Tägliche Lektion12. Okt. 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Aufzeichnung 913 (18.03.2003)

Rabash. Aufzeichnung 913 (18.03.2003)

12. Okt. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.
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Morgentranskript 18.03.2003

Buch „Schriften des Rabash", Sammlung „Stufen der Leiter", Band 3,
Artikel 913 „Und über Seine Tora sinnt er nach"

Rav: Der Artikel wurde am 19. Shevat 5726 in Kfar Saba geschrieben. Warum gerade in Kfar Saba? Das ist interessant. Rabbe¹ hatte dort einen Kollel², und quasi gibt es ihn auch heute noch. Weißt du das, David? Es gibt einen Kollel in Kfar Saba, ich weiß nicht mehr, in welcher Straße. Ich war nie dort, niemals. Ich war ungefähr dreizehn Jahre mit Rabbe zusammen, und ein paar Mal habe ich es ihm sogar vorgeschlagen, wenn es regnete oder so. Wir sind jeden Morgen hinausgefahren, um spazieren zu gehen, ans Meer, in einen Park oder in den Wald. Wir sind in den Wald von Ben Shemen gefahren, nach Palmachim, an alle möglichen Orte, in Parks, abgesehen von den Fahrten in den Norden.

Manchmal wussten wir nicht, wohin, weil es so regnete, dass man nicht aus dem Auto steigen konnte. Dann sagte ich zu ihm: „Fahren wir nach Kfar Saba, da war ich noch nie." Er wollte diesen Kollel nicht einmal sehen. Der Kollel trägt seinen Namen, und es gilt ja als ehrenvoll, dass ein Admor³ so einen Kollel hat. Trotzdem waren wir nie dort. Er wusste sicher nicht einmal, wer dort lernt, und die, die dort lernten, wussten überhaupt nicht, welche Verbindung zwischen ihnen und ihm besteht. Sie saßen da und lernten Gemara, wie in einem Kollel üblich. Der Artikel wurde also zu diesem Anlass geschrieben. Das war's.

Was sagt er nun? Er sagt: Für alles, was wir erreichen, brauchen wir ein Kli. Wir haben jetzt fünf natürliche Sinne, wenn der Mensch, dem Schöpfer sei Dank, alle fünf hat, und hinter ihnen steht das Verlangen zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen erfasst, was die fünf Sinne aufnehmen, und zwar so, wie es aufnehmen will. Manchmal heißt es: „Augen haben sie und sehen nicht." Ich sehe nicht und höre nicht. Und wenn ich müde bin, das heißt, wenn das Verlangen zu empfangen überhaupt nicht arbeiten will, sondern nur Ruhe will und Abschalten von der äußeren Welt, dann kann ich zwar sehen und hören und alles, aber ich fühle es nicht. Es ist, als ob es mich gar nicht berührt und nicht in mich eingeht. 2:48

Alles hängt also vom Verlangen zu empfangen ab. Die Sinne, also Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten, sind bei allen vorhanden, sogar bei einem Toten. Aber wenn hinter ihnen kein Verlangen zu empfangen steht, dann ist er wirklich tot, denn es gibt niemanden, der aufnimmt und erfasst. Die Hauptsache ist also das Verlangen zu empfangen. Entwickelt man das Verlangen zu empfangen, dann benutzt es entsprechend einen bestimmten Sinn immer mehr. Das nennt man dann schon Fachkenntnis. Zum Beispiel gibt es einen Experten, der besonders gut erkennt, hört oder sieht. Er benutzt einen bestimmten Sinn auf besondere Weise.

Wie auch immer, alles hängt von diesem Verlangen ab. Auf natürliche Weise nehmen wir über die fünf Sinne alles Mögliche wahr, entsprechend der Entwicklung des Verlangens zu empfangen. Das nennt man: Wir leben. Können wir nicht aufnehmen, dann heißt das: Wir sind tot. Wie entwickelt man also das Verlangen zu empfangen für weitere Dinge? Man sagt dir: Durch diese Sinne kannst du nicht mehr aufnehmen, so sind sie gebaut, jeder Sinn hat seinen bestimmten Bereich. Du kannst Geräte hinzufügen, dann nimmst du noch weitere Wellen auf, Infra, Ultra, damit dein Empfangsband etwas breiter wird.

Man kann aber auch direkt im Verlangen zu empfangen aufnehmen, ohne diese Sinne, ohne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Direkt in das Verlangen zu empfangen hinein, das ist eine besondere Methode. Natürlich haben wir keine Möglichkeit, das zu tun, wir sind nicht so gebaut. Wir sind nur dafür gebaut, über den Körper aufzunehmen. Ohne den Körper aber nimmt das Verlangen zu empfangen wunderbare Genüsse auf, sozusagen unbegrenzte. Das Problem ist, dass wir diese Genüsse nicht von vornherein haben. Es gibt keine Reshimot von ihnen, wir fühlen sie nicht, um uns selbst beizubringen, sie zu wollen. 6:19

Und wenn man nicht will, nimmt man nicht auf. Ich gebe immer das Beispiel von Krupniks Katze. Wir schrieben die Musik von Baal HaSulam auf, die „Melodien der kommenden Welt", und neben uns schlief eine Katze. So viele Stunden wir diese Noten bearbeiteten, so lange schlief sie. Wir weinten dort, fühlten alles Mögliche. Nu, das sind die „Melodien der kommenden Welt", das wirkt⁴ sehr stark. Und die Katze lag tot da, schlief neben uns und fühlte nichts. Fühlt sie etwa den Lärm nicht? Doch. Manchmal hämmerte er so auf sein Klavier, und ich habe gesehen, wie die Katze das Ohr ein bisschen bewegte. Es störte sie, aber sie war nicht ergriffen.

Nein, nein, das ist sehr wichtig, das betrifft uns, passt auf. Sie fühlt nicht, das nennt man: nicht fühlen. Sie hört und fühlt nicht. Und das ist nur eine fehlende Entwicklung im Hörsinn. Schau, was diese Katze schon alles nicht kann. Genauso hören wir jetzt nicht einmal. Was hier in der Spiritualität geschieht, geht nicht in uns ein. Es geht nicht in unser Verlangen zu empfangen ein, es wird nicht aufgenommen. Ich befinde mich jetzt in der ganzen Spiritualität, in Ejn Sof, und nehme es nicht auf. Ich nehme es nicht auf, mir fehlt wie der Katze das Gefühl, das Ergriffensein von dem, was geschieht. Auch mir fehlt das Ergriffensein.

Das Problem ist, wie man es entwickelt, also wie zuerst ein Mangel entsteht, denn ohne ihn fühlen wir nichts. Den Mangel, ohne Sinne aufzunehmen, kann man nur entwickeln, indem man ein besonderes Kli erwirbt, das Glaube heißt. Der Sinn arbeitet nämlich nur unter der Bedingung, dass er Gleichheit der Form mit dem hat, was zu ihm kommt, also um zu geben. Ich werde also nie fühlen, was außerhalb von mir ist, wenn ich mich nicht vorher mit Glauben ausrüste, mit der Absicht, mit der Eigenschaft des Gebens. Darin liegt die ganze Schwierigkeit, das Purimfest zu verstehen: wie das Licht von Mordechai sich in den Kelim von Haman verwirklicht hat. Das sagt er hier, wenn er vom Unterschied zwischen Geschenk und Kauf, also Erreichen, spricht. Für ein Geschenk brauchen wir keine vorherigen Kelim, aber so erreicht man das Ziel nicht.

Gibt es Fragen? Hier gibt es viele Unterscheidungen: Mizwa, Geschenk, Zedaka. Ja.

11:22

Schüler: … … …

Rav: Ich sage dir: Wenn wir überhaupt dazu kommen, die Weisheit der Kabbala zu lernen, dann bringt man uns dahin, weil wir hier irgendwie dafür bereit sind, ja? Wir haben auch schon unbewusst in den früheren Gilgulim⁵ einen Weg zurückgelegt, und dieser Weg hat uns offenbar jetzt für eine neue Phase vorbereitet. Erst jetzt fangen wir an zu erkennen, dass wir offenbar wirklich dabei sind, eine neue Methode zu erwerben. Das ist etwas, das wir später vielleicht mit einer gewissen Kenntnis des Zustands machen werden, bewusst. Trotzdem müssen wir noch sehr wachsen, wenn wir zum Lernen der Kabbala kommen.

