Tägliche Lektion6. Nov. 2026(Morning)

Part 2 Baal HaSulam. Einführung in die Weisheit der Kabbala (Pticha), punkt 14 (15.05.2006)

Baal HaSulam. Einführung in die Weisheit der Kabbala (Pticha), punkt 14 (15.05.2006)

6. Nov. 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht

redaktionell bearbeitet.

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Morgenlektion, Teil „Pticha“, 15.05.2006 – Lektion 5

Baal HaSulam, „Einführung in die Weisheit der Kabbala“ (Pticha)
(Der Schöpfungsgedanke. Die vier Bchinot des Or Yashar, Punkte 14–15)
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Deutsche Fassung in der Bibliothek: Einführung in die Weisheit der Kabbala (Pticha)

Rav: Wir haben vorher darüber gesprochen, dass es den Schöpfungsgedanken „der Gute, der Gutes tut“ gibt. Die Kabbalisten kommen zu diesem Gefühl und sagen, dass das die Wurzel ist, das Erhabenste, aus dem die Schöpfung eigentlich hervorging: aus „Seinem Willen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, aus Seiner Natur, dass Er, diese höhere Kraft, „der Gute, der Gutes tut“ ist. Weil es in der Natur des Guten liegt, Gutes zu tun, wollte Er jemanden erschaffen, um ihm das Gute zu geben, und dieser Jemand sollte das Gute fühlen. Dann muss Er einerseits gewiss ein Verlangen zu empfangen erschaffen. Andererseits ist das erschaffene Verlangen zu empfangen in Gegensätzlichkeit der Form zum Schöpfer, zum Geben.

Diese Trennung selbst bringt das Verlangen zu empfangen auf die geringere Stufe, die schlechter ist als der Wille des Schöpfers zu geben. Diese Trennung bestimmt, dass das Geschöpf in Niedrigkeit ist. Und sofort mit der Erschaffung des Jesh mi Ajn, des Verlangens zu empfangen – wenn das Verlangen zu empfangen in Bchina Alef erschaffen wird –, gibt es deshalb sofort eine Handlung, um das Verlangen zu empfangen in Übereinstimmung mit dem Willen des Schöpfers zu geben zu bringen.

Was wir in der ganzen Weisheit der Kabbala lernen, ist, wie dieses erschaffene Verlangen zu empfangen, wie das Geschöpf, zur Gleichheit der Form mit dem „Schöpfungsgedanken, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, mit dem Schöpfer kommt. Diese Handlung muss das Geschöpf selbst ausführen. Und dadurch kommt es dahin, nicht Kraft für Kraft ähnlich zu sein, Verlangen zu empfangen gegenüber Verlangen zu geben, sondern es erwirbt dadurch den Schöpfungsgedanken über der Kraft – der eigentlich die Wurzel von allem ist.

Punkt 14

Um die Geschöpfe aus dieser gewaltigen Trennung vom Schöpfer zu erretten, fand Zimzum Alef (Erste Einschränkung) statt, welcher Bchina Dalet von allen Parzufim (spirituellen Objekten) der Kedusha (Heiligkeit) trennte. Das geschah auf solche Art und Weise, dass das große Maß des Verlangens zu empfangen zu einem leeren Raum (Chalal Panui) wurde, ohne jegliches Licht.

Dies ist so, weil nach Zimzum Alef alle Parzufim der Kedusha einen korrigierenden Massach (Schirm) für ihr Kli Malchut eingerichtet haben, um kein Licht in dieser Bchina Dalet zu empfangen. In dem Moment, als sich das Höhere Licht (Or Eljon) zum Geschöpf erstreckt und versucht, sich ins Innere zu verbreiten, stößt der Massach das Licht zurück. Dieser Prozess heißt Zusammenstoß (Hakaa) zwischen Höherem Licht und dem Massach. Als Ergebnis dieses Schlages steigt das Or Choser (Zurückkehrendes Licht) von unten nach Oben auf und bekleidet die Zehn Sefirot des Höheren Lichts.

