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Morgenunterricht 15.08.2007
Baal HaSulam, Buch „Talmud Esser Sfirot", Band 1, Teil 1, S. 6, kleiner Punkt 90 von Punkt 4, Punkt 7
Teil 1 – vom Anfang bis Minute 00:21:34 Dauer: 00:21:34
Teil 2 – von Minute 00:21:47 bis Minute 00:37:13 (Ende) Dauer: 00:15:36
Teil 1
Vorleser: „Talmud Esser Sfirot", Band 1, Teil 1, Seite 6, im kleinen Punkt 90 von Punkt 4 der Worte des Ari. Der kleine Punkt 90 erklärt: „Dieser Zimzum lag gleichförmig um den leeren Mittelpunkt herum"
„90) Erklärung: Ohne eine Bewertung von „groß“ und „klein“. Wir sollten uns darüber nicht wundern, da die Veränderung der Form im Mittelpunkt bereits beim Verschwinden des Lichts dargelegt wurde. In der Folge werden kleinere Ausmaße notwendigerweise ebenfalls erkannt, eines kleiner als das andere.
So ist z. B. die Bchina Gimel feiner als der Mittelpunkt, da die Größe ihres Willens zu empfangen geringer ist als in der Bchina Dalet. Ähnlich ist Bchina Bet feiner als Bchina Gimel, da die Größe ihres Willens zu empfangen geringer ist als in Bchina Gimel. Bchina Alef ist die feinste von allen, da sie den kleinsten Willen zu empfangen hat – und ihre Veränderung der Form ist am geringsten ersichtlich.
So haben wir eine Unterscheidung zwischen „groß“ und „klein“ in den Stufen. Warum behauptet Rav, der Zimzum befände sich nur um den Mittelpunkt herum? Weil der Zimzum den Mittelpunkt nicht in Ejn Sof verwandelte. Andersherum: Wenn das Licht wegen der Veränderung der Form den Punkt verlässt, wird er sicherlich zu einem Sof (Ende) werden, und somit zu einer untersten Stufe.
Dann würden wir die drei vorigen Bchinot auch als wichtiger ansehen als den Mittelpunkt, so wie eine über der anderen. Doch so war es nicht, weil der Zimzum wegen der Veränderung der Form nicht in diesem Punkt auftrat. Das kann nicht sein, da wir es noch immer mit Malchut de Ejn Sof zu tun haben, in der es keine Veränderung der Form zwischen ihr und dem Licht gibt; sie sind beide in einfacher Einheit, das heißt Er und Sein Name sind Eins.
Der Zimzum geschah nur, weil Sein einfacher Wille es wünschte, die Welten zu erschaffen usw. (siehe Punkt 40). Er wollte diese Gleichheit der Form, welche dazu bestimmt war, durch die Erschaffung der Welten, also der Form des Empfangens um zu geben, dem Erschaffer Freude zu schenken.
Es liegt eine große Tugend darin; einerseits ist es ein völliges Geben, weil der Wille nur darin besteht, dem Erschaffer Freude zu schenken und nicht dem eigenen „Selbst“. Das macht die Form völlig dem Höheren Licht des Schöpfers gleich und lässt sie an Ihn anhaften.
Andererseits ist es möglich, die Empfangsgefäße zu vertiefen und ins Unermessliche und Ewige zu vergrößern. Und das, weil nun die Form des Empfangens keinerlei Veränderung der Form produziert, da sie ja aus dem Inneren des Willens zu geben entspringt.
Unsere Weisen erklärten dies mit einem wichtigen Mann: wenn sie das Brautgeld gibt und er sagt: „Damit bist du mir angeheiligt“, dann ist sie geweiht. Es steht in der Tora geschrieben: „Und gab es in ihre Hand.“ Das bedeutet, dass es der Ehemann ist, der das Brautgeld gibt. Weil er aber wichtig ist, ist die Freude, die ihr durch ihn zuteil wird, so wichtig wie das Gegebene. Ein wichtiger Mann, der Geld von ihr erhält, das gleicht dem, wie wenn er ihr Geld gibt. Weiter steht geschrieben: „Und gab ihr in die Hand“, weil er nur empfängt, um die Frau zufrieden zu stellen, um sie durch sein Empfangen zu ehren." 4:38
Wo sind wir? Zuerst sagt Baal HaSulam Folgendes: Nach dem Plan der Schöpfung (Zeichnung) haben wir im Licht einen Willen, der aus dem Nichts entstanden ist — das Licht erschafft den Willen und entwickelt ihn. Er kommt zu vier Entwicklungsstufen, von der Wurzel bis Bchina Dalet; hier gibt es Stufen der Awiut, das heißt, dieser Wille zu empfangen wird gröber und gröber. Aber erst in Bchina Dalet fühlt dieser Wille sich selbst, dass er gegen das Licht ist.¹
Davor gibt es Stufen der Awiut — sonst, wie könnten wir überhaupt von Unterscheidungen sprechen? Wonach richten sich die Unterscheidungen, wenn es sich nicht vom Licht unterscheidet? Es unterscheidet sich aber gewiss: Bchina Bet ist schon anders als das Licht, sie widersetzt sich sogar, sie will nicht empfangen. Bei Bchina Alef ist es so: Das Licht erschuf Bchina Alef, und sie empfängt; von Bchina Alef kann man also sagen, dass sie so ist wie das Licht, das sie erschuf.