So wie wir in der Öffnung der Sinne gewachsen sind, in der Entwicklung des Verlangens zu empfangen, zu genießen, bis wir zum Lernen kamen, so müssen wir jetzt, nach dem Lernen, den Weg weitergehen. Wir müssen auch erkennen, auf welche Weise wir die Welt wahrnehmen und warum wir sie so wahrnehmen. Wir müssen uns also in unseren fünf Sinnen noch weiterentwickeln, bevor wir zu diesem sechsten Sinn kommen. Diese ganze Phase heißt Erkenntnis des Bösen. Aber in dieser Erkenntnis des Bösen gibt es viele Stufen, in denen ich endlich anfange, besser zu erkennen, wie ich die Welt fühle und warum ich sie so fühle.

Dass ich sie nur unter der Bedingung fühle, dass ich sie zu meinem Vorteil aufnehme, immer in meiner egoistischen Berechnung und so weiter. Bis ich das Verlangen, materielle Dinge zu empfangen, gründlich verarbeitet habe, und zwar im ersten Teil, im ersten Abschnitt meines Weges, nachdem ich schon angefangen habe zu lernen, vergeht auch viel Zeit. Erst danach fängt der zweite Teil des Weges an, in der Verhüllung der Vorbereitung. Darin fängt der Mensch an, sich irgendwie Sorgen zu machen, dass er keinen Glauben hat. Vorher denkt er nicht daran: Er liest, er hört, aber diese Dinge sind sehr abstrakt und weit weg von ihm. 15:06

Er liest und denkt: Ja, offenbar muss es so sein, in Ordnung. Aber das Verlangen fühlt noch nicht, dass es so sein muss. Erst wenn sich der Sinn der Aufnahme durch die fünf Sinne ganz entwickelt hat, also das Verlangen in der Aufnahme durch die fünf Sinne, fühlt er, dass er darin begrenzt ist. Er fühlt, dass er sich in einer Art Abriegelung innerhalb dieser fünf Sinne befindet und nicht herauskommen kann. Das heißt, er fühlt schon Druck vom Umgebenden Licht, ein wenig Anziehung zum Höheren Licht⁶. Das fängt dann an, ihn in einen Zustand zu bringen, in dem er wirklich denkt, dass es offenbar etwas Gutes ist, die Kraft des Glaubens zu erwerben.

Wirklich das Gefühl der Not, das Gefühl der Einschränkung, der Abriegelung, so ein Gefängnis. Und das öffnet ihm ein neues Verlangen. Er fängt an, sich zu sehnen und zu fühlen, was das eigentlich heißt: Glaube. Völlig ohne jede Verbindung zu dieser Welt, losgelöst von all diesen Berechnungen. Nicht ohne Verbindung in dem Sinn, dass ich diese Welt nicht habe, sondern endlich losgelöst von dieser Berechnung. Das bildet sich im Menschen heraus, und dafür braucht man viel Zeit, alle möglichen Unterscheidungen und Anstrengung. Das braucht Zeit.

Was heißt, das braucht Zeit? Im Menschen gibt es so viele Dinge, die sozusagen durchkochen müssen. Wie auch immer: Baal HaSulam schreibt, dass man Gewohnheit braucht. Der Mensch fängt nach und nach erst an, das zu fühlen, man kann die Dinge nicht auf einmal aufnehmen. Es geht trotz allem durch unser Material hindurch. Der Mensch fängt an, im Verlangen zu empfangen empfindsam zu werden und die Notwendigkeit des Verlangens zu geben zu fühlen. Dafür gibt es hier nicht so richtig Worte.

Ja.

18:33

Schüler: Kann man diese Anfangsphase irgendwie … schneller voranbringen, wenigstens diesen ersten Teil?

Rav: Das Problem ist: Auf dem Weg der Verhüllung haben wir keine Möglichkeit, diesen Prozess, also die Zeit der Vorbereitung, voranzubringen. Wir können sie nicht kontrolliert verkürzen, sodass wir genau wissen, was wir tun, und klar handeln: Wir machen die und die Handlungen und kommen dadurch in den und den Stufen voran. Das geht nicht, wir wissen nicht, was da geschieht⁷. Deshalb steht geschrieben: „Was in deiner Kraft steht zu tun." Und es ist wirklich unmöglich, das zu sehen. Denn die Dinge, die wir jetzt durchmachen, sind keine kleinen, niedrigen, verächtlichen Dinge, nach denen wir dann zu den großen kommen. Mit denselben Kelim werden wir später arbeiten.

Auch das, was wir jetzt tun, führt auf Gmar Tikun hin: Du wirst mit denselben Kelim arbeiten, die du jetzt öffnest. Deshalb darf man die Phasen, die man durchläuft, nicht geringschätzen. Uns scheint, dass noch ein Monat, noch zwei Monate, noch ein Jahr vergangen ist und nichts passiert ist. Aber das braucht Zeit. Das braucht Zeit. Plötzlich gibt es Phasen, in denen man sehr schnell vorankommt, und plötzlich gibt es Phasen, in denen scheinbar nichts geschieht. Wir können nicht richtig messen, wo wirklich der Fortschritt ist.

Vielleicht gibt es einen sehr großen und sehr schnellen Fortschritt, aber in einer Tiefe, die wir nicht fühlen, in Unterscheidungen, die noch ganz weit davon entfernt sind, dass wir etwas von ihnen bemerken. Vielleicht durchlaufe ich jetzt jeden Tag Tausende und Abertausende solcher Unterscheidungen und fühle es nicht. Und es gibt Unterscheidungen, die ich ein bisschen fühle: Ich durchlaufe an einem Tag oder in einem Monat zwei, drei davon, und schon scheint mir, dass sich etwas ändert und ich vorankomme. Verstehst du? Man darf sich also nicht auf die Sinne verlassen, wir haben dafür keinen Maßstab.

Und er sagt hier im Artikel auch, warum das so ist: Man darf dem Bereich des Empfangens⁸ keinen Bonus geben. Wir dürfen ihm nicht zeigen, dass er auf diese Weise angeblich mehr gewinnt und auf jene Weise weniger. Denn dann bindest du dich schon an Erscheinungen, die im Verlangen zu empfangen geschehen, und nicht an solche, die zum Kli des Glaubens gehören.

Was?

22:11

Schüler: Was ist diese Vorstufe, geben, um zu geben?

Rav: Geben, um zu geben, eine Vorstufe?

Schüler: Ja.

Rav: Es ist die Vorstufe zu empfangen, um zu geben.

Schüler: Aber was ist das? Mit Gefäßen des Gebens macht man Geben? Ich verstehe nicht, was das ist.

Rav: Deine Frage ist also folgende: Ich habe einen Sinn, ich will genießen, ja? Genießen kann ich über die fünf Sinne, die ich im Körper habe. Mein Körper ist so gebaut, dass er im Hören, im Sehen, im Riechen, im Schmecken und im Tasten genießt. Das Tasten ist überhaupt der ganze Körper, ja? Es gibt einen Sinn, der einen sehr breiten Bereich erfasst, und einen, der weniger erfasst. Es gibt tiefere, ja? Und weniger tiefe. Es gibt einen, der mir Genuss ohne jeden Unterschied gibt. Der Genuss durch einen Sinn kann größer sein als durch einen anderen, ja? Das war's.

Das hängt auch vom Unterschied zwischen Mensch und Tier ab, zwischen den Haustieren, den wilden Tieren, den Vögeln und den Fischen. Bei jeder Art und jeder Gattung sind die Sinne anders zusammengesetzt, und jeder Sinn ist anders entwickelt, ja? Das war's. Das Sehen ist zum Beispiel der Sinn, der am meisten erfasst, den größten Bereich, ja? Aber die Genüsse des Geschmacks sind viel größer, natürlicher, ja? Und der Genuss des Tastens ist noch natürlicher, ja? Sex zum Beispiel kommt über den Genuss des Tastens, über die Berührung, ja?

