Tägliche Lektion2 giu 2026(Morning)

Part 1 Rabash. Geh hinaus aus deinem Land. 5 (1985) (11.01.2002)

Rabash. Geh hinaus aus deinem Land. 5 (1985) (11.01.2002)

2 giu 2026

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Morgenunterricht 11.01.2002

Buch „Schriften des Rabash", Band 1, Seite 77, „Geh hinaus aus deinem Land"

Rav: Wir haben einen Artikel aus Band 1, „Stufen der Leiter", von Seite 75 gelesen: „Geh hinaus aus deinem Land".

Das ist eigentlich unsere ganze Angelegenheit: jedes Mal aus unserem Willen herauszugehen, hin zu einem höheren, größeren Willen. In Wahrheit hat der Schöpfer den Willen zu empfangen erschaffen, und da gibt es nichts zu machen. Wenn wir von Wille zu Wille gehen können, dann gehen wir von einem kleinen Willen zu einem größeren Willen. Es geht darum, nicht jedes Mal mehr und mehr Egoist zu sein – auch das ist gut, auch das ist Entwicklung –, sondern in der Lage zu sein, den Willen zu benutzen, ihn zu beherrschen, zum Ziel zu kommen, dass dieser Wille als Mittel dient.

Unser Egoismus, unser Wille zu empfangen, das ist ein ganz besonderes, ganz kostbares Gefäß, durch das man zu allem kommen kann, auf der Stufe des Schöpfers zu sein, wenn wir es benutzen wollen, um dorthin zu kommen. Diese Benutzung schließt zwei Korrekturen ein. Die eine Korrektur ist, dass der Mensch jedes Mal, wenn er einen Willen zu empfangen bekommt, an ihm einen Zimzum macht. Zimzum heißt: nicht, dass der Wille zu empfangen über mich herrscht und mir vorschreibt, was ich machen soll, sondern ich schreibe ihm vor, was er machen soll.

Aber hier gibt es die Frage: Wenn wir alle nur aus diesem Willen zu empfangen gebaut sind, wie kann es dann sein, dass ich jetzt meine Handlungen und meine Taten so plane, dass ich über den Willen zu empfangen herrsche? Wer bin denn ich, der ich plane und herrsche? Derselbe Wille zu empfangen. Wie ich mich also auch drehe – wie ein Hund mit dem Schwanz –, es hilft zu gar nichts, ich kann nicht aus mir selbst herausgehen. Das heißt, wer ganz im Willen zu empfangen steckt, der gibt nicht einmal zu, dass er die ganze Zeit, sogar wenn er über sich selbst herrschen will, mit demselben Willen zu empfangen herrscht.

Das heißt, er zieht immer irgendeinen anderen Willen zu empfangen dem vorherigen vor, und das war's. Und so passiert es mit dem Menschen, und der Mensch versteht nicht und kann nicht fühlen, dass er ganz im Willen zu empfangen selbst steckt, denn innerhalb des Willens gibt es alle möglichen Arten. Es gibt sozusagen Seiten des Gebens und des Empfangens, und es scheint uns, dass wir quasi aus mehreren entgegengesetzten Eigenschaften zusammengesetzt sind und nicht gerade alle aus dem Willen zu empfangen. Sagst du einem Menschen „du bist nur ein Tier, du willst nur empfangen", ist er gekränkt. (3:27)

Aber es gibt besondere Menschen, die zu einer solchen Entwicklungsstufe gekommen sind, dass sie einen Punkt im Herzen bekommen, wie man das nennt. Das ist schon etwas, das nicht zum Willen zu empfangen gehört, etwas, das aus einer anderen Natur kommt, aus einer höheren Natur. Und dann fängt der Mensch an, eine Unannehmlichkeit zu fühlen, denn er hat jetzt wirklich zwei Arten von Natur in sich, und er kann sie nicht vergleichen und zusammenfügen, das lässt sich nicht zusammenfügen. Da weiß er nicht, was er damit machen soll. Bis er durch die Weisheit der Kabbala zur Entwicklung dieses Punktes kommt.

Es gibt kein anderes Mittel, das einen neuen Willen entwickeln kann, der aus einer anderen Welt kommt. Denn auch die Weisheit der Kabbala gehört zur spirituellen Welt. Das heißt, das Lernen und Besprechen von Dingen, die zur spirituellen Welt gehören, bringt dem Menschen ein höheres Licht, ein umgebendes Licht, nicht gefühlt, eine besondere Kraft, und diese Kraft entwickelt den Punkt im Herzen. Bis im Menschen wirklich ein größerer Punkt im Herzen zu entstehen anfängt, und dem gegenüber wächst auch der Wille zu empfangen egoistisch, und beide stehen wirklich die ganze Zeit im Gegensatz zueinander.

Sie sind wirklich – der Mensch fühlt, dass in ihm ein Kampf ist und dass er die ganze Zeit sozusagen kurz davor ist zu explodieren, und er weiß nicht, wie er irgendeinen Schritt in seinem Leben festlegen soll, wo er steht, wer ich bin, wer überhaupt bestimmt. Er fängt an, sich mehr und mehr richtig in Teile zerteilt zu fühlen. Und es ist ein langer Weg, bis er jede einzelne Unterscheidung durchläuft, die es in seiner Seele gibt. Vorher kann er nicht auf eine andere Stufe übergehen. Die andere Stufe ist, dass man ihm wirklich schon die spirituelle Welt enthüllt, und dann kann er wirklich über sich selbst herrschen, mit der zweiten Natur, mit der spirituellen Natur. (6:13)

Und auch in der spirituellen Welt, um sich zu entwickeln – „Geh hinaus aus deinem Land", jedes Mal von Wille zu größerem Willen –, enthüllt er ebenfalls Zusammenstöße. Aber was er in der spirituellen Welt an Zusammenstößen enthüllt, das sind Zusammenstöße zwischen Klipa und Kedusha. Das heißt, vor dem Machsom, bevor er in die spirituelle Welt überging, hatte er innerhalb des Willens zu empfangen, innerhalb seines Egoismus, einen Willen zu empfangen und einen Willen zu geben, quasi zu geben, aber das war auch aus dem Ausnutzen des Nächsten, um Genuss zu haben. Auch ein Wille zu empfangen, aber verschleiert, sodass man etwas gibt, um zu empfangen. Das ist vor dem Machsom.

Nach dem Machsom gibt es ebenfalls einen Willen zu empfangen und einen Willen zu geben, wobei der Wille zu empfangen zur Klipa gehört und der Wille zu geben zur Kedusha. Was sagt die Klipa? Die Klipa verlockt den Menschen in der spirituellen Welt schon mit etwas anderem, nicht so wie in dieser Welt. In dieser Welt verlockt ihn der Wille zu empfangen mit allen möglichen Genüssen, die es in dieser Welt gibt. Das ist Essen, Ruhe, Sex, Geld, Ehre, Macht. In der spirituellen Welt bringt die Klipa dem Menschen Genuss von der Göttlichkeit.

Sie bringt ihm, wie der Rav hier schreibt, Lohn. Du machst dies, du bekommst diesen Lohn, du machst das, du bekommst jenen Lohn. Und der Mensch muss jedes Mal den Lohn geringachten, das heißt zu einem solchen Zustand kommen, zu einer Stufe, zu einer solchen Korrektur, dass er den Lohn geringachtet, sondern für ihn ist der Lohn nicht wichtig, und der Lohn kann die Enthüllung der Schechina sein. Das heißt Ewigkeit, Göttlichkeit, Vollkommenheit, Dinge, von denen wir überhaupt nicht verstehen, in welcher Stufe der Erfüllung dieser Genuss sich befindet. (8:50)

All das bringt die Klipa dem Menschen, der Schöpfer gibt ihm absichtlich solche Kräfte. Und der Mensch muss wieder dieselbe Korrektur machen wie vorher, bevor er den Machsom überquert hat. Den Zimzum, dass er dem nicht nachgibt, was die Klipa ihm bringt, und nach dem Zimzum, in dem er vorzieht, korrigiert er sich selbst – das kommt nicht plötzlich, ich will so oder ich will so. Das ist eine Arbeit, bei der der Mensch jedes Mal alle möglichen Anstrengungen mit verschiedenen Mitteln macht, im Lernen, in der Verbreitung, in irgendetwas, und daraus erwirbt er eine höhere Kraft, die ihm hilft, das zu überwinden, was die Klipa ihm bringt, es nicht zu wollen.

