Tägliche Lektion28. Juli 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Artikel 31 (1989) (25.07.2002)

Rabash. Artikel 31 (1989) (25.07.2002)

28. Juli 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Rohmitschrift ohne Endkorrektur. Fehler möglich.

Morgenunterricht 25.07.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 2, S. 923, „Was bedeutet das Verbot, Götzendienern die Tora zu lehren, in der Arbeit?"

Rav: „Was bedeutet das Verbot, Götzendienern die Tora zu lehren, in der Arbeit?". Bei uns sagt man immer: Nach unserem Gesetz gibt es kein Verbot. Wir befinden uns einfach unterhalb der ganzen Stufenleiter, und jede einzelne Stufe besteht aus spirituellen Gesetzen, die als Folge des Zimzum Alef hervorgegangen sind und sich von oben nach unten fortsetzen. Und alle diese Gesetze entspringen im Grunde nur einer einzigen Sache: dem Willen zu empfangen, der in Malchut de Ejn Sof ist, und ihrer Entscheidung, zum Willen zu geben zu kommen, so wie der Schöpfer.¹ Das ist alles.

Es gibt ein Gesetz, das ist der Wille zu empfangen, den der Schöpfer erschaffen hat; und ein Gesetz der Gleichheit der Form, das das Geschöpf auf sich genommen hat, weil es das will. Diese beiden Gesetze sind einander entgegengesetzt, ja. Das Gesetz des Willens zu empfangen besagt: Der Wille zu empfangen wirkt nur zum eigenen Nutzen, danach, wie er sich selbst füllt. Und das Gesetz der Gleichheit der Form besagt: Der Wille zu empfangen muss wirken, um den Schöpfer zu füllen – das nennt man geben. Aus dem Zusammenstoß dieser beiden Gesetze kommen uns nun alle übrigen Bedingungen, und die sind im Grunde die spirituellen Stufen.

So ergibt sich für uns die Stufenleiter, von oben bis zur allerniedrigsten Stufe. Auf der höchsten Stufe gilt das Gesetz der Gleichheit der Form, auf der kleinsten Stufe gilt nur das Gesetz des Willens zu empfangen. Und dazwischen liegt, wie diese beiden Gesetze das Geschöpf aufteilen können, wie sich das Geschöpf aufteilt. Und was das Verbotene angeht – das heißt: es ist unmöglich. „Was bedeutet ‚Es ist verboten, einem Akum die Tora zu lehren'". „Tora" nennt man die Lichter, die die Gefäße des Gebens füllen; „Tora" nennt man Handlungen des Gebens. 2:57

Wie kann es sein – wenn der Wille zu empfangen „Akum" genannt wird, das heißt „Diener von Sternen und Sternbildern", das nennt man Akum: dessen Absicht nicht auf den Schöpfer gerichtet ist, sondern auf alle möglichen anderen Kräfte, und diese anderen Kräfte sind Kräfte, die innerhalb des Willens zu empfangen sind. Außer dem Schöpfer und dem Willen zu empfangen gibt es überhaupt nichts. „Akum" heißt, dass er sich vor dem Willen zu empfangen verneigt. Deshalb ist es unmöglich, ihn Tora zu lehren – einfach weil seine Absicht eine andere ist. Er wird nicht aufnehmen, was „um zu geben" ist, und ebenso kann das Höhere Licht dann nicht in ihm ruhen. Deshalb ist es unmöglich – und in unserer Sprache sagen wir: verboten.

„Verboten" meint … Warum verboten? Wenn es unmöglich ist, dann sag doch: unmöglich. Aber weil die Weisen im Weg der Korrektur sprechen, sagen sie einfach: Tu es nicht, denn es kommt nichts dabei heraus, es ist unmöglich, dass etwas dabei herauskommt. Kurz gesagt sagen sie: verboten. Das Verbot ist also ein Ratschlag: Tu es nicht, weil es nicht bestehen kann. Aber wie dem auch sei – wir sehen, dass wir ständig die Neigung haben, die Tora in den Willen zu empfangen hineinzubringen.

Wir wollen etwas erlangen, wir wollen etwas von der Spiritualität haben, quasi von der Spiritualität, egal. Aber wir versuchen irgendwie, das mit unserem Willen zu empfangen zu machen. Wir verstehen nicht, dass Spiritualität und Wille zu empfangen entgegengesetzte Dinge sind. Denn in uns ist ein Punkt im Herzen, und dieser Punkt steht noch unter der Herrschaft des egoistischen Herzens, des Lew haEwen, des steinernen Herzens. Und obwohl der Punkt im Herzen uns leuchtet, dass es in der Spiritualität etwas Gutes gibt, jenseits des Herzens, fühlen wir doch nicht, dass dieses Gute das Gegenteil des Herzens ist. 5:43

Sondern wir wollen es so empfangen, wie das Herz selbst es will. Das heißt: Wir wissen nichts vom Zimzum, wir fühlen das Gesetz der Gleichheit der Form nicht, und deshalb haben wir in dieser Arbeit Schwere dabei, das zu erreichen, was wir wollen. Wir wollen Spiritualität innerhalb des Willens zu empfangen erlangen, und daher kommt unsere Schwere. Würden wir verstehen, dass es der Wille zu geben sein muss, wäre es für uns viel leichter.

Woher kommt diese Schwere in der Arbeit? Der Mensch fühlt wirklich, dass er ständig müde und verwirrt ist und nichts vermag. Warum muss das auf einem so schweren Weg kommen, der für den Menschen nicht passend ist? Die Sache ist die – er sagt dort im Artikel in „Schamati" –, dass der Grund für die Schwere, die der Mensch in der Arbeit fühlt, selbst dann besteht, wenn er sich schon vor dem Schöpfer annullieren will. Das heißt, es geht schon um solche, die verstehen, dass man sich annullieren muss und dass es keine andere Wahl gibt.

Also selbst nachdem man fühlt, dass man sich annullieren muss – das heißt, es gibt einen Punkt im Herzen, der schon entgegengesetzt ist, man fühlt, dass er dem ganzen Herzen entgegengesetzt ist –, dann fängt man an zu fühlen: Es ist unmöglich, dass der Punkt im Herzen über den Menschen herrscht, dass der Wille zu geben herrscht, wenn das nicht im Glauben geschieht, das heißt im Fühlen des Schöpfers. Und das folgt aus einem einfachen Gesetz, einem einfachen Zustand: Spiritualität heißt, dass Israel, der Zustand, in dem er sich befindet, und der Schöpfer in einem einzigen Punkt der Verbindung sind – Dwekut, Verbindung. 8:27

Wenn ein Mensch also Spiritualität will, das heißt sogar irgendeinen Willen zu geben, darin aber nicht enthalten ist, wem er geben will, dann ist diese Sache nicht vollständig, das ist noch keine Spiritualität. Spiritualität ist die Verbindung zwischen diesen drei Dingen. Deshalb fühlt man Schwere, selbst wenn man in den Zustand kommt, in dem man sich annullieren muss, sich selbst annullieren – nämlich daher, dass im Bild der Schöpfer fehlt. Dieser Mangel, diese Schwere kommt durch das Or Makif.

