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Morgenunterricht 04.07.2002
Buch „Schriften von Rabash", Band 2, S. 888 Artikel „Was bedeutet „Du sollst den Segen eines Laien nicht gering schätzen“ in der Arbeit?"
Rav: „Was bedeutet ‚Was bedeutet „Du sollst den Segen eines Laien nicht gering schätzen“ in der Arbeit?" Das ist „Schlawej haSulam" (Die Sprossen der Leiter), Band 3, Seite 43, Wochenabschnitt „Naso". Was heißt „halte ihn nicht für gering in deinen Augen"? Es ist keine einfache Sache. Es ist sehr schwer, zu dem Zustand zu kommen, in dem ein Mensch über sich denkt, dass er alles in allem ein gewöhnlicher Mensch ist und sogar geringer als alle anderen — und nicht denkt, dass ihm mehr zusteht als allen und dass er in der Arbeit besondere Bedingungen braucht, sodass er nur dann arbeiten kann und sonst nicht. [Etwa:] wie der Schöpfer sich ihm gegenüber verhält — er brauche eine Offenbarung, sonst könne er sich nicht bewegen; andere vielleicht schon, aber er nicht.
Immer wenn ein Mensch irgendeine Bedingung fordert — ob im Verhältnis zu anderen oder nicht, ob er es zugibt oder nicht —, wenn die Forderung nach einer Bedingung besteht, unter der er erst von seiner Seite eine Arbeit tun kann, dann heißt das, dass er Stolz hat. Und solange er diese Forderung nicht aus seinem Herzen entfernt, kann er sich nicht bewegen. Das ist ein Zustand, den ein Mensch gewöhnlich nicht zugibt; er kann ihn nicht wahrnehmen. Es scheint ihm, dass gerade er in Ordnung ist, wie alle, sogar so ein umgänglicher Kerl.
Aber ganz sicher: Wenn seine Arbeit an Bedingungen geknüpft ist, sodass er sein Herz, von jeher, wirklich seine Seele nicht dem Fortschritt, dem Hingezogenwerden zum Ziel hingeben kann, dann heißt das, dass er noch irgendeine Bedingung hat, die der Schöpfer sozusagen vorher erfüllen muss. Dann kann er lange warten; und solange diese Bedingung bei ihm nicht aufgehoben ist, kommt er nicht voran. Nur wenn er alle Bedingungen entfernt — und das, sage ich noch einmal, ist nicht so, dass er es überhaupt zugibt, sondern es ist eine Art innerer Zustand, der wartet und denkt, dass etwas geschehen wird, und dann werde er etwas tun. 3:15
Wenn er also so einen inneren Zustand hat, dann ist der Schöpfer überhaupt nicht in Verbindung mit ihm. Das heißt, der Mensch ist im Stolz, und dann hat auch der „Schöpfer sich mit Hoheit bekleidet" — er will nicht in Verbindung sein mit dem Menschen, der Bedingungen stellt. Denn nicht ohne Grund steht geschrieben, die Arbeit anzunehmen „wie ein Ochse zum Joch und ein Esel zur Last", ohne jegliche Bedingungen — egal, in welchem Zustand der Mensch sich befindet, egal, unter welche Bedingungen der Schöpfer ihn stellt.
Wenn ein Mensch in dem Moment, in dem er sich in irgendeinem Zustand vorfindet, sofort — ohne nachzudenken und ohne eine Rechnung anzustellen — die Arbeit annimmt, dann heißt das, dass der Stolz von ihm entfernt ist. Und dementsprechend, egal wie: Der Zustand kann der allerschlechteste sein — der Schöpfer weilt in diesem Zustand im Inneren des Menschen und hilft ihm. Den Stolz zu entfernen und diesen Zustand der Bedingungen zu beseitigen — dass er seine Mühe an eine Bedingung knüpft — kann man nur dadurch, dass man die Größe des Schöpfers fühlt.
Wenn ein Mensch darauf wartet, dass er die Größe des Schöpfers fühlt und dann den Stolz entfernt — als ob es der Logik nach so sein müsste, weil es keine andere Kraft gibt, die auf ihn drücken könnte, dass ich mich von meinem natürlichen Stolz herunterhole —, dann sage ich zum Schöpfer: Nun, offenbare dich, damit ich mich von meinem Stolz herunterholen kann, und dann werde ich keinerlei Bedingungen mehr an unsere Arbeit knüpfen. Wenn der Mensch das tut, kann es sein, dass der Schöpfer sich tatsächlich offenbart — aber der Mensch ist nicht fähig, dies wirklich zu erbitten, es sei denn, er empfängt eine Kraft aus der Gemeinschaft, sodass diese Kraft der Wichtigkeit des Schöpfers, die er aus der Gemeinschaft empfangen hat, größer ist als sein Stolz. 6:13
Denn selbst wenn ein Mensch sich im gewöhnlichen Zustand befindet, in dem er einen gewissen eigenen Stolz hat, steht dem keine Wichtigkeit und Größe des Schöpfers gegenüber. Vielmehr ist dieser Stolz eine Störung, die ihm im Weg steht, und er kann ihn wirklich nicht aufheben. Es sei denn — wie es heißt „und die Kinder Israels seufzten unter der Arbeit" —, dass ein Mensch wirklich alle Kräfte, die möglich sind, zusammenklaubt und Wichtigkeit aus der Gemeinschaft empfängt; dann empfängt er eine zusätzliche Wichtigkeit des Schöpfers, die größer sein kann als das Maß des Stolzes in ihm. Und dann hebt er den Stolz auf, um den Schöpfer zu bitten, dass er sich ihm offenbart und ihm wirklich Kraft gibt, den Stolz zu bezwingen, ja?
Schüler: Zu bezwingen.
Rav: Den Stolz zu bezwingen, ja, und ihn wirklich so unter sich zu halten. Es gibt hier also keine andere Möglichkeit, als zur Forderung an den Schöpfer zu kommen, dass er solche Kräfte gibt — und diese Forderung empfängt er aus der Gemeinschaft. Ja.