Überwinden heißt nicht, dass ich will und abstoße. Wenn ich will und abstoße, dann tausche ich hier wohl irgendetwas gegen etwas anderes aus. Sondern der Mensch kommt zu einem Zustand, in dem er sich davor ekelt und dann anstelle all dieser Enthüllungen die Dwekut vorzieht. Das heißt die Angleichung, dass er dem Schöpfer ähnlich ist, dass er eigentlich die Anstrengung selbst vorzieht und nicht den Lohn. Und so steigt er jedes Mal, von Land zu Land, von Wille zu Wille, bis er das ganze heilige Land erwirbt. Das heißt, sein ganzer Wille soll korrigiert werden, und in dem ganzen Gefäß, das der Schöpfer erschuf, im ganzen Willen zu empfangen, soll das höhere Licht herrschen.

Das ist eigentlich unser Weg. Jeder muss zum höchsten Punkt kommen, der seine ganze Seele mit höherem Licht erfüllt. Baal HaSulam schreibt: Wer es in einem Umlauf nicht schafft, macht es in mehreren Umläufen, aber es ist durchaus möglich, es in einem Umlauf zu machen. Alles hängt vom Menschen ab. Wenn man ihm die Gelegenheit, die Möglichkeit, die Erlaubnis gegeben hat, hängt es nur von ihm ab. Jeder Übergang von Wille zu Wille wird nur durch die Anstrengung des Menschen gemacht. „Geh hinaus aus deinem Land", das heißt, der Schöpfer schiebt, aber gehen muss der Mensch eigentlich selbst.

Gibt es Fragen? Na, wahrscheinlich habe ich unklar geredet. Ja.

(11:43)

Schüler: Ich habe es so verstanden, dass die ganze Sache darin besteht, den Willen durch einen höheren Einfluss von oben zu bekommen. Wenn ich jetzt einen Wunsch nach Geld, nach Ehre habe, dann wird das ein Wille zu etwas Spirituellem. Und wenn der Mensch in einem Zustand ist, in dem man nicht sieht, in dem er den Willen nicht sieht, als ob er keinerlei Wahrnehmung davon hat, was das sein könnte, wie das ist..

Rav: Wenn ein Mensch seinen Weg anfängt, sind wir sehr grob, in unseren Gefühlen nicht empfindsam. Schau, ich fühle nicht, dass jetzt sagen wir Tausende von Atomen, Milliarden von Atomen mich in der Haut stechen, ich fühle das nicht. Ich fühle ab irgendeiner Empfindungsschwelle, ja? Und weiter. So ist es bei uns in der Seele. Die Seele ist gebaut aus der kleinsten Kraft, die wir uns gar nicht vorstellen können, bis hin zur größten Willenskraft. Und wir fangen an, in unserem Bewusstsein ab irgendeiner besonderen Schwelle zu fühlen.

Sagen wir, so wie in dieser Welt: Der Mensch wird geboren – würde er in seinem Willen von 0 bis zu der Höhe fühlen, in der er geboren wurde, könnte er sich nicht halten. Dann müsste ich dafür die Willen von allen halten, all ihr Leid, all ihre Willen, immer mit ihnen in einer Art Verbindung zu sein. Wir fühlen uns deswegen in Sicherheit, wir fühlen uns als Egoisten, eingeschlossen in einer Art von Schale. Und in dem Maße, wie wir uns entwickeln können, fangen wir an, noch alle möglichen Unterscheidungen zu fühlen. (13:57)

Was passiert mit uns in der Entwicklung? Sagen wir, jetzt habe ich angefangen zu lernen. Während des Lernens, wenn ich mit dem Buch dasitze, und ich habe einen inneren Punkt, einen Punkt im Herzen, der mich antreibt, etwas im Leben zu finden, wie er im „Vorwort zum Lehrbuch der Sefirot" schreibt: „Was ist der Sinn unseres Lebens?", wenn der Mensch diese Frage hat. Wenn es die Frage nicht gibt, dann gibt es überhaupt nichts zu reden, dann ist die Kabbala nicht für ihn.

Aber wenn er die Frage hat, „Was ist der Sinn meines Lebens, wofür lebe ich?" – und das ist eine Frage, die fast alle wenigstens in jungen Jahren fühlen und danach unterdrücken –, wenn der Mensch also diese Frage hat und er lernt und er damit eine höhere Kraft auf sich erweckt, fühlt er das nicht. Auch das Licht fühlen wir nicht, dass es jetzt auf uns wirkt, während wir uns mit diesen Schriften beschäftigen.

Wenn ich jetzt diesen Wochenabschnitt lese, „Geh hinaus aus deinem Land", was Rabash über diesen Artikel geschrieben hat, von derselben Stufe, von der aus er das geschrieben hat, von derselben Stufe, wo er war, als er das schrieb – dann lade ich auf mich ein umgebendes Licht ein, und es fängt an, mir den spirituellen Willen zu entwickeln, den Punkt im Herzen. Aus dem Punkt fängt also schon etwas Größeres an zu werden, größer, größer, aber ich fühle das nicht. Ich werde es nach zwei, drei, vier Monaten fühlen. Plötzlich etwas Neues.

Danach wieder, ich lerne weiter, noch ein Monat, zwei Monate können es sein, es kann ein Jahr sein, in dem es fast keine Veränderungen gibt, plötzlich bumm, irgendetwas Neues. Das heißt, wir fühlen in unseren Gefühlen nicht jeden Moment die Veränderungen, obwohl sie bei uns passieren. Aber sie passieren, die ganze Zeit gibt es in uns Veränderungen, doch solange wie beim Zähler die Zahl sich nicht dreht, habe ich nicht gesehen, dass das überhaupt arbeitet. Die Zahl ist gesprungen, oh, ein Zeichen, dass die ganze Zeit dort Umdrehungen waren, die Rädchen die ganze Zeit gedreht haben. So ist es bei uns.

Deshalb brauchen wir viel Geduld. Er schreibt nicht einfach so, dass, wenn die Eigenschaft der Geduld in diesem Geschäft im Menschen ist, er Erfolg hat. Wenn nicht, dann nicht. Denn die Empfindsamkeit für diese kleinen Rädchen, die sich drehen, kommt danach, nach langer Zeit, wenn der Mensch dadurch empfindsamer wird, geht er tiefer in seinen Willen zu empfangen hinein, fängt an zu sehen. Was heißt das – wir sagen, dass die Gerechten keine Ruhe haben, sogar so sehr, dass sie jeden Moment Aufstiege oder Abstiege fühlen, jede Sekunde, alle paar Sekunden. Was ich einmal in der Woche, einmal im Monat fühle, kommen zu mir ein paar gute Tage, danach ein paar schlechte Tage. Ein schlechter Monat, irgendein guter Tag oder zwei.

Und beim Menschen, der schon auf fortgeschrittenen Stufen arbeitet, ist die Empfindungsschwelle so besonders, dass er jeden Moment Veränderungen fühlt. Bei ihm ist das Atmen, das nennt man Einatmen, Ausatmen, Aufstieg, Abstieg, sie sind sehr, sehr kurz und genau. Und bei jeder kleinen Unterscheidung macht er schon irgendeine Korrektur, eine Anstrengung. Deshalb müssen wir uns das merken, uns merken, dass es so passiert.

Ja.

(17:45)

Schüler: Wenn ein Mensch sich entwickelt und empfindsamer wird, dann wird er auch leicht von dummen Dingen oder unwesentlichen Dingen gekränkt. Wie kann man sich nicht kränken lassen?

Rav: Es gibt keine Wahl. Was wir reden, das ist alles nur Gerede, das hilft nicht. Auch was wir lernen, der äußere Stoff, den wir lernen, auch der hilft eigentlich nicht so sehr. Er hilft uns nur, eine Anstrengung zu geben. Aber was wirklich in uns arbeitet und verändert, das ist der innere Wille. Wie nicht gekränkt werden, wie sich vor all den, sagen wir, Veränderungen der Zustände schützen, die es auf dem Weg gibt? Nein, was?

Schüler: Sich nicht von dummen Dingen kränken lassen. Auf richtige Dinge schon zu reagieren, aber es gibt Dinge, die nebensächlich sein können, von denen sich der Mensch aber kränken lässt.

Rav: Gekränkt werden – meinst du Verlockungen?

Schüler: Nein, auch gekränkt werden, als ob er falsch reagiert.

