25 September - 01 Oktober 2026

Sukkot 2003. Lesson 1 (09.10.2003)

Sukkot 2003. Lesson 1 (09.10.2003)

25. Sep. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Täglicher Unterricht (Morgen), 9. Oktober 2003

Sukkot 2003, Lektion 1. Der Ort der Begegnung zwischen dir und dem Schöpfer ist in den Seelen der Menschen

Rav: Nachdem wir – so hoffen wir – den Machsom durchbrechen, kommt die Zeit, in der wir das Höhere Licht empfangen, um Galgalta we Ejnaim zu läutern, also unsere höchsten Verlangen: null, eins und zwei. Genauer: das halbe zweite, bis zur Mitte von Bina – das wisst ihr schon: Shoresh, Alef im GaR de Bet (Awiut).

Das alles geschieht in der Zeit von Pessach bis Schawuot. Was heißt das? Der Auszug aus Pessach ist das Überschreiten des Machsom, der Auszug aus dem Egoismus. Auch dort gibt es viele eigene Übergänge und Zustände. Ihr versteht schon, wie viele Zustände ein Mensch durchläuft, bis man wirklich sagen kann, dass er etwas durchlaufen hat. Wie viele Zwischenzustände es da gibt.

Danach empfängt er dieses Licht und läutert in sich 49 Sefirot bis zur 50. Sefira. Das nennt man die 50 Tore von Bina, und er tritt in Bina ein. Warum 50? Bina ist doch 40. Der Buchstabe „Mem", der geschlossene Buchstabe, symbolisiert Bina, denn Bina ist quasi etwas Geschlossenes – wie die Arche Noah. So eine geschlossene Schachtel, so ein spiritueller Knoten, der in sich nur eine einzige Eigenschaft konzentriert: das vollkommene Geben, die vollkommene Lossagung von sich selbst und das vollkommene Geben.

In so einem Zustand fürchtet der Mensch nichts. Nichts wirkt auf ihn ein, nichts kann auf ihn einwirken, er steht über sich selbst, ohne jede Verbindung zu sich.⁽¹⁾ Solche Eigenschaften gibt das spirituelle Licht unserem Egoismus. Und dann füllt sich diese Schachtel, also unsere Seele: Alle unsere Eigenschaften füllen sich mit Or Chassadim. Das ist das Licht des vollkommensten Gebens, der vollkommensten Lossagung von sich selbst; es wird unter anderem auch Arche Noah genannt – es gibt viele solcher Namen.

Denn in dieser Form kann der Mensch sich retten und von nichts und niemandem abhängen. Er fürchtet nichts, natürlich auch keinen Orkan und keine Sintflut. Die Sintflut kommt ebenfalls aus den Kräften von Bina – Wasser, Sintflut. Aber ein Wasser, in dem sich die ganze Malchut und die ganze Chochma offenbaren: das ganze Or Chochma und das heftige Verlangen von Malchut.

Die Sintflut ist also quasi die Konzentration äußerer und innerer Kräfte: von innen die Kräfte von Bina, der reinen Bina, und von außen alle übrigen Kräfte, die angeblich ebenfalls in Bina enthalten sind. Das werden wir noch lernen, es ist eine sehr schwierige Kategorie. Sie baut die Seele – genau: sie baut sie – so auf, dass die Seele von innen und von außen unter diesen Wassern steht: von innen unter der Eigenschaft der reinen Bina, des vollkommenen Gebens, und von außen unter den quasi entgegengesetzten Eigenschaften von Bina, die heftig Chochma und Malchut gebrauchen …

Dabei erstarkt die Seele und gewinnt solche Eigenschaften, dass sie danach aus sich ein Or Chassadim erheben kann, das sogar ausreicht, um al menat lehashpia (um zu geben), für den Schöpfer, sogar das Or Chochma zu empfangen. Bina für sich gibt ja nur, sie will nichts. Wenn sie aber beim Durchgang durch so eine Sintflut gehärtet wird, dann bildet sich in ihr eine Kraft, die sogar das Or Chochma empfangen kann, und nichts wird ihr mehr Angst machen.

(04:26) Weiter. Das betrifft das Erlangen der Eigenschaften von Bina. Wenn der Mensch die Eigenschaften von Bina erlangt, dann sagen alle seine Eigenschaften „Naase we Nishma"⁽²⁾, also „wir werden tun und wir werden hören" (wir nehmen die Tora an und werden sie erfüllen) – das heißt: die Korrektur des Egoismus.

Beim Erlangen der Eigenschaften von Bina – Galgalta we Ejnaim – geschieht mit unseren ureigenen Eigenschaften noch gar nichts. Wir erwerben einfach die Eigenschaften von Bina. Erst danach fangen wir an, mit unseren wirklichen Eigenschaften zu arbeiten, mit den Eigenschaften von Malchut. Darum heißt es, dass alle Eigenschaften des Menschen … Der Mensch wird als Volk beschrieben, das aus allen möglichen Eigenschaften besteht: Männer, Frauen, Kinder, Alte – das alles sind unsere Eigenschaften in uns.

