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bearbeitet.
—
Tägliche
Lektion,
10.
Okt.
2003
Sukkot
2003,
Lektion
2
–
Fortsetzung,
01:36:44
Rav: Ihr habt unsere Materialien wahrscheinlich schon vorher gelesen, auch das, was wir euch jetzt ausgeteilt haben. Ich habe gesehen, dass sie ausgelegt waren. Oder fehlt etwas? Unklar … Genau das müssen wir jetzt zusammen lesen, durchgehen und erleben. So sollen zwischen uns gemeinsame Zustände und Gefühle entstehen. Auf einer tieferen, inneren Ebene soll ein solches Empfinden füreinander entstehen, dass wir darin den Schöpfer fühlen.
Denn der Schöpfer ist eine Kraft, die sich in der altruistischen Absicht des Menschen enthüllt: in der Absicht zu geben, Anteil zu nehmen und sich mit dem Nächsten zu verbinden. Das hat aber ein klares Ziel: in dieser Absicht, in diesem Gefühl, genauer gesagt in diesem Verhältnis, den Schöpfer zu fühlen.
Wenn wir eine solche Anstrengung versuchen, haben wir alle Möglichkeiten, wirklich zum Empfinden des Schöpfers zu kommen. Der Versuch muss allerdings verzweifelt sein, wisst ihr, er muss bis zum Ende gehen. Das Empfinden des Schöpfers heißt: zu fühlen, wie Er sich in unseren gegenseitigen Beziehungen befindet, in Anteilnahme, Mitgefühl, gegenseitigem Verständnis, Liebe und Geben. Das gilt nur gegenüber denen, die an unserer Bewegung zu diesem gemeinsamen Ziel teilnehmen. Gemeint sind die, die wirklich das Ziel verfolgen, den Schöpfer in unseren Zuständen zu fühlen.
Dabei ist es nicht wichtig, dass wir egoistische Ziele verfolgen und natürlich unkorrigierte Egoisten bleiben. Was innen ist, ist nicht wichtig. Wenn ich mich analysiere und frage: „Wer bin ich? Was bin ich?", dann stelle ich natürlich fest, dass ich ein Egoist bin und alles nur für mich tue: Es interessiert mich, ich brauche es. Das ist nicht wichtig! So wurden wir erschaffen, und damit müssen wir anfangen zu arbeiten. Sobald wir solche Anstrengungen richtig machen, fühlen wir den Schöpfer in ihnen. Er wird genau in derselben Richtung gefühlt wie unser Verlangen, den anderen zu fühlen, zu verstehen und uns in ihn hineinzuversetzen.
Und sobald wir den Schöpfer fühlen, gibt uns dieses Empfinden von selbst, wie soll ich sagen, plötzlich eine solche Kraft und ein solches Verständnis des Bildes, dass es uns auf die Stufe hebt, „einander zu fühlen und uns altruistisch zueinander zu verhalten".
Was das heißt, verstehen wir erst, wenn sich der Schöpfer in unseren Zuständen zeigt. Bis dahin kann sich der Mensch nicht einmal vorstellen, was es heißt, aus sich herauszugehen. Er weiß nicht, was Baal HaSulam Altruismus nennt: „al menat lehashpia, lo le azmo", also nicht für sich selbst, sondern für den Schöpfer, für den anderen, „wie dich selbst" und so weiter. Das kommt erst danach.
(04:32) Deshalb müssen wir uns wegen unserer heutigen Eigenschaften keine Vorwürfe machen. Wir müssen deshalb auch nicht stehen bleiben und sagen: „Das ist nichts für uns, das ist unmöglich!" Es ist tatsächlich unmöglich. Erst das Empfinden des Schöpfers, wenn es erscheint, bewirkt unsere Korrekturen.
Deshalb müssen wir ab jetzt versuchen, uns nur so zueinander zu verhalten. Denn der Schöpfer hat ein Gefäß erschaffen, das Licht hat ein allgemeines Gefäß erschaffen, das Er füllt. Wir fühlen dieses Gefäß in uns nicht, wir stellen es quasi wieder her. Wir können es in uns wiederherstellen und es füreinander fühlen, und hier sind genügend Menschen. Dann fühlen wir füreinander genau ein solches Streben: nach gegenseitigem Verständnis, nach der Suche nach dem Schöpfer in unseren Empfindungen, zwischen uns.
Wir suchen also keine guten Beziehungen zueinander. Wir suchen die Erscheinung des Schöpfers in unseren Beziehungen. Das Ziel ist von Anfang an, den Schöpfer zwischen uns zu finden. Ohne dieses Ziel tauchen wir in einen noch größeren Egoismus ein, und alle unsere Versuche sind zum Scheitern verurteilt, wie in den Kibbuzim, wie im Kommunismus und überall sonst.
Das allererste Ziel, mit dem ich anfange, lautet also: Ich suche den Schöpfer. Wo? Dort, wo Er sein soll, im Gefäß, also in unseren Eigenschaften, in unserem gegenseitigen Streben zueinander. Was ist dafür nötig? Einander zu helfen, damit es jedem von uns leichter fällt, sich so zum anderen zu verhalten.
Man muss sich nicht mit äußeren Liebesbekundungen aufdrängen, alles muss im inneren Empfinden geschehen. Ihr müsst in euch diesen feinen Punkt auffangen, diesen Faden: An welcher Stelle in meinen inneren Gefühlen gegenüber den anderen kann ich den Schöpfer auffangen? Entsprechend müssen wir für diese Tage natürlich einige Verpflichtungen auf uns nehmen. Ihr könnt das als eine Art psychologisches Training betrachten. In Wirklichkeit ist es aber eine spirituelle Anstrengung, und wenn wir sie wirklich machen, muss sie Erfolg haben.
Ich glaube, man hat euch einen schriftlichen Aufruf von uns gegeben, ja? Ihr habt alle etwas davon bekommen. Darin stehen einige Schlussfolgerungen und eine Bitte an alle, die hierherkommen, sich möglichst an das zu halten, was dort steht. Also: Niemand drängt sich einem anderen auf, niemand stört einen anderen, alle arbeiten innerlich aneinander. Es soll möglichst wenig Kontakt zwischen Männern und Frauen geben, weil das die Männer durcheinanderbringen kann. Für Frauen ist das weniger gefährlich, aber Männer bringt es schnell von der spirituellen Richtung zu etwas Niedrigem, Tierischem. So sind Männer gebaut, damit muss man rechnen.
Deshalb bitten wir die Frauen, bescheiden zu sein und uns nicht zu stören.
(09:11) Es geht darum, den Männern die Möglichkeit zu geben, die Arbeit zu machen, die sie machen müssen. Deshalb bitte ich die Frauen ernsthaft: Achtet aufeinander und unterstützt euch gegenseitig darin, euch nicht vor den Männern schön zu machen und euch ihnen nicht aufzudrängen. Lasst sie sich innerlich auf ihre Arbeit konzentrieren. Wir alle kennen unsere Natur und unsere Schwäche. Hier müssen wir einander helfen, uns zurückzuhalten und voranzugehen.
Was noch? Alles andere steht auf dem Blatt. Im Prinzip dienen alle unsere Regeln nur dazu, uns möglichst gut auf den Zustand auszurichten, den wir erreichen müssen.
Ich habe es schon oft gesagt, so sagt es auch Baal HaSulam, und es gibt einen Artikel von Rabash dazu: Es gibt einen kurzen und einen langen Weg zum Schöpfer, tatsächlich zwei Wege. Bei Anfängern sieht man das sehr deutlich. Die einen nehmen an, was ich euch jetzt erkläre. Sie versuchen, den Schöpfer in den Beziehungen zwischen den Menschen zu finden, natürlich nur in der Gruppe, nur unter denen, die einander verstehen.
Die Gruppe kann klein sein, etwa zehn Menschen. Je mehr, desto besser natürlich, aber die Hauptsache ist, dass die Menge nicht auf Kosten der Qualität geht.
Man kann also schon ab der allerersten Lektion Kabbala anfangen zu verstehen, dass der Schöpfer ein einziges Gefäß erschaffen hat. Jeder kann dieses Gefäß von sich aus aufbauen. Er stellt sich vor, er sei wie hier am Boden eines Bechers, ein Punkt, aus dem diese ganze Konstruktion wieder entsteht. So verhält er sich zu den Menschen: Er klebt sie durch sein wohlwollendes Verhältnis zu ihnen zusammen, aber mit dem Ziel, den Schöpfer zu fühlen, der den Becher füllt. In dem Maß, wie er das tut, fängt er an, dort den Schöpfer zu fühlen: wie der Schöpfer sich zur ganzen Welt verhält und erst danach zu ihm.
Wenn der Schöpfer sich am Anfang zeigt, dann nur als Verhältnis zu allem. Der Mensch fängt an, den Lenker von allem um ihn herum zu fühlen. Durch alle Menschen, durch ihr Verhältnis zu ihm und zueinander, sieht er plötzlich, wie der Schöpfer hinter ihnen steht und sie alle lenkt. Woher sieht er das?
In dem Maß, wie sein Verlangen und sein Streben dem Schöpfer ähnlich sind, fängt er an zu sehen: Er denkt gerade etwas, und ein anderer Mensch führt es aus. Das geschieht nicht, weil er ihm etwas befiehlt. Es geschieht, weil seine Gedanken in diesem Maß mit den Gedanken des Schöpfers übereinstimmen und sein Verlangen mit dem Willen des Schöpfers.¹ Deshalb wird dieser Mensch sich jetzt umdrehen, so handeln und sich so zu mir verhalten, irgendetwas wird passieren.
Man sieht es im Voraus, und genau so passiert es. Denn in diesem Maß besteht eine Verbindung mit dem Schöpfer. Der Schöpfer macht es tatsächlich so, und dadurch führt der Mensch alles aus. Man sieht also, wie sehr sich der Schöpfer in diese Welt kleidet, wie sehr Er sie lenkt und sie alle hundertprozentig beherrscht.
(13:46) Die allmähliche Enthüllung des Gebens² des Schöpfers, Seine Einkleidung in diese Welt, nennt man die Maße der Enthüllung des Schöpfers oder die Welten. Das geschieht im Menschen allmählich, in dem Maß, wie er immer mehr aus sich herausgehen kann, also bei immer größeren Störungen. Es tauchen Störungen auf, und sie werden immer größer.