Rav: Das hilft nicht, ich kann dir tausendundeinen Ratschlag geben. Das hilft nicht, denn der Mensch entwickelt sich, und wenn er auf seinem Weg etwas durchmachen muss, wird er es durchmachen. Sogar wenn Menschen kommen und um irgendwelche Ratschläge bitten und ich ihnen Ratschläge gebe, das funktioniert nicht. In Wahrheit funktioniert das nicht, das beruhigt den Menschen nur für den Augenblick. Denn wenn er diese Unterscheidungen durchmachen muss, wird er sie trotzdem durchmachen. Und niemand kann..

Die Dinge, die wir durchmachen, können wir nicht umgehen. Wenn du sie auf dem Weg nicht aufsammelst, wird dir danach das spirituelle Gefühl fehlen. In all diesen Ablagerungen, in all diesen Stichen, in dem, was du auf dem Weg enthüllst – wenn du sie nicht durchmachst, wirst du kein Gefäß haben. Und jeder wird sozusagen auf andere Weise gekränkt und fühlt Drücke und diese inneren Hin-und-her-Bewegungen, die Aufspaltung, jeder auf andere Weise, aber man kann dem nicht ausweichen. Es geht nicht.

Wir reden nur darüber, dass du den Pfad durchmachen musst. Auf dem Weg, den du durchmachst, kannst du deine Einstellung zu dem ändern, was du durchmachst, das heißt es am Ende anders fühlen. Aber gekränkt werden – du wirst für einen Augenblick gekränkt sein, aber du kannst für einen Augenblick gekränkt sein und nach einem Augenblick schon deine Einstellung zur Kränkung korrigieren und weitermachen, wenn du so in einer Gruppe bist, im Lernen, im Prozess, so in einer festen Spur.

Aber wenn du allein bist und nicht so geordnet nach Tagesablauf, Rahmen und allem, dann kann deine Kränkung und das Verweilen in irgendeinem Zustand Wochen oder Monate dauern, bis dieser Zustand zur Reifung kommt, und so, das heißt zu einer solchen Reife, dass er dich nach vorne schiebt, dass du schon keine Wahl mehr hast, du musst aus lauter Qualen vorankommen.

Deshalb ist der Weg der Tora oder der Weg der Qualen derselbe Weg, nur wie sehr du nach jedem Schlag dastehst und nicht weißt, was du machen sollst, ja. Oder du hast einen Schlag bekommen und weißt, dass du ihn jetzt benutzen kannst, ja, oder du hast einen Schlag bekommen und weißt nicht, wie ein Esel, was du machen sollst. Noch ein Schlag, noch ein Schlag, bis der Verstand auf natürliche Weise kommt, dass man sich bewegen muss. Aber überhaupt zu denken, dass ich durch irgendetwas die Punkte ändern kann, die ich auf dem Weg durchmache, das gibt es nicht, das ist sozusagen, als ob man denkt, man könne das Schicksal ändern.

Nein. Es geht nicht. Wir können aber in den schlimmsten Zeiten, in den schlimmsten Zeiten, durch das, wie du dich zum Zustand verhältst, zu jedem Zustand, zu jeder Enthüllung, die kommt – wenn du dich dazu in einer zielgerichteten Weise verhältst, dass es dich zum Ziel bringt, dann ist dein Gefühl ein anderes, und die Geschwindigkeit, mit der du diese Zustände durchmachst, ist eine andere. Das heißt, alles hängt von der Anstrengung ab. Die Anstrengung erhöht dir die Geschwindigkeit, und dann gehst du deinen Pfad von unten nach oben sowohl schnell als auch angenehm. (22:55)

Denn die Seele ist von irgendeinem Ort herabgestiegen, von der Seele des Adam haRishon steigt jede einzelne Seele in diese Welt herab, und auf demselben Pfad, auf dem sie herabsteigt, muss sie aufsteigen, ja. Alle Punkte des Abstiegs sind wie dieselben Punkte des Aufstiegs, du musst diese Gefäße auf jeder einzelnen Stufe aufsammeln, an ihnen Korrekturen machen, und so steigst du nach oben.

Du kannst also keinen anderen Weg machen als den, auf dem sie herabgestiegen ist, um auf einem anderen Weg aufzusteigen, auf einer anderen Leiter, genau auf demselben Pfad. Nur wie du dich zu diesem Aufstieg verhältst und wie sehr du dabei teilnimmst und verstehst, was du machst, das macht dir den ganzen Weg anders, nur das. Der Mensch ändert keinen einzigen Punkt in seinem Leben, sondern die Einstellung dazu, aber die Einstellung dazu gibt ihm eine völlig andere Wirklichkeit.

Du siehst, du kannst jetzt in irgendeinem Zustand sein, einem schlechten Zustand, kaputt, weiß nicht was. Plötzlich sagt man dir ein paar gute Worte hier und da – was hat sich geändert? Gar nichts, plötzlich fühlst du, ah, die Welt ist anders. Was ist passiert, hat sich etwas geändert außer der Einstellung? Nein. Also nur die Einstellung zum Prozess und die Geschwindigkeit zu ändern, sodass man wirklich noch innerhalb dieses Lebens zum Ende der Korrektur kommen kann.

Ja.

(24:35)

Schüler: Wie kann ein Mensch seine anfängliche Begeisterung bewahren, sich nicht beruhigen und nicht in die Routine geraten, nicht das, woran man sich mit der Faulheit gewöhnt..?

Rav: Wie kann ein Mensch seine erste Begeisterung bewahren – dass Neue kommen und sie so sehr daran interessiert sind voranzukommen und alles wollen, und nach ein paar Monaten siehst du, die Luft geht langsam, langsam aus den Rädern, er schläft schon, er kann schon nicht mehr kommen, hat sich schon angefüllt, so sehr, dass auch viele Leute weggehen.

Wieder, wie er im „Vorwort zum Lehrbuch der Zehn Sefirot" schreibt: „Der Schöpfer legt die Hand des Menschen auf das gute Los" und er sagt „Das nimm dir". Das heißt, er nimmt deine Hand, indem er dir einen Willen gibt, und er richtet dich aus und sagt: Nimm, geh. Das ist wirklich von innen in der Form der Kräfte und Willen, so sind wir eingerichtet, dass es uns passiert. Und der Mensch kommt und setzt sich, und er hat einen richtigen und guten Willen, dadurch dass Er sagte: Nimm dir und geh, ja, „das nimm dir".

Nehmen, das ist schon ein Problem. Nehmen heißt arbeiten, nicht wenn Er dir einen Willen gibt, sondern dass du nimmst und du selbst vorankommst. Wie kann man ohne Willen vorankommen? Ohne Willen können wir uns nicht bewegen, wenn wir alle nur aus dem Willen zu empfangen sind. Kann man sich denn ohne Willen zu empfangen bewegen? Wenn ich jetzt etwas nicht will, wie soll ich das machen? Ich bin kein Schöpfer, dass ich in mir einen Willen erschaffen könnte. Und woher weiß ich, welchen Willen ich in jedem Moment brauche?

Das heißt, wir müssen dafür sorgen, jedes Mal einen neuen Willen hervorzubringen, dass jedes Mal in uns ein neuer Willen empfangen wird. Und in Wahrheit befinden sich all diese Willen auf demselben Pfad, auf dem wir nach oben kommen müssen, ja. Wann fühle ich, dass ich keinen Willen habe? Ich fühle, dass ich keinen Willen habe in einem Zustand, in dem ich die Stufe, auf der ich mich befinde, noch nicht fühle. (27:18)

Sagen wir, ich befinde mich jetzt in irgendeinem Zustand, einem so finsteren Zustand, gar nichts will ich, nichts, so verhalte ich mich nach der Gewohnheit. Auch in der Kabbala, auch im gewöhnlichen Leben, kommt hierher zum Lernen, geht zur Arbeit, so, alles dreht sich. Wo kann ich hier zum Besseren wirken? Nur dadurch, dass man mich von außen verpflichtet. Wenn ich keinen Willen habe, muss es jemanden von außen geben, der mich verpflichtet.

Wenn ich mich selbst verpflichten kann, dann habe ich schon einen Willen. Wir reden von einem Zustand, in dem es überhaupt keinen gibt, in dem ich keinen Finger bewegen kann. Ja, dann muss es hier eine Gruppe geben, einen äußeren Rahmen. Er schreibt darüber im Artikel „Die Freiheit", im Artikel „Die Freiheit". Eine äußere Kraft kann entweder der Schöpfer sein oder andere Geschöpfe, die Gemeinschaft. Diese zwei Kräfte können auf mich einwirken, das war's.