Wenn sich dieses ganze Volk am Berg Sinai versammelt – Sinai vom Wort „Sina", Hass –, entsteht in ihm der Hass von Seiten Binas auf die Eigenschaften von Malchut. Und dann ruft das ganze Volk wie aus einem Munde: „Wir sind einverstanden!" Alle Eigenschaften des Menschen haben sich also schon so weit geläutert und sind bereit, dass sie die Methode der Arbeit annehmen – die Kabbala. Kabbala ist die Methode der Arbeit an den egoistischen Eigenschaften, vom Wort „empfangen": wie man das Höhere Licht, das Or Chochma, schon zum Geben empfängt. Dann entsteht dieser Zustand, der Gabe der Tora heißt. So wird der Egoismus selbst korrigiert.

Danach erwirbt man natürlich diese Tora, also diese Methode, dieses Licht. Was heißt „Methode"? Alles geschieht nur durch Licht und Gefäße, mehr gibt es nicht. Wenn man dieses Licht empfängt, das diese Gefäße nach und nach korrigieren kann, dann darf dieses Licht den Gefäßen nicht einfach gegenüberstehen, sondern es muss zuerst in sie eintreten. Dieses Höhere Licht steigt herab, und das heißt „Moshe", vom Wort „limshoch", den Egoismus von unten nach oben zum Licht herauszuziehen. Moshe verkörpert das Streben aller Eigenschaften des Menschen, sich zu korrigieren und das Höhere Licht auf sich zu ziehen. Nachdem Moshe dieses Licht auf sich gezogen hat – in der Seele gibt es ja nur eine einzige Eigenschaft, den Punkt im Herzen –, muss danach die Seele zerbrochen werden.

Wir wissen schon: Jede Verbindung fängt damit an, dass zuerst die Gefäße zerbrechen. Dann treten die Eigenschaften des Lichts in die Eigenschaften der Gefäße ein, zwischen ihnen entsteht eine Verbindung, und erst danach, dank dem nächsten Licht, dem korrigierenden Licht⁽³⁾, fangen jene Lichtfunken, die beim Zerbrechen aus dem Licht in den Egoismus gefallen sind, an, diesen Egoismus sich anzugleichen und zu korrigieren.

Ich will also sagen: Es muss das Zerbrechen des Gefäßes geschehen. Dieses ganze Volk … Moshe steigt vom Berg herab, das heißt, er erwirbt die Tora, empfängt die Tora und steigt mit ihr zu den übrigen Eigenschaften herab. Und die machen unterdessen das Goldene Kalb.

(08:55) Jetzt ist uns schon alles klar. Diesen Vorgang haben wir bereits gelernt – in der Welt Nekudim, wie das Zerbrechen der Gefäße geschieht, und bei Adam haRishon, wie es mit Adam war. Und jetzt ist es dasselbe. Es ist derselbe Prozess, daran kommt man nicht vorbei. Ohne ihn gibt es keinerlei Verbindung zwischen dem Licht und den Gefäßen. Er zerbricht also diese Gefäße.

Das geschieht am 17. Tammus. Wir werden später anschauen, was der Kalender bedeutet, wie viele Tage das sind. Sagen wir: 50 Tage vom Anfang des Auszugs aus dem Egoismus bis zum Empfang der Tora, bis zum Zerbrechen. Und hier – schauen wir. Er zerbricht diese Tafeln, das Licht tritt in das Gefäß ein, und das ist es, was mit dem Menschen von da an geschieht.

Dann vergeht einige Zeit bis zum ersten Elul. Das ist ein neuer Monat, an dessen Ende der nächste Monat beginnt; über den Neumond kommt dann das Neujahr. Was heißt das? Moshe steigt wieder auf den Berg Sinai und empfängt die zweiten Tafeln. Dieses Licht wird also im Gefäß noch einmal verarbeitet, und man kann erneut aufsteigen und schon um das Licht der Korrektur bitten. Und dieses Licht der Korrektur kommt zum Menschen, und in diesem Licht fängt der Mensch an, sich selbst zu sehen. Wieder vergehen 40 Tage – Moshe ist auch beim ersten Mal 40 Tage in Kontakt mit dem Licht bis zur Stufe von Bina, und beim zweiten Mal ebenfalls 40 Tage bis zur Stufe von Bina –, und dann steigt er von dort nach unten. Das Licht fängt also an, zu allen übrigen Eigenschaften durchzudringen, zum ganzen Volk. Und das Herabsteigen des Lichts bis zu Malchut und der Anfang … die vollkommene Gegenüberstellung zwischen dem Licht und Malchut – dieser Tag wird bei uns als Jom Kipur⁽⁴⁾ gefeiert.

Das heißt: der Mensch mit seiner Seele nach dem Zerbrechen – nachdem er verstanden hat, was in ihr überhaupt vorgeht, dass in ihr nichts Gutes ist, keine einzige gute Eigenschaft, dass alles korrigiert werden muss. Erkannt hat er das aber nur, weil in jeder egoistischen Eigenschaft der Seele schon Funken des Lichts sind, die beim ersten Zerbrechen hineingefallen sind, beim ersten Eintreten des Lichts. Jetzt leuchtet schon das zweite Licht – das Licht der Korrektur, quasi die zweiten Tafeln. Zwischen den ersten und den zweiten gibt es einen Unterschied.

Wir werden das alles nach und nach durchgehen, es ist sehr interessant. Aber man geht das besser in der Kabbala durch und nicht so, wie es dort geschrieben steht – also worin der Unterschied zwischen ihnen besteht, genau wie der Unterschied zwischen dem ersten Tempel und dem zweiten Tempel: dort gab es angeblich so und so viele Wunder und hier so und so viele. Es steigt also schon ein anderes Licht herab. Das ist das Licht der Korrektur. Es muss nicht mehr zerbrechen, in die Gefäße eintreten und sich mit ihnen vermischen. Es muss schon aus der Ferne leuchten und das Gefäß nach und nach korrigieren. In ihm sind schon andere Eigenschaften.