Das Or Makif ist wie ein Ausrufer, der uns sagt: Wir haben keine Wahl, wir müssen das Fühlen des Schöpfers erlangen, wir brauchen, dass Er uns öffnet. Nur auf diese Weise sind wir überhaupt fähig, den Zustand irgendwie zu ändern und aus ihm herauszukommen. Und wenn dann im Gebet wieder die drei Punkte zusammen sind – dass ich den Schöpfer bitte; ich; dass ich sozusagen zu Ihm kommen will und Ihn um die Kraft dafür bitte –, das nennt man die Kraft zum Auszug aus Ägypten, dann enthüllt es sich.

Ja.

10:09

Schüler: Es gibt einen Zustand, in dem Menschen in die Schwere hineingehen und sie leben …

Rav: In …?

Schüler: … und sie leben, diese Schwere. Und weil die Artikel die ganze Zeit sagen, dass es so etwas gibt, fängt man an, das Leiden zu rechtfertigen. Also: Gut, es ist in Ordnung, dass ich leide, denn weil das Or Makif auf mich leuchtet, deshalb leide ich und habe Schwere. Wie unterscheidet man nun zwischen dieser Rechtfertigung und dem Fall, dass ein Mensch und sein Leiden – dass das einfach zu seiner Flucht wird?

Rav: Der Mensch geht in das Leiden hinein, in das Gefühl der Schwere, und das wird sozusagen zu seinem Gott. Er fängt an, sich vor diesem Zustand zu verneigen, er fängt an zu denken: Weil er leidet, ist er höher, größer als die ganze Menschheit. Die Menschheit leidet daran, dass ihr Geld fehlt, Ehre – und er leidet daran, dass er keine Spiritualität hat. Wenn er auch nur einen Moment in diesem Leiden bleiben will, heißt das, dass er schon gar nicht mehr leidet: Er genießt dieses Leiden. Es gibt solche Masochisten, ja? Bei uns sind sie alle so, und das ist eine Klipa.

Das ist eine Klipa, die geradezu auf dem Menschen reitet und ihm sagt: Du dienst jetzt wirklich dem Schöpfer, schau, wofür du leidest, wofür du leidest. Ein einziger Moment, in dem ein Mensch leidet, ist gegen den Schöpfer, ist gegen das Ziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Ich weiß das von mir selbst: Davon kommt man sehr schwer los, sehr schwer. Und alleine ist es unmöglich. Das geht nur, wenn du von der Gemeinschaft eine Gehirnwäsche bekommst, wenn sie kommen und dir den Verstand durcheinanderbringen und dir sagen, dass das nicht stimmt.

Uns fällt es sehr leicht, einander Moral zu predigen – aus demselben Willen zu empfangen heraus. Dass ich dir sage: Nein, du musst, und schau, schau. Einander etwas vorzuspielen ist leicht, das ist aus allen möglichen Gründen möglich, der Wille zu empfangen unterstützt das: dass ich mich dir stärker zeige, als ich bin. Aber du bist davon wirklich beeindruckt – warum sollte man das also nicht nutzen? Man hat uns so eine dumme Natur gegeben, dass wir uns von der Äußerlichkeit des anderen beeindrucken lassen. Und die Äußerlichkeit des anderen kann mein Freund gestalten, wie er will.

Er bestimmt also mit seiner falschen Äußerlichkeit meine wahre Innerlichkeit, quasi das, was ich habe. Verstehst du. Und ich kann nichts machen, so bin ich gebaut: dass mich beeindruckt, was jeder in meiner Umgebung tut. Genau wie ein Säugling – macht man ihm „Buh", bekommt er Angst; lacht man, lacht er. Genau so sind wir, darin unterscheiden wir uns nicht vom Säugling. Gut, nicht in so auffälligen Formen, aber so sind wir. 13:26

Und alleine ist es unmöglich, da herauszukommen, unmöglich. Ein Mensch kann jahrelang im Leiden sein und dieses Leiden damit rechtfertigen, dass er ein Held ist. Worin ist er ein Held? Er leidet. Es gibt solche Menschen, die auch ins Gefängnis gehen und für die Menschheit leiden, weißt du – das heißt sozusagen, dass er dadurch besonders ist, dass er leidet. Das ist eine Klipa. Auf allen möglichen Ebenen, ohne Bezug zur Spiritualität und mit Bezug zur Spiritualität, gibt es so etwas, und das ist die Sache der Klipa.

Denn das Ziel der Schöpfung ist „gut und Gutes tuend", Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, im Guten zu sein. Etwas, das dem entgegengesetzt ist, kannst du rechtfertigen, wie du willst – es ist nicht in Ordnung. Auch wenn du die schlimmsten Dinge auf der Welt siehst: Wenn du anfängst zu leiden, heißt das, dass du direkt rechtfertigst, was mit ihnen geschieht. Nicht, dass der Schöpfer diese Dinge nicht macht – sicher macht Er sie –, aber du rechtfertigst, dass sie sich darin befinden, und dann leidest du schon nicht mehr wegen ihrer Zustände.

Nun kannst du fragen: Aber es steht doch geschrieben, dass man mit der Gemeinschaft mitleidet und so weiter, ja? Was heißt es also, mit der Gemeinschaft mitzuleiden? Es heißt, dass er von der Seite des Schöpfers her kommt und über das Exil der Schechina aus der Gemeinschaft trauert. Verstehst du. Über das Exil der Schechina – das ist schon zielgerichtet, das treibt ihn an, der Gemeinschaft zu helfen, zur Enthüllung zu kommen. Und nicht, dass er in die Gemeinschaft hineingeht und anfängt, mit ihnen zusammen zu weinen. Verstehst du. Das ist etwas völlig, völlig anderes als das, wohin unser Körper uns zieht.

Ja.

15:19

Schüler: Es scheint, dass in unserer Gemeinschaft, vielleicht auch in den Artikeln, nicht genug betont wird, dass dieses Leiden eine Klipa ist. Es gibt da vielleicht eine Atmosphäre oder eine Verherrlichung dieser Sache, und in den Artikeln ist das nicht klar genug; vielleicht gibt es Artikel, die …

Rav: Man muss gegen dieses Leiden kämpfen, man muss betonen, dass es das Gegenteil des Lichts ist und daraus folgt, dass wir die Achoraim sehen. Was sind Achoraim? Dass wir nicht korrigiert sind, die Lichter zu sehen. Wir fühlen, dass etwas mehr Licht auf uns leuchtet, und fühlen es in den Achoraim – denn ein Kli, das dem Licht entgegengesetzt ist, fühlt das Gegenteil des Lichts.