Wenn ich im Willen schwach werde – sagen wir, nimm hier einen Menschen, dem es so brennt voranzukommen, ja, wenn ich einen geringeren Willen habe als er, oder ich habe einen geringeren Willen als den, den ich einmal hatte, als ich ganz darin war, wo Nacht, wo Tag, ich war ausgebrannt, ja. Warum ist mir das gesunken? Der Wille ist gesunken, weil ich mir auf irgendeine Weise trotzdem keine äußere Gruppe eingerichtet habe, eine äußere Kraft, die mich verpflichtet. Denn ich selbst kann nichts auswählen. Nur indem ich bewirke, dass die Gemeinschaft auf mich einwirkt.

An mir selbst kann ich keine solche Handlung machen, nur außerhalb von mir. Deshalb ist der Druck von der Gemeinschaft, eine Organisation, eine Ordnung, ein Rahmen, irgendein Tagesablauf, den ich festlege, der mich verpflichtet, der mich erweckt – das ist eigentlich das einzige Mittel außer dem Schöpfer hier, klar, das mir eine neue Kraft bringen kann.

Wenn nicht die Gemeinschaft, dann höre ich selbst irgendwie trotzdem hin, ich schlage irgendein Buch auf, und dann kommt das langsam, langsam zu irgendeinem ausreichenden Maß, das von oben eine Veränderung vom Schöpfer bringt, gewissermaßen, von der Natur, dass ich genug Anstrengung, Leid, Gedanken gegeben habe, damit sich das Rad dreht und auf eine andere, neue Zahl springt, das heißt eine neue Stufe. Aber wirklich kann die Beschleunigung nur durch die Umgebung geschehen, er schreibt darüber. (30:01)

Das heißt, wir selbst sind ein Wille zu empfangen und können das nicht ändern, und an uns selbst nichts machen, keine Korrekturen. Alle unsere Korrekturen, die wir lernen, und mit der Sehnsucht, zur Stufe zu kommen, dann laden wir ein umgebendes Licht ein. Woher nehme ich die Sehnsucht, zur nächsten Stufe zu kommen? Nur von der Gemeinschaft. Wenn ich es von vornherein nicht habe, wenn der Schöpfer es nicht gegeben hat, wenn ich es nicht von vorher habe, dann von der Gemeinschaft.

Und selbst wenn ich es von vorher habe, erlischt diese Sehnsucht jedes Mal. Sie jedes Mal, warum? Denn wenn ich Anstrengung hinzufüge – ich habe vorher eine Sehnsucht bekommen, einen vorherigen Willen –, bringt mich die Anstrengung schon zu einem neuen Willen, sodass jedes Mal anstelle des vorherigen Willens, der sagen wir zehn Gramm war, jetzt ein Wille von zwanzig Gramm kommt. Bei zwanzig Gramm sehe ich noch nicht, dass ich ein umgebendes Licht habe, dass ich irgendeine Antwort von der Spiritualität habe. Ich fange an, Finsternis zu sehen.

Warum geraten wir jedes Mal in finstere Zustände? Weil uns ein neuer, größerer Wille kommt, ja. Wenn ich ein Glas Tee trinken wollte und man mir ein Glas Tee gegeben hat, schön. Ich habe bekommen, was ich wollte. Wenn ich ein Glas Wein trinken wollte und man mir ein Glas Wasser gegeben hat, was ist das? Ja. Ich war also in irgendeinem schönen Zustand, ich fühlte mich erfüllt, ich lernte, verstand, fühlte mich gut in meinem Leben, ich hatte irgendwelche Begeisterungen, ich hatte eine in irgendetwas leuchtende Zukunft, ja, danach fängt dieser Zustand an, sozusagen in Vergessenheit zu geraten.

Was ist passiert? Warum muss das vergehen? Es vergeht, weil mein Wille zu empfangen wächst. So etwas wie einfaches Vergessen gibt es nicht; wenn sich etwas ändert, ist das ein Zeichen, dass sich innere Gefäße im Menschen ändern. Was haben wir denn in uns außer dem Willen zu empfangen? Mein Wille zu empfangen wächst, und so fühle ich schon bei dem Maß, um das er gewachsen ist, dass er nicht erfüllt ist, ja. Die Erfüllung, das war die vorherige Erfüllung im vorherigen Willen. Der Wille, der jetzt hinzukommt, ist leer, und dann fange ich an zu fühlen, dass der gute Zustand langsam, langsam vergeht, vergeht, vergeht, der Wille wächst, wächst, wächst.

Was soll man mit dem neuen Willen machen? Es gibt keine Erfüllung, ich muss losgehen, um Erfüllung zu erlangen. Also braucht man jedes Mal eine Anstrengung.

Ja. Moment, da war jemand, ja.

(32:41)

Schüler: Beim Menschen, wenn er sich schon langsam entwickelt ...

Rav: Wie?

Schüler: Wenn er den Klipot nachgeht?

Rav: Den Klipot nachgeht? Ein Mensch, der den Klipot nachgeht, das ist wie ein Mensch in dieser Welt, der sich sagen wir nur nach seinem Willen entwickelt, nur nach seinem Willen. Dann schau, was für Schläge er kassieren kann – mach jetzt in der Gemeinschaft, was du willst, na. Ich will mein ganzes Leben im Schlafanzug herumlaufen, wozu brauche ich Kleidung, ja. Ich rieche etwas Leckeres, ich nehme es vom Kiosk, ja. Ich gehe an irgendeiner Stelle vorbei, will über die Straße gehen, ich gehe, mir ist egal, was sie fahren wollen, ich will gehen.

Kannst du so existieren? Was heißt es, nach dem Willen zu handeln – du gehst niemals nach deinem ursprünglichen Willen, du machst immer eine Rechnung nach den äußeren, umgebenden Bedingungen, wie weit du den Willen benutzen kannst. Und meistens machst du so sehr eine Rechnung, dass du, wenn du die Rechnung machst, sehen wirst, dass du niemals deinen Willen erfüllst.

Was man dir anerzogen hat und was man dir jetzt bringt und was die Werbung, und alles, alles, das ist überhaupt nicht deins. Das heißt, wir sind sozusagen wie ein Computer, aber all die Programme hat man von außen hineingebracht, und wir arbeiten nach diesen Programmen, das war's. Also aus diesen Programmen herauszugehen, sie von der Seite zu betrachten, dass das alles nicht meins ist, und was wirklich mein ursprüngliches Programm ist, nach dem es sich für mich gemäß meinem Gefäß lohnt, dass ich arbeite und erfülle – das nennt man die Erkenntnis des Bösen.

Das ist die erste Stufe, die der Mensch sich enthüllt. Aber gemäß.. es gibt keine, es gibt so etwas nicht, dann versteht man, dass es überhaupt keine Möglichkeit gibt, nach dem Willen zu leben. Ich habe ein Haus, eine Familie, Kinder, schon bin ich – schau, was ich alles muss. Welche Willen sind meine? Nichts ist meins. Und wenn der Mensch vorankommt und noch mehr enthüllt, dann sieht er einfach in seinen Willen, dass dort eine höhere Kraft ist, die ihn herumdreht.

Und dann kommt heraus, dass der Mensch zu einem Zustand kommt, in dem er sieht, dass er überhaupt nichts ändert. Er hat gar nichts im Leben, weder im Gedanken noch im Willen noch in der Tat, das er selbst macht. Das heißt, was du an mir siehst, das mache nicht ich. Das Ich – könnte ich mein Ich von dem unterscheiden, was du als meine Gestalt beschreibst, das Ich, das ist etwas völlig, völlig anderes, irgendein Punkt von außen.

Der Mensch kann also infolge des Lernens herausgehen, langsam, langsam kommt es zu einem solchen Zustand, er kann aus sich selbst herausgehen und sich selbst als Willen betrachten, als eine Maschine, die nach den Befehlen von oben arbeitet, und in der es nichts Selbstständiges gibt. Und dann fängt es an zu werden, wie er im Artikel „Hinten und vorne hast Du mich umschlossen" sagt – es gibt einen solchen sehr schönen Artikel im „Pri Chacham", im Buch „Pri Chacham", Artikel.