Diese Sinne sind also etwas sehr, sehr Künstliches. Auf diese Weise entschlüsseln wir das, was Licht heißt, was Genuss heißt, ja? Als ob unterwegs Licht, Or mit Alef geschrieben, zu uns kommt und durch etwas, das Sinne heißt, bei uns im Verlangen zu empfangen zu Genuss wird. Im Verlangen zu empfangen selbst ist es schon nicht mehr wichtig, durch welchen Sinn ich empfange. Es kann ganz ohne Sinne sein. Ich kann hier (Rav zeigt es) ein paar Elektroden ins Gehirn stecken und anfangen zu genießen, als ob ich sehe, als ob ich fühle, als ob ich esse, atme, egal was, ja? Es hängt davon ab, welchen Bereich ich berühre. Die Hauptsache ist also, was in das Verlangen zu empfangen eingeht, das hinter diesem ganzen System steht. Dieses Verlangen zu empfangen ist nicht im Körper, es ist schon spirituell, ja? Es hat nur eine Verbindung mit dem Körper. 26:16

Jetzt also das Verlangen zu empfangen: Außer ihm gibt es nichts. Lassen wir den Körper beiseite. Sagen wir, wir könnten dem Verlangen zu empfangen Genuss geben⁹ ohne all diese Sinne, ohne all diese Übergänge, das Nervensystem, alle möglichen chemischen und elektrischen Prozesse, die da ablaufen. Das Verlangen zu empfangen kann davon genießen, dass es empfängt. Und das Verlangen zu empfangen kann genießen … Erklär mir jetzt nur, wie du das verstehst: davon, dass es gibt, wie wir sagen. Welche Art von Genuss hat das Verlangen zu empfangen davon, dass es gibt? Kannst du mir das erklären?

Schüler: Ich weiß nicht, es ist, als ob gar nichts in es eingeht, so als ob …

Rav: Zuerst einmal stimmt das nicht, was du sagst. Du sagst, als ob nichts in es eingeht. Wenn nichts in es eingeht, fühlt das Verlangen zu empfangen nichts. Also: Welche Art von Genuss ist das, wenn das Verlangen zu empfangen davon genießt, dass es gibt? Es genießt, es hat Genuss, ja? Aber davon, dass es gibt. Was heißt bei ihm Geben?

Schüler: Wir lernen, dass es dadurch, dass es handelt, die Absicht sozusagen umkehrt: Es genießt davon, dass der Schöpfer genießt. Ich weiß nicht.

Rav: Wie verbindet man das Verlangen zu empfangen mit der Absicht, um zu geben, ja? Ich muss mich mit jemand Fremdem verbinden, einem anderen, der bei uns überhaupt nicht existiert, und wir verstehen nicht, woraus das besteht. Ich muss also mein Verlangen zu empfangen mit dem Verlangen zu empfangen eines anderen verbinden. Das kann ein Freund sein, eine Gruppe oder der Schöpfer. Der Schöpfer ist für mich dann auch wie ein Verlangen zu empfangen, ja? Wenn ich mich darum kümmere, dass es Ihm gut geht, ja?, dann ist das ein Zeichen, dass Er ein Verlangen zu empfangen hat. So stelle ich es mir vor, und ich kümmere mich darum, dass in diesem Verlangen zu empfangen Genuss ist.

Nur so verstehe ich es, ja? Dass Er genießt, ja? Dann verbinde ich mit meinem Verlangen zu empfangen einen äußeren Mangel und lebe in diesem äußeren Mangel, er wird für mich wichtig. Ich löse mich sozusagen so von mir selbst, dass ich mich nur um das kümmere, was dort ist, ja? Wieder das Beispiel von der Mutter mit dem Säugling, ja? Ihre ganze Aufmerksamkeit ist bei ihm. Was er braucht, das ist es, dafür arbeitet sie, an ihr selbst liegt ihr nichts. Um seinetwillen, ja, das war's.

Und jetzt zu dem, was du fragst: Was heißt geben, um zu geben?

Geben, um zu geben heißt: Ich tue alles, was er will, und die Genüsse, die ich fühle, fühle ich in ihm. Ich gebe und gebe und gebe, und mein Genuss ist in ihm. Empfangen, um zu geben heißt: Ich entdecke, dass ich ihm Genuss nur in dem Maß geben kann, in dem ich den Genuss fühle, in dem ich genieße, und nur dann genießt er. Das ist ein doppeltes Maß an Verbindung. Bei geben, um zu geben fühle ich in mir keine Genüsse, die durch mich hindurchgehen. Alles, alles ist nur in ihm, ich arbeite die ganze Zeit an seinem Mangel. Das ist für mich der Genuss, das, was nur dort gefühlt wird.

Beim Empfangen, um zu geben¹⁰, muss ich den Genuss fühlen, und in diesem Maß fühle ich, dass er genießt. Unsere Genüsse arbeiten dann schon zusammen, unsere Mängel arbeiten zusammen als ein Kli, als ein Mangel. 31:24

Deshalb sagen wir in der Weisheit der Kabbala: Mit geben, um zu geben arbeite ich in Awiut Shoresh, Alef, Bet¹¹, und mit empfangen, um zu geben schon in Gimel, Dalet. Das heißt, in den Gefäßen des Empfangens arbeite ich mit empfangen, um zu geben, und in den Gefäßen des Gebens, in Kelim, die an Awiut nicht groß sind, arbeite ich mit geben, um zu geben. Auch das sind Gefäße des Empfangens, Awiut Shoresh, Alef, Bet, aber in ihnen fühle ich keinen Genuss dadurch, dass ich ihm gebe. Ich fühle also Genuss dadurch, dass ich ihm gebe, aber dieser Genuss hängt nicht von meinem Geben an ihn ab.

So wie eine Mutter dem Säugling gibt: Sie muss den Genuss nicht fühlen, und deshalb kümmert sie sich um den Säugling¹². Sie muss nur fühlen, ob er genießt. Beim Empfangen, um zu geben, dagegen muss ich Genuss fühlen, meinen Genuss, und davon, dass ich meinen Genuss fühle, hängt ab, dass ich fühle, dass er genießt, also seinen Genuss. Ich füge sozusagen die beiden Mängel des Empfangens zusammen, meinen und seinen (oder seinen?), und einer hängt vom anderen ab.

Und das gibt dem Menschen ein unbegrenztes Kli im Empfangen. Beim Empfangen, um zu geben, ist das Kli des Empfangens unbegrenzt. Bei geben, um zu geben, gibst du einfach. Es gibt keine Grenze, richtig, aber es enthüllen sich keine Kelim, keine Mängel. Mein Kli, mein Verlangen, nimmt daran nicht teil. Es nimmt nur dadurch teil, dass ich mich um ihn kümmere. Je nachdem also, wie viel Awiut er hat, wie sehr ich entdecke, dass er das Objekt meines Gebens ist, davon hängt die Stufe meiner Bina ab: Sie wird Bina auf einer höheren oder auf einer niedrigeren Stufe sein. Sie empfängt nicht. Die Mutter denkt nicht an sich selbst, sie denkt nicht ans Empfangen, das heißt, sie empfängt nicht. 34:02

Wie wir sagen, wie Rabbe über einen Menschen sagt: Er isst nicht, trinkt nicht, schläft nicht, er ist ganz und gar sozusagen verfeinert¹³ und nur in seiner Weisheit. Nu, gibt es wirklich so ein Geschöpf, einen von einer Frau Geborenen, der nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen kann, gar nichts? Nu? Sondern wir berücksichtigen das bei ihm nicht. Für ihn ist das völlig nebensächlich, nur zum Existieren. Das heißt, Bina wirkt auf diese Weise. Bei ihm gilt das überhaupt nicht als Empfangen, denn es gehört nicht zu seinen Sorgen, das sind nicht die Mängel: „Das Notwendige wird weder getadelt noch gelobt."

Nu?

(...)

Schüler: … …

Rav: Nein, ich verstehe nicht, was du sagst. Wie man auf dem Weg zu geben, um zu geben, nicht in … hineingerät?

Schüler: Askese.

Rav: Askese ist so etwas wie Abschottung.

Schüler: Mönchtum.

Rav: Richtiges Mönchtum. Ich sage dir: Wir geraten nicht in Mönchtum, Fasten und alle möglichen Diätmethoden hinein und lassen uns nicht davon verwirren, von Dingen, von denen man denkt, dass sie mit der Kabbala zusammenhängen. Oder nur in Weiß gekleidet herumlaufen, weißt du. Ich hatte einen Schüler, der mit einer weißen Daunenjacke herumlief. Weißt du, das ist einfach … Wo er die gefunden hat, weiß ich nicht, aber ich erinnere mich, er war ganz in Weiß. Nu, ich dachte: Was wird jetzt? Dann kam der Winter, und er hat sich eine weiße Daunenjacke besorgt. Wie schön.

