Tägliche Lektion24. Sep. 2026(Morning)

Part 1 Sukkot 2003. Lesson 3 (10.10.2003)

Sukkot 2003. Lesson 3 (10.10.2003)

24. Sep. 2026
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Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem hebräischen Original übersetzt und nicht redaktionell bearbeitet.

Täglicher Unterricht, 10. Okt. 2003

Sukkot 2003, Unterricht 3

Rav: Ihr habt alle Mappen mit Artikeln bekommen, ja? Das sind die Artikel „Das Geben der Tora"⁷ … „Das Geben der Kabbala", habe ich geschrieben. Nicht der Tora, damit ihr nichts verwechselt. „Die Bürgschaft", dann „Die Freiheit"⁸, mit so einem Männchen darauf, das schon in den freien Willen hinausgetreten ist, und „Verhüllung und Enthüllung des Schöpfers" und „Machsom – willkommen!". Gedruckt haben sie allerdings, glaube ich, nur die Hälfte von dem, was ich ihnen gegeben habe.

Ich bitte euch also, sie mitzubringen; ihr könnt sie überhaupt die ganze Zeit bei euch behalten. Wir werden ständig an diesen Artikeln arbeiten, denn in ihnen hat Baal HaSulam das eigentliche Wesen davon ausgedrückt, wie der Mensch in einen anderen Raum hinaustritt – in den Raum, in dem er lebt. Der Mensch lebt in sich selbst. In uns selbst empfinden wir alles, es scheint uns nur, dass es draußen ist.

In Wirklichkeit sind das rein unsere inneren Empfindungen: die Projektion der Erregung unserer Sinnesorgane auf unseren sogenannten inneren Bildschirm¹, auf dem sich dann das Bild der angeblich uns umgebenden Welt abdruckt. Dabei ist das überhaupt nicht die umgebende Welt – das wissen wir schon, wir haben oft darüber gesprochen.

Wären unsere Sinnesorgane anders, dann würden wir natürlich etwas ganz anderes empfinden: in einem anderen Licht, in einer anderen Farbe, in anderen Strahlungen. Wir würden durch Wände hindurchgehen, sie kämen uns gar nicht mehr wie Wände vor; vielleicht würde uns umgekehrt die Luft wie ein absolut dichter Stoff erscheinen und so weiter.

Die Wissenschaft versteht das heute schließlich auch und spricht heute schon davon: All das ist nur unser rein subjektiver Eindruck von der Arbeit unserer inneren Organe mit irgendetwas, das um uns herum ist. Die Frage ist jetzt nur: Gut, wenn dieses Bild erstarrt wäre – aber wenn dieses Bild sich die ganze Zeit ändert? Was ändert sich denn, ändert sich draußen etwas oder in mir?

Also gut: Ich sehe rein subjektiv – falsch, oder ich weiß nicht wie –, was um mich herum geschieht. Die unbelebte, die pflanzliche, die tierische Natur, alles ist aus festen, flüssigen, gasförmigen, plasmaförmigen Zuständen aufgebaut. So empfinde ich das alles, weil ich eine solche Abstufung nach diesen Zuständen, diesen Empfindungen habe.

Wäre dieser Zustand fest, beständig, unveränderlich, dann wäre es gut – es ist eben so, wie es ist. So bin ich, und irgendeine andere Art von Lebewesen empfindet ein klein wenig anders. Vielleicht gibt es solche, die so existieren, dass ich sie nicht empfinde und sie mich nicht empfinden und wir uns überhaupt nirgends berühren. Unsere Sinnesorgane arbeiten in solchen Bereichen, dass wir einander nicht empfinden und unsere Welt natürlich auf keine Weise gleich wahrnehmen.

(03:59) Aber abgesehen davon, dass wir – sagen wir, jedes dieser verschiedenen Wesen – unsere Welt ungleich wahrnehmen: Jeder hat seine eigene Welt. Welt ist überhaupt das, was in das Gefäß hineinfällt. Das, was in jedem gegebenen Augenblick innerhalb des Gefäßes empfunden wird, nennt man Welt. Und diese Welt ändert sich.

Diese Welt ändert sich nicht, weil sich draußen etwas ändert, sondern weil ich mich ändere. Nur ich, nur von innen, nur in mir geschehen die Veränderungen. Und diese Veränderungen geschehen nach irgendwelchen Regeln, die ich nicht steuere. Plötzlich empfinde ich mich in bestimmten Zuständen, plötzlich in anderen. Plötzlich ändert sich – angeblich nicht in mir selbst – die Stimmung, ändert sich die Empfindung; und plötzlich empfinde ich von außen irgendwelche Veränderungen, ständig irgendwelche Bewegungen, verschiedene Einwirkungen auf mich.

Geschieht das wirklich draußen, oder geschieht auch das in mir? Die unbelebte, pflanzliche, tierische Natur, die Menschen um mich herum, die Gemeinschaft², die Menschheit – existieren sie außerhalb von mir, oder ist das alles in mir? Existieren sie, und hat jeder von ihnen seine eigene Freiheit zu leben, sich zu bewegen, sich seinerseits zu verändern – oder ändere nur ich mich innerlich und verändere damit all diese Arten der Schöpfung, die um mich herum sind: die unbelebte, die pflanzliche, die tierische und die Menschen?

Die Veränderung in mir diktiert mir also, diese Welt jeweils anders zu empfinden. Wie geschieht das alles überhaupt? Es gibt noch viele Fragen aus all diesen und ähnlichen Problemen, die mit unserem „Ich" zusammenhängen und damit, was dieses „Ich" empfindet. Aber sie laufen am Ende alle auf eines hinaus. Was macht es im Grunde für einen Unterschied, wie ich empfinde – richtig oder nicht richtig, ob die Veränderungen in mir äußere oder innere sind, ja oder nein? Interessant ist das natürlich, aber interessant vor allem für Wissenschaftler. Was habe ich davon, wenn ich es weiß? Was ändert sich am Ende, ob ich etwas weiß oder nicht weiß? Die Hauptsache ist für mich zu wissen: Kann ich das ändern?

Und davon, was wir in Wirklichkeit in uns ändern können – nach all diesen, sogar noch größeren Fragen und all diesen Klärungen, wie klug wir auch werden –, davon spricht zu uns der Artikel von Baal HaSulam „Die Freiheit".

(08:30) Gleich nach diesem Kongress, wenn wir zurück sind, suche ich bei mir sofort die Zeitung von Baal HaSulam „HaUma" heraus, die er im Jahr 30 herausgegeben hat. Wir stellen sie sofort ins Internet. Ich wundere mich, dass sie noch nicht drin ist … Ihr wisst ja, so etwas passiert, man übersieht solche Dinge. Ich habe sie im Original. Das ist eine Zeitung, mit der … Damit wollte sich Baal HaSulam an die ganze Welt wenden.

Irgendwann in den 30er Jahren, 1930, hat er eine Zeitung herausgegeben, weil das die billigste Art ist, sich an jemanden zu wenden – Geld hatte er ja keines. In dieser Zeitung hat er drei Artikel gebracht: „Das Geben der Tora", „Die Bürgschaft" und „Schalom" – drei Artikel, also „Das Geben der Tora", „Die Bürgschaft" und „Der Frieden". Diese drei Artikel sind bestimmend für das Verhältnis des Menschen zur Welt, wenn der Mensch sich so ändern will, dass er sich wirklich als in der wahren Welt lebend empfindet. Dass er nicht nur den kleinen Ausschnitt der Schöpfung empfindet, den wir empfinden, sondern das, was dahinter ist. Was dahinter ist, das nennt man zusätzlich „oberhalb des Machsom".

Er hat diese drei Artikel geschrieben, um die Massen auf dem bequemsten, kürzesten und für die Massen – für alle – passendsten Weg auf eine solche Ebene der Existenz herauszuführen, nicht für einzelne Persönlichkeiten.

Wir werden sie lernen müssen. Im Prinzip können wir von ihnen ausgehend, auf ihnen, in den Machsom hineingehen. Denn Baal HaSulam hat in ihnen etwas vorbereitet, er hat solche Kräfte hineingelegt, er hat dort buchstäblich mit jedem Punkt dieser Artikel eine solche Vorbereitung gemacht, dass es in einem Menschen, der sich einfach in diese Artikel hineinbeißt und versucht, sie an sich selbst zu erspüren – wo ist denn das wirkliche Verstehen, was muss in mir geschehen? –, in ihm geschieht. Das Or Makif ist dort so vorbereitet, in solche Portionen aufgeteilt, in solchen Einzelheiten und in ganz allmählichen Ausstrahlungen, dass es den Menschen einfach wie an der Hand nimmt und ihn vorwärts durch den Machsom führt.

Deshalb rate ich euch, diese Artikel sehr, sehr ernsthaft zu lesen. Wir werden sie jetzt in gekürzter Form durchgehen, in der Form, in der ich sie schon für uns bearbeitet habe. Denn Baal HaSulam hat das erstens natürlich in einer eher wissenschaftlichen Sprache geschrieben – er bringt alle diese Artikel überhaupt wissenschaftlich. Außerdem ist diese Sprache natürlich nicht an uns angepasst, sie ist sozusagen in der Sprache der Weisen geschrieben, das heißt, sie enthält allerlei Aussprüche aus dem Talmud und aus allen möglichen anderen Büchern.

(13:03) Er schreibt das ziemlich kompliziert, und auch darin liegt eine bestimmte Absicht. Denn wenn der Mensch sich durch diese Schwierigkeit hindurchkämpft – so, wie man Teig knetet, so knetet der Mensch sich von innen und macht aus sich das nötige Gefäß: Er ändert selbst seine inneren Zustände, passt sich an, macht sich genau der Form ähnlich, die er am Ende erwerben muss, um dieses Licht zu empfinden – aus dem umgebenden, damit es allmählich zum inneren Licht wird, aus Or Makif zu Or Pnimi.

Obwohl wir diese Artikel also kurz und in der Form lernen, in der ich sie gemacht habe, rate ich euch trotzdem sehr, danach zum vollständigen Text von Baal HaSulam überzugehen. Nicht jetzt – erst nachdem uns das Wesen dessen, was er gesagt hat, endgültig und genau klar geworden ist, damit wir beim Lesen seines Textes schon verstehen, wovon er spricht: vom Einfachen zum Schwierigen. Wir werden natürlich auch diesen Originaltext von ihm lernen. Baal HaSulam hat zu diesem Thema überhaupt eine ganze, riesige Reihe von Artikeln. Außer „Das Geben der Tora", „Die Bürgschaft", „Der Frieden" gibt es dann „Ein Gebot", „Der Frieden in der Welt" („HaSchalom baOlam"), und „Die letzte Generation" gehört unbedingt dazu. Vielleicht helft ihr mir, ich erinnere mich nicht – „Verhüllung und Enthüllung des Schöpfers", das wir diesmal auch lernen werden.

Ich erinnere mich heute aus irgendeinem Grund nur an sieben, aber es sind bestimmt doppelt so viele.

Zwischenruf: „Das Wesen der Weisheit der Kabbala".