Dass dann, dass man dir diesen Punkt von der Seite gegeben hat, dich selbst zu betrachten, dann kannst du jetzt von der Seite, sozusagen, anfangen zu überlegen, wer du wirklich sein willst. Wessen Programm du erfüllen willst. Und dann kommst du zu einem Zustand, in dem du anfängst, den Schöpfer zu rechtfertigen, die Göttlichkeit zu rechtfertigen. (37:23)

Dass alles, was Er macht, auch vorher gemacht hat und auch jetzt macht und auch weiter machen wird – nur ist das Problem, dass du jetzt mit Ihm zusammen in demselben Kopf gehst. Das heißt, dass du bei jeder Bewegung, bei jedem Gedanken, bei jedem Willen, der dir jetzt auftaucht, fühlst, dass das von Ihm kommt, und du zusammen mit Ihm es verwirklichen, es ausführen willst.

Das nennt man die Stufe des „Gerechten", der auf seinen Körper schaut, auf seine ganze Seele, wie auf ein Gefäß, das im Gefäß dieselben Handlungen ausführen will, wie der Schöpfer sie ausführt. Und wirklich enthüllt der Mensch dann, dass er selbst völlig, völlig ohne irgendeinen freien Willen ist. Wieder kommen wir zu demselben Punkt, dass alles von unserer Einstellung zu dem abhängt, was wir machen, zu dem, was wir denken, wer wir sind. Alles ist nur Einstellung. Wir können die Wirklichkeit selbst niemals ändern, sondern die Einstellung zu ihr. Wenn man das Ziel der Schöpfung enthüllt, sieht die ganze Wirklichkeit anders aus.

(38:45)

Schüler: Was ich.. wir, das lernen wir, dass wir im Prinzip den Willen zur Spiritualität entwickeln müssen, ihn vergrößern. Es gibt aber eine Sache: dass jedes Mal, wenn irgendein Wunsch nach Geld, nach Ehre, nach irgendeinem Sex kommt, nach irgendetwas – was passiert, ist, dass es spontan einen Versuch gibt, zumindest bei mir, ihn herunterzufahren. Anstatt die Spiritualität zu erhöhen, ein Versuch, diesen Wunsch herunterzufahren. Das heißt, obwohl wir sozusagen lernen, dass wir erhöhen müssen. Das ist an irgendeiner Stelle eine ziemlich spontane Handlung, die passiert, ein Versuch, die Wünsche herunterzufahren, die..

Rav: Spirituelle Willen oder..

Schüler: Nein.

Rav: Körperliche?

Schüler: Das ist sozusagen ein Versuch, die körperlichen Wünsche herunterzufahren, und dann erhöht sich sozusagen verhältnismäßig die Spiritualität. Aber es ist klar, dass das, was wir machen müssen, ist, den Willen zur Spiritualität zu erhöhen und nicht die körperlichen Wünsche herunterzufahren. Die Frage ist, wie man diese Spontaneität überwindet, dass das..?

Rav: Also es gibt.. jeder einzelne Mensch entwickelt sich. Irgendein indianischer Name im Dschungel, nicht wichtig. Jeder entwickelt sich und jeder muss zum Ziel der Schöpfung kommen, sich mit dem Schöpfer anzugleichen. Und jeder Einzelne hat jedes Mal Willen, die sich abwechseln. Ein Mensch, der schon einen Punkt im Herzen bekommt und fühlt, dass er sich in einer zielgerichteten Weise entwickeln wird, hin zum Eintritt in die Spiritualität – er weiß noch nicht, was Spiritualität ist, aber so etwas, das über dieser Welt steht, größer, ewig, all diese Definitionen auch, aber irgendwie, so etwas –, dann fängt er an zu sehen, was mit ihm passiert.

Ich will einerseits Spiritualität. Sitze hier, lerne, alles, plötzlich kommt mir ein anderer Gedanke. Wenn ein anderer Gedanke, sagen wir, über Körperlichkeit, Sex, Geld, Ehre, egal was – wenn dieser Gedanke auf eine solche Weise kommt, dass ich überhaupt nicht fühle, dass er kommt, dann fängt er an, über mich zu herrschen. Ich will plötzlich etwas anderes. (41:06)

Das kommt von innen. Und ich vergesse das langsam, langsam und gehe da hinein. Es kann langsam, langsam sein, es kann plötzlich und ohne Bewusstsein sein, ich gehe schon über und arbeite nach dem neuen, verschiedenen, anderen Willen. Das passiert allen Menschen, die sich von Wille zu Wille entwickeln, durch alle Generationen, durch alle Umläufe; Tausende von Jahren kommt die Seele so und entwickelt sich so.

Anstelle des einen Willens der zweite Wille, so ist das. Und der Mensch geht ohne Bewusstsein von dem einen zum anderen über. „Jetzt will ich Geld, danach Ehre. Nein, zusammen damit auch Ruhe. Zusammen damit dies." Und so jeder. Jetzt, wenn ich durch das Lernen der Kabbala zu einem Zustand komme, in dem ich schon meinen Punkt im Herzen entwickle, der schon anfängt, kein Punkt mehr zu sein, sondern irgendein Volumen – das ist ein Punkt von oben, nicht aus dieser Welt –, wenn ich ihn entwickle, fange ich an, mich auch an der zweiten Natur festzuhalten.

Dann fange ich aus ihm heraus schon an, mich selbst zu betrachten und zu sehen, wie in mir solche Willen gegenüber solchen Willen aufzusteigen anfangen. Und dass ich sie vielleicht so herumdrehen kann und vielleicht so herumdrehen kann. Schon bekomme ich zwei Punkte in mir, den Willen zu empfangen und ihm gegenüber diesen Punkt, aus dem Willen zu geben von oben, den Punkt im Herzen. Dann fange ich sozusagen an, zwischen ihnen zu unterscheiden und zu sehen, ob ich irgendwie, irgendwie vielleicht etwas mit ihnen lenken kann.

Das zeigt man dem Menschen, und dann fängt hier ein Problem an. Wie erziehen wir den Menschen, was, wie er gehen soll? Entweder so zu gehen, dass dir, wenn dir ein neuer Wille kommt, sagen wir nach irgendeiner Begierde, du sie völlig zerstörst, in irgendeine Art von Fasten gehst, Kasteiungen, nicht zu fühlen, dich zu fesseln, weiß nicht wie, das war's, du zerstörst sie. (43:28)

Wenn du diese Begierden, diese Willen zerstörst – nach Fortschritt, nach Ehre, nach Geld, nach Sex, nach Essen, nach allen möglichen Dingen –, wenn du sie zerstörst, dann braucht man auch keine großen spirituellen Kräfte. Dann beruhigen sich auch die spirituellen Kräfte, und du hast dann einfach dich selbst zerstört und befindest dich in einem Willen, der „Domem" (unbelebt) genannt wird. Das ist die Erziehung der Allgemeinheit.

Eine Allgemeinheit, die nicht auf besondere Weise zum Schöpfer hin wachsen kann, wirklich auf spirituelle Weise wachsen kann, der sagt man: „Jede Begierde, jeder Wille, alles, was dir kommt, arbeite so, zerstöre es ganz." Und dann ist diese Allgemeinheit Massen. Je weniger sie im Verstand sind, desto angesehener. Wenn du „Mizwes" machst, wenn du allerlei Dinge machst, ohne nachzudenken, bist du angesehener. Du giltst als „frommer", „gläubiger".

Ein Weg, das ist der Weg der Allgemeinheit. Der Weg des Einzelnen ist dem Weg der Allgemeinheit entgegengesetzt. Der Weg des Einzelnen ist, dass dir alle möglichen Willen kommen – zerstöre sie nicht, lass sie, sie sind groß. Jetzt explodierst du, du willst die ganze Welt verschlingen, auch Geld, auch Ehre, auch Frauen, auch Essen, auch Ruhe, auch, was du willst.

Das nicht zu zerstören, sondern vergrößere darüber hinaus diesen Punkt im Herzen, dass er größer wird als all diese Willen. Du hast jetzt eine Gelegenheit. Sondern trotz dieser Willen, investiere dich selbst in die Gruppe, in das Lernen, in die Freunde, in alle Mittel, die dir ein Wachstum des Punktes im Herzen bringen können. Du hast ihn so weit vergrößert, dass sogar all diese Störungen dir schon nicht mehr als Störungen erscheinen. Die Spiritualität ist wichtiger geworden als die Körperlichkeit, also bist du auch gewachsen.

