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Achtung: Dies ist ein vorläufiges Transkript, das noch nicht redigiert und korrekturgelesen wurde, und kann daher Fehler und Ungenauigkeiten enthalten. Im Laufe des Tages wird die vollständige, redigierte Abschrift der Lektion veröffentlicht. Bis dahin darf nicht ohne Bearbeitung und Genehmigung des Verbreitungswerks von „Kabbala laAm“ daraus zitiert oder es verbreitet werden.
Morgenabschrift 14.10.2003
Sukkot 2003, Lektion 7
Rav: Welche Rolle spielt Russland in diesem ganzen Prozess, der jetzt in der Welt anfängt? Warum gerade Russland? Wie hat sich diese Information in der Welt verbreitet, wohin ist ihre Quelle gegangen?
Dieses ganze Volk wurde vor zweitausend Jahren in diese Richtung verfolgt, und dorthin ist es gegangen. Warum? Weil es eine bestimmte Bestimmung gibt, eine bestimmte Aufteilung der Seelen. Das lernen wir jetzt nicht, es ist ein sehr komplexes System. Kurz und einfach gesagt: Es gibt eine gewisse Nähe zwischen der Lebenseinstellung des russischen Volkes und dem, was die Tora anbietet. Diese ganze Suche, die bei ihnen unbewusst abläuft, dieses ganze Nichtverstehen des Sinns des Lebens, muss jetzt Gestalt annehmen. Ich werde irgendwann einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema schreiben müssen, das kommt noch.
Es gab noch eine Frage zu den verschiedenen Organisationen, die es bei uns hier gibt, und dazu, wie man sich darin einbeziehen kann. Das wird man uns noch erzählen. Ich verstehe nicht viel davon, wer bei uns womit beschäftigt ist, nur ungefähr. Vertreter und Leiter der Abteilungen werden hier noch auftreten und euch erklären, woraus wir bestehen. Sie werden auch erklären, wie sogar ein Mensch in der …, der oberen oder der unteren, irgendeine Arbeit für uns machen kann, wenn er will: für Australien, für Amerika, egal wo. So nehmen alle an unserem allgemeinen Prozess teil. Heute, mit der elektronischen Verbindung, ist das kein besonderes Problem.
Wie hier gesagt wurde, gibt es eine sehr große Menge an Vorträgen, Unterricht und Audio, die nicht bearbeitet sind. Deshalb geben wir sie nicht frei, denn sie müssen erst gereinigt werden. Reinigen ist sehr einfach. Auf jedem kleinen Computer gibt es dafür ein kleines Programm, mit dem man das in ein paar Minuten macht, oder man kann es sich aus dem Internet herunterladen. Wenn wir uns daran beteiligen, das Material von Unnötigem zu reinigen, bekommt ihr vorher eine Liste: verschiedene Fragen, Diskussionen, alle möglichen Nieser von mir. Dann kommt mehr oder weniger etwas Sauberes heraus, und das stellen wir sofort online. Sehr viel Material aus gar nicht schlechten Gesprächen wartet auf diese Bearbeitung.
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Und jetzt kehren wir zur Fortsetzung dieses Artikels zurück. Wir werden ihn noch zwei … durchgehen müssen.
Wir lernen also die Methode des Aufstiegs auf die Stufe des Schöpfers. Der Schöpfer hatte keinen anderen Ausweg, als sich vor uns zu verbergen. Denn nachdem Er uns erschaffen hat, erscheint Er uns als absoluter Genuss. Würde Er sich uns offenbaren, wären wir einfach Sklaven dieses Genusses. Wir könnten nichts gegen uns tun und würden seine Empfindungen¹ nur automatisch aufsaugen. Um uns frei zu machen und Sich gleich, verbirgt Sich der Schöpfer deshalb im Gegenteil.
Aber wenn Er Sich verbirgt, wie können wir Ihm dann ähnlich werden und aus uns Sein Bild machen? Dafür hat der Schöpfer in uns einen Ausgangspunkt geschaffen, den Punkt im Herzen, den sogenannten Punkt von Bina. Von ihm aus können wir mit Hilfe unseres Egoismus schon das Bild des Schöpfers aufbauen. Unser ganzer Egoismus ist nämlich in seinem Umfang, seiner Macht, Kraft und Tiefe dem Schöpfer gleich. Wir nutzen ihn mit Hilfe dieses Punktes im Herzen so, dass er diesem Punkt dient und ihn entwickelt. Der Punkt soll über ihn herrschen und zeigen, wie er zu nutzen ist. Aus diesem ganzen Egoismus erschaffen wir in uns das Bild des Schöpfers. Wie? Indem wir ihn so nutzen, wie der Schöpfer Sich uns gegenüber nutzt. Er ist uns gegenüber völlig gebend. So nutzen auch wir diesen Egoismus mit dem Punkt von Bina nur für das Geben.
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Der Schöpfer ist aber verborgen. Dieser Punkt im Herzen zieht uns irgendwohin, doch wir wissen nicht, wohin. Das ist verborgen, sonst würden wir mit unserem egoistischen Verlangen zu diesem Zustand streben. Wie machen wir es also? Wir sollen aus der völligen Unwissenheit, der völligen Dunkelheit, der völligen Verborgenheit heraus nicht unter der Herrschaft des Egoismus stehen. Wir sollen selbst und frei diesen Weg einer immer größeren Ähnlichkeit mit dem Schöpfer suchen können. Das heißt, wir zeichnen in unserem Inneren Sein Bild und machen es in uns nach unserem Verständnis. Wir machen also uns selbst, wir formen uns Ihm ähnlich. Wie macht man das? Woher nimmt man ein Beispiel, wenn Er verborgen sein muss?
Dafür hat der Schöpfer die allgemeine Seele in viele Teile zerbrochen und uns eine sehr einfache Regel gezeigt: „Wenn ihr euch so formen wollt wie Ich, hier habt ihr den Egoismus und hier alle übrigen Seelen. Verhaltet euch zu ihnen so wie Ich.“ Jetzt haben wir die Möglichkeit, dieses Material zu nutzen, das in uns ist. Das Streben zum Schöpfer ist in uns: der Punkt im Herzen, der Israel heißt und zum Schöpfer strebt. Auch der Egoismus ist, dem Schöpfer sei Dank, bei allen an seinem Platz. Er ist noch nicht ganz da, erst ein kleiner, nur sein sogenannter tierischer Teil. Später werden sich in uns alle Welten zeigen, die unreinen Welten. Dann muss sich unser ganzer gewaltiger Egoismus, der Pharao heißt, letztlich bei uns allen in seiner ganzen Macht und Pracht zeigen, in Größe, Tiefe und Kraft dem Schöpfer gleich. 8:08
Er ist Ihm betragsmäßig gleich, sozusagen mit umgekehrtem Vorzeichen. Wir werden ihn unter den Punkt von Bina stellen müssen und so die sogenannte Malchut mit Hilfe von Bina bis zu Keter erheben. Darin besteht unsere Methode. Wie wir schon gesagt haben, müssen wir uns dafür vorstellen, wo all diese Seelen sind. Dafür müssen wir eine kleine Gruppe bilden, die für uns sozusagen ein kleines Modell dieser ganzen allgemeinen Seele Adam ist. Zu ihr verhalten wir uns so, wie sich der Schöpfer zu allen Geschöpfen verhält.
Warum eine kleine Gruppe? Weil dort die Menschen sind, die mein Streben verstehen, und ich arbeite gemeinsam mit ihnen, mit ihrer Unterstützung. Sie erhöhen in mir unser gemeinsames Ziel, bestärken und unterstützen mich und verstehen mein Streben. Ich lerne von ihnen, sie lernen von mir, wir arbeiten gemeinsam in eine Richtung. Dadurch ist es für uns leichter, bequemer, sicherer und fröhlicher. Das heißt, es hilft mir in allem. Wir werden das noch einmal im Artikel „Die Freiheit“ lesen: Wenn wir überhaupt alle Möglichkeiten nehmen, die sich dem Menschen bieten, dann stellt sich heraus, dass es im Grunde nichts gibt außer der Gruppe. Sie unterstützt und richtet mich aus. Sie gibt mir die nächste Stufe der Werte, die in mir wichtig wird und die ich erreichen wollen werde. Die Gruppe bestimmt das Ziel. Die Gruppe bestimmt das Bild des Schöpfers, dem ich in jedem Moment ähnlich werden muss, in dem ich in der Gruppe bin.
Denn wir sind zwangsläufig so geschaffen: Jedes Teilchen dieser allgemeinen Seele steht unter dem Einfluss aller übrigen Teilchen, entweder unter gutem oder unter schlechtem², egal unter welchem. Das Gesetz ist dasselbe. Ob der Mensch will oder nicht, er steht trotzdem unter dem Einfluss der Umgebung.
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Deshalb ist die Wahl der Umgebung, der umgebenden Gemeinschaft, letztlich meine einzige freie Willensäußerung. Sie bestimmt meinen ganzen Weg. Das Problem ist, dass der Mensch das gewöhnlich vergisst. Er vergisst, dass er nur sich selbst erforschen muss, und sich selbst erforschen kann er auch nur mit Hilfe des Lichts des Schöpfers. Er vergisst, dass er sich nur mit Hilfe dieses Lichts des Schöpfers korrigieren kann. Er vergisst, dass all seine Verlangen in jedem nächsten Augenblick nicht von ihm selbst bestimmt werden, sondern vom Schöpfer. Oder sie werden von seinem eigenen Egoismus bestimmt, was dasselbe ist, solange er nicht korrigiert ist. Die einzige Möglichkeit, das zu ändern, besteht nicht darin, mit eigener Willenskraft irgendwie irgendwo etwas zu suchen. Sie liegt in der umgebenden Atmosphäre der Gemeinschaft. Es ergibt sich also: Ich habe keine eigenen Kräfte, diese Kräfte muss ich von oben erbitten. Ich habe keine Möglichkeit, selbst etwas zu sehen. Ich muss von oben erbitten, etwas zu sehen. Was ich von oben zu sehen erbitte, das gibt man mir als Ergebnis meiner Anstrengungen. Ich habe keine Möglichkeit, von selbst anzufangen, richtig zu denken. Ich muss eine Gemeinschaft schaffen, die um mich ist und mir Werte liefert: eine Umwertung der Werte, die Erhöhung des Ziels, die Größe des Schöpfers, wenn ich mich dorthin bewegen will. Im Menschen gibt es also überhaupt nichts außer diesem Ausgangspunkt von Bina. Alles andere muss er von außen zu bekommen suchen, entweder von der umgebenden Gemeinschaft oder vom Schöpfer. 13:38
Dieser antiegoistische, uns überhaupt unnatürliche Zustand ist das größte Hindernis auf unserem Weg. Wir fangen immer an, uns Vorwürfe zu machen und alles in uns zu suchen. Wir hoffen, in uns irgendwelche Ressourcen und Kräfte zu finden, dabei ist in Wirklichkeit alles außerhalb von uns. Diese Hinwendung zu etwas Äußerem ist dem Egoismus völlig entgegengesetzt. Deshalb fällt es uns sehr schwer, daran zu denken, und sehr schwer, uns zu kontrollieren.
Wenn wir das vergessen, halten wir uns selbst für die Quelle der Kräfte, der Möglichkeiten, der Gedanken. Dann fangen wir an, uns Vorwürfe zu machen: „Warum bin ich nicht so?“ Aber ich kann nicht anders sein. Dafür muss ich mir keine Vorwürfe machen. Vorwürfe muss ich mir machen, weil ich vergesse, dass es äußere Quellen meiner guten Gedanken gibt. Es gibt auch äußere Quellen meiner Kräfte, mit deren Hilfe ich vorankommen und diese Gedanken verwirklichen kann. Das vergesse ich.