Rav: Nein, nein, nicht „Das Wesen der Weisheit der Kabbala". Dort geht es nicht um die Weisheit⁹, dort geht es um den Menschen, der auf dem allerkürzesten, normalen Weg in die spirituelle Welt eintritt. „Die Weisheit der Kabbala" steht für sich, sie ist für uns praktisch schon Hilfsmaterial. Und die Weisheit der Kabbala selbst ist Hilfsmaterial. Damit der Mensch das Or Makif auf sich zieht, muss man die Weisheit der Kabbala überhaupt nicht lernen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, eure Empfindungen auf irgendeine andere Weise zu ändern, das Or Makif auf euch zu rufen – nicht durch die Weisheit der Kabbala, sondern durch etwas anderes –, bitte, tut das. Die Weisheit der Kabbala ist nur … wir lernen die Weisheit der Kabbala als Mittel, um das Or Makif auf uns zu rufen, das uns korrigieren wird.

Es gibt Menschen – und es gab viele davon in der Geschichte der Menschheit –, die die Weisheit als solche nicht gelernt haben, die sich nur damit beschäftigt haben, an sich zu arbeiten: Sie haben anderen geholfen. Sie haben also direkt an der Korrektur des Egoismus gearbeitet und haben so angefangen, die Höhere Welt zu empfinden. Das Lernen der Weisheit der Kabbala ist zwar tatsächlich das wichtigste Mittel. Aber es ist ein Mittel.

Wenn der Mensch dann den Machsom durchschreitet, wird die Kabbala für ihn keine Weisheit mehr; er kann dann, wenn er in die Bücher schaut, schnell vorwärtsgehen, er versteht, was mit ihm geschieht, ruft seine nächsten Zustände hervor, lernt die spirituelle Welt kennen, die Welt, in der er dann schon existiert. Für uns ist es nur ein Mittel – eine sogenannte „Segula". Wie übersetzt man „Segula", ich vergesse es immer? „Besondere Eigenschaft", die in diesen Büchern über die Weisheit der Kabbala liegt.

(17:36) Was geschieht interessanterweise mit einem Menschen, wenn er den Machsom durchschreitet? Er fängt natürlich an – wie wir schon oft gesagt haben –, die Kräfte zu sehen, die hinter ihm und hinter allen anderen stehen. Und er sieht, wie sich eine Kraft in allem verkörpert. Er empfindet diese Kraft noch nicht als Schöpfer, sondern als etwas anderes; er sieht einfach, dass alles in Harmonie geschieht: Jeder Mensch bewegt sich, jeder Mensch handelt – wie ein Teilchen in einem gemeinsamen Feld, in einem gemeinsamen Gedanken, das sich genau bewegt und erfüllt, was dieses Feld, dieser Gedanke befiehlt, was in diesem Augenblick hervorgebracht, verwirklicht werden muss.

Hier fehlt einfach der zweite Teil von „Machsom – willkommen".

Sein Zustand ändert sich also, seine Wahrnehmung der Welt ändert sich, und das ist es, was bei ihm geschieht … Fangen wir vielleicht mit dem schwierigsten Artikel an, „Verhüllung und Enthüllung des Schöpfers". Wir alle wissen es schon, haben es oft gehört, gelesen, gelernt; ich hoffe, dass alle, die hier sind, die virtuellen Unterrichte durchlaufen und alle virtuellen Unterrichte gehört haben – wenn nicht, wird ihnen das natürlich einfach fehlen.

Unser Weg besteht – wir haben das in unseren Unterrichten viele Male erklärt – aus vier Zuständen. Alle, die anfangen, sich mit Kabbala zu beschäftigen, durchlaufen vier Zustände. Der erste Zustand ist die doppelte Verhüllung des Schöpfers: wenn der Mensch deutlich empfindet, dass er in der doppelten Verhüllung des Schöpfers ist, das heißt, er empfindet, dass er nicht einmal die Verhüllung des Schöpfers empfindet.

Ich weiß also, dass Er jetzt absolut vor mir verhüllt ist. Es gibt Zustände, in denen ich fühle, dass Er verhüllt ist, aber Er richtet mir ständig irgendetwas ein, tut mir etwas, etwas … Er ist mit mir, in irgendeiner verhüllten Form, aber Er steht mit mir in Verbindung. Wenigstens kann ich in meinen Empfindungen sagen, dass zwischen uns irgendeine Verbindung besteht. Ich fühle plötzlich, dass Er hinter jenen Erscheinungen, Handlungen, hinter dem steht, was mit mir geschieht – ein solcher Zustand heißt „einfache Verhüllung des Schöpfers".

Ich höre, sehe, fühle also mit all meinen Empfindungen, und am Ende empfinde ich, dass der Schöpfer existiert, aber vor mir verhüllt ist. Und es gibt Zustände, in denen ich aus diesem Zustand des Empfindens der Verhüllung des Schöpfers herausfalle – in einen, in dem ich diese Verhüllung des Schöpfers nicht einmal empfinde, aber ich weiß, dass der Schöpfer existiert, dass Er mit mir in irgendeiner Verbindung stand.

Ich habe etwas empfunden, das hinter allen Erscheinungen mit mir steht – den schlechten, den guten, in der Regel den schlechten – und jetzt fühle ich das nicht. Eine solche Empfindung heißt „doppelte Verhüllung des Schöpfers", das heißt, es gibt die doppelte und die einfache Verhüllung des Schöpfers. Das sind natürlich Empfindungen, die ein Mensch durchläuft, der sich ernsthaft mit seiner spirituellen Entwicklung beschäftigt, der im Prozess seines Fortschreitens zum Machsom ist.

Was empfindet er in einem solchen Fall? (22:49) Die doppelte Verhüllung.

In den Büchern heißt sie „Verhüllung innerhalb der Verhüllung"³. Das ist einfach die Übersetzung einer Notiz von Baal HaSulam; es ist kein Artikel, er hat das geschrieben. Bei mir existiert es als Handschrift, einfach auf zwei solchen abgerissenen Seiten, also nicht druckfertig, nicht als Artikel, nicht als etwas Fertiges, einfach eine Notiz, die er für sich aufgeschrieben hat. Das heißt, der Mensch sieht nicht einmal die Rückseite des Schöpfers. Die Vorderseite des Schöpfers, das Angesicht, ist, wenn wir Sein gutes Verhältnis zu uns empfinden. Das Angesicht ist der Gedanke des Schöpfers, wenn sich der Gute, der Gutes tut, offenbart, Seine vollkommene Liebe zu allen Geschöpfen, die absolut gleich und durch nichts begrenzt ist – das nennt man „das Angesicht des Schöpfers".

Wenn wir eine solche Kraft empfinden, die die ganze Welt mit absolutem Guten lenkt, dann heißt das, dass wir den Schöpfer empfinden. Das ist kein Bild, das ist die Empfindung einer Kraft, eines Gedankens, der alles lenkt, alles umgibt, alles durchdringt; und alle bewegen sich gemäß diesem Gedanken maximal richtig, gut, wohlwollend. Ein solcher Zustand heißt „Panim" – „Angesicht des Schöpfers". Panim heißt Angesicht.

24:05 Und wenn der Mensch die Verhüllung des Schöpfers empfindet, was heißt das? Diese gute Offenbarung des Schöpfers verhüllt sich, und Seine Rückseite wird empfunden. Es gibt also in der Welt eine Kraft, und diese Kraft macht mir irgendwelche Unannehmlichkeiten. Aber diese Kraft existiert, sie ist eine, sie macht mir jetzt Unannehmlichkeiten – aber diese Unannehmlichkeiten macht sie mir möglicherweise, offensichtlich, mit dem Ziel, mich zu führen, mich zu erziehen, mich zu einem bestimmten, vollkommenen, guten Zustand zu bringen.

Wenn der Mensch ein solches zwiespältiges Verhältnis dieser Kraft zu sich empfindet, die das ganze, ganze Volumen, die ganze, ganze Welt ausfüllt, dann heißt dieser Zustand, dass er Achoraim empfindet – die Rückseite des Schöpfers, den Rücken. Den Rücken des Schöpfers. Und wenn der Mensch empfindet …

Der Schöpfer enthüllt sich dem Menschen nämlich nie in einem negativen Verhältnis. Er kann sich enthüllen … Was heißt „sich enthüllen"? Sich enthüllen heißt, sich zu offenbaren, und sich offenbaren ist nur positiv. Und was heißt „negativ"? Negativ wendet Er sich im Prinzip nicht mit der Rückseite zu. Das ist nur so, wenn der Mensch mit seinen entgegengesetzten Eigenschaften den Schöpfer so wahrnimmt.

Ihr seht, wir geraten hier wieder in ein Problem des Ausdrucks. Wir sagen: „Der Schöpfer hat sich mir mit der Rückseite zugewandt." In Wirklichkeit wendet sich der Schöpfer weder mit dem Angesicht noch mit der Rückseite zu. Sein Verhältnis ist absolut beständig. Wir aber mit unseren 620 Eigenschaften: Wenn sie gemäß ihrer Korrektur dem Angesicht des Schöpfers entsprechen, dann stehen sie von Angesicht zu Angesicht zum Schöpfer und nehmen Ihn so wahr, wie Er ist. Denn auch sie, unsere Eigenschaften, haben dann dieselbe Eigenschaft.

(27:18) Wenn also auch wir als gut und Gutes tuend dastehen, das heißt allem wohlwollend, dann empfinden wir natürlich auch den Schöpfer in derselben Richtung zu uns. Und umgekehrt: Wenn wir in all unseren 620 Eigenschaften, Qualitäten, Verlangen dem Schöpfer entgegengesetzt sind, also nur für uns selbst und nicht nach außen, dann empfinden wir vom Schöpfer entweder die doppelte Verhüllung oder die einfache Verhüllung. Oder wir empfinden überhaupt keine Verhüllung und empfinden Ihn überhaupt nicht.

Wir sagen also wieder: Die Welt ist unveränderlich, nur wir ändern uns in uns. Es hängt also nur von mir ab, auf welche Weise ich den Schöpfer empfinde: in der doppelten Verhüllung, in der einfachen Verhüllung oder in Seinem direkten Verhältnis zu mir, im Angesicht. Er Seinerseits ist immer im Gefäß, Er steht immer in einem direkten Verhältnis zu mir. Ich nehme es entsprechend meinen Eigenschaften wahr, entsprechend meiner Korrigiertheit.

Wenn alle meine Eigenschaften vollständig korrigiert sind und ich die volle Offenbarung des Schöpfers mir gegenüber so empfinde, wie Er wirklich ist, vollständig, dann stehen wir von Angesicht zu Angesicht – ein solcher Zustand heißt Dwekut oder Endkorrektur (Gmar Tikun) oder Welt der Unendlichkeit. Denn es existiert keinerlei Begrenzung: ohne Ende, ohne Begrenzung gibt es die Offenbarung des einen zum anderen. Es gibt eine unbegrenzte Wahrnehmung des Schöpfers oder der spirituellen Welt.

Und in dem Maß, in dem meine 620 Sinne, Empfindungen, Verlangen, Eigenschaften – wie man es auch sagen mag – nicht korrigiert sind … Sie können teilweise korrigiert sein und teilweise nicht; jedes einzelne dieser 620 Verlangen kann auch um einen gewissen Betrag korrigiert sein und um einen anderen nicht. Es gibt solche, die überhaupt nicht korrigiert sind, und solche, die vielleicht schon fast vollständig korrigiert sind – das ist wie ein Spektrum aller 620 Verlangen. Jedes muss auf die Höhe von vollen 100 % gehoben werden, auf alle seine zehn einzelnen Sefirot, und dann sind alle 620 Verlangen auf der maximalen Höhe. Es kann aber sein, dass das eine tiefer ist, das andere höher, das eine tiefer – wie ein spektrales Bild. Oder wie wenn wir den Ton nach Frequenzen sehen … Wie heißt das? Nein, nicht im Oszillografen. Im Equalizer! Im Equalizer sehen wir es nach Frequenzen: Da gibt es zum Beispiel 20 ausgewählte Frequenzen, und jede von ihnen ist um so viel höher oder tiefer.

