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Morgenlektion, 11.10.2002
Schriften
des
Rabash,
Band
2,
S.
951:
„Was
sind
‚Richter
und
Polizisten‘
in
der
Arbeit?“
heb_o_rav_2002-10-11_lesson_rb-1989-38-shoftim-ve-shotrim_n1_IluhSoBS
Deutsche
Fassung
in
der
Bibliothek:
Rabash
1989/38
–
Was
sind
„Richter
und
Polizisten“
in
der
Arbeit?
Rav: Das Buch Dwarim, Wochenabschnitt Shoftim. Warum ist das Thema „Richter und Polizisten“ so wichtig? Das sind die zwei Kräfte, die zwei Unterscheidungen im Menschen, die ihm den Weg zum Ziel festigen. Wenn ihm diese zwei Punkte, diese zwei Gegebenheiten auf dem Weg, nicht klar sind, weiß er nicht, wo er ist, wohin er geht und wodurch er geht.
„Richter“ heißt die Kraft der Unterscheidung. Das ist wie bei Untersuchungen, die man an einem Menschen macht, medizinischen und allen möglichen anderen. Der Richter bestimmt, wer er ist, was er ist, wie sehr er mangelhaft ist, ob er vom Weg abgewichen ist, ob es richtig ist oder nicht. Das ist die Kraft der Richter. Ohne sie weiß der Mensch wirklich nicht, wo sein Platz ist und wohin seine Richtung geht.
„Polizisten“ sind die Kräfte, die er in sich bauen muss, um sicher zu sein, dass die Entscheidung, die er durch die Richter getroffen hat, auch ausgeführt wird. Hat er die richtigen Polizisten bestimmt, dann sind diese Kräfte schon … wie heißt das, die Vollstreckung, ja? Sie bringen ihn genau zu diesem Ziel, und zwar auf dem Weg, den er für richtig befunden hat. Deshalb sind diese beiden Dinge lebenswichtig. Ohne sie wissen wir weder, wo wir sind, noch wohin wir gehen, noch ob wir überhaupt gehen.
Im ganzen Artikel vermittelt uns Rabash also, wie wichtig es ist, dass diese beiden Dinge im Menschen immer zusammengehen und einander stützen: Richter, Polizisten, Richter, Polizisten, Richter, Polizisten, bei jedem einzelnen Schritt. Das heißt: Kontrolle, eine Analyse des Zustands, ja, ein Lagebild, dann die Bestimmung des Ziels und die Ausführung. Und dann wieder, auf der nächsten Stufe: Richter, Polizisten, Ausführung und so weiter. 02:34
Er erzählt uns aber nicht, wie wir dahin kommen, Richter und Polizisten zu haben. Es stimmt, dass das nötig ist, wir sind einverstanden und verstehen es. Aber wie erlangt man sie? Wie stellt man sie richtig auf? Das ist eigentlich die Arbeit des Menschen. „Richter“ ist das, was wir die Erkenntnis des Bösen nennen.
Das ist das Maß, in dem der Mensch den Schöpfer erkennt, weil Er sich ihm durch die Mühe beim Lernen enthüllt. Wenn der Schöpfer sich enthüllt, sieht der Mensch entsprechend, wie sehr er Ihm entgegengesetzt ist. Das heißt, er fängt an, sich selbst zu richten, und zwar richtig.
„Richtig“ heißt, dass er anfängt, sich im Licht des Schöpfers zu sehen. Dadurch wird sein Punkt bestimmt, der Ort, an dem er ist. Und wenn er schon im Licht des Schöpfers sieht, wo er ist, versteht er entsprechend auch, dass seine Polizisten ebenfalls Kräfte sein können, die von oben kommen, vom Schöpfer. Sie müssen ihn festigen und ihm jedes Mal den nächsten Schritt bestimmen.
Das heißt, alles wird bei uns eigentlich nur aus der Erkenntnis der Göttlichkeit¹ erlangt, aus dem Fühlen der Spiritualität, und das heißt „Glaube“. Dem Menschen muss klar sein: Wenn er seinen wahren Punkt nicht bestimmt hat, ist er ohne Richter und ohne Polizisten. Er ist einfach seiner Natur ausgeliefert, und dann geht die Richtung immer entgegengesetzt zum Ziel.
