Tägliche LektionSep 30, 2026(Morning)

Part 1 Sukkot 2003. Lesson 9 (15.10.2003)

Sukkot 2003. Lesson 9 (15.10.2003)

Sep 30, 2026

Dieses Transkript wurde mithilfe KI aus dem russischen Original übersetzt, ergänzende Prüfung gegen das Transkript der hebräischen Übersetzung und nicht redaktionell bearbeitet.
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Morning Lesson Transcript, October 15, 2003

Sukkot 2003, Lesson 9

Rav: Wir haben bei null angefangen und natürlich sehr viele Fehler gemacht. Um euren Weg zu beschleunigen, lohnt es sich vielleicht, dass ihr euch schon die Fehler anseht, die wir gemacht haben, und die Schlüsse, die wir gezogen haben, und sie auf euch anwendet. Würde die Menschheit das nicht nutzen, gäbe es von Generation zu Generation keinen Fortschritt.

[nur hebr. Fassung: Deshalb lohnt es sich, bei diesem Seminar dabei zu sein. Man wird euch hier nicht nur von der Organisation und der Arbeit in der Gruppe erzählen, sondern auch davon, auf welche Weise man zwischen den Menschen eine engere Verbindung schaffen kann. Ich denke, dass die Gruppe von Bnei Baruch trotz allem einige Stufen höher steht als die übrigen Gruppen. Also lohnt es sich, das anzunehmen, und man kann es sehr schnell, buchstäblich innerhalb weniger Monate, in euren Gruppen umsetzen.

Uns bleibt noch eine Frage, eine, würde ich sagen, sehr interessante: die Frage nach den Unterrichtsstunden und Vorträgen, wie man sie hält und wie man sie aufbaut. Dafür bleibt uns nur eine einzige Möglichkeit: von unserem Ausflug ans Meer, der für vier Stunden geplant war, etwas zu stehlen. Wenn wir davon etwa anderthalb Stunden nehmen, wäre das gut. Stattdessen würden wir zumindest diejenigen zusammenbringen, die eindeutig Unterricht geben, Unterricht organisieren, Vorträge halten oder das tun wollen. Also alle, die das interessiert, die sich organisieren und vorbereiten, die Vortragende oder Lehrer sein wollen. Und wir alle werden diese Aufgabe irgendwann erfüllen müssen, ohne überhaupt auf irgendwelche irdischen Eigenschaften oder Begabungen dafür zu schauen.

Deshalb empfehle ich sehr: Lasst uns nach dem Essen hier zusammenkommen, irgendwann von zwei bis drei, halb vier, nach diesem Vortrag. Ich bitte Baruch, sich gut auf dieses Ereignis vorzubereiten: wie er getrennt Vorträge und getrennt Unterricht hält. Wer ist bei uns noch da? Litbad, Meron, aus Amerika, wer noch? Grundsätzlich jeder, der wirklich einen konkreten Vorschlag hat oder schon Erfahrung gesammelt hat, was funktioniert und was nicht. Vielleicht gilt das nur für ihn, aber es ist trotzdem für andere interessant. Wir würden das alles gern auch aufzeichnen und später irgendwie nutzen. Ich jedenfalls bin bereit, daraus zu lernen. Was noch?]

Ihr wisst, dass bei uns die Hauptsache die Arbeit mit den Texten ist. Wie Nossik hier gesagt hat, und er ist in den Internetmedien immerhin ein anerkannter Fachmann: Das Internet besteht heute, jedenfalls noch, hauptsächlich aus Texten. Eine Unterrichtsstunde ist gut, aber sie geht vorbei, egal wie interessant sie war. Und auch wenn man sie als Videoaufzeichnung wiederholen kann, ist es besser, den Text selbst durchzugehen.

Ich würde euch sogar raten, ihn einfach zu nehmen, darin herumzustreichen, ihn auszudrucken und mit dem Stift durchzuarbeiten. Ihr könnt ihn quasi redigieren oder euch bestimmte Teile herausschreiben, aber arbeitet trotzdem mit den Wörtern, mit dem Text.

Dann ist jeder von uns kein Leser mehr, sondern ein Schreiber oder Redakteur, und das hilft sehr, sich in den Text zu vertiefen. Ich sage euch nur eins: Wenn ich einen Artikel von Baal HaSulam nicht etwa 200 Mal gelesen habe, dann habe ich ihn einfach nicht gelesen. Das ist ernst gemeint. Und ihr werdet es sehen: Ein Text ist euch schon völlig vertraut, ihr kennt jedes Komma und jeden Punkt darin und habt ihn schon auf jede Weise gedreht. Bei der nächsten Vertiefung dreht er sich plötzlich so, dass ihr einfach in seine Tiefe fallt und anfangt, dort schon auf einer anderen Ebene zu leben. Und das wird viele Male so sein.

Die Arbeit mit dem Text ist also für jeden einfach notwendig, nicht nur für die Lehrer oder für irgendwelche Besonderen, sondern für alle. Über die Arbeit mit dem Text werden wir auch eine Einheit haben, und außerdem darüber, wie man Bücher herausgibt und redigiert und alles, was mit der Bearbeitung von Texten zu tun hat. Ich zwinge niemanden, versteht ihr. Das kommt nach diesem Treffen mit unseren Vortragenden, nach dem Gespräch über die Vortragenden. Der Ausflug zur Erholung findet natürlich statt, aber viel kürzer, als er jetzt geplant ist. Ich denke, dass wir das alles trotzdem verschieben.

Weiter. Viele Fragen, hier ist noch eine: (auf Hebräisch). Also:

Frage: (03:37) Sieht der Rav die Kabbala als den einzigen Weg, auf dem der Mensch sich spirituell zum Ziel der Schöpfung hin entwickeln kann? Und so weiter.

Rav: Versteht ihr, es gibt, sagen wir, eine Theorie, die besagt, dass es einen Schöpfer gibt. Das ist alles theoretisch. Sie sagt, dass Er der Einzige ist, auch das ist nicht bewiesen, man kann alles sagen, nicht wahr? Sie sagt, dass man Ihn erreichen kann, dass Er ein Ziel hat, eine Lenkung und so weiter. All das nehmen wir im Glauben an. Danach fangen wir an, darin eine bestimmte Logik zu sehen. Sogar aus dem Unlogischen, aus dem Gegensatz zu unseren Gefühlen und Eigenschaften heraus fangen wir an, die Bestätigung dafür zu sehen. Baal HaSulam hat einen interessanten Artikel: „Mechkar mada'i al awodat HaShem“², also „Wissenschaftliche Untersuchung über die Notwendigkeit der Arbeit für den Schöpfer“.

Ich habe diesen Artikel übrigens lange nicht gelesen, aber ich werde ihn nach diesem Seminar überarbeiten, und wir bringen ihn auch als Broschüre heraus. All diese Artikel werden gerade für Broschüren bearbeitet und vorbereitet. Was wir gerade durchnehmen, also „Die Gabe“, „Die Bürgschaft“, „Ein Gebot“, „Der Frieden“ und so weiter, erscheint alles als Broschüren.

Stellt euch einen Menschen vor, der einfach so dasteht, klein und nackt wie ein Kind mitten in der Welt, und nicht weiß, wohin er sich wenden soll, völlig verloren. Für ihn sind natürlich all diese Methoden und all diese Aufrufe aller möglichen Strömungen und Lehren völlig gleichwertig. Oder es zieht ihn je nach seiner inneren Struktur mehr oder weniger irgendwohin: mehr zur wissenschaftlichen Erklärung der Schöpfung, mehr zum Gefühlsmäßigen oder zu etwas dazwischen.

Die Kabbala sagt sofort und klar, wie es in einem Gedicht von Baal HaSulam heißt: „Und alles, was ihr sehen werdet, werdet ihr sehen, und kein anderer.“ Das heißt: Gehst du durch den Machsom, wirst du sehen. Vorher siehst du nichts. Natürlich siehst du an dir mehr oder weniger das, was die Kabbala vorhersagt, aber nur die negativen Eigenschaften, Qualitäten und die Etappen des Durchgangs. Diese Empfindungen nennt man aber nicht Sehen. Sie sind nicht klar, sie werden von uns einfach irgendwie empfunden.

In Wirklichkeit ist das Sehen, das sich dem Menschen enthüllt, also das, was man schon Sehen der Höheren Welt nennt, klar, erfassbar, messbar, wiederholbar, übertragbar, neu reproduzierbar und so weiter. Es ist also absolut eindeutig. Und im Vergleich zu dieser Empfindung wird unser heutiger Zustand „scheinbar“ genannt, unwirklich und quasi überhaupt nicht existent. Gemeint ist das, wie wir uns heute fühlen: als existierend in unserem „Ich“, in irgendeiner Welt, die real um uns herum existiert, also „ich“, mein Körper, die umgebende Welt, irgendwelche Objekte und Veränderungen in all dem.

Wenn man durch den Machsom geht, löst sich in Wirklichkeit all das auf: diese ganze Welt, all diese Verbindungen, alles, was sich in mir als real existierend gebildet hat. Natürlich verliere ich die Verbindung mit dieser Welt nicht, ich existiere weiter in ihr und bewege mich unter Menschen. Aber dann zeigen sich alle Verbindungen, alle Eigenschaften, alle Anordnungen der Natur, alle Reaktionen der Menschen auf diese Weisungen des Informationsfeldes, auf den sogenannten Gedanken des Schöpfers. Und wenn sich all das zeigt, sieht es ganz anders aus³. Deshalb …

(08:45) Solange der Mensch aber nicht in diesen Zustand kommt, kann man ihm das sagen, doch in diesem Moment stellt er sich nur etwas vor, mehr nicht. Deshalb darüber reden oder es einem Menschen beweisen … Ich hatte hier schon viele solche Zettel: „Gibt es noch andere Wege?“ Meinen Schülern sage ich in so einem Fall das, was mir der Rav gesagt hat: „Geh und prüfe.“ Wir halten niemanden fest. Der Mensch muss es in sich fühlen. Die Zweifel werden ihn die ganze Zeit begleiten, bis er durch den Machsom geht, und sie werden immer größer.

Deshalb heißt der Berg Sinai so: „Har“ (Berg) kommt von „Hirhurim“¹, Zweifel. Das ist eine riesige Menge an Zweifeln, unter denen der Mensch steht. Er schaut auf diesen Berg und kann sich nicht vorstellen, wie er ihn überwinden soll. Überwindet er diese Zweifel in sich aber nicht, empfängt er nicht das Höhere Licht, das anfangen wird, ihn zu korrigieren.

Dem Rat meines Rav folgend bin ich damals in Tel Aviv zu einem Vortrag von irgendjemandem gegangen, ich weiß nicht mehr, von wem. Dabei brauchte ich das nicht, denn ich hatte vorher schon all diese israelischen Kabbalisten abgeklappert und wusste, was das ist. Ich war überall, auch bei Berg, bei … nun, damals gab es noch Baba Sali, einen wirklich großen Kabbalisten.

Es gab damals noch Menschen, die stark waren und sich wirklich in der spirituellen Welt befanden. Und es gab, wie heute, einfach alle möglichen Scharlatane mit allen möglichen psychologischen Methoden, die uns angeblich den Weg in die spirituelle Welt verkaufen. Aber der Mensch muss sich das alles ansehen und es durchlaufen. Wenn es ihn dorthin zieht, ist es besser, sich schnell zu überzeugen, als in Zweifeln zu verharren. Deshalb ist die Antwort auf diese Frage ganz einfach: „Geht und überzeugt euch.“ Wenn dort für euch noch etwas Anziehendes ist, dann bleibt dort.

Denn der Mensch durchläuft in seiner Entwicklung Tausende und Abertausende Jahre und befindet sich in allen möglichen Glaubensrichtungen und Suchen. Also muss er sie eben noch durchlaufen und suchen. Die Menschen, die zu uns kommen und dann wieder gehen, um irgendwie anderswo nachzureifen, kommen später wieder: nicht jetzt, nicht in diesem Leben, sondern im nächsten. Das braucht man nicht zu bedauern. Man muss all das durchlaufen und all diese Zustände der Reihe nach abarbeiten.

Der ARI sagt Folgendes über einen Menschen, der noch nicht reif ist und sich in einer kabbalistischen Gruppe befindet. Er versteht, dass er vielleicht noch nicht für sie gemacht ist, aber hier sind so große Erwachsene, und er will so sein wie sie. Wenn er sich wirklich mechanisch, ganz wie ein Kind, in die Gruppe einbezieht, dann entwickelt er sich schnell. Und so ein Kleiner in einer so großen und starken Gruppe kann wirklich sehr viele Reshimot in sich durchspielen und zu seinem reifen Zustand kommen.

(12:33) Doch solange seine wahre Reshimo nicht herausgekommen ist, gilt er noch als quasi nicht in die Gruppe einbezogen. Deshalb sehen wir in unseren Gruppen Menschen, die einfach noch nicht bereit sind. Sie sitzen, sie bauen, sie lernen, sie tun etwas, aber all das tun sie, indem sie auf die anderen schauen, weil man es ihnen gesagt hat. Es kommt nicht aus einem inneren Bewusstsein des Prozesses, der sie durchläuft. Sie gehen nicht in ihn hinein und nehmen ihn nicht klar in sich auf. Das hängt nicht davon ab, ob ihr Verlangen groß oder klein ist. Es hängt davon ab, dass die wahren Reshimot noch irgendwo im Anmarsch sind und sich in ihnen noch nicht zu zeigen begonnen haben. Aber sie werden sich zeigen. Man muss warten, Druck darf man nicht ausüben.

Deshalb gibt es in der spirituellen Welt keinen Zwang, und es darf keinen geben. Die Gruppe soll solche Menschen mit ihren gemeinsamen Anstrengungen ermutigen. Und sie selbst sollen sich vorerst möglichst künstlich an der Arbeit der Gruppe beteiligen. So werden sie beschleunigt, ziehen mehr Or Makif auf sich, die Reshimo reift schneller, und so wirken sie.

Das Schlimmste dabei überhaupt ist, wenn ein Mensch nicht reif ist und überhaupt nicht darin ist, aber irgendwie schon in eine kabbalistische Gruppe gerät. Etwas hält ihn darin fest, und er bleibt. Voran kommt er, sagen wir, nicht. Er beschäftigt sich mit irgendwelchen eigenen Theorien und Modellen, und es ist manchmal ziemlich schwierig, ihn aus der Gruppe zu entfernen. So ein Zustand heißt „unreife Frucht“.