Nicht dass sie selbst so ist wie das Licht, das sie erschuf, sondern sie erfüllt genau das, was das Licht von ihr will. Deshalb ist sie an das Licht angehaftet wie ein Säugling an die Mutter. Er ist nicht die Mutter, er ist etwas anderes als sie, aber er haftet an ihr, weil er nichts von sich selbst hat. Es gibt hier also Anhaftung von der kleinen Awiut her, die sich noch nicht offenbart; er ist einfach von Geburt an derjenige, der von dem über ihm empfängt, und deshalb gibt es hier Anhaftung.
Und Bchina Bet — wodurch haftet sie an dem Licht, das an ihr arbeitet? Nicht mehr dadurch, dass der Wille in ihr nicht versteht, wo er ist und wer er ist. Der Wille versteht jetzt, wer er ist und was er ist, und will sich an das Licht anhaften; von seiner Seite steigt schon der neue Wille zum Licht hin auf: Ich will der Gebende sein wie Er. Es gibt also Anhaftung von Bet aus zum Licht hin. Von Bchina Gimel her gibt es eine größere Awiut, aber auch auf die größere Awiut hin gibt es Anhaftung an das Licht, nämlich die Handlung des Gebens. In Bchina Gimel offenbart sich zusätzliche Awiut, aber diese zusätzliche Awiut ist bereit zu empfangen, um zu geben. So baut Bet die Bchina Gimel. Deshalb gibt es in Bchina Gimel Anhaftung an das Licht. 7:41
Alle diese Formen der Anhaftung an das Licht kommen eigentlich vom Licht selbst, vom Zustand der Wurzel. Deshalb kann man bei all diesen Formen noch nicht sagen, dass wir ein Geschöpf haben. Denn so wie sich sogar die Awiut, die dort ist, entwickelt, befindet sie sich noch in Stadien, in denen sie sich zwar selbst fühlt, aber sobald sie sich selbst fühlt, fühlt sie auch, dass sie angehaftet ist. Sie hat nichts, was zwischen ihr und dem Licht unterscheidet.
In Bchina Alef: Zwar bin das ich, aber wer bin ich? Ich bin ganz mit Ihm, wie ein Embryo im eigenen Haus.² In Bchina Bet: Richtig, ich bin ich und ich bin nicht Er, Er gibt und ich empfange — aber ich will sein wie Er, also gibt es auch da Anhaftung. In Bchina Gimel: Ich bin schon grob, ich bin etwas völlig anderes, aber in meiner Handlung bin ich bereit zu empfangen, nur um in der zusätzlichen Awiut wie Er zu sein.
Das ist also ein Paradox, eine sehr interessante Sache: Einerseits nimmt die Awiut die ganze Zeit zu, andererseits stehen diese Unterscheidungen immer noch in Anhaftung an das Licht. Deshalb heben wir nur Bchina Dalet heraus, die besondere: Sobald sich in ihr die Awiut offenbart — Stopp, hier bin ich schon völlig anders als Er. Deshalb wird Bchina Dalet selbständig genannt, Kli, Geschöpf und so weiter, der zentrale Punkt.
Denn mit dem Willen, der sich in ihr offenbart, mit den Unterscheidungen, die sich in ihr offenbaren, ist sie nicht fähig, sich anzuhaften. Und auf diese Unterscheidung hin macht sie eine Einschränkung. Sie muss nichts einschränken, worin sie keinen Mangel entdeckt. Nur dort, wo sie eine Kluft zwischen sich und dem Ausströmenden entdeckt, in genau dieser Unterscheidung, geschieht die Einschränkung von selbst. Das heißt: In Bchina Dalet offenbart sich die Awiut zwischen Gimel und Dalet — sagen wir, es offenbart sich eine solche Awiut, dass schon in diesem Unterschied der Awiut zwischen Gimel und Dalet, der sich in diesem Delta zeigt (siehe Zeichnung), das Delta zwischen Schöpfer und Geschöpf liegt. 10:18
Später sehen wir das sogar in der Welt Azilut. Seir Anpin in Bchina Gimel wird „der Heilige, gesegnet sei Er" genannt, die Höhere Kraft, und Malchut wird die untere Kraft genannt. … Ist das nicht insgesamt ein Parzuf und ein Parzuf? Nein: Gimel gehört noch zum Schöpfer, seine Beziehung ist das dem Geschöpf Nächste. Und in Malchut offenbart sich etwas, das Geschöpf genannt wird. Nicht dass es in all diesen Bchinot ein bisschen Geschöpf gäbe — es gibt kein bisschen Geschöpf, es gibt nur Wurzeln für das Geschöpf, das in Bchina Dalet sein wird.