7:57 Schüler: Wir sehen einerseits, dass, je mehr ein Mensch in der Arbeit voranschreitet, ihm die Erhabenheit des Schöpfers wächst, und er sieht, wie niedrig er im Verhältnis zum Schöpfer ist, und die Kluft zwischen ihnen enthüllt er immer mehr. Andererseits sagen wir, dass sich bei einem Menschen, der auf dem richtigen Weg voranschreitet, die Fragen „Was" und „Wer" verstärken. Wie fügen sich diese beiden Dinge im Menschen zusammen? Wie können sie zusammen bestehen — einerseits sieht man ihn sozusagen als groß...
Rav: Wie kann es sein, dass die beiden gegensätzlichen Zustände — die Kraft des Bösen und die Kraft des Guten — im Menschen parallel wachsen, entlang der ganzen Linie bis zum Ende der Korrektur? Das ist es, was du fragst. Sowohl in der Zeit der Vorbereitung als auch schon oberhalb des Machsom, wenn er auf wirklich spirituellen Stufen schreitet. Wie kann es sein, dass sich ihm Böses gegenüber dem Guten enthüllt und das eine das andere nicht aufhebt und niemals aufheben wird, sondern der Mensch zwischen ihnen die richtige Mischung herstellen und Böses und Gutes zielgerichtet benutzen muss? Du fragst, wie diese Dinge im Menschen zur gleichen Zeit, im gleichen Zustand bestehen können.
Kann es so etwas geben, dass ein völlig Böser mit einem völlig Gerechten zusammen ist — dass Pharao und Schöpfer wirklich zusammen im selben Menschen sind? Zusammen können sie nicht sein. Zusammen können sie sein, wenn der Schirm zwischen ihnen verbindet und durch den Schlag zwischen ihnen eine Paarung, eine Verbindung herstellt. Ohne Schirm gibt es das nicht — es sind zwei entgegengesetzte Dinge. Und je größer Pharao und je größer der Schöpfer ist, desto mehr befindet sich der Mensch im Zusammenstoß zwischen ihnen, und sie sind zwei Enden, die in ihm sind. Und wenn er einen Schirm findet, dann wird der Todesengel wirklich zu einem heiligen Engel und verbindet sie wirklich zu einem einzigen Ziel. 10:08
Bei uns ist es noch ohne Schirm, vor dem Machsom, bevor wir den ersten Schirm empfangen haben, der uns diese beiden Gegebenheiten verbinden kann, ja? Den Willen zu empfangen und den Willen zu geben, Licht und Gefäß. Wie können also diese beiden Zustände bestehen? Sie können nicht auf einmal bestehen, wenn es keinen Schirm gibt. Deshalb sind wir hin- und hergeworfen, wie es heißt, [in der] Schleuderpfanne, von einem Ende zum anderen.
Mal befinden wir uns unter der Herrschaft Pharaos, mal unter der Herrschaft des Schöpfers. Das ist im Grunde das „Komm zu Pharao": Ich habe keine Wahl, also gehe ich zu Pharao, weil der Schöpfer mich dazu drängt und mir in seinem Licht zeigt, wer Pharao ist, und er steht da und richtet mich wirklich gegen Pharao aus — sonst wäre ich vor ihm geflohen. Wie war es bei Moses? Er erschlug einen einzigen Ägypter, einfach so irgendjemanden, und schon konnte er nicht standhalten und floh aus Ägypten. Bis der Schöpfer zu ihm sagt „Komm zu Pharao", weil es nicht anders geht — er kann nicht dorthin zurückkehren. Es ist ein sehr großes Problem, sich mit Ägypten auseinanderzusetzen.
Und dann befindet sich der Mensch wirklich jedes Mal in den gegensätzlichen Zuständen: Einmal ist er bereit, alles zu geben für die Verbindung mit dem Schöpfer, weil ihm ein wenig Licht leuchtet; und einmal ist er entweder in seinem Bösen und fühlt, dass es böse ist, oder er ist in seinem Willen zu empfangen und fühlt nicht, dass es böse ist, sondern gut — man kann wenigstens ein bisschen genießen, es benutzen. Einstweilen hier und da ein bisschen vom Leben stehlen — sterben muss man ja ohnehin?¹ Und so weiter. Solange man den Machsom nicht überschreitet, hört das nicht auf. Es hört nicht auf.
Nachdem er den Machsom überschreitet, hat er dann schon Klipot, Heiligkeit — dann sind es schon andere Zustände. Aber vor dem Machsom gilt „Glaube nicht an dich selbst bis zum Tag deines Todes" — bis der Wille zu empfangen unter dem Schirm gestorben ist, [solange] er über ihn herrscht, glaube nicht, dass überhaupt etwas geschehen wird, dass du etwas tun kannst, nein. Was heißt „glaube nicht"? Du musst gehen, ja, richtig — mit Zuversicht sollst du gehen, dass der Schöpfer dir hilft, aber nicht, dass du [es tust].
13:09 Schüler: Er schreibt hier … hier im Artikel schrieb Rabash: Wir haben im Grunde die rechte und die linke Linie. Er sagt, wir müssen die ganze Zeit die rechte wählen — aber wo ist unsere Wahl? Die Vorbereitungsstufe ist doch … die ganze Zeit wirft man uns hin und her.
Rav: Der Mensch muss die rechte Linie wählen, die ganze Zeit und immerzu — wie geschrieben steht, sich nach rechts drehen. Auch in all unseren Halachot müssen wir rechts vor links bevorzugen, ja? Schuhe binden, Kleidung, allerlei — das sind Hinweise auf das, was im Spirituellen geschieht. Aber wie können wir rechts vor links bevorzugen, in welchen Handlungen?
Schüler: Wie können wir wählen, wo ist unsere Wahl?
Rav: Ich wähle nicht rechts vor links. Was heißt „ich wähle"? Ich mache alle Handlungen, durch die meine Wahl der rechten Linie zustande kommt. Ich vollziehe niemals die Handlung selbst — vergiss, dass du irgendeine Handlung machst. Du bist das Ergebnis der Kombination der Kräfte, die von oben herabsteigen. Ah?