Nehmen wir den Artikel „Die letzte Generation“. Dort schreibt Baal HaSulam, dass das ganze Problem all unserer Fehler, ihre ganze Quelle darin liegt, dass wir eine unreife Frucht essen. Das heißt, wir machen Handlungen, die wir noch nicht ausführen können, für die wir noch nicht so weit sind und zu denen wir noch nicht herangewachsen sind. Das kommt aus dem Spirituellen. Ihr wisst, dass alles in unserer Welt, Gutes wie Schlechtes, in unserer Welt eigentlich gar nicht existiert, denn es steigt auf diese Weise aus der Höheren Welt herab. Alle Quellen aller Erscheinungen, guter wie schlechter, sind in der Höheren Welt, und in unserer Welt sind sie schon Folge.

Die wichtigste Handlung, die mit unserer Seele geschehen ist, ist ihr Zerbrechen, der sogenannte „Sündenfall“. Warum ist das passiert? Natürlich geschah es absichtlich, damit wir die Möglichkeit haben, jetzt selbst die Stufe des Schöpfers zu erreichen. So lernen wir von Ihm, wer Er ist, verstehen Seine ganze Höhe und erschaffen aus uns selbst diesen ganzen riesigen Parzuf, der dem Schöpfer völlig gleicht.

Die Ursache des Zerbrechens, die Ursache des Falls, müssen wir aber gut erforschen, denn sie ist auch die Ursache all unserer Abstiege und all unserer Fehler. Es ist nur eine einzige Ursache, und sie heißt eben „unreife Frucht“.

In der Tora wird erzählt: „Adam aß die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.“ Hätte er sie reif gegessen, dann wäre natürlich Gmar Tikun gewesen. Das heißt, er hätte dafür einen Massach und alle Bedingungen gehabt und dieses ganze Licht mithilfe des Massach in sich empfangen, bei richtiger Berechnung all seiner Möglichkeiten gegenüber diesem Licht. Aber dieser Gmar Tikun wäre unbewusst gewesen, ohne volles Verständnis dafür, wer er ist und wie man dem Schöpfer gleich wird.

Das vollständige Licht des Gmar Tikun und das vollständige Gefäß standen einander gegenüber, diese zwei gewaltigen Kräfte: Genuss und Verlangen. Sie berührten sich, und das Verlangen zerbrach. Das heißt, es verlor seinen Massach (die Absicht des Gebens), gerade weil es nicht vorbereitet war.

(17:40) Er schreibt hier also (wir finden die Stelle gleich) über die Gemeinschaft⁴ der letzten Generation. Aber die Gemeinschaft der letzten Generation und die Gruppe sind dasselbe. Denn unsere Gruppe formt sich nach und nach zu dieser Gemeinschaft, und sie soll es werden.

Er schreibt hier also (ich weiß nicht, hier gibt es keine Seitenzahlen … auf der vierten Seite), unter welchen Bedingungen wir die Prinzipien des Gebens in unserer Gemeinschaft⁴ aufbauen müssen. Auf der fünften Seite sagt er, dass es kein ruhiges und sicheres Leben der Gemeinschaft geben wird, solange die Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Mitgliedern nicht durch die Mehrheitsmeinung entschieden werden … Weiter: die Bereitschaft der Gemeinschaft, dass die Gemeinschaft dafür bereit sein muss …

Nein, noch nicht, Entschuldigung … noch eine Seite, noch eine Seite …

Er nennt das Beispiel Russland: Dort geschah ein ebensolches Zerbrechen, ähnlich dem Zerbrechen des spirituellen Gefäßes, weil diese spirituellen Gesetze mit Gewalt eingeführt wurden. Oder wie in den israelischen Kibbuzim, oder überhaupt wie in vielen anderen kleinen Mini-Gemeinschaften, die hier und da gegründet wurden.

„Wenn die Gemeinschaft⁴ von innen nicht geeignet ist, diese Gesetze anzunehmen, verzerrt und bricht sie sie so sehr, dass sie nach und nach schließlich selbst zerstört wird, und diese Zerstörung …“ Sie ist furchtbar, sie gleicht der Zerstörung⁶ dieses allgemeinen Gefäßes Adams.

„Zum Teil sieht man das am Beispiel Russlands und anderer Länder, in denen Ideen altruistischer Gleichheit mit Gewalt eingeführt wurden. Der Zusammenbruch der Idee in Russland beweist noch nicht, dass die Idee selbst ihrem Wesen nach nicht wahr ist.“ Gemeint ist das Streben nach Altruismus⁷. „Denn ein unreifes Volk versuchte, die Wahrheiten höchster Gerechtigkeit anzunehmen. Das Volk war überhaupt nicht in der Lage, nach der Idee sozialer Gleichheit zu handeln. Daraus folgt: Alle Leiden und Misserfolge entstehen nur aus der unzureichenden Entwicklung der Gemeinschaft⁴, aus ihrer Untauglichkeit, die Idee von Gemeinsamkeit und Gleichheit anzuwenden.“

Deshalb müssen auch wir in der Gruppe nach und nach vorgehen. Wir setzen uns nur die nächste kleine Stufe als Ziel, die allerkleinste, und versuchen, ihr nachzueifern. Wir versuchen, in uns solche Gesetze umzusetzen, die nur ein kleiner Schritt nach vorn sind, ohne etwas zu überstürzen.

Wir haben übrigens in Bnei Baruch eine Zeit lang versucht, den Maaser ohne Unterschrift abzugeben, also ohne anzugeben, wer es ist und wie viel. Jeder warf das Geld einfach in eine Kiste, so viel er wollte. Das ist lange her, man wird euch hier im Unterricht davon erzählen. Wir haben überhaupt sehr interessante Experimente an uns gemacht. Ein paar Monate lang haben wir sogar mehr gesammelt als vorher, und dann ging es natürlich zurück. Der Egoismus wächst ja die ganze Zeit, und man sieht keinen Ertrag⁵ davon, dass man immer mehr hineinwirft. Deshalb fing man an, immer weniger hineinzuwerfen.

(22:27) Weiter: Wir haben versucht, uns irgendwo in ehemaligen Kibbuzim anzusiedeln. Die Kibbuzim in Israel sind heute alle schon gestorben. Ihre Orte liegen irgendwo, sogar in der Wüste oder in besonders gefährlichen Gebieten, aber für uns spielte es keine Rolle, ob im Norden oder im Süden. Wir sind in Kibbuzim gefahren, die direkt am Grenzstreifen liegen, in allen möglichen unbequemen Lagen. Wir waren angeblich zu allem bereit. Wir sind mit Bussen und mit den Familien hingefahren und haben uns darauf vorbereitet. Wir haben in uns schon eigene Mini-Organisationen gebildet, die festlegten, wie wir das alles machen würden. Wir haben Kurse bei der Kibbuzbewegung besucht und dort sogar Prüfungen abgelegt, ob unsere Gruppe geeignet ist, eine Kibbuz-Gemeinschaft zu sein. Das ist eine Gemeinschaft ohne jedes persönliche Eigentum, in der alles gemeinschaftlich ist.

Im Kibbuz ist das alles … ein gemeinsamer Speisesaal, alles ist gemeinsam, der Mensch hat dort nichts. Es gab sogar Kibbuzim, in denen auch die Kleidung über eine gemeinsame Wäscherei und eine gemeinsame Kleiderkammer lief. Der Mensch kam hin, wusch sich, bekam neue Wäsche und zog sich an. Also ein gemeinsames Haus, ein gemeinsamer Schrank, eine gemeinsame Toilette, ein gemeinsames Bad, ein gemeinsamer Speisesaal, alles gemeinsam, absolut alles. Die Kinder schlafen zusammen, völlig getrennt von den Eltern. Es gab verschiedene Arten von Kibbuzim, und sie haben sehr viele Formen der Gemeinsamkeit ausprobiert.

Ich habe darüber übrigens auf Russisch geschrieben. In einem meiner Bücher habe ich dem viele Seiten gewidmet und dort Beispiele gebracht, gerade um es anzuschauen und einfach zu versuchen, darüber nachzudenken. Wir haben sehr wenig Material über die Gemeinschaft der Zukunft⁴, auch als Beispiel. Welche Gesetze gibt es dort, und wie kann man sie von der Seite, aus der Distanz betrachten? Sind sie eigentlich altruistisch oder egoistisch? Und kann man durch irgendwelche äußeren, erzwungenen Regelungen auf diese Weise altruistische Regeln und Eigenschaften einführen? Kann man den Menschen zwingen oder ihn darin einschränken, den Egoismus zu benutzen?

Genau hier sagt Baal HaSulam, dass man das nicht tun darf: Die Gemeinschaft muss reifen und im Maß ihrer Reife vorangehen. Aber reifen? Dann würde ich dasitzen und warten. Und wenn ich dasitze und warte, rollt diese „Walze der Geschichte“ auf mich zu, erdrückt mich mit ihren Leiden und zwingt mich, „Hilfe!“ zu schreien und nach Rettung zu suchen. Das heißt nicht, dass ich auf meinem Weg vorankomme, auf dem guten Weg, dem Weg der Tora, dem Weg des Lichts. Ich komme dann auf dem erzwungenen Weg voran, dem Weg der Leiden.

Wenn ich aber zu weit vorauslaufe, ohne meine Natur und meine heutigen Zustände zu berücksichtigen, dann springe ich ins andere Extrem. Ich stelle mir dann vor, dass ich schon bereit für Gmar Tikun bin, und frage, warum ich nicht darin bin.

Wir wollen uns also richtig und folgerichtig mit unseren Anstrengungen nur der nächsten kleinen, etwas höheren Stufe angleichen, und dafür brauchen wir die richtige Methode. Die ganze Methode konzentriert sich grundsätzlich darauf und dient dazu, dass wir nicht nach oben springen und keine untragbaren Entscheidungen und Korrekturen auf uns nehmen. Wir sollen genau das tun, was wir jetzt tun müssen. Also: Wenn wir unseren nächsten Zustand mehr oder weniger richtig bestimmen und uns ihm angleichen, ziehen wir das richtige Or Makif auf uns.

(26:58) Es werden also nicht irgendwelche „höheren Kräfte“ auf uns wirken, die wir uns einbilden. Wenn wir jetzt anfingen, genau in so einer Gemeinschaft zu leben, wie er sie hier im Artikel „Die letzte Generation“ beschreibt, könnten wir gut für ein paar Tage in eine solche Euphorie verfallen, dass es uns scheint: Das ist es, wir sind schon im Gmar Tikun. Warum? Weil wir tatsächlich ein sehr starkes Or Makif auf uns ziehen würden. Aber es ist nicht unseres, es kommt von einigen Stufen über unserer. Es wird uns nicht korrigieren. Korrigieren kann nur das Licht, das sich im ACHaP des höheren Parzuf befindet. Von dort steigen alle Eigenschaften, alle Gesetze und das ganze Licht auf uns herab, das uns dorthin hinaufzieht. Wir müssen maximal die Form des ACHaP des Höheren annehmen.

Deshalb ist die „unreife Frucht“, also wenn der Mensch eine Stufe überspringen will, die Hauptursache all unserer Probleme. Deshalb braucht es eine richtige Führung der Gruppe und eine richtige Formulierung der Aufgaben, die vor der Gruppe stehen. Das geschieht fast ohne Zwang, oder doch mit Zwang, denn der Aufstieg auf die nächste Stufe ist natürlich gegen unseren Egoismus. Aber es muss ein bewusster Zwang sein.

Wir müssen also verstehen: Um etwas höher zu steigen, müssen wir jetzt nur solche kleinen zusätzlichen Anstrengungen zu unseren heutigen Eigenschaften machen. Dann kommen wir einen kleinen Schritt voran, und noch einen kleinen, und noch einen kleinen. Das ist keine Schande … Der Mensch will immer einen Sprung nach vorn machen, aber das wird nicht klappen. Solange wir nicht nach und nach alle Reshimot abarbeiten, eine nach der anderen, kommen wir nirgendwohin. Wir werden es sowieso nicht können. Die Bewegung muss unbedingt folgerichtig sein. Wir können das Durchlaufen beschleunigen, aber nicht, indem wir über die Reshimot, über ihre Kette springen.

Sagt er noch irgendwo etwas darüber? Ich erinnere mich nicht, aber er sagt viel über die „unreife Frucht“. Darauf müssen wir gesondert unsere Aufmerksamkeit richten.

Worauf will ich mit all dem hinaus? Angefangen habe ich mit der Frage, die mir hier einige Leute gestellt haben: „Ist die Kabbala wirklich die einzige Methode, in die spirituelle Welt einzutreten? Vielleicht gibt es andere Welten, in die man mit anderen Methoden eintreten kann, oder dieselbe Welt, aber mit anderen Methoden?“ Das kann man nicht erklären, Beweise dafür gibt es nicht. Ein Mensch, der für die Kabbala reif ist, fühlt unbewusst, dass sie für ihn ist. Das heißt, er ist hier schon als „reife Frucht“, mit dieser Methode, diesen Beispielen und dieser Wissenschaft, die ihn weiterentwickeln wird.

Ist er aber noch eine „unreife Frucht“, kann es ihm natürlich scheinen, dass es andere Methoden gibt und er sie noch ein bisschen prüfen muss. Als ich den Rav fragte, antwortete er mir nicht umsonst: „Geh und prüfe.“ Und quasi um seinen Auftrag zu erfüllen, fuhr ich einmal nach Cholon, wo es so einen angeblichen Kabbalisten gab.

Interessant ist: Er sagte eigentlich richtige Dinge und erklärte richtig, was Altruismus ist. Aber ich kam zum Rav zurück, ich erinnere mich daran. Ich war kein kleiner Mensch mehr, ich hatte vorher viele Bücher durchgearbeitet und schon ziemlich viel ernsthafte Literatur gelesen. In den Empfindungen des Höheren war ich noch nicht. Aber zumindest die „Pticha“, den ersten und zweiten Teil des „Talmud Esser haSefirot“ (Lehre der Zehn Sefirot), den „Sohar“ und irgendwelche einzelnen Artikel hatte ich schon gelesen und durchgenommen. Ich hatte vorher auch viele Werke anderer Kabbalisten durchgearbeitet. Und trotzdem bleiben die Zweifel, bis man anfängt, klar zu empfinden.

(31:52) Ich traf also in Cholon so einen Kabbalisten, der alles richtig erklärte. Ich kam zum Rav zurück, erzählte ihm alles und gab ihm die Broschüre dieses Kabbalisten, denn er hatte so eine Broschüre herausgegeben. Er war ein junger Mann, damals etwa 35, und ich war auch etwa 30 bis 32. Es stellte sich heraus, dass er einfach aus der Feinheit seiner Empfindungen, aus seinem kleinen Egoismus heraus spürte, was in normalen menschlichen Beziehungen eigentlich richtig ist und wo sich darin der Schöpfer befindet.