Das heißt: Es gibt eine Entwicklung seitens des Höheren Lichts (Zeichnung). Seitens des Lichts ist es einfaches Licht. Um aber das Verlangen zu erschaffen, muss es sich in zusätzliche Eigenschaften abstufen, die im Verlangen als seine Eigenschaft des Gebens gefühlt werden. Wenn es dann zum Verlangen kommt, das es erschaffen hat, zum Verlangen zu empfangen, wird es als der Gebende gefühlt. Damit es keine Trennung zwischen dem Empfangenden und dem Gebenden gibt, entstand eine Kraft, die sie verbindet, eigentlich eine Kraft, die sie ausgleicht: die Kraft des Massach. Sie steht diesem Verlangen zu empfangen entgegen, seinem eigenen Verlangen zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen will das Licht empfangen, und der Massach lässt nicht zu, dass das Licht im Verlangen zu empfangen empfangen wird.

Das heißt: Im Geschöpf entstehen zwei entgegengesetzte Kräfte, eine „anziehende Kraft“ und eine „abstoßende Kraft“. Die abstoßende Kraft heißt „Massach“, die anziehende Kraft heißt „Verlangen zu empfangen“. Daraus hat das Geschöpf einige Zustände: Entweder es empfängt, wenn die anziehende Kraft größer ist. Oder es schränkt sich ein – „eingeschränkt“. Oder es stößt zurück. Mehr Handlungen gibt es seitens des Geschöpfs nicht. Und außerdem die Rechnung, die Absicht über all dem (in der Zeichnung): die Absicht, wozu es das tut.

Denn es kann sein, dass es empfängt, um jemandem zu geben – gut, um eine Wohltat zu erweisen. Es kann sein, dass es zurückstößt, weil es ihm schlecht geht, weil es Scham fühlt. Es kann sein, dass es sich einschränkt, weil es nicht will – oder dass es sich einschränkt, gerade weil es doch will, aber Angst vor der Erniedrigung hat, und umgekehrt. Das heißt: All diese Handlungen (siehe Zeichnung) – „empfängt“, „stößt zurück“ oder „schränkt sich ein“ – hängen noch von der Absicht ab, davon, was dazu verpflichtet.

Der zurückgestoßene Teil des Lichts heißt Or Choser (Zurückkehrendes Licht). Indem es das Höhere Licht bekleidet, wird es nachher zum Empfangs-Kli des Höheren Lichts, anstelle von Bchina Dalet. Denn danach erweitert sich Malchut im Maß des Or Choser – des Zurückkehrenden Lichts (das zurückgestoßen wurde, von unten nach Oben stieg und das Höhere Licht bekleidete) – und breitete sich auch von Oben nach unten hin aus, sodass sich auf diese Weise die Lichter in die Kelim (Plural von Kli) kleiden, das heißt in dieses Or Choser. [Man sagt, dass das Höhere Licht sich in das Or Choser kleidet.]

Das heißt (zurück zur Zeichnung): Wenn Licht kommt und das Kli es zurückstößt, trennt es sich damit vom Or Yashar und baut Or Choser. Or Choser ist die Absicht, wozu es handelt. Es denkt schon nicht mehr daran, ob es empfängt, sich einschränkt oder zurückstößt. Die Hauptsache ist, dass es die Absicht baut, also wer es ist, was die Natur seiner Handlung ist. Dann wird diese Absicht zum Kli, und in ihr empfängt es das Or Yashar.

Sein ganzes Verlangen ist hier unten (in der Zeichnung), wie es war. Aber es dient nur als Grundlage, auf der es sein Kli baut. Das heißt: Das (in der Zeichnung) ist das Kli des Schöpfers, und das ist das Kli des Geschöpfs – also der Mangel, den das Geschöpf dem Schöpfer gibt, der Mangel, den das Geschöpf erschafft. Der Schöpfer hat das Verlangen zu empfangen erschaffen, und das Geschöpf benutzt das Verlangen zu empfangen, aber um sein eigenes Verlangen zu bauen, das Verlangen zu geben. (In der Zeichnung) Dieses Kli ist ganz aus Or Choser. Das stellt das Geschöpf dem Höheren Licht gegenüber, also einen neuen Mangel.

Lies noch einmal. Wieder.

Vorleser: Wir lesen noch einmal vom Anfang von Punkt 14.

Punkt 14

Um die Geschöpfe aus dieser gewaltigen Trennung vom Schöpfer zu erretten,

Das heißt: Sie sind die Empfangenden, und der Schöpfer ist der Gebende. Wie macht man sie auch zu derselben Natur? Auf direktem Weg kann man nicht dieselbe Natur erschaffen.

fand Zimzum Alef (Erste Einschränkung) statt, welcher Bchina Dalet von allen Parzufim (spirituellen Objekten) der Kedusha (Heiligkeit) trennte.