Aber was kann ich tun, wenn ich vergesse? Ich komme wieder auf dasselbe zurück, auf die Umgebung. Sie muss mich an alles erinnern. Die Umgebung erscheint uns als Lager unserer Methode, als Lager meiner guten Gedanken und Ausrichtungen, als Reserve, als mein Gedächtnis, als das, was mich immer unterstützen wird. Wenn ich aufwache, müssen sie mich daran erinnern, wo ich bin, was ich bin und in welche Richtung ich mich bewegen muss. Sie müssen mich wecken und mir Kräfte geben. Alles müssen sie mit mir machen. Warum? Weil ich das alles im Voraus in sie hineingelegt habe. Wir haben mit meinen Freunden vereinbart, dass wir eine solche gegenseitige Versorgung haben werden. Deshalb denkt jeder von uns jetzt darüber nach, wie er den anderen diese wichtigste Information wieder zurückgibt, und letztlich durch sie auch sich selbst. Sonst fallen wir völlig aus unserem spirituellen Weg heraus. 16:14
Wir müssen also anfangen, die Gemeinschaft um uns anzunehmen, die wir künstlich, eigens, ganz spezifisch geschaffen haben. Wir nehmen sie an als unseren eigenen Verstand, unser Gedächtnis, unseren Wegweiser, Instrukteur, unser Elternteil, unseren Erzieher und Arzt, als wen auch immer. Dieses Gefühl muss in uns entstehen: dass wir ganz und gar von dieser kleinen Gemeinschaft um uns abhängig sind, von meiner Gruppe. Oder wir hängen von der großen Gruppe ab, die sich jetzt praktisch schon über solche Flächen erstreckt.
Der Mensch muss verstehen: Außer diesem Streben, das er hat … Und dieses Streben verschwindet ja, es ist nicht die ganze Zeit in mir. Wie oft am Tag bekomme ich einen Anstoß von innen und fange an, mich zu erinnern, wo ich bin, was ich bin, wofür ich bin. Und wenn ich mich erinnere, dann liegt das daran, dass ihr trotz allem zur Gruppe gehört und in ihr seid, davon werdet ihr euch später überzeugen.
Schaut euch Menschen an, die aus der Gruppe fliegen, die irgendwie von ihr abgeschnitten sind. Bei ihnen verschwindet überhaupt das Gefühl, abgeschnitten zu sein, nicht im Ziel und nicht auf das Ziel zu. Dieses Gefühl gibt es bei ihnen nicht mehr, die Gruppe liefert ihnen diese Möglichkeit nicht. Die nächste Reshimo kommt gemäß der Spirale, oder es drehen sich mehrere durch, bevor der Mensch diesen Unterschied von mehreren Reshimot spürt. Dann treibt es ihn wieder zur Suche nach dem Ziel [nur hebr. Fassung: denn erst dann erkennt er, wie weit er von der Gruppe entfernt ist]. 18:33
Ob bewusst oder unbewusst, wir alle nähren uns also von der Gruppe. Man soll sich deshalb vorstellen, dass alles, was ich brauche, außerhalb von mir ist: Mein ganzes Gedächtnis, all meine Kräfte sind in der Gruppe, nicht in mir³. Das ist in Wahrheit die richtige Vorstellung von dem, was auf unserem Weg ist. Sie hilft sehr, sich richtig auf die Verbindung einzustellen, auf das Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung. Sie stellt den Menschen sofort auf einen bestimmten Stil des Verhältnisses zur Gruppe ein. Wenn ich so sehr von ihr abhängig bin, wenn ich ganz und gar, meine ganze Zukunft, von ihr bestimmt werde, dann wird die Gruppe für mich sofort sehr wichtig. Ich fange an, mich so um sie zu sorgen wie ein Mensch um den, in dessen Händen seine Seele, sein Zustand, sein Schicksal liegt. Das heißt, ich verhalte mich meinen Freunden gegenüber nicht mehr einfach gleichgültig. Ich sorge mich um ihren Aufstieg und ihren spirituellen Zustand, um ihre Gedanken und Gefühle und darum, wie sie ihrerseits zur Gruppe stehen. 20:17
Das ruft in mir eine Sorge hervor, wie ich sie für mich selbst nicht habe. Denn in Bezug auf mich habe ich ein natürliches Gefühl: Da komme ich irgendwie selbst zurecht, beherrsche mich irgendwie, bin mein eigener Herr. Aber es kann auch sein, dass ich mich völlig in fremden Händen befinde: meine ganze Zukunft, mein ganzes Leben, all meine Kräfte, dieses Leben, nein, auch das nächste, überhaupt alles. Dann wird es einfach unheimlich. Wo sind sie, und warum denken sie nicht daran, warum kümmern sie sich nicht darum? Ich fange an, das von ihnen zu fordern. Ich fange an, um sie zu fürchten und mich zu sorgen.
Genau hier entsteht aus einem rein egoistischen Bewusstsein, dem sogenannten lo liShma, die Erkenntnis, dass ich völlig in der Gewalt dieser kleinen Gemeinschaft um mich stehe. Ich bin wie ein Schwerkranker, der völlig in der Obhut seiner Umgebung ist und nur von ihr abhängt. Wenn ich hier wirklich völlige Hilflosigkeit in mir fühle, kann ich überhaupt nicht bestimmen, was mit mir sein wird. Nur sie bestimmen das, nach ihrem guten Willen, nur nach ihrem Willen. Dann entsteht hier natürlich die dringende Notwendigkeit, diese Freunde zu sammeln, eine Art Statut zu machen und das irgendwie zu organisieren. Man muss es ständig vervollkommnen und unterstützen und dafür sorgen, dass diese gemeinsamen Gedanken, dieses gemeinsame Streben wirklich das Bestimmende sind. Sie sollen gemeinsam auf das Ziel ausgerichtet sein und auf keinen Fall einen von uns vergessen, und so weiter. Es ergibt sich also: Der Mensch hat keine andere Sorge als die um diejenigen, die ihn unterstützen, formen und bestimmen.
Das ist in Wahrheit so, weil unsere neun Sefirot Eigenschaften außerhalb von mir sind. Ausgenommen ist nur unser Punkt, der irgendwohin strebt, unklar zu was und zu wem, zum Schöpfer. Alle neun Sefirot werden von der Umgebung bestimmt: von der Gemeinschaft, der Gruppe oder von allen übrigen 599.999 Seelen, die außer mir in diesem System sind, das Adam heißt, in diesem allgemeinen geschaffenen Gefäß. 23:12
Sie bestimmen meinen Vektor, wohin ich mich bewege. Sie bestimmen die Eigenschaften, die ich als Eigenschaften des Schöpfers erwerbe. All das liegt in ihnen, nicht in mir. Denn mein Verlangen ist praktisch ein ungeformtes Verlangen. Was heißt „Malchut“? Das ist einfach Razon leKabel, das Verlangen zu empfangen, das Verlangen zu genießen. Einfach Verlangen. Und woran? An Coca-Cola, Essen, Sex, Ehre, an dem, was es in unserer Welt gibt, oder an dem, was oben ist⁴, an den ersten neun Sefirot. Diese ersten neun Sefirot sind alle übrigen Seelen außer mir. Sie bestimmen meinen Vektor. Ich bestimme nur, dass ich irgendwohin streben will, wohin, weiß ich nicht. Ich kann einfach nicht in mein inneres Verlangen zurückkehren, ich muss aus ihm herausgehen⁵.
Soweit ich diese Gruppe aufbaue, bestimmt das, was in ihr sein wird, meine ersten neun Sefirot. Dazu gehören ihr Verständnis der Verbindung zwischen uns, ihr Verständnis, was der Schöpfer ist, was das Bild des Schöpfers ist, ihr Verständnis des Strebens nach vorn, was Altruismus heißt und was es heißt, aus sich herauszugehen. Was heißt das? Sie bestimmt überhaupt die spirituelle Stufe, die ich haben werde. Ich kann nicht größer sein als meine Gruppe. Sie gibt mir nicht nur den Vektor vor, sondern praktisch auch die maximale Stufe, die ich erreichen kann. Keiner von uns kann größer sein als die Gruppe als Ganzes. Er kann kleiner sein, er kann nicht alles verwirklichen, was ihm die Gruppe gibt. Auch ein kleiner Anfänger kann in der Gruppe sein. Er versteht dabei mit Mühe ein Zehntel dessen, was sie sagen und was sie in ihrer gemeinsamen Tätigkeit überhaupt verwirklichen. 25:35
Aber niemals kann die Vorstellung des Menschen vom Schöpfer größer sein als das, was ihm die Gruppe insgesamt bietet. Das gilt für seine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, seine Empfindungen und sein Erreichen. Diese ersten neun Sefirot werden von der Gruppe geformt. Die Richtung kann richtig sein, aber klein in der Höhe. Dann lässt die Gruppe keines der übrigen Mitglieder hinaus, keines kann über diese Ebene aufsteigen.
Deshalb sage ich: Es gibt Menschen, die … zum Beispiel in unserer zentralen Gruppe, Bnei Baruch, und in einigen äußeren Gruppen. Diese sind nicht in Israel, sondern im Ausland, darunter die Moskauer Gruppe und Gruppen in Odessa und in Kirowograd⁶. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wenig kompliziert der Eintritt in die spirituelle Welt überhaupt ist. Er ist nicht kompliziert. Auch Baal HaSulam schreibt darüber. Das Wichtigste ist hier nicht die Kraft, nicht der Druck und nicht die Zahl der Jahrzehnte. Das Wichtigste ist die richtige Richtung und ein kleines bisschen vorwärts.
Es gibt also Menschen, die schon auf Ebenen sind, die über der Ebene dieser Gruppe lägen, und sie wären schon über den Machsom hinausgegangen. Es gibt Dutzende solcher Menschen unter uns. Ich sage das im Ernst: Dutzende.
Die Sache ist die: Vor Jahrzehnten, vor Hunderten und Tausenden Jahren brauchte ein Kabbalist nur eine kleine Umgebung, ein paar Menschen neben sich. Das reichte, denn statt dieser riesigen Gruppe aller übrigen Seelen konnten fünf, sechs Menschen um den Kabbalisten den Begriff der Gruppe, der Gemeinschaft und all diese Eigenschaften in sich konzentrieren. Heute gibt es das nicht mehr. Heute brauchen wir eine riesige Gruppe, und zwar eine richtige, in der Quantität wie in der Qualität.
Deshalb gibt es viele Menschen, deren individuelle Ebene irgendwo hier liegt. Aber diese Ebene liegt über der Gruppe, und das hier ist die Ebene der Gruppe. Diese Ebene ist ihnen verborgen, und sie können nicht bis zum Machsom kommen, geschweige denn ihn überschreiten. Muss also die ganze Gruppe auf dieser Ebene sein?