Schüler: Wie kommt man trotzdem dahin?
Rav: Du musst, soweit möglich, nur bewirken, dass diese Kräfte, die von oben herabkommen, festlegen, dass du mehr mit der rechten Linie als mit der linken in dir verbunden bist. Wie macht man das? Dazu gibt er dir allerlei Ratschläge: mehr lernen und dadurch bitten — bitten, das heißt, dass mir so etwas geschieht. Mit Freunden zusammen sein und von ihnen allerlei Ratschläge hören und die Erkenntnis der rechten gegenüber der linken Linie. Was ist rechts und was ist links — wenigstens diese Dinge klären. Sie so klären, dass die rechte Linie bei mir wirklich vor der linken bevorzugt ist.
Also fang an, darüber nachzudenken — weißt du, mehr braucht es nicht. Fang an nachzudenken, wie ich weiß, was die rechte Linie ist und dass sie bei mir mehr sein wird als die linke, und fertig. Fang an, dich damit zu beschäftigen; geh wenigstens einen Tag lang mit Ernst [an die Sache], dass du diesen Begriff wirklich knacken musst. Das ist es, was wir lernen — war ich nicht gestern Abend da? Genau, wie man eine richtige Entscheidung trifft. Dieser junge Mann kann es nicht gut erklären, aber wir werden es lernen — das ist wirklich ein sehr, sehr richtiger Ansatz. Das ist es, was diejenigen tun, die es tun — nun, wie wir es mit Josie gemacht haben, ja? Genau: die Klärung des Ziels, die Klärung der Mittel, die genaue Klärung des Zustands — und man will alle diese Dinge miteinander verbinden.
Wir werden uns wahrscheinlich am Freitag damit beschäftigen; ich bitte besonders darum, dass gerade die israelischen Leute kommen. Wir werden uns damit beschäftigen, eine Entscheidung zu treffen, welche äußere Form unsere Bücher auf Hebräisch haben sollen, die wir jetzt herausbringen. 16:38 Ich habe ihm gestern am Ende des Unterrichts gesagt, dass ich eine Frage habe, ein Problem — und sein Beruf ist es ja, uns zu lehren, wie man eine richtige Entscheidung trifft² —, also soll er uns helfen, eine richtige Entscheidung zu treffen: Wie soll der äußere Einband sein, welche Form, welches Bild darauf, allerlei Dinge. Wir wissen nicht, wie …
Schüler: Wie man an das Problem herangeht.
Rav: Ja, wie man an dieses Problem herangeht: Was ich wissen muss, um welches Problem es sich handelt, wie es zusammengesetzt ist, mit welchen Dingen ich es lösen muss, worauf es genau antworten muss. Kurz: Wie komme ich dahin, dass ich sicher bin, dass so eine Form die beste ist. Die beste Form. Er soll es uns eben geben; ich will keine Philosophien und all diese Dinge, verstehst du, ich bin praktisch orientiert. Also am Freitag befassen wir uns damit. Denn diese Dinge, die er sagt, sind sehr richtig, aber ich habe gestern gesehen, dass die Leute nicht spüren werden, dass das wirklich uns betrifft. Und es betrifft uns sehr. Auch die Arbeit in der Gruppe, auch jede Sache, die du im Leben tust — wenn du weißt, wie man richtig an sie herangeht, wirst du dich nicht irren. Und du bist noch jung und ledig, es können noch viele Fehler vor dir liegen. Das …
18:06 Schüler: Das ist im Grunde ein Klärungsprozess …
Rav: Das ist ein Klärungsprozess und tatsächlich das Treffen der Entscheidung, ja. Aber beim Treffen der Entscheidung, sagt er, wissen wir nicht, wie wir entscheiden sollen und was genau; vielmehr besteht unsere Arbeit letztlich darin, dass die Entscheidung als Ergebnis der Ordnung, des Prozesses richtig wird — wenn er richtig ist. Wir müssen also den Prozess des Entscheidungstreffens richtig aufbauen, und dann wird die Entscheidung richtig sein. Das ist auch sehr richtig, und es entspricht genau unseren spirituellen Gesetzen. Deshalb sehe ich, dass das wirklich solche Entdeckungen in der Wissenschaft sind — und sie sind handfest, und man kann hier vielleicht sogar eine weitere Sprache finden, um die innere Arbeit des Menschen zu erklären. In einiger Zeit werden wir das sehen.
Schüler: Er sagt … Sie haben im Artikel gesagt, dass es sozusagen zwei Zustände gibt: Ein Mensch hat keine Kraft zu arbeiten, also wendet er sich an den Schöpfer und bittet um Kraft, um irgendeine Handlung zu tun — und das heißt, dass er im Stolz ist. Im zweiten Zustand muss er sich an die Gruppe wenden, um Wichtigkeit zu empfangen, und danach an den Schöpfer. Was ist der Unterschied — dort war eine Wendung an den Schöpfer, und dort war auch eine Wendung; was ist die Kraft aus der Gemeinschaft?
Rav: Ich bin nicht fähig, mich mit meiner eigenen Kraft an den Schöpfer zu wenden, mit den Gegebenheiten, die in mir sind. Er gibt mir, sagen wir, von oben einen ersten Anstoß. Mit diesem ersten Anstoß bin ich nicht fähig, eine Klärung vorzunehmen; ich bin nicht fähig, die Tiefe des Problems zu sehen und [zu erkennen], wie wichtig es ist, dass er es lösen kann. Ich habe nicht genug von diesen Gegebenheiten, um mich wirklich an ihn zu wenden und von ihm zu fordern, dass er das Problem löst.
Damit ich mich an ihn wende … weißt du was? Sagen wir, es gibt einen großen Mann, der dir dein ganzes Leben regeln könnte, aber du bist im Stolz, du kannst dich nicht an ihn wenden. Und wenn du mich umbringst — ich bin nicht fähig, mich an ihn zu wenden. Ich schäme mich, das ist das eine. Oder es ist einfach so, dass ich mich selbst niedertreten muss.