Deshalb ist dieses Gebot so unerlässlich und entscheidend: „Richter und Polizisten sollst du dir machen in all deinen Toren“². „In all deinen Toren“ meint: Wenn der Mensch sich den Eingang zur nächsten Stufe öffnet, heißt das „Tor“.
Ja.
05:31
Schüler: *Darf ich? Hier schreibt er, dass Richter und Polizisten … wirklich durch die Kraft des Glaubens möglich sind. Aber im letzten Absatz auf Seite 121 schreibt er: **„Oder es kann auf andere Weise sein, das heißt, wenn er Vertrauen in die Weisen (Emunat Chachamim) hat“*³. Es gibt also offenbar Glauben, und es gibt etwas, das Glaube an die Weisen heißt. Was ist Glaube an die Weisen, was ist der Unterschied?
Rav: Es gibt Glauben, und es gibt Glauben an die Weisen. Auch das ist zuerst einmal Glaube, ja? Richter und Polizisten heißt: meinen richtigen Zustand bestimmen, dann das nächste Ziel und den richtigen Weg dorthin. Das kann ich nur durch den Glauben. Glaube heißt das Fühlen der Göttlichkeit¹. Das Fühlen der Göttlichkeit gibt dem Menschen die Fähigkeit, sich über seine Natur zu erheben, so wirkt das Licht, das zum Guten zurückführt. Ein Mensch, der sich über seine Natur erhebt, kann frei sein. Das heißt, er kann seinen Zustand völlig objektiv sehen und auf wahre Weise Ziele bestimmen.
Die Kraft, die der Mensch aus dem Fühlen der Göttlichkeit erwirbt, erlaubt ihm, über der Natur zu sein und wirklich neutral zu entscheiden. Das heißt „Kraft des Glaubens“. Es gibt einfachen Glauben, natürlichen Glauben, gewöhnlichen Glauben, vollständigen Glauben. Der Glaube hat viele Stufen. Das ist die Kraft von Bina, die man erwirbt. Bina ist ein Begriff des Massach, der dem Menschen erlaubt, sich über sein Verlangen zu empfangen zu erheben, egal in welcher Art und welcher Größe sein Verlangen zu empfangen sein wird. Entsprechend dem Verlangen zu empfangen, über das ich mich erhebe, wird die Kraft des Glaubens bestimmt, die ich habe, und so heißt sie dann.
Dann gibt es Glauben an die Weisen. Hier benutzt der Mensch nicht die Kraft des Glaubens, die er selbst erworben hat, sondern er annulliert sich gegenüber den Weisen. „Weise“ heißt eine höhere Stufe. Er hat also nicht wirklich die Kraft des Glaubens erworben, sondern dadurch, dass er sich gegenüber einer höheren Stufe annulliert, erwirbt er Kräfte von ihr. Der Glaube an die Weisen ist, sagen wir so, der Übergang. Danach gibt es Glauben an die Weisen in dem Sinn, dass es das Licht von Atik ist. Und wie wir lernen, heißt Glaube Or Chassadim, das ist Chafez Chessed: Auf jeder einzelnen Stufe erwirbt er nur Gefäße des Gebens. Und wenn er einen Massach erwirbt, um zu empfangen, um zu geben, also Or Chassadim mit dem Leuchten von Chochma, das heißt schon vollständiger Glaube.
Ja.
09:31
Schüler: … Glaube vor dem Machsom.
Rav: Vor dem Machsom gibt es keinen Glauben. Was heißt das? Glauben nennen wir in dieser Welt eine Art Wissen, eine Art Gerücht, das ich benutze wie ein Wissen. Es gibt meinem Körper wirklich dieselbe Sicherheit, sodass ich damit entscheiden kann, als ob ich es wüsste. Für mich gibt es also keinen Unterschied. Sagen wir, tausend Menschen sagen mir dies und das. Dann nehme ich es als Wissen an, dass es so ist, auch wenn ich es nicht gesehen habe.
Oder man fängt von Kindheit an, mich mit allen möglichen sogenannten Tatsachen aufzublasen, die ich selbst nicht geprüft und nicht gesehen habe und die nicht vor meinen Augen geschehen sind. Aber ich habe diese Gerüchte so sehr aufgesogen, dass sie in mir zu Prinzipien geworden sind. Jetzt urteile, entscheide und handle ich schon und gehe mit diesen Tatsachen durch mein Leben, als ob es so wäre. Das kommt also nicht aus der Natur, sondern aus Gerüchten. Wir alle sind mit diesen Dingen aufgeblasen, mit wirklichem Unsinn, und danach … so ist unsere ganze Persönlichkeit gebaut.