Das heißt: Es entstand für das Geschöpf die Möglichkeit, nicht beeinflusst zu werden, nicht unter der Herrschaft seines Verlangens zu stehen. Das heißt „das Geheimnis des Zimzum“: Das Geschöpf kann aus der Herrschaft des Genusses über sein Verlangen heraustreten, als Selbständiges dastehen und aus diesem Zustand bestimmen, was es will.

Sagen wir, ich unterwerfe mich irgendeinem Genuss. Ich kann nicht. Ich kann nicht auf ihn verzichten. Das heißt: Das „Ich“ ist nicht da. Der Genuss bestimmt. Kommt er, bin ich erledigt. Kommt er nicht, habe ich einen Mangel nach ihm. Danach kommt zu mir irgendeine Kraft von irgendwoher, sagen wir, ich weiß nicht was, und ich kann mich diesem Genuss stellen, eine Wand zwischen mir und ihm aufstellen und mich nicht von ihm beeinflussen lassen. Das heißt „Zimzum“ – obwohl ich will. Er löscht das Verlangen nicht aus. Er gibt nur Kraft, sich ihm zu stellen.

Durch die Kraft dieses Standhaltens hat das Geschöpf jetzt die Fähigkeit, sich zu entwickeln. Das heißt: Die ursprüngliche Malchut wird abgesondert. Sie herrscht nicht mehr, und das Geschöpf fängt an zu sehen, was die ersten neun sind, was die Eigenschaften des Schöpfers sind. Es ist nicht mehr dem Genuss selbst verfallen, sondern verbindet sich schon mit den Eigenschaften, die zu ihm kommen: „Wie kann ich von Ihm lernen, wer Er ist?“ Dann erhebt es sich von der Stufe von Genuss und Mangel zur Stufe der Eigenschaften selbst: „Ich will wie Er sein.“

Das heißt (Zeichnung): Es gibt das Verlangen zu empfangen und den Genuss, Genuss und Mangel. Es gibt schon den Zimzum, und über dem Zimzum gibt es die Eigenschaften des Schöpfers. Das Geschöpf steht schon diesen Eigenschaften des Schöpfers gegenüber … „Eigenschaften des Schöpfers“ … und gegenüber diesen Eigenschaften baut das Geschöpf weiter sein Or Choser, also „Absichten“: dass es wie sie sein will, wie die ersten neun. Und hier (in der Zeichnung) ist Malchut, sozusagen auch gegenüber den ersten neun. Aber das sind hier nicht die ersten neun. Hier sind die ersten neun als Genuss – „als Genuss“ –, und hier die ersten neun als Eigenschaften – „als Eigenschaften des Schöpfers“.

Dann verhalte ich mich schon zu Seiner Persönlichkeit, zu dem, wer „Er“ ist. Ich will wie Er sein. Nicht zu dem, was von Ihm kommt, und es ist nicht wichtig, von wem ich genießen werde: Ich verhalte mich zum Hausherrn, zu dem, was Er selbst ist, und Ihm will ich ähnlich werden. Das heißt (zurück zur Zeichnung): Hier unten geht es nach dem Genuss – „nach dem Genuss“ –, und hier nach den Eigenschaften, oder nach Geben und Empfangen … ich weiß nicht, wie ich es sagen soll … welches Wort? Nach dem Genuss … und das nach der … (Schüler: nach der Qualität) … nach der Qualität … nu, trotzdem nach den „Eigenschaften“, sagen wir so. Klar, ja?

Das geschah auf solche Art und Weise, dass das große Maß des Verlangens zu empfangen zu einem leeren Raum (Chalal Panui) wurde, ohne jegliches Licht. Dies ist so, weil nach Zimzum Alef alle Parzufim der Kedusha einen korrigierenden Massach (Schirm) für ihr Kli Malchut eingerichtet haben,

Was dann? Füllt man Malchut niemals? Wird das Verlangen zu empfangen niemals gefüllt? Das Verlangen zu empfangen wird gefüllt, aber es wird gefüllt, um zu geben. Das ist schon nicht dasselbe Verlangen zu empfangen, nicht dasselbe Verhältnis zu ihm, nicht derselbe Gebrauch. Deshalb sagt man, dass diese Malchut „eingeschränkt“ ist und niemals gefüllt wird. Klar?