20:40 Schüler: Niedertreten.
Rav: Mich selbst niedertreten, ja? Also, weißt du, auf mich selbst zu treten — das kann ich nicht tun, was soll ich machen, ich kann nicht. Das ist unsere Natur. Der Mensch ist mit seinem Stolz, mit seinem Ich bereit, dass man ihn tötet, aber mein Ich soll bleiben — denn das Ich ist der ewige Teil in mir, das ist die Seele, und es kümmert mich nicht, dass der Körper stirbt, aber mein Ich³ ist stärker als das tierische Leben. Wir sehen das: Es gibt sehr viele Menschen auf der Welt, die bereit sind, auf etwas zu beharren; sie sind nicht fähig, darauf zu treten, darüber hinwegzugehen — nicht fähig, selbst wenn sie es tun wollten. Es gibt einen Mann, zu dem ich kommen und um eine Million Dollar bitten könnte, und er würde sie mir geben, wenn ich bitte — [aber] ich bin nicht fähig, zu kommen und zu bitten. Es gibt einen anderen Mann, der mir allerlei andere Dinge in der Welt regeln könnte, in der Familie, vielleicht in allem Möglichen — ich bin nicht fähig, das zu tun. Alles Mögliche solche Fälle. Wir stoßen Tag und Nacht auf solche Dinge.
Und das ist die Kraft des Stolzes, die Kraft des Ich, die Kraft, die uns im Grunde vom Schöpfer trennt. Er nennt diese Kraft die Kraft des Zerbrechens, in „Pri Chacham" — Artikel. Nun, was soll ich tun? Einerseits muss ich diese Kraft bewahren, andererseits kann ich mich nicht an den Schöpfer wenden, bis diese Kraft unter meiner Kontrolle ist, sodass ich über sie hinweg mich an den Schöpfer wende und ihn bitte. Genau. Ich muss hier aus mir selbst wirklich etwas ganz Zerdrücktes machen. Wie sagt man es auf Hebräisch richtiger — nun, ist dieser Zustand klar? Es ist eine gefühlsmäßige Angelegenheit. Dass dein Ich gegenüber dem Schöpfer einfach nicht existiert.
Der Mensch ist nicht fähig, das zu tun — nicht fähig, denn das ist „Etwas aus Nichts". Deshalb gibt es für diese Sache, für das „steinerne Herz", keine Korrektur bis zum Ende der Korrektur. Man kann es also tun, es korrigieren — es sozusagen dadurch korrigieren, dass ich dafür eine zusätzliche Kraft aus der Gruppe empfange. Das heißt — seht, wie besonders die Kraft der Gruppe sein muss und außerhalb aller Dinge. Außerhalb der Verbindung zwischen mir und dem Schöpfer — es ist gerade etwas Drittes, das ich mir als seitliche Hilfe hinzufügen kann. Das weder „Etwas aus Nichts" noch „Etwas aus Etwas" ist, weder meines noch des Schöpfers, sondern sozusagen etwas Drittes, das in der Natur existiert. Denn ich stehe dem Schöpfer gegenüber auf eine Weise, dass mein Stolz und er einander gegenüberstehen — Pharao steht dem Schöpfer gegenüber, und da ist nichts zu machen. 24:05
Also kann ich mir nur von der Seite her wirklich diese zusätzlichen Kräfte verschaffen, sodass ich irgendwie auf mein Ich treten und mich an den Schöpfer wenden kann. Sonst schreit Pharao „Wer ist der Schöpfer, dass ich auf seine Stimme hören sollte?" — wie viele Plagen er auch bekommt, es hilft nichts. Verstehst du. Hier also ist es die Kraft der Gruppe; deshalb sagt er, dass das das Einzige ist, was uns helfen kann. Baal HaSulam schreibt, dass davon unsere ganze gute Zukunft abhängt. Ja.
Schüler: Also in der Erklärung, die er gestern gab — dass es einen Punkt zwischen dem Ziel und mir gibt, wobei „das Ziel und ich" sagen wir heißt, den Machsom zu überschreiten —, warum funktioniert das jetzt nicht?
Rav: Ich habe gestern von ihm keine Antwort bekommen. Wo wähle ich den mir nächsten Punkt? Nach welchen Bedingungen? Oder ich wähle diesen Punkt nach den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, und ich lege fest, dass die nächste Stufe bei mir zehn Zentimeter von mir entfernt und vorwärts sein soll. Warum zehn Zentimeter? Weil ich weiter nicht sehe, ich habe keine Mittel, keine Möglichkeiten. Oder ich sehe, sagen wir, mehr Ziele, aber ich muss die Mittel prüfen — wie er sagt, dass, wenn das Treffen der Entscheidung richtig ist, dann auch die Entscheidung richtig sein wird, ja? Demnach, das heißt: die rechte Wand entsprechend der linken Wand⁴ — wenn ich das nahe Ziel wähle, dann komme ich zur Festlegung der nächsten Stufe, des nächsten Schritts, richtig. Wir werden noch sehen.
Aber ich sage noch einmal: Hier gibt es eine Gegebenheit der Gemeinschaft, die man nicht überspringen kann, weil ich und er einander gegenüberstehen, wirklich wie zwei Wände; es hilft nichts, es sind zwei Dinge, die man nicht aufheben kann — weder das eine noch das andere. Und jener offenbart sich nicht; wenn der Schöpfer sich offenbaren würde, dann würde mein Ich doch fallen — nein, nein, er offenbart sich nicht. Wenn er sich offenbart, dann werde ich ihm gegenüber einfach aufgehoben sein. Ja? Wieso bitte ich ihn, sich zu offenbaren? Damit danach mein Ich aufgehoben wird — aber das wäre dann auf meine Rechnung, weil ich der Handelnde wäre; zwar wirkt er, aber ich habe es herbeigerufen. Wie also macht man den Anfang? Dadurch, dass ich von der Seite eine Zusatzkraft empfange, eine zusätzliche Unumgänglichkeit. Ja.
