöst, nu, dass Er dich von den Schlägen befreit, sondern dass du, selbst wenn es Schläge gibt, gerade mit Ihm verbunden sein willst, trotz der Schläge, die du von Ihm bekommst. Bis man dahin kommt, braucht man wirklich einige Tausend Jahre der Entwicklung und danach noch sehr große Umläufe [Gilgulim] auf dem Weg der Leiden. Sogar nach dem Punkt im Herzen – wenn der Mensch die Methode nicht so in die Hand nimmt. Das ist sehr schwer – der Weg der Schläge, der Weg der Probleme, der Weg der Verhüllung.
Und Schläge verstärken nur die Verhüllung – dahin zu kommen, dass ich gerade Ihn verlange und nicht das Aufhören der Schläge. Ihn zu wollen, obwohl ich Schläge haben werde. Dass ich Schläge habe, nur dass ich Ihn nicht vergesse, und alle solche, du weißt, Unterscheidungen. Dass der Mensch, bis er zu einem Zustand kommt, in dem er überhaupt nicht auf die Schläge achtet, sondern nur den Schöpfer ergreift, und das war's – das heißt, Seine Wichtigkeit, das ist das Wichtige.
Diese Dinge müssen sich langsam, langsam entwickeln, über wirklich enorm, enorm, enorm viele Schläge und bittere Zustände. Das ist wirklich „Brot mit Salz sollst du essen", das ist eine furchtbare Entwicklung. Deshalb haben die Kabbalisten besondere Korrekturen gemacht – dass „das Licht darin ihn zum Guten zurückführt" –, dass wir durch das Lernen, durch die Methode, zu demselben Ergebnis kommen können, in schneller Form, in leichterer Form.
Also wie? Nicht mit den Schlägen arbeiten, nicht gegen den Willen zu empfangen arbeiten, nicht… ihn in Ruhe lassen, nicht in ihm versunken sein, keine Kritik an ihm üben, an gar nichts – nur an der Wichtigkeit des Schöpfers arbeite. Überhaupt, wechsle von deinem Spielfeld auf Sein Spielfeld, sei nur dort. Das nennt man „Ich habe die Tora als Würze erschaffen". So weit wie möglich sei verbunden, zugehörig, nah am Licht, und dann nennt man das „das, was zum Guten zurückführt".
Ja. 29:57
Schüler: Der gute Trieb hier – was ist damit gemeint? Mein Wille, Sein Wille, oder eine besondere Zeit, oder eine Zeit des Wohlgefallens?
Rav: Gibt es so etwas hier?
Schüler: Es steht geschrieben: „Und ich, mein Gebet [sei] zu Dir, [in der] Zeit des Wohlgefallens."
Rav: Nein, wo steht das, in Bezug worauf, „Zeit des Wohlgefallens"? Ich kenne den Vers, nu?
Schüler: Auf der ersten Seite, auf 279: „Wie Rabbi Jochanan im Namen von Rabbi Shimon ben Jochai sagte: Was bedeutet das, was geschrieben steht: ‚Und ich, mein Gebet sei zu Dir, o Herr, [in der] Zeit des Wohlgefallens'? Wann ist die Zeit des Wohlgefallens? In der Stunde, in der die Gemeinschaft betet."
Rav: Ja, wann ist die Zeit des Wohlgefallens? Ja, er sagt: das Gebet der Vielen. Wann ist die Zeit des Wohlgefallens? Zu der Zeit, in der die Gemeinschaft betet – das ist also die Bedingung, dass es eine Zeit des Wohlgefallens gibt, ja? Was nennt man Gemeinschaft? Alle Verlangen des Menschen. Wenn sie zu einer Entscheidung kommen, dass sie eine Sache brauchen, und alle versammelt sind, um das Ziel zu erlangen – das nennt man Zeit des Wohlgefallens.
Nu, also was fragst du?