Denn wenn ich meinen Bauch mit der Bewirtung fülle, um dem Hausherrn zu geben, ist mein Gefühl bei der Bewirtung, bei den Genüssen, völlig anders, als wenn ich die Genüsse mit der Absicht empfange, selbst zu genießen. Dieses Verlangen ist in diesem Gebrauch schon für den Gebrauch untauglich und ist nach dem Zimzum Alef niemals in Gebrauch. Das heißt: „Malchut de Or Yashar wurde eingeschränkt“ und ist in den Parzufim der Kedusha nicht mehr vorhanden.

Dies ist so, weil nach Zimzum Alef alle Parzufim der Kedusha einen korrigierenden Massach (Schirm) für ihr Kli Malchut eingerichtet haben, um kein Licht in dieser Bchina Dalet zu empfangen. In dem Moment, als sich das Höhere Licht (Or Eljon) zum Geschöpf erstreckt und versucht, sich ins Innere zu verbreiten, stößt der Massach das Licht zurück. Dieser Prozess heißt Zusammenstoß (Hakaa) zwischen Höherem Licht und dem Massach. Als Ergebnis dieses Schlages steigt das Or Choser (Zurückkehrendes Licht) von unten nach Oben auf und bekleidet die Zehn Sefirot des Höheren Lichts.

Das ist klar. Ich habe nur noch das Verhältnis zum Hausherrn hinzugefügt, das Verhältnis zum Genuss.

Der zurückgestoßene Teil des Lichts heißt Or Choser (Zurückkehrendes Licht). Indem es das Höhere Licht bekleidet, wird es nachher zum Empfangs-Kli des Höheren Lichts, anstelle von Bchina Dalet. Denn danach erweitert sich Malchut im Maß des Or Choser – des Zurückkehrenden Lichts (das zurückgestoßen wurde, von unten nach Oben stieg und das Höhere Licht bekleidete) – und breitete sich auch von Oben nach unten hin aus, sodass sich auf diese Weise die Lichter in die Kelim (Plural von Kli) kleiden, das heißt in dieses Or Choser. [Man sagt, dass das Höhere Licht sich in das Or Choser kleidet.]

Das heißt: Hier gibt es ein anderes Verhältnis. Es schränkt sich darin ein, seinen Mangel zu benutzen, um nach dem Verlangen zu genießen zu genießen, nach dem Verhältnis zu den Genüssen, die kommen. Dieses Verhältnis schränkt es ein … „Verhältnis“ … und es verhält sich zum Hausherrn. Es will dem Hausherrn ähnlich werden, will für den Hausherrn genießen, so weit es kann, so weit der Hausherr in seinen Augen wichtig ist. Es macht eine Rechnung und fängt danach an, in seinen Kelim zu genießen, die für den Genuss bestimmt sind. Das heißt: „Das Kli von Malchut erweitert sich, um das Licht aus sich selbst heraus (minei uvei) zu empfangen.“

Was heißt „minei uvei“? So viel es im Rosh in der Rechnung gegenüber dem Hausherrn entschieden hat, so viel benutzt es seine natürlichen Kelim. Dadurch hat es einen Rosh, ein Verhältnis zum Hausherrn, das den ursprünglichen Kelim entgegengesetzt ist. Denn der Rosh ist ganz und gar Geben, eine Rechnung darüber. Und das Kli, das anfängt, die Genüsse und die Mängel nach den Genüssen zu benutzen, wird ebenfalls wie ein Gefäß des Gebens. Denn der ganze Genuss wird schon in der Absicht, um zu geben, empfangen, also im Or Choser.

Das nennt man Rosh (Kopf) und Guf (Körper) einer jeden Stufe. Der Siwug de Hakaa (Zusammenstoß) des Höheren Lichts mit dem Massach verursacht einen Aufstieg des Or Choser (Zurückkehrendes Licht) von unten nach Oben und bekleidet die Zehn Sefirot des Höheren Lichts in die Zehn Sefirot de Rosh – das bedeutet die Wurzeln der Kelim (Gefäße). Denn dort ist noch keine richtige Einkleidung möglich. [Diese Zehn Sefirot de Rosh sind noch nicht die wirklichen Kelim; sie geben nur ihre Wurzeln weiter.]

Erst nachdem sich Malchut mit dem Or Choser von Oben nach unten ausgebreitet hat, ist das Or Choser zu Ende und es wird zu den Kelim für das Höhere Licht. Und nun kleiden sich die Lichter in die Kelim, genannt Guf (Körper) dieser bestimmten Stufe, was vollendete Kelim bedeutet.