Und ab Jom Kipur – an Jom Kipur geschieht die Gegenüberstellung zwischen dem ganzen Gefäß, das sich in seiner ganzen egoistischen Tiefe auftut, und diesem ganzen Licht, das dieses Gefäß korrigieren und füllen soll.

Ich sage mal „ihn", mal „sie" – achtet nicht auf die Fälle, denn es kommt darauf an, wie ich über das Gefäß denke: entweder weiblich oder sächlich.⁽⁵⁾ Im Hebräischen ist es genauso: „Kli" wird als weiblich, als sächlich und als männlich gebraucht, je nach Aspekt. Es kommt darauf an, wie man seine Arbeit betrachtet: Wird die Arbeit schon auf das Geben hin gesehen, dann „er"; wird sie auf das Empfangen hin gesehen, auf die negativen, egoistischen Eigenschaften, dann „sie", und so weiter.

(13:24) Was haben wir weiter? Deshalb halten wir an Jom Kipur den Brauch, dass der Mensch nicht isst, nicht trinkt; es ist ihm verboten, sich zu waschen, die eheliche Nähe ist verboten, das Einölen ist verboten. Einst war das so, gemäß dem Höheren überhaupt – das ist eine sehr große Eigenschaft.⁽⁶⁾

Öl ist Or Chochma, und der Körper ist Razon lekabel⁽⁷⁾. Das äußere Empfangen des Or Chochma heißt quasi „Sicha". „Sicha" ist das Einreiben, das Einölen, das Salben. Weiter. Und natürlich Lederschuhe: Man darf keinerlei Bedeckung aus Leder tragen. Leder gilt als Bedeckung, als äußere Kleidung. Alles ist also entblößt, es gibt noch kein äußeres Gefäß.

Wir werden später lernen, dass der Mensch innere Gefäße und äußere Gefäße hat. Im Zimzum Bet sind bei uns die inneren Gefäße entstanden. Das sind die Gefäße bis Nefesh, Ruach, Neshama; und für Chaya, Yechida, für das Or Chochma gibt es äußere Gefäße. Die äußeren Gefäße sind Lewusch we Hejchal, die sogenannten Kleider und das Haus, die Wände. Das sind die äußeren Gefäße – so wie unser Körper existiert, ja?

Shoresh, Neshama, Guf – wir haben drei Eigenschaften. Wurzel, Seele, Körper existieren zusammen in uns. Und außerdem existieren an uns Kleid und Wände. Das ist das, was wir als unser Eigenes bauen.

Kleider und Wände gibt es bei uns in unserer Welt wegen der Unvollkommenheit unserer Gefäße. Wären wir innen vollkommen, dann bräuchten wir kein Kleid, wie Adam haRishon, und auch keine Wände. Diese Kategorien, diese Gefäße würden dann in uns existieren.

Was wir jetzt teilweise durch Kleidung und durch das Haus in unserer Welt ausgleichen – gemeint ist ein Haus, der Tempel, egal was, jeder Raum, in den der Mensch sich hineinstellt –, das alles ist die Folge der Unkorrigiertheit unserer Gefäße, der Unvollkommenheit des Menschen.

Wenn der Mensch sich korrigiert, geht das alles nach und nach in ihn hinein, nach innen, und er braucht weder Kleider noch ein Haus.

Das Licht also, das an Jom Kipur zu uns kommt, zeigt uns, wie unvollkommen unser Gefäß ist; alle diese negativen Eigenschaften treten in ihm zutage. Dementsprechend gibt es diese Gebete. Die Kabbalisten haben das alles in solchen Worten dargestellt, dass ein Mensch sie auch aussprechen kann, ohne etwas zu verstehen – ihm scheint, er wendet sich an den Schöpfer. Ein Mensch aber, der versteht, sieht an diesem Text, welche inneren Verlangen und Ausrichtungen er zum Schöpfer wenden muss. Das Gebet ist in einer Sprache verfasst, in der es sich im Prinzip jeder beliebig für sich zurechtlegen kann – je nach der Stufe, auf der er steht, von null bis zur Stufe der vollständigen Korrektur.

Das ist die Sprache, die Moshe angenommen hat, in der er die Tora geschrieben hat; danach haben die Kabbalisten sie benutzt und benutzen sie immer, um sich nicht speziell nur an die zu wenden, die Kabbala lernen, sondern überhaupt an alle, unabhängig von ihrer spirituellen Stufe.

Wenn man sich die Gebete anschaut, kann man dort all diese Wechselwirkungen sehen und alle Stufen jedes Verlangens des Menschen zu diesem Licht, zum Schöpfer, aus jedem unserer Verlangen. Wie ihr wisst, haben wir insgesamt 620 Verlangen, „TaRaCh". Weiter.

Frage: (18:10) Rav, ich habe eine Frage. Warum sind diese Einzelheiten, die „Feiertage" heißen, in der Tora nicht alle angegeben? Manche Feiertage werden erst später hinzugefügt und wurden gar nicht gleich verkündet.

Rav: Nein, alles, was ich jetzt sage, ist von Moshe beschrieben.