So hast du dich nicht zerstört, du bist eine Stufe aufgestiegen. „Wer größer ist als sein Gefährte, dessen Trieb ist größer als seiner", also bist du wirklich größer geworden. Das ist der Unterschied zwischen der Erziehung der Allgemeinheit und der Erziehung des Einzelnen. Deshalb ist die Kabbala eine sehr, sehr feine Sache, und man kann mit ihr nicht zu allen gehen und Werbung machen und sagen, kommt und.. alle. Sondern so ist es eingerichtet, dass derjenige, der kommt, sich langsam, langsam einschleift. Wenn sie für ihn ist, ja; wenn sie noch nicht für ihn ist, geht er hinaus zur Erziehung der Allgemeinheit. Und draußen, ob er will oder nicht will, gerät er trotzdem in die Erziehung der Allgemeinheit. Sogar durch Werbung, Radio, Fernsehen, sogar wenn nicht religiös – ich rede nicht von Religiösen, ich rede von Säkularen –, trotzdem ist das etwas anderes.

Das heißt, einen Willen wirklich zu entwickeln, einen starken Willen, klüger zu sein, mehr zu wollen, kann man nur dadurch, dass du einen Willen zur Spiritualität entwickelst. Dann wachsen auch all deine tierischen Sinne und Fähigkeiten. Sogar im Verstand fängst du schon an, all die Professoren, all diese, das.. du verstehst, sogar im Verstand. Ein einfacher Mensch, der lernt, fängt an, sie wie Fliegen zu sehen. Nur weil er sich nicht dem Willen zu empfangen unterwirft, sondern umgekehrt, auf ihm aufbaut. Das war's.

Gut. Ja.

(47:04)

Schüler: Und was macht man in dem Fall, dass ich keine Willen habe, nichts will?

Rav: Wenn ein Mensch nichts will, das ist eine Phase. Am Anfang hast du gewollt, ich erinnere mich, du saßt am Anfang die ganze Zeit, auch beim Besprechen, ich erinnere mich, die ganze Zeit warst du neben mir, hast mir jedes Mal ein Glas Wasser eingeschenkt. Jetzt nicht so schlimm, sitzt ein bisschen weiter weg. Ich habe Angst, dass du noch weiter weg gehst. Also das war's.

Was passiert also? Es gibt keinen Willen. Das ist, was ich gesagt habe, dass du einen Willen hast, nur dass dieser Wille, der dir jetzt auf der linken Seite gewachsen ist, ihm von oben nichts leuchtet. Du musst durch deine Anstrengung machen, dass es ihm leuchtet. Wir ändern also Zustände nur durch eine Veränderung im Willen. Wenn du jetzt keine Anziehung zu irgendetwas fühlst, ist das nicht so, dass du keinen Willen hast, das nennt man, dass du nichts hast, von dem du denkst, dass du deinen Willen damit erfüllen kannst. Dein Wille ist leer.

Er ist gewachsen, der Wille wächst immer. Man erhöht und senkt nicht, man senkt niemals. Die ganze Menschheit kommt voran, auch du. Du hattest also vorher einen Willen, und ihm leuchtete ein umgebendes Licht, und du sehntest dich zum Ziel, und jetzt ist der Wille sagen wir um 30, 40 % gewachsen, und diesen 30, 40 % leuchtet schon kein umgebendes Licht.

Warum? Du musst ihn erfüllen. Du musst eine Anstrengung geben und ein zusätzliches umgebendes Licht einladen, bis du den Machsom überquerst und sich dort das umgebende Licht in dir als inneres Licht einkleidet. Aber du musst jetzt eine Anstrengung geben über diese 30 %, die sich geleert haben, damit dir von oben eine zusätzliche Kraft kommt, ein zusätzlicher Wille. Das, was dir ein umgebendes Licht von vorne leuchtet, dann fühlst du wieder einen Aufstieg, wie wir das nennen, fühlst wieder einen Willen dazu.

Aber warum sage ich, dass 30 oder 40 % in dir noch nur ein neuer Wille sind und nicht mehr? Weil du dich noch hier befindest. Würde man dir noch mehr geben, sagen wir 80 % neuen Willen, und 20 % würden nur von vorher als umgebendes Licht bleiben, dann wärst du bei 80 % im neuen Willen, der nicht erfüllt ist, heute zu Hause geblieben, um zu schlafen. Das hängt alles davon ab, wie viel umgebendes Licht zu wie viel Menge an Willen leuchtet und wie viel nicht. Das ist die ganze Sache der Wichtigkeit. (49:52)

Unsere ganze Arbeit ist also, wie man das umgebende Licht vergrößert, das auf mich mit mehr Kraft leuchtet, das mich korrigieren und mich nach vorne ziehen wird. Das war's.

Ja.

(50:12)

Schüler: Diese Einstellung, von der Sie reden – habe ich in dieser Einstellung schon die Wahl? Und ist diese meine Einstellung, das heißt..

Rav: Die einzige Wahl, die du hast, die einzige Wahl, die du hast, ist, dass man dir einen tierischen Willen gegeben hat. In den tierischen Willen hat man dir einen Punkt im Herzen hineingelegt. Ein umgebendes Licht leuchtet dem Punkt im Herzen aus der Ferne, und dann sehnst du dich nach dem Ort, von dem aus dieses Licht leuchtet. Und es leuchtet dir von der Wurzel deiner Seele aus, die sich dort im Ende der Korrektur befindet. Das umgebende Licht leuchtet von ihr aus, der vollen, vollkommenen, die sich dort im Ende der Korrektur befindet, zu deinem Zustand, in dem du jetzt hier bist, dem kaputten, leeren. Aus dieser Entfernung leuchtet es.

Aber das nennt man, dass du eine Itaruta dileEla bekommen hast, ein Erwachen von oben. Außer diesem wirst du keine weitere Itaruta dileEla mehr haben. Du hast es bekommen, das war's, fertig. Das erste Mal. Das nennt man, dass der Schöpfer die Hand des Menschen auf das gute Los legt und sagt: Wähle dir. Alles Übrige musst du selbst erlangen. Das war's.

Jetzt, wie erlange ich selbst? Da sagt er im Artikel „Die Freiheit", dass nur durch die Gemeinschaft. Von der Gemeinschaft zu fordern, dass sie mir ein Erwachen verschafft. Das war's. Das erklärt er dort im Artikel „Die Freiheit", es lohnt sich, das zu lernen. Ich lerne das sogar mit Frauen, mit einer Frauengruppe. Unsere Frauen, ja, die Frauen der Mitglieder der Gruppe. Auch wer verheiratet ist und dessen Frau von den Neuen kommen will, zum Unterricht kommen will, das geht. Das ist heute von 10 bis 12, jeden Freitag. Wenn ein Mann hierherkommt, kann auch eine Frau kommen.

Er erklärt also dort im Artikel „Die Freiheit", dass du weder in den Willen noch in den Gedanken noch in deiner Wahrnehmung, noch im Verstand etwas hast, wie du den ganzen Zustand erleichtern kannst. Du hast überhaupt nichts, das du wirklich selbst irgendwie festlegen kannst, alles gibt man, alles füllt man von außen. Und nur eine Sache hat man dir gelassen, das ist, eine Gemeinschaft zu finden und auf die Gemeinschaft so einzuwirken, dass sie auf dich einwirkt.

Das heißt, die Gemeinschaft hier kann sein, egal, sie kann größer sein, weniger groß sein, sie kann.. du musst die Gemeinschaft verpflichten, dass sie dir einen Willen zur Spiritualität bringt. Das ist das Einzige, das wir sozusagen machen können. Außer dem nichts. Er geht dort jede einzelne Einzelheit durch, die es im Menschen gibt: Du hast überhaupt nichts, an Dinge zu denken, bei denen du sozusagen etwas änderst. Dass es dir scheint, du machst, du änderst, du wählst, du.. – nichts. Das heißt, jetzt, wie du sitzt, dein Körper wählt eine solche Haltung. Sie ist im Moment die bequemste von allen Umständen, die du jetzt hast. Das war's.

In einem Augenblick ändert sich etwas in der Atmosphäre, im Körper oder in irgendetwas.. – ändere die Haltung. Und so ist es bei den Dingen, von den Molekülen, von den Atomen, bis zu den höchsten Dingen, die im Menschen sind. Nichts kommt ihm daraus, dass er es festlegt und dass er es wählt.