Wenn jetzt wirklich Licht auf mich leuchten würde, würde ich eine solche Finsternis fühlen, dass ich da nicht mehr herauskomme. Was soll man machen? Das ist wie bei einem Menschen, dem es an Brot fehlt: Plötzlich kommt er auf irgendein Fest der Reichen und sieht, wie alles weggeworfen wird und wie alles gemacht wird – und er hat schon eine Woche kein Stück Brot gesehen und kommt an einen Ort der Fülle, und alles ist da. Nun, wird er daran Genuss empfinden? Er wird noch mehr Leid empfinden. So denkt er, dass die ganze Welt eben so ist und es nicht so schlimm ist und man es irgendwie ertragen kann – aber wenn er all diese Dinge sieht, ist es furchtbar und schrecklich.

Deshalb müssen wir verstehen, dass alle entgegengesetzten Dinge uns von der Seite des Verderbens der Kelim kommen. Aber wie dem auch sei: Ich glaube nicht, dass in den Artikeln nicht erklärt wird, dass man nicht in Traurigkeit sein darf und solchen Zuständen wie Verzweiflung, Schwere und Kraftlosigkeit nicht nachgeben darf, verstehst du. Das steht in allen Artikeln, denke ich. Nicht genug – weil du willst, dass es dir jedes Mal vor Augen steht, weil das der Zustand ist, in den du ständig hineingezogen wirst, ja? Was soll man machen.

Ja.

18:07

Schüler: Kommen die Gründe für die Schwere in der Arbeit daher, dass der Mensch mithilfe des Or Makif immer mehr enthüllt, in welchem Maß der Schöpfer eigentlich der aktive Hauptakteur ist, und dass der Mensch sich weigert, das anzunehmen?

Rav: Sicher ist der Grund für die Schwere jeder Zustand, vom Anfangszustand an, bis der Mensch in den Zustand kommt, in dem der Schöpfer sich enthüllt. Bis der Schöpfer sich enthüllt, sind all diese Zustände schwere Zustände. Leichtigkeit, Erhebung, das Gefühl von Kraft, Sicherheit, Möglichkeit, Ausführung – das kann man nur aus der Gegenwart des Schöpfers fühlen. Nur wenn Er so vor dir ist, dann heißt es: „In Ihm freut sich unser Herz." Davor wird es immer schwer sein, egal in welchen Formen, immer schwer, immer traurig – und das ist mit Absicht so. Aber wenn ein Mensch mit diesen unkorrigierten Zuständen einverstanden ist, nun ja.

Schüler: … nicht einverstanden sein. Ich frage nur: Kommt die Schwere aus der Unfähigkeit des Menschen, anzunehmen, dass der Schöpfer eigentlich derjenige ist, der in der ganzen Wirklichkeit wirkt? Und je weiter der Mensch fortschreitet, desto weniger kann er das annehmen – nicht umgekehrt?

Rav: Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Jedenfalls: Solange der Mensch den Machsom nicht überschreitet, ist es schwer, und das … Wir fühlen nur jedes Mal verschiedene Arten von Schwere, von Kraftlosigkeit. Du hast Kraft zu arbeiten, und trotzdem bist du … nun, das sind Dinge, die man nicht in Worte fassen kann. In allen möglichen Formen wechseln die Begriffe: Schwere, Traurigkeit, Faulheit – aber trotzdem ist es schwer.

„Schwere" meint alles, was es schwer macht, im Willen zu geben zu arbeiten. Und wir fühlen es so, als sei es für uns im Willen zu empfangen schwer zu handeln. Aber es liegt nicht am Willen zu empfangen, denn im Willen zu empfangen würden wir sehr stark arbeiten, wenn wir das Ziel fühlen würden. Uns fehlt gar nichts außer dem Fühlen des Ziels. Jeder von uns war irgendwann im Leben begeistert von allen möglichen Geschäften oder von allem Möglichen – etwas Interessantes oder Gutes zu erreichen, oder einfach … ja, wie sagt man? Hinter irgendetwas her, das …

Schüler: Nachlaufen.

Rav: Hinter etwas herlaufen, das man so sehr will. Verstehst du? Das ist es. Und auch jetzt: Zeig uns nur ein wirklich lohnendes Ziel, und alle rennen los. Nur ist das Ziel eben im Willen zu geben, und diese höhere Stufe leuchtet uns ihre Achoraim – und so fühlen wir sie.

22:09

Schüler: Der Größe des Schöpfers steht sozusagen die Größe des Menschen selbst gegenüber, dass er die Dinge sich selbst zuschreibt, nicht?

Rav: Der Größe des Schöpfers steht die Größe des Menschen gegenüber? Ich würde nicht sagen, dass es die Größe des Menschen ist, sondern … am Ende … Möglicherweise ja, in der Mitte gibt es dort solche Zustände. Aber der fortgeschrittenere Zustand ist der, in dem der Mensch einfach weiß, dass er selbst schon nichts mehr vermag und gar nichts ist, und dass er sich anscheinend wirklich nicht rühren kann, ohne dass der Schöpfer etwas tut – aber er hat keine Kräfte, den Schöpfer zu rufen.

Das ist ganz einfach: Du hast die Möglichkeit, vor dem Tod gerettet zu werden, und du kannst nicht darum bitten. Denn im Grunde bringt man den Menschen dahin, dass der Mangel immer richtiger wird, immer schärfer. Also aus all diesen Mängeln – ich habe keine Spiritualität, und ich habe dies nicht, und ich habe kein Wissen, und ich habe alle möglichen Dinge nicht – bringt man dich danach immer weiter zu dem Mangel, dass ich gerade mit Ihm keine Verbindung habe. Das ist es: sich auf den Schöpfer auszurichten, meine Aufmerksamkeit auf Ihn zu richten – das ist das Letzte, das ist sehr schwer. „Und die Kinder Israels seufzten wegen der Arbeit" – das kommt genau daher, dass sie sich schon in einem Zustand befinden, in dem sie mit Ihm keine Verbindung finden können, die helfen würde. Nicht, dass er nicht will, und nicht, dass es sie täuscht: Sie stehen einander gegenüber und sind nicht fähig zu bitten.