Nein. Sie muss nicht ganz auf dieser Ebene sein. Aber sie muss irgendwo … na, wie soll ich sagen? Sie muss eine gewisse kritische Ebene erreichen, die jedem ihrer Mitglieder erlaubt, über den Machsom zu springen. Das kann ich nicht ausdrücken. Einerseits sage ich, dass der Mensch niemals über der Ebene der Gruppe sein kann. Andererseits muss nicht die ganze Gruppe auf der Ebene des Durchgangs durch den Machsom sein, um den Durchgang zu ermöglichen. Wie drückt man das aus …
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Schüler: …
Rav: Nein, hier gibt es zwei Abhängigkeiten: die allgemeine Ebene der Gruppe und den Beitrag des Menschen zur Gruppe. Die allgemeine Ebene der Gruppe kann niedriger sein, aber wenn der Mensch in sie investiert, schafft er etwas aus sich selbst⁷. Das Überschreiten des Machsom ist im Grunde nicht Sache der Gruppe, sondern individuell. Diesen individuellen Teil fügt jeder von sich aus hinzu. Aber der kritische Teil, die kritische Ebene, muss von der Gruppe kommen. Das gibt es sogar in der Physik … Ich versuche, es zu formulieren. In der Gruppe muss es eine bestimmte kritische Ebene geben. Dann springt jeder, der in sie eintritt und seine individuelle Arbeit gemacht hat, über den Machsom. Um über den Machsom zu springen, muss der Mensch in sich eine bestimmte Potenzialbarriere⁸ schaffen. Die Gruppe hat ihre eigene Potenzialbarriere. Diese ist verschwommener und niedriger im Verhältnis zu dem Individuum, das über den Machsom springen kann. Das ist so, als müsste man dir eine Stufe hinstellen, von der aus du weiter auf die nächste Ebene springen kannst. Du musst mit deiner sozusagen individuellen Anstrengung auf die nächste Ebene springen, aber ohne diese Stufe kannst du es nicht. Diese Stufe ist genau die kritische Ebene, die die Gruppe geben muss, eine Schwellenebene. Von ihr aus springen die Einzelnen hoch. Alle anderen bleiben vorerst hier, aber die Gruppe sichert jedem seinen individuellen Durchbruch. Gemeint ist: Dieser Sprung ist bei jedem eigenständig, aber er beginnt auf der Ebene, die die Gruppe sichert.
Was ist das für eine Ebene? Es ist die Ebene völliger Übereinstimmung in der Gruppe, im egoistischen Zustand gegenseitiger Versorgung, gegenseitiger spiritueller Versorgung. Wir sind bereit, füreinander zu arbeiten, damit alle zusammen, egoistisch, und jeder einzeln sein Ziel erreichen. Das genügt. 31:37
Der individuelle Sprung besteht darin, dass der Mensch sich von seinem ganzen Egoismus losreißen will und sich das vorstellt. Natürlich ist dieses Verlangen⁹ nicht echt, nicht wirklich. Aber er ist einverstanden und will es, und so stimmt er sich ein. Das geschieht schon unter der Einwirkung des persönlichen Or Makif. Es gibt ein allgemeines und ein persönliches Or Makif, und das persönliche hilft ihm, diesen Sprung noch zu machen.
Das alles geschieht … Worauf will ich hinaus? Es gibt unter uns Dutzende Menschen, die in einem Zustand sind, in dem sie diesen individuellen Sprung machen können. Aber die allgemeine Ebene kann ihnen die Gruppe nicht vermitteln. Denn jede unserer Gruppen für sich, wo auch immer sie ist, ist nicht stark genug. Deshalb müssen wir alle Gruppen zusammen vereinen und ihre allgemeine Ebene anheben. Praktisch nicht einmal anheben, würde ich sagen: Es geht mehr um die Vereinigung als um den Aufstieg.
Was schreibt Baal HaSulam darüber? Gibt es Fragen zu diesem Thema? Nein. Ja, Moskau¹⁰.
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Schüler: Gibt es trotzdem die Möglichkeit, in einer kleinen Gruppe durchzukommen, sagen wir unabhängig von der großen?
Rav: In einer kleinen Gruppe gibt es keine Möglichkeit, den Machsom zu überschreiten, ohne diese Gruppe auf eine bestimmte kritische Größe zu bringen. Die Masse bestimmt in unserer Zeit alles. Denn wir sind in einen Zustand gekommen, in dem die ganze Welt aufsteigen muss und alle Seelen bis zur Ebene des Schöpfers aufsteigen müssen. Wir stehen an der Schwelle der allgemeinen Korrektur, nicht der persönlichen, die in all den vorherigen Jahrhunderten stattfand.
Die Kabbalisten haben an sich selbst die persönliche Korrektur der Welt durchgearbeitet. So haben sie unsere Welt darauf vorbereitet, dass sie die Leitungen des Höheren Lichts in unsere Welt sind. Egal, ob sie jetzt mit uns leben oder nicht mehr in Körpern sind: Sie sind die Seelen, die in unserer Welt ihren persönlichen Gmar Tikun erreicht haben. Deshalb schließen sie den dritten Zustand, Gmar Tikun, mit unserem zweiten Zustand kurz und leiten ausreichend Or Pnimi in ihn. Wir rufen durch unser Lernen und unsere Handlungen in der Gruppe Or Makif auf uns herab. Alles, was die Kabbalisten tun mussten, nämlich das Or Pnimi in unsere Welt, in unseren Zustand zu leiten, haben sie getan. Dieses Or Pnimi ist bei uns in unserer Welt schon in ausreichendem Maß vorhanden.
Jetzt fängt es an, von innen eine immer größere Masse von Menschen zur Suche nach dem Spirituellen zu erwecken. Dieses Or Pnimi, das die Kabbalisten in unsere Welt leiten, erweckt uns alle zur Suche nach dem Spirituellen, die ganze Welt. Wir sehen, wie die ganze Welt nach und nach aufsteigt. 35:20
Man braucht in dieser Welt keine einzelnen Kabbalisten mehr. Sie sind hindurchgegangen und haben das Ihre getan. Das war's. Es gibt also eine bestimmte Anzahl von Röhrchen, von Seelen, durch die das Or Pnimi in unsere Welt kommt. Es treibt uns alle von innen an und ruft die Reshimot hervor. Von außen kommt außerdem das Or Makif herab, das von denselben Seelen angezogen wird. Das ist der allgemeine Zustand der Welt.
35:55
Deshalb gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer seit dem Anfang vom Ende des 20. Jahrhunderts, keine Abrechnung mehr mit jedem einzelnen Menschen. Abgerechnet wird mit der Masse, mit der ganzen Weltmasse, oder wirklich mit großen Massen von Menschen, die zum Schöpfer streben. Wäre das nicht nötig, dann wäre auch bei uns in Bnei Baruch kein besonderes Bedürfnis entstanden, irgendwo Gruppen zu schaffen. Es wäre aus dem allgemeinen Streben nach Verbreitung entstanden, aber ziemlich passiv. So aber ist es für uns selbst dringend notwendig. Um in die Höhere Welt hinauszugehen, müssen wir jetzt eine bestimmte kritische quantitative Masse schaffen. Daran führt kein Weg vorbei. Keine Gruppe für sich kann das heute schaffen, wo auch immer sie ist. Die allgemeine Lenkung hat ihre Gesetze, die allgemeine Korrektur hat ihre Gesetze. Das war's. Wer wollte fragen¹¹?
Du kannst auch eine Gruppe von hundert, zweihundert Menschen haben¹². Ich glaube nicht, dass das heute hilft, wenn sie nicht mit Gruppen verbunden ist, die eine andere Mentalität haben, ganz andere Auffassungen, andere geografische und gesellschaftliche¹³ Bedingungen. Ich denke, die heutige Gruppe, wie sie sein muss, muss sozusagen eine Mini-Menschheit darstellen. Ich fühle einfach, dass man uns sonst keinen formalen Durchgang¹⁴ geben wird. Zumindest ist es das, was geschieht. Ich betone nicht zum ersten Mal, dass ich in Wirklichkeit keine Zukunft darin kenne, denn sie hat sich noch nie verwirklicht. Aber zumindest scheint mir, dass es so sein muss. Ich sehe deutlich, dass es Menschen gibt, die es wert sind, über den Machsom zu springen. 38:04
Hätten sie in der vorherigen Generation gelebt, zusammen mit meinem Rav, dann wären sie hindurchgesprungen. Stell dir vor, das ist erst 20 Jahre her, 15 Jahre¹⁵. Heute sind die Bedingungen völlig anders. Die Welt hat seit dem Ende des 20. Jahrhunderts ihre Lenkung geändert. Kritisch … Man behandelt sie von oben einfach als allgemeine Schöpfung. Individualisten gibt es nicht.
Deshalb muss unsere ganze Arbeit mehr auf die allgemeine Verbreitung gerichtet sein. Einerseits müssen wir eine größere Masse gewinnen, andererseits unsere qualitative Ebene anheben. Und dann, ich sage es noch einmal, sind heute im Prinzip Dutzende Menschen¹⁶ innerlich vorbereitet aus ihren früheren … Das ist im Prinzip nicht mein Verdienst. Sie haben in ihren früheren Gilgulim¹⁷, also den Lebenskreisläufen, schon genug durchgemacht. Sie haben genug gesammelt und in sich diese Informationen, diese Leiden, dieses Streben zum Schöpfer ausgewählt, das jetzt in ihnen geschieht. So würde buchstäblich eine kleine Ausrichtung, ein kleiner, aber allgemeiner Aufstieg sie über den Machsom hinausführen.
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Schüler: Durch welche Handlungen kann sich eine kleine Gruppe in die große Gruppe einbeziehen, um sich wirklich in sie einzubeziehen und alles, was es in der großen Gruppe gibt, für ihren persönlichen Fortschritt zu bekommen?
Rav: Ich würde es so sagen: Das Verhältnis der kleinen Gruppe zur großen Gruppe ist wie das des Menschen zur Gruppe. Das heißt: völlige Annahme dessen, was in der allgemeinen Gruppe existiert, Verständnis der völligen Abhängigkeit von der allgemeinen Gruppe und Verständnis, dass die allgemeine Gruppe meine Gedanken und Gefühle bestimmt. Sie ist mein inneres Gedächtnis. Sie ist all das, was mich aus dem unbewussten in den bewussten Zustand bringt, und all das, was in mir die Erkenntnis des Schöpfers schafft¹⁸. Das ist also genau dasselbe, was ich gesagt habe: Wie der Mensch zur Gruppe steht, so steht die kleine Gruppe zu der einen allgemeinen großen Gruppe¹⁹. Es gibt keinen Unterschied. Das ist die allgemeine spirituelle Regel „Klal u-Prat schawim“: Das Allgemeine und das Einzelne sind einander völlig ähnlich. Alles besteht aus zehn Sefirot, jede teilt sich in weitere zehn, in weitere zehn, und alle Gesetze zwischen ihnen sind völlig identisch. Es gibt keine neuen Gesetze, nur eines: Anziehung, Geben, die Eigenschaft von Bina, die Eigenschaft von Malchut. Mehr gibt es nicht: Schöpfer und Geschöpf.
Deshalb ist diese Arbeit zwischen uns in Wirklichkeit einfach. Es gibt in ihr nicht sehr viele verworrene Verbindungen. Wenn wir sie klar verstehen und genau diese Verbindungen verfeinern, brauchen wir nichts weiter, das ist bei uns alles vorbereitet. Es gilt nur, euch alle zu überzeugen und so einzustellen, dass … Weißt du, bei jedem Mechanismus, jedem System, das du schaffst, ist das Wichtigste, es einzustellen. Wenn es dann gestartet ist, fängt es an, sich selbst zu erhalten. Darin entstehen sogar Verbindungen, die sich selbst korrigieren und justieren und nicht über die Grenzen hinausgehen lassen. Es heilt sich also schon selbst. Versucht jemand, irgendwohin auszubrechen, dann korrigiert ihn die allgemeine Arbeit des Systems schon und bringt ihn in einen korrigierteren Zustand zurück, und so weiter. Dass dieser Start des Systems zustande kommt, ist also unsere wichtigste Aufgabe. Danach wird es schon laufen, weißt du, wie ein kleines Kind: Es wird irgendwie watscheln, aber es wird nicht mehr zerstreut sein wie heute, es wird sich schon selbst zusammenfügen. Und sofort wird es das allgemeine Licht, das Or Makif, auf sich herabrufen. Dieses Licht wird es schon als einen einzigen Organismus behandeln und dann halten. Ich hoffe, dass wir das bei diesem Treffen erreichen. Bisher bin ich zufrieden. Ja. Danke.