Das heißt: Das ganze neue Patent des Geschöpfs ist, sich selbst durch den Siwug de Hakaa zu lenken. Das Geschöpf fühlt die ganze Wirklichkeit in sich selbst. Es fühlt „sich selbst“ in sich selbst, und es fühlt den Hausherrn, den Schöpfer, in sich selbst. Außerhalb von sich kann es nichts fühlen. Das Geben – dass der Schöpfer, der sozusagen außen existiert, ihm gibt, das Verhältnis des Schöpfers zu ihm – all das fühlt es in sich selbst.

Der Schöpfer, der das Geschöpf erschaffen hat, hat ihm also diese Voraussetzungen gegeben: Das Geschöpf hat in sich alle Gegebenheiten, um mit dem Gebenden zu arbeiten, mit dem Empfangenden, mit dem Verhältnis des Gebenden zum Empfangenden, und um das Verhältnis des Empfangenden zurück zum Gebenden zu entwickeln. All das geschieht im Kli, im Verlangen zu empfangen des Geschöpfs. Auch dass es dem Schöpfer sozusagen gibt, indem es selbst genießt, und fühlt, dass der Schöpfer an ihm Genuss hat – auch das geschieht im Geschöpf. Deshalb ist auch „wer der Schöpfer ist“ eine Unterscheidung im Geschöpf.

Alles geschieht im Geschöpf. Deshalb ist von hier aus nicht schwer zu verstehen, dass das Geschöpf zur Stufe des Schöpfers kommt, zu dem, was es in sich fühlt, wer Er ist, und sich Ihm angleicht und sich mit Ihm vereint. Denn all diese Unterscheidungen sind im Geschöpf. Es tritt nie aus sich heraus, sondern alles fängt in seinen Kelim an und endet in ihnen. Deshalb soll man nicht vor dem Kli fliehen, das durch die vier Bchinot de Or Yashar entstanden ist. Diese HaWaYaH enthält in sich die ganze Schöpfung, und in ihr geschieht alles. Ihre Bchinat Shoresh ist Keter, der Schöpfer. Von der Bchinat Shoresh aus entwickeln sich acht Eigenschaften bis Jessod. Nach Jessod kommt die Eigenschaft des Geschöpfs, das fühlt, dass es Geschöpf ist gegenüber den vorangehenden Bchinot in ihm, die „Eigenschaften des Schöpfers“ und „Verhältnis des Schöpfers“ heißen.

Keter verhält sich zu Malchut in den acht Bchinot zwischen ihnen. Und Malchut will sich zurück zu Keter so verhalten wie Er. Dann muss sie die Bchina, die Keter von vornherein in ihr gebaut hat, einschränken und anfangen, sich zu Keter so zu verhalten, wie Keter sich zu ihr verhält. Dann baut sie neun Sefirot de Or Choser gegenüber Keter, der zu Malchut de Or Choser wird. Dann gibt es zwischen Keter und Malchut, durch diese Verbindung der acht Eigenschaften, diesen ganzen Dialog, die ganze Verbindung zwischen Schöpfer und Geschöpf.

Schüler: Wenn alles im Geschöpf geschieht, wem gibt es dann? Auch Keter ist doch am Ende im Geschöpf, im Kli, und auch Malchut. Wem gibt es dann?

Rav: Zu wem sprichst du jetzt? Du schaust plötzlich mich an – du weißt nicht, wer ich bin.

Schüler: Ich nicht … ich will darüber nachdenken, wem ich …

Rav: Nu, an wen hast du dich jetzt gewandt?

Schüler: An Sie.

Rav: Wer bin ich?

Schüler: Ich weiß es nicht.

Rav: Oh, das … stimmt, du weißt es nicht. Das heißt: In dir gibt es irgendein Bild, das dir wie etwas erscheint, das außerhalb von dir ist. Es verhält sich so und so zu dir, so und so schätzt du es ein, so und so wägst du es ab, und dann wendest du dich an es. Ja? Ist es außerhalb von dir? Außerhalb deiner Wahrnehmungsgefäße? Außerhalb deines Fühlens? Nein. Es ist in deinen Kelim. Und an diese Kelim, an das, was in ihnen geschieht, wendest du dich.