Genauso ist es hier: Wir haben 620 Eigenschaften, und jede von ihnen steht auf einer Höhe von bis zu 10 Sefirot, und jede in ihren einzelnen … Und je nachdem, auf welcher Höhe jede von ihnen steht, zeichnen genau sie uns das Bild der Welt. Sie sind unsere Sensoren, in die der Schöpfer eintritt. Je mehr sie korrigiert sind, desto mehr tritt der Schöpfer in sie ein, je weniger, desto weniger. Und diese Abhängigkeiten der Offenbarung des Schöpfers in diesen 620 Eigenschaften zeichnen uns das Bild der Welt.

Nehmen wir an, es gibt ein Bild auf einer bestimmten Ebene, auf einer bestimmten Stufe der spirituellen Welt. Ich zeichne es … Bei mir ist es irgendwie so gezeichnet. Also bin ich auf dieser Ebene. Der Teil der 620 Verlangen, sagen wir der obere Teil, der korrigiert ist und in dem sich der Schöpfer befindet – das nennt man das Maß der Enthüllung des Schöpfers. Der untere Teil der 620 Verlangen, der noch nicht korrigiert ist und in dem sich der Schöpfer nicht offenbart, heißt das Maß der Verhüllung des Schöpfers.

(31:43) Die Welt (vom Wort „Alama", vom Wort „Verhüllung") ist so das Maß der Enthüllung und der Verhüllung des Schöpfers. Unsere allerunterste Welt ist die vollständige Verhüllung des Schöpfers. Alle spirituellen Welten befinden sich in einem bestimmten Maß der Enthüllung des Schöpfers. Von diesen meinen 620 Verlangen enthüllen sich also in einer bestimmten Zusammensetzung, in einer bestimmten Anordnung diese Verlangen in Ähnlichkeit zum Schöpfer, und in ihnen empfinde ich schon den Schöpfer.

Warum werden nicht alle diese Verlangen gleich korrigiert, sodass ich in ihnen den Schöpfer empfinde? Weil sie verschieden sind, sowohl in ihrer Qualität als auch in ihrem Awiut, in ihrem Egoismus. Deshalb gibt es eine Welt, die Assija heißt. Assija, Malchut, unterscheidet sich von Yezira, dessen Eigenschaft Seir Anpin ist, von Brija – die Eigenschaft Bina, von Azilut – die Eigenschaft Chochma, von AK – die Eigenschaft Keter.

Jede Welt ist also nicht nur eine größere Empfindung des Schöpfers, ein größeres Empfangen sozusagen des Schöpfers, sondern sie unterscheidet sich außerdem in ihren Eigenschaften – diese Harmonien sozusagen der Offenbarung in den 620 Eigenschaften. Sie steigen nicht proportional an, sondern in jedem der 620 Verlangen wächst genau die für es charakteristische Qualität um dieses oder jenes Maß. Wenn ich also von Stufe zu Stufe aufsteige, haben sich nicht alle meine 620 Verlangen etwa um 10 % verbessert: Das eine hat sich vielleicht um 1 % verbessert und das andere um 8 %.

Das Erreichen geht also mit dem allgemeinen Wachsen der Empfindung dieser Kraft einher, in der ich bin, und ändert sich außerdem noch in der Qualität, im Eindruck. Genauso ist es bei uns mit unserer Welt. Wir empfinden sie nicht nur als stärkere oder schwächere Offenbarung auf uns, sondern auch nach dem Charakter ihrer Offenbarung – als angenehmer, als unangenehmer, sagen wir.

Gibt es bis hierher Fragen? Fragt. Hat jemand eine?

Frage: (34:42) Nicht hörbar.

Rav: Noch einmal … Wir werden jetzt diesen Artikel lesen und nach und nach … Heute ist es für uns einfach sehr schwierig wegen der Verbindung, wegen dieser … Und dann werden wir durchgehen … Dann bauen wir den Unterricht anders auf. Ab morgen. Dazu kommt noch die Moskauer Gruppe zu uns; das sind außer uns hier auch mehr als 100 Leute, eine sehr große Gruppe, wir müssen ein wenig auf sie warten. Ich ziehe die Zeit also nicht in die Länge, aber wir werden das alles noch wiederholen.

Frage: (35:42) Warum sind unsere 620 egoistischen Verlangen Teile des Gesetzes „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"?

Rav: Was ist die Verbindung zwischen unseren 620 Verlangen und dieser Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"? Weil dieses Gesetz – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" – die einzige Bedingung ist, die wir kennen, in der wir dem Schöpfer ähnlich werden müssen und können. Der Schöpfer offenbart sich uns gegenüber als Liebender. Das ist in Wirklichkeit das, was sich jenseits des Machsom offenbart. Wenn wir den Machsom überspringen, uns in Ihn einschließen, mit Ihm zusammen sein, Ihn empfinden wollen, müssen wir uns genauso ändern, wie Er dort ist. Der Übergang ist ein qualitativer, in unseren Eigenschaften. Nichts anderes ändert sich. Es ändert sich die Empfindung des Menschen, die von seinen inneren Eigenschaften abhängt.

Wenn wir also in die Höhere Welt hinaustreten wollen, wie man sagt, den Schöpfer empfinden, uns jenseits des Machsom empfinden wollen, dann müssen wir dafür Seinem Verhältnis zur Welt ähnlich werden. Ihn selbst fühlen wir auf keine Weise. Wir lernen in der Kabbala, dass das Licht selbst, das außerhalb des Gefäßes ist, von uns nicht erreicht wird. Wir können nur sagen, dass es wohl existiert – denn wer empfindet es außerhalb des Gefäßes?

Das Gefäß ist unser Sinnesorgan, das Gefäß ist alles. Im Gefäß existieren alle Hüllen, alles, was die Schöpfung ausmacht, alles außer dem Schöpfer. Den Schöpfer aber empfinden wir als den, der das Gefäß erfüllt. Als Erfüllender des Gefäßes – das heißt als der, der dem Gefäß Leben gibt und alles Angenehme, das es nur empfinden kann. Das nennt man „Erfüllender" – das Wort selbst.

Anders als mit Liebender, der Gute, der Gutes tut, Erfüllender kann man sich zum Licht nicht verhalten. Anders nehmen wir Ihn in der Höheren Welt nicht wahr. Und deshalb muss der Mensch, wenn er auf diese Ebene hinaustreten will, dem Schöpfer ähnlich sein, sich also genauso zur Welt verhalten.

Um dem Menschen diese Möglichkeit zu geben, hat der Schöpfer das Gefäß erschaffen und es in Teile zerbrochen, und in jedes Teilchen hat Er sowohl Seine Eigenschaft Bina als auch die Eigenschaft des Gefäßes selbst – Malchut – hineingelegt. Und jetzt hat der Mensch die Möglichkeit, sich zum allgemeinen Gefäß, also zu allem Übrigen außer ihm und außer dem Schöpfer, genauso zu verhalten wie der Schöpfer.

Man muss sich also sozusagen so aufstellen: Ich bin da, neben mir ist der Schöpfer, und da ist das von Ihm erschaffene Geschöpf. Kann ich dem Schöpfer in Seinem Verhältnis zu diesem Geschöpf ähnlich werden? Wenn ich Ihm ähnlich werden kann, dann werde ich Ihm näher sein, bis dahin, dass wir zusammen verschmelzen. Kann ich Ihm nicht ähnlich werden, das heißt, kann ich sie nicht absolut, grenzenlos lieben, dann kann ich mich Ihm nicht nähern, bis dahin, dass ich Ihm entgegengesetzt bin. In diesem Fall werde ich auch Ihn „be-Achoraim" fühlen (die sogenannte Rückseite), also Seine umgekehrte Offenbarung.

(40:31) Etwas anderes gibt es hier nicht. Dafür ist das Zerbrechen des Gefäßes geschehen: um jedem von uns die Möglichkeit zu geben, sich getrennt vom Geschöpf aufzustellen, sich zu ihm absolut isoliert, getrennt zu verhalten. Nur der Mensch hat diese Möglichkeit, keine andere Art von Lebewesen. Und wenn ich mein „Ich" so getrennt von allen aufstelle, kann ich anfangen, an mir zu arbeiten, um mich dem Schöpfer ähnlich zu machen. Das ist unsere Arbeit.

Wenn ich anfange, das zu tun, entdecke ich in mir – nicht jetzt, sondern allmählich, beim Übergang durch den Machsom – zuerst nur eine einzige egoistische Eigenschaft, und dann fängt sie an, sich in mir zu entwickeln, und bildet 620 verschiedene innere Eigenschaften, verschieden im Charakter. Das ist so, wie sich ein Kind im Mutterleib entwickelt: allmählich aus einem Tropfen, also aus einer einzigen Eigenschaft, dem Keim des künftigen Lebens – mehr ist da nicht. Und nach und nach entwickelt sich ein ganzer Organismus: Rosh, Toch, Sof, die Gliedmaßen und so weiter, die inneren Organe fangen an, sich zu entwickeln.

Genauso fange ich an, diese Entwicklung bei mir zu sehen, bis hin zu allen vollen 620 Eigenschaften, jede in voller Größe. Das nennt man die Entwicklung der Seele. Und dann sehe ich die Verbindung zwischen meinen 620 Qualitäten und dieser Bedingung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Wenn ich also alle diese meine 620 egoistischen Eigenschaften in ein Verhältnis des Guten, der Liebe zur Schöpfung umwandle, zu allem: zum Unbelebten, Pflanzlichen, Tierischen und Menschlichen – zu allem, dann werde ich dadurch dem Schöpfer ähnlich. Die Seele entwickelt sich also in mir, offenbart mich; diese 620 Eigenschaften offenbaren sich in mir in dem Maß, in dem ich anfangen kann, sie dem Schöpfer ähnlich zu machen.

Das heißt: Mir wird die linke Linie gegeben – und ich fange an, sie, auf den Schöpfer schauend, zur rechten Linie zu korrigieren. Der Schöpfer ist sozusagen rechts von mir, und die sich offenbarenden negativen Eigenschaften, die 620, sind links; und indem ich sie sozusagen vergleiche, fange ich an, mich immer richtiger zur Schöpfung zu verhalten. Das nennt man meine Angleichung an den Schöpfer, die Dwekut mit Ihm, die Annäherung an Ihn und dann die Dwekut.

Wir müssen das alles unbedingt in die innere Sprache der Empfindungen übersetzen. Und es soll uns nicht stören, wenn wir in mathematischer Sprache sprechen: Bchinot, Sefirot, Parzufim – das ist alles in uns; wir erklären damit einfach klarer, was in uns geschieht.

(44:33) Man darf sich das nicht als außerhalb von uns befindlich vorstellen; deshalb ist im Judentum das Abbilden verboten, es ist überhaupt verboten, Bilder zu malen. Ihr wisst, dass das über Tausende von Jahren einfach verboten war, es wurde nichts abgebildet. In unserer Zeit hat man hier schon angefangen, alles zu malen, aber grundsätzlich wurde nichts abgebildet. Es gab im Lauf von Tausenden Jahren einzelne Stiche, irgendwo im 15. Jahrhundert, im 10. Jahrhundert, aber in der Regel gab es keinerlei Abbildungen.