42:54
Schüler: Heißt das, dass die Hashgacha Pratit aufgehoben ist?
Rav: Auf keinen Fall ist die Hashgacha Pratit aufgehoben. Die Hashgacha Pratit, hier ist sie: die persönliche Lenkung. Es gibt eine allgemeine und eine persönliche Lenkung durch den Schöpfer. Die allgemeine Lenkung durch den Schöpfer geschieht in unserer Welt, sagen wir, das hier ist unsere Welt, durch das Umgebende Licht, das Or Makif. Die persönliche Lenkung durch den Schöpfer für jede einzelne Seele ist das Or Pnimi. Wir fühlen es nicht, aber es verhält sich individuell zu jedem von uns. Die persönliche Lenkung durch den Schöpfer für jeden von uns wird also auf keinen Fall aufgehoben. Jetzt wird aber gesagt, dass die ganze Menschheit, diese ganze Welt, mit dem Or Pnimi und dem Or Makif verschmelzen muss und dass dieses Or Makif unser Or Pnimi werden muss. Dann liegt die Betonung natürlich nicht auf einem Menschen, nicht auf einem individuellen Menschen, einem Individualisten wie in den vergangenen Jahrhunderten. Die Frage ist: Was geschieht mit dieser ganzen Welt? Wie weit ist sie zusammen mit diesem Menschen vorbereitet? Jetzt fragt man diesen Menschen nicht, was er getan hat. Jetzt fragt man, wie er mit dieser Welt im Einklang ist. Denn wir sind auf eine solche Ebene gekommen, und das hängt nicht von uns ab. Wir sind einfach auf eine historische Ebene gekommen, auf der diese ganze Welt das Or Makif als Or Pnimi in sich aufnehmen muss. Deshalb ist die individuelle Lenkung heute, wie soll ich sagen, nicht bestimmend.
Ich sehe das einfach, ihr werdet es auch sehen. Ich sehe es an jedem der Menschen, die enorme Anstrengungen machen, um wirklich …, und die bereit sind, alles zu geben. Das gibt es in unserer Gruppe bei Dutzenden Menschen und in den Gruppen im Ausland, noch nicht in solcher Zahl, noch nicht mit solcher Kraft, aber es gibt es. Es fehlt dieses Allgemeine, es fehlt unsere Ähnlichkeit mit der allgemeinen Lenkung. Ja, das wollte ich noch sagen. Ja, Entschuldigung, ja, bitte.
45:40
Schülerin: Sie sagten, dass es jetzt einen Übergang zur allgemeinen Lenkung gibt. Ist das in Bezug auf die Juden früher geschehen?
Rav: Nein, das jüdische Volk ist etwas ganz anderes. Die Sache ist die, dass es zum selben System gehört. Genau darüber spricht Rabbi Elasar weiter unten. Es gibt zwei Lenkungen, wie wir sagen: die allgemeine, das Or Makif, und das Or Pnimi. Wenn wir individuell über jemanden sprechen, sprechen wir über einen Menschen oder über einen Kabbalisten. Oder wir sprechen über ein Volk als Gruppe von Kabbalisten, die es einmal gab und die diese Methode an die Menschheit weitergeben musste. Und dann gibt es die allgemeine Lenkung. In unserer Zeit, in der alles auf die allgemeine Lenkung übergeht, gehen wir mehr nach Rabbi Elasar, nicht nach Rabbi Shimon. Rabbi Elasar ist sein Sohn, seine nächste Stufe, und er spricht immer vom Aufstieg der Menschheit in Bezug auf den Schöpfer.
In unserer Zeit ist also die Abrechnung nur mit dem jüdischen Volk abgeschlossen. Es hat im Prinzip seine historische Rolle beendet, natürlich nicht vollständig, aber für heute … Und nicht nur für heute: Überhaupt muss sich die kabbalistische Methode schon entwickeln und der ganzen Welt zur Verfügung gestellt werden. In Wirklichkeit stand sie immer der ganzen Welt zur Verfügung. Das sehen wir sogar bei den alten Kabbalisten und bei den Kabbalisten des Mittelalters. Sie hatten Gruppen in jenen Zeiten, als Völker lebten … Das waren ja die Zeiten der Kreuzzüge, die Zeiten der Judenverfolgung. Damals organisierten Kabbalisten, der RaMChaL²⁰ und Abulafia, Gruppen von Nichtjuden²¹ und lehrten sie Kabbala. Abulafia lehrte den Papst Kabbala. 47:43
Welches Jahrhundert war das? Das 16., 17. Jahrhundert. Der RaMChaL hatte kabbalistische Gruppen, nicht jüdische, überall in Europa. Dafür gibt es historische Quellen. Man muss also klar unterscheiden: Dem jüdischen Volk gehören seine Kultur und seine Bräuche, in denen eine höhere Wurzel liegt. An diesen Bräuchen kann man sehen, und jemand kann es auch sehen, was diese äußeren Bräuche in der Höheren Welt in Wirklichkeit verkörpern. Ein einfacher Mensch versteht davon natürlich nichts.
[nur hebr. Fassung: Moshe Rabbenu] lehrte Kabbalisten. Er hatte eine Gruppe von Schülern, die sogenannten Ältesten. Er lehrte sie Kabbala, das, was er empfangen hatte, was ihn erleuchtet hatte. Dem übrigen Volk hat er es auch dargelegt, aber in verschlüsselter Form. So war es den Kabbalisten verständlich und auch dem einfachen Volk. Das einfache Volk war auf der Ebene der Ausführung. Es meinte, dass es so sein muss, dass es von oben gegeben ist. Diejenigen, in denen Verlangen und ein Verständnis entstanden, was das eigentlich ist, strebten dorthin und konnten weiterlernen. Im Prinzip ging all das in die Volksbräuche ein. Heute geschieht dasselbe, nur haben sich darauf über Jahrtausende alle möglichen zusätzlichen Riten gelegt. Diese haben praktisch schon überhaupt keine spirituellen Wurzeln mehr. Man kann nicht einmal sagen, dass sie keine haben, denn zu allen Zeiten waren die großen Führer des Volkes immer Kabbalisten. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gab es keinen Rav, der nicht jenseits des Machsom gewesen wäre.
Bis zum SHeLaH, der ist, glaube ich, aus dem 18. Jahrhundert, gab es keinen einzigen Autor religiöser, jüdischer Bücher, der nicht auf einer ernsthaften Ebene des Erreichens des Schöpfers gewesen wäre, also irgendwo über der Ebene Chase de Yezira. Dann aber fing seit dem 20. Jahrhundert eine völlig andere Geschichte an, eine völlig andere Periode in der Korrektur der Seelen. Die ganze Welt musste anfangen, sich der Korrektur zuzuwenden. Deshalb ist das alles völlig verschwunden. Das, was wir die Lenkung durch das Or Pnimi nennen, hörte auf, sie verschwanden augenblicklich, innerhalb von einigen …
Mein Rebbe sagte, mein Rav sagte, dass es noch irgendwann am Anfang dieses Jahrhunderts, des 20., in Jerusalem einige gab, die sich noch in der Empfindung der Höheren Welt befanden. Gemeint ist nicht unser Jahrhundert, sondern das Jahrhundert, in dem er lebte, als er nach Jerusalem kam. Sie kamen irgendwann 1922²². Irgendwann ab den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts verschwanden sie dann alle, starben. An ihrer Stelle fing schon alles völlig an zu schwinden²³. Die Welt fing also schon an, sich darauf zuzubewegen, dass sie selbst aufsteigen muss.
51:42
Nicht umsonst nenne ich meinen Lehrer den Letzten der Mohikaner. Er hat im Grunde mit sich selbst diese ganze Periode abgeschlossen, diese ganze jahrtausendealte Kette. Diese Kette war überhaupt ziemlich mächtig. Trotzdem strebten Kabbalisten immer …²⁴ Denn die Rabbanim selbst, die Führer der Generation, verstanden, dass man Kabbalisten nicht herausspringen lassen darf. Sie gingen so, wie man gehen musste: mit den Massen. Man ließ die Kabbalisten also nicht … Die Kabbalisten erlaubten es sich selbst nicht, oder die einen den anderen nicht, oder die Massen traten gegen sie auf, und man ließ die Kabbalisten sich nicht bewegen. Die Kabbalisten verstanden selbst, dass die Zeit noch nicht gekommen war, die Kabbala irgendwohin hinauszulassen und zu entwickeln. Deshalb war das Buch Sohar verborgen. Alle kabbalistischen Bücher waren nicht verborgen, sie wurden überall verkauft und abgeschrieben, und man konnte sie immer bekommen. Sie wurden vor niemandem verborgen. Auch heute könnt ihr in jeden Laden gehen und alles kaufen, was ihr wollt. Wir machen nichts Neues, wenn wir alle kabbalistischen Informationen nach außen stellen. Sie wurden immer nach außen gestellt.
Es gibt ein Buch, das „Shulchan Aruch“ heißt, „Der gedeckte Tisch“. Es erzählt, wie man in unserer Welt alle möglichen jüdischen Bräuche ausführt. Dieses Buch ist für das jüdische Volk, denn das sind seine Volksbräuche. Die kabbalistischen Bücher aber sind für die ganze Welt. Deshalb haben die Kabbalisten während der ganzen Geschichte alle Völker völlig gleich angezogen. Dafür haben wir historische Dokumente. Wie weit war das damals möglich? Stellt euch vor: das 15., 16. Jahrhundert, irgendwo im finsteren Europa oder anderswo, und plötzlich gibt es eine Verbindung zwischen Juden und irgendeinem anderen Volk. Dabei gab es doch immer einen solchen Antagonismus und überhaupt so verworrene Beziehungen. Und plötzlich fingen Kabbalisten dort an, jemanden zu lehren. Das alles war mit solchen Problemen verbunden. Aber wir sehen sogar an Abulafia, dass er den Papst lehrte. Doch dann hat man ihn getötet, weil dort beinahe Gespräche über den Mashiach anfingen. Das ist im Grunde eine ernste Geschichte, aber er war ein großer Kabbalist.
54:23
Man muss also sehr klar unterscheiden: Die Kabbala ist für die ganze Welt, und darüber spricht Rabbi Elasar weiter in diesem Artikel. Das ganze Problem ist nur, wie man sie weitergibt und wann man anfängt, sie weiterzugeben. Diese Gruppe, die Abraham geschaffen hat, war eine kabbalistische Gruppe. Später wurde sie plötzlich „Volk“ genannt, ohne jeden Grund. Einen biologischen Grund, sie „Volk“ zu nennen, gibt es nicht, weder einen rassischen noch einen nationalen. Diese Gruppe ist verpflichtet, die Methode an die ganze übrige Welt weiterzugeben und zu helfen, sie zu erreichen und sich anzueignen. Damit endet alles. Im Midrasch, in den Belehrungen, heißt es: Der Schöpfer wandte sich angeblich an alle übrigen Völker und konnte keines finden, das die Tora annehmen würde. Was heißt „keines“? Das heißt: In keinem egoistischen Verlangen kann von selbst, auf natürlichem Weg, die Annahme der Methode der Selbstkorrektur entstehen. Das geht nur so, dass man die Eigenschaften von Bina in dieses egoistische Verlangen hineinsteckt. Diese Eigenschaften von Bina werden in unserer Welt übermittelt. Man sieht den Übermittler von oben nicht, und man sieht ihn auch mit unseren Augen nicht. Aber diese Aufgabe erfüllt die kabbalistische Gruppe, die Abraham geschaffen hat. Das ist alles. Alles Übrige, in Wirklichkeit die ganze Kabbala wie die ganze Tora, ist gerade für die ganze Welt bestimmt. Die Juden sind nur ein Übermittler.