Schau, was der Unterschied zwischen jemandem ist, der in Afrika aufwächst, in Australien, in Israel oder in Amerika, ja? Die Erziehung macht den Menschen. Und die Erziehung kommt wirklich ganz aus solchen Gerüchten. Manchmal bestimmt der Mensch sie selbst, manchmal bestimmt man sie ihm von außen, ja? Alle möglichen solchen Dinge, sodass er bis zum Ende seines Lebens die Stigmata nicht loswerden kann. Und das führt er dann aus, als wäre es sein Wissen.
Deshalb ist unser Glaube kein Glaube. Und überhaupt, wenn ein Mensch den Begriff Glauben prüft: Was ist Glaube? Am Ende muss in mir ein klares Wissen sein, dass das die Wahrheit ist, dass es so Ursache und Folge ist, in einer bestimmten Diagnose. Das heißt Glaube. In der Spiritualität, wo es wahre Definitionen gibt, wird der Glaube als eine Kraft bestimmt, die du erwirbst. Durch diese Kraft kannst du über deiner Natur sein, sodass niemand dich, deine Entscheidung, beeinflusst⁴.
12:35
Schüler: Wenn es diese Kraft gibt, kann man sich dann nur auf die Gemeinschaft⁵ stützen?
Rav: Bevor du diese Kraft erwirbst, stützt du dich nur auf dein Verlangen zu empfangen, darauf, wie es dir bestimmt, was du tun sollst.
Schüler: Ich meine uns, wo wir die Arbeit machen …
Rav: Das ist nicht wichtig, auch in der Vorbereitungszeit, ich weiß nicht. Ich bin da und fühle, dass ich existiere. Ich habe von innen alle möglichen Gegebenheiten, mit denen ich geboren bin, und entwickle mich wie ein Tier. Danach durch die Gesellschaft⁵ … das heißt, tierische Bedingungen sind in mir, auch Charaktereigenschaften und so weiter. Danach erwerbe ich auch menschliche Eigenschaften von der Gesellschaft⁵, dadurch, dass es „Neid, Begierde und Ehre“ gibt, die „den Menschen aus der Welt bringen“. Durch diese Neigungen erwerbe ich also aus meiner Umgebung alle möglichen Kenntnisse. Und das baut mich.
Ob ich will oder nicht, danach entscheide ich aufgrund dessen, was ich von innen aufgenommen habe, was ich habe, und aufgrund dessen, was ich von außen aufgenommen habe. Mein Programm ist also schon in mir, und dieses Programm bestimmt schon meinen ganzen Lebensweg. Jetzt die Frage: Wie entscheide ich mich einmal, dass ich mich über dieses Programm erheben muss und nicht nach ihm handle? Ich will nicht nach dem handeln, was der tierische Körper in mir bestimmt. Er zieht mich zu allen möglichen Füllungen, die ich ihm geben muss, und dann bin ich ihm unterworfen. Und ich will auch nicht unter der Herrschaft aller möglichen Stigmata oder Tatsachen stehen, die ich sozusagen von der Gesellschaft⁵ bekommen habe. Wie werde ich wirklich frei?
Die Kraft, die mir erlaubt, mich über diese ganze Natur zu erheben, die tierische und die menschliche, heißt Glaube. Das erste Mal, dass ich davon frei sein kann, heißt, dass ich den Machsom überschreite. Ich trenne mich von dieser ganzen Natur und erhebe mich wirklich über sie. Das ist der Auszug aus Ägypten, von dem erzählt wird: Man wird frei. 15:12
Danach muss man diese Freiheit pflegen und schon frei entscheiden: Nu, und was jetzt weiter, da ich frei bin? Diese Freiheit fängt an, in mir, in meiner Seele, das mittlere Drittel von Tiferet aus allen zehn Sefirot zu bauen.
Gegenüber dieser Unterscheidung, dem mittleren Drittel von Tiferet, das wirklich die neutrale Unterscheidung ist, fange ich dann an, Unterscheidungen des Schöpfers und Unterscheidungen des Geschöpfs zu erwerben, aus ihr heraus schaue ich. Dann wird das wirklich ein freier Körper, in dem es sowohl Eigenschaften des Schöpfers als auch Eigenschaften des Geschöpfs gibt. Und mein „Ich“ ist weder das eine noch das andere, es ist in der Mitte.