Schüler: Nicht deshalb, weil Er in ihren Augen nicht groß genug ist? Oder …

Rav: Nun, sagen wir, nicht groß genug – dort enthüllt sich sicher Größe. Sondern: Er kann nicht, der Mensch fühlt, dass er nicht fähig ist, ja; man sieht nicht, man fühlt nicht. Aber was ich sagen will: Wir haben einmal darüber gesprochen und so ein Beispiel gegeben – wenn wir einen Kreis haben, ja, und der Mensch ist in der Mitte, im Zentrum des Kreises, und der Heilige, gesegnet sei Er, ist rundherum um den Kreis, dann gibt es vom Zentrum zum Schöpfer, zum Umgebenden rund um den Kreis, nur eine einzige dünne Linie. Ich muss also den ganzen Kreis absuchen, viele Male hin und zurück, bis ich schließlich in diese dünne Röhre hineinkomme und in ihr zum Schöpfer aufsteige.

Das heißt: Bis der Mensch genau diese Unterscheidung findet – wer ich bin und was die Röhre selbst ist; in der Spiritualität gibt es keine Röhre, ja – was dieser Wille ist, das heißt, welche Verbindung es zu Ihm geben kann, und wer Er dann ist, der auf diese Verbindung von mir antwortet, sodass diese drei Dinge wie eins sind: bis dahin sucht er den ganzen Kreis ab, viele Male, denke ich, kann man sagen, bis er diese Linie erfasst.

Und was die Schwere hier angeht, dürfen wir nicht vergessen: Sie ist ein Ausrufer. Ohne Schwere würden wir uns nicht anstrengen. Aber die Schwere selbst ist nicht das Ziel, und man soll sich auch nicht über sie freuen. Je schneller man aus ihr herauskommt, desto mehr ist es ein Zeichen, dass wir diesen Zustand schon verwirklicht und geprüft haben, dass es in ihm keine Verbindung mit dem Schöpfer gibt – und dann gehen wir zu einem anderen Zustand. Und auch im anderen Zustand bleibt man stecken, aber so geht es weiter, bis man zur Klärung des richtigen Mangels kommt. Alle diese Zustände sind genau dazu da, den Berührungspunkt in den drei Dingen zu klären: ich, Er, und wie die Verbindung sein muss – unter welcher Bedingung es zwischen uns eine Verbindung geben kann.

26:54

Schüler: Was bedeutet „Der Heilige, gesegnet sei Er, kommt nicht mit Ansprüchen zu Seinen Geschöpfen"?

Rav: Es steht geschrieben, dass der Heilige, gesegnet sei Er, nicht mit Ansprüchen zu Seinen Geschöpfen kommt. Das heißt, dass Er sie nicht hereinlegt … nun, wie soll man sagen?

Schüler: Nein … das Wort ist: Er tut ihnen nicht absichtlich etwas an, um ihnen Böses zu tun.

Rav: Ja, Er ist nicht schlecht zu dir. Nun, wenn Er nicht schlecht ist – woher fühlst du dann Schlechtes, wenn nicht von Ihm? Du fühlst nur deshalb Schlechtes von Ihm, wegen der Entgegengesetztheit der Eigenschaften. Zu verstehen, dass die ganze Schwere aus der Entgegengesetztheit der Eigenschaften kommt, ist eine sehr große Weisheit. Bei allem im Leben können wir hingehen, uns überwinden, nicht einverstanden sein und bis zum Tod kämpfen, es ist uns egal – nur um zu erreichen, was wir wollen. Du siehst, wie Menschen ihr Leben verbrennen, um etwas zu erreichen. Und hier ist der Mensch in einer solchen Schwäche: Und wenn sie mich umbringen, ich kann mich nicht rühren. Ja, ich kenne diese Zustände: dass es einen Zustand gibt, in dem sie jetzt mit mir machen können, was sie wollen, wer auch immer will – ich kann keinen Finger rühren. Ja? So ist es, denn das ist die spirituelle Sache: Die Entgegengesetztheit von Lichtern und Kelim bringt einen solchen Zustand, dass es für das Kli einfach unmöglich ist, irgendeine Bewegung in Richtung des Lichts zu machen.

Es gibt wirklich noch schlimmere Zustände. Der Mensch muss all diese Zustände sammeln und aus ihnen die richtige Haltung zum Schöpfer aufbauen, dann bekommt er die Verbindung. Aber in all diesen Zuständen müssen wir verstehen, dass wir keinerlei freie Wahl haben außer der, sich der Gemeinschaft zu bedienen. Oberhalb des Machsom haben wir freie Wahl: Lichter, Kelim, Zustände, Klipa, Kedusha – alles liegt vor dem Menschen. Und er wird frei vom Willen zu empfangen in dem Maß, in dem er einen Massach hat; dann besitzt er Kraft. Sagen wir, er hat einen Massach von zehn Kilo erworben – dann ist er wenigstens in diesen zehn Kilo frei vom Willen zu empfangen, da hat er schon keine Schwere mehr. 30:01

Was ist unsere Schwere? Unsere Schwere ist, dass wir unter der Herrschaft des Willens zu empfangen stehen, gegenüber dem Licht. Gäbe es kein Licht, würden wir die Herrschaft des Willens zu empfangen nicht fühlen, wir würden leben wie alle. Wenn aber das Licht leuchtet und wir unter der Herrschaft des Willens zu empfangen stehen, fühlen wir diese Herrschaft als eine Herrschaft, die man nicht ertragen kann – weil das Licht uns schon so leuchtet. Wir haben also keine Wahl, wir brauchen entweder das eine oder das andere: Entweder verschwindet das Licht, oder der Wille zu empfangen verschwindet. Mit beiden kann man nicht bestehen. So ist der Zustand, schlimmer als der Tod.

Wenn der Mensch dann über dem Verstand herausgeht, das heißt sich von seinem Ego befreit und nicht an sich selbst denkt, wird er frei, wird er frei. Und dann hat er wirklich die Möglichkeit, freie Handlungen zu machen – nicht schwere, sondern leichte. Schau, alles liegt vor ihm. 31:11

Aber in unserem Zustand, unterhalb des Machsom, wo es keinen Massach gibt, ja, der dir Freiheit gibt – da haben wir eine einzige Freiheit. Er sagt: Von allen Handlungen, die du in deinem Leben machen kannst, hast du nur eine einzige freie Handlung.

Nimm denselben Kreis wie vorhin, ja? Nur ist es jetzt ein Kreis in anderer Form, in anderer Qualität: Du bist im Zentrum, und der ganze Kreis sind all deine Möglichkeiten, im Leben zu tun, was du willst. Und es gibt nur eine Linie, nur eine Richtung, in der du wirklich etwas bestimmst – und nicht die anderen und die Gemeinschaft und die Erziehung und deine Natur. Nur eine Sache: dich von einer guten Gemeinschaft beeinflussen zu lassen, die dich zum Ziel voranbringt, oder nicht. Das ist alles. Alle übrigen Dinge haben keinerlei Realität, es scheint dir nur so, dass du bestimmst.