Das ist also rein instinktiv. Genauso konnten die ersten Generationen auf der Erde die spirituelle Welt mühelos empfinden, aber nur in ihrer äußeren Erscheinung, als eine Art Fluidum, als irgendwelche Bewegungen um uns herum. Das ist kein kabbalistisches Erreichen der Höheren Welt durch den Egoismus und seine Entwicklung. Beim kabbalistischen Erreichen wächst dieser ganze Egoismus ständig und bringt seine zusätzlichen Störungen, die Awiut. Und du pumpst mithilfe der richtigen Absicht das Höhere Licht in diese Awiut hinein. So existieren diese Welten in dir, in dir existiert der Schöpfer, in dir existiert die ganze Schöpfung.

Nein, das ist nicht dieselbe Methode. Die Methoden, mit denen man die Höheren Welten äußerlich empfinden kann, sind auf der Ablehnung des Egoismus aufgebaut, nicht auf seiner Anwendung. Man soll sich weniger bewegen, weniger konsumieren und weniger an verschiedene Dinge denken. Man soll alle fremden Gedanken von sich werfen, sie sich nicht zu eigen machen und ihre Awiut nicht in sich aufnehmen. Man soll sie einfach wegwerfen, sich abtrennen, irgendwo zur Seite gehen und nicht an dieser Welt, an diesem Leben teilnehmen (so haben es auch die alten Kabbalisten zu ihrer Zeit gemacht). Diese alten Methoden sind auch in allen möglichen östlichen Methoden erhalten geblieben. Darüber haben wir schon mehrmals gesprochen.

Ein Mensch, der nicht reif ist, hat noch einen kleinen Egoismus. Ein kleiner Egoismus kann sehr groß sein, aber irdisch, nicht spirituell, nicht höher. Es kommen also Menschen, die riesig sein können, irgendwelche Anführer, Politiker, Geschäftsleute oder wer auch immer. Sie haben einen riesigen Egoismus des Bedürfnisses in unserer Welt, aber zur spirituellen Welt hin haben sie einen Egoismus von fast null.

Dann verstehen sie diese kabbalistische Methode nicht in ihrer wahren Form, sondern wenden sie nur so an: „Wir probieren und benutzen den Egoismus nicht, wir lehnen ihn ab. Wir gehen nur nach dem Gefühl, nicht in die Vertiefung und nicht in seine Nutzung. Wir gehen nicht über die Hinzuziehung der Wissenschaft der Kabbala, sondern über das reine Gefühl.“ Ihr könnt sehr vielen solchen Lehrern begegnen, aber wir werden es jedes Mal prüfen, und ihr werdet Erklärungen bekommen.

Die „unreife Frucht“ bedeutet also: In jedem von uns gibt es Reshimot, die wir genau entsprechend ihnen und entsprechend unserem wahren Zustand bearbeiten müssen, ohne auf keinen Fall zu springen. Deshalb müssen diejenigen, die Gruppen gründen, und diejenigen, die in Gruppen gehen, nach und nach ein Beispiel an anderen nehmen und verstehen, in welchen Stadien sie sich befinden. Sie müssen sich ständig beraten, ob sie es richtig machen oder nicht. Nehmen sie tragbare Beispiele und Handlungen auf sich, oder solche, die sie am Ende zerbrechen werden? So ist das ganze Land Russland zerbrochen, oder die israelischen Kibbuzim. Man muss sich bei all diesen kleinen Schritten beraten, die wir gehen müssen, jede Gruppe und jeder von uns. Damit bewahrt ihr euch vor vielen, vielen Abstiegen und Schlägen.

Frage: (36:49) Sie haben gesagt, dass das Licht, das beim Lernen der Bücher von Baal HaSulam auf uns herabkommt, das Licht von der Stufe des Gmar Tikun ist. Ist es dann auch nicht für uns? Was bedeutet das Licht vom ACHaP der Stufe über einem selbst?

Rav: Ich sage, dass Baal HaSulam seine Bücher von der Stufe des Gmar Tikun aus geschrieben hat. Das heißt aber nicht, dass wir das Licht seiner Bücher von der Stufe des Gmar Tikun empfangen. Wenn ich meine Artikel schreibe, schreibe ich sie von der Stufe aus, auf der ich mich befinde. Und auf so einer Stufe wie Baal HaSulam bin ich nicht, das versteht ihr selbst, da gibt es nichts zu verbergen, es ist, wie es ist. Deshalb rate ich erstens, die Originalquellen zu lernen, außer meinen, also seine Artikel zu lesen. Wenn ich sie bearbeite, versuche ich, sie so wenig wie möglich zu verzerren, so gut ich kann. Trotzdem geht es durch mich hindurch, einen anderen gibt es vorerst nicht. Aber das reicht, um voranzugehen, zumindest bis zu dem Zustand, in dem ich mich befinde.

Das Licht von Baal HaSulam, das Licht von Rabbi Shimon, von Rabbi Elazar, das Licht des ARI, das Licht des Rabash ist dasselbe Licht … Dazu gehören auch Abraham und Moses, diese ganze Reihe. Das ist praktisch ein und dieselbe Seele, die in unsere Welt herabsteigt, uns in ihr ständig geleuchtet und immer neue kabbalistische Methodik gegeben hat. Natürlich ist das Licht von der allerhöchsten Stufe des Gmar Tikun. Interessanterweise steht darüber auch etwas im „Sohar“, wenn ihr den Artikel „Die Vision von Rabbi Chija“ gelesen habt, ja?

Dort schreibt er, denn er hatte diese Frage: „Wie kann es sein, dass Rabbi Shimon nicht im Gmar Tikun war? Und wie kann es sein, dass er den Gmar Tikun erreicht hat, wenn die ganze Menschheit ihn in der Tat noch nicht erreicht hat?“ Also: „Ist dieser Gmar Tikun ein privater, nur der von Rabbi Shimon, oder ein allgemeiner, die Stufe, auf der die ganze Menschheit schon steht?“ Dort wird diese Frage erörtert. Für uns ist das natürlich nicht so aktuell. An diesem Beispiel wird einfach der Aufbau all dieser Stufen gezeigt und was Gmar Tikun im Vergleich zu unserer Stufe und allen Zwischenstufen ist.

Es ist also nicht wichtig, dass das Licht vom Zustand des Gmar Tikun ausgeht. Oder vielmehr: Es ist sehr wichtig, dass es gerade von dort herabsteigt. Aber indem es durch alle Stufen geht, geht es tatsächlich durch den ACHaP des Höheren. Im Grunde bin ich für euch der ACHaP des Höheren: das, was ich organisiere, was ich auf euch fokussiere, was ich tue, alles, was ich für euch vorbereite. Natürlich empfangt ihr all das nicht von jener höchsten Stufe, sondern nur eine Stufe höher als ihr selbst.

Das, was euch scheinen wird, und überhaupt alles, was euch über die spirituelle Welt schien und scheint, wie auch immer ihr sie euch vorstellt: In Wirklichkeit stellt ihr euch einen sehr, sehr verzerrten, irgendeinen milliardsten Teil einer kleinen Höheren Stufe vor, die nur mit euch verbunden ist.

Weiter, kehren wir zu unserem Thema zurück. Über die „unreife Frucht“ haben wir uns also gemerkt: Wenn ihr versucht, etwas in euren Gruppen einzuführen, etwas zu machen, rate ich euch sehr, euch zu beraten oder ein Beispiel an der Vergangenheit unserer Gruppe zu nehmen. Wir haben uns nicht zurückgehalten, ich habe absichtlich nichts zurückgehalten. Wir haben versucht, absolut alles durchzugehen.

Es ist sogar schwer, sich zu erinnern, was wir nicht alles gemacht haben: welche Art gemeinsamer Unternehmen und Unternehmungen, die verschiedensten Einrichtungen unseres Lebens, wie wir darüber diskutiert und versucht haben, es umzusetzen … Man kann sagen, dass die Vorsehung⁸ uns behütet und bewahrt hat. Sie ließ uns nicht in der Tat in solche Zustände geraten, damit wir uns darin nicht endgültig verstricken und zerstört werden. Denn unsere Gruppe soll ja alle voranführen. Sie soll theoretisch all diese Zustände an sich durchlaufen und abarbeiten. Aber da sie in uns schon abgearbeitet sind, müsst ihr das alles nicht mehr abarbeiten. Ihr könnt nutzen, was wir gemacht haben. Wenn ihr euch an uns anschließt, nutzt ihr schon Fertiges.

(41:45) Genauso muss ich nicht wissen, wie man ein Hemd oder einen Tisch macht oder etwas anderes baut. Ich nutze, was die Menschheit vor mir gemacht hat und was die Gemeinschaft⁴ um mich herum macht. Wenn ihr euch also an Bnei Baruch anschließt, durchlauft ihr sehr schnell sehr viel in euch und arbeitet alle Zustände ab, die wir durchlaufen haben. Ihr könnt einfach wie ein Kind auf dem Arm eines Erwachsenen sofort auf seine Ebene hochspringen. Und später, wenn ihr auf dieser höheren Stufe seid, arbeitet ihr es in euch ab.

Der Weg verkürzt sich also sofort. Ihr wisst es selbst: Die Gruppen, die heute gegründet werden, können buchstäblich innerhalb eines halben Jahres praktisch gleichwertig mit einer Gruppe sein, die schon 10 Jahre besteht. Das liegt nicht daran, dass sie so klug sind, sondern daran, dass sie sich in uns einbeziehen. Sie haben schon andere Reshimot und arbeiten das alles sehr schnell in sich ab. Natürlich merken sie es nicht und verstehen nicht, was mit ihnen passiert und wo in ihnen all das so schnell abgearbeitet wird, aber es ist so.

Je weiter wir also vorankommen und je mehr Gruppen sich in uns einbeziehen, desto weniger werden wir sogar auf sie achten müssen. Sie werden bereiter sein, und wir werden bereiter sein, sie in uns einzubeziehen und in uns aufzunehmen.

Punkt 16 des Artikels „Die Gabe der Tora“ oder „Die Gabe der Kabbala“:

„Jetzt verstehen wir, warum die Kabbala uns verpflichtet, das Unmögliche zu erfüllen …“ Erinnert ihr euch, wir haben über die Korrektur des Menschen gesprochen, seinen Aufstieg auf die Stufe des Schöpfers. Ob er es will oder nicht, die Geschichte zwingt ihn sowieso dazu. Das heißt, seine eigene Entwicklung wird so auf ihn drücken, dass er es wollen muss, „mit dem Stock zum Glück“, wie man sagt. Und wenn er gehorcht, fängt er selbst an, es in sich zu pflegen und sich zu überzeugen, dass es gut und notwendig ist.

In jedem Fall steht er also vor der Erkenntnis, dass das unmöglich ist. „Und damit es möglich wird, wurde die Methodik der Korrektur (Tora oder Kabbala)“, wie auch immer sie heißt, „nicht einem einzelnen Menschen gegeben“, sagen wir Abraham, der als Erster über die Korrektur nachdachte, „sondern als“ bei ihm diese ganze Gruppe entstand, die „ein Volk von 600.000 Menschen über 20 Jahren“ genannt wird.

Uns wird also eine theoretische Bedingung gegeben. Natürlich ist jenes Volk, das aus Ägypten auszog, nicht das Volk, das zum Gmar Tikun kommen muss. Es wird einfach an einer einzigen kabbalistischen Gruppe, auf der Null-Stufe ihres egoistischen Verlangens, ein historisches Beispiel gezeigt, wie das geschieht. Denn die spirituelle Wurzel muss unbedingt ihren irdischen Zweig, ihre irdische Folge berühren. Und dann wird es in der Erde, also in der unbelebten Materie, reproduziert.

Diese Reproduktion muss unbedingt geschehen. Denn von der allerhöchsten Stufe aus, vom Gmar Tikun, muss diese ganze Information durch alle Stufen der Welten hindurchgehen und sich in der ganzen Dicke des Egoismus verkörpern. Dann muss sie anfangen, von der allerniedrigsten Stufe aus nach oben zu steigen.

Der Aufstieg nach oben ist schon bewusst, von jedem persönlich erkannt. Die Verkörperung von oben nach unten dagegen geschieht vorgegeben und naturgemäß nach dem Willen des Schöpfers, ohne jede bewusste Beteiligung des Menschen. Sie geschieht, weil es so geschehen muss. Denn die höhere Stufe, die Wurzel, muss sich in die niedrigere Stufe, den Zweig, einkleiden. Wie wir wissen, ist das historisch an diesen Menschen geschehen, an den Nachkommen Abrahams.

(46:20) Deshalb wurde diese Methodik der Korrektur nicht einem einzelnen Menschen gegeben, sondern erst, als ein Volk entstand. Das war eine riesige Menge Menschen, die genug unter der egoistischen Sklaverei gelitten hatte. „… und aus Ägypten auszog, (als) jeder aus dem Volk gefragt wurde, ob er dieser erhabenen Arbeit zustimmt.“

Diese Arbeit heißt: die Verlangen des Nächsten zu befriedigen und nicht die eigenen. Und als „… jeder von ganzem Herzen und ganzer Seele zustimmte und ausrief: ‚Wir werden tun und wir werden hören‘“.

Es gibt also bestimmte Bedingungen, nach denen, und nur nach denen, der Aufstieg auf diese Stufe möglich ist, die „spirituelle Existenz“ heißt. Wenn wir diese Zustände in uns durchlaufen und in uns abarbeiten, steigen wir über den Machsom.

„In einem solchen Fall …“ Mit den 600.000 Menschen ist natürlich eine Gruppe gemeint. Warum heißt sie 600.000? Weil das eine vollständige Struktur ist. Der Auszug aus Ägypten bedeutet, dass wir alle wirklich mit unseren Eigenschaften, unseren Verlangen und unseren Hoffnungen den Auszug auf uns nehmen: uns vom Egoismus loszureißen. Jeder von uns in der Gruppe ist mit dieser Sache und mit diesem Ergebnis einverstanden. Wir sind bereit, uns über unsere Stufe zu erheben und in die nächste Stufe einzutreten, auf der Grundlage der Regel „Wir werden tun und wir werden hören“. Das heißt: zuerst die Handlung, dann das Verständnis ihres Ergebnisses. Denn anders kann es nicht sein.