Es zeigt sich also: Wir, die in der Spiritualität geboren werden, werden als ein Teil geboren, der wirklich weder zum Schöpfer noch zum Geschöpf gehört. Er gehört weder zum guten Trieb noch zum bösen Trieb, wie erzählt wird, weder zur rechten Linie noch zur linken Linie, sondern zur mittleren Linie. Das ist die neutrale, freie, selbständige Unterscheidung zwischen beiden.
Und es gibt die Möglichkeit, diesen freien Punkt zwischen den zwei entgegengesetzten Kräften von Schöpfer und Geschöpf großzuziehen: ihn von einem Punkt zu einem Gebäude zu bringen, zu einem ganzen Parzuf, der „Seele“ heißt. Die Seele gehört weder zum Schöpfer noch zum Geschöpf, sie ist in der Mitte, ja? Aus diesen Entscheidungen, diesen objektiven Unterscheidungen, kann man diese Seele, diese Unterscheidungen bauen, und das geschieht durch Polizisten und Richter. 17:26
Ja. Du wolltest etwas fragen, habe ich gehört.
Schüler: Mir ist nicht klar, was das mit dem Polizisten ist. Wenn ich jetzt in einem Zustand bin … wenn ich jetzt in einem Zustand bin, in dem …
Rav: Warst du einmal in einem Gericht?
Schüler: Ja, aber das ist nicht dasselbe. Wir gehen nicht den Weg der Moral. Ich komme jetzt aus dem Gefühl des Guten voran. Ich habe die Größe des Schöpfers. Ich fülle mich …
Rav: Was ist ein Polizist? Ein Polizist ist der, der ausführt. Er hat keine freie Entscheidung, er ist der Ausführende. Weißt du, die Herrschaft teilt sich in mehrere Stufen. Richter sind die, die entscheiden. Polizisten sind die, die ausführen. Über die Polizisten gibt es also fast keine Frage. Dort ist die Frage einfach: Verstehen die Polizisten die Richter? Können sie ausführen, was die Richter sagen? Das war’s. Bei ihnen sind die Unterscheidungen sehr, sehr klar.
Schüler: Der Punkt des Menschen ist die Klärung. Sobald ich den Zustand kläre, ändert sich der Zustand schon von oben. Was hat hier Ausführung, Vollstreckung für eine Rolle? Die Sache mit den Richtern, mit der Klärung, ist mir klar.
Rav: Nein, nein, die Arbeit des Menschen ist nicht nur Klärung. Nachdem du geklärt hast, was du gern sein möchtest, musst du darin aktiv sein und deinen zukünftigen Zustand bauen. Du entscheidest nicht nur. Du machst den ganzen Prozess des Siwug de Hakaa mit allem, was darin ist.
19:18
Schüler: Wir sprechen immer davon, dass der Mensch den Zustand klärt, zur richtigen Bitte kommt, und aus der richtigen Bitte entsteht schon die Handlung. Die richtige Bitte zieht die spirituelle Handlung nach sich …
Rav: Nein, du verwechselst das damit, dass du Kräfte von oben bekommst. Es stimmt, die Kraft bekommst du immer von oben, als Richter wie als Polizist. Aber das ist bloß Kraft. Entscheiden, wissen, wie ich meine Entscheidung ausführe, und sie dann ausführen … Weißt du was, die Polizei verdient kein Geld, sie gibt nur aus. Sie bekommt Kräfte vom Staat, die Richter auch. Verstehst du?
Kräfte bekommt man von oben. Diese zwei Gewalten, Rechtsprechung und Ausführung, haben selbst keine Kräfte, nur das, was die höhere Kraft, die Regierung, die höhere Herrschaft ihnen gibt. Aber darüber reden wir nicht. Du bekommst Kräfte, aber ausführen musst du allein.
20:34
Schüler: Was ausführen? Ich bin jetzt auf Stufe X, … Eigenschaften des Geschöpfs, Eigenschaften des Schöpfers. Ich weiß, wo ich stehe und was ich tun muss, um zur richtigen Bitte zu kommen. Ich sehe, dass ich zu mehr als einer Bitte nicht fähig bin. Was … soll ich in diesem Prozess tun?