Wo steht das? Hier haben wir doch gelesen, dass sich der Schöpfer an alle übrigen Völker wandte und sie die Tora nicht annahmen. Dann hat Er angeblich erwählt. Was heißt „erwählt“? Wie … wie soll ich sagen, wie einen Übermittler, einen Katalysator. Ich würde nicht einmal sagen: wie einen Übermittler. Das heißt, es ist ein notwendiger Vermittler und mehr nicht. Die Tora ist auf keinen Fall nur für das jüdische Volk bestimmt. Seiner Wurzel nach braucht dieses Volk diese Tora überhaupt nicht²⁵. Das ist das Paradoxe. Ja.
57:02
Schüler: …
Die Vernichtung des europäischen Judentums und überhaupt all diese Probleme, die ständig bestehen, sind doch klar angegeben²⁶. All das geschieht nur wegen der nicht rechtzeitigen Verwirklichung der Reshimot gegenüber der ganzen übrigen Welt. Das geschieht seit dem Zweiten Tempel und danach, eigentlich schon seit dem Ersten, sogar seit der Zerstörung des Ersten Tempels, und zwar systematisch: in dem Maß, in dem wir mit der Verwirklichung unserer kollektiven Reshimot in Verzug sind. Das Verhältnis zu uns war in allen Jahrhunderten immer kollektiv. Wir müssen Reshimot gegenüber anderen Völkern verwirklichen, gegenüber uns selbst und anderen Völkern. Sobald wir damit in Verzug sind, bekommen wir natürlich sofort den Schlag, und zwar durch genau die Völker, denen gegenüber wir diese Reshimot nicht verwirklicht haben. Das ist völlig natürlich, richtig und, man muss sagen, gerecht. Das erwartet uns auch in Zukunft, wenn wir nicht tun, was nötig ist. Gesetz ist Gesetz. Ja.
58:15
Schüler: Was muss jeder Einzelne und was muss die Gruppe tun, um jetzt in … (‚СОПМ‘)²⁷ überzugehen?
Rav: Darüber sprechen wir etwas später. Eine zu konkrete Frage. Ja, hier.
Schüler: Kann man irgendeine quantitative Bewertung machen? Wie hoch muss das Niveau der Kommunikation, der Interaktion miteinander sein? Ich weiß nicht, wann man sagen kann: Ja, diese …
Rav: Welche quantitative oder qualitative Bewertung die Interaktion der Gruppen untereinander haben muss, wie und was, all das versuchen wir jetzt untereinander einzurichten und festzulegen. In nächster Zeit, sobald wir nur auseinandergefahren sind, müssen wir dieses ganze System schaffen, und zwar fest verbunden. Das gilt für all diese festen Verbindungen, über die hier schon Koslow, Sluzker²⁸ und andere gesprochen haben. Sie haben darin völlig recht und verstehen, was zu tun ist. Das System muss klar nach dem spirituellen System aufgebaut sein, mit dem wir verbunden sein müssen. Ich verstehe, dass ihr vor Ort andere Meinungen haben könnt, aber diese Meinungen werden wir leider nicht berücksichtigen. Wenn ihr wollt, seid ihr in diesem System. Wenn ihr nicht wollt, dann wünschen wir euch nichts Schlechtes, aber dann seid ihr nicht mit uns.
Das ist also ein System, das wir nach und nach anfangen werden. Wir kennen dieses System, wir verstehen, wie es sein muss, und versuchen, es euch zu erklären. Im Prinzip ist von eurer Seite kein besonderes Verständnis nötig. Ihr müsst praktisch blind folgen und fragen „warum?“, und ich werde es nach und nach erklären können. Nach und nach werden wir sehen, dass sich dieses System genau so im Bild der Höheren Welt befindet. Wir werden sehen, wie wir uns mit Hilfe dieses Systems an die Zeichnung der Höheren Welt anpassen. Wir steigen einfach ein wenig auf, weil wir den Arten von Verbindungen ähnlich sind, die es in der Höheren Welt gibt. 60:32
Wenn irgendwelche Verbindungen und Formen nicht so sind, werden wir darin Unbehagen fühlen und sie natürlich entsprechend korrigieren.
Schüler: Woher²⁹ entsteht die kritische Masse?
Rav: Die kritische Masse kann buchstäblich innerhalb weniger Monate entstehen. Das hängt nur von uns ab. Es hängt davon ab, wie sehr wir anfangen, uns darum zu kümmern, dass unser allgemeines Gefäß jedem von uns den Druck gibt, der ihm erlaubt, über den Machsom zu springen. Ich muss fühlen, dass ich in den Händen meiner Freunde bin, dass ich selbst nichts tun kann und völlig von ihnen abhänge. Wenn dieses innere Gefühl dieser Notwendigkeit da ist, dann wird alles da sein. Ich fühle dasselbe in mir. Ich fühle, wie sehr ich von euch abhänge. Nicht so sehr wie ihr, aber das ist völlig klar, denn auch mir gibt man Möglichkeiten und Kräfte entsprechend dem, was ich mit euch zusammen verwirklichen kann. Ich habe auch mein eigenes individuelles Verhältnis, schon bevor es all diese Gruppen gab. Trotzdem hänge auch ich in meinen Stufen davon ab, wem, wie und wie viel ich weitergeben kann. Aber ich verstehe das klar, und das drückt mich auch.
Wir haben die gemeinsame Möglichkeit, praktisch das zu tun, wofür das ganze Weltgebäude geschaffen ist … Wir sind in einem solchen Zustand, dass man sich seine Wichtigkeit kaum vorstellen kann.
62:38
Frage: Bildet sich das Gefäß nur über dem Machsom? Wenn ja, wie fühlen wir dann unsere Unvollkommenheit? Wir fühlen, dass wir noch weit vor dem Machsom sind.
Rav: Das wird nicht gefühlt. Wisst ihr, der Auszug aus Ägypten … All diese Erzählungen berichten uns ja über unseren spirituellen Weg. Dort wird erzählt, wie sie aus Ägypten fliehen. Es gibt den Pharao, der schlägt. Es gibt die Notwendigkeit zu fliehen. Man wird um Mitternacht vom ägyptischen Heer verfolgt, wenn jedes Verständnis dessen, was du tust, völlig fehlt. Der Mensch flieht aus seinem vorherigen Zustand, ohne zu wissen, wohin. Dieser unser innerer Zustand wird durch eine solche Erzählung beschrieben. Er weiß nicht, wohin er läuft. Er läuft mit absolut all seinen Gefühlen, obwohl vor ihm scheinbar Moshe ist, der ihn herauszieht. Das ganze Volk läuft hinter Moshe her, weil es schon anfängt zu fürchten, was dort ist und was da ist. Es kann nicht mehr im vorherigen Zustand bleiben, und es ist egal, wohin. Dann erscheint vor ihnen diese Wand aus Wasser, das sogenannte Endmeer, Jam Suf. „Rotes Meer“ ist einfach ein falscher Name, aber egal: Jam Suf, das Endmeer. Da bleibt ihnen nichts mehr zu tun.
Es gibt einen solchen Helden, das heißt eine solche Eigenschaft in uns, die Nachshon heißt. In der Tora wird er als Mensch namens Nachshon beschrieben, der in dieses Meer springt. Er ist bereit zu ertrinken, nur um von diesem Land wegzukommen, von dieser egoistischen Eigenschaft. Dann weichen die Wellen, weichen die Wasser, und alle Eigenschaften des Menschen gehen durch Bina hindurch, durch diese grimmige Bina. In Bina gibt es nämlich zwei Eigenschaften: Gwura und Barmherzigkeit (Chassadim). Wie sagt man Gwura? Strenge, Gericht, Härte, ja. Ein strenges, aber gerechtes Gericht, ja. So geht es hindurch: Sofort verschwindet die Eigenschaft in Bina, die den Menschen nicht durchlässt und ihn nicht in ihre Barmherzigkeit, in ihre Eigenschaften der Barmherzigkeit aufnehmen will. Dieses Hindernis, die Gwura in Bina, verschwindet sofort. Die Menschen treten in die Eigenschaften der Barmherzigkeit von Bina ein und gehen schon durch dieses Endmeer hindurch, also dorthin, wo der Egoismus endet. Sie treten schon in den Anfang der altruistischen Eigenschaften ein. 65:16
Also … Bevor sie aus Ägypten ausziehen, fühlt der Mensch nichts, also bevor vor dem Machsom diese letzten Zustände kommen, diese letzten Tage. Und wenn diese Zustände geschehen, versteht er auch nicht, dass vor ihm schon der Machsom ist. Er versteht es nicht. Überhaupt ist der ganze Durchgang durch den Machsom wirr, aber innerlich erschütternd, wie alle Handlungen: Ihr fühlt jetzt manchmal, wie etwas so durch euch hindurchgeht, und erst danach fangt ihr an, es irgendwie ein wenig zu begreifen. Überhaupt erst nach dem Machsom, wenn sich schon etwas ansammelt und ein richtiger Parzuf entsteht, fangen in ihm alle möglichen Erlebnisse an, sich einzuordnen. Dann fängt sich mit Hilfe von Mocha und Liba das System des Rosh des Parzuf an zu organisieren. Dann fängt der Mensch an zu verstehen, was mit ihm geschieht. Er verarbeitet diese Information, fühlt sie, vergleicht die Daten richtig mit den Gefühlen und beherrscht sie schon.
67:00
Frage: Worin besteht die Rolle des einzelnen Menschen bei der Vereinigung aller Gruppen, oder gibt es sie gar nicht?
Rav: Die Rolle des einzelnen Menschen ist, sich in die allgemeine Arbeit einzubeziehen. Einen einzelnen Menschen kann es nicht geben, in nichts. Es ist einfach unglaublich, wie ein einzelner Mensch hier einzeln bleiben kann. Im Gegenteil, wir sagen doch nicht umsonst „Lechaim“. Wer unsere Mahlzeiten sieht, hört es bei uns ständig: Wir rufen dort „Lechaim“ auf den einen, auf den zweiten, auf den zehnten. Wir sind jetzt einfach nicht in der Lage, alle Menschen aufstehen zu lassen, die an dieser Sache gearbeitet haben. Das haben wir doch nicht umsonst eingeführt. Damit sehen wir, was jeder von uns tut, welche Arbeit er in der Woche gemacht hat, was er für die Gruppe getan hat. Das alles geschieht nicht, um diesen Menschen auszuzeichnen, sondern einfach … Doch, auch um ihn auszuzeichnen: Baal HaSulam weist im Artikel „Die letzte Generation“ darauf hin, dass man solche Menschen unbedingt auszeichnen muss. Aber wir wollen diese Eigenschaften erheben. Wir wollen ihm nicht einfach danken, wir wollen uns ein Beispiel nehmen und so weiter.