Warum? Das kommt genau aus diesem Gesetz: sich nichts vorzustellen, was außerhalb von mir, außerhalb meiner Empfindungen existiert. Und Empfindungen kann man nicht abbilden. Empfindungen kann man nur aufschreiben. Auf welche Weise? So, wie die Kabbalisten sie aufgeschrieben haben. Das ist alles.

Diese Sprache soll uns also nicht verwirren: Ob wir nun die Tora, den Talmud oder die Kabbala lesen – egal, in welcher Sprache es beschrieben ist, wir müssen das alles am Ende nach innen übertragen, in unsere Sprache der Empfindungen. Und dann werden wir jenseits des Machsom schon ohne Sprache sprechen können, in einer direkten Übertragung der Empfindungen – das nennt man Dwekut – durch den Abgleich unserer korrigierten Verlangen untereinander.

Dann braucht es keine äußere Sprache, dann wird alles übertragen, weil es eine Gemeinsamkeit gibt: Nicht jeder ist in sich selbst, sondern jeder ist in gewissem Maß außerhalb seiner selbst. In dem Maß, in dem wir außerhalb von uns sind, schließen wir uns in dieses gemeinsame Feld ein, das Schöpfer genannt wird; in dem Maß verstehen wir einander, drücken wir uns einander ohne alle Worte aus, weil zwischen uns dieses gemeinsame Feld der Kommunikation besteht, das Schöpfer genannt wird. In diesem Maß verstehen wir einander absolut, sind wir in Kontakt, es braucht keine Worte und nicht einmal Handlungen, nichts.

Da wollte jemand etwas fragen.

Frage: (47:06) Wie besiegt man seine Natur?

Rav: Wie besiegt man seine Natur? Die Frage ist wirklich sehr richtig, das ist keine lächerliche Frage. Ich erkläre, was du sagen wolltest. Wir entdecken in uns alle möglichen Eigenschaften. Manche davon scheinen uns gut, manche schlecht, mit manchen sind wir einverstanden, mit manchen nicht. Viele unserer Eigenschaften kennen wir nicht einmal, nicht wahr? Plötzlich entdecken wir sie in uns und erschrecken; oder umgekehrt, vielleicht wird es uns angenehm davon, dass wir sie entdecken, enthüllen.

Es gibt Eigenschaften und Qualitäten in uns, die wir vor uns selbst verbergen. Wir können nicht anders: Es ist uns peinlich, dass sie in uns existieren, und wir verstecken sie nach innen. Auch uns selbst gegenüber zeigen wir uns nur in einer bestimmten Form, sonst würde das eine volle Enthüllung unserer selbst vor uns selbst hervorrufen, und das würde solche Leiden hervorrufen, dass der Mensch einfach nicht existieren könnte. Deshalb halten wir uns die ganze Zeit in einem solchen verlogenen, aber bequemen Zustand.

Aber nehmen wir an, wir stellen uns vor, was unsere Natur wirklich bedeutet. Wir sind entsetzt – und was dann? Kann ich mich überhaupt korrigieren, bin ich überhaupt dazu in der Lage? Ich habe das irgendwo geschrieben, wo habe ich das geschrieben: „Schöpfer⁴, gib mir die Kraft zu erkennen, was ich korrigieren kann und was ich nicht korrigieren kann"? In „Die Freiheit"? Hier ist es nicht. Ah doch, richtig, wir haben es in „Die Freiheit".

In einem alten Gebet heißt es: „Schöpfer, gib mir die Kraft, in meinem Leben das zu ändern, was ich ändern kann; gib mir den Mut, das anzunehmen, was zu ändern nicht in meiner Macht steht; und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." Das ist überhaupt eine richtige Bitte, eine lebenspraktische.

Wir aber müssen uns korrigieren. Das sagt einfach ein gewöhnlicher Mensch: Zeig mir, was ich tun kann, dann weiß ich, wo ich meine Kräfte einsetzen kann; zeig mir, was ich nicht kann – wozu soll ich mit dem Kopf gegen die Wand rennen, ich ändere dort ohnehin nichts; und gib mir die Weisheit, das zu tun, und gib mir die Kraft, das zu sehen, und gib mir die Kraft zu tun, in dem zu arbeiten, was ich kann. Wie sehr wollen wir andere korrigieren, unsere Kinder und überhaupt einander und uns selbst. Wenn man richtig wüsste, worin ja und worin nein, und weise damit umginge – um wie viel leichter wäre schon das Leben.

(50:31) Hier geht es aber nicht um eine solche Ebene des Lebens, um ein einfach befriedetes, spießbürgerliches Leben, sondern um etwas anderes. Es geht darum, dass wir uns trotz allem vollständig, ganz und gar korrigieren müssen. Wie sollen wir das machen?

Ich kann nur eines sagen: Solange der Mensch nicht anfängt, den Schöpfer zu empfinden – das ist kurz, kurz vor dem Machsom, nicht in offenbarer Form, sondern in Form dieser noch nicht offenbaren Offenbarung des gemeinsamen Gedankens, des gemeinsamen Feldes der Liebe, das in der Welt in allem existiert, alles durchdringt und alles lenkt …

Solange der Mensch den Schöpfer nicht empfindet, gibt es keinerlei Hoffnung, keinerlei Möglichkeit, dass sich in ihm etwas ändert. Woher soll er sich ändern, wenn er zu 100 % eine Folge des Zerbrechens der Kelim ist? Woher soll in uns etwas sein? Wir bilden uns nur ein, dass in uns etwas Positives ist, denn selbst jenes Licht, das wir empfinden, das Or Makif, lässt uns unsere völlige Nichtigkeit und vollkommene Niedrigkeit noch nicht bewusst werden, unsere vollkommene Umkehrung sozusagen, unsere Entgegengesetztheit zum Schöpfer.

Theoretisch, rein gedanklich, kann man sich aber vorstellen, dass in uns nichts von dem ist, was im Schöpfer ist. Und wenn es da wäre, würden wir Ihn in dieser Eigenschaft sofort empfinden. Im Maß meiner Ähnlichkeit zum Schöpfer würde ich Ihn sofort offenbar empfinden, wenigstens in einem Aspekt von 620. Aber ich empfinde das nicht. Mir scheint, dass irgendwo, irgendwie, aber nicht … In Wirklichkeit gibt es nichts Offenbares.

Offenbar ist einfach offenbar: Ich muss mich nicht einstimmen, ich muss mir dafür keine Umstände, keine inneren Zustände ausdenken, damit ich Ihn irgendwo am Schwanz erwische. So etwas gibt es nicht. Die offenbare Empfindung, die offenbare Existenz im Umfang des Schöpfers – das ist nicht das, was man in Meditationen erreicht, auf keinen Fall. Das ist eine klare Existenz in einer korrigierten Eigenschaft. Wenigstens in einer von 620.

Allerdings kann es nicht in einer sein, es sind alle 620 auf einer kleinen, elementaren Ebene. Denn auch der Samentropfen, aus dem sich später der Embryo entwickelt, oder der Anfangspunkt, aus dem sich ein spiritueller Parzuf entwickelt, besteht ebenfalls aus zehn Sefirot oder aus allen 620 Eigenschaften.

Deshalb, auf die Frage, wie wir uns korrigieren können: … Gar nicht! Nur die Erscheinung des Schöpfers vor uns, also die Offenbarung des Lichts, die Offenbarung dieses Feldes, die Empfindung, in welcher Welt wir wirklich leben, was hinter alldem steht, was wir jetzt empfinden, hinter diesen Objekten, die wir empfinden: dass hinter ihnen allen eine solche eine, einzige, beständige, lenkende, gute Kraft steht.

Solange wir das nicht empfinden, werden wir ihr nicht ähnlich sein wollen. Und sobald wir ihr ähnlich sein wollen, fangen wir in diesem Maß an, uns zu korrigieren. Und hier gibt es einen sehr interessanten, sehr ernsten Schluss für uns: Der Mensch darf auf keinen Fall denken, dass er sich selbst korrigieren muss. Auf keinen Fall!

(55:05) Denn das ist natürlich unmöglich! Und niemand zwingt uns, uns an den Haaren selbst aus diesem Sumpf zu ziehen, in dem wir stecken. Das ist unmöglich. Nur die Enthüllung des Schöpfers: In dem Maß, in dem sie sich uns enthüllt, zieht sie uns zu sich, und in dem Maß werden wir korrigiert.

Deshalb müssen wir überhaupt nur daran denken, danach streben. Aber nicht danach streben, dass es „gut sein wird", sondern weil ich korrigiert sein werde. Weil ich Ihm ähnlich werden will. Weil ich so sein will wie Er – gegenüber der Menschheit, gegenüber der Schöpfung. In unserer Form heißt das: gegenüber der Gruppe. Und darüber schreibt Baal HaSulam im Artikel „Die letzte Generation". Er schreibt dort, dass man zu Anfang eine kleine Gemeinschaft schaffen muss. Er schreibt schon nicht mehr von der Gruppe, sondern von dem, was nach der Gruppe kommt: Man muss eine kleine Gemeinschaft schaffen, in der es all dieselben … wie? Nicht Verbindungen … sozusagen Organe in dieser Gemeinschaft gäbe, wie in einem kleinen Staat, der vollständig untereinander kommunizieren und nach dem Prinzip des Gebens, des vollständigen Gebens geführt würde.

Und die Menschen würden dort genau aus diesem Prinzip heraus einander gegenüber arbeiten, aber unbedingt mit … Worin wäre der Unterschied dieser Gemeinschaft zu einer kommunistischen oder zu den israelischen Kibbuzim und den übrigen utopischen Gemeinschaften? Der Unterschied wäre, dass das Ziel die Dwekut mit dem Schöpfer wäre.

Wenn wir, sagt er, eine solche Gemeinschaft schaffen, dann fängt diese Gemeinschaft an, in der Welt anzuziehen … Ihr wisst, wie man den Schaum abschöpft … Die allerallerbeste, oberste Schicht aus der ganzen Welt fängt an, sich nach und nach bei dieser Gemeinschaft zu sammeln. Das ist es, was, wie ich hoffe, jetzt mit uns geschieht, und im Lauf des kommenden Jahres werden wir das noch sehen. Es wird sich die höchste Schicht aus der Welt sammeln und sammeln – die höchste, das heißt die fortgeschrittenste, die feinste. Und nach und nach …

Diese Schicht heißt „Israel", vom Wort „Streben zum Schöpfer". Nehmt wieder nicht diese angebliche Verbindung zu irgendeinem Staat oder Volk in den Kopf – diejenigen, die zum Schöpfer streben, heißen auf Hebräisch einfach Isra-El (die direkt zum Schöpfer Strebenden). Solche zum Schöpfer Strebenden sammeln sich also in einer kleinen Gemeinschaft, und diese Gemeinschaft wächst nach und nach und wird zum Beispiel für die ganze Welt.

Baal HaSulam sagt, dass es genau auf diese Weise anfangen muss zu geschehen. Aber wir sind noch in einer vorbereitenden Etappe, beim Schaffen von Gruppen. Und danach kommt die Verschmelzung dieser Gruppen zu einer solchen Gemeinschaft.