Deshalb geschieht die Einschränkung in Bchina Dalet, und zwar nur in genau der Unterscheidung, die sie entdeckt, nachdem in allen anderen Unterscheidungen nichts zu entdecken war: Sie entdeckt gerade die Kluft zwischen sich und dem Licht, und in genau dieser Unterscheidung geschieht die Einschränkung. Und wie wir gesprochen haben: So wie die ganze Entwicklung in gleicher Weise geschah, so geschah auch die Einschränkung in gleicher Weise. Bchina Dalet bleibt als der schwarze Punkt zurück, leer, und auch der ganze Raum ihr gegenüber wird ihr gegenüber leer — wir sprechen nur aus Bchina Dalet selbst heraus. Sie will nicht und ist nicht fähig, das Licht zu fühlen, denn dieses Licht bringt ihr das Gefühl der Scham, das Gefühl der Kluft. Und jetzt will sie diesen Zustand korrigieren. 11:57
Das ist das eine. Und das zweite: Wie korrigiert sie denn trotzdem? In allen vorherigen Zuständen hier (Zeichnung) gab es Anhaftung, und zwar auf natürliche Weise. Es offenbarten sich immer irgendwelche Fähigkeiten, solche Fälle, in denen Malchut zurück irgendeine instinktive, natürliche Handlung machte und sich an den Schöpfer anhaftete. Zwar gibt es hier eine Kluft zwischen Alef und Bet, es gibt einen Unterschied zwischen Bet und Gimel, aber auf das Gefühl der Kluft hin geschah sofort eine Handlung, die überhaupt nicht vom Geschöpf abhing, sondern auf natürliche Weise ausgeführt wurde.
Hier dagegen, um Anhaftung in dem herzustellen, was sich zwischen Gimel und Dalet offenbart, muss Malchut schon von sich aus ein ganzes System aufbauen, um zur Anhaftung zu kommen. Denn die Kluft, die sich hier offenbart, offenbart sich in ihrer Awiut: In ihrer Awiut, in ihrer Absicht ist sie dem Schöpfer entgegengesetzt. Dass sie die Genüsse auf natürliche Weise empfangen will, ist völlig in Ordnung, so hat der Schöpfer sie erschaffen; aber dass sie nur an ihnen interessiert ist und an nichts anderem — diese Kluft offenbart sich hier (siehe Zeichnung) als Absicht in einer Form, die sie nicht ertragen kann.
Wir lernen das im „Talmud Esser Sfirot", im 2. Teil, wo er erklärt, dass es vier Stufen gibt: will und beabsichtigt; will nicht und beabsichtigt nicht; beabsichtigt und will nicht; will und beabsichtigt nicht. Und in Bchina Dalet will sie empfangen, genießen, und deshalb ist sie der Abschluss der Entwicklung der Gefäße von Seiten des Schöpfers. Um jetzt in Bchina Dalet Anhaftung herzustellen (siehe Zeichnung), nicht so wie in den drei vorhergehenden Bchinot, muss sie jetzt überlegen: Wie stelle ich Anhaftung her, wenn meine Absicht auf mich selbst gerichtet ist? 14:35
Und dann bringt uns Baal HaSulam ein Beispiel aus der Gemara, aus dem Talmud, wo geschrieben steht (Zeichnung): Wenn es einen Großen gibt gegenüber einem Kleinen — wobei der Kleine, der empfängt, Frau genannt wird, und der Große, der gibt, Mann genannt wird — und sie heiraten, das heißt, sich verbinden wollen: Wenn der Große dem Kleinen gibt, ist klar, dass er damit Liebe ausdrückt. Wenn der Kleine dem Großen gibt, ist klar, dass er damit seine Liebe zum Großen ausdrückt. Aber wie können sie Partner sein, wie können sie sich verbinden?
Dazu sagt man Folgendes: Damit es eine Verbindung zwischen ihnen gibt, genügt es, dass der Kleine dem Großen gibt. Wenn der Große bereit ist, vom Kleinen zu empfangen, weil er groß ist, dann geschieht die Tat von Seiten des Kleinen zum Großen hin, und die Art der Handlung ist in Wirklichkeit vom Großen zum Kleinen hin. Wir empfangen die ganze Zeit vom Schöpfer, eine andere Möglichkeit haben wir nicht, von oben nach unten. Wie kann ich Ihm geben, was gebe ich Ihm? Die Möglichkeit, mir zu geben.