Das heißt: Alle Freunde, die ganze Welt und alles, was es gibt, ist im Menschen. Deshalb heißt der Mensch „kleine Welt“. Und so auch … das fängt mit dieser ersten Form an. Was sagen wir? „Es gibt keinen Schöpfer ohne Geschöpf“, „es gibt kein Licht ohne Kli“. Denn wer sagt, dass dieses Licht existiert? Wie sind die Kabbalisten dazu gekommen zu sagen: „Das Höhere Licht breitet sich aus“? Was heißt „breitet sich aus“? Es breitet sich in meinen Kelim aus. Wie könnte ich sonst sagen „breitet sich aus“ und überhaupt „Höheres Licht“? So etwas gibt es nicht, dass ich etwas über etwas sage, und nicht aus meinen Kelim heraus.

Das habe ich am Computer gesehen: Ich gehe irgendwohin, um zu sehen, was „dort“ geschieht. Ich habe die Computerleute gefragt: „Was geschieht da ‚dort‘?“ Und sie haben mir erklärt: „Das geschieht nicht dort. Wenn du es in deinem Computer siehst, ist es schon bei dir drinnen.“ Nicht dass du die Hand ausstreckst und irgendwo dort bist. Nein. Wo du fühlst, oder was du im Computer vor dir hast – das ist nicht dort, das ist hier bei dir. Deshalb geschieht alles nur im Kli des Geschöpfs.

Dann müssen wir nur die Verhältnisse zwischen diesen Eigenschaften ordnen, ihnen die Stufe der Wichtigkeit geben, das richtige Verhältnis. Und wir müssen verstehen, dass all das im Geschöpf ist und geschieht und nach einer bestimmten Gesetzmäßigkeit wirkt. Zwischen allen Bchinot gibt es eine Verbindung. Was in ihnen geschieht, kommt in einem bestimmten Prozess, sodass sie am Ende ausgeglichen und zusammen eingeschlossen sind und in Harmonie und absolutem Gleichgewicht stehen. Nur gegenüber dem Fühlen des Geschöpfs, das sich selbst in seiner Wirklichkeit fühlt, gibt es hier sozusagen einen Prozess.

Und das Geschöpf muss an diesem Prozess teilnehmen, um in die Tiefe des Zustands zu kommen, zum wahren Zustand: dass alles in absoluter Ruhe ist, in der Eigenschaft und unter der Herrschaft allein der höheren Kraft, dass Keter über alles herrscht. Das Geschöpf kommt dahin, dass von Keter durch alle Eigenschaften bis Malchut und von Malchut zurück bis Keter nur eine einzige Eigenschaft herrscht und nicht all die anderen Eigenschaften, die ihm erscheinen. Dann sagt man, dass es zum „Gleichgewicht“ und zum „wahren beständigen Zustand“ kommt. Das geschieht im ganzen Kli und auch in jedem Teil des Kli. Und sogar in unserem Universum: Dass es sich auszubreiten, auszudehnen scheint, ist auch ein Prozess, der uns so erscheint. So sehen wir das Abbild der Eigenschaften, die in uns geschehen, die sich in uns verändern.

Punkt 15

Die neuen Kelim entstanden in den Parzufim der Kedusha anstelle von Bchina Dalet nach Zimzum Alef (Erste Einschränkung). Sie werden durch das Or Choser als Ergebnis des Siwug de Hakaa zwischen dem Licht (Or) und dem Massach gebildet.

Wir müssen allerdings noch verstehen, wie dieses Or Choser zu einem Gefäß für das Empfangen (Kli Kabbala) wird, nachdem es ursprünglich nur ein zurückgewiesenes Licht war. Dies funktioniert in der Weise, dass das Licht zu einem Gefäß wird, also eine entgegengesetzte Rolle zu spielen beginnt.

Das heißt: Wie kann es sein, dass die Kräfte der Abstoßung und Ablehnung sich in Gefäße des Empfangens verwandeln? Aber gerade sie werden zu wahren Kelim. Und vom natürlichen Mangel, der sozusagen den Genuss aufnehmen konnte, stellt sich heraus, dass er dafür überhaupt nicht tauglich ist, nicht geeignet. Denn gegenüber dem Genuss ist er in Gegensätzlichkeit der Form, und deshalb neutralisiert er sofort den Genuss, der in ihn eintritt und ihn füllt.