Schüler: Wie gehört die Gruppe zum „Etwas aus Nichts", das wirklich … Warum muss sie mir Kräfte für eine Sache verschaffen, die man nicht braucht?
Rav: Die Gruppe gehört nicht zum „Etwas aus Nichts", und gerade deshalb kann sie zusätzliche Kräfte verschaffen.
Schüler: Durch welche Verbindung?
Rav: Durch die Verbindung, die wir in der Wurzel haben, wo alle Seelen miteinander verbunden sind. Deshalb kann ich hier in dieser Welt durch äußere Handlungen jene Kraft von oben erwecken — denn dort ist meine Kraft nicht meine Kraft als vereinzeltes Ich, wie in dieser Welt, sondern dort in meiner Kraft, in meinem Ich, sind noch alle weiteren fünfhundertneunundneunzig… neunhundertneunundneunzig weiteren Kräfte verbunden. In der Wurzel befinde ich mich auf der Stufe von Adam haRischon, das Ich auch, mein ganzes Ich, ja? Egal — jede einzelne Seele befindet sich so, auf der Stufe von Adam, ja? Und hier in dieser Welt befinde ich mich als ihr winzigster Teil, also ziehe ich von dort die Kraft. Ja.
28:39 Schüler: Wir haben Gruppen. Was ist das Allerwichtigste — dass ein Mensch die ganze Zeit die richtige Umgebung wählt?
Rav: Ja?
Schüler: Nach welchem Kriterium muss ein Mensch messen, ob er sich in jeder Sekunde in der richtigen Umgebung befindet? Und dementsprechend von dort seine Umgebung bestimmen?
Rav: Nach welchem Kriterium prüft der Mensch in jedem Moment, sagen wir, wenn er prüfen will, ob er sich in der richtigen Umgebung befindet — befindet er sich in der richtigen Umgebung? Die richtige Umgebung heißt eine solche Umgebung, die den Menschen auf die Verbindung, auf die Anhaftung, auf das Verhältnis zum Schöpfer ausrichtet, mit dem Maximum an Kräften, Wünschen und Gedanken, die im Menschen sind. Die richtige Umgebung, das heißt alle meine inneren Bedingungen — das ist die Umgebung — gegenüber dem Punkt im Herzen, der der Verbindungspunkt zwischen mir und ihm ist. Und alle übrigen Dinge, die in mir sind, müssen diesem Punkt helfen, sich mit dem Schöpfer zu verbinden. Und alle übrigen Kräfte, Bedingungen, Gedanken, Wünsche, Antriebe — egal was — heißen Umgebung, genau.
Mein Ich, das sagen wir der Moses in mir heißt, ja? — wirklich ein Punkt, aus dem, das ist der Same, aus dem ich meine Seele großziehe, ja? — kann nur daraus wachsen, dass es eine Umgebung gibt, eine richtige Umgebung. Er sagt dort, dass es dort [einen] Ursprung gibt, Bedingungen, in denen [es] Wege der Entwicklung [gibt], einen Ursprung, umgebungsbedingte Bedingungen und ihre Entwicklungswege. Und alle diese vier Dinge wirken — wenn sie zusammen und in die richtige Richtung wirken, dann entwickelt sich die Seele auf optimale Weise. Ich muss mich also um alle diese vier Parameter kümmern — Parameter, wie sagt man auf Hebräisch? — diese Variablen; aus diesen vier Variablen: worauf genau ich einwirken kann, und worauf es mir scheint, dass ich einwirken kann, aber ich kann es nicht und es ist schade um die Zeit — das ist die Arbeit. Es gibt Menschen, die viel Wind machen, und ihnen ist noch nicht klar, dass es nur Wind ist; aber danach wird sich das nach und nach enthüllen — nur schade, dass die Anstrengungen einstweilen bloß dazu dienen, den Fehler zu enthüllen; aber wenn ich es sage, hört man nicht, also ist es eben so. Ja.
32:01 Schüler: Was bringt es also dem Menschen — wir sagten, dass man Gruppen sozusagen auch ändern, durchmischen kann —, was soll mir das bringen? Wozu muss ich das tun? Wozu müssen wir uns in den Gruppen durchmischen, damit das Heranreifen möglichst in Einschließung geschieht — was bringt mir das?
Rav: Dass du physisch mit Menschen vermischt bist — was heißt physisch? Dass du deine Anstrengungen in sie investierst. Du investierst deine Anstrengungen, sagen wir, in deinen Schachar, der jetzt neben dir sitzt und lernt, weil du willst, dass sein Antrieb zum Schöpfer sich auch zu deinem Antrieb zum Schöpfer in dir sammelt und du ihn zweifach hast. Sagen wir, er hat denselben Willen und dieselbe Fähigkeit wie du — dann bist du nicht ein Stock, sondern doppelt; ist das schlecht? Über die Kräfte und all die Dinge hinaus, die du hast, und all die Störungen und all die Dinge, wirst du eine doppelte gute Kraft haben. Stell dir vor: Du wirst stark im Sehnen zum Schöpfer sein, ja? Doppelt. Stell dir vor: Da ist eine Rakete, und jetzt ist sie doppelt so stark — das verstehst du, mit demselben Gewicht, mit demselben Ego, mit demselben Willen zu empfangen, aber mit doppelter Kraft jetzt, Bewegungskraft. Schon verkürzt du deinen Weg um die Hälfte — statt zehn Jahre fünf, so kommt es heraus.