Zwischenruf: Er fragt nach Chanukka, Purim, die …

Rav: Es gibt Feiertage, die nicht …

Schüler: Die nicht gleich beschrieben wurden, die später hinzugefügt wurden.

Rav: Chanukka und Purim – das sind noch Feiertage, die der Mensch durchläuft, nachdem er die Tora empfangen hat. Moshe hat alles beschrieben, was mit dem Empfang der Tora und dem Aufstieg der Seele bis Bina zusammenhängt. Das ist seine Aufgabe. Moshe ist die Kraft, die alle Verlangen des Menschen von Malchut bis Bina hebt. Bis zum Eintritt in Erez Israel, wie es heißt, in das Land Israel.

Und weiter – das war's. Weiter geschehen die Korrekturen schon ohne Moshe. Moshe ist die Eigenschaft, die Malchut bis zur Stufe von Bina herauszieht. Das ist alles. Deshalb stirbt er, er stirbt in Jordanien⁽⁸⁾ und schaut aus der Ferne auf Israel, wie es in der Tora heißt: Er stieg auf den Berg Nevo und stirbt dort, am fünften Adar. Was Adar ist, werden wir auch noch lernen. Er wurde am fünften Adar geboren und stirbt am fünften Adar. Im Grunde hat alles … seine spirituellen Wurzeln.

Wir sprechen nicht von Moshe. Ich stelle mir, ehrlich gesagt, keinen Menschen vor, der das getan hat. Überhaupt nicht, das geht bei mir nicht zusammen … Da zieht irgendeine Herde durch die Wüste … überhaupt nicht … Aber man kann es so und so verstehen, das hat keine Bedeutung.

Jede spirituelle Wurzel muss die Erde berühren, unsere Welt berühren, sich in Materie kleiden. Jede. Und darum muss alles, was in der spirituellen Welt mit uns geschehen soll, auch in dieser Welt mit uns geschehen, mit allen. Bis heute ist alles geschehen außer Purim, außer Gmar Tikun. Absolut alles ist herausgekommen.

An Jom Kipur nehmen wir also dieses Licht an. Nicht in uns hinein – wir empfinden es vor uns, ein gewaltiges Licht, das uns die Tiefe unseres egoistischen Gefäßes sehen lässt. Und deshalb essen wir nicht, trinken nicht, salben uns nicht mit Öl, es gibt keine eheliche Nähe, und wir tragen keine Lederschuhe. Und wir stehen dem Licht gegenüber.

Danach fangen wir an, unser Verhältnis zu diesem Licht aufzubauen, damit es anfängt, uns zu korrigieren. Die Vorbereitung darauf, das Licht hervorzubringen⁽⁹⁾, dauert von Jom Kipur bis zum Anfang von Sukkot. Vor Jom Kipur haben wir zehn besondere Tage, „Asseret Jemej Teshuwa" („zehn Tage der Umkehr"), an denen sich der ganze Egoismus nach zehn Stufen, nach zehn Sefirot strukturiert. Und jede von ihnen richtet sich unter der Einwirkung dieses Lichts – das ist vom Neujahr bis Jom Kipur – auf bestimmte Weise aus, empfindet sich auf bestimmte Weise, bis es zu Malchut kommt. Malchut ist die zehnte, letzte Sefira, die sich als vollkommen isoliert, dem Licht entgegengesetzt empfindet. Das ist Jom Kipur, der zehnte Tag.

(23:15) So heißt es: „zehn Tage der Umkehr". Also das Licht, das in dieser Zeit zurückbringen soll … Und darum heißen diese Tage Tage des Gerichts, an denen der Mensch sich selbst richtet: wer er ist, was er ist, auf welche Weise, was er mit sich machen könnte. Er fängt an zu beten und um die Korrektur durch dieses Licht zu bitten.

Dann folgt von Jom Kipur bis zum Anfang von Sukkot die Vorbereitung auf die Korrektur. Und die Korrektur fängt am ersten Tag von Sukkot an. Der ist bei uns morgen. Dieses Jahr fällt Sukkot mit dem Schabbat zusammen. Es macht einen Unterschied, ob er zusammenfällt oder nicht, warum und wie. Auch das werden wir irgendwann lernen.

An Sukkot bauen wir uns ein besonderes Gefäß, quasi ein Hilfsgefäß. Wir stellen uns so hin, wie ich schon gesagt habe: der Mensch in seiner Kleidung und in seinem Haus, in der Laubhütte, in der Sukka, die wir eigens bauen.

Wir bauen sie aus besonderem Material, nämlich nur aus natürlichem. Die Wände sind egal, welche, denn die Wände errichten wir künstlich. Das Dach aber muss aus der sogenannten Psolet Goren we Jekew sein, also aus den Abfällen von Weinbergen und Feld – aus Stroh, aus Heu –, aus allem, was Abfall ist. Oder aus Baumabfällen, das geht auch: Palmzweige, beliebige Zweige.

Wir werden noch lernen, warum das so ist. Das sind ja keine Bräuche, das alles beruht auf spirituellen Wurzeln. Der Mensch baut so ein Haus, ein zeitweiliges, für sieben Tage. Denn jetzt läuft die Korrektur nur von SaT, nur von WaK. Klar, ja? Von dem Teil unserer Seele, des egoistischen Verlangens. Also nicht Keter, nicht Chochma und nicht Bina – nicht die drei oberen Sefirot. Die übrigen drei oberen Sefirot fügen wir an Purim hinzu. Über Chanukka kommen wir zu Purim. Und an Purim haben wir „Purim" – „ki Jom haKipurim". „Ki Purim". Jom Ki-pur. Was ist Kipur? Kmo Purim, wie Purim. Denn Purim ist der Empfang des ganzen Lichts in ein vollständig korrigiertes Gefäß.