Warum scheint es dir, dass du bestimmst? Weil du gemäß deinem Willen zu empfangen arbeitest; da scheint es dir, dass du arbeitest und handelst – und nicht, dass von innen ständig die Reshimot des Willens zu empfangen kommen und dich zu allen möglichen Dingen treiben: Plötzlich will ich das, plötzlich will ich jenes, plötzlich so, plötzlich so – und ich führe aus, und mir scheint, das sei mein Programm, und ich führe mein Programm aus und meine Ziele, und ich handle und erreiche.

Wenn du von außen auf all die Menschen schaust, siehst du, wie jeder programmiert ist. Er hat nichts, wobei er wirklich etwas tut, was man „Mensch" nennt. Alle sind wie Tiere: rennen, machen, muh, muh – gar nichts. An dir selbst siehst du das nicht.

Unsere Wegweiser sagen uns also: Schade um die Zeit. Willst du wirklich etwas tun, irgendeine einzige Handlung, die du in diesem Leben machen kannst, bei der wirklich du bestimmst, dass das du bist, und nicht bloß irgendein Programm ausführst, ja? Dann wähle eine Gemeinschaft, die dir hilft, dich dem Ziel zu nähern, dem Schöpfer. Das ist es. Du wählst eine solche Gemeinschaft – dann hast du eine Handlung außerhalb des Programms gemacht. Sonst kannst du nichts tun; du hast in diesem Leben noch keine einzige Handlung gemacht, die über das Tierische hinausgeht. Das heißt, überhaupt nicht. Ob du lebst oder ob du tot bist – es bringt nichts, es macht keinen Unterschied: Du führst ein Programm aus, das bist nicht du.

Ja.

34:21

Schüler: Die Reshimo des Willens zu empfangen – woher kommt sie? Es ist doch ein Punkt der Seele gegeben, alles ist im Grunde von dort herabgestiegen. An welcher Stelle im Prozess ist die Reshimo des Willens zu empfangen entstanden?

Rav: Ich verstehe dich nicht.

Schüler: Sie haben gesagt, dass es eine Reshimo des Willens zu empfangen gibt.

Rav: Die Reshimot, die in uns sind, sind Reshimot vom Zerbrechen von Adam haRishon, ja? Ich war einmal im allerbesten Zustand, aus diesem Zustand bin ich gefallen. Ich habe die Massachim verloren, die Absicht um zu geben, die Dwekut mit dem Schöpfer, das Fühlen der Füllung – alles, alles, alles habe ich verloren, und jetzt bin ich in dem Zustand, in dem ich bin. Alle Zustände aus der Zeit meines Falls sind in mir. Ich muss jetzt in freier Wahl zu ihnen kommen, in umgekehrter Reihenfolge, rückwärts, ja? Einen nach dem anderen, zu jedem Zustand, in dem ich vorher war, ja? So wie ich von Stufe zu Stufe gefallen bin, so muss ich jetzt zu jeder einzelnen Stufe zurückkommen. Was fragst du also? Daher habe ich Reshimot.

Schüler: Diese Reshimot können einmal Wille zu empfangen sein …

Rav: Aber diese Reshimot – sie erwachen in diesen Reshimot. Ich bin nicht Herr darüber, ob sie erwachen oder nicht. Aber wenn sie erwachen, gibt es in ihnen eine Ordnung der tierischen Entwicklung, und da werde ich nicht gefragt: Ich entwickle mich so über Tausende von Jahren. Wie lange lebt der Mensch auf der Erde? Eine Million Jahre? Eine Million Jahre entwickle ich mich, und zwar in tierischer Form.

Meine Seele hat vor fünftausend Jahren angefangen, sich zu entwickeln, ja? Sie entwickelt sich. Von Abraham an begann sich die nächste Stufe der Seele zu entwickeln, sie entwickelt sich. Das ist es. Das ist also Entwicklung. Nun, diese Entwicklung ist ebenfalls eine stufenweise Entwicklung, und eine Entwicklung in demselben Willen zu empfangen. Aber ich werde in nichts gefragt: Ich führe diese Reshimot aus, die in mir sind, darin habe ich keinerlei Wahl.

Die Wahl fängt bei diesen Reshimot an, die unterhalb dieser Welt gefallen sind, ja? Von der Stufe des Endes der Korrektur, ja, bis zum Machsom fiel die Seele, rollte so, rutschte nach unten – und danach, unterhalb des Machsom, fällt sie noch weiter, immer weiter nach unten, nach unten, nach unten.

Jetzt steigt die Seele von der allerniedrigsten Stufe, der tierischen, materiellen, auf, bis hin zum Machsom. Und wenn sie sich vor dem Machsom befindet, fühlt sie die Achoraim der ersten spirituellen Stufe, der allerniedrigsten, ja? ACHaP de Malchut de Assija, sagen wir, ja? Sie fühlt – und da fühle ich in meinem Herzen, in meinen Verlangen, einen Punkt im Herzen. Punkt im Herzen nennt man diesen Punkt der Achoraim de Malchut de Assija. Wenn ich anfange, ihn zu fühlen, fange ich schon auf eine besondere, bestimmte Weise an, in die Entwicklung einzutreten. Das ist es. 38:07

Und dann bin ich schon in so einem dualen Gefühl: Es gibt zwei Kräfte, es gibt zwei Zustände, es gibt zwei Welten, es gibt zwei Dinge, die auf mich wirken und mir alles bestimmen … Und ich bin entweder im einen oder im anderen oder in beiden zugleich. Und daher kommen alle unsere Zustände, das ist es. Und in dem Maß, in dem ich in beiden zugleich bin, ist es ein unerträglicher Zustand. Wie Rabash sagt: Es ist gut, in dieser Welt zu leben oder in jener Welt zu leben – aber zwischen Himmel und Erde, das ist der schlimmste Zustand, den es gibt. Und es gibt solche, denen es gelingt, beide Welten zu genießen – schau dir unsere Gemeinschaft an, ja, in Bnei Brak.

Schüler:

Rav: Ja. Das ist es. Oder umgekehrt: Gerechte, die diese Welt zu jener Welt erheben – auch sie genießen beide Welten. Ja. Was so … nu, nu.