Wir können jetzt, auf der egoistischen Stufe, nicht im Voraus sehen, was die altruistische Stufe ist. Wir haben ja dieses Gefäß nicht, um zu sehen, zu hören, zu verstehen und anzunehmen. Dafür müssten wir jetzt schon einen Massach haben, aber den haben wir nicht. Deshalb geschieht zuerst die Handlung, und danach wird das Licht in sie empfangen. Zuerst erwirbt man den Massach, und dann empfängt man das Or Pnimi in den Massach.

Wenn wir all diese Bedingungen erfüllen: „In einem solchen Fall entsteht die Möglichkeit, die Forderung der Nächstenliebe zu erfüllen …“ Warum ist dafür in erster Linie eine Gruppe nötig? Das sagt er schon im ersten Punkt: „Wenn 600.000 Menschen aufhören, sich mit der Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beschäftigen, und sie kein anderes Lebensziel haben, als über die Interessen ihrer Nächsten zu wachen, damit es diesen an nichts fehlt …“ Gemeint ist eine begrenzte Gruppe: 10, 20, 50, 100 Menschen, die Zahl ist egal. Wenn sie das Gesetz eines solchen Verhältnisses zueinander auf sich nehmen, „… dann besteht zweifellos keinerlei Notwendigkeit, sich um die eigene Existenz zu kümmern.“

Wenn wir dieses Gesetz auf uns anwenden, nehmen wir es nur in spiritueller Form an. Sonst wäre es eine „unreife Frucht“. Wir dürfen auf keinen Fall anfangen, in der Gruppe das Gesetz des spirituellen Zusammenlebens anzunehmen. Wir sind überhaupt nicht darauf vorbereitet, das ist nicht unsere Stufe. Das wird schon im Artikel „Die letzte Generation“ gesagt: auf welchem folgerichtigen Weg man sich in unserer irdischen Existenz darin einleben muss.

Es geht dabei nicht um unsere Absichten, ineinander zu sein und einander Hilfe und Anteilnahme zu geben. Es geht darum, in unseren irdischen Handlungen, also bei gegenseitiger Hilfe, Zusammenleben, Arbeit, Lernen, Familie und so weiter, in der Tat die Regeln des spirituellen Zusammenlebens anzuwenden. Das machen wir jetzt auf keinen Fall!

Das kommt erst, wenn schon eine riesige Menge Menschen entstanden ist, die von dieser Idee durchdrungen sind und sich auf der spirituellen Stufe befinden. Erst dann, sagt Baal HaSulam, wenn eine bestimmte kritische Masse solcher Menschen entsteht, kann man anfangen, die Gemeinschaft der letzten Generation aufzubauen.

(50:59) Hier aber wird das nicht gesagt. Hier wird nur gesagt, dass wir eine Gruppe von Menschen sein müssen. Wir müssen untereinander, in uns, solche Bedingungen schaffen, die man unser spirituelles Verhältnis zueinander nennen kann. Die Gruppe stellt also unter unseren heutigen Bedingungen etwas dar … wie soll man sagen … eine spirituelle Kategorie, ein spirituelles Objekt. Es ist nicht greifbar und existiert nicht offen, weder in unserem Leben noch in unseren Familien noch zwischen unseren Familien, in nichts.

Ein Fremder, der hereinkommt, soll es nicht sehen, und er wird es auf keinen Fall sehen. Das ist die Gemeinsamkeit der Interessen und des Strebens, die spirituell zwischen uns besteht. Es geht darum, solche inneren Beziehungen zu schaffen, die Beziehung des Menschen zu seiner Gruppe.

„Denn sobald das Volk (dem) zustimmte, erhielten sie die Methodik der Korrektur für die Dwekut⁹ mit dem Schöpfer, da sie fähig wurden, sie zu erfüllen.

Doch bevor sie zur Größe eines ganzen Volkes herangewachsen waren …“ Das heißt: bevor es in der Gruppe eine kritische Masse gibt, die zu so einer Äußerung gegenseitigen Gebens bereit ist. „… waren sie nicht fähig, sich zu korrigieren und die Bedingung der Nächstenliebe zu erfüllen. Denn mit einer kleinen Zahl von Menschen ist die Erfüllung der Gebote zwischen Mensch und Nächstem im vollen Umfang des Gebots ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘ unmöglich, und deshalb wurde ihnen die Methodik der Korrektur nicht gegeben.“

Dasselbe gilt für uns: Wir müssen einen bestimmten kritischen Zustand erreichen. Wenn diese Masse an Kraft und Menge wirklich ausreicht, bekommen wir diese Methodik. Wir befinden uns im selben Zustand wie jene Gruppe von Menschen, die aus Ägypten auszog. Nur haben sie all das völlig unbewusst empfangen, an ihnen spielte sich das Programm der Schöpfung in null Awiut ab. Sie mussten das also durchlaufen und tun, unbewusst. Und sie haben es getan. Das nennt man das Herabsteigen der höheren Wurzel bis zu ihrem allerniedrigsten Zweig, bis zur Vergegenständlichung in der Materie unserer Welt.

Und wir … Deshalb hießen sie auch nicht „die von sich aus zum Schöpfer Aufsteigenden“. Es spielte sich an einer riesigen Menge Menschen ab, an dieser ganzen Gruppe, die in unserem mechanischen Verständnis Israel heißt. Sie strebten nicht mit ihren eigenen Verlangen zum Schöpfer, nicht aus ihrem eigenen Egoismus, nicht aus ihrem eigenen Leiden. Sie hatten auch nicht drei-, viertausend Jahre Abarbeitung all dieser Reshimot hinter sich. Vielmehr musste diese Methodik der Korrektur in unsere Welt herabsteigen. Sie musste sich in so einer irdischen Gruppe verkörpern, und diese Gruppe musste uns die Methodik über die Kabbalisten weitergeben. Das reicht bis zu dem Zustand, in dem, wie gesagt, heute schon die Reshimot der allerletzten Stufen der Awiut in uns sind¹⁰.

Heute, ausgehend von diesen Reshimot, fangen wir schon an, uns in unserem inneren Streben eigentlich den Bedingungen anzugleichen, die sich damals von oben nach unten verkörpert haben. Das geschah völlig unabhängig von den Menschen, ganz ohne jedes Streben ihrerseits.

Aber aus den Zuständen, die in der Tora beschrieben werden, können wir verstehen, unter welchen Bedingungen und in welchen Zuständen wir uns befinden müssen, nur jetzt mit unseren eigenen Verlangen. Es wird nicht mehr von oben bestimmt wie in jenen Zeiten, als sich einfach alle Kräfte der Natur so kombinierten, dass sie auf diese Gruppe von Menschen einwirkten. Wir alle müssen in uns mit unseren inneren Anstrengungen einen ebensolchen Zustand vorbereiten, nur von unten nach oben. Und wie die Kabbalisten schreiben, hat dieser Weg mit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts begonnen.

(55:46) „Aus dem Gesagten können wir verstehen, warum das ganze Volk Israel füreinander verantwortlich ist. Auf den ersten Blick ist es völlig ungerecht: Wenn jemand gesündigt hat, fordert der Schöpfer es von dir ein!“ Für den anderen. „Warum bin ich für die Sünden eines völlig fremden, mir nicht einmal bekannten Menschen verantwortlich?

Rabbi Elazar, der Sohn von Rabbi Shimon, sagt aber, dass die Welt und der Mensch nach der Mehrheit gerichtet werden: Wer auch nur ein Verlangen korrigiert hat, neigt sich selbst und die ganze Welt zur Seite des Verdienstes. Wer es zum Selbstgenuss benutzt hat, neigt sich und die Welt zur Seite der Schuld. Rabbi Elazar sagt also, dass die ganze Welt füreinander verantwortlich ist …“ Also nicht nur ein Volk und nicht nur eine Gruppe. Er spricht immer vom Punkt des Gmar Tikun aus, wie ich schon sagte. Das ist die nächste Stufe über Rabbi Shimon. „… und jeder fügt mit seinen Handlungen der ganzen Welt Verdienst oder Schuld hinzu.

Das kommt daher, dass jede der 613 Forderungen der Korrektur sich auf die Erfüllung nur einer Bedingung bezieht: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘. Und sie selbst liegt außerhalb des Erfüllbaren, es sei denn, das ganze Volk insgesamt und jeder aus ihm ist dazu bereit.“

Es stellt sich also doch eine sehr vorsichtige Frage: Ist es möglich, dass jeder von uns und wir alle zusammen uns auf so einen Zustand vorbereiten? Können wir wirklich in einem Zustand sein, in dem dieses Licht der Gabe der Tora, der Gabe der Kabbala, der Gabe der Methodik der Korrektur von oben auf uns herabkommt, also die Enthüllung des Schöpfers?

Davon erzählt er weiter im nächsten Artikel, der „Arwut“ („Die Bürgschaft“) heißt.

Gibt es Fragen? Ja.

Schüler: (57:45) Rav, warum heißt es, dass wir zuerst tun und dann hören werden?

Rav: Erstens freue ich mich sehr, dass ihr heute so ein Bilbul¹¹ (Durcheinander) habt. Ihr seid müde und könnt euch nur mit Mühe dazu bringen, wenigstens ein Ohr ein bisschen aufzumachen und ein Auge einen Spalt zu öffnen. Das ist sehr gut, ernsthaft.

Denn die kleinen Anstrengungen, die ihr jetzt macht, kommen nicht aus Selbstaufputschung. Sie kommen auch nicht daraus, dass ihr euch vorbereitet habt, hierherzukommen und gemeinsam alles zu hören. Jetzt arbeitet ihr schon wirklich aus dem heraus, was heute tatsächlich in euch entsteht. Das sind neue Empfindungen, neue Gefäße, sehr unbewusst. Ihr fühlt nicht, was heute in euch ist, aber später wird es sich zu zeigen anfangen.

Überhaupt freut sich ein Mensch, wenn er spirituelles Sehen bekommt, mehr über solche Zustände, weil sie die fruchtbarsten sind. In dieser Zeit formt sich in uns die nächste Stufe. Wir empfinden sie als leer und verworren. Wir sind müde und egoistisch und haben ein bisschen das Interesse verloren, irgendwie: Wo ist das frühere Leben? Was ist damit? All das ist gut.

Das ist wirklich sehr gut! Gerade jetzt … Nein, Handys ausschalten … Ihr stellt euch nicht vor … Ihr sollt diese Gedanken nicht von euch vertreiben, im Gegenteil. Wenn ihr sie vertreibt, nutzt ihr die Awiut nicht, die jetzt zu euch kommt. Ihr müsst jetzt zusammen mit ihr, in Frieden und Freundschaft mit ihr, anfangen, weiter voranzugehen.

Versucht, sie euch in voller Übereinstimmung mit euch selbst zu eigen zu machen. Es ist sehr leicht, sich von jener Welt loszureißen und in den Wolken zu schweben. Oder umgekehrt, sich von diesen Wolken loszureißen und in diese Welt hinabzusteigen. Man muss gleichzeitig in jener und in dieser leben, also in der inneren Übereinstimmung, dass es so sein muss. Der Schöpfer muss sich in diese Welt einkleiden. Er muss in eure Welt herabsteigen und sie in all unseren Zuständen erfüllen: bei der Arbeit, zu Hause mit der Schwiegermutter, mit der Frau, egal in welchen Zuständen und wo auch immer ihr seid. Ihr sollt in euch nicht zerbrechen und in euch nicht spielen: „Jetzt beschäftige ich mich mit Spirituellem, und dann ist es schon diese Welt, da ist alles realer.“

So etwas gibt es nicht, es ist ein und dieselbe Realität. Wir können die spirituelle Realität nur nicht so in die materielle herabbringen, dass wir sie als eine sehen. Aber in Wirklichkeit muss es so sein. Wenn wir uns von dieser Welt losreißen, bleiben wir ein Punkt. Damit beenden wir unsere spirituelle Entwicklung. Die spirituelle Entwicklung baut nur darauf auf, die Spiritualität, den Schöpfer, die Empfindung des Höheren in alles aufzunehmen, was hier in unserer Welt ist. Das reicht von unseren allerniedrigsten irdischen Zuständen bis zu den allerhöchsten.

Wo immer ihr also seid und womit ihr euch auch beschäftigt: Geschäft, Liebe, irgendwelches Vorankommen, irgendwelche Entscheidungen, irgendwelcher Streit, egal wo und worin. Wenn ihr den Schöpfer nicht da hineinbringt und keine Anstrengungen macht, Ihn da hineinzubringen, dann ist das keine spirituelle Arbeit. Die spirituelle Arbeit besteht darin, den Schöpfer in unserer Welt, in unseren Zuständen aufzunehmen, ohne irgendwohin wegzugehen.

(01:01:46) Wir haben uns jetzt zurückgezogen und sind hier, um uns einfach zu stärken und diese allerbesten Empfindungen von hier zu sammeln. Später sollen wir sie, ohne sie zu verlieren, buchstäblich mit Kraft in unser Leben hineinbringen. Wir sollen unser gewöhnliches Leben mit dieser spirituellen Empfindung füllen, so lange und so sehr, bis wir durch sie den Schöpfer zu empfinden anfangen: die lebendige Kraft, die all das eigentlich … belebt und bewegt.

Deshalb sind unsere heutigen Zustände quasi ein Modell dessen, was später mit uns passieren wird. Wir werden nach Hause zurückkehren und uns wieder in unserem früheren Leben wiederfinden. Und wie wird es uns dann gehen? Schlecht? Uns wird es nicht schlecht gehen. Wir sind jetzt, in unserem heutigen Zustand, schon ein bisschen ausgepowert und nicht mehr in so einer Euphorie. Genau jetzt, so wie jetzt, fangt an, in diesen Zustand etwas aufzunehmen und ihn mit dem allerbesten Zustand zu verbinden, den ihr hattet. Das heißt nicht, dass ihr in die Vergangenheit geht, und es heißt nicht, auf die Vergangenheit zurückzublicken. Es heißt, den allerhöchsten Zustand in euren heutigen, allerniedrigsten einzukleiden. Man wird euch später noch niedrigere hinzufügen, mehr Awiut, noch niedrigere Zustände. Versucht, sie mit Spiritualität zu beseelen. Heute wird euch dafür ein Beispiel gegeben, ein Labor. Macht darin jetzt (in diesem eurem inneren Labor) solche Handlungen.