Dieses Prinzip des Verhältnisses zur Menschheit, zur Schöpfung, wie wir gesagt haben, auch zu den Käferchen und … Was habt ihr noch gesagt? Ja, zu den Kakerlaken … zu den Ratten, egal wozu. Wenn der Mensch das Verhältnis des Schöpfers zur ganzen Schöpfung empfindet, ist ihm egal, wozu und zu wem – er fängt an, sich zu allem genauso zu verhalten. Und wenn es schon darum geht: Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Verhältnis zu einer Kakerlake oder zu einem Menschen oder zu einer Ratte. Denn wenn es aus einem heraus nach außen geht, ohne jede Verbindung zu sich selbst, dann ist es zu allen absolut gleich.

(59:22) Weil wir uns jetzt nicht auf diese Weise verhalten oder uns real dem Schöpfer ähnlich verwirklichen können, in einem solchen guten Verhältnis zur ganzen Menschheit, ist uns dafür die Gruppe gegeben. Dort, in der Gruppe, gibt es Menschen, die mir ähnlich sind, die dasselbe erreichen wollen, die dasselbe Ziel wollen, die bereit sind, dafür vorwärts zu streben, Anstrengungen zu machen. Und dann fangen wir gemeinsam an – indem wir einander verstehen, einander damit stützen, einander ein Beispiel und Unterstützung geben –, zusammen nach demselben zu streben, was der Schöpfer tut.

Natürlich ist unser Streben rein künstlich; das ist, wie wenn ein Kind einem Erwachsenen ähnlich wird: Es schaut, was der Erwachsene tut, und tut dasselbe. Angeblich dasselbe – es weiß überhaupt nicht, worum es geht. Aber es macht alles nach wie ein Äffchen. Und genauso müssen wir es machen. Wenn wir versuchen, das wie Kinder zu tun, so als wäre es so, in der Gruppe – und dabei ist uns allen innerlich klar, dass wir Egoisten sind, dass wir nicht wollen, dass wir das alles nicht brauchen, aber wir versuchen es zu tun, uns auf diese Weise anzugleichen –, dann heißt eine solche Bewegung „Glaube über dem Verstand".

Ich tue das alles also über meinem Egoismus. Gespielt, verlogen, aber ich tue es. Denn aus meiner Natur heraus habe ich keine andere Möglichkeit, etwas anderes zu tun. Aber ich will es tun. Und dann ziehe ich das Or Makif auf mich. Dann fängt es an, auf mich zu wirken. Denn indem ich mich mechanisch dem Spirituellen angleiche – nicht innerlich, nicht mit unseren wirklichen Kelim, sondern mechanisch –, rufe ich damit das Or Makif auf mich.

Würde ich das schon mit meinen inneren Eigenschaften tun, dann würde dieses Licht in mich hineinkommen, es wäre Or Pnimi. Weil ich aber noch auf dieser Seite des Machsom bin und mich nicht mit meinen Eigenschaften, sondern nur mit meinem Streben, nur mit meinen mechanischen Handlungen angleiche, leuchtet mir dieses Licht von dort entsprechend als umgebendes, als Or Makif. Und dieses Licht reinigt mich schon.

Ich habe aus meinem Zustand, von dieser Seite dieser Wand, dieser Metallwand, des Machsom, keine andere Möglichkeit, von dort etwas anzuziehen – das Licht des Schöpfers, die Erscheinung des Schöpfers zu mir – in einer anderen Form. Nur wenn ich wie ein Kind auf diese Weise handle. Und deshalb geschehen Erziehung, Lernen und Erwachsenwerden in unserer Welt auf genau diese Weise.

Also noch einmal: auf keinen Fall denken, dass wir uns selbst korrigieren müssen, das ist unmöglich. Wir müssen in uns mechanische Bedingungen schaffen, unter denen das Licht auf uns wirkt und uns vorwärtszieht, uns durch den Machsom hinüberzieht; und dort fangen wir dann an, es zu empfinden und uns ihm entsprechend wirklich zu korrigieren.

Vor dem Machsom bleiben wir Egoisten, wie nah wir ihm auch kommen. In uns gibt es schon gewisse Empfindungen, Verlangen, aus sich herauszutreten, nach außen, Verlangen nach Altruismus. Wir empfinden schon, dass das wirklich die Befreiung von all diesen niedrigen Empfindungen ist, von diesem Leben, von all diesem … Der Egoismus wird uns nach und nach widerlich. Aber wir sind trotzdem nicht in der Lage, ihn vor dem Übergang des Machsom loszuwerden.

(01:03:22) Also erst mit der Erscheinung des Schöpfers, nur das Licht, das wirkliche Licht, nicht das umgebende. Das umgebende zieht uns nur dorthin, bewegt uns vorwärts zum Machsom. Durch den Machsom hindurch bringt uns schon die Erscheinung des Schöpfers. Wenn wir das nicht vergessen und keine Korrektur von uns selbst verlangen, wird es uns viel leichter fallen.

Wir werden klar wissen, was hier wirklich gesagt wird: „Gib mir …" Dann entschlüsseln wir diesen Satz richtig: „Schöpfer, gib mir die Kraft, in meinem Leben das zu ändern, was ich ändern kann; den Mut, das anzunehmen, was zu ändern nicht in meiner Macht steht; und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

Das wird dann kein lebenspraktisches Prinzip mehr sein, sondern es geht darum, wie ich mich zu meinem spirituellen Fortschritt verhalten soll: Ich muss mich nicht korrigieren, ich muss einfach danach streben, eine solche Umgebung um mich herum zu schaffen. Deshalb habe ich eine solche Einleitung zum Artikel von Baal HaSulam gemacht, danach … Danach kommt „Die Freiheit", und das hier habe ich selbst geschrieben, die ersten zwei Seiten. Ich habe das hier genommen, um zu verstehen, wo dieser freie Wille existiert, um aus allem, was wir haben, den Bereich auszuwählen, in dem wir wirklich etwas tun können, und nur dort unsere Kräfte zu konzentrieren. Nur auf die Gruppe.

Wo kann der Mensch vor dem Machsom die Kräfte für diese Arbeit hernehmen? Nur aus der Gruppe. Die Gruppe muss jedem von uns ein Beispiel dafür geben, wie es sein soll. Und umgekehrt: Wenn die Gruppe dieses Beispiel nicht gibt, dann ist es keine Gruppe. Deshalb sagt Baal HaSulam, dass man jedes Mal eine immer neue Gruppe suchen muss.

Du kannst ja nicht jeden Tag herumlaufen und andere Gruppen suchen – du musst also jedes Mal die Umgebung ändern, in der du bist, damit sie dich ändert. Auch das ist absichtlich künstlich gemacht: Die anderen kann ich ändern, mich selbst kann ich nicht ändern. Die anderen werde ich mit Vergnügen, wie es mir passt, brechen und drehen, aber mich selbst … Also: Ändert die Gruppe so, dass die Gruppe euch ändert. Darin liegt der ganze Sinn dieses Artikels „Die Freiheit".

Denn wir können uns selbst nicht ändern. Aber weil wir aus dem allgemeinen Gefäß erschaffen sind, weil wir einmal das allgemeine Gefäß waren, liegt unsere Wurzel im allgemeinen Gefäß – obwohl wir Individualisten und Egoisten geworden sind. Und deshalb werden wir, ob wir wollen oder nicht, ob wir uns widersetzen oder nicht, genau das wollen, was dieses allgemeine Gefäß uns befiehlt.

Werbung, Überzeugungen, die Meinung der Menge – du kannst sein, wie du willst, es wird auf dich wirken. Weil unsere Wurzel im allgemeinen Gefäß liegt, dort, wo wir miteinander verbunden sind. Und deshalb hänge ich, so sehr ich auch Egoist bin, so sehr ich mich auch über alle anderen stelle, von der allgemeinen Meinung ab. Jeder von uns. Und das muss man nutzen.

Das ist das Einzige, was wir an freiem Willen haben. Wenn ich jetzt verstehe, dass ich vollständig von der Meinung der Umgebenden abhänge und dass sie mit ihrer Meinung in mir beliebige Werte ändern, in mir jede beliebige Umwertung vornehmen können – ich fange an zu denken, dass dies gut und jenes schlecht ist –, dann können sie mir meine ganze Werteskala in Bezug auf alles diktieren: auf mein ganzes Leben, auf die Schöpfung, auf alles.

Sie können mich davon überzeugen, dass es gut ist zu sterben und schlecht zu leben, oder umgekehrt, oder sich zu allem so zu verhalten, wie sie wollen. Also muss ich jetzt die Gemeinschaft so machen, dass sie mir die spirituellen Werte diktiert. Und dass sich diese Werte in mir abdrucken – und das kann sein, wenn alle anderen mir diese Information so liefern. Und ich werde mich ändern.

(01:07:42) Nichts anderes wird in mir bleiben. Ich werde mich so ändern, dass ich zum Machsom kommen will, dass ich diesen Schöpfer will, der mir jetzt absolut entgegengesetzt ist. Ich werde in der Höheren Welt leben wollen, obwohl dieses Leben dem heutigen egoistischen vollkommen entgegengesetzt ist. Ich kann das sogar heute schon wollen, bevor ich in das alles eintrete. Diese Umwertung der Werte kann in mir geschehen, wenn die Umgebung, die Gruppe, in der ich bin, diesen Wert in sich kultiviert. Deshalb ist das Allerwichtigste bei uns, eine solche Gruppe zu schaffen.

Und deshalb ist der freie Wille, schreibt Baal HaSulam, der einzige … Ich habe das hier, glaube ich, sogar hervorgehoben. Hier schreibt er: „Sein Wesen kann der Mensch nicht ändern. Die Gesetze, nach denen sich sein Wesen ändert, kann der Mensch nicht ändern" – das heißt die Reshimot, die sich ständig in uns offenbaren, das innere Gen, das sich in uns allmählich entfaltet; das können wir nicht ändern, es muss sich auf diese Weise entwickeln. „Die Gesetze der Veränderung seiner inneren Eigenschaften in Abhängigkeit von den äußeren Einwirkungen kann der Mensch nicht ändern. Die Umgebung, von der wir vollständig abhängen, kann der Mensch vollständig ändern." Und darin liegt unser freier Wille.

Deshalb steht hier geschrieben: „Da wir vollständig in der Macht dieser Welt sind, besteht das Mittel, aus ihrer Macht herauszukommen, darin, um uns herum – entgegen unserer natürlichen egoistischen Umgebung" (also der ganzen Menschheit) „eine künstliche Umgebung zu schaffen, eine Gruppe, die gemeinsam danach strebt, aus der Macht dieser unserer allgemeinen Umgebung" (der ganzen Welt) „herauszukommen und unter die Macht einer Umgebung zu geraten, die sich nach dem Gesetz der Höheren Welt richtet."

Wir müssen also eine solche Gruppe schaffen, eine solche Gemeinschaft, in der jeder von uns unwillkürlich von den Gesetzen der Höheren Welt beeindruckt wird, sie unwillkürlich will – eine solche Gehirnwäsche machen. Und zwar völlig künstlich, in dem Verständnis, dass wir es nicht wollen, aber es trotzdem so machen wie ein Kind. Das nennt man, über dem Verstand zu gehen. Über sich selbst zu gehen.

Solange wir auf dieser Seite des Machsom sind, ist es unmöglich, ihn mit unseren Eigenschaften zu überschreiten. Wir müssen nur, indem wir uns angeblich der spirituellen Welt angleichen, auf dieser Seite des Machsom eine solche Gemeinschaft, eine solche Umgebung schaffen, als ob wir dort wären. Künstlich. So wie ein Kind es künstlich macht, als ob es dasselbe täte wie ein Erwachsener. Wenn wir das auf dieser Seite des Machsom schaffen, dann ziehen wir in diesem Maß das Or Makif auf uns, das uns dorthin hinüberzieht. Und wenn es uns dorthin zieht, empfangen wir die Enthüllung des Schöpfers, und in diesem Maß werden wir sofort Ihm ähnlich; darin haben wir keine eigene Wahl. Sobald du den Höheren empfindest, willst du dich sofort in Ihn einschließen und absolut so sein wie Er.