Oder alle möglichen anderen Dinge, weißt du. Man denkt, die Kabbala hätte mit allen möglichen äußeren Dingen zu tun. Nachdem wir jetzt darüber gesprochen haben, ist uns klar: Es geht nicht einmal um unseren Sinn und nicht um all diese Reaktionen von Elektrizität und Chemie, um alle möglichen Prozesse mit Membranen, mit den Stoffen in unserem Gehirn, alle möglichen Potentiale. Sondern dahinter steht und arbeitet ein Verlangen, von dem wir überhaupt nicht wissen, was es ist, denn es ist etwas Spirituelles. Und es gibt einen Übergang, das werden wir noch lernen, vielleicht haben wir einmal Worte dafür, zwischen unserem Gefühl, nein, nicht dem Gefühl, sondern zwischen den chemischen, elektrochemischen Prozessen dort und dem Verlangen, sodass das Verlangen so fühlt. Das ist wirklich die Frage, welche Verbindung es sozusagen zwischen der Seele, sagen wir dem Verlangen, und dem Körper gibt. 37:31

Aber je mehr man darüber spricht, desto mehr fühlt man, wie abstrakt das ist und dass es überhaupt nicht zum Körper gehört. Und du fragst: Wie gerät man auf dem Weg zum Erreichen des Glauben, also geben, um zu geben, an jemand Fremden denken und so weiter, nicht in Askese, also in ein übertriebenes Achten darauf, nicht zu essen, nicht zu trinken, nicht … Das gehört überhaupt nicht dazu. Iss doppelt, trink doppelt, schlaf doppelt, das hat überhaupt nichts mit dem Erwerb der Absicht zu tun, geben, um zu geben. Was hat das damit zu tun? Übrigens empfangen Menschen, die viel essen, dabei viel mehr, sie brauchen es. Es gibt Menschen, die von Natur aus viel mehr essen müssen als andere, die weniger essen. Heißt das, wer weniger isst, ist gerechter? Ich frage dich. Was? Nu, wonach misst man denn Gerechtigkeit, danach, wie wenig?

Ein Mensch macht jetzt eine Diät, ja? Die Ärzte sagen es ihm, oder er hält es aus irgendeinem Grund für gut. Werden dadurch seine Eigenschaften besser? Was hat das miteinander zu tun? Ich verstehe es nicht. Das ist ein sehr verbreiteter Fehler, dieser Holismus und all diese Dinge: Man denkt, es gebe irgendwelche äußeren Handlungen am Körper, die den Körper läutern, ihn gerechter, reiner machen können. Die das Verlangen zu empfangen abtöten oder es irgendwie in irgendetwas besser machen können.

So etwas gibt es nicht, nein, in unserer Zeit existiert das nicht mehr. Möglich war das nur in dem Maß, in dem der Mensch vor Tausenden von Jahren dort in einem Fass lebte, als das Verlangen zu empfangen ganz auf den sozusagen notwendigen Stufen war. Damals wussten die Menschen nicht, was sie mehr tun sollten. Frag einen Chinesen, geh in irgendein Dorf in China. Heute gibt es dort auch Bürgertum, aber sagen wir vor fünfzig oder hundert Jahren. Frag ihn: „Was willst du?" Er sagt: „Ich will? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mehr wollen kann als eine Tasse Reis am Tag. Wenn ich eine Tasse Reis am Tag habe, lebe ich, wenn nicht, sterbe ich. Und mehr als das kenne ich nicht."

Das ist wie bei einem Tier. Schau dir zum Beispiel ein Tier an: Es frisst, so viel es braucht, es trinkt, so viel es braucht, alles nach Bedarf, ja? Entdecken wir bei Haustieren oder wilden Tieren plötzlich Fettleibigkeit? Warum nicht? Gib ihnen Futter, so viel du willst, warum nicht? Oder umgekehrt: Fangen sie plötzlich eine Diät an? Der Körper arbeitet auf einfache Weise nach seinem Programm, so etwas gibt es bei ihm nie. Das gibt es nur beim Menschen: Weil wir über diese Tierhaftigkeit hinaus sind, haben wir solche Probleme.

Der Körper, das Tier selbst handelt danach. Was ich sagen will: Keine äußeren Handlungen … Du kannst damit dem Körper Gutes tun oder ihm schaden, aber am Verlangen zu empfangen kannst du mit solchen Handlungen nur auf der tierischen Stufe etwas machen, durch Gewohnheit. Wenn man das Korrekturen nennt, sagen wir so: Auf der tierischen Stufe heißt das „Korrekturen". Sagen wir, ich gewöhne mich jetzt daran, keinen Zucker zu benutzen, weil ich nicht darf, ich habe Diabetes. Dann gewöhne ich mich so sehr daran, dass ich aufhöre, den süßen Geschmack zu fühlen. Wenn ich etwas Süßes esse, wird mir schon schlecht. Die Gewohnheit wird zur zweiten Natur. Aber worin werde ich dadurch gerechter? Sag mir.

42:39

Schüler: Natürlich nicht.

Rav: Nu?

Schüler: Was wird hier eingeschränkt?

Rav: Eingeschränkt? Was wird eingeschränkt?

Schüler: Hier läuft doch ein Prozess der Einschränkung ab. Was wird hier eingeschränkt?

Rav: Aber ich habe dadurch nicht aufgehört zu genießen. Jetzt, wo ich nach meiner jetzigen Gewohnheit nichts Süßes esse, fühle ich nicht einmal, dass ich mir etwas vorenthalte. Mehr noch: Wenn ich jetzt nichts Süßes esse und weiß, dass ich mir damit nicht schade, dann fühle ich, dass ich gewinne, dass ich mehr empfange. Die ganze Arbeit besteht hier darin, dem Körper psychologisch zu beweisen: Wenn ich diesen Cracker nicht esse … Hier ist weißes Mehl drin, viele Kohlenhydrate, wie man das nennt, die zu Zucker werden, so sagen die Gelehrten. Ich esse das jetzt also nicht, und aha, ich fühle mich mehr so … Es ist also umgekehrt: Das Verlangen zu empfangen genießt mehr.

Das heißt: Wenn ein Mensch ohne die Korrektur „um zu geben" etwas entscheidet, dann ist jede seiner Entscheidungen sicher zum Gewinn des Verlangens zu empfangen.

Schüler: Das heißt, das ist nicht der Weg.

Rav: Nein, das ist nicht der Weg. Keine direkte Begrenzung des Verlangens zu empfangen kann gut für die wirkliche Korrektur des Verlangens sein. Denn wenn du es begrenzt, musst du ihm erklären, dass es mehr gewinnt, und dann empfängst du letztlich mehr. Was ist das für eine Korrektur? Wenn ich mir jetzt erkläre, dass es sich für mich lohnt, mich mit der Weisheit der Kabbala zu beschäftigen, weil ich dadurch gesünder sein werde, die Zukunft kennen werde, das Schicksal ändern werde, den Sinn des Lebens finden werde und alles Gute haben werde: Heißt das, dass ich verlieren oder gewinnen werde? Sag mir.

45:20

Schüler: Gewinnen.

Rav: Gewinnen, nu. Was hat das Verlangen zu empfangen hier also für ein Problem? Jetzt muss ich es nur überzeugen, durch öffentliche Meinung, vielleicht durch alle möglichen Beweise, durch Artikel, die ich suche, vielleicht durch Eindrücke von Menschen, die schon erreicht haben und sagen: „Aha, Leute, das dort, das ist jene Welt, oho!", ja? Und dann renne ich darauf zu wie ein Dieb, der vor der Menge herläuft und schreit: „Haltet den Dieb!" Deshalb ist das keine Korrektur.

Auf diese Weise gehen wir auf die Korrektur des Verlangens zu empfangen zu, und die Korrektur geschieht an uns von oben, ohne unser Eingreifen, durch das Licht, das zum Guten zurückführt¹⁴. Ich gehe sozusagen mit dem Verlangen zu empfangen voran und ziehe das Licht heran, das mich ins Gegenteil verwandelt.

Deshalb ist diese Methode die einzige Methode, die den Menschen ins Gegenteil dessen verwandeln kann, was er vorher war. Denn sie zieht das Licht heran, das zum Guten zurückführt, das in den vier Bchinot des Or Yashar die Bchina Alef in Bchina Bet verwandelt, das Gegenteil von Bchina Alef. Das macht nur das Licht, ich kann hier nichts tun. Ich muss nur bewirken, dass das Licht über mich kommt, und das war's.

Und du fragst, durch welche direkte Handlung ich mich verändern kann. Eine Diät, um das Verlangen zu empfangen zu verkleinern? Nein, dadurch vergrößere ich es nur. Wenn ich mich auf etwas einlasse, ist das ein Zeichen, dass mein Gewinn größer ist als vorher. Diät also nicht. Was noch? Welche Übungen, sag mir, sich anders anziehen, etwas anders machen? Von allen Methoden, allen Möglichkeiten, die ich vor mir habe, bleibt mir letztlich nur eines: das Umgebende Licht auf mich zu ziehen, nicht mehr.