Die Rolle des einzelnen Menschen liegt also nur im Maß seiner Verschmelzung mit der Gruppe, in dem, was er für sie getan hat. Etwas anderes gibt es nicht. Wenn ihr selbst lernt und den Stoff hervorragend kennt, gibt das niemandem etwas, und niemand braucht das. Niemand jagt überhaupt der Menge und Qualität der Stoffaufnahme hinterher. Wenn ihr diesen Stoff nicht auf eure inneren Bewegungen anwenden könnt, ist er völlig nutzlos. Er ist sogar, würde ich sagen, schädlich. Das nennt man „Chochmato merubah mi-Ma'asaw“²⁰, das heißt: Seine Weisheit ist größer als seine Taten. In der Kabbala klingt das wie Spott: ein Besserwisser. Das ist eine tote Last. Sie drückt auf ihn und verwirrt ihn nur. Er findet immer mehr Ausreden, nichts zu tun. Letztlich verwirklicht er sich nicht und korrigiert sich nicht. Was geschieht dabei in ihm? Nichts. Es gibt Menschen, die alle möglichen Artikel und den Talmud Esser haSefirot gut kennen. Aber wenn sie das nicht in der Arbeit in der Gruppe verwirklichen, bringt es nichts. Dieser Mensch kann den ganzen Stoff hervorragend kennen und stirbt doch wie ein Computer und nimmt nichts mit. Dieses ganze tierische Gedächtnis verschwindet. Nicht umsonst heißt es, dass allein seine guten Taten den Menschen weiterführen, in eine andere Welt. Denn nur die korrigierten Eigenschaften, das Streben, das er angesammelt und in der Gruppe verwirklicht hat, nur das bleibt ihm. Das bestimmt auch seine spirituelle Stufe, die sich nicht ändert. Das ganze mechanische Gedächtnis stirbt mit dem Körper, es lohnt sich nicht, sich damit zu beschäftigen.
Ich sage euch im Ernst: Vielleicht geht ihr aus der Lektion hinaus und fühlt, dass ihr jetzt größeren Druck habt, eine größere Verpflichtung, euch in die Gruppe einzubeziehen. Ihr fühlt die Verpflichtung, die Gruppe zu verpflichten, auf euch einzuwirken, und euch zu verpflichten, auf sie einzuwirken, euch stärker damit zu verbinden. Das alles, um dem Schöpfer ähnlich zu werden, um wenigstens ein bisschen zu Ihm aufzusteigen. Auf keinen Fall dürfen wir dieses Ziel vergessen. Die Gruppe ist nicht das Ziel selbst. Wenn das da ist, dann ist die Lektion gut gelaufen, dann hat sie wirklich stattgefunden. Wenn nicht, dann hat es sie einfach nicht gegeben. Wenn ihr einfach noch irgendwelche Informationen über irgendwelche Parzufim bekommen habt, dann heißt das einfach: nichts.
70:43
Frage: Wenn ein Mensch fühlt, dass es innerhalb einer Gruppe zwei getrennte Gruppen gibt, wie verbindet man sie?
Rav: Ihr vereint nicht zwei verschiedene Gruppen zu einer Gruppe. Wir vereinen uns alle zusammen als Gruppe zu einer großen Gruppe, zu einer großen Organisation. Dabei geht es im Prinzip nicht einmal um irgendeine mechanische Vereinigung, wie es sie jetzt zwischen uns gibt. Es geht um unsere innere Vereinigung, um das Verständnis, dass ich ohne gegenseitige Einbeziehung nicht … Ich bin heute so sehr Egoist, dass ich um mich herum eine starke, große Gruppe brauche. Sie soll mich die ganze Zeit auf einer gewissen minimalen spirituellen Ebene halten und in mir die ganze Zeit einen immer größeren inneren Aufstieg hervorrufen. Ich kann das nicht. Wäre ich heute Morgen an einem anderen Ort aufgestanden, hätte ich schon völlig andere Gedanken. Ich wäre schon mit dieser Welt vermischt. Mich würden die Neuigkeiten interessieren, die dort passieren, angebliche Neuigkeiten, und all die tausend und abertausend anderen Probleme, die entstehen würden. Ich würde über sie wie über etwas sehr Wichtiges nachdenken, das man dringend lösen muss, womit man überhaupt etwas tun muss. Ich würde mich dem Einfluss² der äußeren Welt aussetzen.
Die Gruppe muss so sein, dass sie mich das ganze Leben, jede Sekunde, gleichzeitig mit der äußeren Welt in einem solchen erhobenen spirituellen Zustand hält, ohne dass ich vor dieser Welt fliehe. Ich soll gleichzeitig in diesen zwei Welten wie in einer existieren können, die eine Welt durch die andere sehen. Könnt ihr euch vorstellen, welche Kraft dafür nötig ist, welche Flexibilität in unserer Einwirkung auf jeden von uns?
Bei uns in Bnei Baruch gibt es dafür sehr viele Mittel. Wir rufen einander an und schicken uns Nachrichten auf die Handys. Zwischen uns gibt es eine kostenlose Telefonverbindung, du kannst sogar 24 Stunden am Tag mit den Freunden reden. 400 Telefonnummern, wisst ihr, sind alle in einem System kostenloser Verbindung vereint. Dann gibt es natürlich tägliche Lektionen, morgens und abends. Es kommt praktisch nicht vor, dass ein Mensch abends von der Arbeit nach Hause geht. Morgens fängt er seinen Tag unbedingt um drei Uhr nachts bei uns im Zentrum an. Danach geht er zur Arbeit, und nach der Arbeit hat er in der Regel wieder irgendwelche Aufgaben bei uns. Im Laufe des Tages bekommt er also mehrmals Nachrichten, spricht mit seinen Freunden und berät sich, um irgendwelche Dinge zu erledigen. Abends kommt er wieder ins Zentrum oder erledigt irgendwelche Dinge, liest den Sohar oder sonst etwas und so weiter.
Die Arbeitszeit ist also die einzige Zeit, in der der Mensch sozusagen von uns abgeschnitten ist. Und auch da ist er nicht abgeschnitten, er ist im Grunde die ganze Zeit in gewissem Maß mit uns verbunden. Dann dreht sich alles darum, wir versuchen, sehr viele verschiedene Systeme zu schaffen. Ihr werdet das von denen hören, die hier auftreten. Bald wird es wohl einen Austausch zwischen den Gruppen geben, einen Austausch von Meinungen. Ich weiß nicht, ob so etwas im Plan steht. Denkt nicht, dass wir euch einfach zeigen wollen, wer wir sind, oder dass es bei euch dasselbe geben soll. Das braucht niemand. Wir haben diese Abteilungen bei uns am Anfang ziemlich künstlich geschaffen. Dann fingen sie an, sich wirklich in arbeitende Abteilungen zu verwandeln. Wenn es heute irgendeine Arbeit gibt, ziehen wir sie absichtlich heran und nehmen sie auf uns. So haben wir möglichst viel Gemeinsames, in das wir unsere Kräfte investieren, und kommen durch diese Gemeinsamkeit voran. 74:57
Es kann also irgendwo weit weg eine kleine Gruppe geben, die nicht stark mit uns verbunden sein kann oder die zwar mit uns verbunden, aber trotzdem nicht genug vereint ist. Dann müssen sie sich irgendwelche gemeinsamen Tätigkeiten ausdenken. Egal was, zum Beispiel irgendwelche Schachteln zusammenkleben, egal, was man macht. Sie müssen einfach etwas für sich suchen. Wisst ihr, wir haben von außen irgendeine Arbeit angenommen. Ich weiß nicht einmal mehr, für wie viele Stunden, für fünf Stunden Arbeit haben wir diese Kartons gefaltet. Einfach statt der Lektion. Ja, war das statt der Lektion oder nach der Lektion? Ich erinnere mich nicht einmal. Ich glaube, sogar statt der Lektion. Wir haben von irgendeiner Kartonfabrik Schachteln zum Zusammensetzen genommen. Sie gaben uns Zuschnitte aus Karton, und wir falteten daraus Schachteln. So haben wir alle zusammen in einem großen Raum an einem riesigen Tisch etwas gemeinsam gemacht. Das ist notwendig. Das ist viel wichtiger als Lernen. Natürlich kann man nicht nur das eine oder nur das andere machen, aber wir haben sogar solche Arbeiten gemacht. Man zahlte uns ein paar Groschen, so 100 Schekel. Natürlich hat niemand darauf geachtet. Eigentlich hätten wir ihnen, sagen wir, noch etwas dazuzahlen müssen. Dasselbe wurde auch beim Rav gepflegt. Wenn es irgendeine Arbeit zu machen gab, gab es da keine besonderen … Was wir geschaffen haben, haben wir im Grunde gerade deshalb geschaffen, weil … Das ist kollektive Arbeit, das ist unsere gemeinsame Arbeit.
76:43
Frage: Wo liegt in der Gruppe die Grenze zwischen wirtschaftlicher Tätigkeit und Spiritualität? Warum wird man sich über jemanden mit Ihnen in Verbindung setzen müssen, bei inneren Fragen und bei Fragen der Wirtschaftstätigkeit? Können denn Abteilungsleiter, die unter dem Machsom sind, etwas erklären, was jenseits davon liegt?
Rav: Ich erkläre euch nicht, was jenseits des Machsom ist. Ich erkläre euch schon, was jenseits des Machsom ist, aber ich erkläre es euch allen in meinen Lektionen. Ihr braucht keine andere Verbindung. Ihr seht, viele von euch sind zu mir gekommen: „Ich muss mich mit Ihnen über etwas beraten, ich muss über etwas sprechen, ich habe eine Frage.“ Ich frage sofort: „Persönlich? Was, hast du Bauchweh? Hast du Probleme mit deiner Frau oder mit jemand anderem? Bitte. Dann rate ich dir, wenn ich kann, oder helfe irgendwie.“ Wenn du spirituelle Probleme hast, ist meine ganze Hilfe für alle gleich, in den Lektionen oder mit Hilfe solcher allgemeiner Notizen. Denn alle spirituellen Fragen, die du hast, haben auch die anderen. Individuell beantworte ich sie niemandem. Niemandem. Das habt ihr wahrscheinlich schon an meinen knappen Antworten an euch gesehen. Ich werde nicht antworten, weil wir alle zusammen ein gemeinsamer Körper sind. Es kann keine individuellen Fragen und Antworten geben. Ich kann aus mir keine individuelle Antwort herauspressen. Ich kann einen Menschen beruhigen und sagen, dass alles in Ordnung ist, mach dir keine Sorgen. Vielleicht kann ich in einem besonders kritischen Zustand eine kleine Antwort geben, aber dafür gibt es keine Notwendigkeit.
Vielleicht nehmt ihr an meinen virtuellen Lektionen teil und schreibt dabei allgemeine Fragen. Dann werden wir es, hoffe ich, mit unserem Internetdienst doch so einrichten, dass ich eure Fragen lese, richtig lese und sie während der Lektionen beantworten kann. Vielleicht machen wir von den drei Lektionen pro Woche eine, die gerade auf der Arbeit unserer Gruppen aufgebaut ist und auf euren Fragen und Antworten beruht. Oder die Hälfte dieser Lektion. Mehr braucht ihr nicht. Keine privaten Kontakte mit mir werden euch helfen, das erkläre ich schon viele Male. Heute wird alles oben durch unser allgemeines Gefäß wahrgenommen. Der Schöpfer sieht keinen einzigen von uns aus der Nähe. Er sieht nur uns alle. Und nicht nur uns alle: Er sieht uns in der Rolle, die wir gegenüber der ganzen übrigen Menschheit spielen, erfüllen müssen. Nur in dieser Form wird Er uns helfen. Das heißt, in dem Maß, in dem wir nach der Ausweitung des Wissens des Schöpfers streben, nach der Verbreitung des Wissens des Schöpfers, des Wissens über den Schöpfer in der ganzen Welt, in diesem Maß wird Er uns helfen. Auch individuell verhält Er sich zu uns wie zu einem Körper. Er wird diesem Körper nicht als einem einzelnen Menschen helfen, denn Seine Aufgabe ist jetzt, dass die Menschheit zu Ihm aufsteigt. In dem Maß, in dem wir diese Rolle erfüllen, in diesem Maß wird Er uns erheben. Wir sind, ihr und wir, für diese Rolle auserwählt. Wir heißen, ihr und wir, Israel, die zum Schöpfer streben. Wir sind verpflichtet, das zu tun, was Rabbi Elasar schreibt. Deshalb kommen wir nicht darum herum. Wir müssen es unbedingt tun, und in diesem Maß, gerade dafür und deswegen, wird Er uns erheben.