Schüler: Ich frage hier: dieser Wille – der Wille des Heiligen, gepriesen sei Er, mein Wille, oder…
Rav: Im Menschen gibt es zwei Willen. Gemeinschaft nennt man zwei. „Das Minimum von ‚Viele' ist zwei." Das, die siebzig Völker der Welt, das ist ein Wille, und der zweite Wille ist der Wille von Israel. Wenn beide das Erlangen derselben Sache wollen, ja, das kann [nur] der Schöpfer sein, kann nicht anders sein, denn der Punkt im Herzen gibt nicht nach. Dann nennt man es, dass es ein einheitliches Gebet gibt, ein Gebet der Vielen.
Schüler: Was ist der Unterschied zwischen der Wichtigkeit des Schöpfers und der Größe des Schöpfers?
Rav: Was ist der Unterschied zwischen der Wichtigkeit des Schöpfers und der Größe des Schöpfers? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich dir sagen soll. Das sind Dinge, die der Mensch jedes Mal danach misst, wie er ergriffen wird. Das heißt, jedes Mal danach, wie viel Kraft es ihm gibt, auf dem Weg weiterzumachen. Das messen wir eigentlich. Ich kann Ihn nicht messen, ich kann Ihn [nur] insoweit messen, [als] ein Koffer klein oder groß ist, [den] ich für Ihn tragen kann. Das war's.
Es hängt vom Gewicht des Koffers ab. Ich sehe Ihn, Er ist 5 Meter hoch, dann kann ich bis [zu] 20 Kilo für Ihn 100 Meter tragen. Er ist 500 Meter hoch, dann schon 30 Kilo und einen Kilometer. Das war's, so messe ich nach meiner Fähigkeit, für Ihn zu arbeiten. Das nennt man, dass Er größer oder weniger groß ist, wichtiger oder weniger wichtig. Alles aus dem Ergriffensein in meinen Gefäßen. 32:45
Jetzt, was ist der Unterschied zwischen Größe und Wichtigkeit? Das sind Arten des Ergriffenseins, die einander sehr nahe sind. Größe, da geht es darum, wie ich Ihn messe. Wichtigkeit, [das ist,] wie ich Seine Größe aufnehme und sie gegenüber der Größe aller übrigen Dinge in mir messe – inwieweit Er bei mir wichtig wird, gegenüber den übrigen Dingen, die mir wichtig sind. Verstehst du.
Sagen wir, du bist in meinen Augen 10 Meter groß, das gibt mir die Empfindung deiner Größe. Die Empfindung deiner Größe gibt mir die Empfindung deiner Wichtigkeit gegenüber all meinen übrigen Dingen. Ich will etwas für mich machen, und hier sagst du, mach etwas für mich. Dann fange ich schon an zu messen, dies gegen das – das nennt man, dass ich Wichtigkeit unterscheide. 33:52
Schüler: Muss der Mensch den Schöpfer beneiden, wie Er sein wollen?
Rav: Muss der Mensch den Schöpfer beneiden und wie Er sein? Dem Schöpfer gegenüber gibt es keinen Neid, weil die Erkenntnis des Schöpfers zusammen mit der Erkenntnis Seiner Bescheidenheit kommt, und der Erkenntnis der Demut im Inneren des Menschen, gemäß der Angleichung der Form. Also gibt es keinen Neid auf den Rang des Schöpfers, es kann keinen schlechten Neid auf den Rang des Schöpfers geben. Sondern es kann nur ein Streben darin geben, wie Er zu sein.
Gewiss gibt es im Menschen all die Verlangen – wie soll ich sagen –, den Schöpfer zum eigenen Vergnügen zu benutzen, das gewiss schon. Das ist ein Verlangen der Störung. Das heißt, dass die Göttlichkeit mir dient – das wollen wir, warum nicht. Alles, was du in der Absicht „um zu empfangen" denkst – wen willst du benutzen? Ihn. In der Schale [Klipa] willst du dich gewiss gegen Ihn auflehnen, du willst Ihn benutzen, du willst über Ihn herrschen, gewiss.