Er versucht trotzdem, den Schöpfer zu finden, weiterzugehen und sich zu den anderen so zu verhalten wie der Schöpfer selbst. Dann steigt er, wie man sagt, immer höher auf. Er dringt immer tiefer in die Zustände ein, in die Dicke all seiner egoistischen Zustände. Und er sieht, dass auch in den immer dickeren Beziehungen zwischen den Menschen überall der Schöpfer ist, sie füllt und über sie herrscht. Und natürlich zeigt sich das gute Verhältnis des Schöpfers zu den Menschen, nämlich warum sie so handeln.
Alles Weitere müssen wir von hier aus fühlen. Wir müssen versuchen, einen Zustand zu erreichen, in dem wir fühlen und verstehen, dass wir alle Egoisten sind. Wir verstehen das und wollen in diesem Zustand nicht zueinander stehen.
Ich gegenüber euch allen: Ich muss mich schämen, dass ich jetzt in einem Zustand bin, in dem ich euch alle für mich ausnutzen will. Und so ist es bei jedem gegenüber dem anderen. Einerseits braucht jeder von uns alle anderen. Wir können nicht auf eine höhere Stufe aufsteigen, bevor wir uns auf der vorherigen miteinander verbunden haben.
Andererseits stellt sich für diese Verbindung auf der vorherigen Stufe die Frage: „Wie richten wir uns richtig aufeinander aus?" Sie muss so ausgerichtet sein, dass ich mich schäme, alle anderen für meinen Aufstieg ausnutzen zu wollen. Das stimmt mich auf den entgegengesetzten Zustand ein: Ich will mich anders zu ihnen verhalten, entgegengesetzt zu dieser Scham. Das gibt uns einen Ausgangspunkt, um den Gedanken, das Verhältnis und die Absicht zueinander richtig zu wählen.
Wenn wir den Schöpfer in der Verbindung zwischen uns suchen, nennt man genau diesen Weg den kurzen. Denn man sucht Ihn nicht durch mechanisches Studium schwer verständlicher kabbalistischer Bücher. Baal HaSulam stellt in Punkt 155 der „Einleitung zum Talmud Esser haSefirot" die Frage: „Wozu haben die Kabbalisten dann überhaupt Bücher geschrieben?" Und im Punkt davor, 154, schreibt er: Die Kabbalisten haben alle ihre Bücher für ihre eigenen Leute geschrieben, für Kabbalisten. Denn so tauschen sie Informationen aus. Sie tauschen sich darüber aus, wie man sich verhalten soll, um den Schöpfer mehr zu fühlen, und auf welcher Stufe. Und darüber, auf welche Weise sich der Schöpfer mehr zeigt, in welchen Empfindungen und in welchen Absichten.
(18:03) Ich verbessere meine Absichten in dieser oder jener Hinsicht und fühle den Schöpfer immer mehr in dieser oder jener Form. Die Kabbalisten helfen einander also voranzukommen und stimmen einander ab. Das nennt man Kawanot, Absichten. Ich helfe dem anderen, schneller die richtige Absicht zu finden.
Danach muss er natürlich selbst Anstrengung investieren, ohne das geht nichts. Nur in der Anstrengung wird das Ergebnis gefühlt, also die Enthüllung des Schöpfers. Aber in welche Richtung, wo soll ich diese Anstrengung ansetzen? So, wie ich es euch jetzt sage: Sucht ein solches Verhältnis zueinander, dass es nicht um das andere Geschlecht geht.³ Es geht um Scham und dann um etwas gegen die Scham: dass ich nicht versuche, die Freunde zu meinem Vorteil auszunutzen, und so weiter.
Genauso stimmen die Kabbalisten einander darauf ab, diese Richtung zu finden und die Enthüllung des Schöpfers noch mehr zu klären, also eine Stufe höher aufzusteigen. Mehr Enthüllung des Schöpfers bedeutet mehr Aufstieg des Menschen auf den Stufen.
Wir müssen also dabei helfen. Baal HaSulam sagt, dass die Kabbalisten ihre Bücher gerade geschrieben haben, um einander zu helfen. Sie haben sie für die geschrieben, die schon über dem Machsom sind, damit diese die übrigen 125 Stufen schneller durchlaufen können.
Denn der Machsom ist nur der Eingang zur ersten Stufe der Leiter. Danach kommen noch 125 Stufen, alle fünf Welten müssen wir durchlaufen. Für diese Menschen also haben die Kabbalisten ihre Bücher geschrieben. Und für uns? Das erklärt Baal HaSulam dort in Punkt 155 der „Einleitung zum Talmud Esser haSefirot (TES)": nur um das Or Makif auf uns zu ziehen, das Umgebende Licht. Es ist uns unbekannt und unverständlich, aber es reinigt uns allmählich und führt uns allmählich voran.
Aber auf welche Weise führt uns dieses Umgebende Licht voran? Es führt uns voran, wenn wir versuchen, dieselbe Arbeit zu machen, die die Kabbalisten offen machen. Wir kennen diese Arbeit nicht, aber wir versuchen es wie Kinder. Wisst ihr, ein Kind ist wie ein Äffchen: Du machst so, und es macht auch so. Es versteht nicht, was es tut, aber es tut es, weil der Erwachsene es so macht.
So ist es auch bei uns. Wir verstehen nicht, wie die Kabbalisten mit ihren Absichten arbeiten und was sie da haben: Massach, Awiut, Rosh, Toch, Sof, Parzuf. Sie machen alle möglichen Berechnungen, da gibt es viele Gematrias, sie haben alle möglichen Probleme, sie rechnen und setzen Buchstaben und Wörter zusammen. Wir wissen das alles nicht und verstehen vorerst nichts davon. Wenn wir dahin kommen, werden wir sehen, dass das einfach Arbeit mit unseren eigenen inneren, spirituellen Ressourcen ist, nichts anderes.
Der Mensch nimmt seinen Egoismus mit seinen Massachim, seinen Empfindungen und seinen natürlichen inneren Eigenschaften. Dann fängt er an, auf die optimalste Weise mit ihnen zu arbeiten. So entsteht eine bestimmte Formel der Beziehungen zu den anderen, in denen sich der Schöpfer enthüllt. Das ist der Sinn all dieser Gematrias und all dessen, was ihr in kabbalistischen Wörterbüchern, Gebetbüchern und Büchern sehen könnt. Das müssen wir nachahmen, so wie kleine Kinder die Großen nachahmen.
(21:53) Es geht also um die Absicht. Ein Kabbalist macht eine Absicht auf den Schöpfer, indem er sein Verhältnis zu den anderen sucht. Genauso müssen auch wir versuchen, solche Absichten zueinander aufzubauen, indem wir solche Beziehungen zu den Menschen um uns suchen. Das gilt aber nur für uns, nur innerhalb dieser einen großen Gruppe von uns, auf keinen Fall für Außenstehende. Diese Beziehungen sollen quasi nach dem Vorbild dessen sein, was die Kabbalisten tun.
Die Kabbalisten sind schon in der Höheren Welt, über dem Machsom, und gehen mit ihrer natürlichen Absicht und mit einem Massach voran. Für sie kommt offen das Or AB SaG, das sie korrigiert. Was sie in ihre Gefäße empfangen, ist schon Or Pnimi, das sie füllt. Die Enthüllung des Schöpfers fühlen sie also klar. Für uns ist es noch nicht klar, sondern etwas von außen, deshalb heißt es Or Makif. Aber es kommt entsprechend dem Maß, in dem wir uns der Arbeit der Kabbalisten angleichen. Deshalb müssen wir danach streben, ihnen ähnlich zu werden, wenn wir die Bücher lesen und die Materialien lernen. Was macht ein Kabbalist wirklich, wenn er in der inneren Arbeit ist? Er sucht in unserer Welt immer mehr Möglichkeiten für Beziehungen zu den anderen. In diesen Beziehungen, in seinem Verhältnis zu den anderen, soll sich der Schöpfer zeigen.
Dann zieht ihn das Licht, das zu ihm kommt, das Or Makif, wirklich nach und nach in einen Zustand, in dem er den Machsom überschreitet und in das Or Pnimi eintritt, das Innere Licht. Dann fängt er an, den „Talmud Esser haSefirot" (TES) zu lernen. Ihr wisst: Im TES stehen oben die Worte des ARI und unten der Kommentar von Baal HaSulam, der „Or Pnimi" heißt.
Dann werdet ihr wirklich sehen, was Baal HaSulam dort zu den Worten des ARI quasi kommentiert hat und was er für uns getan hat. Wenn wir an diese Arbeit herangehen, werden wir sehen, wie er wirklich alles für uns Anfänger ausführlich beschrieben hat. Er hat es getan, damit wir dieses Licht nach und nach in unser Gefäß empfangen.
Das ist also der kurze Weg zum Schöpfer, und er hängt tatsächlich nicht von der Zeit ab. Baal HaSulam schreibt in der „Einleitung zum Talmud Esser haSefirot": Auch wenn ein Mensch den richtigen Weg anfängt, braucht er natürlich trotzdem etwa zwei bis drei Jahre Anpassung. Er muss sich an die Bücher und die Begriffe gewöhnen. Er muss sich daran gewöhnen, sich beim Lernen und gerade in der Gruppe einzustimmen, sich eine solche Umgebung zu schaffen, sich auf solche Absichten einzustimmen und diese Versuche zu machen, wie ein kleines Kind. Auch ein Kind wächst nicht an einem Tag heran, das ist ein langer Prozess. Ein Drittel unseres Lebens brauchen wir, um zu wachsen, ein Drittel, um gut zu arbeiten (oder wie viel?), und dann kommt schon das Alter. So ist es auch hier. Deshalb warnt er, dass dieser Prozess einige Jahre dauern muss.
Aber es ist ein Prozess der Gewöhnung. Und wir können ihn in einer so großen Gruppe wie unserer umsetzen, dafür haben wir hier riesige Möglichkeiten. Gestern hat jemand, ich glaube Chaim Raz, gesagt, dass hier Menschen sind, die zehn Sprachen sprechen! Und das mit ganz unterschiedlicher Mentalität.