Unser ganzer freier Wille besteht also nicht darin, danach etwas zu tun, sondern darin, uns unter die Einwirkung des Or Makif zu stellen. Und so jedes Mal. Auch nach dem Machsom, wenn wir auf jeder spirituellen Stufe sind, werden wir die Ausstrahlung von der höheren spirituellen Stufe auf uns rufen müssen. Vom ACHaP des Höheren. Und auch er wird auf uns wie Or Makif wirken und uns in sich hineinziehen.

Und wenn er uns dorthin hineinzieht, uns sozusagen in den ACHaP des Höheren einsaugt, in den nächsten, fortgeschritteneren Zustand, dann enthüllt sich dort der Schöpfer, und wir sind schon in Seiner Macht und werden so wie Er. Das Licht baut also das Gefäß, das Licht korrigiert das Gefäß, das Licht macht mit dem Gefäß absolut alle Veränderungen. Das Einzige, was wir brauchen, ist, uns wie ein Kind darauf einzustellen, dass dieses Licht uns nach innen zieht. Und diese unsere Handlung ist künstlich, gegen unseren Egoismus. Sozusagen gespielt – und wir müssen das verstehen und so handeln.

Frage: (01:11:52) …

Rav: Diese Frage stellt ein Wissenschaftler. Er ist unser Freund Michail Portnoj aus Holland, er ist dort Professor, und so stellt er die Frage auch in diesem Stil. Also: Wenn ich mich korrigiert habe, einige Eigenschaften von 620 – muss ich dann bei den übrigen Eigenschaften warten, bis sie korrigiert werden?

Wir haben schon gesagt, dass es unmöglich ist, auch nur eine einzige Eigenschaft vollständig zu korrigieren, ohne die übrigen zu korrigieren. Sie kommen alle gleichzeitig zur hundertprozentigen Korrektur. Es gibt zwischen ihnen alle möglichen Verhältnisse, eine ist größer, eine kleiner, aber am Ende, ob sie größer oder kleiner sind, setzen wir immer … wie soll ich sagen?

Sagen wir, von den 620 Eigenschaften hat jede ihren eigenen Prozentsatz an Korrektur. Wenn du aber ihre gesamte Summe nimmst, dann gibt sie dir die spirituelle Ebene, auf der du bist. Und diese spirituelle Ebene wird bestimmt als zehnte Stufe, zwanzigste oder hundertfünfundzwanzigste. Es ist also unmöglich, eine der Qualitäten vollständig zu korrigieren, während die übrigen unkorrigiert bleiben.

Was der Mensch vor dem Machsom tun muss, haben wir gesagt. Er muss sich künstlich vorbereiten, sich künstlich hinaufziehen, so wie Baal HaSulam es im Artikel „Die Freiheit" schreibt: also die Gruppe schaffen, die Umgebung schaffen, die ihm hilft, dem Schöpfer in seinem Verhältnis zur Gruppe maximal ähnlich zu werden.

Mehr haben wir nicht, wir haben keine andere Regel, keine andere Möglichkeit, uns mit dem Schöpfer in Übereinstimmung zu bringen. Denn, wie ich schon gesagt habe, wir müssen uns in einen solchen Zustand stellen, dass ich existiere und der Schöpfer existiert, als zwei selbständige Einheiten. Und es existiert die Menschheit, die sozusagen unter uns ist, tiefer als wir.

Der Schöpfer verhält sich zur Menschheit mit absolutem Guten und absoluter Liebe. Um dem Schöpfer ähnlich zu werden, muss ich mich genauso zur Menschheit verhalten; darin wird das Maß meiner Ähnlichkeit liegen, das Maß meiner Annäherung bis hin zur Dwekut mit dem Schöpfer. Etwas anderes gibt es nicht. Im Spirituellen ist Annäherung die Gleichheit der Form.

Die Annäherung an den Schöpfer geschieht zwischen uns – mir und dem Schöpfer –, und zwischen uns ist eine Entfernung, die in fünf Stufen aufgeteilt ist, genannt fünf Welten. Von meiner Welt, der vollständigen Isolation vom Schöpfer, der völligen Entgegengesetztheit, bis zur Annäherung an Ihn über fünf Stufen, fünf Welten, fünf Phasen, ja? Die Welt Assija, Yezira, Brija, Azilut, AK und die vollständige Annäherung an den Schöpfer – die Welt der Unendlichkeit.

Hier stehe ich, und dort steht Er. Und die Welten dazwischen sind das Maß meiner Annäherung an Ihn. In welchem Maß nähere ich mich Ihm? In dem Maß, in dem ich mich zur Menschheit verhalte. Man kann sagen: zur Schöpfung, nicht nur zu den Menschen. Dort wurde die Frage richtig gestellt, vom Käferchen … ja. Richtig, das gehört auch dazu. Aber es ist dasselbe. Wenn ich mich zur Schöpfung genauso verhalte wie Er, nur darin kann ich Ihm ähnlich sein. Die Stufen der Ähnlichkeit zu Ihm heißen Welten. Damit nähere ich mich Ihm an.

Wie kann ich das heute machen? Heute kann ich das nur künstlich machen. Wenn ich eine solche Umgebung anstelle der Schöpfung, anstelle der Menschheit schaffe – davon verstehe ich dort nichts. (01:16:20) Wenn ich eine solche Umgebung schaffe, eine Gruppe, die mir hilft, mich zu ihr so zu verhalten, wie sich angeblich der Schöpfer zur Menschheit verhält. Und dann wird diese Gruppe, wie Baal HaSulam sagt, zu einer kleinen Gemeinschaft. Und danach verwandelt sich diese kleine Gemeinschaft als Gemeinschaft der letzten Generation schon in die ganze Menschheit. Dann wird schon die vollständige Dwekut des vollständigen Gefäßes mit dem Schöpfer erreicht sein.

Unsere ganze heutige Existenz hängt also vollständig von der Gruppe ab: davon, sie so zu schaffen, dass ich mich leicht – unterstützend und von der Gruppe unterstützt – zu ihr so verhalten kann, wie der Schöpfer sich zu ihr verhält. Das ist es, was wir heute tun müssen.

Also die Liebe zu den Freunden, wie es dort heißt, oder dieses Prinzip aus „Das Geben der Tora": „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Rabbi Akiva sagte: „Das ist das große, allgemeine Gesetz der Tora" – oder der Kabbala. Wovon spricht das? Warum ist es das wichtigste und allgemeine? Weil es das Verhältnis des Schöpfers zur Schöpfung ist.

Das Licht, das aus der nullten Phase, der Phase Shoresh, in die erste Phase, Bchina Alef, hervorgeht. Ja. Es hat eine solche Eigenschaft, höher als das wissen wir nichts. Höher als das gibt es keinen Schöpfer. Höher als das gibt es Azmuto, das, was außerhalb von uns existiert, nicht in Bezug auf uns. In Bezug auf uns offenbart Er sich nur auf diese Weise. Das ist alles.

Deshalb muss ich mir eine Gruppe von Menschen auswählen, die darin mit mir übereinstimmen, und zwischen uns solche Beziehungen schaffen. Aber hier entsteht die Frage: Was ist dann die Gruppe? Die Gruppe ist etwas Spirituelles, das zwischen uns ist. Sie ist unser gemeinsamer Einfall, Plan, unsere gemeinsame Idee. Das ist nicht einfach mein Verhältnis zu jedem Einzelnen, sondern zu dem, was sich in uns als Schöpfer offenbaren wird. Wenn wir anfangen, uns so zueinander zu verhalten, dann entsteht in uns, zwischen uns eine solche Empfindung, ein solches Gefühl, das Schöpfer heißen wird.

Wir werden dieses Licht empfinden, dieses gute Verhältnis empfinden – so wird sich der Schöpfer in uns offenbaren. Und ich fange plötzlich an zu entdecken, dass ich nicht dem Schöpfer ähnlich werden muss, der angeblich neben mir steht – angeblich stelle ich Ihn mir jetzt so vor und nähere mich Ihm mit diesen Welten. Stattdessen fange ich an zu sehen, dass Er dort ist, in dieser Gruppe, in den Beziehungen zwischen uns; und indem ich mich in diese Beziehungen zwischen uns einschließe, nähere ich mich Ihm an und verschmelze so mit Ihm, dass ich mein Ich darin verliere.

Das nennt man den Austritt durch den Machsom: Du springst sozusagen dorthin, und dein „Ich", der Egoismus, bleibt draußen, auf der anderen Seite.

Ja.

Frage: (01:20:06) …

Rav: Die ganze Arbeit ist innerlich, und wie kannst du sie zeigen? Du kannst sie äußerlich zeigen. Um diese innere Arbeit zu organisieren, damit du etwas hast, worin du sie organisieren kannst, brauchst du dafür möglicherweise auch einige äußere Handlungen.

Um eine große Gruppe zusammenzubringen – du weißt es selbst, du bist einer der Teilnehmer unserer inneren Gruppe, du weißt, wie viel wir hier hineingesteckt haben, damit wir heute in solcher Zahl, mehrere Hundert Menschen, hier sitzen und über solche Dinge sprechen. Dafür muss man in unserer Welt Kräfte aufwenden. Aber wenn man das nicht tun müsste, müsste man es nicht tun.

Wir finden das einfach eigens für uns, einerseits aus Notwendigkeit, andererseits, weil es unser inneres Streben ausdrückt. Wir finden für uns genau solche Möglichkeiten, um mehr zusammen zu sein, uns mehr zu vereinigen, mehr gemeinsame Handlungen zu finden, damit jeder sein Inneres nach außen ausdrückt. Bis zu dem, was ich schon gesagt habe: Wenn es für jeden nicht genug Möglichkeiten gibt, miteinander in Kontakt zu sein, dann machen wir die Kartoffelschälmaschine kaputt oder diese Gemüseschneidemaschine. Dann stehen wir dort zusammen am Fließband und schälen und schneiden.

Wozu? Wir brauchen eben irgendeine Form, irgendeine Basis, ein Material für den Kontakt, wo wir zusammen sein werden. Dafür ist sie da. Deshalb brauchen wir dieses Zelt. Wozu brauchen wir diese Sukka? Natürlich gibt es hier alle möglichen Besonderheiten und Or Makif. Dass wir unter diesem … das ist ein Massach, über ihm ist das Höhere Licht, und wir sind sozusagen – das ist alles symbolisch – in dem Licht, das uns durch die Ritzen leuchtet, im Or Makif.

Wir werden das alles noch lernen: einfach die Entsprechung von alldem, von dieser ganzen Attributik, zur Höheren Welt. Das machen wir gleichzeitig. Aber im Prinzip ändert es nichts: Ohne Sukka, ohne all diese Dinge wäre alles genauso. Wir benutzen dafür aber alle möglichen äußeren Attribute, um uns zusammen mit den anderen einzubringen.