47:46

Schüler: Was ist der Zimzum, den sie auf sich machen müssen?

Rav: Der Zimzum, den wir auf uns machen müssen? Wir können auf uns keinen Zimzum machen. Welchen Zimzum? Wenn ich mir den Mund verschließe, ist das ein Zeichen, dass ich dem Verlangen zu empfangen auf andere Weise einen Ausgleich gebe, und zwar mehr, als ich vorher hatte. Wie könnte ich mir sonst den Mund verschließen? Woher hätte ich den Treibstoff? Denn ich bin von vornherein so gebaut, so bin ich in dieser Welt geboren, ja? Ich entscheide alles nach dem Verlangen zu empfangen, und meine Berechnung liegt im Verlangen zu empfangen, vom Kleinen zum Großen.

Wenn ich mich für etwas Neues entschieden habe im Vergleich zum Vorherigen, dann ist das ein Zeichen, dass ich in diesem Neuen etwas Größeres sehe, einen Ausgleich, eine größere Erfüllung als vorher. Das kann etwas Kleines sein, etwas Geringeres. Wie dieser Cracker: Ich will ihn essen, aber ich esse ihn nicht. Warum? Weil ich dadurch, dass ich ihn nicht esse, mehr Erfüllung empfange, als wenn ich ihn esse, denn ich habe mich überzeugt, dass er für mich Gift ist.

Warum man sie mir hinlegt, weiß ich nicht, ich esse sie nicht. Aber man legt sie hin. Gut, offenbar werde ich ein bisschen mehr Genuss davon haben, dass ich sie nicht esse.

Ja.

Schüler: Was ist dann die Bedingung, um aus diesem Zustand herauszukommen?

Rav: Was die Bedingung ist, um aus … herauszukommen?

Schüler: Aus dem Zustand, den Sie beschrieben haben.

Rav: Aus dem Verlangen zu empfangen? Wir haben keine Bedingung, um aus dem Verlangen zu empfangen herauszukommen, außer so viel wir können, so viel es uns gelingt, mehr von dem Licht, das zum Guten zurückführt, auf uns zu ziehen. Und dieses Licht bringt uns nach und nach das, was „Chen de Kedusha"¹⁵ heißt: Ich fange plötzlich wirklich an zu wollen, nicht vom Verlangen zu empfangen abhängig zu sein, wenn man doch so frei sein könnte. Auch dieses Verlangen, frei zu sein, kommt aus dem Verlangen zu empfangen. Es erscheint mir als böse¹⁶, ja? Erkenntnis des Bösen: Dass ich aus diesem Bösen herauskommen will, das heißt „Erkenntnis des Bösen". 50:18

Aber das ist schon eine Berechnung, dass die Spiritualität mehr anzieht, ja? Hier fängt schon die Berechnung „Ich bin krank vor Liebe" an: Ich will Ihn, ich liebe Ihn¹⁷. Im „Ihn lieben" gibt es schon zwei Dinge. Ich liebe Ihn, weil es mir mit Ihm gut geht. Und darin steckt auch schon der Anfang von: Ich liebe Ihn wegen Ihm, um Seinetwillen, weil in Ihm etwas ist, das ich liebe. Hier fängt schon dieser Punkt von Chen an: Ich fange an, diese Eigenschaft im Geben zu lieben. Das bildet sich wirklich in uns ab, wird in uns geboren, so etwas, das zur Spiritualität gehört.

Trotzdem heißt das „Wunder", denn es hängt nicht von uns ab. Wir können nicht direkt bewirken, dass es in uns entsteht, nur auf indirektem Weg: Wir sehnen uns nach der Spiritualität, um sie zu empfangen, und letztlich wirkt sie so auf uns, dass sie zum Guten zurückführt. Sie wirkt so, dass wir sie als Eigenschaft wollen, nicht die Spiritualität, um von ihr zu genießen, sondern sie selbst.

Deshalb ist diese Methode die einzige Methode. Wenn wir alle anderen Methoden prüfen, werden wir letztlich sehen und entdecken, dass sie alle auf den materiellen Gewinn hinarbeiten, also auf den Gewinn im Verlangen zu empfangen.

Auch hier sehnen wir uns nach Gewinn im Verlangen zu empfangen. Aber unterdessen kommt hier das Höhere Licht, und es ist das, was uns verändert. Sonst würden wir uns danach sehnen, jene Welt einfach so zu entdecken, um zu empfangen. Was ist schlecht daran? So sagen wir es uns selbst, und so müssen wir es auch anderen sagen.

Wenn du Vorträge hältst, musst du sagen: „Leute, was ist dieses Leben? Müll. Das Leben in der Höheren Welt ist viel besser. Gehen wir dorthin, werden wir all das hier los, ja? Wir werden das Schicksal beherrschen, ein sozusagen ewiges Leben schaffen, das Gefühl der Vollkommenheit." Davon spreche ich ja die ganze Zeit, ja? Denn wenn ich nur Verlangen zu empfangen bin, womit sonst kann ich mich dorthin ziehen? Nur durch solche Verlockungen. Aber wenn man mit diesen Verlockungen innerhalb der Methode arbeitet, zieht man unterdessen das Höhere Licht heran, und das ist das Wirkende. Wäre darin nicht das Licht, das zum Guten zurückführt, dann wären das ganze Lernen und all diese Dinge nichts wert.

Deshalb schreibt er¹⁸ uns in der Einleitung zum Talmud der Zehn Sefirot, dass es sich lohnt, gerade Bücher der Kabbala zu lernen, weil dieses Licht dort größer ist. Und beim Lernen müssen wir uns danach sehnen, zur Wurzel zu kommen, ja? Zu wissen, was man lernt, sich mit dieser Handlung zu verbinden. Denn dadurch lädt man, zwar um zu empfangen, dieses Licht ein, das uns verändert.

53:49

Schüler: Aber warum lädt man gerade das Licht ein? Handlungen gehen doch nicht über den Rahmen des Verlangens zu empfangen hinaus. Warum gerade …?

Rav: Warum laden wir durch unsere Handlungen gerade das Höhere Licht ein, das zum Guten zurückführt? Weil … Nein, der Mensch kann nicht über den Rahmen des Verlangens zu empfangen hinausgehen, er kann es nicht. Er handelt aus dem Verlangen zu empfangen heraus, das ist klar, machen wir uns nichts vor. Aber es gibt eine Bedingung, unter der ich Licht heranziehe, auch wenn ich mich im Verlangen zu empfangen befinde, und das heißt „Umgebendes Licht". Ich ziehe es nicht durch mein Verlangen und meinen Massach heran, sondern nur durch das Verlangen, nur durch das Verlangen. Und dieses Licht kommt. Es kann nicht in mich eintreten, aber es ist in meiner Nähe und reinigt die Kelim.

Nun muss dieses Verlangen etwas ganz Besonderes sein: Es muss gerade auf dieses Licht gerichtet sein, auf seine Quelle, sich danach sehnen, ja? Ich lerne also das Buch, das „Buch der Kabbala" heißt und an der Quelle dieses Lichts geschrieben wurde, und dann erwecke ich dieses Licht zu mir. Aber das reicht nicht. Jeder kann das Buch aufschlagen und lesen, und wir haben, wie er sagt, gesehen, wie viele gelernt und nichts erreicht haben, ja? Das Buch ist also ein Buch, jeder kann es frei im Laden kaufen, ja? Die Sprache kann, dem Schöpfer sei Dank, jeder lesen, man kann es lernen, auch nicht schlimm. Warum kommt dann trotzdem nicht jeder an?