(26:29) Heute verbindet uns noch die russische Sprache, weil das Ganze durch die Auswanderung aus Russland in alle anderen Länder entstanden ist. Damit versammeln wir uns und haben etwas Gemeinsames, eine gemeinsame Sprache. Aber in einem halben Jahr oder in einem Jahr sehen wir uns wieder. Ich hoffe, dass wir uns sogar öfter als einmal im halben Jahr treffen. Dann werden wir sehen, dass Menschen zu uns kommen, die überhaupt kein Russisch sprechen, gar nichts.
Es werden immer mehr Englisch- und Spanischsprachige kommen, viele aus Deutschland und aus Österreich. Es werden also Menschen sein, die weder zum Hebräischen noch zum Russischen irgendeinen Bezug haben. Und so werden wir uns immer weiter zu einer Masse entwickeln, die von ihren Ausgangsbedingungen her quasi zersplittert ist.
Das ist absichtlich so, damit wir ein Vorbild dieses einen großen Gefäßes sind, das der Schöpfer gemacht hat. In diesem Gefäß existieren absolut alle Eigenschaften, die gegensätzlichsten und die vielfältigsten. Seht, schon bei uns, im ganz Kleinen, bei nur 200 bis 300 Menschen, spricht man zehn Sprachen, mit völlig unterschiedlicher Mentalität.
Es gibt Menschen von Australien bis Kanada, aus Sibirien und so weiter, einschließlich aller östlichen Länder. Wir werden sehen, wie wir uns immer weiter ausdehnen, erst recht, wenn wir unser Internet und die Zuhörer dort mitrechnen.
Wir haben heute also viel bessere und viel größere Bedingungen als die, von denen Baal HaSulam sprach. Er schrieb, dass man 2 bis 3 Jahre Anpassung braucht, um ein solches Gefäß zu bilden und sich daran zu gewöhnen. Heute haben wir die Information vorbereitet, und sie wird jeden Tag besser. Jeden Tag versuchen wir, sie in immer besseren Formen und über die Medien auszudrücken. Deshalb braucht man heute nicht einmal mehr diese 2 bis 3 Jahre.
Vor zweitausend Jahren wurde im Talmud von drei bis fünf Jahren geschrieben: Um in die Höhere Welt hinauszugehen, braucht der Mensch drei bis fünf Jahre. Das gilt als kurzer Weg, denn der lange Weg kann zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre dauern. Das gilt auch dann, wenn der Mensch sich richtig bewegt. Er geht dann nicht den kurzen, sondern den langen Weg, aber richtig, und er kommt trotzdem auf das Ziel zu.
Deshalb fangen wir unsere heutige Lektion, unser Treffen und Gespräch gerade damit an: Lasst uns den kurzen Weg zum Schöpfer erobern, das ist für uns heute möglich. Das ist gerade dank dem möglich, was wir haben, dank den Bedingungen, die von oben gegeben sind. Ihr versteht, wie besonders unsere Situation ist.
Niemals hatten die Menschen, die Kabbalisten, die, die den Schöpfer finden wollten, eine solche Möglichkeit, sich zusammen zu versammeln. Aus den vergangenen Jahrhunderten gibt es Beispiele, dass sie es versuchten, sich zu versammeln und zu verbinden. Von oben wurde es ihnen nicht erlaubt.
(30:51) Ich rede gar nicht von den bekannten Geschichten. Der ARI rief seine Schüler auf, nach Jerusalem hinaufzugehen, und plötzlich konnten sie es aus irgendwelchen dummen Gründen nicht, angeblich ließen ihre Frauen sie nicht. Oder Baal HaSulam hatte Probleme mit seinen Schülern, er hatte fünf, sechs Schüler. Man sieht, dass ihnen von oben Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Die Zeit war noch nicht gekommen.
Und seht, was bei uns geschieht! Trotz aller Schwierigkeiten, seht, was man uns gibt: Man gibt uns die technische und materielle Möglichkeit, uns zu versammeln und über solche Dinge zu sprechen, über das Streben zum Schöpfer. So etwas gab es wirklich noch nie, man konnte es sich nicht einmal vorstellen.
Solche Versuche endeten normalerweise im Gegenteil mit schlechten Folgen, weil die Zeit noch nicht reif war, und alles wurde zerstört. Wir müssen also verstehen: Von oben ist schon alles vorbereitet, und in den Augen des Schöpfers sind wir von oben quasi schon völlig bereit für diese Mission. Alles Übrige liegt in unseren Händen.
Wie jede Bewegung nach vorn geschieht das auf unserem inneren Material: auf unseren Verlangen und unserem Streben, auf unseren egoistischen Versuchen, uns zu füllen, und auf den entgegengesetzten, quasi altruistischen Versuchen, den Schöpfer zu finden. Dieser ganze Weg zum Machsom verläuft schwankend und abwechselnd, wie Start und Stopp, besonders der Übergang über den Machsom selbst. Ich würde sagen: Der Mensch steht quasi auf der Stelle. Er neigt sich mal ein wenig nach vorn über den Machsom, mal zurück, mal nach vorn, mal zurück.
Er steht quasi auf dieser Linie, an der Grenze: mal dorthin, mal zurück. Ich habe das hier mit einem Menschen an der Wasseroberfläche verglichen: Mal taucht er über den Machsom auf, mal ist er darunter. Solche Zustände werden sich bei uns viele Male wiederholen. So arbeiten wir alle unsere inneren Eigenschaften und Bestrebungen durch, dort und hier, also abwechselnd auf beiden Seiten. So nehmen wir alle Reshimot, alle Eindrücke in uns auf und arbeiten sie durch, und danach geht der Mensch weiter.
Achtet deshalb nicht darauf, wenn plötzlich irgendein Gefühl auftaucht, dann wieder verschwindet, wieder auftaucht und wieder verschwindet. Das ist gut.
Bedauert niemals das Vergangene. Versucht nicht, dorthin zurückzukehren, sondern sucht in euren neuen Zuständen etwas Neues. Lernt daraus, wie ihr an das Vergangene herangegangen seid und wohin ihr gekommen seid. Aber wiederholt nicht das Vergangene, sondern handelt in neuen Umständen.
(35:13) Dann entwickeln sich bei euch eigene Fertigkeiten, wie bei einem Kind, in euren neuen Handlungen und in dem, was um euch herum geschieht. Versucht die ganze Zeit, eine neue Welt, neue Empfindungen und neue Beziehungen zu enthüllen. Sorgt euch nicht, wenn etwas verschwindet. Verschwindet es, dann verschwindet es. Es musste also schon durchgearbeitet werden und vorübergehen.
Der lange Weg unterscheidet sich vom kurzen dadurch, dass der Mensch sich nicht klar das Ziel setzt, den Schöpfer in den Beziehungen zu den anderen in der Gruppe zu enthüllen. Beim kurzen Weg geschieht das genau so, wie Baal HaSulam es uns im Artikel „Die Freiheit"⁴ schreibt: Die Wahl der Gruppe bestimmt die weitere Entwicklung des Menschen.
Der kurze Weg bedeutet also: Der Mensch versteht, dass er dafür eine Umgebung braucht, mit der er sich gegenseitig entwickelt. Dadurch zeigen sich am Ende alle seine Eigenschaften gegenüber den anderen, in Liebe und im Streben nach Verbindung mit ihnen. In dieser Verbindung soll er den Schöpfer enthüllen, das allgemeine Gesetz und das allgemeine System des Universums.
Gerade in der kleinen Gruppe wird er das alles fühlen. Später breitet sich das auf die ganze Menschheit aus, aber das ist schon eine ganz andere Phase. Auch wir sprechen jetzt nur darüber, wie wir innerhalb unserer Gruppe diese Gemeinsamkeit des Strebens und der Empfindungen finden.
Anders ist es, wenn der Mensch den Rat von Baal HaSulam nicht versteht und nicht annimmt, dass man gerade auf diesem kürzesten Weg zum Ziel gehen kann. Er versteht nicht, worin das Zerbrechen des Gefäßes besteht und wie es in Körper geteilt wurde. Deshalb muss man jetzt diesen Egoismus, der „Körper" genannt wird, überwinden und korrigieren. Wenn der Mensch das nicht aufnimmt, nicht hört und es nicht ernst nehmen kann …
Es gibt eine Kategorie von Menschen, die ohnehin zu dick, zu egoistisch sind. Für sie verläuft das Vorankommen natürlich etwas anders. Sie gehen eher in die Wissenschaft der Kabbala hinein, sie interessiert eher die Technik darin. Sie können sich auch mit irgendwelchen Nebenarbeiten in der Gruppe beschäftigen, ohne den Kontakt auf den tieferen, inneren Ebenen zu fühlen. Sie fühlen ihn auf der äußeren Ebene: durch Dienst, durch eine Beschäftigung in der Gruppe, indem sie quasi Spiele in der Gruppe schaffen.
Auch das ist ein Weg. Und man kann nicht sagen, dass er schlechter oder besser ist. Es gibt Seelen, die einen kürzeren Weg gehen, und solche, die einen längeren gehen. Wir alle müssen danach streben, den kürzeren Weg zu gehen. Aber vielleicht fühlt ein Mensch trotzdem, dass ihm die Verbindung zur Gruppe völlig verloren geht. Dann muss er sich durch das Tun mit ihr verbinden, etwa indem er etwas in der Gruppe macht oder auf etwas andere Weise mit den anderen kommuniziert.
Innerlich wird er sich entwickeln, wie es sein soll, aber er braucht noch etwas, wisst ihr, um sich an diesem Weg festzuhalten. Auch das ist lobenswert, und wir müssen für solche Menschen solche Möglichkeiten schaffen. Deshalb seht ihr auch unter uns Menschen, die mehr oder weniger deutlich von diesem Streben nach der richtigen Beziehung zwischen uns durchdrungen sind, um darin den Schöpfer zu fühlen.
(39:53) Und es gibt solche, die das nicht ausdrücken können oder es in sich nicht finden. Sie tun es durch die Arbeit für die Gruppe. Das eine hebt das andere nicht auf und stört es nicht, sie drücken es nur anders aus. Das ist alles lobenswert. Und überhaupt soll der Mensch so handeln, wie es heißt: „Kol ma sche-be-jadcha u-we-kochacha laassot – taasse", „Alles, was in deiner Kraft steht, alles, was in deinen Möglichkeiten liegt, das tu."