Schüler: Vielleicht kann man das etwas fokussieren: Wir sagen, Reshimot sind das Eintreten der Lichter und das Austreten der Lichter, also das, was aus dem Eintreten der Lichter in das Kli und dem Austreten der Lichter aus dem Kli entsteht. Wo gibt es denn in dieser Welt – und sogar unterhalb dieser Welt, noch bevor der Punkt im Herzen erwacht – überhaupt ein Kli, in dem es ein Eintreten und Austreten der Lichter gibt, all diese Dinge, die ja eigentlich die Reshimo geben? Welche Reshimo erwacht also, wenn es keine Handlung gab?

Rav: Du weißt es noch nicht. Du sagst: Welche Kelim gibt es in dieser Welt, welche Reshimot in dieser Welt, welche inneren Lichter, umgebenden Lichter und so weiter – du weißt noch nicht, welche Art von Kelim sich auf den niedrigen Stufen befindet. Es gibt ein Kli, das so zusammengesetzt ist, dass es Galgalta we Ejnaim hat, und es hat Chashmal und Noga und die drei unreinen Klipot, und unterhalb der drei unreinen Klipot die Unterscheidungen, die in dieser Welt sind – und das ist alles ein einziges Kli. Lern. Es gibt Dinge, die du noch nicht weißt. In Ordnung.

40:26

Schüler: Kelim in dieser Welt, spirituelle Kelim?

Rav: Kelim – was heißt spirituell? Ich weiß nicht, was spirituell ist und was materiell ist. Ist eine Klipa spirituell oder materiell? Sie ist etwas Spirituelles. Es gibt also auch Unterscheidungen, die unterhalb der Klipa liegen – nenn sie „materiell". Nun, und?

Schüler: Was ist dann Materialität in so einem Fall …?

Rav: Moment, mein Herr. Der Unterschied zwischen dem materiellen und dem spirituellen Willen zu empfangen … Zwischen dem materiellen Willen und der Klipa ist es so: Die Klipa befindet sich in der Erkenntnis des Schöpfers, Ihm gegenüber; und der materielle Wille in dieser Welt befindet sich nicht in der Erkenntnis des Schöpfers, Ihm gegenüber. Aber auch das ist ein Wille zu empfangen. Oder ist es eine eigenständige Schöpfung, die … oder ist es … Woher kommt denn alles, was du siehst? Es ist derselbe Wille zu empfangen, nur auf einer Stufe, auf der er vom Fühlen des Schöpfers abgetrennt ist. Aber er ist abgetrennt – nicht dass der Schöpfer von ihm abgetrennt wäre. Dass du vom Schöpfer abgetrennt bist, heißt nicht, dass der Schöpfer von dir abgetrennt ist. Er ist in dir, keine Sorge, und Er herrscht und tut, was nötig ist. Verstehst du?

Es hängt also davon ab, wie du schaust. Wenn du von deiner Seite schaust, so wie du fühlst – richtig: Du fühlst, dass außer dir und dieser kleinen Welt hier nichts existiert. Aber das ist nur ein Teil des ganzen Kli. Wenn du in den Begriffen, die wir lernen, über das ganze Kli sprichst, dann ist es etwas anders als das, was du mit den Augen siehst. Da gibt es noch … Du müsstest also auch die Klipa dazunehmen und auch die Kedusha und all diese Dinge. Du fühlst sie nicht. Richtig, du fühlst sie nicht. Du fühlst nur einen kleinen Teil von allem, was geschieht. Nun, und? Also lehrt man dich, dass es nicht ganz so ist: dass es eine ganze Welt gibt, die du nicht fühlst – nimm sie in Betracht.

42:19

Schüler: Aber wenn wir sagen, dass eine Reshimo eigentlich das Fühlen des Schöpfers durch das Kli ist – egal, ob es Klipa oder Kedusha ist. Die Reshimo entspringt dem Fühlen des Schöpfers, der Erkenntnis des Schöpfers.

Rav: Gut. Ich sage dir noch einmal: Du bist weise in dem Maß, wie viel du gelernt hast. Lern mehr, dann wirst du weiser sein. Ich sage dir nur eines. Hast du gelernt, dass wir, nachdem wir die doppelte Verhüllung und die einfache Verhüllung durchlaufen, danach diese Kelim in der Spiritualität benutzen? Hast du das gelernt?

Schüler: Ja.

Rav: Wie? Was für Kelim gibt es hier? Ich fühle einfach irgendeine Verhüllung, mir geht es so oder so nicht gut. Was hat das mit Spiritualität zu tun? Stell dir vor, dass diese Kelim Kelim sind, und große Kelim. Später, in der Spiritualität, wirst du sie erkennen. Du wirst sie erkennen und verstehen, dass das wirklich auch zu demselben spirituellen Kli gehört, das du haben wirst. Und zwar so sehr, dass du in der Spiritualität überhaupt nichts erlangen wirst, es sei denn, du wendest dich diesen Kelim zu, die du jetzt durchläufst. Das ist es. Nicht abschneiden und sagen: „Das gibt es nicht, das haben wir nicht gelernt." „Haben wir nicht gelernt" – das sagt man immer so, weißt du, bei einer Prüfung oder so: „Nein, das haben wir nicht gelernt."

Schüler: Das kenne ich.

Rav: Ja.

43:39

Schüler: Was heißt es, … Tora anzunehmen?

Rav: Äh …?

43:43

Schüler: Was heißt es, die Gesetze der Tora anzunehmen?

Rav: Was heißt es, die Gesetze der Tora anzunehmen? „Gesetze der Tora" nennt man die Gesetze der Entwicklung um zu geben. Das nennt man „Gesetze der Tora".

Schüler: Sie anzunehmen.

Rav: Sie anzunehmen, ja. Das heißt, sie auf sich zu nehmen, ja. Nu … ja. Nu.

Schüler: Welchen Wert hat die Entwicklung des Menschen, bevor er eine Seele hatte? Man sagt, sagen wir, seit fünftausend Jahren hat er eine Seele. Aber der Mensch, einfach als Tier, existiert als Mensch … ich weiß nicht, zweihundertfünfzigtausend Jahre … egal.

Rav: Nu …?

44:23

Schüler: Welchen Wert hatte … welchen Wert hat diese Entwicklung des Tieres, bis es eine Seele bekam?

Rav: So wie die Erdkugel und das ganze Universum sich nach und nach zusammengezogen haben, so wurden auch die biologischen Körper … in dieselbe Richtung: vom Unbelebten zum Pflanzlichen zum Belebten. Was ist hier das Problem? Genau so ist es. Entwicklung.

Schüler: Gab es irgendeinen Punkt, an dem in dieses Tier eine Seele eingeprägt wurde?

Rav: Nein. Die Kelim, die Verlangen, die von null an aufwärts kommen – diese Verlangen bauen den äußeren Stoff gemäß dem Verlangen, das … gemäß dem inneren Verlangen.