Wir können das nicht verstehen, so wenig es uns so erscheint, weil wir in einer Form sind, die allen wahren Welten, dem ganzen wahren Zustand entgegengesetzt ist. Aber das Verlangen zu empfangen ist von vornherein nicht dazu bestimmt, Genuss zu empfangen, sich zu füllen, Genuss zu fühlen, überhaupt ein Gefäß des Empfangens zu sein. Es wurde von vornherein nur erschaffen, um die Grundlage für den Gebrauch „zu geben“ zu sein. Das heißt: Der Schöpfer, der das Verlangen zu empfangen erschaffen hat, beabsichtigte, dass das Geschöpf die Form … dass es sofort die ihm entgegengesetzte Form annimmt¹.

Deshalb ist alles, was ihm danach als Zerbrechen erscheint, als Sitra Achra, als Kräfte des Bösen, diese Welt mit allen Mängeln und Schlägen, die wir durchmachen – all diese Dinge sind eingebildet. Es gibt sie nicht in wirklicher Form. Denn das Verlangen zu empfangen funktioniert niemals so, dass es empfängt. Es kann nicht darin sein, es ist dafür von der Natur seiner Erschaffung her nicht tauglich, weil es dem Licht entgegengesetzt ist. Sondern nur in dem Maß, in dem das Geschöpf erkennt, wie man das richtige Verhältnis dazu aufbaut, zeigt ihm das Verlangen zu empfangen nur das Negative darin. Und das heißt „Sitra Achra“.

Wir wollen zur Verdeutlichung ein Beispiel aus unserer Welt geben. Von Natur aus liebt und schätzt der Mensch die Eigenschaft zu geben und hütet sich, von seinem Freund zu empfangen, ohne gleichzeitig etwas zurückzugeben. Nehmen wir an, dass jemand zu einem Freund nach Hause kommt und zum Essen eingeladen wird. Natürlich will er alles zurückweisen, egal wie hungrig er auch sein mag, da die Rolle eines Empfängers, der ein Geschenk empfängt, ohne zurückzugeben, erniedrigend ist.

Denn das ist nicht in der Wurzel. Und die Natur ist so, dass der Zweig der Wurzel ähnlich sein muss. Darin fühlt er Ruhe, Gelassenheit, Gleichgewicht. Es gibt keine grundlegendere Neigung im Geschöpf als die Gleichheit mit der Wurzel. Keine. Deshalb ist es zu allem bereit, nur um die Gleichheit mit der Wurzel zu bewahren, die Verbindung mit der Wurzel, in der Wurzel zu sein. Es ist nicht wichtig, wie man diese Neigung nennt. Aber sie ist die Hauptneigung im Geschöpf: dass der Zweig seiner Wurzel ähnlich sein will.

Deshalb … Vor ihm ist etwas als Genuss, aber es enthüllt sich darin, dass es der Wurzel entgegengesetzt ist, und dann kann er nicht. Zwar will er einerseits den Genuss, andererseits kann er nicht darüber hinweggehen, dass er sich nicht mit der Wurzel identifiziert. Deshalb ist ein Mensch bereit, sich umzubringen, nur um keine Scham zu fühlen. Er kann darüber hinaus nichts anderes berechnen. Das hängt von seiner Entwicklung ab. Ist er kein Mensch, sondern auf der Stufe des Tieres, dann erhält er sein „Ich“ auf der Stufe des Tieres.

Aber im Maß seiner Entwicklung ist er zu allem bereit, nur damit dieses „Ich“, also die Gleichheit mit der Wurzel, bleibt. Und wir haben keine Wahl. Das ist größer als alle übrigen Eigenschaften, Neigungen und Kräfte in uns. Deshalb kann es sein, dass er vor Hunger stirbt: Wenn er so weit entwickelt ist, dass er den Hausherrn mehr fühlt als seinen Mangel, seinen Hunger, dann kann er nicht empfangen. Und das ist nicht … ob der Hausherr da ist oder nicht. Der Kampf ist innerlich, im Menschen. Und er wird vor Hunger sterben und nicht nehmen.

Sein Gastgeber fängt jedoch an, ihn zu überzeugen, indem er ihm klar macht, dass ein essender Gast seinem Gastgeber ungeheure Freude bereitet. Wenn der Gast dies als wahr empfindet, stimmt er dem Essen zu, da er sich dann nicht mehr als Empfangender und den Gastgeber als Gebenden empfindet. Im Gegenteil empfindet sich der Gast als derjenige, der dem Gastgeber gibt und ihn durch seine Bereitschaft zu essen erfreut.