Schüler: Steht nicht im Artikel „Kaufe dir einen Freund", dass es dort sagen wir eine Synagoge mit hundert Leuten gibt, ich habe zehn ausgewählt, mit ihnen habe ich eine Arbeit, das sind meine Freunde — all die neunzig sind das Allgemeine; wozu muss ich mich sagen wir durchmischen, ja? Jetzt aus dem Allgemeinen wählen …
Rav: Nein, nein, nein, nein — du musst nicht. Wenn du deine Freunde gewählt hast und du sicher bist, dass sie deine Freunde sind, und du durch sie wirklich zusätzliche Kräfte empfängst und das deinen Fortschritt sichert — dann umso besser. Und wenn du das in jedem einzelnen Moment prüfst und siehst, dass du nichts mehr hinzuzufügen hast und siehst, dass es das ist, was dich zufriedenstellt — dann bitte, bleib dabei. Aber man sagt dir: Wenn du meinst, dass du noch irgendein Mittel hast, um auf demselben Weg oder auf einem richtigeren Weg Gas zu geben — statt sagen wir auf irgendeinem Dorfweg, dörflich, sagen wir auf der Autobahn zu fahren —, dann such danach. Vielleicht — entweder sie zu verbessern, oder deine Verbindung zu ihnen zu verbessern, sodass sie stärker auf dich zurückwirken, oder vielleicht noch einige hinzuzufügen, oder sie vielleicht auszutauschen. Aber das heißt „der, der jedes Mal die bessere Umgebung wählt". Die Wahl ist deine. Nun, Umgebung kann heißen, dass du selbst Vorbereitungen triffst, um stärker von ihnen beeinflusst zu werden, oder du änderst sie, bringst ihnen auch die Wichtigkeit des Schöpfers bei, sodass das um ein Vielfaches doppelt zu dir zurückkommt — oder dass man wirklich welche hinzufügen oder sie austauschen muss. Auch das kann sein.
Sagen wir, ich wusste, dass ich meinen Rabash habe, und ihn kann ich nicht ändern und ihn kann ich nicht austauschen. Was tun? Ich wäre daran interessiert gewesen, aber ich kann nicht. Das sind die Bedingungen. Dann bleibt mir ihm gegenüber keinerlei Arbeit, außer ihn, soweit es geht, in meinen Augen groß zu machen. Es gibt keine andere Möglichkeit, weil es hier keine Möglichkeit gibt, etwas zu tun, außer dem. 36:48 Ihn wirklich größer zu machen — darauf kann ich nicht einwirken; und ihn auszutauschen — darauf kann ich nicht einwirken; sondern nur, wie sehr ich von ihm beeinflusst sein werde. Je kleiner ich bin und je größer er ist — wie ich es mir vorstelle —, dementsprechend werde ich stärker beeinflusst sein. Aber das ist gegenüber etwas, das man nicht austauschen kann, wo man nichts tun kann.
Zuerst denke ich ans Austauschen. Das ist klar, ja? Aber gegenüber den Freunden? Da hast du mehrere Möglichkeiten. Sowohl austauschen, als auch verändern, als auch dich selbst verändern, als auch das Verhältnis zwischen ihnen und dir. Alles liegt in deinen Händen. Aber nachdem du gewählt hast, wisse, dass du gewählt hast, und fertig. Jetzt bist du schon in den Händen jenes Zustands, den du dir selbst geschaffen hast. Du kannst danach nichts mehr tun. Das heißt, deine Wahl, die Veränderung, die du vornehmen kannst, [liegt] nur in der Verbindung zwischen dir und der Umgebung. Ja.
37:54 Schüler: Zum Beispiel: Vorhin sprachen wir über Stolz — also kann ich denjenigen wählen, der am wenigsten stolz ist, zum Beispiel?
Rav: Sieh mal, ich will nicht auf diese Dinge eingehen — weniger stolz, mehr stolz, und was ist das Problem mit einer Frau. Sprich über die Frau in dir. Das ist wichtiger. Und wie wählt man eine Frau? Rabash hat es uns gesagt. Ganz einfach. Du triffst dich einmal, schaust sie an — wenn ihre Gestalt nicht abstoßend ist und sie mit deinen Lebensprinzipien einverstanden ist, so nach der äußeren Form —, das genügt, um zu heiraten. Ein zweites Mal lohnt es sich nicht, zu einem Treffen zu gehen, denn beim zweiten Mal fängst du schon an zu prüfen: Ist sie gut genug für mich? Und das ist schon nicht gut, denn dann lügst du. Es scheint dir, dass du gut bist. Ist sie gut genug für mich? Ich, sozusagen, etwas — und sie, kann sein, nein. Das lohnt sich also nicht. Das ist schon eine Lüge. So hat er es gesagt.
Und so hat er es wirklich empfohlen zu tun. Er sagt: „Sieh mal, sie leben zehn Jahre zusammen, wissen nichts voneinander. Sobald sie heiraten, machen sie eine Chuppa, [und] nach der Chuppa fangen die Probleme an. Was ist geschehen? Es ist nicht dasselbe?" Wirklich, es gibt heute viele Paare — was hat sich geändert? Nur dass ich unterschrieben habe und sie irgendwo unterschrieben hat? Sieh, was geschieht. Man sieht, dass das eine so tiefe psychologische Sache ist, wirklich, etwas Spirituelles, das auf alle Dinge einwirkt. Es wird dir also nicht helfen, wie sehr du auch forschst und wie sehr du auch nachdenkst. Nichts hilft. Siehst du? Also am besten einfach: Bring diese Dinge zu Ende, und fertig. Ja.
39:58 Schüler: Wenn wir sagen, dass die einzige Wahl des Menschen die Gemeinschaft ist …
Rav: Ja.
Schüler: … und andererseits ist die Gemeinschaft das, was am stärksten auf den Menschen einwirkt.
Rav: Ja.
40:09 Schüler: Wie kann die Gruppe also den Menschen dazu bringen, die Gruppe zu wählen? Das heißt … ich hoffe, das ist … ich weiß nicht, wie das funktioniert — wie kann die Gruppe einen Menschen dazu bringen, die Gruppe noch mehr zu wählen?
Rav: Sagen wir, wir sind eine Gruppe, und es kommt irgendein junger Mann zu uns her, ein Mann, und er scheint uns sehr würdig, unter uns zu sein. Wie können wir bei ihm bewirken, dass er sich mit uns verbindet? Ja?