Schüler: Das ist nicht klar. Wie, was ist der Zusammenhang? Denn, sagen wir …

Rav: Was ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der vor einer Million Jahren gelebt hat, und jetzt? Ist das die Frage?

Schüler: Ja.

Rav: Sein Verlangen, das sich enthüllt. Dasselbe spirituelle Gen, das es schon vor einer Million Jahren gab – darin war überhaupt nichts zu spüren außer der Existenz dort: Familie, Essen, Sex, Zuhause, tierische Dinge. Und bis er sich entwickelt hat … Je niedriger die Entwicklung, desto viel mehr Zeit braucht sie. Auf den höheren Stufen ist die Entwicklung viel schneller. Das ist wie eine Pyramide. Die Entwicklung des Urmenschen musste also Tausende und Abertausende von Jahren durchlaufen. Sagen wir, eine halbe Million Jahre. Was macht das schon? Ich will keine Zahlen nennen.

46:15

Schüler: Ich stelle die Frage anders.

Rav: Nu …

Schüler: Wir sprechen …

Rav: Und danach kommen diese Verlangen zu fortgeschritteneren Zuständen des Verlangens, bis es so wird, wie wir gesprochen haben: vom Tierischen zum Geld, zur Ehre, zum Wissen. Und du siehst, wie schnell heutzutage die Entwicklung der Verlangen wird, der Dinge, wie extrem die Dinge werden. Die Welt verbindet sich stärker in all ihren Enden. Schau, was in der ganzen Welt passiert. Und das passiert nicht deshalb, weil … Das passiert wegen der Verbindung aller Teile der Welt. Schau, was das bewirkt. Einer dringt in den anderen ein. Einer leidet, einer genießt vom anderen. Schau, wie die Welt jetzt … Wir werden sehen, dass jeder Tag so neu sein wird, dass du nicht wissen wirst, wie er enden wird – in der ganzen Welt, nicht bei dir.

Du stehst morgens auf und weißt nicht, was am Abend sein wird. Fliegen wir alle in die Luft, wir alle, oder leben wir noch – und in welcher Form leben wir? Und so weiter. So wird es in der ganzen Welt sein. Und so jeden Tag. Es wird lustig werden. Aber man sieht, dass es bald so sein wird. Ja, wirklich. So wird die Form der Existenz sein.

Schüler:

Rav: Wir werden uns an all diese Dinge gewöhnen. Das ist das Erstaunliche. In allem wirst du trotzdem überleben können, es als normal annehmen. Und zwar so sehr, dass ich in diesem Moment lebe, wirklich in diesem Augenblick, in dieser einen Sekunde – und an die nächste Sekunde denke ich nicht. Ich denke nicht. Verstehst du? Was wird sein? Wird es sein? Wird es nicht sein? Wie die Leute sagen: „Ach … denken wir nicht an morgen." Dann wird „morgen" buchstäblich die nächste Sekunde sein. Und so werden alle leben, bis die Zeit verschwindet. Das wird die richtige Unterscheidung der Zeit sein. Das heißt, dadurch werden wir wirklich fühlen, dass es möglich ist, sich vom Willen zu empfangen zu befreien.

48:42

Schüler: Im Anschluss an Gilads Frage, über … Wir haben gesagt, dass alles, was im Verlangen ist, im Grunde das ist, was draußen ist. Aber man weiß doch, dass die Welt erschaffen wurde: Zuerst wurde erschaffen, was draußen ist, und danach wurde der Mensch erschaffen. Wie ist das also …?

Rav: Du fragst so: Einerseits sagen wir, dass der Mensch das, was er fühlt, mit seinen fünf Sinnen fühlt, und dass diese Sinne, die in ihm sind, in ihm die Form der Welt hervorbringen. Und in Wahrheit – welche Form hat die Welt? Die Welt hat keine Form. Über eine Form kann man nur in Bezug auf den sprechen, der diese Form fühlt. Und Rabash schreibt es so, es gibt darüber ganze Artikel: Man kann nicht über einen Begriff sprechen ohne einen, der ihn erfasst. Deshalb können wir von nichts, was außerhalb des Menschen ist, sagen, dass es existiert, ja? Warum sagen wir von einem Menschen, von irgendeinem Begriff, dass er existiert? Weil der Mensch ihn fühlt.

Jetzt sagst du: Völlig in Ordnung, wir haben das angenommen – sagen wir, wir haben angenommen, dass wir nicht wissen, was um uns herum ist; unsere innere Erregung, die unserer Sinne, gibt uns ein solches Bild der Welt. Und zwar so sehr, dass wir das nicht unterscheiden können und es uns scheint, dass es wirklich existiert, dass es nichts Eingebildetes ist, wie geschrieben steht, sondern dass es existiert. Ich fühle mit meinen Sinnen, dass es da ist, also ist es da. Es fällt mir sehr schwer; ich kann nicht aus meinem Körper heraustreten und sehen, dass diese Sache außerhalb meines Körpers überhaupt keine Form und keinerlei Existenz hat. Ich kann nicht. Aber so sagen es die Weisen, in Ordnung.

Aber andererseits sagen die Weisen, dass zuerst die Welt erschaffen wurde, ja, und danach der Mensch. In der Spiritualität. Und ebenso in dieser Welt: Zuerst wurde das Universum erschaffen, danach die Erdkugel, bis sie sich zusammenzog, bis sie sich abkühlte, und danach entstand auf ihr der Mensch, ja? Wie können wir also über eine äußere Natur sprechen, die existiert und die sich auf diese Weise nach und nach aufbaut, und danach kommt der Mensch? Wie können wir über diese Natur sprechen, die schon existiert, bevor der Mensch kommt und diese Natur mit seinen Sinnen fühlt, ja? Wir sprechen über diese Natur, die vor dem Menschen existiert, genau in den Sinnen, so wie der Mensch es mit seinen Sinnen beschreiben kann. Anders könntest du gar nicht über sie sprechen. Ich will dich nicht hereinlegen, aber …

Ist das nicht verständlich?

51:48

Schüler: Nur der letzte Satz nicht.

Rav: Außer dem letzten Satz. Wie soll man das anders sagen?

Schüler: Zusätzlich dazu, dass alles der Ausdruck von Verlangen ist.

Rav: Genau das, wunderbar, siehst du? Du hast es richtiger gesagt. Alles ist der Ausdruck der Verlangen – aber wer danach darüber erzählen kann, gemäß seiner Erlangung, und erzählt, der erzählt es uns in unseren Worten. Du siehst mich, ja? Das ist es.

Schüler: Darf ich noch eine Frage dazu stellen?

Rav: Ja.