Das ist Gmar Tikun, das der vollständigen Korrektur und Füllung entspricht. Im Gegensatz dazu heißt der Zustand, in dem das Gefäß völlig leer, aber zur Korrektur bereit ist, „wie Purim". Vollständig, so ist das. Deshalb heißt das eine Purim und das andere „ki Purim". Kipur. Jom Kipur.

(26:58) Sieben Tage lang sitzen wir also in so einer Laubhütte, einer Sukka, die nach besonderen Regeln gebaut ist. Es gibt sehr viele Regeln, es gibt ganze Zeichnungen dazu. Im Talmud gibt es zu diesem Thema einen ganzen Traktat, er heißt auch so: „Sukka". Mit Zeichnungen, das alles …

Ihr wisst ja: Der Talmud ist im dritten Jahrhundert unserer Zeitrechnung geschrieben. Als der Tempel zerstört wurde, haben sie das alles aufgeschrieben, damit man nicht vergisst, wie man es ausführen muss. Anshei Kneset haGdola – die Weisen der Großen Versammlung. Dort gab es eine Versammlung von 70 großen Kabbalisten, so eine oberste Einrichtung. Sie heißt „Kneset haGdola". „Kneset" ist die Versammlung, und „Gdola" kommt vom Wort „groß", vom Wort „Chochma". Nicht groß im Umfang, sondern groß an Größe. „Gdola" ist Chochma, „gadol" ist groß. Gemeint ist groß in der Höhe, das ist Chochma. In die Breite, das ist Bina.

Sie haben uns das alles aufgeschrieben und aufgezeichnet: wie diese Sukka sein muss, nach welchem inneren Zustand von uns. Dort wird alles ausgemessen, und es heißt: Der Abstand darf nicht größer sein als … die Lücke in den Wänden darf nicht größer sein als Schalosch Tfachim, also drei Handbreit.

Warum? Weil – wir haben das gelernt, vielleicht erinnert ihr euch nicht oder habt es nicht gehört –, wenn die Reshimot aus dem Gefäß heraussteigen, wenn das Gefäß empfängt und sich dann läutert, „misdakech", und danach das Licht aus ihm austritt, dann tritt dieses Licht aus diesem Gefäß ins Höhere aus und zeigt sich im Niederen. Dann steigt es noch höher, zeigt sich im Niederen, und das dritte wird schon überhaupt nicht mehr empfunden.

Beim Übergang auf die dritte Stufe verschwindet die Verbindung zwischen dem Niederen und dem Höheren vollständig. Deshalb ist ein Abstand von mehr als drei Tfachim verboten, und so weiter. Aber das alles … Es ist interessant zu sehen, wie es in unserer Welt ist, wenn es jemanden interessiert … Im Grunde ist uns das alles egal, offen gesagt. Was geht uns unsere Welt an? Nicht wahr? Aber es ist interessant, später zu vergleichen, wie das alles in unserer Welt seine Abbildungen findet – davon, dass der Mensch in sich so ein Gefäß vorbereitet, in dem die Lücke zwischen dem austretenden und dem eintretenden Licht nicht größer ist als drei Stufen, und so weiter. Auf jedem Weg will er also in Verbindung mit dem Licht sein.

Unter solchen Bedingungen baut er sein inneres Gefäß und fängt an, Licht in es zu empfangen – vorerst Or Makif. Dieses Or Makif leuchtet ihm über sieben Stadien hinweg, bis es in ihm sieben Sefirot läutert: Chessed, Gwura, Tiferet, Nezach, Hod, Jessod, Malchut. Und jeden Abend werden wir jetzt in der Sukka sitzen und sagen: „Heute laden wir Awraham zu uns in die Sukka ein." Denn Awraham steht Chessed gegenüber, das ist quasi seine Eigenschaft. „Heute laden wir Moshe in die Sukka ein, Josef und so weiter … David." Jeder Tag entspricht also einer bestimmten spirituellen Stufe, einer bestimmten spirituellen Eigenschaft, die wir in unserer Seele korrigieren. Und das wird an jedem Tag des Festes Sukkot symbolisiert.

Wenn wir all diese Tage korrigiert haben, all diese sieben Sefirot, kommen wir dahin, dass wir schon empfangen … Am Fest Sukkot empfangen wir nur WaK. Was heißt WaK? Ein kleines Aufleuchten des Or Chochma. Und dann tritt in uns schon das übrige Licht ein, das „Simchat Tora" heißt. Dieses ganze WaK-Licht tritt in uns ein. Das ist nur das Licht, das auch in einem noch nicht vollständig korrigierten Gefäß sein kann. Und danach geschieht schon nach Sukkot … Deshalb heißt dieser letzte Tag von Sukkot „Simchat Tora" – „Freude der Tora". Freude, weil gemeint ist: Wenn du Wein trinkst – Wein ist Or Chochma –, dann tritt das Or Chochma ein, und darum heißt es „Freude der Tora". Tora ist das allgemeine Licht, das das Gefäß füllt. Tora vom Wort „Or", „Ora" – es füllt alles.