Die einzige Wahl wirklich, von der ganzen Natur, dem Unbelebten, dem Pflanzlichen, dem Tierischen, dem Sprechenden in uns, einschließlich der höchsten Gedanken, egal, die einzige Wahl ist die Gemeinschaft, die mich über diese Welt hinaus voranbringen kann. Das heißt, innerhalb des Rahmens dieser Welt sind wir alle überhaupt Tiere, und wir haben nicht daran zu denken, etwas zu ändern.

Dass du deine Einstellung zur Spiritualität änderst, dass du dorthin hinausgehen willst, das ändert sicher auch den ganzen Prozess deines Lebens in dieser Welt. Aber etwas im Prozess in dieser Welt zu beherrschen oder zu ändern – nichts. Du hast dein ganzes Leben bis heute durchgemacht, wie lange lebst du insgesamt, du willst, du siehst, hast du etwas gemacht? Hast du etwas durchgemacht? Welchen Tag hast du geplant, und so ist es.. so ist es.

Deshalb muss man das verstehen, das ist ein sehr, sehr feiner Punkt, er entwischt einem immer. Sondern festzulegen, „Leute", ein paar Freunde, es muss keine große Gemeinschaft sein, vielleicht fünf, zehn, egal, und von ihnen zu fordern: „Ihr müsst mich erwecken."

Gleich. Noch? Du bist ein Alteingesessener. Ja.

(55:23)

Schüler: Wenn ich sagen wir..

Rav: Ein bisschen lauter, damit sie es hören.

Schüler: Ich sage, wenn ich angenommen an die Gruppe oder an das Lernen denke, wenn ich nicht lerne, wenn ich sagen wir im Auto bin..

Rav: Nicht wichtig. Wenn du an diesen selben Punkt der Wahl denkst..

Schüler: Ohne irgendetwas, ohne irgendetwas, ich bin einfach.. mitten in der Arbeit.

Rav: Das wirkt trotzdem, sicher. Der Wille wirkt, aber der Wille nur gegenüber demselben Punkt, den du tatsächlich betätigen kannst. Du verstehst. Das heißt, du hast einen Knopf unter all den Millionen, die dir wie Knöpfe erscheinen, hinter ihnen ist nichts. Wenn du drückst, du weißt, du hast so ein Panel mit Millionen Knöpfen, auf welchen Knopf von ihnen du auch drückst, wirst du nichts weiter bekommen, hinter ihm ist nichts mit ihm verbunden. Außer diesem Knopf. Bis ein Mensch das enthüllt, vergehen viele Jahre. Viele Jahre. Dass man das sieht.. Baal HaSulam schreibt das so in allen möglichen Artikeln, aber in Wahrheit dringt das nicht ein, das dringt nicht in uns ein.

Noch. Die Alteingesessenen höre ich nicht, habe ich gesagt. Ja.

Schüler: Du bist sagen wir bei der Arbeit, ich arbeite – gibt es eine Bedeutung, und was ist die Bedeutung davon, wenn ich sagen wir in Zusammenarbeit mit noch jemandem arbeite, sagen wir eine Zusammenarbeit bei der Arbeit, oder wenn ich allein arbeite? Hat das eine Bedeutung, hat es keine Bedeutung, oder hängt das überhaupt nicht zusammen? Oder wie..

Rav: Ein Mensch, ob er will oder nicht will, bekommt immer Willen und Gedanken von außen. Deshalb hat Baal HaSulam, als er ins Land kam, sogar Maschinen zur Lederverarbeitung mit aus Polen gebracht. Er dachte, er würde hier in Jerusalem irgendeinen kleinen Betrieb zur Lederverarbeitung eröffnen und Menschen nehmen, die Kabbala lernen wollen, und sie würden zusammen arbeiten und auch ein bisschen zusammen lernen, so vor der Arbeit, mittendrin, nach der Arbeit, und so wäre es eine solche Gruppe.

Sicher fängt der Mensch, wo immer er sich befindet, ob er will oder nicht will, von dort Viren auf, ja? Allerlei Gedanken, Willen, fremde. Und die Wahl der Gemeinschaft ist auch auf jeder Ebene eine Sache, die wirkt, die arbeitet. Das ist kein Gesetz, das nur in dem Maße in der Spiritualität wirkt, und wenn ich in eine andere Gemeinschaft hineingehe, dann wirkt sie nicht auf mich. Sicher wirkt sie. Aber die Frage ist, inwieweit du die Verbindung mit irgendeiner anderen Gemeinschaft aufbaust oder nicht.

Wenn ich.. Rabash, als er in jungem Alter war, in den dreißiger Jahren, arbeitete er beim Straßenbau. Damals arbeiteten alle, das ist nicht wie heute, du weißt, man verteilt allen, das Innenministerium verteilt Geld. Damals arbeiteten alle, niemand bekam irgendeine Unterstützung, welche Regierung? Die Engländer gaben nichts, das war's, also arbeiteten alle. Es gab dort ein paar Kollelim, Jeschiwot, aber wie viele – die Menschen arbeiteten. (59:14)

Und er arbeitete beim Straßenbau von Jerusalem nach Hebron. Ja, da gab es viele Doktoren, Professoren, alle arbeiteten an den Straßen. Das war's. Da sagt er: Man fängt die Arbeit an, wenn es Licht gibt, und beendet sie, wenn die Sonne untergeht, und fertig, in der Dunkelheit kann man nicht arbeiten. So nennt man das den Arbeitstag. Danach isst man und fängt Diskussionen an, sagt er, bis Mitternacht, Politik, allerlei Dinge, und er geht schlafen.

Da schauten sie ihn an: Wie kannst du unsere Gemeinschaft geringachten? Schau, das ist ein Philosoph, das ist ein Doktor, das ist irgendein Professor, ja? Es gab damals auch eine Einwanderung aus Deutschland, allerlei solche „Jeckes", das war's. Wir reden, wir diskutieren, und du?

Da sagte er ihnen: Ihr seid kleine Kinder, wie im Kindergarten, so schaue ich euch an, und ich habe nichts mit euch zu sitzen. So.. sie sahen, dass das nicht.. aber so.. und er ging um sechs Uhr abends schlafen. Sie beendeten die Arbeit, sofort ging er schlafen. Er bekam einen Schlüssel von der Küche, vom Verantwortlichen der Küche – was ist das für eine Küche, an der Straße, du weißt, mit solchen Baracken zogen sie vorbei. Und warum gab er ihm einen Schlüssel? Damit er dann an seiner Stelle, anstelle des Verantwortlichen in der Küche, den Topf mit dem Wasser erwärmte, damit am Morgen alle Tee trinken konnten, alle Arbeiter. Das war's.

Er konnte also um drei Uhr nachts in die Küche gehen und anfangen zu lernen. Das war's, er sagt, er hatte so eine kleine Kerze, da musste er auch aufpassen, wie viel Brennstoff oder Petroleum du hast, du weißt, für diese Kerze. Und so machte er es. Verstehe also: Man kann immer von der einen Gemeinschaft fliehen und irgendwie zur zweiten Gemeinschaft, oder sogar, wenn du in einer Gemeinschaft bist, aber wenn du sie geringachtest, dann lässt du dich nicht von ihr begeistern. Wie das.. das hängt alles von der Gehirnwäsche ab, kurz gesagt.

Ja.

(61:28)

Schüler: Das ist auch nicht verständlich. Denn ich meine gerade das Gegenteil, das zu benutzen. Das heißt, ich sagen wir, wenn ich mit einem Partner arbeite, sagen wir gibt mir das im Alltag Kräfte für die Arbeit, ich muss in jedem Fall arbeiten. Das gibt Kräfte bei der Arbeit, und vielleicht gibt es mir auch zusätzliche Kräfte, dass ich danach hierher zur Gruppe kommen kann.

Rav: ...

Schüler: Sagen wir, oder widerspricht sich das an irgendeiner Stelle, ist es besser, dass ich die Dinge allein mache?

Rav: Nein, ich verstehe nicht so recht, wie dir die Arbeit mit einem Partner hilft, zur Kabbala zu kommen, ich verstehe es nicht.

Schüler: Mir gibt es im Alltag mehr Kräfte..

Rav: Was, gibt er dir Wichtigkeit für die Kabbala?

Schüler: Nein, gibt mir Wichtigkeit bei der Arbeit, bei der gewöhnlichen Arbeit.