Vielleicht fühlt ihr ein solches Bedürfnis, eine solche Möglichkeit, euch auf andere Weise in unsere gemeinsame Gruppe einzubringen, etwas zu tun, bei etwas zu helfen, egal wie. Dann nutzt diese Möglichkeit. Das heißt, es ist in euch, und ihr müsst es durcharbeiten. Ohne das könnt ihr auch nicht vorankommen.
Ihr seht ja, wie viel wir in unserer inneren Gruppe, Bnei Baruch, gemacht haben und machen: Küche, Bau, Druck, Übersetzungen, was haben wir nicht alles gemacht! Und wir geben diese Arbeit nicht nach außen. Wir versuchen, alles selbst zu machen, und im Gegenteil, noch mehr Arbeit von außen zu uns hereinzuholen. Auch das Drucken war uns dieses Jahr zu wenig, also haben wir angefangen, unseren eigenen Wein zu machen. Wisst ihr, wir haben 10.000 Liter Wein gemacht.
Jetzt wollen wir unsere eigene kleine Druckerei aufbauen [nur hebr. Fassung: und eine kleine Kelterei]. Wir müssen das alles bei uns selbst machen und durcharbeiten, weil es auch um uns herum Möglichkeiten der Verbindung schafft. Wenn ihr jetzt diese Möglichkeit habt, dann macht bitte bei den Diensten mit, macht bei allen Arbeiten mit.
41:46
Wir haben es so gemacht: Ursprünglich war wie bei allen unseren Veranstaltungen vorgesehen, dass nur die innere Gruppe Bnei Baruch arbeitet. Das ist für uns eigentlich bequemer, vor allem weil die Jungs das schon gewohnt sind. Beim letzten Treffen, an Pessach, haben sie jeden Tag 8 bis 10 Stunden gearbeitet. Aber so gaben sie den anderen keine Möglichkeit, sich durch solche äußeren Handlungen zu verbinden.
Diesmal haben wir es anders gemacht, für Männer und für Frauen. Alle haben die Möglichkeit zu arbeiten, alle sind auf Bereiche und Dienstzeiten verteilt, um irgendwo etwas zu machen oder etwas zusammenzutragen.
Heute Abend gehen wir zusammen in die Sukka. Die Frauen haben dann die Aufgabe, die Tische zu decken, nach den Mahlzeiten abzuräumen und danach die Sukka sauber zu machen, dazu noch andere Arbeiten. Auch die Frauen haben also Arbeit, nicht nur die Männer. Beim letzten Mal haben hauptsächlich die Männer gearbeitet, und natürlich gibt es auch für die Männer Arbeit.
Alle sind also eingeteilt, jeder hat etwa eine Stunde am Tag zu arbeiten. Das ist sehr wichtig.⁵
Außerdem gibt es alle möglichen Aktivitäten, die wir uns ausgedacht haben, und vielleicht habt ihr auch eigene Vorschläge mitgebracht. All das wird uns helfen, uns zu vereinen.
Der kurze und der lange Weg schließen also alle möglichen Verbindungen in der Gruppe ein, auch durch gemeinsame Handlungen. Und die effektivste gemeinsame Handlung, die richtig und auf kurzem Weg zum Schöpfer führen kann, ist die Verbreitung. Deshalb drängen wir überall darauf.
Sie erfüllt in jeder Hinsicht alle unsere wichtigsten Bedingungen, denn das Wissen über den Schöpfer wird verbreitet. Du tust das gegenüber anderen Menschen und schließt sie damit in das allgemeine Gefäß ein. Du verstehst selbst, was du tust, du arbeitest aktiv, es geht durch dich hindurch. Diese Menschen verbinden sich unmittelbar mit dir, du verbindest sie, und hier kannst du dein Verhältnis zu ihnen zeigen.
Wozu tust du das? Um durch sie den Schöpfer noch mehr zu enthüllen, auch für sie. In der Verbreitung, in allen Arten von Medien, kann sich also jeder Mensch einbringen, egal welches Stück er sich aus diesem riesigen Umfang an Arbeit nimmt. Und das ist die konzentrierteste Form der Korrektur des allgemeinen Gefäßes.
Deshalb verwenden wir so viel Zeit, Mittel und Anstrengung darauf, und dasselbe raten wir euch. Die nächste Form ist der Dienst an anderen Gruppen und dann an der eigenen inneren Gruppe. Das ist schon auf einer niedrigeren Stufe und weniger effektiv.
(44:07) Ihr werdet hier eine Lektion haben, in der man euch erzählt, wie unser System aufgebaut ist und wie ihr euch nach unseren Vorstellungen darin einbringen könnt. Ihr werdet sehen, wie unser Budget, unsere Anstrengungen, Kräfte und Personalressourcen verteilt sind. Und ihr werdet sehen, dass praktisch alles in die Verbreitung geht.
Radio, Fernsehen, Video, Audio, Bücher herausgeben, Informationen bearbeiten, Übersetzungen: alles, was es gibt, ein riesiges Netzwerk, das bei uns arbeitet. Praktisch das alles gehört zur Verbreitung, zum Herausbringen der Information. Wir halten das für das Wichtigste, und wir sehen, wie sehr es uns voranbringt.
Hätten wir uns in uns selbst eingeschlossen, hätten wir auf keinen Fall erreicht, was wir heute erreicht haben. Ich kenne kabbalistische Gruppen, die lernen, darunter auch solche, die teilweise bei meinem Rav gelernt haben. Gerade sie versuchen nicht, auf diese Weise nach außen zu gehen. Deshalb kommen sie nicht so voran, auch deshalb, hauptsächlich deshalb.
Und wie kann sich das bei uns innen zeigen? Am besten ist es, wenn wir beim Erklären und im Austausch untereinander über dieses Material sprechen, über das, was uns vereint. Über Gefühle darf man nicht sprechen. Der Mensch soll seine Gefühle nicht vor anderen enthüllen. Wir haben kein Recht, einander zu erklären, wie wir den Schöpfer fühlen und wie wir Ihn wollen. Der Mensch soll sein persönliches Verhältnis zum Schöpfer nicht erklären. Man darf es niemandem offenlegen, absolut niemandem!
Denn wir sind alle Egoisten, unkorrigiert, und haben den vollständigen Altruismus noch nicht erreicht, die volle Eigenschaft von Bina, den Ausgang nach Azilut. Wir werden aus unserer Welt durch alle drei Welten, Assija, Yezira und Brija, in die Welt Azilut aufsteigen. Was heißt „aufsteigen"?
Wir korrigieren in uns allmählich unser egoistisches Verhältnis zu den anderen. So erreichen wir einen Zustand, in dem bei keiner Störung mehr irgendein entgegengesetztes Verlangen für uns selbst entsteht. Das bedeutet, dass jeder sein Galgalta we Ejnaim vollständig korrigiert und Verlangen zu geben erworben hat, dass wir also in die Welt Azilut aufgestiegen sind.
Dann muss man sich praktisch nicht mehr voreinander verbergen. Denn keiner von uns ist dann mehr ein Egoist für sich selbst, und deshalb kann er dem anderen nicht schaden. Aber solange wir nicht in die Welt Azilut aufgestiegen sind, müssen wir noch nicht einmal darüber sprechen. Wir haben kein Recht, unser persönliches Verhältnis zum Schöpfer zu enthüllen. Denn der andere Mensch ist noch nicht korrigiert, er ist ein Egoist. Er bringt unwillkürlich eine Störung in eure Empfindungen und wirft euch dadurch von eurer Stufe. Deshalb sprechen wir miteinander nur über die Gruppe: wie man sich zur Gruppe verhält, wie man sich zu den Freunden verhält. Oder wir sprechen über das Lernen und darüber, wie das Lernen zu diesen Handlungen passt.
(48:21) Aber wir sprechen untereinander nicht über „ich und der Schöpfer". Damit schaden wir doppelt. Ich schade mir selbst, denn der Freund ist wie ich noch ein Egoist. Er schaltet sich sofort automatisch und egoistisch in meine Beziehung zum Schöpfer ein, die nur zwischen mir und dem Schöpfer sein soll. Andererseits werfe ich den Freund von seiner Stufe. Als ich anfing, über meine Beziehung zum Schöpfer zu sprechen, habe ich ihn unwillkürlich in ein egoistisches Verhältnis zu mir gebracht. Deshalb dürfen wir das von beiden Seiten her nicht tun: Wir dürfen weder den Freunden schaden noch uns selbst.
Sprecht also untereinander über die Gruppe und über die Arbeit in der Gruppe, nehmt die Artikel durch. Sie sprechen nur darüber, was der Mensch in der Gruppe tun muss. Aber sprecht auf keinen Fall darüber, wie ich den Schöpfer fühle, wie ich Ihn will und so weiter, das darf nicht sein.
Darüber singen können wir zusammen, im Chor, das ist nicht verboten. Denn das Lied ist quasi schon ein vorgegebener Text, der unser gemeinsames Streben ausdrückt. Nu, das ist wohl alles, was ich sagen wollte. Stellt Fragen.
Gibt es Fragen, ja? Nu?
[Nur hebr. Fassung, an dieser Stelle: Jeder weiß, wann und wo er arbeiten muss, jeder hat einen Zeitplan. Wer keinen hat: Wir setzen uns danach zusammen und klären das, alle bekommen etwas, keine Sorge. Wer keine Arbeit abbekommen hat: Wir schalten die Kartoffelmaschine ab, dann gibt es Arbeit für alle. Schaut auf meine Hände, ohne das geht es wirklich nicht. Ihr stimmt sicher zu, dass das für mich notwendig ist. Keine Sorge, wir finden etwas: Dem Schöpfer sei Dank hat man uns ungeteiltes Geflügel gebracht, obwohl wir es schon zerteilt bestellt hatten. Kurz: Arbeit wird sich finden. Das ist also äußere, klar äußere Arbeit, ja? Diese Möglichkeit geben wir jedem. Außerdem gibt es immer Besen. Man kann immer saubermachen, was uns umgibt, und fegen.]
Schüler: (50:03) … müssen wir ständig versuchen, unsere inneren Anstrengungen zu machen?
Rav: Was genau müssen wir jetzt tun, und wie? In uns? Unser inneres Verhältnis zur Gruppe? Darüber habe ich gerade eine ganze Stunde geredet!