Und später, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, macht das mit eurem ganzen Leben. Ihr sollt euch nicht für zwei Stunden in der Woche oder zwei Stunden am Tag von dieser Welt losreißen und irgendwohin in die Kabbala flüchten, nein! Ihr sollt für zwei Stunden am Tag irgendwohin in die Kabbala flüchten, um danach den ganzen Tag, alle übrigen 22 Stunden, so zu leben, dass ihr das, was ihr bekommen habt, damit verbindet: diese Energie, diese Erhabenheit, diese Eindrücke. Ihr sollt das in alle übrigen 22 Stunden aufnehmen. Nur dann gilt euer Leben als wirklich richtig verwirklicht.

Gezählt werden nicht die zwei Stunden am Tag, die ihr mit Kabbala-Unterricht verbringt, oder noch irgendeine Stunde mit Verbreitung. Das wird nicht gezählt. Gezählt wird genau das, was ihr in diesen zwei Stunden bekommen habt: wie ihr es aufnehmt, wie ihr es mit Gewalt hineindrückt, wie ihr versucht, diese zwei Stunden in all euren übrigen 22 Stunden zu leben.

Deshalb ist unser Leben so aufgebaut, dass wir acht oder zehn Stunden arbeiten müssen. Die Kabbalisten verpflichten den Menschen, zu arbeiten und am ganzen Leben mit der umgebenden Gemeinschaft⁴ teilzunehmen. Er soll auf keinen Fall irgendwohin weggehen und sich nicht von der großen umgebenden Welt losreißen, die ihn angeblich schreckt. Und wie schön wäre es doch: Wir setzen uns irgendwohin zur Seite ab, existieren dort in Ruhe und schaffen uns eine künstliche Welt. Auf keinen Fall! Der Schöpfer hat nichts umsonst gemacht: Ehefrauen, Kinder, Chefs, Schwiegermütter, ich weiß nicht, was man noch erfinden könnte. Das sind alles Störungen, die wir brauchen, und man muss das Spirituelle in sie hineinatmen. Und umgekehrt.

Schüler: (01:05:10) … eine Methode, die auf der Ablehnung des Egoismus aufgebaut ist …

Rav: Eine Methode, die auf der Ablehnung des Egoismus aufgebaut ist, lässt uns nicht vorankommen. Deshalb sagen alle übrigen Methoden nur: Reiß dich davon los, denk nur an einen einzigen Gedanken, ja? Alles Übrige reiß überhaupt ab. Die Kabbala sagt etwas anderes: Bezieh den Schöpfer in all deine übrigen Störungen ein. Er ist in ihnen. Wenn du sie einbeziehst, arbeitest du mit der Awiut. Dort findest du Ihn, dort enthüllt Er sich dir.

Er kann sich dir nur auf deinem Fleisch enthüllen, nur auf deinem Egoismus, in ihm. Und nicht sofort: Er enthüllt sich dir weder auf der nullten noch auf der ersten Stufe, sondern erst auf der zweiten, dritten und vierten. Auch wenn du also anfängst, damit zu arbeiten, wirst du Ihn nicht sofort empfinden. Auf der nullten und ersten Stufe wirst du Ihn als etwas Fernes, Umgebendes empfinden.

Deshalb freut es mich, euch in so einem müden und niedergeschlagenen Zustand zu sehen. Das ist sehr gut, jetzt muss man anfangen zu arbeiten. Manchmal wartet ein Mensch darauf, dass wieder die Inspiration kommt: Irgendwo fängt eine Gruppe an zu singen und zu tanzen und muntert mich so irgendwie auf. Das ist falsch, völlig falsch!

Der Ausgang in die spirituelle Welt ist der Ausgang aus dem verzweifeltsten Zustand, aus dem allerverzweifeltsten. Es gibt keine größere Finsternis als vor dem Ausgang in die Höhere Welt. Dann versteht der Mensch wirklich, dass er keine eigenen inneren Möglichkeiten dafür hat, und schreit zum Schöpfer. Das ist noch nicht unser Zustand. Wir können den Schöpfer in unserer Welt noch irgendwie finden, also in unserem inneren Zustand. Wir können Ihn irgendwie, irgendwo mit uns verbinden. Wenn wir das trotz all unserer Versuche überhaupt nicht mehr können, dann wird das der wahre Schrei sein, dass Er sich enthüllen möge. Also fangt an, in euch zu arbeiten. Wisst ihr, ein kleines Lächeln und …

Schüler: (01:07:19) Rav, können Sie noch einmal erklären, was das spirituelle Zusammenleben ist, das heute eine „unreife Frucht für die Gruppe“ ist? Andererseits haben Sie gesagt, die Aufgabe der Gruppe sei heute, das „Ich“ aus sich herauszuholen und es in den Mitgliedern der Gruppe aufzulösen.

Rav: Ja, der Mensch muss sein „Ich“ aus sich herausholen. Er muss sich aus seinem „Ich“ herausholen, sich in der Gruppe auflösen, sich aus seinem „Ich“ hinaus in die Gruppe werfen. Es soll also so sein, dass unsere „Ichs“ außerhalb der Gruppe bleiben.

Die Gruppe ist so eine Art Kreis, in den wir uns zu werfen versuchen, und dabei lassen wir unser „Ich“ außerhalb dieses Kreises. Das machen wir nur in unseren inneren Anstrengungen, auf keinen Fall wenden wir es in unserem Leben an. Wir richten keine gemeinsame Kasse ein wie die Kibbuzim und kein gemeinsames Wohnen. Wir versuchen nicht, eine gemeinsame Familie oder irgendeine Gemeinsamkeit in unserer Welt zu schaffen. All das gehört zum Problem der „letzten Generation“. Gebe der Schöpfer, dass wir irgendwann auch dorthin kommen.

Wir bauen einfach eine kabbalistische Gruppe, keine kabbalistische Gemeinschaft. Es ist eine kabbalistische Gruppe, die sich nur mit inneren Anstrengungen beschäftigt, jeder in sich, und damit, diese inneren Anstrengungen aller untereinander zu verbinden. So wollen wir die kritische Masse erreichen und die Enthüllung des Schöpfers hervorrufen. Und die Enthüllung des Schöpfers hebt uns alle sofort auf die nächste Stufe.

Auf der nächsten Stufe erreichen wir wieder das kritische Verlangen und bereiten uns mit diesen Anstrengungen auf dieses gemeinsame Gefäß vor. Sobald das geschieht, enthüllt sich uns auf der nächsten Stufe sofort wieder der Schöpfer. Er korrigiert uns wieder, und so füllen wir uns auf der nächsten Stufe wieder mit Ihm. Und so weiter, jedes Mal. Die ganze Methode ist praktisch auf jeder Stufe ein und dieselbe.

Wir beschäftigen uns jetzt also nicht mit der Korrektur unseres Lebens. Jeder von uns lebt weiter in seiner Familie und bleibt in seiner Arbeit. Vielleicht sind die Frauen nicht einverstanden, vielleicht die Männer nicht.

Wir haben jetzt nicht vor, gemeinsames Eigentum anzulegen oder irgendwelche eigenen staatlichen Einrichtungen zu schaffen, nichts davon machen wir. Wir schaffen nur unsere spirituelle Gemeinsamkeit, unsichtbar und spirituell. Dort fügen sich unsere gemeinsamen Verlangen, unser Sehnen nach dem Schöpfer zusammen und ziehen dadurch ein großes Or Makif auf uns. Das ist das Einzige, was wir jetzt machen.

Und dafür machen wir, wenn nötig, irgendwelche gemeinsamen Handlungen. Aber diese gemeinsamen Handlungen haben nichts mit unseren alltäglichen Problemen, Lebensweisen und so weiter zu tun. Das, was wir gemeinsam machen, sind die Sukka, irgendwelche Verbreitung, der Aufbau unseres gemeinsamen Zentrums. Also alles, was nur zum Spirituellen gehört und eine Art äußere Hülle davon ist. Das ja, aber nichts weiter. Genau das heißt: nicht nach der „unreifen Frucht“ greifen, nicht auf den „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ klettern. Dort hinaufzuklettern ist uns noch nicht erlaubt. Aber das kommt.

Überhaupt werdet ihr von jetzt an sehen, wie schnell eure Entwicklung gehen wird und wie viel schneller die Zustände einander ablösen werden. Früher kam es euch so vor, als würde es Monate und Jahre dauern, wie schwer das ist und wie es sich festfährt. Ihr werdet sehen, wie es nach vorn fliegt.

Schüler: (01:11:30) Ich habe gehört, dass Sie gestern gesagt haben, es müsse eine Art Kishur¹² geben, die hilft, den Schöpfer zwischen uns zu fühlen. Was ist das?

Rav: Ich habe gestern gesagt … er sagt, dass wir versuchen müssen, den Schöpfer zwischen uns zu empfinden. Was heißt, den Schöpfer zwischen uns zu empfinden? Der Schöpfer zeigt sich zwischen uns so weit, wie wir versuchen, Ihn zu empfinden. Den Schöpfer zu empfinden versuchen heißt, die Eigenschaft des Gebens zu empfinden versuchen. Vielleicht versuchen wir irgendwie, sie in den Zuständen und in den Beziehungen zwischen uns nachzubilden und gemeinsam, egoistisch, zu dieser Eigenschaft zu kommen, „für sich selbst“, jeder und alle zusammen (darüber haben wir gestern gesprochen: aus dem Zustand lo liShma). Dann fängt dabei ein Or Makif an, sich zu zeigen, das uns zu einer Korrektur hinzieht, die schon innerlich sein wird. In sie tritt das Or Pnimi ein: Der Schöpfer selbst zeigt sich auf diese Weise. Darüber haben wir gestern gesprochen.

Schüler: (01:12:36) Rav, Sie sagen, dass man den Ereignissen nicht vorgreifen darf, aber wir haben doch trotzdem Kibbuzim gesucht und …

Rav: Wir sind den Ereignissen vorausgeeilt. Wir haben Kibbuzim gesucht und versucht, viele Stufen über uns hinwegzuspringen. Aber erstens hat man uns das von oben nicht erlaubt, ja? Zweitens kannst du mich fragen: Wenn bei uns in der Gruppe irgendwelche Ideen aufkommen, „lasst es uns so machen, lasst es uns so machen“, wie antworte ich normalerweise?

Zwischenruf: Macht es.

Rav: Macht es! Völlig richtig. Probiert es aus. Denn wir sind die Ersten, wir müssen alles ausprobieren. Wir springen nicht in alle möglichen völlig utopischen Pläne oder Handlungen hinein. Aber wenn es uns scheint, dass wir auf diese oder jene Weise in der Gruppe etwas auf unserem gemeinsamen Weg verbessern können, bin ich immer einverstanden. Wenn also mehr Gemeinsamkeit und mehr Zusammenhalt entsteht und die Gruppe enger zusammengeschweißt wird, sage ich zu solchen Handlungen immer: „Ja, handelt.“ Wenn jemand dazu Ideen hat, halte ich das nie zurück, aber man muss sich natürlich ansehen, was für Ideen es sind. In der Regel ist es aber gut, wenn wir es ausprobieren. Wir haben Tausende verschiedener Ideen ausprobiert, und was ihr heute seht, ist ihr Ergebnis.

In Wirklichkeit ist das natürlich das Ergebnis von mindestens zehn Jahren Arbeit, und zwar sehr energischer Arbeit. Versteht ihr, wir leben darin, und zwar die ganze Zeit, nicht ein- oder zweimal in der Woche. Wir treffen uns nicht irgendwo im Kino, entschuldigt, dass ich so darüber spreche. Darüber gibt es später vielleicht noch ein Gespräch.

Wir leben darin, schmoren ständig darin und stecken alle Kräfte hinein. Wir versuchen, uns Bedingungen zu schaffen, in denen wir wirklich zusammen arbeiten und lernen und alles so nah und so oft wie möglich miteinander machen. Aber trotzdem, was auch immer ist und welche Möglichkeiten für noch mehr gemeinsame Handlungen auch entstehen, wir begrüßen das immer. Ich verbiete so etwas nie.

Und es macht nichts, wenn es von selbst wieder wegfällt. Man wird euch hier vielleicht heute erzählen, Muschi, Mischa Sinelewitsch, was für Versuche wir alle in uns durchgemacht haben. Wir haben uns in Gruppen aufgeteilt, in Fünfer und Zehner, und Wettbewerbe zwischen uns veranstaltet. Ich habe etwa 15 Leute genommen und gesagt: „Nur das ist die Gruppe. Alle anderen … meinetwegen sollen sie verschwinden, ich brauche keinen von ihnen.“

Etwa hundert Leute blieben quasi draußen. Was für dramatische Umwälzungen haben wir nicht alles gemacht … Was gab es nicht alles. Wir haben sehr, sehr vieles ausprobiert. All das ist interessant anzuhören. Ich weiß nicht, wie viel davon verstanden wird, wenn man es nicht an sich selbst durchlaufen hat. Aber wenn ihr euch tiefer mit uns verbindet, wird diese ganze Erfahrung in euch eingehen. Ihr werdet sie nicht durchlaufen müssen. Bei euch werden die Gedanken, all das durchlaufen zu müssen, gar nicht erst aufkommen. Bei euch wird einfach sofort das Verständnis entstehen, was das in Wirklichkeit ist, als hättet ihr es durchlaufen.

Schüler: (01:16:21) Das ist nur … nur durch Versuch und Irrtum und …

Rav: Überhaupt geht der Weg nach vorn nur über Versuch und Irrtum. So heißt es ja immer: „Ejn zadik ba-arez asher assa tov we-lo jecheta“¹³, also „Es gibt keinen Gerechten, der nicht vorher gesündigt hätte“. „Gerechter“ heißt der korrigierte Zustand, „Sünder“ der unkorrigierte. Der Mensch taucht in seinen eigenen Egoismus ein und versteht, dass er ein Sünder ist, also „für sich selbst“ handelt. Der Gerechte handelt „für den Schöpfer“. Nur durch dieses Streben der Absicht unterscheidet sich der Gerechte vom Sünder.

Es gibt also keinen Zustand, in dem der Mensch nicht fallen müsste. Er muss verstehen, dass er sich irrt, dass er falsch handelt, dass er im Egoismus ist, in einem Zustand, der dem Schöpfer entgegengesetzt ist, und sich dann korrigieren.

Aber diese Zustände kannst du durchlaufen, wenn du dich in die Hauptgruppe einbeziehst. Du kannst sie buchstäblich durchfliegen. Sogar unbewusst kannst du all diese Reshimot in dir in Augenblicken abarbeiten. Allein würde es natürlich Monate und Jahre dauern. Deshalb bringt die Einbeziehung in die gemeinsame Gruppe erstaunliche Ergebnisse für die Neuen.