Rav: Nein, du sprichst nur von der Teilhandlung der Erkenntnis des Bösen: Du wolltest vielleicht etwas Gutes tun und hast gesehen, dass du nicht fähig bist. Was?
Schüler: Was gibt es noch? Ich bin zur Bitte gekommen.
Rav: Moment, du bist zur Bitte gekommen. Zu welcher, dass du nicht fähig bist?
Schüler: Ja.
Rav: Man gibt dir … Dann wendest du dich mit der Bitte, dass man dir die Kraft des Glaubens gibt, dass man dir Kraft gibt, auszuführen.
Schüler: Was heißt ausführen? Ich habe das Licht des Glaubens bekommen, ich habe Größe bekommen, ich bin jetzt …
Rav: Welche Größe? Vielleicht gibt man dir auch Größe, aber das ist Größe auf Rechnung des Höheren. Man hebt dich hoch, damit du siehst, was die nächste Stufe ist. Der Höhere zeigt dir, was du aus dir selbst machen musst. Wie auch immer, du musst alle Handlungen nach und nach allein ausführen.
Schüler: Kann man kurz sagen, was die Handlungen sind? Welche Handlungen führe ich aus, wenn ich jetzt Glauben bekommen habe?
Rav: Es gibt NeHJ des Höheren, die im Unteren sind und die ganze Arbeit ausführen. Das ist es eigentlich, was du mit anderen Worten sagen willst. Aber nicht die ganze Arbeit. Im Ibur musst du als Unterer jedes Mal um die Kraft des Massach bitten, dich zu annullieren, und dann wächst er im Sinn des Ibur. Nach der Geburt tritt er aus dem Höheren heraus, und in der Zeit der Yenika hängt er am Höheren und bekommt Kräfte von CHaGaT des Höheren, nicht von NeHJ. Dann fängt er an, mit Awiut Alef zu wachsen. Auch dann bekommt er Kräfte vom Höheren, aber er bittet. Was heißt, er bittet? Er bittet so: Ich mache jetzt eine Klärung, was mir fehlt, was ich wirklich brauche, welche nächste Phase ich haben will.
In unserer Welt wissen wir nicht, was es heißt, einen Monat und einen Tag alt zu sein, einen Monat und zwei Tage, einen Monat und drei Tage. Ein Baby entscheidet nicht, es weiß nicht. In der Spiritualität gibt es so etwas nicht. Wenn du in der Spiritualität nicht die Ursachen und Folgen kennst und alles, was auf der höheren Stufe ist, lässt man dich nicht dort eintreten und zu ihr aufsteigen. Erlangung heißt ein klares Verstehen bis zum Ende dessen, worin du bist. In dieser Welt kannst du existieren, auch wenn du nicht weißt, wie du in dieser Welt zurechtkommst.
In der Spiritualität gibt es so etwas nicht. Wenn du auf einer Stufe bist, kennst du ihre Natur vollkommen, sonst kannst du auf dieser Stufe nicht existieren. Deshalb genügt es nicht, dass du schreist wie das Baby in dieser Welt, das schreit, weil es essen will. Du musst genau wissen, was dir das Essen geben wird und wie du es vom Höheren erbitten musst. Du musst den Höheren in Bezug auf dieses Essen kennen, das Er bereit ist und dir geben will, und so weiter.
Du musst aktiv sein. Die Kräfte selbst kommen vom Licht. Aber das Kli, die Mängel und Bitten, die Ursachen, in denen ich jetzt bin, und die Folgen, also meinen nächsten Zustand, das alles muss ich kennen. Zuerst muss ich mein Kli vorbereiten, so heißt das, und dann bekomme ich Kraft und führe auch aus.
24:29
Schüler: Deshalb … Klärung ist … Richter …
Rav: Nein, hier gibt es sowohl Richter als auch Polizisten. Warum? Du machst Klärung, Bitte und Ausführung. Der Höhere außerdem: NeHJ des Höheren, wenn du noch nicht da bist, nur Reshimot, dann ist das, wie wir lernen, das Kli, das MaN erhebt, ACHaP des Höheren. Wenn du schon als Kleiner da bist, ist ACHaP des Höheren wie ein Beispiel, das in dir ist. ACHaP des Höheren ist in Galgalta we Ejnaim des Unteren, und ACHaP des Höheren zeigt ihm ein Beispiel: Schau, was sein soll, schau, was man tun muss. Wie eine Mutter das Kind lehrt: So nimmt man, so isst man, so sitzt man, so mach es.