52:28

Schüler: Wie sprechen wir über eine stufenweise Entwicklung, wenn zwischen Stufe und Stufe immer eine Unterbrechung durch Ejn Sof liegt?² Wie können wir überhaupt …

Rav: Nein, die Unterbrechung durch Ejn Sof zwischen Stufe und Stufe widerspricht der stufenweisen Entwicklung nicht, im Gegenteil: Sie hält sie aufrecht, denn die Verbindung zwischen den Stufen geht über Ejn Sof. Was heißt „über Ejn Sof"? Wir sagen ja, dass jede Stufe wie eine Wurstscheibe ist, ja? Du kehrst also gleichsam zur ganzen Form der Wurst zurück, und von dort bekommst du eine dicke Scheibe. Du beendest die Scheibe von oben bis unten, kehrst wieder nach oben zurück und machst nach unten weiter.

Von jeder einzelnen Stufe sagen wir, dass es MaN und MaD gibt. Auch wenn wir nicht wissen, was das ist, und nicht bewusst ein Gebet erheben und keine Lichter von oben empfangen, ja – diese Dinge sind trotzdem da, diese ganze Ordnung ist auf jeder Stufe und in jedem Zustand vorhanden. Und wir sagen, dass MaN bis Ejn Sof aufsteigt und von dort die Lichter herabsteigen. Es gibt keinen Zustand, der nicht aus Ejn Sof herrollt und herabgleitet. Sogar unsere Zustände.

Denn bei unseren Zuständen sprechen wir von Korrekturen. Es gibt bei uns keine Zustände, die einmal existiert haben. Sie haben sozusagen einmal in den zerbrochenen Kelim existiert, und auch das waren nicht unsere Kelim. Unsere Kelim sind schon Kelim des Verlangens eines Menschen. Das ist etwas anderes. Das sind nicht die Kelim, die fallen und als Wurzel, als Vorbereitung ankommen. Deshalb kommt jede Sache, jedes Bild, jeder unserer Zustände bis nach Ejn Sof und zurück, Ejn Sof und zurück. Das ist kein langer Weg, denk nicht, dass das Kilometer sind und dass es dauert, bis er hin- und zurückgeht. Das ist nicht …

54:35

Schüler: Die Frage ist so, gerade in Bezug auf die Reshimo, über die wir vorhin gesprochen haben.

Rav: Ja.

Schüler: Ob zwischen jeder Reshimo und der nächsten wirklich eine Unterbrechung besteht, oder ob es irgendein Verhältnis gibt, etwas, das sie doch verbindet und die Stufenmäßigkeit der Entwicklung der Reshimot bestimmt.

Rav: Nein, zwischen jeder Reshimo und der nächsten gibt es Ursache und Wirkung. Und diese Dinge sind in Ejn Sof verbunden. Deshalb geht es bis nach Ejn Sof. In unserer Welt, in unserem Zustand oder auf den spirituellen Stufen sind diese Zustände nicht verbunden. Es gibt in ihnen einen Schnitt: dass Keter zu Malchut wird und Malchut zu Keter. Keter wird zu Malchut, das heißt, Malchut des Höheren wird zu Keter für den Unteren. Wo gibt es das? So etwas gibt es nicht.

Sondern: Wenn ich stufenweise vorgehe, Scheiben schneide und mit dem Willen zu empfangen arbeite, jedes Mal noch ein bisschen, noch ein bisschen, noch ein bisschen – dann habe ich für mich etwas beendet, ich bin in dieser Unterscheidung zu Malchut gekommen, ich nehme die nächste Unterscheidung, die von Keter aus anfängt, und fange wieder an. Deshalb steht Malchut des Höheren auf Keter des Unteren. Aber dass sie auf ihm steht und ihm alles übergibt, heißt nicht, dass zwischen ihnen eine Verbindung besteht. Zwischen Keter und Malchut kann es keine Verbindung geben. Eine Verbindung zwischen Keter und Malchut kann es nur dort geben, wo Keterim und Malchujot wirklich miteinander verbunden sind – und das ist in Ejn Sof. Dort ist das …

Im Ende der Korrektur, im Zustand „Er und Sein Name sind eins", dort sind sie miteinander verbunden. Und wenn sie zu uns herabgleiten, ist es bei uns nicht zusammen. Bei uns ist es noch ein unkorrigierter Zustand. Aber wenn er korrigiert sein wird, wird es zusammen sein: Keterim und Malchujot, alles zusammen, ja? Durch das Or Choser. Malchut kehrt um, kommt zu Keter. Von dort kommt also im Grunde jede weitere Handlung zu mir.

56:35

Schüler: Man sagt, dass … sagen wir, dass es auf jeder Stufe sozusagen eine Erlangung eines bestimmten Maßes vom Ende der Korrektur gibt.

Rav: Wir sagen es so: Alles, was der Mensch tun will, muss er so tun, dass er, der Schöpfer und diese Handlung wie eins sind, ja? So steht es im Brief auf Seite 64. Das ist genau dieselbe Unterscheidung: dass du dich gleichsam mit Ejn Sof verbinden musst, dort, wo du verbunden bist, und danach gehst du in deinen Zustand und handelst. Dann wird dein Schnitt zwischen einer Handlung und der nächsten ein wahrer Schnitt sein: Du erkennst einerseits, dass es ein Schnitt ist, und andererseits hast du sie über den wahren Punkt in Ejn Sof verbunden.

Schüler: Aber das ergibt noch keine Ursache und Wirkung. Ursache und Wirkung braucht …

Rav: Ursache und Wirkung, nein. Diese Reshimot befinden sich in Ejn Sof. Stell es dir so vor: Es gibt einen Punkt, und in diesem Punkt sind alle deine Reshimot und alle deine Unterscheidungen, zusammen mit den Zuständen, die du durchlaufen musst – das ist ja eigentlich die Verwirklichung der Reshimot –, und mit dem Schöpfer; alles ist zusammen in „Er und Sein Name sind eins". Von diesem Punkt aus wirst du nach unten eine Million Wege machen, ja? Und unten gibt es eine Million Zustände.

Was ist also jeder einzelne Zustand? Jeder einzelne Zustand ist eine bestimmte, teilweise Verwirklichung derselben Unterscheidung der Verbindung „Er und Sein Name sind eins". Wenn du also irgendeine Handlung beendest, verwirklichst, kehrst du gleichsam zu Ejn Sof zurück, nimmst von dort, aus derselben allgemeinen Sache „Er und Sein Name sind eins", die nächste Reshimo an der Reihe und verwirklichst sie. Ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Ejn Sof ist drinnen. Du musst nicht … Du musst nur gehen, das heißt … es ist nur dir gegenüber zerschnitten.

Gut, das … Leute, schade … wir müssen lernen.

(Ende des Unterrichts)