80:14
Frage: Kann der Mensch verstehen, dass er den Machsom überschritten hat, wenn er sich lange in einem Zustand der Annäherung an ihn oder der Entfernung von ihm befindet?
Rav: Nichts kann der Mensch verstehen. Alles, was er versteht, ist: überschritten, überschritten, nein, nein, davor ist das alles … Ich sage euch noch einmal: Wenn der Übergang stattfindet, werde ich es euch mitteilen. Ihr werdet es selbst erfahren. Was heißt „ich werde es euch mitteilen“? Ich will damit sagen, dass es alle möglichen Illusionen gibt: „Ich bin schon dort, ich bin schon in der Welt der Unendlichkeit“ und so weiter. Natürlich, wenn der Mensch völlig unter seinem Egoismus steht, scheint es ihm, dass er in der Welt der Unendlichkeit ist. Er erfüllt ja alles, was nötig ist, denn der Schöpfer befiehlt ihm durch seinen Egoismus. Ich sage noch einmal: Das Gefühl des Machsom, des Übergangs durch den Machsom, ist, wenn du eine einzige Kraft fühlst, die sich in die ganze Welt einkleidet. Du verschmilzt mit ihr, du bist bereit, alles zu erfüllen, was in ihr ist, und dein eigenes Ich verschwindet. Es ist in diese Höhere Kraft einbezogen. Dieser Zustand kann auch vor dem Machsom vorkommen, abwechselnd, im Übergang hin und zurück. Aber den Übergang durch den Machsom, den werdet ihr sehen, hören, fühlen.
Frage: Was heißt ausreichende Verbindung zwischen den Gruppen? Welche technische Form reicht aus, um die Verbindung zwischen den Gruppen zu sichern?
Rav: Wir müssen mit euch … Bei uns … Wisst ihr, am Ende der Morgenlektion, …³³, wenn wir die Lektion um halb sechs Uhr morgens beenden, werden alle möglichen Mitteilungen vorgelesen: Wir machen heute dies und das. Die und die Leute werden für dies und das gebraucht. Jemand fährt dorthin, jemand macht dort etwas und so weiter. Es sind Mitteilungen über unsere gemeinsame Arbeit, über unsere gemeinsamen Projekte, und zwar konkrete. Nicht die gewöhnlichen, die ständig laufen, sondern darüber, dass wir an jedem neuen Tag etwas machen. Wir müssen mit euch so ein schwarzes Brett machen, auf dem wir überhaupt alles ausstellen, was bei uns läuft und allgemein gemacht wird, was wir jetzt konkret verwirklichen und erfüllen müssen. Alle müssen das sehen. Ich freue mich sehr, wenn man mir Mitteilungen schickt: Baruch ist irgendwohin gefahren, nach Schitomir, ich weiß nicht. Ja, er hat dort einen Vortrag für Rentner gehalten. In Vilnius haben sich ein paar Leute zu dem und dem versammelt. In Australien hat Yossi endlich mit noch ein paar Leuten etwas gemacht. Es ist nicht wichtig, dass das kleine Erfolge sind. Manchmal gibt es große: ein Vortrag vor 100, 200 Leuten, oder in Litauen³⁴ hat sich eine Gruppe von ein paar Dutzend Leuten organisiert. Egal, ob kleine oder große Erfolge, wir brauchen sie. Wir wissen ja nicht, was überhaupt … Spirituell können wir es nicht abwägen. Manchmal hältst du in irgendeinem Schitomir einen Vortrag vor zwei, drei Menschen. Dieser Vortrag kann im Prinzip in seiner spirituellen Bedeutung größer sein als einer, den jemand vor ein paar Dutzend Menschen hält. 83:56
Wir können diese Zustände nicht abwägen, sie werden ja nicht quantitativ gemessen. Diese Stärke ist das Produkt aus Quantität und Qualität der Seelen. Deshalb ist uns das alles sehr wichtig. Die kleinsten Dinge sind in Wirklichkeit nicht klein. Deshalb müssen wir unbedingt in einer solchen Verbindung miteinander sein. Außerdem gibt es sehr viele Fragen, die unser Zentrum hier in Israel nicht lösen kann, bei denen ihr einander aber helfen könnt. Die Verbindungen müssen also einfach direkt sein. Irgendwo im Internet muss es einen Teil geben, der uns einfach erlaubt, voneinander zu lernen und einander zu sehen, so eine allgemeine Tafel. Sie ist für Gruppen und für einzelne Menschen: Jemand sucht etwas, jemand hat technische Fragen und bittet irgendwie um eine Lösung. Dort können natürlich neben unseren Ratschlägen auch die der anderen stehen. Sie helfen dir vielleicht schneller³⁵, und du findest es. Es kann in einer Gruppe nichts geben, was nicht auch in einer anderen durchgegangen wäre oder durchgehen könnte. Das ist doch klar. Was kann ich euch noch sagen?
85:29
Frage: Muss die kritische Ebene der Gruppe so sein, dass jeder in der Gruppe bereit ist, jedem in der Gruppe sein Or Makif zu geben?
Rav: Ja. Was heißt das? Das heißt, ich verstehe völlig klar, dass mein spirituelles Wohlergehen, mein Fortschritt, meine Stufe, mein Leben, mein Schicksal in den Händen der Gruppe liegen. Was heißt dann „ihnen geben“? Wenn ich fühle, dass ich in ihren Händen bin, heißt das ohnehin, dass ich mich ihnen hingegeben habe. Ich bin in Wirklichkeit in diesem Zustand. Ich muss nur dahin kommen, verstehen, dass es so ist, und entsprechend handeln. Da ist nichts dabei, ich schaffe keine Bedingungen. Ich komme einfach auf eine Ebene, auf der ich sehe, dass es wirklich so ist: dass ich in ihnen bin, in ihren Händen. [nur hebr. Fassung: Kein Ton in den Kopfhörern, technische Störung …] Dann komme ich auf eine Ebene, auf der ich einverstanden bin, dass es so ist, dass es so sein soll. Auch wenn es keine solche spirituelle gegenseitige Bürgschaft gäbe, auch wenn ich nicht von anderen abhängen müsste, würde ich trotzdem gerade das wollen. Das bedeutet, dass ich die Struktur des Handelns des Schöpfers gutheiße und darin sein will. Gerade das wähle ich als das einzig Richtige und Gute. Wenn ich damit einverstanden bin, dann gelte ich wirklich als jemand, der sich diese spirituelle Stufe angeeignet hat, dann bin ich auf ihr. Das heißt, ich wähle von allen möglichen Zuständen gerade das, was auf dieser Stufe geschieht. Ich wähle also, dass die Gruppe wirklich das ist, was mich lenkt. Ich will, dass es so ist. Ich bin völlig einverstanden, wie hier geschrieben steht, zu ihrer Verfügung zu stehen oder im Gefäß … 87:55
Frage: Bringt … bringt die kabbalistischen Beziehungen in die Familie.
Rav: Was ist das? Zur kabbalistischen Familie habe ich hier, glaube ich, heute oder wann ein Treffen mit den Frauen, ja? Heute? Oder … Nein, heute, ja? Ja, nach dem Mittagessen. Alle gehen auf einen Ausflug, und wir … ah, die Männer gehen auf einen Ausflug, und ich werde mit den Frauen über dieses Thema sprechen. Was will ich sagen? Der Aufstieg der Welt ist jetzt wirklich allgemein und massenhaft. Deshalb müssen letztlich Männer und Frauen und überhaupt die tierische, pflanzliche und unbelebte Welt aufsteigen und sich mit dem Licht des Schöpfers füllen. Was ich zu dem Thema sagen möchte: Es gibt im Grunde keinen Unterschied zwischen Mann und Frau beim Durchlaufen all dieser Zustände, und die Frauen fühlen das auch selbst. Es gibt natürlich Besonderheiten in der weiblichen und männlichen Psychologie, aber das sind nur unsere äußeren, sozusagen irdischen Probleme. Auf der spirituellen Ebene gibt es diese Probleme nicht. Worin zeigt sich das hauptsächlich? Die Frau, in der Form, in der sie in unserer Welt existiert, ist hauptsächlich für das Vorankommen, die Fortpflanzung, die Erziehung und so weiter zuständig, und der Mann ist die Hilfe. Umgekehrt ist es beim Beschaffen des Lebensunterhalts, beim Empfangen und in der aktiven Methode der Verbreitung. Dort ist die Rolle des Mannes die Hauptrolle und die Rolle der Frau die Hilfsrolle. Man soll also die Beziehungen richtig regeln, wie in der Familie, wie es überhaupt in einer normalen Familie sein muss. Nicht in einer modernen, denn die moderne Familie ist schon die Frucht all unserer falschen Beziehungen, dessen, wohin wir diesen Begriff Familie gebracht haben. Wenn man die Rolle von Mann und Frau in der Familie richtig nimmt, dann verteilt sie sich genauso wie gewöhnlich. So ist es auch mit der Rolle des Frauenteils der Gruppe und des Männerteils oder einer Frauengruppe und einer Männergruppe: Die Frauengruppe muss in Hilfsrollen beim Mann sein. 91:25
Auch bei uns helfen uns außer unseren Frauen auch Frauen, die nicht unsere Ehefrauen sind³⁷, sehr aktiv, würde ich sagen. Die Herausgabe liegt hauptsächlich bei den Frauen, ebenso die Reinigung von Audio und jetzt sogar von Video, die Medien. Erziehung und Unterricht in Gruppen für Kinder machen Frauen. Kurz gesagt, sie führen eine riesige Menge an Arbeit aus, ich kann sie gar nicht aufzählen. Ich arbeite im Gegenteil lieber mit Frauen. Das ist verständlich: Sie führen besser aus, sind so … na ja, gewissenhafter. Mir persönlich ist es bequemer, mit ihnen zu arbeiten, denn bei Männern kann man wirklich … Na, alle wissen, was es heißt, mit Männern zu arbeiten: wo seine Gedanken schweben und überhaupt was und wer. Deshalb sind diese Eigenschaften und Funktionen in der Familie nicht umsonst in uns angelegt. Überall in unserem gesellschaftlichen Leben verteilen wir diese Rollen so, in unserer irdischen Gemeinschaft³⁸. Dasselbe muss auch in unserer gemeinsamen Arbeit sein. Deshalb ist die Frauengruppe im Prinzip eine Quelle der Arbeitskraft, eine Quelle der gewissenhaften Einstellung zu unserem Fortschritt. Beim Bau der Sukka, beim Kochen für tausend Menschen oder bei so etwas sind unsere Frauen in dieser Hinsicht natürlich völlig von uns versorgt. Wir kümmern uns um sie und um die Kinder, ihr seht, was geschieht, und all das machen die Männer. Umgekehrt ist es bei der Arbeit, die, würde ich sagen, näher am Spirituellen ist: die Herausgabe von Informationen, das Prüfen, Redigieren und Reinigen dieser Informationen. Das machen bei uns übrigens alles Frauen. Frauen sind also in intellektuellerer Arbeit als die Männer und führen sie viel besser aus. 93:44
[nur hebr. Transkript Fassung: Wieso ruft man uns noch nicht aus der Küche? Ich weiß es nicht. Wenn ihr mit unseren Frauen darüber sprecht, was für einen Tagesablauf wir im Leben haben und wie viel Zeit wir der Familie widmen können, dann kommt natürlich heraus, dass sie völlig … Wir geben ihnen nicht ihr Maß an Aufmerksamkeit. Aber sagen wir, ein Ehemann ist den ganzen Tag bei der Arbeit und bringt Millionen nach Hause. Dann ist sie auch einverstanden, ihn monatelang nicht zu sehen, denn er finanziert sie und die Familie. Eine Frau kann wissen, dass der Mann wirklich mit der erhabensten Arbeit der Welt beschäftigt ist. Er versorgt sie, die Familie, die Kinder, die ganze Menschheit und sich selbst mit dem Allerwichtigsten, was es überhaupt geben kann. Dann glaube ich nicht, dass es für eine Frau schwer ist, ihren Mann eine halbe Stunde, eine Stunde am Tag zu sehen, maximal. Das gilt auch am Shabbat, einschließlich des Ruhetags, und der ist bei uns in Israel der einzige. Kurz gesagt: Sie sieht die Familie, den Ehemann nicht, sie sieht ihn nur durch das Muster der Gruppe und alles Übrige. Ich danke unseren Frauen sehr. Sie sind wirklich Heldinnen, gemessen an der Anzahl der Stunden, die ihre Männer in der Familie sind. In einer normalen Familie gibt es so etwas natürlich nicht, das ist klar. Und auch wenn er in der Familie ist: Wo ist sein Kopf, wo sind seine Gedanken? Na ja, was soll man machen.] 95:49
Frage: Muss man in den Gruppen unabhängig von der Nationalität eine Kippa tragen?