Es wird deutlich, dass trotz des Hungergefühls und Appetits – wobei gerade Hunger und Appetit das ursprüngliche Sondergefäß (Essen zu erhalten) sind – der Gast wegen seines Schamgefühls keine Köstlichkeit anfassen konnte. Erst durch die Überzeugungskünste des Gastgebers wurde es aufgelöst, und erst dann tauchten in ihm die Keime der neuen Empfangsgefäße für das Essen auf. [Wir haben nun gesehen, wie ein neues Essen empfangendes Gefäß erschaffen wurde]. Die wachsende Überredungskunst des Gastgebers und die sinkende Widerstandskraft des Gastes erreichen allmählich den genügenden Grad, um Empfangen (Kabbala) in Schenken (Hashpaa) umzuwandeln. Bis der Gast feststellen kann, dass er dem Gastgeber durch sein Essen große Freude und Gefallen bereitet. Denn nun sind bei ihm die Gefäße des Empfangens für das Essen des Gastgebers geboren. Und nun sieht man, dass die Widerstandskraft des Gastes zur Grundlage seiner Empfangsgefäße für das Essen wurde. [Die Tatsache des Empfangens blieb davon unberührt, einzig die Ausrichtung dieser Handlung – die Absicht (Kavana) – wurde umgewandelt.] Genauso wie die Widerstandskraft Anlass wurde, das Essen zu empfangen, und nicht Hunger und Appetit, obwohl diese die gewöhnlichen Gefäße zum Empfangen sind.

Wie kann es sein? Ich will empfangen und genießen, das ist die egoistische Kraft, zu empfangen. Zusammen damit habe ich eine andere egoistische Kraft: dass ich Scham fühle, wenn ich empfange. Das sind die zwei egoistischsten Kräfte, Selbstachtung auf der einen Seite und Verlangen zu empfangen auf der anderen … Das ist es, was der Mensch hat. Außer dem haben wir nichts. Wie kommt es, dass sie in mir zusammenstoßen und eine entgegengesetzte Kraft erzeugen, die Kraft des Gebens? Hört ihr? Das ist etwas, das es in ihrer Natur nicht gab.

In ihrer Natur gab es nur, mich mit Selbstachtung und Genüssen zu füllen. Daraus, dass sie zusammenstoßen, gerade aus dem Zusammenstoß zwischen ihnen, fange ich plötzlich an, den Hausherrn zu fühlen: dass Er mir etwas gibt, dass Er mir gibt², dass Er die Eigenschaft des Gebens hat. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht, dass es so etwas gibt, ich hatte nicht so … es war mir egal, ich habe nicht gefühlt, dass es so etwas in der Wirklichkeit gibt.

Ich fange an, diesem Geben eine gewisse Wertschätzung entgegenzubringen. Ich fange an, damit verbunden sein zu wollen, es zu wollen, ihm ähnlich zu werden. Danach verlasse ich diese beiden Neigungen, diese ersten Eigenschaften, Verlangen zu empfangen und Selbstachtung, diese beiden egoistischen. Über ihnen baue ich ein Verhältnis zum Geben auf, und zwar nur zum Geben. Ob diese beiden Eigenschaften bestehen oder nicht, ist mir nicht wichtig. Die Hauptsache wird für mich das Geben, und dann trete ich in diese Eigenschaft des Hausherrn ein und will „Er“ sein, so wie Er, das war’s.

Wie geschieht das aus zwei egoistischen Neigungen in ihrem Zusammenstoß? Ich kann mich nicht mit Genüssen füllen, weil die Selbstachtung es mir nicht erlaubt. Die Selbstachtung kann ich nicht auslöschen und nicht irgendetwas mit ihr machen, während ich mich mit Genüssen fülle. Wie erzeugen diese zwei egoistischsten Kräfte plötzlich etwas, das ihnen entgegengesetzt ist? Wie geschieht das? Weil der Gegensatz zwischen ihnen mir eine Art Bild des Hausherrn gibt, den ich sonst nicht fühlen würde. Wie hätte ich Ihn fühlen können? „Geben“, „Geben“² – woher soll ich so etwas fühlen, verstehen, dass es existiert? Ich fühle, dass jemand gibt. Ich fühle, dass ich wichtig bin.

Wir werden darin noch weiter vorankommen.

(Ende der Lektion)