Wenn ich jetzt sicher wäre, dass mir nichts Schlechtes daraus erwächst, dass ich Ihn ergreife und Ihn zu 100 % zu meinem Vergnügen benutze, und das unter meiner vollen Kontrolle ist, [dass] es nie anders ausgeht, Gott behüte, dass ich danach teuer dafür bezahle – dann würde ich das nicht machen. Sondern was, ich bin so gut, schön, ich bin das…
Was? 36:08
Schüler: Wie sorgt man dafür, dass in der Gemeinschaft ein Verlangen besteht, sich Ihm gegenüber aufzuheben, mehr als wie Er zu sein, mehr als Ihn zu ergreifen?
Rav: Ehrlich gesagt ist das nicht wichtig. Die Wichtigkeit des Schöpfers fängt davon an – wenn es der Weg der Schläge ist –, dass ich von Ihm abhängig bin, dass jeder einzelne Schlag, was in mir ist, von Ihm kommt. Also gibt es zuerst eine gewöhnliche Furcht, eine Furcht aus dieser Welt und eine Furcht aus der kommenden Welt, wie er uns am Ende des „Vorworts zum Buch Sohar" sagt, dort in den „Wegen der Tora", ja? Das sind die „Gebote der Tora". Das erste Gebot, das ist schon Furcht. Das ist zuallererst. Also Seine Wichtigkeit erlange ich zuerst gemäß dem, wie ich einschätze, was wichtig ist gegenüber meinen Gefäßen des Empfangens.
Wenn ich sehe, dass Er völlig, völlig über mich herrscht und über die ganze Welt, in voller Herrschaft, habe ich keine Wahl, ich gebe nach: Du bist wichtig. Das war's. Wenn der Mensch zu dieser Erkenntnis der Wichtigkeit kommt, nur zu dieser Erkenntnis der Wichtigkeit, und das war's – kann er in Verzweiflung geraten, er kann die Kabbala verlassen, überhaupt den Weg des Fortschritts, und einfach, um das zu vergessen, dass der Schöpfer über alles herrscht – denn das nimmt ihn ihm völlig aus dem Leben –, dann wird er sich bemühen, eine solche Gemeinschaft zu finden, in der er das vergisst, und es geht ihm [gut].
Wenn es ihm im Leben gut geht, dann vergisst er das und lebt einfach wie ein Tier, leidet wenigstens nicht. Wenn es ihm nicht gut geht, wenn der Schöpfer ihn trotzdem an sich erinnert, dann verbringt er so sein Leben, der Arme, bis er stirbt. Es gibt viele solche. Ich sehe jetzt an Glizerin, was [da] ist – hat uns verlassen, ist nach Amerika gefahren, auch dort hat er keine Ruhe, will zur Kabbala gehören. Lass doch schon, leb dein Leben, was – du wolltest Erfolg haben, nu, hab Erfolg. Das war's. Nein. Du siehst, der Arme.
Also, verstehst du, das ist immer noch, das ist immer noch ein schlechter Zustand. Deshalb müssen wir dafür sorgen – und das ist ein Problem und das ist sehr wichtig –, dass ich in dem Maße, in dem ich anfange zu verstehen, dass der Schöpfer über alles herrscht, auch Seine Größe erkennen muss, Ihn dafür wertschätzen muss, dass Er über alles herrscht. Dann werde ich daran ein Vergnügen haben, dass Er, Gott sei Dank, über alles herrscht, und dann werde ich in zwei Linien zugleich fortschreiten. Und ich werde keine Verzweiflung haben, sondern das Gegenteil. Jedes Mal, wenn sich mir mehr Nöte und mehr Schläge enthüllen, entdecke ich, dass Er der Wichtige ist, der Ewige, der Große, [der] alles macht, Gott sei Dank. Schon wird mir gut, dass es von Ihm kommt. Verstehst du?