So ist es auch in der Spiritualität. Das macht der Höhere mit seinem ACHaP, ja: Er macht dem Unteren ein Beispiel, was sein soll. Aus seinem ACHaP macht er dem Unteren ein Beispiel, ja? Daraus versteht der Untere, was er sein muss, und das heißt, er richtet. Er richtet zwischen seinen eigenen Kräften und dem, was er als Beispiel im Höheren sieht. Er arbeitet an sich, um einverstanden zu sein und sich dem anzupassen, was der Höhere will und was der Höhere ihm empfiehlt. Er entscheidet, dass das wirklich sein Wille ist, bittet den Höheren schon um Kraft und führt das Beispiel mit seinem Parzuf aus.
Das ist ein langer Prozess, bis er dahin kommt, ein Beispiel auszuführen, das er vom Höheren bekommen hat. Der Höhere gibt ihm das Beispiel auch nicht vor den Vorbereitungen, mit denen der Untere sich vorbereitet hat. Sonst versteht er das Beispiel überhaupt nicht, und es wäre auch zu seinem Schaden, es zu sehen. Hier gibt es also eine Reihe von Ursache und Folge für jedes einzelne Detail, das im Kli sein muss. Wenn wir sagen, das Licht ist in Fülle da, in absoluter Ruhe, und alles hängt vom Kli ab, dann ist gemeint: Das Kli muss alles unterscheiden und fühlen, was nur geschehen wird, mit der ganzen Tiefe dessen, was geschieht, bis zum Ende des ganzen Stoffes.
26:52
Schüler: Ist der Polizist das, dass ich mir auf einer bestimmten Stufe Begrenzungen auferlege?
Rav: Der Polizist ist, dass du bestimmst, durch welche Begrenzungen du das Bild des Höheren ausführst, NeHJ des Höheren, die er dir als Beispiel gibt. Polizisten sind die Kraft der Begrenzung.
Schüler: Ich sehe, was ich sein will, ich weiß, was bei mir den nächsten Zustand kaputtmacht, ich setze bestimmte Begrenzungen, und so gleiche ich mich eigentlich an?
Rav: Sagen wir, ja, dass Polizisten Massachim sind, die dich begrenzen und festigen, ja.
Schüler: Ist die Arbeit der Polizisten eigentlich, im Menschen Schuldgefühle zu erzeugen?
Rav: Ob die Arbeit der Polizisten ist, im Menschen das Gefühl zu wecken, dass er schuldig ist?
Schüler: Dass er etwas nicht richtig macht?
Rav: Dass er etwas nicht richtig macht? Ich kann sagen, ja: Am Anfang des Weges gibt es die Sache mit der Scham. Das ist noch keine spirituelle Scham, sondern so wird bei uns wach, dass wir schuldig sind, dass wir sozusagen an etwas schuld sind. Aber wenn sich danach über dem Machsom die Einzigkeit der Göttlichkeit¹ enthüllt, ist das schon ein anderes Gefühl. Wenn die einzige handelnde Kraft der Schöpfer ist, wissen wir jetzt nicht, wie wir das so mit uns selbst verbinden sollen. Dann bezieht sich auch die Scham auf Seine Einzigkeit und nicht auf uns.
Das heißt, ich kann nicht, ich weiß es nicht zu sagen. Der Mensch beschuldigt sich nicht. Ich habe nichts, wofür ich mich beschuldigen könnte.
Schüler: Gefühle und nicht …
Rav: Nein, nein, das ist nicht … Wenn wir von menschlichen Gefühlen sprechen, dann wahrscheinlich ja. Aber davon spreche ich schon nicht, Menschliches ist keine Spiritualität. Das ist … das ist Psychologie. Aber wenn man gegenüber dem Schöpfer anfängt, eine Beziehung mit Ihm zu bauen, also in die spirituelle Stufe eintritt, dann gibt es dort kein „Ich bin schuld, Er ist schuld“. Spirituelle Stufen sind der Bau der Verbindung zwischen mir und Ihm. Das funktioniert dort überhaupt nicht. Das Fühlen Seiner Einzigkeit neutralisiert diese Dinge sofort, im Positiven wie im Negativen.
Ja, ich sehe, das ist kein einfacher Artikel, es gibt nicht viele Fragen. Was lernen wir als Nächstes?
(Ende der Lektion)