Wenn ich das allein machen müsste und die anderen nicht, würde ich es nie tun. Weil wir es aber zusammen machen und unsere gemeinsamen Anstrengungen hineinlegen, schafft das schon die Grundlage, auf der wir weiter unser gemeinsames Gefäß bauen. Nur um die Gemeinsamkeit, die Verschmelzung, die Verbindung zwischen uns zu schaffen, angefangen von der allerniedrigsten, tierischen Ebene und so weiter nach oben – nur dafür machen wir das.

Wäre das nicht so, würde ich nichts davon tun. Nur dafür. Wenn hier also etwas Heiliges, Höheres, zum Schöpfer Gerichtetes ist, dann deshalb, weil wir unsere Verlangen hierher gegeben haben. Nicht um diese schöne Sukka zu bauen, sondern um zusammen die nötige Menge an Anstrengungen zu schaffen, um unsere Verlangen, unser Sehnen dazuzugeben, damit sich am Ende unser Streben zum Höheren so offenbart, dass es mit einem großen Or Makif antwortet. Mehr nicht.

Sonst ist keinerlei Kedusha darin. Wenn man die ganze Kedusha sogar aus dem Tempel nimmt, dann ist er in Jerusalem sofort zerstört worden. Sobald die Schüler von Rabbi Akiva anfingen, einander statt zu lieben zu hassen … Was hat Rabbi Akiva gesagt? „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist das allgemeine Gesetz, und sie taten stattdessen … Der Egoismus ist von innen plötzlich aufgeflammt; so haben sie eine bestimmte historische Etappe durchschritten, in der der Egoismus sich erheben musste.

(01:24:41) Er ist in ihnen so hochgesprungen, dass alle vierundzwanzigtausend seiner Schüler sofort aus der Liebe heraus anfingen, sich egoistisch zueinander zu verhalten. Das heißt, sie haben einander gehasst. Wir stellen uns nicht vor, dass das Hass ist. In Wirklichkeit ist es Hass. Aber über uns selbst wollen wir nicht so sprechen. Wir lieben. Und so wurde der Tempel sofort zerstört.

Was wäre sonst von diesen Ziegeln geblieben? Einfach irgendein Palast. Man würde dort Führungen gegen Geld hinbringen. Was noch – nichts weiter. Ohne inneres Verhältnis hat all das Äußere natürlich keinerlei Attribute. Deshalb verschwindet es aus unserer Welt, deshalb wird es zerstört, deshalb verschwindet es – nur weil die spirituelle Wurzel verschwindet.

Deshalb ist auch in dieser deiner Laube nichts Heiliges, wenn nicht deine Gedanken zum Spirituellen gehen. Und dann würden wir das auch nicht machen. Deshalb schaffen wir es bei uns, in uns – und ich rate euch dasselbe: euch ein Beispiel zu nehmen und so viele gemeinsame Arbeiten wie möglich zu schaffen: außer der Verbreitung die Küche, die Übertragung, alle möglichen Druckabteilungen, Übersetzungen, alles, alles, was nur möglich ist. Und zwar, um die Mitglieder der Gruppe zu vereinen und irgendwie untereinander zu verbinden.

Schülerin: [nur hebr. Fassung: Darf ich eine Frage stellen?]

Rav: So eine Freche. Na gut, los. Alle kennen sie, das ist Emma Sotnikowa, die Redakteurin aller meiner Bücher in russischer Sprache.

Frage: … (herausgeschnitten) [nur hebr. Fassung: Gesetz ist Gesetz, niemand fragt nach der Absicht.]

Rav: Gesetz ist Gesetz. Niemand fragt nach euren Absichten. Ich meine damit: Der Mensch kann sagen, was er gerne möchte, was er gerne wollte, ich habe solche Absichten. Die Welt wird nicht nach den Absichten gerichtet, sondern nach unseren inneren Graden der Korrektur, nach den Eigenschaften. Das wollte ich hier sagen, vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, aber das ist noch nicht durch deine Redaktion gegangen.

Frage:

Rav: Nein. In dieser Hinsicht, ja, macht sie das gut.

Durchaus möglich, denn wenn man schreibt, ist man ja in einem bestimmten Zustand, manchmal kann man es ausdrücken und manchmal nicht. Die Welt wird also wirklich nur danach gerichtet, wer wir sind. So ist es gesagt: Der Mensch wird gerichtet nach „ascher hu scham"⁵, also nach der Stufe und nach dem inneren Zustand, in dem er ist. Manchmal möchte ich so gerne, ich will so gerne – warum ist es so und nicht anders? – und es kommt umgekehrt heraus.

Mit uns wird nicht danach abgerechnet, was wir gerne möchten, sondern danach, wer wir wirklich sind. Sonst stellen wir uns immer anders dar, als wir wirklich sind. Deshalb greift das Gesetz vollkommen genau: Die Uhr tickt, das heißt, ständig, in jeder Sekunde erneuern sich die Reshimot in uns. Wenn wir diese Reshimot nicht systematisch verwirklichen, in derselben Sekunde, in der sie bei uns auftauchen, dann kommen wir zu spät. Und sofort wendet sich diese Zeit der Verspätung gegen uns als zwingende Kraft, damit wir uns antreiben.

In Wirklichkeit gibt es einen absoluten Zustand, in dem wir im vollkommenen Gmar Tikun sind, in der vollständigen Korrektur. Aus diesem Zustand geht das Höhere Licht hervor und durchläuft alle Stufen bis zu unserer Welt, bis zu unserem heutigen Zustand, dort, wo wir uns heute empfinden und wo wir wirklich sind.

(01:29:09) Und dieses Licht wirkt allmählich auf uns. Was heißt allmählich? Es wirkt gar nicht allmählich, es ändert sich nicht, wir sagen es nur so. Es offenbart sich und verändert in uns ständig etwas, es wirkt und ruft in uns immer neue Reshimot hervor. In uns entwickelt sich dieses spirituelle Gen die ganze Zeit, und die ganze Zeit fühlen wir Veränderungen in uns.

Genauer gesagt vielleicht nicht in uns: Wir fühlen Veränderungen in der umgebenden Welt, als ob sich hier alles änderte, aber in Wirklichkeit ändert sich draußen nichts. In mir ändern sich diese Reshimot, sie offenbaren sich immer neu und neu, und diese Spirale meines spirituellen Gens wickelt sich ab. Sie wickelt sich ab und wird sich weiter abwickeln, bis sie mich zur Endkorrektur bringt, bis zum allerletzten Reshimo.

Das Licht leuchtet ständig, und die kleine Spirale wickelt sich die ganze Zeit ab, und jedes Reshimo kommt heran und stellt sich unter dieses Licht. Jetzt dieses Reshimo, dann das nächste, dann das nächste und so weiter, der Spirale entlang. Wenn ich jedes Reshimo, das an dieses Licht herangekommen ist und jetzt diesem Licht gegenübersteht – wenn ich dieses Reshimo jetzt nicht richtig verwirkliche, das heißt, nicht sofort einen Massach darauf mache und es so vollständig mit dem Höheren Licht abgleiche, dann springt dieses Reshimo sozusagen nach vorn, und das nächste Reshimo erscheint.

Aber auch das nächste kann ich nicht verwirklichen, weil ich den vorherigen Massach nicht habe. Wie kann ich denn einen Massach auf das nächste Reshimo schaffen? Dann kommt heraus, dass all diese Reshimot, die in den Verzug geraten und die ich nicht gemacht habe, mich bremsen und in mir Leiden hervorrufen. Was heißt Leiden?

Die Empfindung, dass diese ganze Kette stehenbleibt, gebremst wird. Und das ruft riesige, globale Leiden in der Welt hervor und private bei uns. Die ganze Ursache der Leiden liegt nur darin, dass wir das Reshimo nicht sofort, augenblicklich verwirklichen im Verhältnis zum Licht, das von oben herabkommt. Das ist alles.

Das wollte ich sagen: Niemand fragt euch nach euren Absichten. Gesetz ist Gesetz. Dafür tickt die Uhr und misst, ob ihr aus dem Bereich der Kedusha herausgetreten seid oder nicht. Wenn ihr nicht herausgetreten seid, wenn ihr im Bereich der Kedusha wart, dann wirkt ein anderer Sensor, der misst, wie viel Anstrengung, wie viel Durchbruchskraft ihr innerhalb dieses Bereichs aufgewendet habt.

Kurz gesagt, hier muss man noch … Das ist nicht meine Übersetzung, ich habe auf Hebräisch gesprochen. Das hat man ins Russische übersetzt, es muss noch geändert werden. Auf Hebräisch klingt es nicht so. Diesen Artikel werde ich später anpassen, dann bekommt ihr meine Fassung. Aber vorläufig soll es wenigstens so bleiben.

Frage: (01:32:15) Hört der Mensch, der den Machsom überschritten hat, dabei auf, sich selbst zu empfinden?

Rav: Es fällt mir schwer, so darüber zu sprechen. Denn über alles, was oberhalb des Machsom ist, kann und will und soll ich nicht besonders sprechen. Erstens wegen deiner Frage selbst: „Hört der Mensch auf, sich selbst zu empfinden?" Was heißt sich empfinden, sich nicht empfinden, sein „Ich", wer „Ich" ist und wer nicht? Das „Ich" ist das Maß meiner Dwekut mit dem Schöpfer.

Geht dort mein „Ich" verloren, oder erscheint in mir umgekehrt ein anderes „Ich"? Und jenes egoistische „Ich", das jetzt hier ist – dass ich existiere, gegenüber den anderen, „ich" und sie –, das verschwindet. Dieses „Ich" verschwindet. Es verschwindet das egoistische „Ich", das mich von den anderen trennt; und das geschieht allmählich über alle Stufen hinweg bis zum Gmar Tikun. Aber die allerersten Stufen jenseits des Machsom unterdrücken mein „Ich" tatsächlich.

(01:33:27) Deshalb heißen diese Zustände „Ubar" – Embryo. Wie sich ein Embryo in der Mutter entwickelt, ganz ohne selbständig zu handeln: Alles, was er bekommt, alles, was ihn wachsen lässt, geht nicht auf seine Kosten, sondern auf Kosten eines höheren Organismus. Genauso sind wir, wenn wir in die Höhere Welt eintreten, in der ersten Etappe im Zustand Ubar – Embryo, und das eigene „Ich" geht verloren; wir schließen uns in das allgemeine Licht ein und wollen einfach nur in diesem Zustand sein.

Ich gehe dabei nicht verloren, nur mein früheres egoistisches „Ich" löst sich allmählich auf, aber nur im Awiut Shoresh, noch auf der nullten Phase des Egoismus. Das sind Etappen, aber das egoistische „Ich" fängt natürlich an, verloren zu gehen, noch auf der nullten Phase des Egoismus.

Das heißt aber nicht, dass der Mensch nivelliert, annulliert wird. Im Gegenteil: In ihm fängt ein spiritueller Körper an zu erscheinen, die Seele fängt an zu wachsen. Oberhalb des Machsom fängt aus dem Punkt ein Gefäß an sich zu bilden – die Seele. Er fängt an, sich zu empfinden, sich in einem Meer des Höheren Lichts zu empfinden, in einem Meer dieses Gedankens, dieses Plans, dieser Güte, dieser Liebe, die Schöpfer genannt werden.

Und während er darin ist, sieht er, wie alles Übrige in unserer Welt in einem korrigierten Zustand ist. Wie alle unbewusst alles erfüllen, was in diesem Feld ist, den ganzen Gedanken des Schöpfers; wie alle es automatisch tun, sich umdrehen, und alles geschieht so.