Wir sehen wirklich, wie Leute kommen, die in ihrer Entwicklung und in ihrer Bereitschaft schon völlig anders sind. Sie begreifen alles schneller, sie geraten in unser gemeinsames Feld, und für sie wird alles offensichtlich. Na, was ist schon dabei? „Fünf Jahre, was habt ihr da gemacht? Es ist doch sowieso alles klar.“ Und das ist gut. Wir können sie sofort direkt mit uns zusammenfügen.

Schüler: (01:18:10) Sie haben gesagt, dass die Hälfte des Kongresses vorbei ist. Was bleibt noch zu tun?

Rav: Die erste Hälfte des Kongresses ist vorbei. Die zweite Hälfte bleibt, sogar weniger als die Hälfte, und sie ist weniger intensiv. Was müssen wir jetzt tun? Jetzt müssen wir es in der Tat abarbeiten, und zwar genau ab heute (ich dachte zwar, dass es schon gestern sein würde, aber noch nicht ganz). Ab heute. Auf welche Weise? Obwohl es uns schwerfällt, obwohl wir verwirrt sind, obwohl wir müde sind, obwohl in uns …

Was heißt „verwirrt“, „müde“? So einen Begriff wie Müdigkeit gibt es nicht, darüber schreibt Baal HaSulam, und so einen Begriff wie Verwirrung gibt es auch nicht. Alle negativen Zustände entstehen dadurch, dass uns Egoismus hinzugefügt wird. Gemeint sind Zustände, in denen keine volle Vollkommenheit, keine völlige Ruhe und keine völlige Klarheit empfunden wird. Deshalb fühlen wir Schwere, wollen schlafen, sind verwirrt, unser Kopf denkt nicht, wir sind überhaupt von allem müde. All das kommt irgendwie nicht mehr bei uns an, oder wir können es nicht mehr aufnehmen. Das ist die Zugabe von Egoismus. Einen Begriff Müdigkeit gibt es nicht.

Baal HaSulam schreibt darüber in „Pri Chacham. Ma'amarim“, in den Artikeln seines Buches „Pri Chacham“. Er schreibt darüber in „Sgulat Sechira“²⁵, so einen Artikel gibt es. Das alles kommt also nicht von Müdigkeit, so etwas gibt es weder im Organismus noch überhaupt in der Welt. Entweder wird Egoismus hinzugefügt, oder er wird korrigiert, oder er wird gefüllt. Oder er wird wieder neu hinzugefügt, völlig unkorrigiert und völlig leer, ohne dass irgendein Licht in ihn leuchtet.

Jetzt befinden wir uns in einem Zustand, in dem uns Egoismus hinzugefügt wird, und ihm gegenüber gibt es noch kein Or Makif. Wir müssen dieses Or Makif jetzt künstlich auf ihn ziehen. Nach und nach wird es entstehen und von außerhalb des Egoismus nach innen zu leuchten anfangen. Dann fangen wir an, quasi einen neuen Tag zu empfinden, eine Aufhellung. Alles wird uns etwas klarer, die Müdigkeit vergeht, und es kommt eine Art Begeisterung, ein Streben nach vorn, eine Art Hoffnung. Was heißt Hoffnung? Es leuchtet ein Or Makif, das Or Pnimi werden wird, und so weiter.

Aber all das hängt von unserer Anstrengung ab. Wenn wir passiv handeln, wechseln diese Zustände vielleicht einmal im Jahr, in zwei Jahren, ich weiß nicht, vielleicht einmal in einer Generation. Wenn wir mit unseren eigenen Anstrengungen handeln, gehen wir selbst schon nicht mehr den Weg der Leiden, sondern den Weg des Lichts, den Weg der Tora. Genau das müssen wir heute tun.

In den ersten zwei, drei Tagen lebten wir von dem, was wir geschaffen hatten, von unserem Warten und von dem, was wir gemacht und in diese ganze Veranstaltung investiert hatten. An diesen Tagen empfingen wir für die Anstrengungen, die wir gemacht hatten, um hierherzukommen. Dafür leuchtete uns das Or Makif.

Die Folge davon ist jetzt der nächste Zustand: Uns wird die nächste Awiut hinzugefügt. Mit dieser Awiut müssen wir jetzt anfangen zu handeln. Das ist der Anfang des nächsten Tages, aber er beginnt mit dem Abend: „Wa-jehi erew …“, „Und es war Abend, und es war Morgen: ein Tag“, ein zweiter Tag und so weiter. Was müssen wir jetzt also tun? Wir müssen unsere heutige Awiut, ohne uns ihr irgendwie zu entziehen, verbinden mit … Wir müssen jetzt auf ihrer Grundlage Anstrengungen machen, einen Zustand zu erreichen, der an Kraft genauso ist wie vorher.

Schüler: (01:22:34) Was heißt, die „Awiut verbinden“ mit …

Rav: Was heißt, die „Awiut mit dem erhabenen Zustand verbinden“, den wir hatten? Das heißt: auf die heutige Awiut, auf die heutige angebliche Müdigkeit … Ich wiederhole noch einmal: Es gibt weder Müdigkeit noch Vergesslichkeit, weder Abgelöstheit noch Ärger, nichts davon. Das sind einfach Veränderungen des Egoismus. Es gibt nur eine Veränderung der Dicke des Egoismus und dementsprechend eine Veränderung der Intensität des Lichts. Außer diesen zwei Parametern gibt es nichts, entweder in Form von Reshimot oder in Form klarer Parameter von Awiut und Licht.

Sonst existiert in der Natur überhaupt nichts. Deshalb muss der Mensch verstehen: Wenn er heute in so einem halb atemlosen Zustand ist, dann hat man ihm Awiut hinzugefügt, und ihr gegenüber gibt es kein Licht. Wenn er auf dieses Licht wartet, kann er noch Jahrzehnte warten. Wir müssen dieses Licht also jetzt mit unserer Anstrengung auf uns ziehen. Dann gilt die Anstrengung wirklich als unsere, und das Licht gilt als von uns verdient.

Schüler: (01:23:47) Unabhängig von der Müdigkeit: Wenn mir ein Gedanke kommt, der mich verbrennt …

Rav: Nehmen wir an, du hast jetzt so eine Awiut und das Verlangen¹⁵, das alles abzuwerfen und abzuhauen. Du willst zum Beispiel aus all dem, aus dieser Sukka, überhaupt aus allem hier weg … Und überhaupt, womit beschäftigen sich die Leute hier? Wozu haben sie sich hier versammelt? Alles ist so unwirklich und fern … Na, wir haben ein bisschen herumgespielt, genug, wir haben Lieder gesungen, gehen wir nach Hause. Stimmt's? Ich könnte dir noch Schlimmeres sagen, ich fürchte nur, dass die Leute dann gehen.

Ich weiß, was ich sage, das war alles in mir. Siehst du, sie wollen sogar klatschen.

Also, das sind die allerbesten Zustände, aber nur, wenn sie bewusst sind. Man muss also immer, wenn es solche Zustände gibt: Müdigkeit, Abgelöstheit, Nutzlosigkeit, angebliche Unwirklichkeit all dessen … Was soll das hier überhaupt? Real ist: arbeiten, Geld verdienen, Kinder, Familie, weißt du, ein bisschen mit Freunden bei einem Bier sitzen … eben das Leben, das gewöhnliche Leben wie alle. Und hier ist etwas so Luftiges, Unwirkliches.

In Wirklichkeit würden wir uns natürlich nie hier versammeln ohne die Hilfe des Schöpfers: Er sorgt dafür, dass uns dieses ganze Leben wirklich furchtbar, völlig perspektivlos und ausweglos vorkommt. Dem Schöpfer sei Dank, dass Er zusammen mit der Awiut auch das Abrücken¹⁴ des Or Makif hinzufügt. Die Schöpfung weicht von ihrer Null-Stufe nach beiden Seiten auseinander …

Siehst du, damals, als die Juden aus Ägypten auszogen, war unsere Welt auf der Null-Stufe mit der spirituellen Welt verbunden. Das war sehr einfach, alle verstanden sehr gut: Ja, so etwas existiert. Der Schöpfer ist das, was um uns ist, eine vernünftige Kraft, die uns lenkt. Für so einen, sozusagen, dumpfen Haufen, der auf der Null-Stufe, auf einer kleinen Stufe des Egoismus existierte, war alles völlig klar. Was brauchten sie? Sie strebten nach nichts Besonderem, sie wollten nur leben: Gib mir ein Glas Manna am Tag, und das reicht. Na, Himmelsmanna, ja? So.

Seitdem fängt die Schöpfung an, nach beiden Seiten auseinanderzuweichen. Das Or Makif entfernt sich von dieser Null-Stufe nach oben, und die Awiut wächst von dieser Null-Stufe nach unten. Die Menschheit fängt an, immer größeren Schmerz, immer größere Ausweglosigkeit und immer größere Finsternis zu empfinden, und sie weiß nicht …

Weil sich der Egoismus von der Null-Stufe, vom Licht, losreißt, fängt er an, sich alle möglichen Existenztheorien auszudenken. Wie existiert man? Wie denkt man sich irgendwelche Stützen aus? Und wofür lohnt es sich zu existieren? Alle suchen irgendeine kulturelle oder technologische Entwicklung und so weiter, als würden wir darin irgendwelche Füllungen finden.

Das geht bis zum allerletzten Extrem, bis zu einer solchen Finsternis, in der schon alles aus ist und es nichts mehr gibt. Das fängt in unserer Zeit schon an, sich zu zeigen. Wie viel du auch lernst, am nächsten Tag reicht dir deine Bildung nicht. Du heiratest, und am nächsten Tag verstehst du, dass du es falsch gemacht hast. Das ist nicht einfach so, das ist die Entwicklung des Egoismus. Auf allen Ebenen des Lebens wird es so sein, und es wird sich verschärfen. Das Einzige, was bleibt, sind Drogen, sonst nichts, also sich abschalten. Das wird jetzt das Hauptproblem der Menschheit sein. Denn außer dem wird nichts bleiben, gar nichts. Auf welche Weise die Menschheit das durchlaufen wird, darüber sprechen wir irgendwann. Es ist klar, auf welche. Ja.

Schüler: (01:27:44) Wenn mir ein Verlangen nach Geld gekommen ist, was mache ich damit, kurz gesagt, ausgehend von dem, worüber wir gesprochen haben?

Rav: Ich sitze hier und sammle viel spirituelle Energie in mir: Sehnen nach dem Schöpfer, das Empfinden der Freunde. Wenn mir jetzt Egoismus hinzugefügt wird und ich anfange, an die Arbeit, an Geld, an die Familie zu denken, an alles, was ich sozusagen in meinem Leben außerhalb der Gruppe habe, ja? Jetzt sind wir in der Gruppe. Was muss ich außerhalb der Gruppe tun? Ich muss versuchen, in all meinen Zuständen in diesem Leben auf der größten spirituellen Stufe zu sein. Das heißt, ich verbinde die Awiut, die man mir jetzt hinzugefügt hat, mit dem Sehnen nach dem Schöpfer. Wenn ich das versuche, ziehe ich damit das Or Makif auf mich, und es fängt an, mir zu leuchten.

Wie versuche ich das? Ich habe euch sogar das Beispiel meines Rav gegeben: Er schloss sich im Zimmer ein und fing an zu tanzen. Dabei war er in einem furchtbaren Zustand … Die Rede ist von einem großen Kabbalisten, der sich in der Welt Azilut befand und gleichzeitig in unserer Welt. Und er erlebte ebensolche Zustände.

Diese Zustände erlebt jeder Mensch, der sein Gefäß einfach noch nicht vollständig korrigiert hat und noch nicht zum vollständigen Gmar Tikun gekommen ist. Er schloss sich einfach ein (ich habe diese Zustände gesehen), bei sich zu Hause im Wohnzimmer, und hüpfte, tra-la-la-la-la, so herum, wie er eben tanzen konnte. Verstehst du, ein Mann von 85 Jahren. Und so holte er sich heraus … Auf allen Ebenen, der physischen, der mentalen und der spirituellen, holte er sich aus diesen Zuständen heraus. Er rief in sich solche Zustände hervor, die auf all seinen Ebenen dem nächsten spirituellen Zustand glichen.

Wir haben keinen anderen Ausweg. Jedes Mal, vor dem Machsom und nach dem Machsom, werdet ihr dieselben Probleme haben. Das sind keine Probleme, das wird euch gegeben, weil ihr schon auf einer guten Stufe wart. Ihr habt schon empfunden, was eine gewisse Annäherung an den Höheren heißt. Jetzt wird euch in Wirklichkeit, in der Praxis gegeben: Nun, verwirklicht diese nächste Etappe.

Wenn du dich jetzt sträubst und wartest, bis es kommt¹⁶, dann kommt es am Ende schon. Denn jeder von uns kehrt so oder so auf irgendeinem Weg zu seiner gewöhnlichen, gewohnten spirituellen Arbeit zurück. Wir werden wieder lernen, verbreiten, Vorträge halten, etwas lesen. Nach einiger Zeit kehren wir zurück, drehen uns wieder um und fangen an, an all dem teilzunehmen. Aber das wird nicht durch unsere Anstrengungen geschehen, oder zwar durch unsere, aber überhaupt nicht in der Intensität, in der wir es tun müssen. Deshalb sagt er¹⁷: Ich freue mich, dass es heute geschieht.

Jetzt fragst du: Was heißt die zweite Hälfte unseres Aufenthalts hier bei unserem Seminar? Das jetzt ist die zweite Hälfte des Aufenthalts. Jetzt müssen wir trotz allem zu unserem gestrigen Zustand kommen, aber mit der heutigen Awiut, und das heißt: zur nächsten Stufe. Unser heutiger Zustand darf also auf keinen Fall niedriger sein als der gestrige, als der allerhöchste in all diesen Tagen.

Und so muss der Mensch es jeden Tag und jedes Mal in seinem Leben tun. Ich gehe zur Arbeit, Lernen, Frau, Kinder, was auch immer, welche Störungen du auch nennst: In ihnen musst du in vollem, ständigem Kontakt mit dem Schöpfer leben.

(01:32:01) Über Rav Zusia heißt es ja, dass er so eine Frau hatte, die ihn die ganze Zeit anmeckerte und beschimpfte. Man sagte ihm: „Wie kannst du mit so einer Klafte¹⁸ leben?“ „Klafte“ ist auf Hebräisch … wie sagt man das? Das ist auch … wie sagt man das auf Russisch? Na, Hexe, wie sagen wir gewöhnlich? Hm?

Zwischenruf: Biest.