(31:53) Danach haben wir noch Chanukka. Da werden die nächsten Gefäße im Kampf mit den Jewanim korrigiert, mit den alten Griechen, denn die waren ganz für den Sieg des Verstandes. Hier ist es umgekehrt: der Sieg der Kelim de Bina, des Glaubens, also nicht unserer Welt. Die Griechen verkörpern das Wissen unserer Welt, also das Streben, gerade auf dieser Stufe mit dem Or Chochma zu arbeiten. Und die Makabim – auch da werden wir noch lernen, was das für eine Eigenschaft in uns ist. Das ist eine Eigenschaft, die umgekehrt über dem Verstand steht, also „Emuna le mala me haDaat" – „Glaube über dem Verstand".

Diese Etappe musste man durchlaufen. Der Mensch durchläuft sie, wenn er auf so eine Stufe aufsteigt, schon über alle übrigen unkorrigierten Gefäße, und danach besiegt er sie dort auch. Er fängt an, ein besonderes Licht zu empfangen – Shemen, Öl. Dort ist das Hauptfest das Fest des Lichts, Chanukka. Da werden die Öllampen angezündet. Das Licht fängt also an zu geben … Shemen ist Or Chochma, es fängt an, im Menschen Licht zu geben, es fängt an, mit Hilfe des Massach im Menschen zu brennen.

Öl allein brennt nicht. Damit das Öl brennt, braucht es einen Docht. Ja? Dieser Docht verkörpert den Massach, der einerseits selbst auch nicht brennt, und ohne Öl, für sich allein … Also gerade der Zustand, dass es Öl gibt und einen Docht – dann haben wir Licht.

Das ganze Chanukka ist also das Fest des Lichts, wenn das Licht schon anfängt, im Gefäß Chochma zu brennen. Und das geht bis Purim. An Purim geschieht dann die vollständige Korrektur der ganzen Seele, des ganzen Gefäßes. Und Purim entspricht schon dem Gmar Tikun – der vollständigen Korrektur.

In unserer Welt gab es dieses Fest noch nicht, das heißt, diese Verwirklichung gab es noch nicht. Das ist das Einzige, was in unserer Welt noch zu tun bleibt. Hoffen wir, dass wir das mit euch in dieser Welt schnell verwirklichen.

Das war's. Diese ganze Kette werde ich offenbar noch einmal erzählen, vielleicht ein bisschen anders. Mal kommt es so heraus, mal anders – und dann noch vor allen, wenn wir uns versammeln.

Was sollen wir aus dieser ganzen Erzählung mitnehmen? Dass unser ganzer Weg aus Abstiegen und Aufstiegen besteht, aus Aufstiegen und Abstiegen. Dass es im Menschen nichts geben kann, was nicht zerbricht und danach wiederhergestellt wird. Nur über die Gegenüberstellung der jeweils schlechten und guten Eigenschaften, der angeblich schlechten und der angeblich guten. Nur über die Gegenüberstellung zwischen ihnen können wir etwas bauen, etwas machen, können wir irgendwie das innere Gefäß schaffen und vorbereiten und es danach füllen.

(35:58) Deshalb darf der Mensch auf keinen Fall denken: „In welchem Zustand bin ich?" Das ist die falsche Einstellung. Nicht auf den Zustand achten. Er muss immer daran denken: „Wonach strebe ich?", nicht „Woher strebe ich?". Nicht daran denken „Wie bin ich?", sondern „Wonach muss ich streben?", also die Eigenschaft, das Bild, die Qualität vor sich sehen, nach der ich streben muss.

Auf keinen Fall darüber nachdenken. Sobald er an sich denkt, fängt er sofort an zu fallen; es tauchen unzählige Störungen auf, sie ziehen ihn nach innen, zur Seite. Nur nicht an sich und in sich denken, sondern von sich nach außen, dorthin. Dann werden wir all diese notwendigen, unumgänglichen Zustände schnell durchlaufen. Wir werden verstehen, dass sie alle vorbeigehen – dass ich, ungeachtet dessen, was an mir vorbeigeht, die ganze Zeit nach dem einen strebe. Das müssen wir klären, das ist die Schlussfolgerung aus diesem ganzen Überblick über die Kette der Zustände, die wir durchlaufen müssen.

Es sind sehr viele. Jeder von ihnen zerfällt natürlich noch in viele andere, und der Mensch kann jede Sekunde eine riesige Menge von Zuständen durchlaufen. Das hängt nur davon ab, ob er nach vorn strebt. Je mehr ich nach vorn strebe, je klarer und stärker ich mich immer mehr auf das Ziel kurzschließe, desto schneller bringe ich diesen Motor in mir zum Drehen (tu-tu-tu-tu-tu-tu), das diese Zustände in mir immer schneller durchdreht. Je stärker ich nach vorn strebe, desto mehr reguliere ich damit die Geschwindigkeit, mit der diese Zustände in mir ablaufen.

Nur von mir hängt das ab. Wenn ich mich auf nichts ausrichte, steht das Rad in mir still, die Kette der Reshimot steht still. Fange ich an, ein wenig nach vorn zu streben, dann fängt sie an, sich zu drehen; mehr – noch mehr, und so weiter. Bleibe ich stehen, beschäftige ich mich mit mir, dann steht alles still, ist alles tot. Deshalb muss man nur von sich weg nach außen denken.