Weil es von der Richtung abhängt, in die wir unser Herz richten. „Herz" meint das Verlangen: dass unser Verlangen trotz allem darauf gerichtet ist, gerade dieses Licht aufzunehmen. Um zu empfangen, damit es mir gut geht, nicht um zu geben, das kann ich nicht. Aber ich will mich durch dieses Licht mit seiner Quelle verbinden, und ich bin bereit, dafür auf mein ganzes Leben zu verzichten, also auf alle übrigen Genüsse. Dafür organisiere ich um mich herum eine Gruppe, die mir sagt, dass es das Wichtigste im Leben ist, zu den Dingen zu kommen, die wir hier lernen: der größte Gewinn, der beste Lotteriegewinn, der größte Erfolg. 56:47

Wenn mir die Gemeinschaft das sagt und ich mich die ganze Zeit darauf ausrichte, dann leuchtet dieses Licht auf mich und korrigiert mich mit größerer Kraft. Das heißt „Ich bin krank vor Liebe", „bis es mich nicht schlafen lässt". Mehr verlangt man vom Menschen nicht, denn er ist Verlangen zu empfangen, was kann er sonst? Aber dass sein ganzes Verlangen zu empfangen nur auf eine Sache gerichtet ist, dass er nur das will, das können wir. Dahin müssen wir kommen, nicht mehr. Mein Verlangen soll sich nicht zerstreuen, nicht auf Sex, nicht aufs Essen, nicht aufs Geld, nicht auf Ehre und nicht auf Wissen. Wissen ist ein Problem, wenn man anfängt, die Weisheit der Kabbala nur zu lernen, um zu wissen, nicht einmal, um es zu erreichen, um zu empfangen, sondern nur, um zu wissen. Es soll sich nicht in allen übrigen Verlangen zerstreuen, sondern nur, nur darauf gerichtet sein. Wenn ich mein Verlangen zu empfangen darauf ausrichte, habe ich mit dem Verlangen nichts weiter zu tun. Das Verlangen bleibt Verlangen, der Genuss bleibt Genuss, nur den Genuss habe ich ausgetauscht: weg von allen möglichen Kleidern dieser Welt, hin zu dem Genuss, der, wie ich mir vorstelle, dort ist. Mehr braucht man nicht, mehr können wir nicht, und mehr verlangt man von uns nicht. 58:28

Und dieses Licht selbst arbeitet schon am Menschen, um in unser Verlangen zu empfangen sozusagen etwas „Schmutz" hineinzubringen, ja? Chen de Kedusha. Es fängt schon eine Art Vorbereitung an, eine Spaltung im Verlangen zu empfangen: Es will heraus, will nicht heraus, weiß davon, weiß nicht davon. Aber danach geschieht trotzdem ein Wunder, das Wunder des Auszugs aus Ägypten, die Umkehrung, das Empfangen einer anderen Natur. Das hängt nicht mehr von uns ab, das verlangt man nicht von uns. Wir müssen uns nur in den Zustand bringen, dass wir bereit sind, mitten in der Nacht aus Ägypten zu fliehen. Das ist alles.

Die Arbeit findet also rein im Verlangen zu empfangen statt. Wir sollen uns nicht einbilden, dass ich schon im Geben bin, in „um zu geben". Darüber lernen wir theoretisch, was jene Welt ist. Jetzt sehen wir, wie sehr all diese Handlungen mit Diät, mit äußeren Begrenzungen gerade dem Kabbalisten schaden. Er kann sich einbilden, dass sein Verlangen sozusagen schon ganz auf die Spiritualität gerichtet ist. Dabei ist nicht sein Verlangen auf die Spiritualität gerichtet. Sondern er hat sein Verlangen genommen, Sehen und Hören, hat die Augen geschlossen, die Augen verbunden, die Ohren verstopft, riecht nichts, gar nichts, und denkt nur an Spiritualität. Ist er dadurch ein Zadik?

Er hat das Verlangen nicht korrigiert, er hat das Verlangen begrenzt. Er hat sozusagen etwas von seinem Verlangen abgeschnitten: Ich habe so ein großes Verlangen, und ich habe alles davon abgeschnitten bis auf einen ganz kleinen Teil. Ich esse ein bisschen, trinke ein bisschen und solche Dinge, und dann sehne ich mich nach Spiritualität. Und der Rest des Verlangens? Ich habe es nicht so korrigiert, dass ich mich mit ihm nach Spiritualität sehne. Ich habe es einfach abgeschnitten und von mir geworfen. Und dann komme ich auch noch und fühle mich dabei als Zadik. Das heißt, ich habe nicht … Was schreibt er? Ja.

„Ich bin krank vor Liebe." Was heißt das? „Mein Tod ist besser als mein Leben", wie beim Geliebten, wie er es dort auf Seite 70 in den Briefen beschreibt, ja? Das heißt: Ich will nichts, ich will nur sie. Das war's. Heißt das etwa, dass ich von meinem ganzen Verlangen alles abgeschnitten habe und nur mit einem kleinen Teil sie will? Dann habe ich das Einzige, was ich habe, um die Höhere Welt zu erwerben, nicht benutzt: das Verlangen. Ich benutze es nicht. Deshalb schadet diese ganze Begrenzung mit Diäten, mit „nicht atmen", mit all den Techniken und all dem, wie nennt man das, ich weiß nicht, verstehst du?

61:48

Schüler: Ein sittsames Leben.

Rav: Ein sittsames Leben, verstehst du? In Anführungszeichen: „sittsames Leben". All diese Dinge schaden nur. Für das einfache Volk sind sie gut. Für das „einfache Volk" sind sie gut. Das einfache Volk zieht nicht los, um die Höhere Welt zu erwerben. Je sittsamer es ist, desto besser, das soll bei ihnen ein Symbol sein. Denn sie gehen nach äußeren Dingen, und uns schaden diese äußeren Dinge wirklich. Unsere Korrektur muss ausschließlich innerlich sein.

Nimm einen Menschen, der anfängt, Kabbala zu lernen: Er fängt nicht an, weniger essen und weniger schlafen zu wollen, gar nichts. Umgekehrt, alle Triebe werden sogar noch größer. Nimm einen Menschen, der nicht Kabbala lernt, der nicht zur Spiritualität voranschreitet, sondern die gewöhnliche Tora lernt: Da ist es umgekehrt. Normalerweise umgekehrt, die Verlangen verschwinden nach und nach.

Ja.

63:01

Schüler: Aber trotzdem, es gibt eine Welt … unsere Körper, was ist der Unterschied, ich weiß nicht … manchmal auch was … auch wir …

Rav: Du sagst also: Was passiert trotzdem bei uns? Ich bin hier und fange an, durch die Gemeinschaft und durch die Bücher zu fühlen, dass diese Sache wichtig ist. Ich werde davon angezogen, die Gemeinschaft verpflichtet sozusagen. Was heißt verpflichtet? Sie gibt mir andere Werte. Dann bleibt mir einfach auch keine Zeit mehr, weder fürs Essen noch fürs Schlafen noch für alle möglichen anderen Genüsse. Heißt das, dass ich mich begrenze, oder begrenze ich mich nicht?

Ich begrenze mich nicht. Mir bleibt dafür weder Kraft noch sonst etwas. Aber ich arbeite nicht nach einer Methode, in der ich mir etwas vorenthalte, darin liegen nicht meine Absichten. Dass ich nicht dazu komme, nu, was soll man machen. Schade, dass man nicht dazu kommt, ja? Gut. Eigentlich fragst du, wie die Allgemeinheit zur Korrektur kommen soll. Wir sehen ja, wie viel Anstrengung, Mühe und Zeit man braucht, um zu den Korrekturen zu kommen, man muss wirklich so viel investieren, dass dein ganzes Leben nur dafür da ist. Ist so etwas überhaupt für ganz Israel oder für die ganze Welt? Wie wir lernen, muss sich diese Sache auch auf die ganze Welt ausbreiten: Das Erreichen des Schöpfers ist für alle Geschöpfe da, es ist jetzt im Voraus bereitet.

Man muss es so sagen: Es gibt alle möglichen Arten von Seelen. Es gibt Seelen, die sehr schwer arbeiten werden, so wie wir, und es gibt solche, die die Früchte dieser Seelen genießen werden. Sag mir bitte: Du hast zum Beispiel ein Hemd an, du benutzt Optik, eine Brille, einen Computer, alle möglichen Dinge. Jemand hat das entwickelt, jemand hat sich darum bemüht, Forschung betrieben und was nicht alles. Irgendein kleiner Chip im Computer, wie viel Weisheit, Planung und alles darin steckt! Und du benutzt das wofür? Um deiner Großmutter einen Brief zu schicken, per E-Mail, ja?