Deshalb ist die Arbeit an der Größe der Göttlichkeit, an der Wichtigkeit der Göttlichkeit das Erste, und gemäß dem werden sich alle anderen Dinge enthüllen – das ist schon nicht [mehr] wichtig, sie werden sich immer schon in der für den Fortschritt nützlichen Form enthüllen. Ich werde nicht hinausgeworfen, ich gerate nicht in Depression, ich verlasse [es] nicht. 40:26
Schüler: Also kann es gewissermaßen sein, dass das, dass Er groß ist, in Ordnung ist? Aber das, dass Er herrscht, damit gibt es ein Problem?
Rav: Dass Er groß ist und dass Er herrscht – diese zwei Dinge müssen sich zusammen enthüllen. Nicht groß, [sondern] das, dass Er wichtig ist. Das, dass Er gut ist und Gutes tut, sagen wir. Das war's. Positives von Ihm und Negatives von Ihm müssen auf einmal zu mir kommen, [beide] zwei. Was ist Negatives von Ihm? Im Gefühl. Was ist Positives von Ihm? Im Verstand. Im Gefühl bekomme ich Schläge – schön, ich habe einen Schlag bekommen. Und im Verstand sehe ich: das kommt zu meinem Wohl, das kommt von Ihm, [der] groß ist, und so weiter. Aber noch einmal: Wir müssen nicht an den Schlägen arbeiten, wir müssen nur an der Wichtigkeit arbeiten.
Nu, lass uns damit aufhören. Ja. 41:25
Schüler: Wie kommt es, dass Er, obwohl Er Schenken und Geben ist, trotzdem über uns herrscht? Wie das scheinbar so…
Rav: Wie kommt es, dass Er, obwohl Er Schenken und Geben ist, trotzdem über uns herrscht? Weil das [doch], als ob es nicht passt? Bist du nicht zufällig Pole?
Bist du nicht zufällig Pole? Nein, aber es gibt so einen Begriff „polnische Mutter", weißt du? Nu, also was gibt es dem hinzuzufügen? Du weißt, wer das ist – sie erstickt das Kind mit ihrer Liebe und es ist wirklich arm dran… nu? Wenn der Schöpfer in Seinem „gut und Gutes tuend" uns zu diesem „gut und Gutes tuend" bringen will, dann benutzt Er alle möglichen Enthüllungen von „gut und Gutes tuend" uns gegenüber, um uns zu zeigen, dass das Gute und Gutes-Tuende, das Er uns geben will, noch nicht in uns vorhanden ist. Das ist es, was wir als Leiden empfinden.
Ich habe dir all die guten Dinge vorbereitet, die wirklich die guten Dinge für dich sind. Ja? Das war's. Milch und irgendein Ei und Suppe und ein Stück Hühnchen und alle möglichen Dinge, [und] du willst nur Bonbons. Was soll ich mit dir machen? Also muss ich dir jetzt zeigen, was… Schläge, wodurch? Dadurch, dass du weder Milch noch Eier noch Fisch noch Fleisch noch [etwas] willst – die gesunden Dinge sozusagen. Das ist es, was Er macht, das heißt, die Enthüllung der Schläge, das ist genau die Enthüllung des Guten, nur in der entgegengesetzten Form, [das,] was nicht in uns ist. 43:18
Deshalb kommt von Ihm nur Gutes. Wenn unsere Gefäße in Inversion zu Ihm sind, dann empfinden wir dem gegenüber wirklich Schlechtes. Dreh die Gefäße um, empfinde Sein Geben in der geraden Form. Deshalb nennt man es „direktes Licht". Wodurch macht man das? Durch zurückkehrendes Licht.
Schüler: Das heißt, das ist eigentlich ein Zustand, in dem wir uns von Ihm entfernen, und wir empfinden Seine Herrschaft.