(Lachen im Saal)
Schüler: Und etwas konkreter?
Rav: Konkreter? Wie viel man braucht, um den Machsom zu überschreiten …
(Lachen im Saal)
Es gibt einen Artikel, den allerersten, der im Prinzip grundlegend ist: den grundlegenden Artikel von Baal HaSulam „Es gibt niemanden außer Ihm", „Ejn Od Milwado"⁶. Darin beschreibt er den ständigen Blick des Menschen auf die Welt: „Ich bin auf den Schöpfer ausgerichtet."
Nur Er existiert, nur Er bestimmt alles, nur Er erschafft alles und lenkt alles. Alles, was um mich herum und in mir ist, alle meine Gedanken und Handlungen, das alles macht Er. Und ich muss das alles enthüllen. Das kann ich nicht dadurch, dass ich dasitze und irgendwelche inneren Übungen mache. Das hilft nicht, damit lande ich nur bei irgendwelchen dummen Meditationen.
Enthüllen kann ich es nur durch die anderen. Das ist das Problem: Wir bekommen diese riesige Menge an Material, in dem vom Menschen und dem Schöpfer die Rede ist. Und wir verstehen nicht: Ja, es geht um „ich und der Schöpfer", aber wie finde ich diesen Schöpfer? Er ist in diesem allgemeinen Gefäß!
Der Schöpfer zeigt sich nirgendwo. Womit fängst du an, die ganze Kabbala zu lernen? Es gibt ein Licht, das von niemandem und durch nichts gefühlt wird, denn es gibt noch niemanden und nichts. Dieses Licht erschafft ein Gefäß und füllt es. Das Gefäß fühlt das Licht und fängt an, auf das Licht in ihm zu reagieren.
Es will dem Licht ähnlich sein, es will es so oder anders fühlen und so weiter. Es gibt also feste Parameter: ein Gefäß und darin Licht. Mehr gibt es nicht. Alles, was weiter geschieht, sind rein innere Erlebnisse des Gefäßes gegenüber dem Licht in ihm.
Plötzlich macht es einen Zimzum: „Ich will Dich nicht fühlen." Plötzlich sagt es: „Nein, ich werde Dich fühlen, aber so, dass ich mich nicht schäme." Plötzlich: „Ich will so sein, so oder so." Im Prinzip ändert sich nichts: Es gibt dasselbe Gefäß und dasselbe Licht. Es ändert sich nur das Verhältnis des Gefäßes zum Licht.
Wenn wir also sagen, dass ich zum Schöpfer strebe: Was heißt „ich"? Eines der Teilchen strebt zum Schöpfer. Aber der Schöpfer zeigt sich nicht in diesem Teilchen, sondern nur im allgemeinen Gefäß, in Bezug auf das ganze Gefäß.
Ich muss mich also zu einem Punkt machen, der um sich herum dieses ganze allgemeine Gefäß aufbaut. Das kann eine kleine Gruppe sein, das ist nicht wichtig, denn sie ist eine Verallgemeinerung. Durch sie verallgemeinere ich mein Verhältnis zu weiteren Millionen oder Milliarden, das spielt keine Rolle. Aber wir dürfen nicht vergessen: Das Verhältnis zum Schöpfer geht über das, was dieses Gefäß fühlt. Er zeigt sich nicht in kleinerem oder größerem Maß.
(54:03) Wenn wir von „Stufen des Erreichens des Schöpfers" sprechen, können wir sie ein bisschen so zeichnen, mehr, mehr, mehr, mehr, als ob wir immer mehr erreichen. In Wirklichkeit ist das kein solches Erreichen, sondern das Erreichen des ganzen Gefäßes, nur immer deutlicher, deutlicher, deutlicher … Verstehst du? Es gibt ja nicht, dass ein kleiner Mensch keinen Kopf, keine Hände oder Füße hat, der Schöpfer bewahre. Verstehst du?
Das Gefäß ist gemeinsam, aber ich fühle es jetzt nur als ein Hundertfünfundzwanzigstel. Deshalb heißt es, dass ich in Malchut der Welt Assija bin. Dann wird es immer deutlicher, aber es ist in mir ganz: Rosh, Toch und Sof existieren von Anfang an. Verstehst du?
Wenn es also um das Empfinden des Schöpfers geht, um das, was ich jetzt konkret tun muss: Ich versuche, „Es gibt niemanden außer Ihm" durch dieses allgemeine Gefäß zu enthüllen. Und wer ist dieses allgemeine Gefäß? Alle Seelen. Und wie kann ich mich zu ihnen allen verhalten, wie kann ich überhaupt herausfinden, wer sie sind? Durch die Gruppe. Dafür ist die Gemeinschaft⁷ gegeben, damit ich an ihr dieses Verhältnis durcharbeiten kann.
Und sie wird genau so versammelt! Du wirst es sehen. Kennst du den Witz, in dem der Schöpfer sagt: „Ich habe euch ein ganzes Jahr lang versammelt, um dieses Flugzeug abstürzen zu lassen", oder die Titanic zu versenken? Genauso ist es hier: Du wirst sehen, dass diese Menschen absichtlich in der Gruppe versammelt sind. Sie sind absichtlich so verschieden, sie kommen von weit her und von überall.
Wir werden sie später, denke ich, alle zusammen auf der Bühne aufstellen, all die Verschiedenen … dich besonders, du bist bei uns etwas Besonderes. Und du wirst sehen, wen es hier nicht alles gibt! Du wirst sehen, wie verschieden sie sind, wie völlig unvereinbar, quasi Vertreter verschiedener Schichten und verschiedener Eigenschaften dieses Gefäßes.
Das ist nicht äußerlich gemeint. Äußerlich sehen wir: Der ist aus Tadschikistan, der aus Estland, der aus Mittelasien, der andere aus Toronto. Nein, das ist äußerlich, aber wenigstens kann man sich daran ungefähr vorstellen, wer hier ist. Die Seele wird ganz anders bestimmt, nicht nach äußeren Merkmalen oder Mentalität, also danach, ob der Mensch östlich, westlich oder nördlich ist. Aber wenigstens so. Du wirst sehen, wie der Schöpfer das alles versammelt. Deshalb genügt uns dieses Gefäß, um durch es das richtige Verhältnis zum Schöpfer aufzubauen. Um den Schöpfer darin zu finden, genügen zehn, fünfzehn Menschen um dich herum.
Die Aufgabe jedes Einzelnen ist jetzt, sich zu der Gruppe zu verhalten, die jetzt hier ist. Das gilt hauptsächlich unter Männern und unter Frauen, nicht vermischt. Denn wir sind noch nicht auf einer Stufe, auf der wir uns unabhängig davon zueinander verhalten können. Wir müssen uns jetzt als eine große Gruppe betrachten.
Natürlich kannst du nicht alle diese, sagen wir, 300 Männer erfassen, die hier sind (es werden mindestens 300 sein, man sagt sogar 400). Du kannst sie nicht erfassen, und das musst du auch nicht. Es geht einfach um dein Verhältnis zu ihnen: Du musst sie nicht alle festhalten, aber dein Verhältnis zu ihnen musst du pflegen. Wir werden versuchen, uns alle darauf einzustimmen. Ja?
Schüler: (58:06) Rav, wenn man richtig anfangen will, also ganz von Anfang an … Wir haben über diesen dünnen Faden gesprochen, diese Saite, damit wir sie möglichst schnell finden und sehen können. Womit ist dieser dünne Faden, diese Saite vergleichbar, an der man das Empfinden des Schöpfers auffangen soll? Bitte so ausführlich wie möglich.
Rav: Das habe ich gerade gesagt. Die richtige Einstimmung geht so: Anfangs ist der Mensch, sagen wir, völlig im Aus, ahnungslos, nicht auf Kurs, ja. Er ist wie ein Schiff oder ein Flugzeug, das den Norden völlig verloren hat und gar nichts mehr hat. Womit fängt man an?
Gerade mit „Es gibt niemanden außer Ihm", mit dem Schöpfer. Wenn der Schöpfer nicht am Anfang und nicht am Ende der Anstrengung des Menschen steht, dann ist diese Anstrengung falsch, überhaupt nicht in der richtigen Richtung. Darüber spricht Baal HaSulam im Brief auf Seite 63 in „Pri Chacham"⁸. Dort zeichnet er sogar ein Bild davon, wie diese Bewegung abläuft.
Am Anfangs- und am Endpunkt muss also der Schöpfer stehen, dann ergibt sich natürlich die richtige Gerade. In der Mitte ist die Gruppe, das Gefäß, durch das ich den letzten Punkt erreiche. Wenn ich mich richtig ausrichte, gehe ich auf die Suche nach dem Schöpfer. Er ist mein Anfangs- und mein Endpunkt, und die Gruppe ist in der Mitte.
Was heißt „die Gruppe in der Mitte"? Die Gruppe, das sind meine eigenen Eigenschaften, meine 620 Eigenschaften, von denen ich meine, dass sie außerhalb von mir sind. Die Seele besteht aus 620 Eigenschaften, TaRaCh, so heißt diese Zahl.⁹ Denn es gibt einen Teil, der aus RaMaCh besteht. Wie viel ist das? Ich vergesse immer, wie das auf Russisch heißt … 248, das sind die Teile von Galgalta we Ejnaim. Und SheSaH, das sind 365 Teile von ACHaP. Dazu kommen noch 7 abschließende Teile, die sogenannten de-Rabbanan. Insgesamt RaPaCh¹⁰, 620 Teile.
Der ganze Körper, der Guf des Parzuf, besteht aus 620 Teilen. Das kann der ganze Parzuf Adam haRishon sein oder jeder seiner kleinen Teile, denn es gilt „Klal u-Prat schawim"¹¹: Das Allgemeine und das Einzelne bestehen immer aus denselben Teilen. Wie oft du den Parzuf auch teilst, es sind immer 10 Sefirot, nicht weniger und nicht mehr. Jede davon teilt sich wiederum in 10 und noch einmal in 10 … Zehn Sefirot oder 620 Teile sind also dasselbe.
Wenn ich also meine Handlung anfange, muss ich Kurs auf die Suche nach dem Schöpfer nehmen. Und was heißt es, den Schöpfer zu suchen? Es einfach nur zu sagen? Nein! Ich suche den Einzigen, der lenkt, der als Einziger in uns allen ist, der alle lenkt und mich lenkt, der allen Gedanken und Verlangen gibt und auch mir.