Rav: Biest, Biest, ja. So. Dieses Wort könnt ihr übrigens drinlassen. Also sagt er: „Was redet ihr da? Gerade ihretwegen, dank ihr habe ich doch alles erreicht.“

Das ist so ein Beispiel in der Kabbala, und die Kabbalisten führen es wirklich als Vorbild an. So wie der Rav erzählte: Als man ihn zum ersten Mal zum Lernen in die Grundschule brachte, den „Cheder“¹⁹, vom Wort „Zimmer“, gab es dort so einen Lehrer. Und der Rebbe sagt: „Ich war so, dass mir niemand etwas befehlen konnte, ich war so eigenwillig.“ Der Lehrer sagt zu mir: „Schau, das ist der und der Buchstabe, na, sag, welcher.“ „Will ich nicht.“ Noch einmal: „Will ich nicht.“

Der Lehrer hatte so ein Lineal und schlug ihn damit auf … na, ich weiß nicht, wie, er schlug ihn: „Jetzt sag es.“ „Nein.“ „Er schlug noch einmal. Na, nichts zu machen, ich sagte es.“ Und danach, sagt er, „gibt er mir die Hand und sagt: ‚Küss die Hand, die dieses Lineal hält‘“, den Stock. So, auf diese Weise, war die Erziehung.

Uns wird also am Beispiel gezeigt, dass wir für unsere Schläge danken müssen. So ist es, wenn der Mensch wirklich dahin kommt, dass er sich freut, dass seine Awiut wächst. Die Schläge, die er bekommt, sind dann keine Schläge, sondern sein inneres Fleisch, dieser Egoismus, in dem er den Schöpfer empfinden kann.

Wie soll ich denn aufsteigen, wenn ich nicht auf diese Awiut trete, die man mir jetzt hinzugefügt hat? Sie ist ja die einzige Möglichkeit aufzusteigen. Auf ihr muss ich also aufsteigen, ohne sie aufzuheben, ohne sie zu vergessen, ohne sie einzuebnen und ohne vor ihr wegzulaufen. Ich muss alles nehmen, was ich in den zwei Morgenstunden des Lernens gesammelt habe, und das den ganzen Tag, den ganzen Tag …

Wozu schreiben wir uns denn, wozu schicken wir uns SMS und so weiter? Damit ich das alles den ganzen Tag über ständig, jede Sekunde, in alles hineintrage, in die ganze Welt. Das heißt, zu dem Zustand zu kommen, in dem du sagst, dass die ganze Welt für mich erschaffen ist. Dann entdeckst du, dass alles in der Welt sich mit dem Schöpfer füllt, mit Seiner Kraft.

Du begegnest Ihm überall, überall, sogar in deinen niedrigsten Zuständen, wenn du Ihn nicht vergisst. Sogar in den allerniedrigsten. Du kannst mit einer Frau sein, du kannst, ich weiß nicht, bei der Arbeit sein, egal was, wo und wie, das hat überhaupt keine Bedeutung. Versuche, dich nicht vom Gedanken loszureißen, von der Gleichheit mit dem Schöpfer, in allen Zuständen, wo immer du bist. Dann findest du Ihn dort, und zwar in den allerniedrigsten. So heißt es auch: „Ejfo she-ata moze gadluto, sham ata moze anwetanuto“²⁰, „Wo du Seine Größe findest, dort findest du Seine Demut.“ In den allerniedrigsten, also gerade in der allergrößten Awiut.

Deshalb ist es ein Segen, dass uns Awiut hinzugefügt wird. Das ist wirklich ein Segen. Man muss sich nur einen Platz im Kopf bewahren und sich erinnern. Obwohl es mir schlecht geht, ich Angst habe, es überhaupt furchtbar ist, ich es satt habe und müde bin, na, es ist schon alles aus: Gleichzeitig muss ich daran denken, dagegen zu kämpfen, diesen Zustand zu füllen und zu korrigieren. Dafür braucht man die Gruppe. Denn dem Menschen wird Awiut hinzugefügt, und in dieser neuen Awiut gibt es keinen Punkt im Herzen.

(01:36:31) Dort gibt es keinen Punkt im Herzen. Der Punkt im Herzen ist dir nur einmal gegeben. Sagen wir, man hat dir neue Awiut hinzugefügt, zehn Kilo deiner Verlangen, allerlei irdische, allerlei niedrige, egal welche. Damit kommt nicht gleichzeitig auch spirituelle Erweckung hinzu. Es kommen nicht zwei Teile gleichzeitig zu dir, Malchut und Bina. Es kommt nur Malchut.

Also, was du jetzt tun musst … Woher nimmst du jetzt diese spirituelle Begeisterung? Wo erinnerst du dich, wann erinnerst du dich? Wie kannst du dich erinnern? Vielleicht erinnerst du dich erst nach einer Woche: Ja, schau mal, wer bin ich, was bin ich? Es gibt Spirituelles, damit muss man etwas tun. Nach einer Woche kannst du dich erinnern. Deshalb musst du eine Gruppe schaffen, die dich ständig daran erinnert.

Vielleicht sind wir auch nur eine Sekunde in einem schlechten Zustand, so abgelöst, geschlagen, ausgepowert. Das heißt dann, dass die Gruppe nicht auf uns wirkt. Wir haben nicht genug Anstrengungen in sie gesteckt. Wir haben sie nicht so geschaffen, dass sie uns ständig in so einem Mazav haChen²¹ hält, ich weiß nicht, wie man das auf Russisch sagt … in voller Einsatzbereitschaft, immer.

Das hängt nur von der Gruppe ab, hier kann der Mensch allein nichts tun. Wenn Egoismus hinzugefügt wird, bist du erledigt, du bist schon tot. Du kommst nicht davon. Es sei denn, du hast vorher in die Gruppe investiert, weißt du, wie bei einer Bank oder bei der Krankenkasse. Du hast im Voraus bezahlt, wie sagt man … eine Versicherung²². Du hast dafür bezahlt, dass sie dich später betreuen. Nur das. Also nicht, dass sie dich betreuen, sondern praktisch holst du dir deine eigene Einlage zurück. Aber genau für diesen Fall tust du das. Es gibt so einen Artikel und viele solche Artikel von Baruch, von Rav Baruch über …

Das geht aus dem spirituellen Prinzip „Pnu elai we-ani pore'a“²³ hervor, oder aus so einem Zustand … Nun, der Rabash hat Artikel darüber, dass der Mensch in die Gruppe investiert und die Gruppe ihm dann in diesem Maß zurückgibt.

Diese ganze Methode haben wir also schon durchlaufen. Aber ich kann tausendmal daran erinnern, das hilft nicht. Der Mensch muss sich mit der Gruppe auf solche Zustände vorbereiten. Die Gruppe muss bereit sein, jedem genau diese Erinnerung zu geben: jeden zwingen, erinnern, ständig schütteln, in welchem Gedanken dem Schöpfer gegenüber er gerade ist. Wenn es das nicht gibt, ist das keine Gruppe.

Das ist das Wichtigste, was die Gruppe mit jedem von uns tun muss! Deshalb gibt es all diese SMS, die wir einander schicken, und die Telefone: Wozu haben wir solche angeschafft? Um untereinander in Verbindung zu sein. Dazu kommen die Erinnerungen, der Morgenunterricht, der Abendunterricht, irgendwelche gemeinsamen Arbeiten und alles, was wir tun. Das ist am Ende alles nur dafür.

Wenn der Mensch auch nur ein bisschen fällt … Bei Baal HaSulam gab es einmal so einen Fall, als sie schon … Ihr wisst, es gibt Geschichten, dass der ARI zu seinen Schülern sagte: „Wenn wir jetzt am Freitag einen Sprung bis Jerusalem machen, rufen wir den Gmar Tikun für die ganze Welt hervor.“ Nun, sie gingen nach Hause, um ihre Sachen zu packen, was sie eben hatten, um nach Jerusalem zu gehen. Und am Ende kam niemand zu ihm. Er sitzt da und wartet auf sie, das ist eine historische Erzählung. Jeder schickte jemanden oder kam vielleicht selbst und sagte: „Ich kann nicht, bei mir zu Hause gibt es die und die Umstände.“ Gmar Tikun! Was für Umstände? Welche denn? Die Frau lässt ihn nicht gehen … Die Ausreden der Schüler des ARI! Versteht ihr, was das ist? Das ist überhaupt …

(01:40:45) Wie kann es so eine Dummheit geben, so scheint es von außen. In Wirklichkeit ist es so: Wenn der Egoismus mit seiner betonartigen Dicke auf den Menschen herabstürzt, versteht er nicht mehr. Er stellt keine anderen Berechnungen mehr an, er ist zu keinen Berechnungen mehr fähig.

Dasselbe geschah bei Baal HaSulam. Einmal sagte er zu seinen Schülern: „Wir können den Gmar Tikun machen, nur müssen wir eine gewisse Zeit im Zustand der maximalen spirituellen Anspannung auf diesen Zustand hin sein.“ (Ich weiß nicht, wie lange genau, ich will nicht lügen oder etwas erfinden.) Und sie gingen wirklich schon erfolgreich darauf zu und kamen voran. Sie hielten in sich alle Bedingungen dieser gegenseitigen Unterstützung ein, und plötzlich seufzte einer von ihnen. Baal HaSulam sagte: „Das war's!“ Damit verschwand alles. Ein einziger kleiner Einbruch.

Worauf will ich hinaus? Die Arbeit der Gruppe an jedem ihrer Mitglieder muss so sein, dass er fühlt, unter ständiger Kontrolle zu stehen, unter ständigem spirituellem Zwang. Er ist gezwungen, sich richtig zu halten. Er muss sich, wie wir gesagt haben, schämen, den Freunden in die Augen zu schauen, weil er sie im Stich lassen könnte. Das nennt man „ein Loch in das gemeinsame Boot bohren“, in dem alle ertrinken, wenn er allein das tut. Deshalb hilft es sehr oft, wenn die Gruppe einander und jeder allen anderen in Erinnerung ruft, wie abhängig sie voneinander sind.

Nehmen wir an, ich sitze jetzt in so einem niedergeschlagenen Zustand hier, mir ist schwer und schlecht, und ich bin irgendwie enttäuscht, abgelöst, müde. Dann muss ich verstehen, dass ich damit meinen übrigen Freunden einfach den Sauerstoff abdrehe, und ich muss mich vor ihnen schämen. Dieses Gefühl muss man in sich ständig pflegen und entwickeln. Und genau jetzt ist uns das gegeben. Deshalb halte ich den heutigen Zustand für sehr gut.

Lasst uns jetzt gemeinsam versuchen, das zu tun, und ihr werdet sehen, wie einfach es ist. In Wirklichkeit ist das so eine psychologische Dummheit in uns, mehr nicht. Und ihr werdet sehen, dass es Müdigkeit in Wirklichkeit nicht gibt. Was heißt vollständige … Was heißt Gmar Tikun? Der Mensch schläft nicht, isst nicht, trinkt nicht? Ist er in ständiger Euphorie, in irgendwelchen Höhenflügen? Was geschieht dabei? Hat er so etwas wie Müdigkeit oder nicht? Muss er sich irgendwie von all dem Spirituellen erholen, ja? Ein ständiger Gmar Tikun, und nichts ändert sich … Das scheint auch kein besonders guter Zustand zu sein, irgendwie krankhaft, Hyperaktivität oder wie man das nennt, Übererregung? So. Was tut man dabei?

Das ist so ein segensreicher Zustand der Ruhe, des inneren Gleichgewichts zwischen dir und dem Schöpfer. Nur dadurch wird der Zustand der Ruhe erreicht, dass es Gleichgewicht zwischen dir und dem Schöpfer gibt. Auf jeder Stufe wird er für einen Augenblick empfunden. Dann wächst der Egoismus wieder, die Korrektur wächst, und sobald sie zusammenkommen, empfindest du für eine Weile Ruhe. Und wieder. Und so weiter, bis wir zur ewigen Ruhe kommen.

Wir müssen also einen solchen Zustand erreichen, in dem der Zustand der Ruhe ein ständiges Streben nach vorn sein wird. Er wird von uns als absoluteste Ruhe empfunden werden.

Frage: (01:45:05) Sind die Massachim bei verschiedenen Menschen in ihren Eigenschaften verschieden?

Rav: Natürlich sind sie verschieden. Denn jeder Mensch hat seine individuelle Zusammenstellung egoistischer Eigenschaften.

Frage: (01:45:17) Wie soll man auf die minütlichen Zustände reagieren, auf Schläfrigkeit, Freude, Gleichgültigkeit, die sich die ganze Zeit wiederholen und einander ablösen? Gibt es auf jeden von ihnen eine konkrete Handlung? Womit handelt jeder als Pionier?

Rav: Die Zustände lösen sich bei uns völlig willkürlich ab, unabhängig von uns, und man muss sie nicht steuern. Man muss nur eines steuern: unsere Absicht auf jeden Zustand. In welchem Zustand wir auch sind, in welche Zustände man uns jetzt auch werfen mag, der nächste Zustand ist mir völlig egal.

Wir sorgen uns immer: Dass es mir nur nicht schlechter geht! Es wird mir nicht schlechter gehen, wenn ich aus jedem Zustand die Verbindung mit dem Schöpfer wiederherstellen kann. Ich darf nicht daran denken, dass es schlechter wird. Ich muss mich nur um eines kümmern: Die Verbindung mit dem Schöpfer sichert mir immer einen guten Zustand. Und umgekehrt: Reiße ich mich von Ihm los, wird es schlecht sein. Für eine Sekunde wird es mir noch scheinen, dass es mir in meinem egoistischen Zustand gut geht, aber dann wird es trotzdem schlecht.

Man muss sich also nicht um die Zukunft sorgen, die Zukunft ist das Heute. Vielleicht stecke ich heute genug Anstrengungen in mich und in die Gruppe, damit ich in all meinen nächsten Zuständen sofort die Ausrichtung auf den Schöpfer wiederherstellen kann. Dann bin ich immer in einem guten Zustand, egal was zu mir kommt. Natürlich werden alle nächsten Zustände größer an Awiut sein, und davor kann ich nicht weglaufen. Jede nächste Reshimo wird natürlich größer sein als die vorherige, natürlich schlechter und weiter vom Schöpfer entfernt. Aber wenn ich mich jedes Mal besser darauf vorbereite, gleiche ich so die Dicke der Reshimo augenblicklich durch meine vergrößerte Absicht aus. Das ist alles.

Schlechte Zustände kann es nicht geben. Ein schlechter Zustand (die Linke Linie) darf sofort nicht als schlecht aufgefasst werden, sondern im Gegenteil, wie sagt man? Als effektiv oder … Hm? Nicht als Nicht-Vorankommen²⁴, nicht als Nicht-Vorankommen. Das gibt dir einfach noch Awiut, das ist ein Teil des Vorankommens. Wohin sonst damit?