Schüler: Nicht ein Mensch, der von außen kommt. Ein Mensch aus der Gruppe heraus — wie bringt er jeden Einzelnen in der Gruppe, als Gruppe, dazu, die Gruppe noch mehr zu wählen.
Rav: Also, das ist dasselbe Problem. Entweder wir sind in der Gruppe [und] wollen, dass jeder, der schon in der Gruppe ist, noch mehr an der Gruppe haftet, ja? Das ist dasselbe wie mit einem Mann, der von außen kommt. Es ist dasselbe. In dem Maße, in dem wir jemanden, der schon in der Gruppe ist, nach innen ziehen wollen, ist es dasselbe. Das Problem ist einfach. Du musst bei ihm die Erkenntnis der Wichtigkeit der Gruppe bewirken. Dass die Gruppe ihm genau auf dieselbe Frage antwortet, die er lösen will. Er ist nicht sicher. Das ist unser ganzes Problem — dass wir nicht sicher sind, dass die Lösung innerhalb der Gruppe liegt, in meiner Verbindung zu ihr, in meiner Selbstaufhebung ihr gegenüber. Wir wissen das nicht. Deshalb ist mein Verhältnis zur Gruppe so — wirklich —, dass ich sie geringschätze. Also muss die Gruppe mir zeigen, mir wirklich helfen zu verstehen, dass hier das Problem liegt.
Zeig diesem Mann, oder diesem Freund, der schon in der Gruppe ist, wie sehr die Gruppe ihm helfen kann — ein wenig Wichtigkeit des Ziels —, und wie sehr die Gruppe darin ist; und er wird sehen, wie sehr es ihm fehlt, wenigstens auf derselben Ebene wie die Gruppe zu sein — die Gruppe kann ihm gegenüber um ein Vielfaches mehr tun, aber wenigstens wird er sehen, dass die Gruppe viel mehr ist als er, und fertig. Deshalb müssen wir die Gruppe rühmen, die Liebe der Freunde rühmen, und hier nicht in Bescheidenheit arbeiten. Unsere Gruppe ist die allerbeste. Es kann keine bessere geben als sie. Alles können wir von ihr empfangen und so weiter. Das steckt den Menschen an. Sieh, wie das in allen Gesellschaften ist — dass jede Gesellschaft, oder irgendeine Organisation, oder irgendein Geschäft, oder eine Partei, oder etwas: „Wir, unsere Fahne, das … ta … ta … ta." Warum? Es gibt jedem Einzelnen Kraft.
43:11 Schüler: Aber in so einem Zustand — wie machen wir innere Arbeit innerhalb der Gruppe, wenn gerade alles so rosarot ist; wie kann man trotzdem Dinge verbessern?
Uebernehme
Rav: Nein. Nicht rosarot. Ich sage dir nicht, in der Gruppe ein rosarotes Leben zu führen. Nur eines muss in der Gruppe erhoben sein. Erhoben — kann man das sagen?
Schüler: Erhoben.
Rav: Erhoben in der Gruppe. Ihre Fähigkeit, die Spiritualität eines Menschen zu verbessern. Ihn zu bringen, ihn vorwärts zu ziehen. Außer dem — nein. Es gibt nichts außer dem. Wenn du sagst: „Hat die Gruppe wirklich die Kraft, das zu vollbringen?" — [dann] gibt es keine Kraft. Vom Schöpfer kommt diese Kraft, aber sie kommt durch die Gruppe. Ja.
43:58 Schüler: Die wahre Schwierigkeit liegt in der Liebe der Freunde, in der inneren Arbeit. Und die natürliche Neigung ist, hinzugehen und allerlei äußere Schritte zu tun, allerlei äußere Austausche, äußere Strukturen, äußere Veränderungen und so weiter. Vier statt sechs auszutauschen, acht statt zwölf und so weiter.
Rav: Wir haben keine Wahl. Wir sind an die Äußerlichkeit gebunden. Wir befassen uns noch nicht mit der Innerlichkeit. Dass wir austauschen — statt zehn Gruppenmitglieder fünfzehn, oder statt zwanzig wenigstens acht —, diese Dinge würden … sie werden uns eine Beschäftigung geben. Sie werden uns zu der Frage bringen: Was tun wir wirklich? Was wollen wir wirklich? Also die äußeren Dinge, mit denen man sich befasst, bringen einen nach und nach zu einer immer inneren Frage.
Schüler: Vielleicht, wenn diese Beschäftigung … äußerlich [ist].
Rav: Ich weiß nicht, ob man in unserem Zustand an eine innere Beschäftigung herangehen kann. Das gelingt noch nicht. Es ist zu früh. Sondern die äußere Beschäftigung ist wirklich — in jeder, in jeder ihrer Handlungen liegt doch auch eine innere Frage und Handlung.
45:07 Schüler: Werden mich diese Strukturen also, diese strukturellen Veränderungen, die sozusagen äußeren — werden sie mich nicht in genau zwei Wochen zu derselben Frage bringen: Was spare ich hier letztlich ein?
Rav: Es kann sein, dass ich nach zwei, drei Wochen bereue, aber ich muss trotzdem etwas suchen, denn sonst kommt gar nichts heraus. Ich sage nicht, dass man jeden Moment etwas ändern muss; ich sage, dass man jeden Moment über Veränderungen nachdenken muss. Tatsächlich zu ändern — dahin muss man vorsichtiger gehen, und nur unter der Bedingung, dass die vorherigen Grundlagen — das, was man das Unumgängliche oder das minimale Bestehen, Katnut, nennt — fest sein müssen. Und eine Hinzufügung kann nur in AChaP de Alija sein. Das heißt in dem, was besser ist. Darin also müssen wir lernen, wie wir einen Zustand herbeiführen, in dem wenigstens das Vorherige nicht schlechter wird und besser wird. Das gehört auch zum Prozess des Entscheidungstreffens, und dazu braucht man vielleicht nicht auf diese Weisheit zu warten — obwohl man uns hier wirklich einfach erklärt, wie wir denken müssen. Sondern einfach irgendwie, in dem, wozu wir fähig sind. Aber wenn ein Mensch nicht versunken ist, nicht damit beschäftigt ist, seinen Zustand zu verbessern durch die Verbesserung der Gemeinschaft, der Umgebung, oder dadurch, wie die Umgebung auf ihn einwirkt — man muss nicht [unbedingt] die Gemeinschaft verbessern, man muss vielleicht die eigene Stellung gegenüber der Gemeinschaft verbessern —, aber wenn er damit nicht beschäftigt ist, was tut er dann?