(01:02:17) Ich schließe mich also quasi kurz mit dem Einzigen, mit der einzigen Quelle, die alle meine Umstände bestimmt, die mich und alles andere bestimmt. Nehmen wir an, ich habe mir gesagt, dass ich so mit Ihm kurzgeschlossen bin, dass also alles in der Welt quasi mit dem Schöpfer vereint ist. Was fehlt uns dann noch?
So habe ich mir das jetzt in Worten vorgestellt. Aber ich habe es mir ja nur vorgestellt, in Wirklichkeit habe ich es nicht erreicht! Wie erreiche ich, dass es sich in mir wirklich zeigt und gefühlt wird? Ich will in diesem Zustand sein und nicht einfach sagen: „Ja, ich bin darin!" Ich bin nicht darin, es ist nur so.
Es ist so, weil ich den Artikel von Baal HaSulam lese oder weil ich es dir gesagt habe, dann weißt du es. Aber wie erreicht man diesen Zustand, wie tritt man offen und klar in ihn ein? Gemeint ist der Zustand, in dem ich, alles, was mich umgibt, und der Schöpfer zusammen sind. Wir alle sind in einem Raum, in einem Zustand, und außer dem gibt es nichts.
Einen solchen Zustand zu erreichen, nennt man den zweiten, letzten Punkt der geraden Linie. Wie erreicht man ihn? Man muss alle seine inneren Zustände durchlaufen, und das nennt man das Durchlaufen dieser Linie. Durchlaufen kann ich sie, indem ich den Schöpfer in allen meinen 620 Eigenschaften enthülle. Und wo enthülle ich Ihn in meinen 620 Eigenschaften?
Ich enthülle Ihn, wenn ich anfange, diese 620 Eigenschaften an den Menschen um mich herum durchzuarbeiten. In mir gibt es 620 Eigenschaften, und außerhalb von mir gibt es 620 Eigenschaften im ganzen äußeren Gefäß. Ich muss mich in meinem Verhältnis zu den Menschen um mich richtig auf sie einstimmen. Dann versuche ich, eine altruistische Absicht zu finden, und damit versuche ich, dem Schöpfer ähnlich zu werden. Und dann fange ich an, Ihn wirklich als den Einzigen zu fühlen, als den, der gibt, lenkt und füllt.
Die Menschen um mich werden also zu einem Mittel, mit dessen Hilfe ich anfange, den Schöpfer zu fühlen. In dem Maß, wie ich versuche, mich zu ihnen so zu verhalten, wie der Schöpfer sich zu ihnen verhält, fange ich an, den Schöpfer zu fühlen.
Ich stelle es mir so vor: Da bin ich, da ist die ganze Menschheit um mich herum, und da ist der Schöpfer. Ich und der Schöpfer sind quasi nebeneinander, ich und Er. Ja? Wie kann ich Ihn jetzt fühlen, Ihn finden, Ihm gleich werden, Ihm nahekommen? Ich muss herausfinden, wie Er sich zur dritten Seite verhält, zur Menschheit, zu diesem allgemeinen Gefäß.
Wenn ich mich genauso zu diesem Gefäß verhalte wie Er, dann werde ich Ihm ähnlich. Ich habe keine andere Erscheinung des Schöpfers außer Seiner Erscheinung gegenüber dem allgemeinen Gefäß.
(01:05:53) Wir sagen „der Gute, der Gutes tut", und das ist Seine erste Erscheinung gegenüber dem Gefäß. Was außerhalb des Gefäßes ist, wissen wir nicht. Das ist Azmuto, etwas, das von niemandem, auf keine Weise und niemals wahrgenommen wird. Wir kennen Seine Erscheinungen nur gegenüber dem Gefäß. Wenn ich mich also zu diesem Gefäß so verhalte, wie Er sich zu ihm verhält, werde ich Ihm ähnlich, gleich und nahe und erreiche die Verschmelzung (Dwekut) mit Ihm. Das ist das Endziel.
Ich habe also den ersten Punkt genommen: den Schöpfer als den Einzigen zu finden, der sich im ganzen inneren Gefäß zeigt, der lenkt, füllt und so weiter. Ich will diesen Punkt wirklich entwickeln, damit er mein ganzes Wesen wird. Der Schöpfer soll mich füllen, und ich und Er sollen miteinander verbunden und verschmolzen sein. Dann gibt es nur einen Weg, das zu erreichen: mich zu diesem allgemeinen Gefäß so zu verhalten, wie Er sich zu ihm verhält.
Deshalb wird es meine Aufgabe, dieses allgemeine Gefäß zu schaffen, ich muss es wiederherstellen. In meinen Augen ist es zerbrochen, in meinen Augen sind das lauter einzelne Egoisten. In den Augen des Schöpfers ist das nicht so: Der Schöpfer sieht die ganze Menschheit von Seinem Standpunkt aus in einem völlig korrigierten Zustand. Für Ihn sind sie in Gmar Tikun, im dritten Zustand.
Ich muss also allmählich einen Zustand erreichen, in dem sich solche Eigenschaften in mir zeigen, gegenüber der Gruppe und dann gegenüber der ganzen Menschheit: dass außer mir alle korrigiert sind, alle in einem absolut korrigierten Zustand. Ich suche, wie der Schöpfer sich zu ihnen verhält, und verhalte mich genauso. Wenn ich das tue, werde ich Ihm ähnlich. Ich habe keinen anderen Maßstab für die Gleichheit mit dem Schöpfer als Sein Verhältnis zum allgemeinen Gefäß.
Deshalb nehme ich zu Beginn diesen Punkt, „niemand außer Ihm", und versuche, Ihn zu finden. Was heißt „Er"? Was heißt „außer Ihm"? Wozu Er? Was sind Seine Eigenschaften? Ich handle genauso, wie Er sich zu den Menschen um mich herum verhält.
Schüler: (01:08:21) Der Schöpfer ist doch nicht nebenan …
Rav: Der Schöpfer ist nicht nebenan, was heißt „nicht nebenan"? Wo ist Er innen? Ich weiß nicht, wo Er innen ist. In mir finde ich Ihn nicht. Die Ärzte auch nicht: So oft sie mich aufgeschnitten haben, gefunden haben sie Ihn nicht. (Lachen im Saal) Worauf ich hinauswill: Nur dann erreichst du den zweiten, letzten Punkt auf dieser Linie. Zwischen dem ersten und dem letzten Punkt dieser Linie liegt deine ganze Arbeit mit der Gruppe. Darüber spricht Baal HaSulam im Artikel „Die Freiheit".
Schüler: (01:08:53) Wie kann der Mensch wissen, dass er schon korrigiert ist?
Rav: Wie kann der Mensch wissen, dass er schon korrigiert ist? Nu, „schon korrigiert" … Darüber werden wir nicht sprechen, dafür gibt es andere Methoden der Prüfung. Aber wie sehr der Mensch dem Schöpfer ähnlich wird, also wie sehr er korrigiert ist, kann er wieder nur nach seinem Verhältnis zur Gruppe beurteilen.
Bei all unseren Messungen gilt: Das Licht können wir nicht messen. Das lernen wir ja sogar in der Wissenschaft der Kabbala selbst. Wir lernen das Licht nur im Gefäß. Nur in dem Maß, wie das Gefäß dem Licht ähnlich ist, kann ich über das Licht urteilen. In Wirklichkeit hat das Licht kein Maß, kein Volumen und keine Größe. Nur im Maß seiner Ähnlichkeit mit dem Licht kann das Gefäß das Licht beschreiben.
Das Gefäß nennt das Licht in ihm Nefesh, Ruach, Neshama, Chaja und Yechida. Überhaupt gibt es da Millionen Schattierungen, aber alle bestimmt das Gefäß. Wie gesagt: Der Schöpfer hat das Gefäß gefüllt, und das Gefäß reagiert: „Ich fühle Dich nicht. Ich will Dich so fühlen und so fühlen." Das ist also ein rein persönliches Empfinden.
Ich würde es sogar anders sagen: Das Maß, in dem das Gefäß korrigiert ist, ruft in uns das Empfinden des Schöpfers hervor. Wie fühlen wir den Schöpfer als solchen? Nur mit unseren korrigierten inneren Eigenschaften.
Man kann das mit jedem Zeigermessgerät vergleichen, das die meisten Menschen mehr oder weniger verstehen. Was messe ich, wenn, sagen wir, Strom durch eine Spule im Gerät fließt? Gemessen wird die Reaktion des Geräts, wir messen immer nur Reaktionen.
Genauso ist es jetzt beim Hören: Wir hören nicht den Klang außerhalb von uns, sondern unsere Reaktion. Wir hören die Reaktion unseres Trommelfells, unseres Massach, darauf, wie es den Klang zurückstößt, weil es im Gleichgewicht bleiben will. Daran beurteilen wir, was draußen geschieht: an unserer Reaktion auf die äußere Erregung, die Störung.
Nach demselben Prinzip geschieht auch in der spirituellen Welt die Messung des Schöpfers, denn alle Gesetze sind in allen Welten gleich. Wie messe ich Ihn? Durch meinen Massach: In dem Maß, wie er korrigiert ist und mit einem größeren Verlangen, einer größeren Awiut arbeiten kann, gibt er und kann dem Höheren Licht widerstehen. Er hält sich zurück, lässt das Höhere Licht nicht durch und empfängt es danach für den Schöpfer, nicht für sich.
Was heißt im Prinzip „für den Schöpfer"? Für andere ist dasselbe wie für den Schöpfer, das erklären wir gleich noch. Im Ergebnis messen wir also immer unsere korrigierten inneren Eigenschaften. Über sie sagen wir, dass wir dem Schöpfer ähnlich sind: Der Schöpfer hat dieses oder jenes Aussehen.
Der Schöpfer ändert sich die ganze Zeit. Was heißt „ändert sich"? In dem Maß, wie uns der Massach die Eigenschaften des Lichts zeigen kann, zeichnet sich uns der Schöpfer ab. Wir messen also immer uns selbst, wie jedes Messgerät. Und in dieser Hinsicht unterscheidet sich das Erreichen der Höheren Welt in nichts vom Erreichen unserer Welt.