Frage: (38:26) Einerseits müssen wir die Enthüllung des Schöpfers 24 Stunden am Tag wollen, andererseits sagen wir, dass der Schöpfer sich in dem Maß enthüllt, wie ich mich einschränken kann …

Rav: Weiter. Gibt es andere Fragen? Das gehört nicht direkt hierher.

Frage: (38:49) Wie muss man von sich weg denken? Andererseits bin ich ständig damit beschäftigt, dass ich mich korrigieren muss. Ich. Wie bringt man das zusammen? …

Rav: Oh! Wie kann ich nach vorn streben, wenn ich mich korrigieren muss? Ich soll ja nicht an mich denken, sondern daran, mich nach vorn zu korrigieren. Wer strebt nach vorn? Ich! Nur: Wenn ich an meinen heutigen Zustand denke, an mich – an mich heißt: an meinen heutigen, gegenwärtigen Zustand –, dann befinde ich mich in ihm.

Denke ich an den nächsten Zustand, dann lasse ich mich trotzdem nicht los, aber ich denke nicht an mich, sondern strebe quasi ganz in ihn hinein. Und so kommt es, dass ich nach vorn strebe. Und diese Kette der Reshimot fängt an, sich in mir schnell zu drehen. Die Kraft meines Strebens nach vorn bestimmt also die Geschwindigkeit, mit der die Zustände ablaufen. Das ist dasselbe, wie wenn du im Auto aufs Gas drückst. Genauso: Wie ich mich nach vorn drücke, wie ich strebe, so schneller bewege ich mich auch. Und nach vorn heißt: stärker auf das Ziel, konzentrierter auf das Ziel und so tief wie möglich in das Ziel hinein, nicht in mich.

Aber was passiert? Wo bin denn ich? Du wirst sehen, wie in dir jede Sekunde ständig Gedanken an dich selbst auftauchen – und du nach vorn, zum Ziel; an dich – und du nach vorn, zum Ziel. Ständig wirst du dich also … wirst du dich in dieses Ziel hineinstecken müssen. Gerade dich selbst, denn die Störungen wirst du über dich selbst haben. Dafür aber wirst du sie sofort vollständig abarbeiten, indem du sie auf das Ziel kurzschließt. [nur hebr. Fassung: vom Wort „Arbeit"]

Frage: (40:39) Rav, wo ist hier die Gruppe?

Rav: Die Gruppe ist ganz einfach. Ich rede gar nicht erst von der Gruppe, denn ohne Gruppe kannst du dich nicht auf das Ziel kurzschließen, du kannst dich nicht auf den Schöpfer kurzschließen, du kannst nicht … Diese Konzentration auf den Schöpfer ist dasselbe wie die Konzentration auf die Gruppe. Den Schöpfer gibt es ja nicht. Wenn ich „Schöpfer" sage, ist das einfach ein Symbol, das alles verkörpert, was mich umgibt.

Wie kannst du dir den Schöpfer vorstellen? Der Schöpfer stellt sich ganz einfach dar: durch jene Kraft, die sich in der Gruppe befindet. Das stimmt, dass ich … Darüber müssen wir noch sprechen, mir ist das schon so vertraut … Deshalb kommt es, dass der Mensch sich hier quasi nicht in der Gruppe sieht.

In den Artikeln und überall, auch in den Briefen, scheint es so, als spreche Baal HaSulam über das persönliche Verhältnis des Menschen zum Schöpfer. Dieses persönliche Verhältnis gibt es aber nicht, denn ein Verhältnis zum Schöpfer kann es nur aus dem allgemeinen Gefäß heraus geben. Dort zeigt sich der Schöpfer, dort ist Er, und dort kannst du dich zu Ihm verhalten.

Ich kann mich also nicht von mir aus zu Ihm verhalten. Hier, das ist das allgemeine Gefäß. Entschuldigt, dass ich es so zeichne. Das ist das allgemeine Gefäß. Und ich bin das, was darunter steht. Wenn ich mich als dieses allgemeine Gefäß sehen kann, als die Ansammlung aller Seelen, die miteinander verbunden sind – durch mein persönliches Verlangen, durch mein Verlangen zu lieben, mich zu allen gleich gut zu verhalten, nicht in mir zu sein, sondern in ihnen –, wenn ich so ein Gefäß schaffe, dann ist die Konzentration dieses Gefäßes auf den Schöpfer durch es hindurch mein Streben zum Schöpfer.

Und ich stehe dahinter, hinter ihnen; ich bin quasi eine Mutter, die sich über ihre Liebe zu allen anderen zum Schöpfer verhält. Ein anderes Verhältnis kann es nicht geben. Sonst wäre es nicht der Schöpfer, sonst wäre es irgendeine von mir ausgedachte Eigenschaft.

Der Schöpfer ist das, was sich mit Liebe zu allen Seelen verhält. Etwas anderes wissen wir nicht über Ihn. „Razono leheitiw le nivraaw" – Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun⁽¹⁰⁾ –, der Gute, der Gutes tut, gegenüber allen Seelen. Gegenüber allen Seelen. Ich kann den Schöpfer, diese Kategorie, diese Eigenschaft, also nicht finden, wenn ich meine Aufmerksamkeit nicht auf Ihn fokussiere – gerade wie aus einem Radar, aus all diesen Seelen heraus auf Ihn. Es klappt nicht. Wenn ich also sage „der Mensch zum Schöpfer", dann muss das unbedingt durch das allgemeine Gefäß gehen. Außerhalb des allgemeinen Gefäßes existiert der Schöpfer nicht. Du kannst Ihn nicht individuell für dich irgendwie empfinden, einschätzen.