Rav: Das ist nicht… Entfernung ist die Gegensätzlichkeit der Gefäße. Ich bin Ihm weder nah noch fern, wenn man es so in [Begriffen von] Abstand sagen kann. Meine Gefäße – je mehr sie für Sein gerades Geben passend sind, [desto] näher nennt man es, [und] je weniger sie passend sind, [desto] ferner nennt man es. Das war's.
Schüler: Das ist keine gewöhnliche Herrschaft, das ist eine Herrschaft von… dadurch, dass wir uns von Ihm entfernen, [empfinden] wir…
Rav: Das ist eine Herrschaft in der Erziehung. Auf solche Weise erzieht Er uns.
Schüler: Keine Herrschaft der Tierhaftigkeit. Eine andere Herrschaft.
Rav: Nein, auch im Materiellen habe ich es so mit meinem Sohn mehr als einmal gemacht. Wenn ich will, dass er wie ich denkt, dann mache ich irgendeine Übung, sodass er versteht, dass er, wenn er weiter wie er [selbst] denkt, in ein Problem gerät. Und dann muss ich langsam, langsam das System so aufbauen, dass er selbst entdeckt, dass wie ich zu denken die richtigste Sache ist. Nu… wenn du die Erziehung auf solche Weise aufbaust, das ist Erziehung. Das Übrige ist Unterdrückung. Und das ist keine Unterdrückung, weil er sich entwickelt. Er versteht selbst schon aus dem Ergebnis die Wurzel und kommt zur Wurzel.
Es ist sehr schwer, das aufzubauen, mir ist es nicht gelungen. Denk nicht so über mich, aber jetzt verstehe ich es. Damals war ich… ich erinnere mich nicht, das war nach fünf Jahren, die ich beim Rebbe war, als er schon nach Kanada gefahren war, glaube ich. Wohl das Jahr '75. '85. Da [hatte ich] noch nicht… diese Dinge [hatte ich] noch nicht, das ganze System war wirklich noch nicht unter meiner Kontrolle. 46:10
Schüler: Er sagt, wie er die Größe des Schöpfers geben [vermitteln] wird. Es gibt viele Mittel, es gibt das Überzeugen, es gibt die Werbung, wir haben hier viele Mittel. Eines der Mittel sind die Bücher, aus denen wir tatsächlich die Weisheit aufnehmen, die die Kabbalisten geschrieben haben. Jetzt, wenn ein Mensch lernt, dann aus welchem – es gibt, es gibt alle möglichen Arten, es gibt „Stufen der Leiter", es gibt „Schamati", es gibt „Talmud Esser Sefirot", es gibt Baal HaSulam.
Rav: Du wirst sehen, wie alle Bücher nur über eine Sache sprechen, nur darüber.
Schüler: Egal aus welchem Buch?
Rav: Egal. Und überhaupt egal auch… überhaupt, du liest Artikel, Briefe, egal was. Das Problem ist, dass das, was wir lesen – wir lesen Schriften, die in den vorigen Generationen geschrieben wurden, als diese Sache verborgen war. Und auch heute ist es eine Handbreit Enthüllung und zwei Handbreit Verhüllung, das bleibt auch [so], nur ist es in einer anderen Dimension, ihr empfindet überhaupt nicht, wo es existiert. Als ob man über alles sprechen könnte. So viel wir auch über alles sprechen, du wirst danach entdecken, dass man das Doppelte verbirgt.
Und was ist das Doppelte? Es ist nicht, dass [es] in doppeltem Maße [ist], das war's. Also, aber dieser Punkt der Wichtigkeit der Göttlichkeit und die Arbeit daran – wenn du jetzt weißt, [auch wenn] du es nur gehört hast, du wirst jetzt alle Artikel und Briefe öffnen und sehen, dass er nur über diesen Punkt schreibt. Nur darüber. Denn all die übrigen Dinge sind, wie man das ausführt, wie man dahin kommt.
(Ende des Unterrichts)