In unserer Welt ist es genauso wie in der Höheren Welt, eigentlich gibt es gar keine „unsere Welt". Es gibt weder höhere Welten noch unsere Welt. Es gibt Licht, das wir im Maß unserer inneren Korrekturen messen, und nach unseren inneren Korrekturen urteilen wir. Deshalb spricht man von „Tmunat HaShem", „Dmut HaShem", dem „Bild des Schöpfers". Was ist dieses Bild des Schöpfers? Das, was sich in mir durch meine korrigierten Eigenschaften auf dem Massach abzeichnet.
Vielleicht habe ich die Frage nicht beantwortet? Wie war sie formuliert?
Schüler: (01:13:56) Wie kann der Mensch wissen, wie sehr er korrigiert ist?
Rav: Wie kann der Mensch wissen, wie sehr er korrigiert ist? Gerade in dem Maß, wie er auf seinem Massach klar die Erscheinung des Lichts sieht, also seine korrigierten Eigenschaften und das Licht, denn das ist ein und dasselbe. Und er misst. Deshalb kann er seine korrigierten und unkorrigierten Eigenschaften messen.
Er kennt alle seine 620 Eigenschaften und weiß, welche davon wie weit korrigiert sind und auf welcher Stufe jede ist. So entsteht bei ihm ein Bild wie ein Spektrum: alle 620 Eigenschaften und bei jeder, in welchem Maß sie korrigiert ist. Und dieses Maß der Korrektur zeichnet dem Menschen selbst ein Bild, das wir „Welt" nennen. Gemeint ist das Verlangen zu genießen, das hinter diesen 620 Eigenschaften steht. Denn die Welt selbst existiert nicht. Die Welt ist das Maß der Verhüllung und Enthüllung des Schöpfers, je nach dem Verhältnis unserer korrigierten und unkorrigierten Eigenschaften.
Noch Fragen?
Schüler: (01:15:30) Wie kann ich das Verhältnis des Schöpfers zu den Menschen um mich als Liebe sehen, überhaupt Liebe darin sehen, wenn diese Menschen die Mittel unserer Verbindung zwischen mir und dem Schöpfer sind? Das sind meine korrigierten und unkorrigierten Eigenschaften, die sich mir so abzeichnen. Dann kann ich doch nur Sein Verhältnis zu mir sehen, denn außer Ihm und mir gibt es niemanden …
Rav: Ich habe die Frage nicht ganz verstanden: Wie kann ich den Schöpfer in meinen Beziehungen zu den Menschen um mich sehen? Ich fange an, mich zu den Freunden in der Gruppe zu verhalten, zusammen mit ihnen, gegenseitig, mit dem Ziel, die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erreichen. Das ist unser Ziel. Was heißt, den Schöpfer zu enthüllen? Es heißt, Ihm ähnlich zu werden. Denn wie ich schon erklärt habe, messen wir den Schöpfer an unseren inneren Korrekturen, und in diesem Maß fühlen wir Ihn.
Ich formuliere es also anders: Ich will die Enthüllung des Schöpfers. Das heißt, ich will mich so korrigieren, dass ich Ihm in allen meinen Eigenschaften gleich bin. Drück einfach anders aus, was nötig ist, und du wirst sehen, wie sehr das deinen ursprünglichen Vorstellungen sogar entgegengesetzt sein kann. Es ist wie bei einem Kind, das schreit: „Ich will!"
Und jetzt überleg noch einmal anders, was du willst. Vielleicht willst du das gar nicht. Wenn du dir also richtig vorstellst, was „ich will" heißt: Ich will dem Schöpfer ähnlich sein. Worin? Was sind die Eigenschaften des Schöpfers? Vollständiges, absolutes Geben. Versuch jetzt, so zu handeln, gedanklich, nur gedanklich. Nicht körperlich anfangen zu geben, darum geht es überhaupt nicht.
Versuch jetzt, gedanklich so gegenüber den Freunden in der Gruppe zu handeln. Versuch, dich so zu ihnen zu verhalten, aus dir heraus zu ihnen. Und du wirst sehen, wie du in diesen Eigenschaften plötzlich anfängst, die Erscheinung der vereinigenden Höheren Kraft zu fühlen, die plötzlich auf diese Weise alles bewirkt!
Du wirst sehen, dass sie alle nicht nach eigenem Befehl und nicht nach eigenem Wollen handeln, sondern alle in diesem Raum der einen allgemeinen Höheren Kraft existieren. Das ganze Problem in der Kabbala liegt nur in der Entschlüsselung der Definitionen, und die Kabbalisten wollen sie nicht entschlüsseln, um die Menschen nicht abzuschrecken.
Wenn man sie richtig entschlüsselt, bleibt dir nichts. Du stehst wie vor einer Wand: „Was, das brauche ich? Oh, unmöglich, das will ich nicht." Deshalb verwirren sie dich mit allen möglichen Definitionen. „Mit dem Schöpfer verschmelzen!" Nu, verschmelzen ist schön, gut, angenehm, wahrscheinlich toll. Ja. „Die Stufen der Höheren Welt hinaufsteigen", nu, wer will das nicht! Und so weiter.
Wenn du das aber in die Sprache deiner inneren Eigenschaften übersetzt, siehst du direkt, frontal vor dir, dass es keinen Ausweg gibt, als nur so zu handeln. Und das nennt man den kurzen Weg. Aber kann ihn jeder aushalten?
Deshalb heißt es, dass man ihn den Menschen nur allmählich anbieten soll. Der Mensch fängt sehr weit weg an, im völligen Egoismus. Deshalb kann man diesen Weg nur nach und nach anbieten, so wie Rambam schreibt: für Kinder, für Frauen, für Knechte. Das sind drei Arten egoistischer, unvorbereiteter Verlangen. Das sind wir in unserem Inneren: Frau, Kinder, Knechte.
(01:20:07) Die männliche Eigenschaft heißt „Gever" (Mann), der „hitgaber" (sich überwindet), vom Wort „Hitgabrut". Wer einen Massach hat, heißt Mann. Wer keinen Massach hat, heißt Frau, Kind oder Knecht. Deshalb heißt es dort, dass sich Frauen, Kindern und Knechten diese Arbeit des Menschen an sich selbst allmählich enthüllt. Sie enthüllt sich in dem Maß, wie sie fähig sind, trotz der Leiden Kraft aufzubringen und voranzugehen.
Würde man es wirklich enthüllen und es so mit nackten Worten beschreiben, dann würde es erstens niemand wollen, weil man im ursprünglichen, absoluten Egoismus ist. Zweitens würden alle sehen, dass es unmöglich ist. Nu, sagen wir, gut. Und dann? Niemand könnte es sich auch nur vorstellen! Deshalb gibst du dem Menschen Unterricht, du lernst mit ihm, du schließt ihn in die Gruppe ein, du schaffst um ihn herum eine bestimmte Umgebung. Mithilfe dieser Umgebung und dieser Lektionen fängt er an, nach und nach das Umgebende Licht, das Or Makif, auf sich zu ziehen.
Das Or Makif schafft in ihm allmählich die Anfänge von Bina, die Samen von Bina. Diese Anfänge haben wir schon jetzt, von Anfang an, aber sie fangen an, sich allmählich aus dem Punkt im Herzen zu entwickeln. Der Mensch fängt plötzlich an zu fühlen, dass das Geben wahrscheinlich wirklich die Rettung ist. Es ist der Ausgang in einen ganz anderen Zustand, der Aufstieg über unsere Existenz.
Wenn er so anfängt zu denken, zeigen sich in ihm die Anfänge von Bina, und dann kann man anders mit ihm sprechen. Das geschieht im Prozess, im allmählichen Verstehen, in der Anpassung und in der Fähigkeit, zu leiden, um solche Eigenschaften zu erreichen, den Ausgang in die Höhere Welt. Wenn sie beim Menschen erscheinen, sagt man über ihn: „kone Chochma jetera", er erwirbt zusätzliche Weisheit. Er erwirbt also solche Eigenschaften, die Fähigkeit zuzuhören, und trotz allem …
Was bleibt ihm? Vorwärtsgehen. Und in diesem Maß muss man es ihm enthüllen. Deshalb wollen die Kabbalisten ihre Gedanken, Sätze und Definitionen nicht so gern direkt entschlüsseln. Sie tun es immer in solchen Formen, dass der Mensch nicht abgeschreckt wird.
Denn die Arbeit ist leicht und schwer zugleich. Wenn du sie gegen den Egoismus stellst, ist sie unmöglich. Denn dann entsteht bei dir sofort ein Maßstab: Ich bin so, und ich muss ganz anders sein. Das ist unmöglich, tatsächlich unmöglich. Der Mensch denkt vielleicht, er könne sich selbst korrigieren, umbauen und auf die andere Seite des Machsom bringen. Das ist unmöglich. Aber das Licht tut es. Das ganze Problem ist, dass wir denken, wir müssten es selbst tun. Nein.
Wir müssen nur den Schöpfer und Seine Erscheinung in solchen Beziehungen zwischen uns suchen. Warum wende ich mich jetzt an alle und sage: Jeder kann es? Fangt an, den Schöpfer in den Beziehungen zwischen uns zu suchen. Sobald Er erscheint, wirst du sehen: In dem Maß, wie Er sich zeigt, wirst du korrigiert. Im Prinzip suchst du Ihn. Du willst, dass Er sich in deinen angenehmen Beziehungen zu anderen enthüllt. Diese angenehmen Beziehungen machst du künstlich, aus dir heraus. Und wenn sich am Ende der Schöpfer darin enthüllt, korrigiert Er dich, Seine Erscheinung korrigiert dich. Dann willst du Ihm schon ähnlich sein.
Deshalb dürfen wir niemals denken, dass wir uns selbst korrigieren können, sonst wird es uns unmöglich erscheinen. Es geht nur so: Die Erscheinung des Schöpfers korrigiert. Das nennt man „Or Machsir leMutaw"¹², das Licht, das zum Guten zurückführt. Das Licht korrigiert das Gefäß.
Schüler: (01:24:47) Rav, wir sagen die ganze Zeit, dass wir 620 Eigenschaften, Verlangen haben, die wir korrigieren müssen. Und dass wir, wenn wir 612 korrigiert haben, zu „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" kommen. Was sind das für Verlangen, was für Eigenschaften? Wir haben nie mit ihnen gearbeitet.