Menschen mit großen Köpfen haben darüber nachgedacht, sie haben wirklich nächtelang nicht geschlafen, ja? Wir sehen also, dass es in unserer Welt eine Schicht gibt, die sich wirklich mit reiner Wissenschaft beschäftigt und danach mit allen möglichen Techniken, bis es immer weiter heruntergeht. Und das einfache Volk, neunundneunzig Prozent der gesamten Weltbevölkerung, ja, benutzt schon die Früchte davon. So ist es auch beim Erreichen des Schöpfers, in der Weisheit der Kabbala. Es gibt Seelen, die am Erreichen arbeiten, an der Annäherung, an der Entwicklung der Methode, an der Vorbereitung für alle. Und es gibt solche, die kommen und das sicher in kleinerem Maß schon benutzen werden, es wird für sie bereit sein. Auch sie sind neunundneunzig Prozent der Bevölkerung. So, wie wir es in dieser Welt in Wissenschaft, Technik und allem sehen. 66:56

Man hat irgendein Medikament herausgebracht, erfunden, ja? Daran haben in irgendeinem kleinen Labor zehn Leute gearbeitet, ja, und dann kommt es in die ganze Welt. Das war's. Und die ganze Welt genießt es. Ja. Wir sind also alle gemäß unseren Seelen gebaut, unsere Seelen sind wie eine Pyramide, ja? Es gibt Teile, die sozusagen wichtiger oder fortgeschrittener sind, es gibt weniger wichtige, ja? Und noch weniger wichtige. Das ist alles ein Körper, in dem sicher kein Teil überflüssig ist, und jeder Teil ist wichtig. Aber es gibt solche, deren Aufgabe eine andere ist, sozusagen höher, fortgeschrittener als die der anderen. Das war's. Das eine steht dem anderen gegenüber, weißt du, wer weiß, was besser ist.

Wenn du mich fragst: Manchmal möchte ich so ein primitiver Mensch im Dschungel sein, ja, der irgendein kleines Tier reißt, was weiß ich, es isst, „dem Schöpfer sei Dank", das war's. Oder es kommt eine Reisegruppe von Weißen: „Oh, wir haben Essen für den ganzen Monat, dem Schöpfer sei Dank." Das war's, was braucht man mehr? Und andererseits: Ist das Existenz? Ist das Leben? Es ist so und so. Der Mensch muss darüber nicht nachdenken, denn unser Kli ist so gebaut: Wenn du zum Ziel kommst und dein Kli füllst, fühlst du keine Minderwertigkeit gegenüber den anderen.

Im Gegenteil: Du entdeckst deine Einzigartigkeit, wie besonders du in der Verbindung mit der Wurzel bist. Denn mit diesem Ort, mit der Wurzel, mit dem Schöpfer kannst nur du dich verbinden. Verstehst du? Dann hast du ein Gefühl von Einzigartigkeit, von Ewigkeit, und wirklich, wie sehr du, nur du … Es ist nicht wichtig, auf welchem Niveau sich deine Seele sozusagen in der Gesamtheit der Seelen befindet. Später wird das überhaupt zum Licht von Ejn Sof im Igul, wo alle Unterschiede ganz verschwinden. Aber jetzt natürlich: Kann ich denn etwas ohne Baal HaSulam, Rabbi Shimon, den ARI, ohne all diese Großen tun? Wer bin ich, was bin ich? Oder ich nehme jetzt einen kleinen Schüler: Kann der ohne mich etwas tun? Auch ihm gegenüber bin ich groß, und so weiter, aber …

Ja.

69:57

Schüler: Sie sagen, dass eine breitere Öffentlichkeit das benutzen wird, was wir tun. Was genau werden sie benutzen, und wie werden sie es benutzen? Was heißt „es benutzen"?

Rav: Wir bereiten uns darauf vor, Diener der Öffentlichkeit zu sein. Das ist das eine. Und das muss so sein, weil das spirituelle Gesetz so ist: Wenn ich nicht gebe, kann ich nicht empfangen. Wenn ich nicht weitergebe, was in mir ist, kommt nichts Zusätzliches in mich hinein. Ja, wie treten Lichter in Kelim ein? Du siehst: Das Or Nefesh tritt in das Kli de Keter ein. Du willst etwas mehr? Bitte, mach ein weiteres Kli, Chochma, dann steigt das Or Nefesh in das Kli de Chochma hinab, und das Or Ruach tritt in das Kli de Keter ein. Du musst also die ganze Zeit im Durchgang arbeiten, die ganze Zeit im Durchgang, damit es durch mich weitergeht: entweder zur Verbreitung oder zurück zum Schöpfer, was dasselbe ist, oder zu den Freunden, zur Gruppe.

Du musst die ganze Zeit mit dem arbeiten, was außerhalb von dir ist. Damit bereiten wir die Infrastruktur für die ganze Welt vor. Und damit baust du auch dich selbst, das eine kann nicht ohne das andere sein. Wie arbeiten wir mit dem Schöpfer? Erst wenn ich mich in Seinem Mangel befinde und mein Mangel darin besteht, Seinen Mangel zu füllen, empfange ich Genuss, um Ihn mit diesem Genuss zu füllen, den ich als Genuss fühle. Wenn ich nicht so arbeite, dass ich Ihn fülle, also außerhalb von mir, dann kommt nichts in mich hinein außer diesen tierischen Genüssen, die ich in dieser Welt ohne Massach empfangen darf, ohne die Absicht, um zu geben.

Verbreitung, Weiterleiten ist also ein spirituelles Gesetz. Du wirst nie mehr empfangen, als du in dieser Welt empfangen kannst, wenn es nicht um zu geben ist. Dadurch also, dass wir verbreiten, wachsen wir eigentlich. Und außerdem gibt es hier noch viele andere Dinge: Dadurch, dass du das tust, trittst du eigentlich in das System des Schöpfers ein und nicht in das System des Geschöpfs. Wenn ich hingehe, um der Menschheit zu erklären, wer der Schöpfer ist, ja, dann bin ich Sein Verbreiter, ja? Ich verbreite nicht einfach die Weisheit der Kabbala, ja, ich bin der Distributor des Schöpfers, ich arbeite bei Ihm, um Ihn der ganzen Welt nahezubringen. 73:09

Dann arbeite ich nicht mehr so, dass Er dort ist und ich hier, sondern ich stehe sozusagen an Seiner Seite gegenüber der ganzen Welt. Das ist schon ein ganz anderes Verhältnis. Deshalb ist unsere Arbeit darin am nützlichsten. Es kann sein, dass es eine oder zwei Generationen dauert, bis das wirklich Früchte trägt, aber wir sind wirklich die erste Generation, die sich damit beschäftigt. Und du siehst, wie sehr das noch ein Anfang ist, wir sehen es noch nicht. Aber wir werden noch sehen, wie sehr, wie sehr man uns vom Himmel dazu zwingt¹⁹, uns damit zu beschäftigen.

Jetzt zwingt man uns dazu, indem man ein bisschen Verlangen gibt und um uns herum die Welt so einrichtet, dass die ganze Welt sich ohne Weg und ohne jede Orientierung fühlt. Alles fällt zusammen, es gibt keine Ideologie, es gibt nichts, wofür man leben könnte. Die Welt fängt also an zu erkennen, dass sie nichts hat, wofür sie existieren könnte. Sie hat keine Idee, kein Ziel, nichts. Dann werden sie sozusagen ein vorbereitetes Kli haben, noch bevor wir es ihnen darbieten. Bevor wir zu ihnen kommen, werden sie es schon empfangen wollen. Dann sagen wir ein halbes Wort, und schon sagen sie: „Oh, darauf haben wir gewartet!" So wird es sein.

Einerseits sollten wir es nicht so laufen lassen, denn damit hinken wir hinterher, wir verspäten uns. Aber so geschieht es. Inzwischen ist die Welt viel weiter darin, einen Mangel am Ziel zu fühlen, als wir darin, zu ihr zu kommen und ihn zu stillen²⁰.

Das war's? David, wolltest du etwas fragen?

Schüler: Ja.

Rav: Du hast es vergessen, nicht?

75:29

Schüler: Man sagt doch, das Materielle ist Verlangen zu empfangen, und Verlangen zu empfangen heißt empfangen, nicht wahr? Ich will ein größeres Haus, ich will ein größeres Auto, ich will einen schöneren Anzug. Alles schöner, aber das ist alles materiell. Was gibt mir das? Ich will mehr Spiritualität. Ich weiß nicht, so als ob … … In den früheren Generationen gab es große Zadikim …, so anderthalb Zimmer, und sie sind zu hohen Stufen gekommen. Also was?

Rav: Ich verstehe dich nicht. Du sagst: In meiner Welt will ich mehr, ein größeres Haus, mehr Essen, mehr Kleidung, ein besseres Auto, alle möglichen Dinge mehr.

Schüler: Verlangen zu empfangen.

Rav: Das ist ein größeres Verlangen zu empfangen. Aber es gibt Menschen, die sich mit dem begnügen, was sie haben, und mehr Spiritualität wollen. Wofür brauchst du Spiritualität?