Rav: Ah, das ist etwas anderes. Das ist richtig, das ist auch gut. Das heißt, du wählst eine Art Wichtigkeit: Ich komme zur Arbeit, jetzt habe ich angefangen, Kabbala zu lernen, nur die Spiritualität ist mir wichtig. Meistens fangen die Menschen an, all die übrigen Dinge sehr geringzuachten, die Familie, die Arbeit, alles. Weil die Spiritualität leuchtet, das Übrige leuchtet nicht, na ja, das führt zur Geringachtung, ja, du weißt, so passiert das, und das ist nicht gut, aber diese Phase geht am Anfang sehr schwer vorbei, da gibt es nichts zu machen. Der Mensch ist insgesamt ein Mensch. Es gibt solche, die vor der Arbeit fliehen, es gibt viele Fälle.

Man muss also auch wirklich eine besondere Gemeinschaft auch bei der Arbeit suchen, das heißt allerlei Unterstützer, Bestärkungen, die dir helfen, dabei zu bleiben und beständig zu sein, das braucht es. Aber nur zu einem bestimmten Zweck, dass ich arbeiten muss, dass ich, wenn ich nicht arbeite, nicht weiß, wie ich existieren soll; dass, wenn ich nicht existiere, ich auch keine Kabbala lernen kann. Das heißt, auch durch diese ganze Kette von Ursachen das mit dem spirituellen Ziel zu verknüpfen, dann geht das alles in dieselbe Rechnung ein. Sicher, sicher lohnt sich das, ja, das ist sehr wichtig. Das ist das, was du gesagt hast, ein sehr wichtiger Punkt, dass ein Mensch, der jetzt nur für die Spiritualität entflammt ist, etwas, jemanden haben muss, der ihn stützt und ihn in der Körperlichkeit hält, ja, das ist eine Pflicht.

Rabash verfolgte sehr genau, dass die Menschen nicht vor der Arbeit fliehen, ganz peinlich genau. Und wie viel er aus seinem Leben erzählte, wie viel er arbeitete – als Eisenbieger und als Schuster, schrieb Mesusot, Beamter beim Finanzamt.. wo er nicht überall war, du verstehst. Und wie schwer es ihm an den Arbeitsstellen war, wie er so einschlief. Er sagt, der Beamte beim Finanzamt, das war das Schlimmste, denn er schlief ein und wischte aus, was so geschrieben war, du weißt, und musste wieder schreiben, du weißt, denn nachts lernte er. Da sagt er, am besten ist der Eisenbieger, du biegst es, das Eisen, das hört auf dich, und du denkst an das, was.. das war's. Auch körperliche Kräfte verbrauchst du, das gibt auch dem Körper eine Erneuerung, der Körper erneuert sich nicht nur über die Nerven, auch das. Das war's.

Und er sagte auch zu unseren Leuten, dass, wer nicht körperlich arbeitet, ein bisschen Sport machen soll. Wir müssen mit dem Körper arbeiten, sonst ist es sehr schwer, bei der Arbeit zu bleiben.

Gut, gibt es noch Fragen? Ja.

(64:58)

Schüler: … in Ordnung. Unsere Organisation, das ist keine Organisation, das ist Bnei Baruch – wie ist das, die Organisation, wie wird das geführt, habt ihr Kontakte zu Politikern, die hierherkommen… das ist keine einfache Sache, dass all eure Willen nur auf.. – was mit ihnen zusammen geschieht, ist die Sorge um sich selbst, nur um mich selbst, verstehst du, was geschieht?

Rav: Du sagst so, ich.. du bist heute zum ersten Mal, ja, bei uns, er sagt es schön. Er sagt, gut, er sagt, ich bin hierhergekommen, ich schaue, ab drei Uhr nachts sitzen hier heute, ich denke mehr als 100, ja, wie viele? Hat jemand gezählt? 130, 140 Männer, das ist trotzdem eine Menge, das ist wirklich eine Menge, ja, und ich sehe, man redet über irgendeine eine Sache, und die übrigen Dinge, man redet, die nicht dazugehören und nichts wert sind und gar nichts, und mit solcher Verachtung – nicht Politik, nicht Staat, nicht Heimat, nicht Erziehung, nicht das Volk Israel –, sondern jeder, wir reden darüber, wie wir vorankommen und das Ziel ergreifen und in Gelassenheit sein werden, in Vollkommenheit, in Ruhe, und zum Teufel mit allen übrigen Dingen. Ja, so sieht das aus? Schön. Also ich habe ihn verstanden.

Gibt es eine Antwort? Na, antwortet jemand? Ich sage dir. Wie wir gesprochen haben, dass wir zu nichts in der Lage sind, das muss man sehen, das ist unmöglich – jetzt kannst du mir nur glauben oder nicht, oder glauben, was er schreibt, oder nicht: Wir sind zu nichts in der Lage in diesem Leben, in dieser Welt, in allen Ereignissen, die es hier gibt, außer einer Sache: eine Gemeinschaft zu wählen – wieder kehre ich zu derselben sozusagen Dummheit zurück –, eine Gemeinschaft zu wählen, die mich verpflichten wird, mich nach dem Schöpfer zu sehnen. Und in dem Maße, wie ich mich mit dem Schöpfer angleiche und seine Kräfte nehme und erwerbe – was nennt man Stufen in der Spiritualität? Stufen in der Spiritualität, das ist das Maß meiner Angleichung an den Schöpfer; von der ersten Stufe an, die ganze Leiter der Stufen, das ist, wie sehr ich dem Schöpfer ähnlich bin. Was heißt ähnlich? Ähnlich in der Kraft, im Verstehen, im Beherrschen, in der Vorsehung, in der Lenkung, in allem.

Wenn wir infolge unserer Handlungen, im Lernen, in der Gemeinschaft und allem, die Kräfte des Schöpfers erwerben, fangen wir zuallererst an, seinen Verstand zu bekommen. Was heißt es, seinen Verstand? Unsere Welt von oben zu sehen, dass von oben in unsere Welt alle möglichen Fälle herabsteigen, die uns als Fälle und Erscheinungen erscheinen, und Gedanken und Kräfte – alles kommt von oben. Unsere Welt ist nur ein Ergebnis. Wenn ich schon aufsteigen und unsere Welt von oben sehen kann, dann habe ich den Verstand, wie ich handeln soll, ich habe die Kraft, wie ich handeln soll, und ich habe wirklich die Möglichkeit, in dieser Welt Korrekturen auszuführen. (68:27)

Warum nennt man das Korrekturen? Weil ich Kraft gemäß dem Verstand bekomme, und in unserer Welt, wenn ich mich entwickle, ohne auf die Kabbala und auf gar nichts zu achten, dann bekomme ich Kraft ohne Verstand, das ist keine Pflicht. Du siehst, es gibt Atombomben für die, die überhaupt nichts wissen.. Menschen in unserer Welt sind.. du siehst, was passiert. Das ist nur in unserer Welt, in der Spiritualität gibt es so etwas nicht. In der Spiritualität, je mehr du wächst, bekommst du zuerst Verstand, Verständnis, Sicht auf die ganze Wirklichkeit, mit allen Ursachen und Wirkungen siehst du; nachdem du siehst und es in dir einbezogen wird, kannst du nichts Böses machen, denn das ist schon zu deiner Natur geworden. Dann gibt man dir dementsprechend Kräfte.

Und dann kannst du wirklich Taten machen, die man Korrekturen nennt, aber in unserer Welt, was habe ich, in die Politik zu gehen? Man fragt mich oft, warum gehst du nicht in die Politik? Was habe ich dort zu machen? Mit wem zu streiten und worüber? Auch sie machen nichts, und wir wissen es, wir sehen es. Wen du auch wählst, du siehst am nächsten Tag, dass er wie eine Puppe überhaupt nicht das macht, was er vorher geredet hat. Denkst du, das will er? Man dreht ihn so herum, und so ist es mit jedem Einzelnen. Unsere Welt ist nicht die Welt der Tat, das ist die Welt der Ergebnisse. Wozu also soll ich zu ihnen hineingehen und eine Puppe wie sie sein? Es ist nicht nötig.

Eine schöne Frage, aber du verstehst. Nichts, was der Mensch ändern will – es gibt hier in dieser Welt dafür kein Mittel. Man kann es hier einfach nicht finden. Das ist die niedrigste Welt, die unterste. Wenn du von hier aufsteigst, wirst du darüber herrschen. Wenn du dich hier befindest, befindest du dich in dieser Natur, und dann herrscht man über dich.

In Ordnung? Na, lass uns lernen.

(Ende des Unterrichts)