Rav: Welche Eigenschaften und Verlangen haben wir aus diesen 612, 613 oder 620? Nimm an, du weißt, dass es in deinem Körper irgendein kleines Organ gibt, das für die Ausschüttung irgendeines Sekrets oder Hormons zuständig ist oder sonst etwas tut. Was gibt dir dieses Wissen jetzt? Ob die Ärzte das überhaupt wissen oder nicht, spielt keine Rolle.
Was gibt dir das? Nichts. Genauso gibt es uns jetzt nichts, etwas über bestimmte Verlangen aus diesen 620 Verlangen in uns zu wissen. Wir verstehen sie jetzt nicht und kennen sie nicht. Wir werden sie an uns erst in dem Maß verstehen und lernen, wie wir anfangen, unser inneres Gefäß zu erschließen.
Auf welche Weise? Diese 620 Verlangen zeigen sich in mir dadurch, dass ich 620 Verlangen außerhalb von mir fühle. Dieses allgemeine Gefäß, das der Schöpfer erschaffen hat, besteht aus 620 Verlangen. In meinem Verhältnis zu diesem allgemeinen Gefäß fange ich an, ein richtiges Verhältnis zu diesen 620 Teilchen zu formen. Dann fange ich an, in mir diese 620 Beziehungen, diese 620 Verlangen zu formen.
Vorher habe ich sie nicht. Und was heißt es, dass ich anfange, sie in mir zu formen? Ich bin ein Teilchen dieses allgemeinen Gefäßes, das sich richtig zu allen übrigen 620 Verlangen verhält. Verstehst du? Die 620 Verlangen sind also außerhalb von uns. Und jeder von uns ist ein Teilchen, das hinter diesen 620 gemeinsamen Verlangen steht, durch die wir uns zueinander verhalten. Verständlich?
Am Ende haben wir also einen gemeinsamen Körper aus 620 Verlangen, einen einzigen Parzuf. Nur unser Verhältnis muss ich korrigieren. Aber da ich mich quasi mit diesem allgemeinen Gefäß verbinde, erwerbe ich es, so gilt es quasi: Es ist schon meins, bei dir deins, bei ihm seins. Aber alle diese 620 Verlangen sind gemeinsam.
Niemand hat eigene. Eigene sind sie nur deshalb, weil ich mich so zu ihnen verhalte, du dich so und er sich so. Es ergibt sich also, dass das Gefäß in sechshunderttausend Punkte zerfallen ist. Diese Punkte sind Bruchstücke des Massach, der diese 620 Verlangen miteinander verklebt hat. Ich habe Angst, zu viel zu sagen, das bringt alles durcheinander …
Hat dort irgendwo jemand Fragen?
Zwischenruf: Er da hat eine Frage …
Rav: Nu, er hat die ganze Zeit welche. (Lachen im Saal) Noch jemand …? Nein … Nu, sprich, wir haben noch 20 Minuten.
Schüler: (01:28:45) Das, worüber wir hier sprechen, insbesondere, sagen wir …
Rav: Und wer bist du?
Schüler: Ich heiße Simon. Wir haben eine Gruppe in Lynn.
Rav: Wo?
Schüler: In Lynn.
Rav: Und was ist Lynn? Sag: Ich bin der und der, ich komme von da und da. Steh auf. Lasst uns so sprechen, damit wir einander kennenlernen. Du bist ja nicht zum ersten Mal hier.
Schüler: Ja, nicht zum ersten, zum zweiten Mal. Ich heiße Simon. Wir haben eine Gruppe in Lynn, das ist in Massachusetts, bei Boston, 15 Leute. Kann man in dieser Gruppe so sprechen, wie wir mit Ihnen sprechen, wie Sie?
Rav: Sprich …! Kann man in äußeren Gruppen so sprechen, wie ich jetzt mit euch spreche? Man kann. Heute ist das schon möglich, aber ohne Druck auf die Menschen. Wir werden dieses Verhältnis jetzt durcharbeiten und darüber sprechen. Wir werden die ganze Zeit in diesen Artikeln „kochen" und sie lernen, weil das heute für uns wichtig ist.
In den virtuellen Lektionen danach werden wir nicht darüber sprechen, dort lernen wir wieder die Wissenschaft der Kabbala und anderes. Und dann versammeln wir uns wieder und sprechen wieder darüber. Wir werden einander ein bisschen daran erinnern müssen. Aber im Prinzip ist das die innere Arbeit des Menschen. Man darf es dem Menschen nicht ständig einhämmern.
Er muss von sich aus suchen und in allen möglichen Zuständen sein, in besseren, schlechteren, nahen und fernen. Und die Gruppe insgesamt muss natürlich so eingestimmt sein, dass alle dieses Erwachen fühlen und davon angezogen werden. Aber man kann mit allen sprechen, du kannst das an deine Schüler weitergeben.
Ich hoffe überhaupt, dass Boston endlich nachzieht. Jetzt ist dort auch Baruch, vielleicht bewegt er etwas. [Nur hebr. Fassung: „Massachusetts ist so ein verrotteter Ort."] Ja?
Schüler: (01:30:41) Warum ist die Verbreitung effektiver als der Dienst? Und die zweite Frage: Wie kann man das in der Gruppe machen?
Rav: Die Verbreitung ist viel effektiver als der Dienst?
Schüler: Nu, Sie haben gerade gesagt, dass die äußere Verbreitung viel effektiver ist.
Rav: Ah, die äußere Verbreitung ist viel effektiver als der innere Dienst in der Gruppe? Weil ich dabei … Was heißt „effektiver"? Die innere Arbeit in der Gruppe ist auch meine innere Arbeit. Der Dienst in der Gruppe ist dasselbe wie das, was ich sonst tue, das ist meins.
Aber die Verbreitung ist darin gut, dass du direkt an dem teilnimmst, was der Schöpfer will. Du gehst zur Verbreitung, um den Menschen das Wissen über den Schöpfer zu bringen, sie auf Ihn einzustimmen und sie von der Stufe des Geschöpfs auf die Stufe des Schöpfers zu heben. Dann bist du Sein direkter Gesandter.
Deshalb bist du nicht mehr quasi dein eigenes „Ani", das „Ich", der Egoist, der mit anderen arbeitet, um etwas davon zu bekommen. Auch wenn du solche Gedanken hast, bist du schon eine Fortsetzung Seiner Idee, eine Fortsetzung Seines Willens. Deshalb ist diese Arbeit die gesegnetste.
Sie mag auf irdischer Ebene undankbar sein, aber das ist nicht wichtig, sie gibt dem Menschen am meisten. Sie ersetzt nicht die Arbeit in der Gruppe, aber ohne sie ist es unmöglich, ohne sie kann man nicht vorankommen. Du musst dich an den anderen durcharbeiten. Wenn du dem Schöpfer ähnlich sein willst, musst du das tun. Wie denn sonst?
Das ist die direkte Ähnlichkeit, und zwar in dem Bereich des Universums, in dem Er sich nicht offen zeigt. Dort ergänzt und füllst du diesen Bereich an Seiner Stelle. Du bist Sein Leiter. Was heißt „Leiter"? Durch dich zeigt Er sich. Das nennt man Gesandter des Schöpfers. Baruch aus Odessa … ja, ja, so ist es, was ist dabei?
Schüler: (01:33:26) Und wie zeigt sich das in der Gruppe?
Rav: Nein, in der Gruppe ist das etwas ganz anderes. Das werden wir auch lernen, „Die Freiheit". Die Gruppe ist eine ganz andere Sache. Über die Arbeit in der Gruppe hat man hier schon so viel gesprochen! Das ist ein inneres Einverständnis in der Gruppe: Wir alle nehmen die Verpflichtung auf uns, uns zueinander wie in einem absolut vollständigen, korrigierten Gefäß zu verhalten. Das ist alles.
Und das muss sich in unserem inneren Verhältnis zueinander zeigen, nicht nach außen, nicht einmal in Worten und nicht in irgendwelchen Taten. Wir sollen versuchen, das so weit wie möglich in uns selbst zu tun, in unserer inneren Arbeit. Meine ständigen Beziehungen zu den Freunden und mein ständiges Streben zum Schöpfer sollen durch sie hindurchgehen. Ich soll immer fühlen, dass ich mit ihnen zusammen bin und dass wir in uns dem Schöpfer Raum geben, unter uns zu sein, damit Er zwischen uns ist. Denn den Massach müssen wir zwischen uns schaffen, zwischen allen zerbrochenen Teilen des Gefäßes. Diese Teile müssen wir zu einem gemeinsamen Gefäß zusammenkleben, das zerbrochen ist. Geklebt wird mit dem Massach, der Massach ist der Klebstoff. Und auf dem Massach, dort ist der Schöpfer. Er ist nicht in den Seelen selbst, in den Teilchen, sondern zwischen ihnen, in dem, was man Or Choser nennt. Was nennt man die Füllung des Gefäßes? Massach und Or Choser.
Schüler: (01:35:28) Nikolai aus Kirowograd. Ich bin in einem unkorrigierten Zustand und mache eine Absicht auf die Vereinigung des allgemeinen Gefäßes, der Seele Adams. Wirkt dann meine Absicht, geschieht dann in der allgemeinen Seele eine Korrektur dieses Teilchens, meiner Seele?
Rav: Wenn du dich korrigierst, korrigierst du dich in absolut allen anderen Seelen. Damit schaffst du, wie soll man sagen, für alle anderen Seelen eine Voraussetzung: In ihnen gibt es schon ein korrigiertes Teilchen. Und natürlich bringst du sie auf diese Weise ebenfalls näher zum Machsom, nach vorn, ohne dass sie es merken.
Stellt euch deshalb vor, wir stellen uns jetzt richtig aufeinander ein, nehmen einander richtig wahr und verhalten uns richtig zueinander. Wie sehr kann dann jeder jeden nach vorn schieben! Und wie sehr erlaubt ihr es mir, auch euch nach vorn zu schieben, wenn ihr euch untereinander so vorbereitet. Und wie sehr wartet der Schöpfer darauf! Von unserer Seite ist nur das Einverständnis nötig, denn alle Korrekturen macht das Licht.