Rav: Nein. Wenn Menschen zu uns nach Bnei Baruch kommen, können sie gewöhnlich eine aufsetzen oder nicht. Aber das ist ein Brauch. Die Kippa ist überhaupt ein Brauch. Den Kopf zu bedecken ist bei allen östlichen Völkern ein Brauch, vor dem Schöpfer als Zeichen von … Bescheidenheit, Furcht. Das ist ein Brauch, da ist nichts dabei. Wenn man an einen anderen Ort kommt, verhält man sich gewöhnlich nach dem Brauch dieses Ortes. Deshalb tragen viele bei uns Kippot, aber wir zwingen auf keinen Fall. Hier haben wir welche mit Emblemen, mit den neuen, mit Bnei Baruch. Aber in dieser Hinsicht sind wir sozusagen völlig loyal. Mir persönlich ist es völlig egal, ob ein Mensch mit oder ohne Kippa dasitzt. Das sind alles äußere Erscheinungen. Alles außer der Seele, die Knochen, das Fleisch und alles, was auf dem Fleisch ist, hat keine Bedeutung. Wenn ihr wollt, setzt sie auf. [nur hebr. Fassung: Das andere betrifft die Bescheidenheit. Um in uns nicht alle möglichen natürlichen, tierischen Instinkte zu wecken, bitten wir um Bescheidenheit, damit nichts ins Auge springt. Es geht nicht darum, dass es weniger gut ist, wenn eine Frau Rock und Hose trägt, manchmal ist es umgekehrt.] Die Regel ist einfach die, dass wir uns jetzt mit spirituellen Problemen beschäftigen wollen und nicht mit unseren körperlichen. Also lenkt uns nicht ab. Daraus ergeben sich all diese Regeln, ich glaube, wir haben das ziemlich klar beschrieben. Wir verlangen keinerlei nationale oder religiöse Kennzeichen, in nichts. Die Kabbala steht über all diesen Dingen. 98:07
Im Artikel „Die letzte Generation“ sagt Baal HaSulam: Jedes Volk soll in seiner Religion bleiben, welche es auch sei, und ausführen, was es will. Will es auf dem Kopf gehen, bitte. Will es einen Turban tragen, bitte, egal was. Es geht um die Korrektur des Herzens. [nur hebr. Fassung: Aber egal, welches Volk hier ist, es wird sich hier bei uns wiederfinden. Sagen wir, es kämen Frauen aus irgendeinem Südamerika halbnackt. Dann würden wir sie verpflichten, sich anzuziehen, denn das würde in uns entsprechend unnötige Gedanken wecken. Und das nur, um in uns bessere Bedingungen für die spirituelle Arbeit zu schaffen.] Deshalb muss diese Frage von allen endgültig verstanden werden.
Frage: Können die inneren Erreichungen der Gruppe deine individuellen durcheinanderbringen, wenn es auch noch inneres persönliches Wachstum und Dwekut gibt, die Enthüllung der Eigenschaften des Schöpfers? Oder gehen wir alle zusammen hindurch?
Rav: Wir gehen nicht alle zusammen hindurch. Jeder geht individuell hindurch, aber jeder, der individuell hindurchgeht, muss sich auf die allgemeine Ebene der Gruppe stützen. Deshalb kann es im Allgemeinen keinen Sprung eines Einzelnen über die Gruppe hinaus geben. Er kann nur bis zu einer bestimmten Ebene gehen. Welche Ebene ist das? In dem Maß, in dem ich in die Gruppe investiere, springe ich über den Machsom. Machsom bedeutet mein völliges Aufgehen im Schöpfer, völliges Aufgehen in der Gruppe, völliges Geben. Die Ebene der Gruppe, das allgemeine Geben der Gruppe, ist also hier, und meine Ebene des Gebens liegt noch einen Sprung höher. Deshalb springe ich über den Machsom. Ich arbeite also in derselben Richtung wie die Gruppe, nur mache ich in der Gruppe noch größere Anstrengungen, und deshalb springe ich über den Machsom. Auch dieser mein individueller Sprung geschieht innerhalb der Gruppe. Was heißt es denn sonst, den Machsom zu durchschreiten, wenn nicht, sein Ich zu annullieren?
Schüler: Ist die Kippa ein Symbol für den Massach?
Rav: Symbol ist alles. Alle Gesetze des Judentums hat Moshe absichtlich so niedergeschrieben und dem Volk gegeben, damit das Volk sie ausführt. Woher konnte er sie nehmen? Er hat sie aus seinem spirituellen Erreichen genommen. Deshalb all diese Gesetze, und es sind sehr viele, ihr könnt es euch nicht vorstellen. Wisst ihr, was der Talmud ist? Wie sie dort alle erklärt sind? Absichtlich in einer solchen Form, dass es durch alle möglichen landwirtschaftlichen Arbeiten geht: Arbeit mit der Erde, Pflügen, Ernte, Umwenden der Erde, Beschneiden von Bäumen, also Arbeit mit unbelebtem und mit pflanzlichem Material. Es geht darum, wie man sät und wie man erntet, also um die Verbindung von Unbelebtem und Lebendigem, Pflanzlichem. Es geht darum, welche Arten von Nahrung man zum Beispiel verzehrt und auf welche Weise man sie unbedingt für die menschliche Stufe zubereitet. Das betrifft alle Stufen: welche Korrektur jede Stufe durchführen muss, um die höchste Stufe zu erreichen. Die höchste Stufe heißt Kohen²⁰. Das ist zum Beispiel die Arbeit im heiligen Tempel: wie zu ihm alle Korrekturen gesammelt und zusammengestellt werden, damit er dort seine allerletzte Korrektur in Bezug auf Gmar Tikun macht. All das wird in sehr komplizierten Traktaten beschrieben. All das brauchen wir für unsere spirituelle Arbeit überhaupt nicht. All das haben Kabbalisten beschrieben, damit die Menschen sich jahrtausendelang gerade mit der Analyse dieser Bedingungen auf ihrer unbewussten Ebene beschäftigen. Deshalb waren die kabbalistischen Bücher verborgen und diese Bücher offen. In unserer Zeit geschieht das Umgekehrte: eine völlige Abkehr von der Darstellung der höheren Gesetze in Form des Talmud, eine Ablehnung dieser Darstellung, und ein allgemeiner Zug zum Verständnis ihrer Darstellung in der Sprache der Kabbala. Darüber schreibt Baal HaSulam, über die vier Sprachen, in denen die höheren Gesetze in unserer Welt dargestellt werden. Darüber haben wir schon gesprochen.
102:56
Schüler: Wie baut man einen Massach auf jede Reshimo³⁹?
Rav: Nach dem Gesetz Ibur, Yenika, Mochin, Awiut Shoresh, 1, 2, 3, 4 und so weiter. Wieder eine Reshimo, wieder Awiut Shoresh, 1, 2, 3, 4. Das lernen wir. Wenn es schon um Massachim und Reshimot geht, dann wird das schon völlig klar im Talmud Esser haSefirot gelernt.
Schüler: Wenn man sagt, dass Männer ohnehin fast die ganze Zeit mit etwas beschäftigt sind, arbeiten, verbreiten und so weiter, was heißt es dann, auch noch in die Gruppe zu investieren?
Rav: Nicht nur Männer sind beschäftigt, Frauen sind auch beschäftigt, sie haben einfach sehr viel Arbeit zu Hause. Deshalb zählt die Arbeit, mit der eine Frau zu Hause mit den Kindern beschäftigt ist, trotzdem, je nach ihrer Absicht. Es ist egal, womit der Mensch beschäftigt ist. Wenn er mit seiner Pflichtarbeit beschäftigt ist, ist das gleichwertig damit, dass er gemeinnützige Arbeit in der Gruppe macht. Das ist gleichwertig damit, dass er diese Arbeit für die Menschheit macht. Das ganze Leben des Menschen ist nur seinem spirituellen Aufstieg gewidmet, und dabei arbeitet er 8 Stunden bei seiner Arbeit. Er läuft noch 2 Stunden hierhin und dorthin, zur Bank, zur Post, Telefon, Telegraf, ich weiß nicht, was er dort braucht, damit wir in unserem Leben existieren können. Wir müssen durch all diese Instanzen laufen und so weiter. Das ist egal, so ist unser Leben geschaffen. Hauptsache, wir hauchen ihm unsere Absicht ein. Dann ist es völlig an die spirituelle Welt angeschlossen. Schaut, woraus unsere ganze Welt, unser ganzer Zustand besteht: 8 Stunden schlafen wir, oder 6, 5, 4, wie es jedem gelingt. So und so viele Stunden arbeiten wir, …⁴⁰, essen, beschäftigen uns mit unserem eigenen Körper, mit den Kindern, mit völlig unnötigen Dingen, ja? Diese Welt ist in genauer Entsprechung zur Höheren Welt geschaffen. Das heißt, all diese Beschäftigungen fallen auf jeden individuell, entsprechend der Struktur seiner Seele. Es fallen ihm solche irdischen Umstände zu, dass es genügt, wenn er ihnen nur die Absicht hinzufügt, zum Schöpfer zu streben, und seine freie Zeit der Arbeit in der Gruppe widmet, um zum Schöpfer zu streben.
105:13
Ein Mensch hat vielleicht nur eine halbe Stunde am Tag, aber das ist wirklich das, was er hat, wirklich das, was er geben kann. Wenn er sie richtig mit Arbeit in der Gruppe füllt, dann genügt das. Alle übrigen Stunden kann er sich in Ruhe mit seinen Angelegenheiten beschäftigen. Man fragt von ihm nur, ob sein Herz auch dort ist oder nicht. Die ganze übrige äußere Welt, all unsere Arbeiten, sind nach einem solchen Prinzip und für jeden individuell eingerichtet, dass du ruhig in deiner Arbeit bleiben kannst. Es gibt unter uns Menschen, die 10 Stunden am Tag mit ihrer Arbeit beschäftigt sind. Man muss sie nicht verlassen, muss nicht zu irgendwelchen anderen wechseln oder überhaupt kündigen. An mich wenden sich oft Menschen, die sich der spirituellen Arbeit widmen wollen. [nur hebr. Fassung: Widmen? Dann widme dich.] Widmung ist eine innere Sache. Unsere Welt ist dafür geschaffen, dass wir in ihr in unseren ständigen Mühen sind, gerade in einer solchen irdischen, primitiven Form. Die ganze Arbeit ist in uns. 106:11
(Ende der Lektion)