Schüler: … …

Rav: Du denkst also: Warum habe ich Verlangen nach solchen Dingen? Es wäre besser, wenn ich ein Verlangen nach etwas Größerem hätte. Also: Ich spiele gern Fußball, das ist für mich der ganze Genuss, ich lebe von Shabbat zu Shabbat, ja? Jeden Shabbat Fußball, ja? Das war's. Ich möchte ein Verlangen haben, Professor zu werden. Ein Professor ist angesehen, man schaut zu ihm auf und sagt: „Oh, das ist ein Professor." Über einen Fußballer sagt man zwar mehr als über einen Professor, aber sagen wir mal, ja? Das war's.

Was wählst du also? Du wählst einen größeren Genuss. Was ist dein Problem? Was hast du da zu bedauern? Dass du kein Verlangen hast, Professor zu werden, sondern nur, sagen wir, Backgammon zu spielen, ja? Nu, darin liegt kein Leid. Du kannst jetzt hingehen, in alle möglichen Gruppen, Orte, kleine Gemeinschaften²¹ eintreten, an die Offene Universität gehen, zu allen möglichen Dingen, ja? Und dich dort mit dem Verlangen ausrüsten, Professor zu werden. Dann wird es bei dir so weit kommen, dass du dein Backgammon und den Fußball und alles wegwirfst, dich über die Bücher setzt und Professor wirst. 77:52

Was sagt man? Sagen wir, ich will abnehmen. Man sagt: Mein Lieber, du allein kannst das nicht. Das Essen, die Genüsse, all diese Dinge sind die ganze Zeit vor dir, du kannst dich nicht davon enthalten, vergiss es. Deine Kraft ist sehr klein gegenüber den Genüssen, die die Welt dir bringt. Wenn du in irgendeinem Dorf leben würdest, ja, wo es außer dem, was du dort hast, ein bisschen Milch, ein bisschen Fleisch, Brot, nichts gibt, nur so natürliche Dinge, nichts aus der Industrie, dann wäre es in Ordnung. Aber wenn du in der Stadt lebst, hilft dir das nicht. Was tun? Du brauchst eine Gemeinschaft.

Dem Schöpfer sei Dank gibt es eine Gemeinschaft, wie heißt das, sagen wir „Weight Watchers", so eine große Gemeinschaft²², eine Organisation. Ich gehe hin und zahle Geld, schau, was für ein Schwachsinn. Ich zahle Geld, um dort Vorträge darüber zu hören, wie schlecht es ist, dick zu sein, wie viele Krankheiten das bringt und alles Mögliche. Ich organisiere um mich herum eine Gemeinschaft. Ich weiß, wie das funktioniert, bei mir zu Hause gibt es so ein Problem, ja? Das war's. Sie rufen sich im Laufe des Tages gegenseitig an, so wie wir. Sie haben das schon gemacht, bevor wir dieses Patent hatten.

Sie rufen sich gegenseitig an und erzählen: „Heute habe ich es geschafft, nur ein Stück Tomate zu essen, das ist wirklich null Prozent Fett." Und das wirkt auf den Menschen. Wir sehen also: Das ist nicht gegen das Verlangen zu empfangen, es geht einfach darum, einen größeren Genuss als vorher zu finden, und das war's. Was ist also dein Problem, jetzt ein Zadik zu werden? Du sagst: Ich will ein Zadik sein, es gibt Menschen, die die ganze Zeit sitzen und lernen, sie sind Zadikim. Ich verstehe nicht: Du schaust sie an, und was ist daran gut? Sag mir.

Was entdeckst du, das daran gut ist? Er ist dünn, er ist gesünder? Man spricht über ihn, man wird ihm später so eine Beerdigung machen, wirklich, ah, man muss das ganze Leben sehr schwer arbeiten, um zu so einer Beerdigung zu kommen. Sag mir, warum schaust du auf den Zadik und willst an seiner Stelle sein? Er isst fast nichts, schläft kaum, was für ein Haus hat er schon, gar nichts. Worin, sag mir, was ist für dich das Symbol dafür, dass es gut ist, an seiner Stelle zu sein? Sag es.

80:35

Schüler: … …

Rav: Dann machen wir es so: Was macht dieser Zadik? Er sitzt einfach und lernt die ganze Zeit, ja? Ja. Also, dem Schöpfer sei Dank, du hast so eine Gelegenheit: Gib mir deine Wohnung, ich gebe dir anderthalb Zimmer, wie er sie hat. Gib mir alle deine Kleider, du bekommst so einen Kaftan wie er, und ich richte dir dort einen Platz ein, wo du in irgendeiner Ecke sitzt und lernst. Du wirst wie er sein, was ist das Problem? Ich frage: Was ist dann das Problem? In ein paar Minuten richten wir dir dieselben Bedingungen ein. Nu?

Schüler: … ich komme nicht voran?

Rav: Was heißt, du kommst nicht voran? Du wirst wie er sein. Wenn du den Zadik anschaust, was siehst du von außen? Er isst nicht, trinkt nicht, sitzt in der Ecke und lernt Tora. Das machen wir für dich, was ist das Problem? Was wird dir noch fehlen, nu? Dass man über dich spricht, dass du ein Zadik bist? Machen wir, PR, wie man so sagt, ja? Wir reden darüber, überall wird man sagen, dass du ein Zadik bist, wir sagen sogar noch, dass du ein Kabbalist bist.

Sag es mir, das ist eine ernste Frage, nicht einfach so.

Schüler: … …

Rav: Nu, was steckt noch darin, wenn du „Zadik" sagst?

Schüler: Es geht nicht um den Zadik. Man kommt in einen Zustand, in dem all diese Dinge …

Rav: Ich sage dir, warum: Es kann sein, dass dieser Mensch wirklich solche Eigenschaften hat, dass er nichts davon will, sondern dass er in seiner inneren Korrektur dahin gekommen ist, nur an seinen Büchern haften zu wollen. Nu?

Schüler: Er genießt das, das ist sein Genuss …

Rav: Er genießt das, und du genießt deins, was ist das Problem? Es gibt solche Menschen, die nicht essen und nicht trinken und sich, sagen wir, nur mit Politik beschäftigen, ja? Er will nur Premierminister werden, weniger will er nicht, weniger ist irgendetwas. Nu, und?

Schüler: Er sucht Ehre.

Rav: Er sucht Ehre, und dieser Zadik sucht etwas anderes. Es geht ihm gut damit, er hat eine natürliche innere Anziehung dazu. Sag mir, ich verstehe es einfach nicht: Es gibt wirklich etwas in dir, um das du ihn beneidest, du willst wie er sein. Aber was ist das, worum du ihn beneidest? Diese Sache kann man offenbar nicht mit Geld kaufen.

83:07

Schüler: Nein, … …

Rav: Unmöglich, aber was ist das, was, was?

Schüler: … … er hat Weisheit, etwas … … die ganze Welt. Das ist schwer zu verstehen.

Rav: Gut.

Schüler: Ich habe einen Nachbarn, dessen ganzes Leben Tauben sind … sein ganzes Leben sind Tauben, er hat zwei Regimenter … alles Tauben, sein ganzes Leben, sein ganzes Leben sind die Tauben. So etwas hat man noch nicht gesehen.

Rav: Ich weiß, das hatte ich zufällig auch. Nicht ich selbst, sondern … Isst er sie auch? Warum, warum? Tauben sind erlaubt. Bei mir in Rechovot war ein Freund und Nachbar von mir, ein Jemenit, der aß sie wirklich, ja, und er verkaufte sie auch. Gut, das ist in Ordnung, nu.

Schüler: Es gibt besondere Sorten.

Rav: Ja, ja, ich weiß, ich kannte das sehr gut, was Tauben sind. Ja. Völlig in Ordnung. Du siehst, jeder hat seine Sache. Also auch jener Zadik mit seiner Sache, und du auch, nicht schlimm, alles lässt sich mit dem Verlangen zu empfangen vereinbaren.

Wir lernen … Oh, man fragt mich sogar aus Amerika.

Frage: Wie kommt es, dass ich, seit ich am Unterricht teilnehme, anfange, mehr zu essen? Und nach dem virtuellen Unterricht – das fragt er aus Amerika – nach dem virtuellen Unterricht fresse ich regelrecht.

Schüler: Virtuell oder …

Rav: Nein, virtuell, sagt er. Bei einem gewöhnlichen Unterricht, sagt er, habe ich einfach Hunger, aber nach einem virtuellen Unterricht ist es wirklich schrecklich.

(Ende des Unterrichts)