Und die erste Eigenschaft, die der Mensch empfindet … keine Eigenschaft, sondern eine Empfindung … Beim Durchschreiten des Machsom, vor dem Machsom, wenn der Mensch „hier und dort", „hier und dort" ist, dann ist es genau diese Empfindung: „Wo ist der Schöpfer?" Und Der, der die ganze Menschheit füllt und lenkt, ist gerade in ihnen. Und du vergleichst mit Seinem Verhältnis zu den Menschen, findest ebenso dich dort und Ihn dort. Der Ort der Begegnung zwischen dir und dem Schöpfer ist also in den Seelen der Menschen. Einen anderen … Ort gibt es nicht. So kommt es heraus.

Genau das ist das Durchschreiten des Machsom: wenn du anfängst, die Seelen der Menschen und den Schöpfer in ihnen zu sehen, weil du von oben dieselben Kräfte bekommst, dieselben Eigenschaften, dich zu ihnen zu verhalten wie Er. Aber natürlich in minimalem Maß. Am Anfang sind das Ibur, Yenika, Mochin. Aber nur so.

Wie heißt es in unserem Lied? „Ki benejnu mitgale …" („Denn zwischen uns enthüllt sich …")⁽¹¹⁾ So etwas in der Art. Da gibt es gute Worte.

Frage: (45:02) Rav, ich habe eine Frage. Während Sukkot – wir sprechen jetzt davon, dass wir in unserem Streben erstarken und uns darauf konzentrieren sollen. Heißt das, dass wir in dieser Zeit durchlaufen werden … dass der Wechsel der Reshimot sein Maximum erreichen soll, dass wir also in dieser Zeit die maximale Anzahl dieser Zustände durchlaufen sollen, oder wird das irgendein allgemeiner …

Rav: Ich hoffe, dass wir in diesen … Wir haben noch etwa zehn Tage zusammen. Und ich hoffe, dass wir in diesen Tagen eine große Anzahl von Zuständen durchlaufen. Im Prinzip sollen diese Zustände nur Zustände sein, die uns verbinden und auf ein Ziel hin zusammenfassen. Wir müssen also nur eines denken: „Wir alle zusammen – zum Schöpfer!" Das ist alles. Das ist das Einzige.

So haben wir auch unseren Leitspruch gewählt: „Alle wie einer – zu dem Einen!"⁽¹²⁾ Das ist alles, mehr gibt es nicht. Wenn wir ständig daran denken und uns ständig darauf konzentrieren, dann denke ich – zumindest hoffe ich –, dass viele diese Empfindung deutlich spüren werden und die anderen undeutlich. Aber es wird schon eine Empfindung von „über dem Machsom" sein. Und sie wird in uns solche Voraussetzungen, solche Grundlagen schaffen, dass wir danach vorankommen können, zumindest in den nächsten Monaten, sagen wir bis Pessach. Oder an Pessach noch etwas hinzufügen – der eine heute, der andere später –, aber das wird dann schon eine Gruppe auf einer ganz anderen Stufe sein.

Ich denke also … Uns ist alles dafür gegeben. Und wir sehen selbst, wie es uns von oben zukommt. Mit Anstrengung, aber im Großen und Ganzen kommt es. Wir spüren selbst, wie man uns sogar zieht. Ob du willst oder nicht – heute rechnet man von oben mit dir wie mit einem, der seine Pflicht erfüllt.

Wenn man also von dem spricht, was „auserwähltes Volk" heißt, dann sind wir das auserwählte Volk. Wir sind heute auserwählt. Genau das heißt „auserwählt sein": um selbst aufzusteigen und danach alle zu erheben. Das ist alles.

Ich denke, zumindest die Hauptmasse – die, die vor mir sitzt, dazu noch 5 Leute, 10 aus der Moskauer Gruppe und viele aus der israelischen Gruppe, vielleicht sogar jemand aus Amerika, ich weiß es nicht. Aber es gibt Menschen, die heute praktisch können, bereit sind, genug Kraft investiert haben, um vielleicht sogar hinüberzuspringen. Oder zumindest solche Zustände zu spüren, sie zu durchlaufen und sie dann noch innerhalb einer kurzen Zeitspanne doch zu verwirklichen.

Sprünge kann es nicht geben. Alles hängt davon ab, wie sehr du die Ereignisse beschleunigst. Du musst sie trotzdem alle durchlaufen. Sonst hast du kein Gefäß … Du kannst es nicht … Du musst es ganz analysieren, durchfühlen. Du musst es ganz von innen durchleben. Durchleben kann man das auch in einer Sekunde. Du weißt selbst, dass es Zustände gibt, bei denen eine einzige Sekunde dir schon einen Eindruck gibt.

Aber all diese Zustände muss man durchlaufen. Die also, die diese Zustände mehr oder weniger durchlaufen haben, sind meiner Meinung nach heute bereit; die anderen werden es zumindest aus der Ferne spüren und sich ungefähr vorstellen können, und dann, in den nächsten Monaten oder an Pessach, werden wir damit fertig.

[nur hebr. Fassung: (Ende des Unterrichts)]