Also stelle ich eine Bedingung, ich mache Zimzum Alef und sage: Ich will nicht direkt von Dir empfangen. Diese Handlung des Empfangens des Lichts kann ich nicht, sie bringt mir das Gefühl, dass ich nicht an Dich angehaftet bin, dass ich Dich nicht liebe. Wenn ich aber eine Einschränkung mache und mich nach der Einschränkung nur unter der Bedingung öffne, dass das Empfangen ein Geben an Dich sein wird — weil Du mich liebst und geben willst —, dann wirst Du wissen und ich werde wissen, dass ich in Liebe und in Angleichung der Form an Dich bin. Hier haben wir die Öffnung, um zur Angleichung zu kommen, zur Anhaftung. 16:45
Deshalb ist die erste Handlung, gleich nachdem Malchut de Ejn Sof sich im Willen erhoben hat, sich an den Schöpfer anzuhaften, die Einschränkung. Nach der Einschränkung kann ich bestimmen, wann ich mich öffne und wann ich schließe. Mein Öffnen und Schließen heißt Absicht, und mein Wille im Inneren ist der Wille zu empfangen — der Wille, die ganze Unendlichkeit zu empfangen. Ich muss mich jetzt nur entsprechend öffnen und schließen, so weit ich genießen kann, um Ihm Genuss zu geben. Ich öffne oder schließe mich also im Maß der richtigen Absicht, die ich erwerbe. Das ist die ganze Arbeit.
Um sicher zu sein, dass ich es richtig mache, baue ich ein System auf, eine Stufenleiter, eine Leiter der Welten: die Tür ein wenig öffnen, ein wenig mehr, ein wenig weniger — damit ich das beherrsche und mir bloß nicht schade, indem ich plötzlich mehr öffne und dann empfange, um zu empfangen. Das heißt, nach Zimzum Alef muss ich jetzt eine Abstufung von Absichten aufbauen und ihr gegenüber das Empfangen: wie viel ich entsprechend der Absicht empfange. Das baut sich bei mir eigentlich als Stufenleiter auf.
Danach muss ich mich auch um meinen Willen kümmern: Verstehe ich ihn wirklich? Beim Aufbau dieser Verhältnisse — wie weit ich die Tür entsprechend der Absicht und entsprechend dem Willen öffne — komme ich plötzlich in einen Zustand, in dem ich meine Verlangen gar nicht so genau verstehe: was sie mir sagen, was sie von mir wollen, was ich selbst will. Und wenn ich dann prüfe, wie die Türen mit den Verlangen zusammenhängen, irre ich mich. Es gibt Raum für einen Irrtum in der Absicht, damit mein Wille geklärter wird. Und dann komme ich ins Zerbrechen und muss mich korrigieren, und in dieser Korrektur komme ich endlich in einen Zustand, in dem ich weiß, wie ich mein Tor halte, mein Öffnen gegenüber dem Willen.
Das lernen wir später, jetzt ist es nicht so wichtig. Wichtig ist für uns: Malchut fand sofort, nachdem sie das Problem darin gefühlt hatte, dass sie empfängt, eine Lösung für sich. Aber so sofort ist es gar nicht. Die Offenbarung selbst kommt aus dem entgegengesetzten Stand zwischen Licht und Wille, der in Malchut de Ejn Sof entstand. Es gibt hier noch eine sehr wichtige Entwicklung, die man nicht so gut erklären kann: dass das Licht den Willen füllt, obwohl der Wille dem Licht entgegengesetzt ist — und dadurch fängt der Wille an zu fühlen, was er wirklich tun muss. 20:33
Denn in Malchut de Ejn Sof, vor der Einschränkung — bis sie die Scham als unerträglich fühlt und die Einschränkung macht —, füllt das Licht sie und gibt ihr das Gefühl der Anhaftung, bis sie selbst feststellt, dass das keine Anhaftung ist. Und dann, aus diesem Stand heraus, dass es von Seiten des Lichts Anhaftung ist und ich von meiner Seite entdecke, dass es keine Anhaftung ist, sondern das Gegenteil, völlige Gegensätzlichkeit — aus der Kluft zwischen diesen beiden Unterscheidungen findet sie eine Lösung. Und dann klärt sich für sie dieser ganze Prozess: der Kleine gegenüber dem Großen, oder die Braut gegenüber dem angesehenen Bräutigam; und es geschieht die Einschränkung, und dann die Entwicklung zur Leiter der Welten.
bis Minute 00:21:34