Mehr noch: In dem Maß, in dem der Mensch sich anpasst, in dieses Feld eintritt, sieht er, dass alle anfangen, auch seine Gedanken und seine Verlangen⁶ zu erfüllen – solche, die mit dem Schöpfer übereinstimmen. Und in dem Maß, in dem sie noch nicht mit dem Schöpfer übereinstimmen, sieht er, dass alle seine Verlangen nicht erfüllen, sondern den Willen des Schöpfers erfüllen.

Das ist überhaupt eine interessante Entdeckung, ich wünsche sie allen; ich hoffe, dass wir in diesen Zustand eintreten. Zumindest existieren alle Voraussetzungen dafür. 01:36:06

Es gibt ein gewisses Problem, sich vorzustellen, auf welche Weise die 620 Verlangen, die sogenannten „TaRaCh Ewarim", die 620 Teile der Seele, die 620 Teile des spirituellen Körpers, des Parzuf – auf welche Weise diese 620 Teile die Korrekturen durchlaufen.

Die Korrekturen zu durchlaufen heißt in der Kabbala: geboren zu werden und sich bis zum vollständigen Zustand zu entwickeln. Wenn wir also davon sprechen, dass es den Zustand Ibur – Embryo –, Yenika – Säugen – und Gadlut, den schon großen Zustand des Parzuf, gibt: Ibur ist der Awiut Shoresh, in dem sich beim Menschen der nullte Massach entwickelt. Dann das Säugen (Yenika), das ist der Massach der ersten Ebene oder Awiut Alef, dann Bet, Gimel, Dalet – die zweite, dritte und vierte, das ist schon Gadlut. All diese Phasen …

Frage: [nur hebr. Fassung: Ist die Korrektur diskret?]

Rav: Diese Korrekturen lernen wir nach und nach, angefangen mit dem achten Teil des „Talmud Esser haSefirot", dort wird es erklärt.

(01:38:02) Der zehnte Teil des „Talmud Esser haSefirot" heißt zum Beispiel „Ibur", der 11. Teil ist, glaube ich, schon „Yenika", der 12. Teil ist schon Gadlut. Dann der 13. Teil: auf welche Weise dieser Parzuf schon empfängt … die Seele das Licht von oben von Arich Anpin empfängt, von der höchsten Offenbarung des Schöpfers zu ihr; und dann die Teile 14, 15 und 16, wie man schon zum Gmar Tikun aufsteigt.

Geburt und Entwicklung sind natürlich streng geregelt, aber genau in Ähnlichkeit zum Embryo in unserer Welt. So wie sich der Embryo in unserer Welt in der Mutter entwickelt, dann draußen das kleine Kind, dann bis zum Zustand eines erwachsenen Menschen – genau nach denselben Phasen.

Deshalb sage ich: Wir wissen, dass sich zum Beispiel im dritten Monat, im fünften Monat der Entwicklung im Mutterleib dies entwickelt und jenes entwickelt. Die Organe entwickeln sich nicht gleichzeitig. Und dann, wenn der Mensch sich entwickelt, kann er nicht gehen. Er hat Beine, aber er kann noch nicht gehen.

Wozu braucht er Beine, wenn er nicht gehen kann? Er könnte ohne Beine geboren werden, und dann würden ihm bis zum ersten Lebensjahr nach und nach Beine wachsen. Nein, er wird sofort mit Beinen geboren. Wozu? Und so weiter, verstehst du. Er kann noch nichts sprechen, aber der ganze Apparat ist da, er kann ihn nur nicht steuern. Es gibt also eine unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Organe und eine zeitlich unterschiedliche Inbetriebnahme – je nach dem Maß der Entwicklung, je nachdem, wie sie mit dem Gehirn verbunden sind, je nachdem, wie sie die Steuerungsinformation empfangen können.

Die Beine können zum Beispiel entwickelt sein, die Beinchen des Kindes können kräftig sein, aber es bekommt keine Steuerung – sie werden nicht in Betrieb genommen, und deshalb beherrscht es sie nicht. Dasselbe mit den Händen. Die Ressourcen des Organismus dürfen also nur in dem Maß benutzt werden, in dem sich der Massach entwickelt, in dem sich der Verstand entwickelt. Sonst würde sich das Kind in unserer Welt einfach schaden, wenn es sofort anfinge zu laufen. Zuerst erscheint also der Verstand. Nur in dem Maß, in dem der Verstand erscheint, erscheint die Möglichkeit, die eigenen Eigenschaften zu benutzen.

Genauso ist es im Spirituellen. Nur in dem Maß, in dem du einen Massach erwirbst, bekommst du für diese oder jene deiner Qualitäten die Möglichkeit, mit ihnen zu arbeiten. Und der Massach wird allmählich erworben; seine Entwicklung im Organismus, im Parzuf, hängt nicht nur vom Awiut ab, sondern von der Qualität der Sefira selbst.

Wenn es zum Beispiel die Sefira Bina ist: Von den 10 Sefirot ist sie am einfachsten zu entwickeln. Sie ist ihrer Qualität nach dem Licht am nächsten, deshalb entwickelt sie sich schneller als die übrigen. Und eine Sefira wie Hod zum Beispiel, die eine Malchut in Miniatur innerhalb von Seir Anpin darstellt, entwickelt sich am schwersten von allen. Deshalb geht es hier nicht nur nach der Größe des Awiut, sondern auch nach den Qualitäten.

Woher sehen wir das? Wir sehen es sogar am Zerbrechen der Kelim. Wenn wir in diesem unserem virtuellen Kurs in diesem Jahr das Zerbrechen der Kelim lernen, werde ich unbedingt zeigen, auf welche Weise jedes Gefäß zerbricht.

(01:42:15) Es gab ja zehn Sefirot. Sie alle haben ein gewaltiges Licht in sich empfangen und sind in Stücke auseinandergeflogen. Und während sie in Stücke auseinanderfliegen, explodieren und zerbrechen sie noch weiter. Alle Massachim, die irgendwo einige Eigenschaften auf Altruismus hin miteinander verklebt hatten, auf Altruismus ausgerichtet, zerbrechen alle, und alle werden introvertiert, nach innen auf sich selbst gerichtet, egoistisch.

Das geschieht allmählich, natürlich in Form einer Kettenreaktion, aber allmählich und nicht bei allen gleich – abhängig von der ursprünglichen Eigenschaft und Qualität, also von der Ebene des Awiut und von der Qualität selbst. Nehmen wir Bina: Sie ist zwar gefallen, aber sie ist nicht am tiefsten gefallen, sondern höher als alle.

Und Malchut, die höher war als alle, weil sie am stärksten von allen auf das Geben hin arbeitet und einen gewaltigen Awiut hat, ist gefallen und tiefer als alle gelandet – weil Awiut ohne Massach auf der allerniedrigsten Stufe landet. Genauso ist das Wachstum auch in den Gilgulim, also in den Kreisläufen des Menschen, in seinen Leben in dieser Welt, von denen wir schon sehr, sehr viele durchlaufen und gelebt haben … Darin muss man sich nicht vertiefen. Es ist nichts Interessantes daran. Wir müssen nach vorn schauen und nicht zurück. Wir sind keine Historiker und keine Archäologen. Wir müssen nur nach vorn schauen.

Alle diese Gilgulim sind ebenfalls jeder nach seiner Qualität, Eigenschaft, seinem Charakter diktiert – natürlich durch das persönliche Gen des Menschen und auch durch jene seine Parameter, die sich sozusagen der Kette nach in dieser Form, an diesem Ort, in diesen Qualitäten entwickeln mussten: Bei solchen Eltern, mit solchen Eigenschaften bist du geboren und so weiter, in einer solchen Periode, und das und das hast du abgearbeitet. Das alles wird also nur von innen diktiert, von unserer inneren spirituellen Information, vom spirituellen Gen.

Frage: Wie können wir „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" in uns qualitativ verändern?

Rav: Wir lernen, dass nur die Notwendigkeit, die uns zur Kabbala geführt hat, jener Faktor war, dank dem wir unser Leben geändert haben, dank dem wir uns überhaupt in uns ändern.

Alles geschieht nur aus dem Gefäß, kraft der Notwendigkeit. Es kann nichts geben, was von selbst geschieht. Wenn wir also etwas tun, etwas ändern wollen, müssen wir nicht suchen, wie es sich ändern könnte, sondern wie in mir ein dringendes Bedürfnis danach entstehen könnte. Sobald es in mir entsteht, werde ich es ändern, oder es ändert sich von selbst. Aber es ändert sich nur, wenn ich es wirklich dringend will.

(01:45:53) Alles hängt von der Vorbereitung des Gefäßes ab. Von unserem Verlangen. Deshalb muss die qualitative Veränderung von „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", also dieses Streben, dieses Bewusstsein, auf dem Bewusstsein der Notwendigkeit dafür beruhen: dass unser Leben ohne das natürlich ein tierisches Leben bleibt. Wir können uns vielleicht auch heute darauf einstellen, dass es so endet, aber auch das hängt von der Gemeinschaft ab, in der wir sind.

Wenn unsere Gemeinschaft uns nicht die Möglichkeit gibt, uns mit diesem Leben abzufinden, wenn sie uns so sehr erregt, dass wir fühlen: Die kleinste Verzögerung ist einfach niedrig, widerlich, unerträglich – dann können wir wirklich etwas ändern. Alles hängt nur von der Gruppe ab. Die Gruppe selbst muss uns führen und uns selbst dazu erregen, dass jeder ein solches Verhältnis zur Gruppe zeigt. Das ist also eine gegenseitige Arbeit des Menschen und der Gruppe. Etwas anderes kann man hier nicht machen.

Frage: Wie kann ein Mensch, der in irgendeinem Zustand ist, konkret die Qualität seines Verhältnisses zur Gruppe vergrößern, so wie Er es tut?

Rav: Wir haben schon gesagt, wie der Schöpfer sich zur Menschheit verhält – das ist nur künstlich möglich. Versteh, was du fragst. Du sagst: „Wie kann ich mein Verhältnis ändern?"

Ich habe jetzt ein bestimmtes Verhältnis – wie kann ich es in mir in ein anderes ändern: in ein stärker ausgerichtetes, stärkeres, zielgerichteteres, forderndes? Wie kann ich das machen? Wenn es sich in mir ändert, dann ändert es sich. Wenn nicht – wie kann ich es mir selbst anheben? Oder die Gruppe stimmt mich darauf ein, und wenn ich dann von ihr ein zusätzliches Verlangen bekomme, erhebe ich mich auf natürliche Weise.

Das wird nicht meine Arbeit sein, aber egal welche, ich erhebe mich trotzdem. Oder ich mache es über die Gruppe: Ich fange jetzt künstlich an, die Gruppe dazu zu erregen, und sie wirkt auf mich und hebt mich. Jedenfalls kann keine Veränderung rein aus dem Menschen kommen. Der Mensch wird sich am Ende nicht selbst ändern.

Ich kann in mir künstlich etwas machen. Wenn aber die Gruppe – durch meinen künstlichen Druck auf sie – etwas macht, wenn sie mich zwingt, mich zu ändern, dann ist diese Veränderung in mir schon nicht mehr künstlich, sondern echt. So nehmen wir von außen alle Werte auf, und sie werden zu unseren; alle Meinungen werden zu unseren. Es gibt also keine andere Möglichkeit, sich zu ändern, als über die Gemeinschaft. Deshalb liegt nur darin unser freier Wille.

[nur hebr. Fassung: (Ende des Unterrichts)]