46:56 Schüler: Also noch einmal will ich zu einem genauen Punkt fragen, nicht zu einer allgemeinen Sache. Fliehe ich dadurch, dass ich hingehe und äußere Handlungen mache, nicht vor der wirklichen Arbeit, der inneren Arbeit — wie die Gemeinschaft stärker auf mich einwirkt?
Rav: Also ich sage, dass ich in einer äußeren Handlung keine Flucht vor einer inneren Handlung sehe, weil eine äußere Handlung uns zum Nachdenken bringt: Also was tue ich wirklich? Habe ich etwas getan? Ich kann mich nicht wirklich mit der Innerlichkeit befassen, es muss durch die äußere Ausführung geschehen, es gibt keine Wahl. Deshalb … aber du siehst, wie sehr wir darüber reden — ich weiß nicht, ob man darüber nachdenkt oder nicht; in der Äußerlichkeit tut man praktisch nichts, aber im Inneren? Und denkt man darüber nach, sorgt man sich darum? Ich weiß nicht, inwieweit. Ich sehe nicht, dass die Menschen doch verstehen, dass eine gesellschaftliche Veränderung wirklich beständig sein muss. Eine Veränderung — noch einmal, das ist gegenüber mir, gegenüber meinem Ich —: wenn die Gemeinschaft sich nicht jedes Mal immer mehr verändert, oder von einer Schattierung zur anderen, entsprechend dem, wie ich mich im Inneren von einem Zustand zum anderen verändere, von diesem Willen zu jenem Willen. Bei jedem Willen und bei jeder Sache, die in mir erwacht, wo ich mich innerlich von Zustand zu Zustand verändere, muss die Gemeinschaft mir jedes Mal in der Äußerlichkeit größer erscheinen, oder in irgendeiner Form größer, gegenüber meiner Innerlichkeit.
49:02 Schüler: Das ist wieder — du beschreibst innere Veränderungen, nicht äußere Veränderungen.
Rav: Das sind innere Veränderungen, und damit es innere Veränderungen gibt, kann und muss ich vielleicht auch etwas in der Äußerlichkeit tun.
Schüler: Aber wie fällt man nicht in den Zustand, dass ich das eine durch das andere ersetze?
Rav: Wie fällt man nicht in den Zustand, dass ich das eine durch das andere ersetze — das ist [so]: Wenn man sich damit befasst, dann fängt man nach und nach an zu fühlen, was der Beweggrund ist; was, tausche ich einfach [nur] aus? Dein Gesicht gefällt mir nicht, ich sage dir, komm, wir holen ihn aus der Gruppe — warum? Sein Gesicht gefällt mir nicht, oder ich gehe jetzt mit meinen Freunden, um zu beraten, dass du nicht in Ordnung bist; also prüfen wir: Bist du nicht in Ordnung, oder [sind] wir [es] dir gegenüber, oder unser ganzer Zustand, oder überhaupt noch etwas. Was Rabash geschrieben hat, mehr hat er nicht geschrieben; das Übrige, das müssen wir irgendwie prüfen, klären, was zu tun ist. Das Problem ist nicht, es richtig oder nicht richtig zu machen — [sondern] verändern zu wollen. Ich habe an mir keine Veränderung von gestern auf heute gesehen: gestern, als ich auf die Gemeinschaft schaute, und heute, als ich auf die Gemeinschaft schaue, scheint es mir dasselbe, nichts hat sich verändert. Wie viele Leute kamen, wie viele Leute nicht kamen — derselbe Zustand wie gestern, so ist es heute. Das fühle ich durch meine Sinne; wenn ein Mensch also damit einverstanden ist, [ist es] ein Zeichen, dass er heute gegenüber gestern nicht voranschreiten wird. Ja.
51:16 Schüler: Aber der Mensch hat doch sozusagen Verstand, um das zu überwachen — wie schreite ich voran? Gibt es irgendein …
Rav: Wenn ein Mensch nicht darüber nachdenkt, seinen Sinn dafür nicht schärft, dann wird er nie fühlen, wie er der Gemeinschaft gegenüber steht, und dann wird er dadurch nicht zur Empfindung kommen, wie er dem Schöpfer gegenüber steht. Wir schreiten trotzdem voran, aber in welchem Tempo? Sicher wirkt das Umgebende Licht, und sicher geht jeder, der hier ist, dem Ziel entgegen — aber ich rede davon, es auf die nützlichste Weise umzusetzen. Ich sage nicht, dass wir wirklich den Laden zumachen und nach Hause gehen sollen. Wir schreiten voran, und ob!, aber im Vergleich zu dem, was noch möglich wäre, ist es wie eine Schildkröte, so. Ich bitte für Freitag: Wenn junge und besonders israelische Leute kommen können — wir machen gerade diese Übung. Sagen wir, jetzt müssen bei uns vier Bücher herauskommen; wir [sind] bei dieser Entscheidung, in welcher äußeren Form: Einband, Foto, Bild, Buchstaben, Name — an der Wahl dabei werden wir sehen, wie wir eine richtige Entscheidung treffen. [Wir], die wir nicht im Voraus wissen, was es sein soll, und nicht wissen, was gut fürs Publikum ist, und nicht wissen, wie wir es ausführen, und keine Experten darin sind — so wie wir uns in der Spiritualität vor diesem Nebel befinden und nichts haben, keinerlei Verständnis. Wie treffen wir aus diesem Zustand eine richtige Entscheidung — das ist es, was … Lass uns sehen, wie wir es machen.
(Ende des Unterrichts)