Frage: (01:47:30) Über die kritische Masse: Wie soll ich mich an die kritische Masse anschließen, an das weltweite Gefäß? Ist das ein quantitatives oder ein qualitatives Merkmal?

Rav: Sich an das weltweite Gefäß anzuschließen heißt, so eine innere, spirituelle Gemeinsamkeit zwischen uns zu schaffen, in der wir uns umeinander kümmern. Ich verstehe dann, dass jede Gruppe in der Welt meinen nächsten Zustand bestimmt, wie nah oder fern sie physisch von mir auch ist. Ohne sie werde ich nicht in der Lage sein, spirituell aufzusteigen. Deshalb hänge ich einfach von ihnen ab, ich bin wie ein Schwerkranker in ihren Händen. Wenn wir also so ein Verhältnis zueinander haben und so eine Sorge umeinander entsteht (natürlich eine egoistische Sorge), dann reicht das völlig. Dann ist dieses gemeinsame Gefäß schon da, und ich bin darin einbezogen. In Wirklichkeit ist es so.

Frage: (01:48:35) Wie kann ich Licht vom Rav empfangen, dadurch, dass ich mich in ihn einbeziehe oder er sich in mich? Ich muss doch von … aus dem ACHaP meiner höheren Stufe empfangen.

Rav: Wenn ihr meine virtuellen Unterrichtsstunden hört: Dort gebe ich praktisch alles weiter. Ich würde nicht sagen, dass es unbedingt nötig ist, beim „Sohar“ zuzuhören und dabei zu sein, ehrlich. Das ist sehr, sehr ergänzendes Material. Ich gebe es übrigens für ein anderes Publikum, für das israelische Publikum, eher passend zu dessen Mentalität. Wenn es euch gefällt, seid dabei. Nichts ist verboten. Wenn ihr gern bei unserem Morgenunterricht von drei bis sechs Uhr dabei seid, seid dabei, das ist auch eure Sache.

Aber das, was ich der ganzen weltweiten Gruppe geben will, gebe ich in meinen drei virtuellen Unterrichtsstunden. Sie werden sich jetzt vielleicht ändern. Es wird wohl zwei Stunden „Pticha“ geben und eine Stunde allgemeiner Besprechungen. Wir werden untereinander eine wöchentliche oder monatliche Konferenz einrichten müssen. Wir werden sehen, je nach Umständen. Es hängt von der Intensität unserer Arbeit ab und davon, wie wir miteinander verbunden sein werden.

Wer hat diese Telefone nicht, wie heißen sie? Hm? Diese Videotelefone. Vielleicht müssen wir … Ja, Marik? Wir müssen allen diese Videotelefone geben. Wie kann man das kaufen? Schon bestellt? Drei Stück bestellt, vier Stück. Nun, wer ist bei uns da? Aus welchen Gruppen? Jede Gruppe bekommt also von uns dieses Telefon, das Videotelefon, als Geschenk. So haben wir die Möglichkeit, einander in Echtzeit zu sehen und zu hören, meiner Meinung nach über dieses Videotelefon. Wir werden also ständig solche Austausche machen, also Besprechungen, oder wie man es nennt. Bei uns heißt das Yeshivat Chaverim²⁶, Gruppentreffen.

Wie ihr euch also in mich einbezieht? Ich habe euch das schon gesagt. Genauso, wie man sich in den Schöpfer einbezieht, genauso, wie wir uns ineinander einbeziehen: Beim gegenseitigen Einbeziehen gilt ein und dasselbe Prinzip, ob in den Schöpfer oder in wen auch immer. Es heißt Gleichheit, Gleichheit. Wenn ein Mensch sich in einen anderen Menschen einbeziehen will, muss er dessen Verlangen²⁸ nehmen, dessen Gedanken … Gedanke und Verlangen, und anfangen, in ihnen und für sie zu arbeiten. Das heißt, in die Gruppe, in den Rav, in den Schöpfer einbezogen zu sein.

Eine mechanische Verbindung ist hier völlig unnötig. Ein Mensch kann irgendwo sehr weit weg leben und sehr selten mit mir in Verbindung sein und mir trotzdem wirklich sehr nah sein. Solche Fälle gibt es. Und das hängt natürlich nicht vom Geschlecht ab, von nichts. Es gibt Frauen, die mit mir zusammenarbeiten. Ich höre sehr selten von ihnen, aber ich weiß, wie sie arbeiten und wie sie danach streben, mir dabei näher zu sein. Und ich empfinde sie wirklich sehr nah.

Frage: (01:51:59) Ist die Wiederherstellung der Verbindung mit dem Schöpfer die Verwirklichung, das Abarbeiten der Reshimo?

Rav: Nun, genau das ist die Verwirklichung der Reshimo. Alle unsere Reshimot kommen daher, dass wir mit Ihm verbunden waren. Zuerst waren wir mit Ihm in einem Gefäß verbunden, das Adam hieß. Wir fielen von dieser Stufe … Wir befanden uns in einem Zustand, in dem wir vollständig … Wir sind dieses Gefäß, und darin war das Licht oder der Schöpfer. Ja? Das ist der Zustand, der ursprünglich war und existierte.

Zeichnung: (01:52:41)

Dann fiel dieser Zustand auf die Stufe, auf der wir uns jetzt befinden, in diesen Zustand unter dem Machsom. Und aus jenem Zustand bildeten sich im Maß unseres Falls diese Reshimot. Jetzt erwachen sie in uns in umgekehrter Reihenfolge, von der niedrigsten bis zur höchsten, und wir müssen sie abarbeiten. Indem wir die Reshimot abarbeiten, kehren wir zu unseren früheren Zuständen zurück.

Zeichnung: (01:53:09)

Was heißt Reshimot? Eine Aufzeichnung von einem Zustand, den wir beim Fallen durchlaufen haben. Das geht bis zur allerletzten, allerhöchsten Reshimo. Wenn wir sie verwirklichen, befinden wir uns im ursprünglichen, vollkommenen Zustand. Aber wir befinden uns darin, weil wir ihn verdient haben, wir sind zu ihm aufgestiegen.

Zeichnung: (01:53:26)

Natürlich ist die Verwirklichung all dieser Reshimot die Wiederherstellung der Verbindung mit dem Schöpfer. In Wirklichkeit ist alles sehr einfach. Hier gibt es nur zwei, drei Parameter. Was gibt es hier? Schöpfer und Geschöpf, Licht und Gefäß. Entweder ist es offenbar, als Gefäß und Licht, oder es ist nicht offenbar, weil der Massach zerbrochen ist. Klar. Und dann gibt es nur Reshimot. Das Gefäß existiert in Form von Reshimot, das Licht existiert in Form von Or Makif.

Frage: (01:54:01) Was ist das für ein Gebilde, von dem wir hier hören, die Weltgemeinschaft Bnei Baruch?

Rav: Nun, das wird euch die Direktion erzählen, was das für ein Tier ist.

Frage: Und wie wird die Gruppe wissen, wer einen Aufstieg braucht?

Rav: Also: Wem muss ich jetzt Aufmerksamkeit schenken, wen ermuntern, wem auf die Schulter klopfen? Darüber muss man nicht einmal nachdenken! Wenn es in der Gruppe ständig so einen inneren Druck gibt, wird sich jedes ihrer Mitglieder davon nähren. Er wird es einfach fühlen.

Ich weiß nicht …

Frage: (01:54:52) Was soll man tun, wenn man heute mit diesem hinzugefügten Egoismus nach Hause fahren muss?

Rav: Wir sind so begeistert angekommen, „hier sind wir!“, und jetzt fahre ich mit so einem schweren Koffer ab. Was tun? Na, helfen wir dem Menschen. Wir müssen also eigentlich …

Zwischenruf: Ihn dabehalten.

Rav: Ihn dabehalten? Das hilft nicht … Das hilft nicht. In Wirklichkeit reicht eine Sekunde in der Gruppe, um diese Verbindung mit ihr herzustellen und dann das ganze Leben lang mit ihr verbunden zu sein. Versucht, es zu überwinden. Das ist eine rein innere, psychologische Barriere: Jetzt stürzt zusätzlicher Egoismus auf uns herab und fängt an, an uns zu nagen … Was sagt Paro (der Pharao)? „Wer ist denn der Schöpfer? Existiert Er? Warum soll ich Ihm gehorchen, diese Methode auf mich nehmen, überhaupt etwas tun?“ All unsere Störungen, all diese Gedanken dagegen, Müdigkeit, Abgelöstheit, all das zusammen heißt Pharao.

Schaut … Fangt einfach an, vom Umgekehrten auszugehen, und schaut, wie er in euch arbeitet. Sehr interessant! Sucht dementsprechend Methoden: Wie könnt ihr gegen ihn arbeiten? Was heißt Erkenntnis des Bösen? Die Erkenntnis, dass er euch davon abstößt, vorwärtszukommen. Versucht, ihm zu widerstehen.

Oder stellt euch statt des Pharao den Schöpfer vor: dass es der Schöpfer ist, der das für euch tut. In Wirklichkeit sitzt ja der Schöpfer in diesem Pharao, diesem eurem bösen Engel, oder wie man sagen soll, in dieser eurer Awiut, in diesem Egoismus. Er fügt euch das alles ja absichtlich hinzu, damit ihr lernt, Ihm auf diesem Egoismus gleich zu werden, Seinen Gedanken und Seinen Handlungen. Wie wollt ihr es sonst lernen?

Nur auf diese Weise. Er muss euch das hinzufügen. Ihr erinnert euch, wir haben den Brief von Baal HaSulam gelernt: wie der König seinen Sklaven erhöhen wollte. Er schuf dafür besondere Bedingungen, als würde jemand ihn, den König, angreifen, und dieser Sklave musste ihn verteidigen. Und angeblich war der König völlig … sozusagen … von Vernichtung, vom Tod bedroht, und von diesem Sklaven hing alles ab.

Ein anderes Mal machte es der König so, als würden Übeltäter und Diebe seine Schatzkammer ausrauben. Dieser Sklave musste die Schatzkammer verteidigen. Er hätte alles Mögliche tun können, dieser Sklave. Er hätte es so machen können, dass man den König tötet, und er wäre an seiner Stelle König geworden. Er hätte es so machen können, dass er selbst die ganze Schatzkammer stiehlt und der Reichste und Mächtigste wird. Aber er tat es nicht. Er tat das alles für den König. Und dann wurde er wirklich dem König gleich, der Erste neben ihm.

All diese Störungen schickt uns der Schöpfer in dieser Form, damit wir lernen, Ihm vollständig gleich zu sein. Deshalb müssen wir sie lieben, wir müssen sie erforschen. All diese Störungen sind die Rückseite (Achoraim) des Bildes des wahren Schöpfers. Er kann sich nicht anders zeigen.

Würde Er sich mit Panim zeigen, von Seiner Seite, dann würden wir einfach in die Macht dieses Lichts, dieses Genusses geraten. Wir würden blind weiter davon Gebrauch machen, für Ihn arbeiten, alles Mögliche tun. Aber das käme nicht aus dem Kampf, nicht aus der Finsternis, in der wir so, entgegen dem Egoismus, lernen, Ihm gleich zu sein. Wir würden das alles automatisch tun, infolge unseres Egoismus.

(01:59:11) Hier würde sich also auf keine Weise das eigene „Ich“ zeigen, und wir würden nicht wachsen. Es gibt keinen anderen Ausweg. Deshalb muss man verstehen: Diese Lasten, die jetzt auf uns herabstürzen, die Abgelöstheit, die Müdigkeit, alle möglichen Störungen gegen das Spirituelle sind die Rückseite der nächsten Stufe. Eine andere Form gibt es nicht. Das ist nicht einfach ein großer Egoismus. All diese kniffligen Fragen, die bei euch aufkommen, die Unwilligkeit²⁷, sind in ihrer ganzen Struktur die Rückseite, wie der Abdruck von der Matrize: die Patrize. Ja? Auf Hebräisch heißt das „Chotam we Nechtam“ (Siegel und Abdruck). Sie prägen sich vollständig im umgekehrten Bild des Schöpfers ab. Deshalb ist alles in diesem unserem Egoismus enthalten, nur in umgekehrter Richtung.

Und wir brauchen von oben nur Licht, nur Kraft. Das Licht ist eine namenlose Kraft. In ihm gibt es keine eigenen Eigenschaften, nur Geben, leeres Geben. Was heißt leer? Formlos. Die ganze Form geben uns diese unsere Eigenschaften: Schwere, Abgelöstheit, Nichtwissen, Nichtverstehen, Unwilligkeit. Wenn wir sie umkrempeln, erscheint in ihnen im Gegenteil das Angesicht des Schöpfers, unsere nächste Stufe.

Lasst uns heute hier aufhören. Jetzt.

Frage: (02:00:34) Ist es möglich, während des Kongresses die Praxis der täglichen Losungen fortzusetzen?

Rav: Ja. Wie ihr wisst, gibt es bei uns in der Zentralgruppe von Bnei Baruch für jeden Tag eine eigene Losung, ein Symbol oder wie man es nennt: ein Motto, eine Aufgabe des Tages, eine sogenannte Mesima²⁹ (auf Hebräisch). Wir setzen uns also für den heutigen Tag eine konkrete Aufgabe. Sagen wir, heute denken wir darüber nach, „wie nötig uns das Zusammenwirken miteinander ist, um beim Lernen die Schulter des Freundes zu fühlen und auf keinen Fall ins Lernen um des Lernens willen einzutauchen, sondern damit das Lernen ein Mittel des spirituellen Aufstiegs ist“.

Sagen wir, ich habe den Satz etwas verworren formuliert, aber … Wir setzen uns also so eine Losung und versuchen, im Laufe des Tages die ganze Zeit daran zu denken, so viel wir können, egal. Damit arbeiten wir schon im Voraus irgendwie bestimmte Gedanken und bestimmte Züge unseres spirituellen Verhaltens ab. Kann man das fortsetzen?

Dafür haben wir Fachleute, ich denke mir diese täglichen Losungen und Mottos nicht selbst aus. Derjenige, der das bei uns normalerweise macht, soll an die Tafel schreiben, was unsere heutige Losung ist. Ich denke, es ist so etwas wie: gegen diese in uns gewachsene Awiut, was wir mit ihr tun müssen.

[nur hebr. Fassung: … das Thema des Tages. In der Regel nimmt man die Losung aus dem Thema.]